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gilde

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gilde f.

Bd. 7, Sp. 7485
gilde, f. , auch n. und m. verbreitung, herkunft, form. 11) ein in nd. lautgestalt ins hd. übernommenes subst. mit reicher sprachlicher und sachlicher geschichte, unmittelbar oder mittelbar (s. u. 2) zum vb. gelten (teil 4, 1, 2, 3066) gehörig; im got. nicht bezeugt. im verein mit seinen engl. und nord. entsprechungen hat es sich in den randgebieten der Nord- und Ostsee ausgebreitet; in der kontinentalen gruppe des westgerm. (dazu afries. ielde, iold Richthofen wb. 843a) gehört es bis ins 17. jh. fast ausschlieszlich dem hansisch-nd.-ndl. raum (kerngebiete: Westfalen und nördl. und westl. Harzvorland) bis zu einer südgrenze Brüssel-Löwen-Hamm - Kassel - Göttingen - Halberstadt - Zerbst - Frankfurt a. O. an. erst später geht es in das gesamtdt. sprachgebiet über. auszerhalb des kontinentalwestgermanischen entspricht an. gildi 'bezahlung, trinkgelage, vereinigung mit gesellschaftlichen zusammenkünften und dem ziele, den mitgliedern gegenseitige hilfe zu sichern' (Fritzner 1, 595a), norw. gilde 'gasterei, geselliges vergnügen' (Torp 153a), schw. gille 'gilde', dial. auch 'grosze gasterei, wie hochzeit, begräbnis u. dgl.' (Hellquist 187a), n. gilde 'gilde, gastmahl, gelage' (Falk-Torp 310), ags. gilde 'gilde' (nicht im nom. belegt und von Bosworth-Toller 476a und suppl. 465b fälschlich zu gild, gield = ahd. gelt gezogen, vgl. Holthausen aengl. etym. wb. 131), dazu gegilde 'mitgliedschaft einer gilde' (Bosworth-Toller suppl. 334). wegen der bei gelten und bes. geld (teil 4, 1, 2, 2890f.) hervortretenden religiösen bedeutung sucht man auch bei gilde den ursprünglichen geltungsbereich im religiös-rituellen und setzt als älteste bedeutung 'opfermahlzeit, opfergesellschaft' an, vgl. bes. Rooth altgerman. wortstudien (1926) 79 ff., nach dem aber die opfergemeinschaft erst sekundär aus profaner speisegemeinschaft erwachsen ist; doch ist seine annahme, dasz die wurzel ghel-d ursprünglich 'essen, nähren' bedeutet habe, kaum begründet. 22) neben der ntr. ja-bildung des anord. und aengl. erscheint kontinentalwestgerm. ein jō-stamm gilda, f. im sinne von 'gemeinschaft, festgeschlossene personengruppe', eine bedeutung, die dem nord. ntr. im 11. jh. eigen ist. auf ndl. boden herrscht vorzugsweise die bedeutung 'gemeinschaft', und zwar ist gängig das ntr. in Holland, das fem. allg. ndl., ntr. und fem. gemischt in Flandern (wb. d. ndl. taal 4, 2349). das mnd. hat im sinne von 'gesellschaft' durchweg das fem., vereinzelt bi des gildes (fischergilde) willekorn (1400) livl. urkb. nr. 1524; die uhralte brauerordnung zu besserm aufwachs des braugildes revidiret (Rügenwalde 1645) bei Schott land- u. stadtrechte (1772) 2, 97, z. t. als masc. zu sichern: den brauergilde ebda 98; in diesen brantgilde (Kiel ca. 1630) H. Fr. Wiese Schönkirchen (1886) 87; sieh auch Lasch-Borchling 1, 2, 112. in der bedeutung 'gelage' erscheint mnd. neben dem fem. häufig das ntr. und masc. (s. u. sp. 7493, sowie Schiller - Lübben 2, 110 und 111). in Schlesw.-Holstein gill als ntr. und fem. (Mensing schlesw.-holst. 2, 379). der plural ist meist schw., vereinzelt stark (de gilde: Braunschw. n. 1500 in: chron. d. dt. städte 16, 306, 11). — morphologisch ist *gildja- am leichtesten verständlich als ableitung von *gelda- 'bezahlung, steuer, opfer' (so Hellquist 187a, Torp 153a); bei dem hohen alter des wortes ist auch beziehung auf das st. v. geldan möglich (so Kluge11 207; Weigand-Hirt 1, 728), und für die nord. bedeutung 'ansehen, wert, geltung' liegt die auffassung als substantiviertes adjektivum gildr 'gültig, wertvoll, trefflich' am nächsten; dasz aber *gildja- als ganzes so zu erklären sei (Falk-Torp 310) ist aus bedeutungsgründen und wegen der beschränkung des adjektivs auf das nordische sehr unwahrscheinlich. 33) als wurzelvokal erscheint meist i; daneben e: eninge vel gelde (1219) urk.-buch d. stadt Goslar 1, 411; ghelde voc. ex quo (nd. 15. jh.) bei Diefenbach 148a; die gelden J. Letzner Dasselsche u. Einbeck. chron. (1596) 1, 81a; gel, geldə u. ähnl. Jos. Müller rhein. wb. 2, 1231; lokale diphthong.: geilde (Korbach 1434) Bauer-Collitz 306; gheyle (Brilon 1428) bei Seibertz urk.-buch v. Westfalen [] 3, 48. eine form gulde — selten ü geschrieben: Frankf. a. O. ca. 1425 in cod. dipl. Brand. I 23, 173 (mit ü aus i, e vor l Franck mnl. gr.2 § 49, oder schwundstufige bildung wie gülte?) — findet sich geschlossen in Flandern-Brabant (Brüssel, Antwerpen, Mecheln, Löwen, s. wb. d. ndl. taal 4, 2349) sowie in der Mark Brandenburg: (Stendal 1304) hans. urk.-buch 2, 25; (Perleberg 1345) cod. dipl. Brand. I 1, 143; (Bernau 1441) das. I 12, 175; (Wittstock 1373) das. I 1, 410, und ihren randgebieten: (Parchim 1395) meckl. urk.-buch 22, 462; (Grabow i. M. 1459) urk.-buch d. stadt Lübeck 9, 693; (Zerbst 1398) urk.-buch d. stadt Magdeburg 1, 460, sowie in Ostpreuszen (1452) akten d. ständetage 3, 452. das gleichlautende nd. gulde, f., 'abgabe' (s. hd. gülte teil 4, 1, 6, 1074) ist dabei sicher nicht ohne einflusz geblieben. im 17. u. 18. jh. ist die schreibung gülde häufig: in seiner gülde Zesen verschmähete majestät (1661) 405; vgl. auch die belege für gülde- bei gildebrief, -bruder, -haus, -meister, -schmaus, -stube, -würdig. — zu ll assimiliertes ld zieht sich durch das gesamte verbreitungsgebiet: (Deventer 1323) hans. urk.-buch 2, 168; gill, gille, gilde Stieler stammb. (1691) 658; ebenso Kirsch cornucop. (1718) 2, 153b; gylle, gel, jel Jos. Müller rhein. wb. 2, 1231; gil Bauer-Collitz waldeck. 40a; gill Mi Meckl. 27a; Frischbier preusz. wb. 1, 233b. die gelegentlich auf tauchende form mit -lt- wird als umsetzung ins hd. anzusehen sein, vielleicht unter formalem einflusz von gülte, gilte, gülde 'abgabe' (teil 4, 1, 6, 1074): gülte contubernium voc. ex quo 1440 md. bei Diefenbach gloss. 148a; gulten Fischart binenkorb (o. j.) 25b, s. unten sp. 7490; corpus ... eine innung, gülten, zunfft Corvinus (Frankfurt 1660) 1, 175; etliche gülten, das ist brüderschaften Otho ev. krankentrost (Nürnberg 1671) 302; gilte et gülte Stieler (1691) 658 s. u.C; gilde, gülde oder gilte Chomel (Leipzig 1750) 4, 1091; Jacobsson 2, 94b. 44) sehr häufig sind latinisierte formen, vgl. auch Ducange gloss. 4 (1885) 68 s. v. gilda: jura fratrum gilde (Stendal 1231) cod. dipl. Brand. I 15, 8; ghildam sive facultatem (Höxter 1280) Nitzsch kaufgilden (1880) 385; a gilda pannicidarum (Salzwedel 1372) cod. dipl. Brand. I 14, 67; pro gulda mercatorum (Stendal 1304) hans. urk.-buch 21, 25; in karolingischer zeit: gildonia, geldonia, ghildunie, gilduniae (779) monum. German. hist., leges II 1, 51; gellonia (789) das. II 1, 66; gelda in einem kapitular v. 884: ne collectam faciant quam vulgo geldam vocant ebda 2, 2, 375. gilda/gelda drang in der bedeutung 'opferversammlung german. soldaten' ins vulg.-lat. ein und hat in den roman. sprachen eine reiche und selbständige entwicklung genommen J. Brüch d. einfl. d. germ. spr. auf d. vulg.-lat. 105. 171; Meyer-Lübke wb. 1, 321b; Gamillscheg Romania germanica 1, 173; 2, 188. bedeutung und gebrauch. das wort erscheint auf dem boden des fränkischen reiches erstmalig im 8./9. jh. als latinisierter volkstümlicher ausdruck eingestreut in lat. urkunden zur bezeichnung für eine spez. german. einrichtung. dann verschwindet es für uns auf mehr als drei jahrhunderte. seit anf. d. 13. jh. (vgl. z. b.: nulla gilda communis sine episcopi auctoritate statuetur a. d. j. 1211 bei Stieda-Mettig schragen d. gilden in Riga 669, sieh auch unter A 1 a β) ist esabgesehen von wb.-belegenbis ins 16. jh. fast ausschlieszlich urkundlich bezeugt als ausdruck nd.-ndl. gemeinschaftslebens. seit dem 15./16. jh. zeigen sich, bezeichnenderweise zunächst in denkmälern, die, trotz hd. form und teilweise obd. herkunft des verfassers, dem nd.-ndl. nahestehen (Fischart binenkorb 1579, s.A 1 c; N. Frischlin braunschweig. pritschmeistersreime [a. d. j. 1589] in: dt. dicht. 168 lit. ver.; C. Knittel poet. sinnenfrüchte [1677] 168) ansätze zum übergreifen aufs gesamtdeutsche sprachgebiet; vom 17. jh. an findet sich das wort vereinzelt auch in vocc. und wbb. obd. herkunft: Henisch (1616) 1621; Apinus (1728) 249. neuen auftrieb erlebt das auf nd. gebiet teilweise noch lebendig gebliebene wort etwa seit der mitte des 18. jh.: die ständig problematischer werdende sociale situation drängt seit den 30er jahren in vielen staaten des reichsgebietes zu gesetzlicher neuordnung der städt. verhältnisse und bes. der handwerkerorganisationen [] (J. A. Ortloff corpus juris opificiarii2 1820 verzeichnet für 1731-1801 allein 81 neue zunft- und gildestatuten). mit der sache gewinnt das wort an interesse. der braunschweig. hofrat K. A. Schrader (1732-1780), an den gildeordnungen von 1765 nicht unbeteiligt, gebraucht es vielfach spielerisch: gildedichter scherze (1762) 1, 94; -muse 2, 252 u. ähnl. J. Mösers patriot. phantasien, einem anderen kerngebiet des gildewesens entstammend, unter Göthes starkem einflusz 1774 -1778 als buchreihe gedruckt, machen das wort gilde mit einem schlage in ganz Deutschland bekannt. Herder, 1771 in Bückeburg selbst in einem zentrum des wortraumes, und Göthe, zeitlebens ein verehrer Mösers, greifen es auf und verwenden es reichlich. damit geraten die bedeutungen von gilde, die jahrhunderte fest gelegen, ins flieszen, neue spielarten, bes. pejorativer art, treten hinzu, die umlegung ins geistige, übertragene greift platz, das wort tritt aus dem kreise hist.-rechtlicher bindung heraus: es wird literarisch. um 1850 erstarrt es wieder und wird teilweise, vor allem im übertragenen sinne, durch das ursprünglich oberdt. zunft abgelöst; nur in ironischer verwendung bewahrt es eine gewisse kraft. nach dem weltkrieg lebt es im bereiche romantisierender jugendbünde auf kurze zeit erneut wieder auf. AA. gilde bezeichnet eine in bestimmter form zu bestimmtem zweck zusammengeschlossene personengruppe. A@11) eine reihe im verlauf der dt. geschichte auftretender körperschaften, deren herkunft und wesen noch nicht in allen fällen restlos erforscht sind. allen ist, wechselnd ausgeprägt und im bereich sich vielfach überschneidend, eigen: verpflichtung, zumeist eidliche, der mitglieder zu gegenseitiger hilfeleistung und wechselseitigem schutz, unterwerfung unter eine gildegerichtsbarkeit, sorge für die bestattung verstorbener mitglieder, nach bestimmtem ritus vollzogene gesellige veranstaltungen: vgl. Hoops reallex. 2, 253 ff.; Kauffmann dt. altertumskde 2, 479 ff. und 1, 452f.; Haberkorn-Wallach hilfswb. f. hist. (1935) 213a. über reste der german. bundbrüderschaften, anord. fóstbrøðralag, sieh Liebermann gesetze der Angelsachsen 1, 66 und 99; v. Amira grundr. d. germ. rechts2 116; Pappenheim altdän. schutzgilden. als lateinische entsprechungen erscheinen in älteren quellen 'confratria', vgl.: de collectis, quas geldonias vel confratrias vocant Hincmar von Reims cap. 16 bei Migne patr. lat. 125, 777, 'fraternitas' (z. b. 1282, s. unten A 1 a β), vgl. dazu das ständige nebeneinander von gilde eder broderscop bei Schiller-Lübben 2, 110b, broderscop unde gilde unten bei A 1 b, vgl. auch unio seu societas sue ghylde (Münster 1354) Wehrmann lübeck. zunftrollen 24; in älteren vocabularien kommen vor: monopolium gilde (15. jh. nd. und md.) bei Diefenbach gl. 367a, ferner ghylde monopolium, consorcium v. d. Schueren Teuth. 65a V.; contubernium gülte voc. ex quo (1440 md.), ghelde voc. ex quo (15. jh. nd.) bei Diefenbach gl. 148a; eyn gheselschap, eyn ghilde gemma (1495 Köln) f 1b; collegium, contubernium gilde, gulde, gesellschaft Henisch (1616) 1621, vgl. mnd. ghilde contubernium, collegium Kilian (1605) 152a; tribus, sodalitium gill (gille, gilde) Kirsch cornuc. (1718) 2, 153b. in so allg. sinne ist das wort, unter wechselnder betonung der mit der sache von haus aus verbundenen charakteristika, in ältester und jüngster zeit belegt. schutz- und hilfsgenossenschaften sind die in karolingischen urkunden verschiedentlich erwähnten gelda, gildonia u. ähnl. (vgl. oben, dazu auch die 'coniurationes' [789] mon. Germ. hist. leg. II 1, 64 und 'conspirationes' [805] das. II 1, 124), die, mit ausnahme gewisser gemeinnütziger bünde, mehrfach verboten wurden. ein gelage (vgl. 'ebrietatis malum' a. a. o. II 1, 64) scheint dabei alt und wesentlich zugehörig, vielleicht als fortsetzung heidnischer opfergesellschaft (vgl. auch unten C): de sacramentis per gildonia invicem coniurantibus, ut nemo facere praesumat. alio vero modo de illorum elemosinis aut de incendio aut de naufragio, quamvis convenentias faciant, nemo in hoc iurare praesumat (779) mon. Germ. hist. leges II 1, 51; volumus, ut presbyteri et [] ministri comitis villanis praecipiant, ne collectam faciant, quam vulgo geldam vocant, contra illos, qui aliquid rapuerint (884) ebda II 2, 375. als schutz- und hilfsverband ähnlich in späterer zeit: of nu ein gildebroder sloge doet einen de buten der gilde were, und weren sine gildebroder darbi, schege dat bi dem watere, so schollen se eme schicken ein schip edder ein boot mit siner tobehoringe (Reval 15. jh.) Pappenheim altdän. schutzgilden 503; und roege de gilde nicht, dat is min rath, edder dat lest wort uel erger und kuath (Reval 1556) nd. jb. 31, 52; aus neuerer zeit vgl. bes. im holsteinschen übliche wendungen wie brand- und moeblegilde (1762) die heimat 9 (1899) 202; sieh auch Mensing schlesw.-holst. 2, 379. für die specielle hilfe beim begräbnis vgl. z. b.: item so giebt auch die gilde von ihrem eingekauften rotholz einem jeden gildebruder und seiner frauen für ihre person, wenn sie des todes verfahren, die tannenbretter zu ihrem sarcke (Amelinghausen 1634) v. Hammerstein-Loxten Bardengau 336. einen schutzverband meint gilde ferner in der bedeutung 'bauernschaft, landgemeinde': nota anno 1553, is eyn mandat uthgegangen van landfürstlicher overicheit, dat de olden gilden und der gilden unkosten uffgesath wurden (Ostbevern 1594) Sommer archiv f. kulturgesch. 7, 414 (nimmt bezug auf die aufhebung der ländlichen gilden in Westfalen im bezeichneten jahre); hist.-referierend vgl. dazu: wir wollen hier ... an den namen der gilde für die landgemeinde, der sich in Westphalen mehrfach erhalten hat, ... nur flüchtig erinnern Stüve wesen u. verf. d. landgem. (1851) 118. im einzelnen bezeichnet gilde A@1@aa) die städtischen berufsvereinigungen des mittelalters; vgl. Weider d. recht d. dt. kaufm.-gilden d. ma. A@1@a@aα) gilde wird dabei jenseits der erwähnten südgrenze im Rheinland abgelöst durch bruderschaft und gaffel ( v. Lösch Kölner zunfturkdn 1, 42* und 135*), von Hessen an ostwärts bis zur slaw. sprachgrenze durch innung, das im thür.-obersächs. stark gemischt ist mit werk, gewerk, handwerk; das obd. zunft (teil 16, 575) bleibt weiter im süden. vielfach, bes. in späterer zeit, tritt, veranlaszt durch gesteigerten handelsverkehr, z. t. wohl auch durch ortsfremde schreiber, mischung der verschiedenen bezeichnungen ein, vor allem auch im literarischen gebrauch der neueren zeit. die seit 1933 erschienenen handwerks- und gewerbeordnungen haben das wort im gesamten dtsch. reichsgebiet zugunsten von innung beseitigt: werken und gulden (Wittstock 1373) cod. dipl. Brand. I 1, 410; werck und gülde dher schumeker unser ebengenanthen stadt Freyenwolde (Frankf. a. O. 1414) das. I 12, 387; ampte, ghylde efte werke (1424) urk.-buch d. stadt Lübeck 6, 594; wohe aber dye selbigen in stheten sessen, ire handtwerge vorschosseten, innunge, gylde undt zunft thun undt halden musten (1500) stadtr. d. stadt Eisenach 82; die zünfften oder gilden und deren genoszen (Unna 1687) stadtrechte d. grafsch. Mark 3, 169; ähnlich: ... ward ... durch dem rath geordnet, das hinfort kein werck, zunfft oder gilde, solten zusammenkommen, morgensprache oder zechen halten, ohne des raths urlaub Schütz hist. rer. Pruss. (1599) 111a; gilden und gewercken gewisse masze vorgeschriben worden Micraelius altes Pommerland (1640) 3, 582; auch später: zünfte und gilden sind die schulen derselben (d. i. der erfindungen) gewesen Herder 14, 487 S.; wo blühen die zunftmäszigen innungen und gilden am vollständigsten auf? Fouqué gefühle, bilder (1819) 1, 227; 1304 erklärten die zunftmeister der verschiedenen gilden ... den adligen, dasz sie ... K. Fr. Becker weltgeschichte (1801) 5, 214; weg mit gilde, zunft und innung, weg mit allem rang und stand Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 4, 185; teilweise mit hinweis auf sachliche unterschiede: die 3 groszen gilden sind der ordnung nach folgende: die kauf-, schuster- und beckergilde, die 4 kleineren sind die knochenhauer-, schmiede-, schneider- und leinwebergilde. die übrigen handwerker machen, wenn ihrer 4-8 von einem gewerbe da sind, eine zunft aus Rüling beschr. [] d. stadt Northeim (1779) 62; dasz rath und gemeinheit, junge und alte, dasz zünfte und gilden sich die haare ausreiszen Alexis Roland (1840) 1, 18, 33; vgl. ähnliche unterschiede zwischen gilde und amt: gilde ist eine kleine zunft, deren glieder nicht zahlreich sind, denn eine starke gilde heiszet amt Strodtmann Osnabr. idiot. (1756) 72; vgl. auch (Unna 1750) stadtr. d. grafsch. Mark 3, 241 A@1@a@bβ) einzelne berufszweige; handwerker- und kaufmannsgilden: iura fratrum gilde et illorum, qui incisores panni actenus nuncupatur (Stendal 1231) cod. dipl. Brand. I 15, 8; (die kürschner in Höxter erhalten) ghildam sive facultatem eo jure vendicionis et emptionis quo antiquitus habuerunt (1280) Nitzsch nd. kaufgilden in: monatsber. d. preusz. ak. d. wiss. (1880) 385; mercatorum veteris civitatis Saltwedele fraternitati, que gilde theutonice nuncupatur (1282) cod. dipl. Brand. I 14, 30; ghilde der gherwere (1350) braunschw. urk.-buch 4, 348, 8; de gilden der koplude, beckere, wullenwevere, scomekere unde linenwanwevere der stat to Gotingen bekennen ... (1355) urk.-buch f. Niedersachsen 6, 187; der gewantsnider gylde in unser stad Tangermunde (1447) cod. dipl. Brand. I 16, 79; der becker, fleischhawer und schumacher gildten (Unna 1633) d. stadtrechte d. grafschaft Mark 3, 142; die vereinigung der bisher für sich bestandenen kaufmännischen gilden und innungen (1820) corpor. d. kaufmannschaft v. Berlin 619; ich möchte wohl ein bedenken der schneidergilde über den letzten cometen lesen Lichtenberg aphorismen 1, 133 lit.-denkm.; die gilde der goldschmiede, der sie (die arbeit) gezeigt wurde, erklärte mich für den geschicktesten gesellen Göthe I 43, 39 W.; herr Walther war seines zeichens eigentlich ein zirkelschmied gewesen, hatte sich aber hervorgetan in seiner gilde W. Hauff s. w. (1890) 2, 303; die groszstädtische bäckerinnung als die selbstsüchtigste, hochmütigste und bredalste (brutalste) aller Berliner gilden Gutzkow knabenzeit 124. häufig auch in zusammensetzungen: cramergülde (Lippstadt 1707) stadtr. d. grafsch. Mark 1, 115; fischergilde altpreusz. monatsschr. 17, 385 u. v. a.das oft gegensätzliche nebeneinander der verschiedenen gilden, insbesondere von kaufmanns- und handwerkergilden, mit meist unterschiedlicher rangwertung und rechtlicher stellung zeigt sich in bezeichnungen wie grosze und kleine gilde: confrater maioris gilde nostre (urkundl. ende d. 13. jh. Dortmund) bei K. Hegel städte und gilden (1891) 2, 366 anm. 1; mercatorum nostre civitatis maiorem fraternitatem, que thetunice grote ghilde dicitur, statuimus (1327 Höxter) ebda 2, 394 anm. 3; de erafftige gemene geselschop der groten gilde to Revel (1528) bei E. v. Nottbeck d. alten schragen d. groszen gilde zu Reval (1885) 76; anno 1610 fastelabendt ist disse grote companie der groten gilde einsz geworden (Riga 1610) Stieda-Mettig schragen 323; de broder uth der kleinen gilde (Riga nach 1542) nd. jahrb. 31 (1905) 47; das eigentum an gebäuden ... der groszen oder st. Mariengilde (kaufmannsgilde) und der kleinen oder st. Johannisgilde (handwerkergilde) geht auf die handels- und industriekammer bzw. ... handwerkskammer über (in Riga) dtsche allgem. zeitg. 10. 4. 1936; vgl. in diesem sinne auch groter und klener gildestove unten s. v. gildestube 3, sp. 7502; vgl. noch: in Nordhausen hat jeder bürger, welcher zu einer rathsfähigen gilde gehört, auch das recht, eine stelle im rath zu hoffen Fr. Chr. Laukhard leben u. schicksale 5, 213; und diese (kleineren) zünfte insgesammt machen mit andern in geringer zahl vorhandenen handwerkers, den ackerleuten, brauers und bödeners ohne profession die sogenannte gemeinheitsgilde aus J. Ph. Rüling beschreibung der stadt Northeim (1779) 62; im ndl. vgl. hoofd-, laage-, burger-, raadsgilden, grote gilde wb. d. ndl. taal 4, 2349. A@1@a@gγ) häufig in verbalen fügungen: nene gilden mach man verhogen (im rang hinaufsetzen) ane des rades willen noch nene gilden setten (gründen) (vor 1340) braunschw. urk.-buch 4, 554, 28; wer in der inninge sin wel und koufen sal unde kan er eyn hantwergk, daz sal er von stund verloben, [] sweren unde nidderlegen, die wile er sich der innunge unde gilde gebruichen (sich bedienen) wel (Kassel 1402) Doren kaufm.-gilden d. ma. 216; item tho sprekende umme de gesellen, de ziick mit vorzäte ut der henze gegeven hebben und in den steden liggen, dat me de ut den giilden wiise (ausstosze) (Reval 1425) livl. urk.-buch 7, 213; wenn ein angehender hauswirth sich zu einem gildebruder annehmen und in itztgedachter gilde einklopfen (unter bestimmten klopfzeremonien aufnehmen) läszt (Amelingshausen 1634) v. Hammerstein-Loxten Bardengau 337; in fester wendung auch von der gilde sein 'sein handwerk (beruf, obliegenheiten) verstehen': ja, die (Brunhilde, die die schiffe führt) ist von der gilde Müllner dram. w. 3, 66. A@1@bb) geistliche brüderschaften. sie führten, wie auch die schutzgilden und die handwerklichen vereinigungen, gern einen heiligennamen, bestanden, auch frauen einbeziehend, vielfach aus mitgliedern von gewerbegilden, waren teilweise auch mit einer solchen identisch; nach art des kaland (teil 5, 49) sterbekasse und geistliche institution zugleich, unterhielten sie altäre und priester, richteten das begräbnis ihrer mitglieder aus, bemühten sich um das seelenheil der verstorbenen und entfalteten reiche tätigkeit in der armenpflege (vgl. Weider a. a. o. 296 ff.): de erliken koplude ... wolden stichten unde maken mit hulpe framer lude woldath eyne ewige broderschop unde gilde in de ere gades, Marien, syner leuen moder, unde aller gades hiligen, unde sunderliken des hilligen truwen nothhulpers sunte Nicolaus, tho hulpe unde to trost der levendigen unde doden unde alle dergennen, de ere rechtferdige neringe soken to waterwarth, ... der leider vele van waters noth to deme dode komen ... unde sterven ungebichtet unde unberuwet (1401) urk.-buch d. stadt Lübeck 5, 731; do begunden frame lüde gode tho love ... tho ehren sunte Catherinen unde Dorotheen eine bröderschup und eine gilde tho haldende ... de in disse gilde hören, hebben in isslicken closter van den grauwen bröderen in dessen dren rieken twee ewige misse ... welk man, de tho Bergen stervet unde in de gilde höret, den schall man hahlen mit alle den gildenkerssen, besten boldyck und bringen one tho grave, dar he liggen wil (Bergen 1397) hans. urk.-buch 5, 153; (eine rente, die) den ersamen heren broderen unde zusteren der zelschup des hilgen lichams bynnen Oldenburch, de nu zint, unde eren nacomelingen yn derzulven gilde (verkauft wird) (1475) Oldenburger urk.-buch 4, 443; de andere marck ghiift (N. N.) vor sick unde ere frunde, den presteren des vrigdaghes na des hilghen lichames ghilde (ca. 1503) urk.-buch d. klost. Neuenwalde 224. häufig, bis in die neueste zeit, in kompositionen: Jacobigilde die heimat 38 (1928) 170; liebfrauengilde Mensing 2, 379. früher obd. beleg, aber aus dem ndl. übersetzt: zu solchem (mönchswesen) haben sie noch die h. bruderschafften, so man gilden nennet, gefügt als die bruderschaften von s. Rodio, von s. Hubrecht ... Fischart binenkorb (1581) 28b (1588, 25b: guolden; o. j., 25b: gulten). histor.-referierend: in derselben zeit und gegend (12. jh. i. d. Niederlanden) stiftete ein schmied Manasse eine gilde, wo zwölf männer die zwölf apostel vorstellten, ein mädchen aber die heilige jungfrau Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823) 3, 283. heute noch teilweise zur bezeichnung von begräbnisgenossenschaften und wohltätigkeitsvereinen: die (Pantaleons) gilde (in Lunden) hat aber nicht nur ihren wohltätigkeitssinn bis heute gepflegt, sondern auch in treuer pietät noch alle ihre alten papiere ... erhalten die heimat 5 (1895) 43. A@1@cc) vereinigungen zu geselligen zwecken, vorzugsweise die vielfach aus älteren gilden als wehrverbänden der städte hervorgegangenen (vgl. Fr. A. Redlich sitte u. brauch des livländ. kaufmanns [diss. 1935] 88) schützengesellschaften: in den vereinigten Niderlanden war vor jahren ein löblicher brauch, dasz in einer jeden stadt, freyheit oder groszem dorf etliche gülten, das ist, brüderschaften, aufgerichtet wurden, die sich auf gewisse feyertag übeten in ringen, fechten, schieszen und allerhand schöne spiel verrichteten Otho evangelisch. kranckentrost (1671) 302; die ehrbare gilde der bürgerschützen G. Freytag 13, 142; hauptsächlich [] als zusammensetzung: (ein buch) denen sämtlichen gildebrüdern der löblichen Bergenhusener schützengilde aus guter wohlmeinung frdl. verehret (1694) heimat 31 (1921) 72; vielleicht wie jetzt die sogenannten schützengilden nach der scheibe etc. geschossen haben Lessing 5, 253 M.; die schützengilde ist die erste und vornehmste aller gilden Krünitz 227 (1855) 183; zuweilen abschätzig gebraucht für militärische verbände und vereine mit schlechter haltung: die kompagnie steht wieder da wie eine schützengilde frh. v. Schlicht was ist los? 67; aber auch für neu entstandene reine vergnügungsorganisationen: in erwägung, dasz eine gilde blosz zur lust auch nur die flüchtigen vortheile der lust gewähre ..., haben wir unterzeichneten jungen leute im kirchspiel Lunden uns zu einer gilde, für welche der name Rosengilde beliebt ist, nach untenstehenden gildeartikeln vereinigt (1. hälfte 19. jh.) Cl. Harms verm. aufs. (1853) 80. A@22) übertragen auf andere personengruppen. A@2@aa) in hist.-refer. zusammenhang zuweilen von gildeähnlichen organisationen anderer zeiten und völker: Demosthenis rede von den gilden (seitenkopf, neben hauptüberschrift: von den zünften, für griech. τῶν συμμοριῶν) Reiske Demosthenes u. Aeschines reden 1 (1764) 289; hier gab es ... (nicht) die in den municipien nicht unansehnlichen auf das feuerlöschwesen bezüglichen gilden Mommsen m. staatsrecht 1, 267. A@2@bb) gewisse heimische berufsgruppen auszerhalb des alten gildewesens, auch lockerer von einer beruflichen gemeinschaft ohne äuszeren, formalen zusammenschlusz, sowie im hinblick auf die gleichartige beschäftigung allein (seit dem 18. jh.): die ruszigen (metallarbeiter), welche daselbst (in Nürnberg) noch heutiges tages eine grosze gilde ausmachen Göthe I 48, 153 W.; die luftschiffer haben sich, um subsistiren zu können, genötigt gesehen, sich an die gilde der luftspringer anzuschlieszen Lichtenberg verm. schr. 7, 36; die vorteile ..., welche die byzantinische gilde (deutsche maler) noch immerfort als überlieferung bewahrt, werden anerkannt Göthe I 49, 15 W.; ich wurde in ihre (der holzhacker) gilde aufgenommen, doch wuszte ich nicht, was die leute dabei dachten A. Winnig heimkehr (1935) 373; mit scherzhaftem unterton: (man begrüszte den künstler,) der sich nach allen seiten mit jener grazie verbeugte, die ein ausschlieszliches geheimnis von kunstreitern, seiltänzern und sonstigen angehörigen der lustigen gilde ist Spielhagen s. w. 2, 20; zwar hat soeben einer von der gilde (sc. der dichter) ein lied, das mir (der Fortuna) geweiht ist, angehoben Uhland ged. (1898) 1, 347; der junge mann ... trat also in die gilde der zeitungsschreiber Rosegger schr. III 3, 160; zuweilen ironisch: man ersieht daraus, dasz sie (die lebemänner) diesen beruf, viveur zu sein, nicht blosz als eine kunst, sondern auch wie eine geschlossene gilde betrachten Th. Mundt Paris u. Louis Napoleon 1 (1858) 155; künstler auf dem dudelsack, der schwegelpfeife und zither hatten sie (die landstreicher) unter ihrer gilde P. Dörfler der notwender (1934) 219; so spricht man wohl von der gefährlichen gilde der internationalen taschendiebe, der fassadenkletterer u. ä. A@2@cc) ohne die vorstellung einer gleichartigen beruflichen tätigkeit übertragen auf geistige gemeinschaften; häufig in ungünstigem sinn; isoliert bei Luther: wer solchs nicht kan, den solt man aus der schwermer zunfft und gilde werfen 23, 113 W.; aus späterer zeit: der neugierigen gilde führt böses im schilde W. Binder medulla prov. lat. (1856) 141; hierhin auch ohne den ungünstigen accent: jene unglücklichen vertriebenen fürsten, die ... nicht einmal in die bescheidene gilde tätiger wanderer aufgenommen werden könnten Göthe I 25, 188 W. A@2@dd) die verstockten zunftverhältnisse des 18. jh. führen zu dem abfälligen sinn 'enge, beschränkte, am alten über gebühr festhaltende gruppe von menschen': dasz auch hier brave menschen durch ehrgeitz, lebhafftes gefühl der pflicht [] getrieben etwas thun können, das nicht nach der gilde riecht, versteht sich von selbst Lichtenberg aphorismen 63 lit.-denkm.; in keiner gilde kann man sein, man wisse denn zu schultern fein; denn was sie lieben, was sie hassen, das musz man eben geschehen lassen; das was sie wissen, läszt man gelten, was sie nicht wissen, musz man schelten, althergebrachtes weiter führen, das neue klüglich retardieren Göthe I 3, 353 W.; auch wird der freie weltbürger sich schwerlich in eine enge gilde einzunften lassen Fr. Schlegel pros. jugendschriften 2, 135; und auch nimmts wunder noch, dasz euch, beim menschenbilden, der funk erlischt, noch eh er ist entglüht, und dasz, statt menschen ihr, ein bloszes volk von gilden und roh handwerkenden gelehrten zieht J. D. Falk a. d. erzieher d. 19. jh. 458 lit. denkm.; so oft mit vorliebe von gelehrten, deren tätigkeit als zu rein handwerksmäszig gescholten werden soll: warum musz ich meinen namen leihen, spricht die vernunft zu dem, was eine gilde (schule oder facultät genannt) oder was ein toller in ihr gesagt hat? Herder 21, 295 S.; ich kannte damals ... die beschränktheit der wissenschaftlichen gilden noch nicht, diesen handwerkssinn Göthe II 4, 304 W.; aber er hatte etwas aus den alten gewonnen, was die philologen von der gilde gewöhnlich zuletzt oder gar nicht lernen I 46, 99 W.; so übt schon seit zwanzig jahren die physiko-mathematische gilde gegen meine farbenlehre ihr verbotsrecht aus II 11, 101, 4 W. u. ö.; eine recht derbe schmähschrift auf die ganze gilde der ärzte Bremser mediz. parömien (1806) 101; jede ächte ... philosophische leistung wird auf die ihrigen (feinde) zu viel schatten werfen und überdies den absichten und beschränkungen der gilde sich nicht fügen A. Schopenhauer 2, 188 G.; die anpreisenden vorreden (zu einem buch) und die nachhalle davon aus allen kritischen hansen und gilden scheinen ... eine warnende rüge zu verdienen J. H. Voss mythol. briefe (21827) 1, 3. auch in zusammensetzungen: recensentengilde Fichte Nicolais leben (1801) 109. diese abfällig wertende funktion hat gilde sehr bald an zunft (s. d. II 2 b und 3 a, teil 16, sp. 577 f.) abgegeben, gilde hat seitdem ausgesprochen vornehmen sinn: ... gab mir ein gefühl der zugehörigkeit zur künstlerischen gilde des heimatlandes W. Schäfer erz. schr. (1918) 3, 38. A@2@ee) lockerer und unbestimmter in der bedeutung 'gruppe, schar, menge' überhaupt: es hat mit mir und der gratulantengilde eine ganz andre bewandtnis P. A. Schrader scherze (1762) 1, 149; und dein vor allen sei dies lied, das leichte, das du zuerst empfingst mit edler milde, versammelnd rings um dessen frühste beichte von fraun und männern eine schöne gilde Platen 1, 68 Redlich; bei einem lehrer ist von schülern eine gilde, die unterweiset er in gottesfurcht und milde Rückert ges. poet. w. (1882) 3, 411; dann streute ich ihren ruhm aus unter der reisenden gilde (: milde) ebda 11, 251; ... da lag er nun nach Griechenart auf einem holzstosz — rings die gilde trüber, erprobter freunde um ihn her geschaart Alfr. Meiszner ged. (1845) 137; nun riefen die jünglinge der stumpfen gilde (d. i. der versammelten bevölkerung) den namen des verehrten (in der stadt geborenen groszen philosophen) zu M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 1, 170. hierhin auch composita: hier schlummert sanft der väter heldengilde Reithard gesch. u. sagen a. d. Schweiz (1853) xi; denn zur gefangnen kam aus wald und feld hereingewandelt eine blumengilde Rückert w. (1882) 3, 176. gelegentlich mit dem unterton von 'partei, clique': im kaffeehause, wo er sich viel mit einem jetzt lange verstorbenen und vergessenen dichter aus der Novalis-Schlegelschen gilde, Ludwig Stoll, zu schaffen machte Grillparzer 20, 207 S. [] BB. gilde bezeichnet die mitgliedschaft in einer der unter A 1 aufgeführten gruppen; meist in festen wendungen gebraucht: die gilde (ge)winnen 'erwerben': ein unechte sone, de seck wol helt, mag wol eine gilde gewinnen (vor 1340) braunschw. urk.-buch 4, 554, 32; dy gulde und werk tu Berlin wynnet, di geft der stat 10 schill. (ende 14. jh.) Berlin. stadtbuch 30; ein becker, de wolde de gelde winnen (Hameln 15. jh.) nd. jahrb. 33, 3; der den brauergilde zu gewinnen gemeynet ist, soll bey den verordneten gildemeistern sich angeben (Rügenwalde 1645) Schott land- u. stadtrechte 2, 98; die gilde beginnen: we de gilde beginnet on vulbort der gildebroder, hefft de feste verschuldet (ca. 1350) braunschw. urk.-buch 4, 555, 8; sich der gilde annehmen: we sick overst der gilde annemen ane orloff der gildebroder, de breckt, als de gilde geset hefft ebda 4, 555, 6; die gilde haben 'besitzen': welik kopman emme sime vrunde, de der gilde nicht nehedde, lewant kopen wolde, de scal nemen van dem hunderde ses penninghe und nicht min (ca. 1352) urk.-buch d. stiftes u. d. stadt Hameln 1, 334; es sey den das er ein mitbürger ist und habe der fischer gülde (Marienburg 1394) altpreusz. monatsschr. 17, 305; (welches gildemitglied stirbt), des ehliche husfrauwe sal die vorgenante gilde halb habin von irs huswirts wegen (Kassel 1402) Doren d. kaufm.-gilden d. ma. 217; auch soll niemandt keiner der diese gielde hatt gesellschafft haben mit einem der die gilde nicht hatt (Königsberg 1538) altpreusz. monatsschr. 17, 317; niemand, so der kaufleute gilde nicht hat, soll macht haben, ... (bestimmte waren) zu lande heraus zu führen (Rügenwalde 1655) Schott land- u. stadtrechte 2, 90; würd aber jemand, der in vorgedachten schandthaten lebet, ... die gülde haben und behalten wollen (Lippstadt 1707) d. stadtrechte d. grafsch. Mark 1, 116; die gilde verkaufen: neyn man mach sine gilde verkopen (ca. 1350) braunschw. urk.-buch 4, 567, 23; die gilde verlieren: (wer gewisse dinge tut), de schal darmede verloren hebben gilde und borgerschap ebda 4, 553, 18; die gilde erwecken: sind aber die eltern oder voreltern eines solchen recipienden, schon mitglieder einer solchen gilde gewesen, so werden für die aufnahme nur 5 thaler bezahlt, und dieses heiszt alsdenn die gilde erwecken Rüling beschr. d. stadt Northeim (1779) 63. — vgl. auch wb. d. ndl. taal 4, 2356. — diese bedeutung ist nicht liter. geworden. CC. gilde bezeichnet seit alters und vielleicht anknüpfbar an seine heidnisch-rituellen ursprünge die gildeversammlung und das mit ihr verbundene gastmahl. belegt bereits in Altengland: in omni potacione, dacioni uel empcioni uel gilde uel ad quidlibet in hunc modum preparata, primo pax dei et domini inter eos qui conuenerint publica prenunciacione ponenda est et rogandum (1114—18) Liebermann ges. d. Angels. 1, 597. die nord. entsprechungen vgl. oben sp. 7485. in Deutschland seit dem 13. jh. nachzuweisen (vgl. auch Schiller-Lübben 2, 110b ff.); mit der sache aber vermutlich älter. als masc., ntr. und fem. (s. o. sp. 7485): wan so ein recht gilde is, unde man den mede bruowet, we so lange is in deme hove, dat water, honig unde hoppe to samene kuomet, de sal den mede helpen gelden, al ein he van dannen scheide (Nowgorod zweite hälfte d. 13. jh.) urk.-buch d. stadt Lübeck 1, 704; welk tyt dat men de gilde drinket (ende 13. jh.) Livl. urkd. nr. 593, 7. (ist der vorsteher) absens, quando gulda bibitur, (soll ein andrer gewählt werden) (Stendal 1328) cod. dipl. Brand. I 15, 85; alle jahr schall men twee nye schaffers kesen, alse de gilde gedrunken werd (Bergen 1397) hans. urk.-buch 5, 154; schal nemand untemeliken gan med suonen klederen in den gilde (15. jh.) bei Falck staatsb. mag. 4, 726; keyn bruderschafft ader gylde sal an der heyligen pfyngstfeyr, weynachten ader ander groszen feyrtagen mit quesszereye und tryncken begangen werden (1503) acten d. ständetage Preuszens 5, 473; da auch jemand unter den gildebrüdern in wehrender gilde einen hader, stänkerey und unlust anfangen wollte (Amelinghausen 1634) v. Hammerstein-Loxten Bardengau 337; zum fähndrich ist Johann Peters in Windbergen erwählet worden, und (hat) sein [] amt zum ersten mal der gilde 1762 ... überaus schön gemacht (1762) die heimat 9 (1899) 203; gilte et gülte saxonice etiam notat ein freudenfest, bacchanalia, liberalia, aliaque solemnia conventicula Stieler (1691) 658; Adelung 2, 689. auffällig in Nürnberg (gegen 1800): 'gild kleines mahl, welches bei geschenkten handwerken (sieh dazu teil 4, 2, 426 nr. 3) den fremden gesellen auf der herberge zum besten gegeben wird' Schmeller-Fr. 1, 895. in Ostpreuszen sind gillen die 'auf dem lande in den pfingstfesttagen allg. üblichen tanzvergnügungen' Frischbier sprichw. 1, 1279. ähnlich in Pommern gille, gilde 'eine trinkzusammenkunft der handwerker von einer zunft' Dähnert 152, in Angeln gill 'vielfach auch für beer (gesellschaft, belustigung, feier)' Mensing 2, 381. in Schleswig ist bis ins 19. jh. schulgilde ein lustiges fest, zu dem die schüler geschenke mitbrachten jb. f. landeskunde v. Schlesw.-Holst. 4, 270. für das fest einer schützengilde: kein wunder, dasz in diesen beschwerlichen zeiten an die feier von schützengilden nicht gedacht werden konnte heimat 31 (1921) 74, vgl. dazu D 1 b. lit. vereinzelt schon mhd.: man lîz blôz ir vleisch ûf dem gevilde den voglin und dem wilde zu spîslîchir gilde Nicolaus v. Jeroschin 9139 Str.; im 18. jh.: als hei (der knecht) de gill metheel carm. nupt. 4, 324b bei Frischbier 1, 233b. redensart: se maakt enen larm as wer dor gill Mensing 2, 380. s. auch gildebier und gildeschaft. im mnd. die feste wendung dat gilde denen 'den dienst, schmaus ausrichten für die gilde' in Dortmunder urkunden des 15.-16. jh.: do quemen die sess gilden semptlichen, die dat gilde gedient hadden up dat lohus (1482) bei Schiller-Lübben 2, 111a, daselbst weitere zeugnisse; ähnlich dat gilde brengen (1518) ebda.dazu als verbale ableitung gilden, ält. nd., 'ein gildegelage abhalten, schmausen': dat gi (die bierzapfer) ... vullen de vathe wedder up mit embeschem beyr unde geven vulle mathe unde nicht mede to lage sitten unde gilden (1438) urk.-buch d. stadt Hildesheim 4, 225; Lasch-Borchling 1, 2, 114. DD. zusammensetzungen. D@11) subst. bildungen, in geringer zahl bereits im 13. jh. vorhanden (vgl. gildehalle, gildehaus), nehmen bis zum 17. jh. ganz langsam (s. u.), im 18. jh. sprungartig zu. seitdem nur noch in histor.-jurist. fachsprache fruchtbar. in der kompositionsfuge vorherrschend -e-, daneben oft -en- (ohne bedeutungsunterschied, die zunahme erfolgt völlig parallel den -e-bildungen), ganz selten mit -es- (vgl. gildeshaus, gildesrat sp. 7498, 7500) oder ohne fugenformans gebildet (vgl. giltschap sp. 7501) (anordnung im folg. laufend nach -e-). eine ältere schicht (13.-15. jh.) umfaszt fast ausschlieszlich für das leben der gilde wichtige und mit ihrer eigenart eng verknüpfte begriffe (wobei ein teil der bildungen, dem mittelalt. verbreitungsraum des simplex entsprechend, auf nd. gebiet beschränkt geblieben ist; vgl. die zusammenstellung bei Lasch-Borchling 1, 2, 113 ff.): gildebaum (wörter ohne stellenangabe s. u. eig. artikel), gildebier, gildebrief, gildebruder, gildebuch, gildehalle, gildehaus, gildeknecht, gildemeister, gilderecht, gildestube sowie das für die ält. zeit als kompositum, nicht als ableitung zu wertende gildeschaft. eine jüngere schicht, hauptsächlich in urkunden des 18. jh. einsetzend, gibt vorzugsweise details des gildelebens wieder, eine erscheinung, die sich in wiss., bes. historischen, abhandlungen des 19./20. jh. wiederholt und zu neubildungen, bes. auch abstrakten, in unbegrenzter menge führt. im gegensatz zur fülle des wortbestandes ist dabei die lebenskraft der einzelnen wörter gering: die meisten sind nur wenige male, viele (bes. die Göthes) nur einmalig bezeugt. beispiele für einzelne begriffsgruppen: D@1@aa) personen: gildebote, -deputierter, -diener, -fischer, -genosse, -geselle, -glied, -leute, -rat, -schiffer, und die mannigfachen synonyma zu gildemeister wie: -herr, -könig, -obrist, -richter,
41053 Zeichen · 953 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gildestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    gilde stf. s. gülte.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gildeF., N., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +13 Parallelbelege

    gilde , F., N., M. nhd. Gilde, Gildeschmaus, offizielle Gildekost, Gelage, Fest, Gesellschaft, allgemeine Belustigung, B…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gilde

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Gilde , plur. die -n, ein Wort, welches in Niederdeutschland und den mitternächtigen Ländern am bekanntesten ist. 1)…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gilde

    Goethe-Wörterbuch

    Gilde die annähernd 40 Belege erst seit den 90er Jahren; der wesentl durch G eingeführte pejor Gebrauch des Wortes für e…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gilde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gilde , altsächs., Verein, Zunft, Innung.

  6. modern
    Dialekt
    Gilde

    Nachträge (Rheinisch) · +1 Parallelbeleg

    Gilde RhWB f.: das Wort ist urkdl. nur Klevld bezeugt, wo es auch heute noch resthaft bekannt ist. — Auch m. (persönl.) …

  7. Sprichwörter
    Gilde

    Wander (Sprichwörter)

    Gilde 1. Keine Gilde darf die andere brechen. – Graf, 504, 146. Bezieht sich auf die gegenseitige Unabhängigkeit verschi…

Verweisungsnetz

237 Knoten, 221 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gilde

324 Bildungen · 185 Erstglied · 138 Zweitglied · 1 Ableitungen

gilde‑ als Erstglied (30 von 185)

gildeacker

KöblerMnd

gilde·acker

gildeacker , M. nhd. Gildeacker, der Gilde gehöriges Ackerland dessen Ertrag an die Gemeinschaft geht Hw.: s. gildelant E.: s. gilde, acker …

gildeart

DWB

gilde·art

gildeart , f. : dasz man eben müsse nach zunft- und gildenart handwerken Schottel ethica (1669) 414 . —

gildeausschusz

DWB

gilde·ausschusz

gildeausschusz , m. , beisitzer, die dem vorstand der gilde zur seite stehen: Weider d. recht d. dt. kaufm.-gilden 10 .

gildebank

KöblerMnd

gilde·bank

gildebank , F. nhd. „Gildebank“ E.: s. gilde, bank R.: in den gildebenken sitten: nhd. „in den Gildebänken sitzen“, beim Gildebier sitzen L.…

gildebaum

DWB

gilde·baum

gildebaum , m. 1) leuchter, der als wesentliches zeichen des mit der gilde verbundenen ritus bei feierlichen gemeinschaftshandlungen verwend…

gildebêr

MNWB

gild·eber

gildebêr , n. , 1. Gildeschmaus, -fest, g. drinken. 2. ° gilde(n)bêr das den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier; das dem neugewä…

gildebier

DWB

gilde·bier

gildebier , n. 1) bei gilden (C) getrunkenes, auf gemeinsame kosten beschafftes bier: ouch sullen sy keyn gildebier vorbas mer trinken und s…

gildebôk

MNWB

gilde·bok

gildebôk , n. , Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch usw.

gildebôm

MNWB

gilde·bom

gildebôm , m. , der Gilde gehöriger Leuchter , Lichtbaum der bei Begräbnissen, Seelenfeiern u. a. benutzt war.

gildebote

DWB

gilde·bote

gildebote , m. , bediensteter einer gilde: die leistungen ( der gildegenossen ) kamen teils in die gildecasse, teils an den gildeboten, teil…

gildebrief

DWB

gilde·brief

gildebrief , m. 1) dokument, in dem die privilegien einer gilde schriftlich niedergelegt sind: die straffe, so in ihren zunfft- und gildebri…

gildebruder

DWB

gilde·bruder

gildebruder , m. 1) ' mitglied einer gilde'; urkundlich seit dem 14. jh.: des ( eisen ) mach he ( der schmied ) sineme geldebrodere wol late…

gildebrēf

KöblerMnd

gilde·brēf

gildebrēf , M. nhd. „Gildebrief“, Gildeprivileg, obrigkeitliche Bestätigung der Gildesatzungen, Gültbrief der Gilden Hw.: s. gildenbrēf E.: …

gildebrōder

KöblerMnd

gildebrōder , M. nhd. Gildebruder, Gildemitglied Vw.: s. mēde- Hw.: s. gildebōle E.: s. gilde, brōder W.: s. nhd. Gildebruder, M., Gildebrud…

gildebrōderische

KöblerMnd

gildebrōder·ische

gildebrōderische , F. nhd. Gildeschwester, weibliche Gildenzugehörige E.: s. gildebrōderisch, gildebrōder L.: MndHwb 1/2, 114 (gildebrôder/g…

gildebuch

DWB

gilde·buch

gildebuch , n. , enthält satzungen und protokolle einer gilde: alse dat gildebok uhtwiset ( Bergen 1397) hans. urk.-buch 5, 154; vorstehende…

gildebêr

LW

gilde-bêr, Gilde-gelage, -schmaus.

gildebēr

KöblerMnd

gilde·bēr

gildebēr , N. nhd. „Gildebier“, Gildeschmaus, Gildefest, das von den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier (Bedeutung örtlich besch…

gildebōde

KöblerMnd

gildebōde , M. nhd. „Gildebote“, Bote der Gilde, Amtsbote E.: s. gilde, bōde (1) W.: s. nhd. Gildebote, M., Gildebote, Bediensteter der Gild…

gildebōk

KöblerMnd

gilde·bōk

gildebōk , N. nhd. Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch E.: s. gilde, bōk (2) W.: s. nhd. Gildebuch, N., Gildebuch, DW 7, 7497 L.: MndHwb …

gildebōle

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gildebōle , M. nhd. Gildebruder Hw.: s. gildebrōder E.: s. gilde, bōle (2) L.: MndHwb 1/2, 113 (gildebôle), MndHwb 1/2, 185 (gülde), Lü 124a…

gildebōm

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gildebōm , M. nhd. der Gilde gehöriger Leuchter, Lichtbaum der bei Begräbnissen oder Seelenfeiern benutzt wurde E.: s. gilde, bōm W.: s. nhd…

gildebůle

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gildebůle , M. Vw.: s. gildebōle

gilde als Zweitglied (30 von 138)

andergilde

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ander·gilde

andergilde , Adj. nhd. billig, geringwertig (?) Vw.: s. un- E.: germ. *anþara-, *anþaraz, Adj., andere; idg. *anteros, Adj., andere, Pokorny…

beckæregilde

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beckære·gilde

beckæregilde , F. nhd. „Bäckergilde“, Bäckerzunft E.: s. beckære*, gilde L.: MndHwb 1, 191 (beckergilde) Son.: örtlich beschränkt

brandgilde

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brand·gilde

brandgilde , f. besser als das ungeschickte brandversicherungsgesellschaft.

brûwergilde

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brûwergilde , -gülde , f. , ( „ b. ofte inninge ” ) s. v. w.

brūwergilde

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brūwergilde , F. Vw.: s. brūwæregilde*

brūwæregilde

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brūwæregilde , F. nhd. „Brauergilde“, Gilde in der die brauberechtigten Bürger zusammengeschlossen sind Hw.: s. brūwæreambacht E.: s. brūwær…

dichtergilde

DWB

dichter·gilde

dichtergilde , f. genossenschaft der dichter, mit den zünften der handwerker verglichen. der als pilgrim dem Halberstädter parnasse entgegen…

elendengilde

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elenden·gilde

elendengilde , F., N. nhd. Gilde für die Elenden zur Unterstützung der Fremden E.: s. elende (3), gilde L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü…

Fastelabendsgilde

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fastelabend·s·gilde

Wossidia Fastelabendsgilde f. Fastnachtsgilde, Vereinigung zur Feier einer lustigen Fastnacht sowie die Feier selbst; sie werden schon 1516 …

gewerbsgilde

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gewerb·s·gilde

gewerbsgilde , f. , wissenschaftlicher terminus mit weiter bedeutung von gewerbe: aus und neben den schutzgilden entwickelte sich eine ander…

handwerksgilde

DWB

handwerk·s·gilde

handwerksgilde , f. : staaten und handwerksgilden haben ihre ungleichen perioden. Möser patr. phant. 1 (1798) s. 65.

jōhannesgilde

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jōhannes·gilde

jōhannesgilde , F. nhd. dem heiligen Johannes geweihte Brüderschaft Q.: UB Clarenbg. 254 E.: s. Jōhannes, gilde L.: MndHwb 2, 487 (Jôhannesg…

kindergilde

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kinder·gilde

kindergilde , F. nhd. Große Gilde zu Reval E.: s. kint, gilde L.: MndHwb 2, 559f. (kinderbedde/kindergilde) Son.: örtlich beschränkt

kindertāfelgilde

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kinder·tāfelgilde

kindertāfelgilde , F. nhd. „Kindertafelgilde“, Bruderschaft innerhalb der so genannten Kindergilde die eine regelmäßige Speisung der Hausarm…

knāpengilde

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knape·n·gilde

knāpengilde , f. , Zusammenschluß der Zunftgesellen, Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung .

knāpengilde

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knāpengilde , F. nhd. Zusammenschluss der Zunftgenossen, Zugehörigkeit zur Zunft E.: s. knāpe, gilde L.: MndHwb 2, 593 (knāpengilde), MndHwb…

Ableitungen von gilde (1 von 1)

ungilde

KöblerAe

ungilde , Adj. nhd. bußlos E.: s. un-, *gilde (2) L.: Hh 131