Gesellschaft auch -fft, selten -l-, gelegentl Kleinschr, auch abgekürzt ‘Ges.’, ‘Gesells.’, ‘Gesellsch.’. ‘Gesellschaft’ in Konkurrenz zu ‘Staat’ als kulturell u ökonomisch geordnetes Gemeinwesen ist im Wortgebrauch G-s vergleichsweise schwach ausgeprägt, doch treten zeitgenössische Problematiken wie die Spannung von Individuum u ‘bürgerlicher Gesellschaft’ od die Gesellschaftsideale der Frz Revolution auch literarisch in Erscheinung. ‘Gesellschaft’ manifestiert sich bei G überwiegend in der Vielzahl möglicher ‘Gesellschaften’1), darunter die zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, deren Mitglied G war. Diese konkreten Vereinigungen konstituieren sich vor allem auf der Grundlage freundschaftlich-geselliger od professionell-kollegialer Kommunikation u Kooperation, auch durch ästhetische u kulturpolitische Zielsetzungen, seltener im ökonomischen Bereich u im Medium traditionaler od normativer Verhältnisse wie Stand, Familie, Religion. A Zusammensein, Verbindung mit anderen Menschen (auch: Sachen, Tieren) 1 Umgang, Verkehr, Kontakt mit anderen [Lenardo in seiner Rede an die Auswanderer:] Doch was der Mensch auch ergreife und handhabe, der Einzelne ist sich nicht hinreichend, G. bleibt eines wackern Mannes höchstes Bedürfniß. Alle brauchbaren Menschen sollen in Bezug unter einander stehen GWB251,189,14 Wj III 9 [Alphons:] Es ist ein alter Fehler, daß er [Tasso] mehr | Die Einsamkeit als die G. sucht Tasso 244 [der Marchese:] Je älter er [der Vater] ward, desto abgeschnittener fühlte er sich von aller G. GWB23,263,17 Lj VIII 9 Alle Bücher stehen geheftet umher, und man findet den ganzen Tag über gute G. GWB30,87,26 ItR GWBB1,21,1 Cornelia 6.12.65 GWB251,136,9 Wj III 6 GWB39,182,15 Götz1 V uö 2 Gegenwart, Nähe anderer Menschen, best Personen (und die damit verbundene Unterhaltung, Anregung, Abwechslung) der Fürst ** der viel Geschmak an meiner G. findet, der hat mich gebeten .. mit ihm auf seine Güter zu gehen, und den schönen Frühling da zuzubringen AA85, 28 Werth1 II~Werth2 [Eduard zu Charlotte:] Am Ende bin ich in deinen Augen der Kalk, der vom Hauptmann, als einer Schwefelsäure ergriffen, deiner anmuthigen G. entzogen .. wird GWB20,54,5 Wv I 4 [Orest:] Sei gegen die G. des Verbrechers auf deiner Hut! GWB39,364,5 Iph1 III 1 Hier sind freundliche Blumen Sie für meine stumpfe Gesellschafft zu entschädigen GWBB3,217,5 ChStein 26.3.78 GWB17,61,27 TriumphEmpfindsamk V GWB18,170,9 Unterhaltungen GWB20,14,7 Wv I 2 GWBB1,179,24 Oeser 9.11.68 uö 3 Begleitung, Partnerschaft a Unterhaltung, Geselligkeit, bes auch ‘zur G.’ wenn man den einen [den Bräutigam] gern zur G. mochte, so wünschte man sich den andern [den Nachbarssohn] zum Gefährten GWB20,328,20 Wv II 10 [Wilh zum Abbé:] Dieser Antrag [Reisebegleiter des Marchese zu werden] verdient allerdings eine reifliche Überlegung .. Und ich sehe nicht .. warum ich, wenn ich einmal mein Vaterland sehen will, einen Italiäner zur G. brauche? GWB23,242,17 Lj VIII 7 [Postmeisterin:] Ich kenn’ sie [Lucie] nicht. Sie scheint von gutem Stande, aber ohne Vermögen; sie wird künftig der gnäd’gen Frau zur G. sein GWB11,141,7 Stella2 I [Meph zu Faust:] Wenn dir’s beliebt, so bin ich auch bereit | Dir zur G. hier zu bleiben; | Doch mit Bedingniß, dir die Zeit, | Durch meine Künste, würdig zu vertreiben GWBFaust I 1431 nur Wilhelm, der [nach dem Puppenspiel] aus G. mit [seinen Geschwistern zu Bett] mußte, lag allein, dunkel über das Vergangene, nachdenkend, unbefriedigt in seinem Vergnügen, voller Hoffnungen GWB51,10,23 ThS I 2 GWBB29,89,14 Zelter 19.3.18 GWBB11,241,4 Prz August [24.10.96] K uö ‘jdm ( .. ) G. leisten, halten’: jdm die Zeit vertreiben Auf dem Ball bis sechs heut früh, nur zwei Menuets getanzt, Gesellschafft gehalten einem süsen Mädgen, die einen Husten hatte GWBB2,304,22 Gfin Stolbg 20.[9.75] [Leonore:] Gar freundliche G. leistet uns | Ein ferner Freund, wenn wir ihn glücklich wissen Tasso 2448 GWB27,180,8 DuW 8 uö b Verbindung zu gemeinsamem Tun, Handeln, Leisten, Wirken; bes ‘in G. (mit)’: gemeinsam, zusammen, im Verbund (mit); auch ‘mit jdm in G. treten’, ‘mit jdm G. machen’: sich (mit jdm) zusammenschließen, verbinden Ubi homines sunt modi sunt; welches wir deutsch erklären, daß da wo Menschen in G. zusammen treten, sogleich die Art und Weise wie sie zusammen sein und bleiben mögen, sich ausbilde GWB251,65,5 Wj III 1 Es war als wenn meine Seele ohne G. des Körpers dächte GWB22,348,22 Lj VI SchöneSeele Die Vorsteherin der Pension .. hatte sich unter ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen schon lange nach einer Person umgesehen, die eigentlich mit ihr in G. träte, und zuletzt dem Gehülfen .. den Antrag gethan: er solle mit ihr die Lehranstalt fortführen GWB20,285,15 Wv II 7 vielleicht kann er [der erkrankte Sekretär John] mit Dr. Starke .. zur Rückreise [aus Karlsbad] G. machen GWBB23,421,12 Christiane 1.8.13 Freylich faßt der Kopf kein Kunstproduct als nur in G. mit dem Herzen GWBB11,266,1 Schiller 19.11.96 das Handwerk in G. des Handels GWB44,340,26 CellAnh X GWB16,193 Maskenz Aufz dWinters 54 GWB19,199,21 BrSchweiz I [für: insieme con] GWB43,314,1 Cell II 10 uö ‘in ( .. ) G.’ iSv zu mehreren, in einer Gruppe, im Team Überhaupt wäre es zu wünschen, daß die Deutschen .. sich .. gewöhnten, in G. zu arbeiten GWBN1,290,13 FlD 728 Anemone nemorosa zu Millionen belebt die tiefen Einsamkeiten, auch zieht sie sich auf abhängige sonnige Wiesenhügel, wo sie sich, in gleichfalls unzählbarer G. der Schlüsselblumen, gar lieblich ausnimmt GWBB33,15,8 August 3./5.5.20 Nun aber ist in G. alles leichter und glücklicher zu vollbringen als einem Einzelnen gelänge GWB252,29 Wj [nur 1821] GWB28,119,10 DuW 12 GWBB43,156,21 Varnhagen 8.11.27 GWBB28,244,14 Cotta 6.9.17 uö c ‘treue G.’ mBez auf die eheliche Verbundenheit [Pathos:] Ich sehe sie vor mir die würdigen Gatten .. in treuer G. ihr Leben hinbringen GWB131,54,13 Was wir bringen [1802] B Gesamtheit, Vereinigung von Personen, zusammenfassend für eine Anzahl, Gemeinschaft, Gruppe von Menschen (auch: Sachen, Tieren) 1 für eine(n) Personengruppe, -kreis a klassifizierend, nach best Merkmalen, Funktionen; häufig von einer Menge, Anzahl gleichartiger, ähnlicher Dinge; auch abwertend iSv Sippschaft [mBez auf eine Verbesserung der Erzaufbereitungsanlagen in Ilmenau] Die G. Rathgeber ist gestern angekommen GWBB10,295,19 Voigt 2.9.95 Eine G. Männer in der Sonntagstracht des gemeinen Volkes GWB32,252,19 ItR Imaginanten. Mit dieser G. sind unsere Freunde gar lustig umgesprungen GWB47,195,19 Samml 8 Er [der Staat] kann von der G. der Buchhändler verlangen, daß sie ein Exemplar jedes fremden Buches bey der Censur einreichen A2,421,14 Votum [Anf Jan 95] K Die meisten Docenten habe gesprochen .. wenn sie sich nur unter einander vertragen könnten! Da aber dieses in der ganzen Menschheit nicht zu liegen scheint; so wollen wir es auch nicht von dieser besonderen G. verlangen GWBB25,101,10 Voigt 13.12.14 GWBB31,236,25 Welden [17.?7.19] K GWB24,57,5 Wj I 4 GWBB25,240,12 Giech 31.3.15 K GWBN52,230,15 Fl Plp GWBN4,454,27 FlH VI Plp GWBN8,344 Morph Plp uö ‘schöne G.’ iron für unpassende Kombination von Dingen Ich habe heute mit der Arzney das holländische [die Schriften Peter Campers] vorgenommen. Eine schoene Gesellschafft GWBB6,406,19 ChStein 12.12.84 GWB17,56,15 TriumphEmpfindsamk V b Schar, Gruppe von Personen, die an einem Ort, in einem Raum, öffentlichen Transportmittel, Lokal uä (mehr od weniger) zufällig zusammentrifft; Publikum; auch ‘gemischte, bunte G.’ [betr Stegreifspiel der Schauspieler] Sie hatten angenommen, als wären sie eine G., die sich auf dem Postwagen zusammengefunden, im Wirthshause gegenwärtig abgestiegen .. sei GWB51,231,2 ThS III 8 Dieses Geschlecht [der Eisläufer] ist hinweg, zerstreut die bunte G. GWB1,360 VierJahresz 98 Ich [G] war .. genöthigt .. das Wirthshaus aufzusuchen, und mich in Tabak schmauchender, Glühwein schlürfender G. so gut als möglich zu trocknen GWB33,184,17 Camp Nun ist zu bemerken, daß unsre kleine G., wie sie sich den Husaren aufgedrungen hatte, zufällig zusammen gekommen aus den verschiedensten Elementen bestand GWB33,24,24 Camp Im Sommer sind die Bäder ein höchst erwünschter Aufenthalt. Von Westen her sind sie nicht besucht, meist nur von Osten und Norden. Darnach läßt sich auf die G. schließen, welche man antrifft GWBB22,103,9 Reinhard 8.6.11 GWB47,355,9 Üb:Frz satirKupferst GWBT8,288,25 v 7.8.22 uö ‘Schwall der G.’ für eine zudringliche Masse [Herbstaufenthalt in Castel Gandolfo] Hofrath Reiffenstein hatte für gut befunden .. daß wir zeitig hinausgehen sollten, um zu unseren Spaziergängen .. in’s Gebirg die nöthige Zeit zu finden, ehe noch der Schwall der G. sich herandrängte und uns zur Theilnahme an gemeinschaftlicher Unterhaltung aufforderte GWB32,120,8 ItR in resümierender Zusammenfassung, auch ‘die ganze, sämtliche G.’ iSv alle Dann aber laden sie [die Sirenen] die ganze G. [Ungetüme des Altertums] aufs dringendste sich in den mannigfaltigen Meeren und Golfen .. zu ergötzen; ein Theil der Menge folgt der lockenden Einladung und stürzt meerwärts GWB152,205 Helena Plp 1,150 Die ganze G. begab sich nunmehr auf die Güter, um sie zu besehen und den Handel abzuschließen GWB23,137,1 Lj VIII 1 nicht die ganze G. [Wilh, Felix, Fitz]: nur Wilhelm und Felix waren gefangen GWB24,64,11 Wj I 4 GWB24,323,12 Wj II 5 uö c Versammlung von Teilnehmern an (privat-)geselligen, öffentl-kulturellen od exklusiven Veranstaltungen wie freundschaftlichen Zusammenkünften, Spaziergängen, Landpartien, Jagdausflügen, Bällen, Redouten uä; auch mit charakterisierenden Attr wie ‘bunt glänzend, belebt, angenehm, heiter, freundlich, festlich geschmückt, ausgesucht, gemischt’; gelegentl zusammenfassend für die anwesenden Gäste, Besucher, Aufwartenden; einmal idVbdg ‘auf etw G. laden’ [G läßt durch Cornelia ein Neujahrsgedicht an den Großvater überreichen] mache wenn du kannst dass ihn Hr. Ohme Textor laut ließt. bemercke dann der ganzen Gesellschafft Gemühtsbewegungen und schreibe mir sie treulich GWBB1,30,14 Cornelia 12.12.[65] [G als Kind im Gartenzimmer seines Elternhauses] Da ich .. die Nachbarn in ihren Gärten wandeln .. die Kinder spielen, die G-en sich ergetzen sah .. so erregte dieß frühzeitig in mir ein Gefühl der Einsamkeit GWB26,16,11 DuW 1 Im Geiste der immer neuen Jenaischen Jugend werden die Abende gesellig hingebracht. Gleich Sonntags bin ich bey Lodern, bis 1 Uhr in der Nacht, geblieben, wo die G. gerade einige Kapitel historischer Kenntnisse aufrief, die bey uns nicht zur Sprache kommen GWBB16,12,9 Schiller 19.1.02 weil sie [Luciane] Aufsehn erregen wollte, so brachte sie das schöne blasse Kind [eine seelisch Kranke] .. eines Abends plötzlich in die bunte glänzende G. GWB20,266,18 Wv II 6 Der Diener .. führte .. unsern Freund [Wilh] in eine Galerie, worin bloß Porträte aufgehangen .. waren, alles Personen, die im achtzehnten Jahrhundert gewirkt hatten, eine große und herrliche G. GWB24,93,17 Wj I 6 Tgb 8.4.10 GWB21,267,4 Lj III 5~GWB52,123,27 ThS V 4 GWB21,40,7 Lj I 8~GWB51,34,14 ThS I 10 GWB29,24,2 DuW 16 GWBB27,343,21 Knebel 15.2.17 uö ‘geschlossene G.’ Was das Hazardspiel betrifft, so wäre solches vielleicht unter denen in Lauchstädt und Carlsbad sehr weise verfügten Einschränkungen zu erlauben: daß nämlich solches nicht öffentlich, sondern in geschlossener geheimer G. Statt finde GWBA(N13,336,31) Promem 22.11.12 GWBTgb 28.10.01 GWB422,526,15 MuR(1398) uö spezieller für die Teilnehmer an einem Tanz; als homogen handelnde Einheit [mBez auf die Wirkung der Tonarten auf die menschliche Natur] Der Mollton .. bewirkt jede Art von Concentration. Die Polonaisen sollen in diesem Tone geschrieben seyn .. weil die G. die hier das Subject vorstellt, sich concentriren, sich gern in einander verschlingen, bey und durcheinander verweilen soll GWBB25,310,21 ChHSchlosser 19.2.15 K Beilage zum 5.5.15 K häufig für Gäste-, Besuchergruppen zu Tisch Große G. zum Abendessen GWBTgb 6.10.18 G. aus dem Schauspiel zu Tische: Gräfin Henkel und die übrigen gewöhnlichen Gäste Tgb 27.10.19 zahlreiche G. zum Frühstück GWBB13,121,25 ChSchiller 18.4.98 eine G. zum Thee GWBB18,14,13 Voigt [1789? Korr SchrGG 53,547] uö für die Runde der zum Abendmahl versammelten Jünger Jesu die Voraussagung des Herrn, es werde ihn einer der mit zu Tische Sitzenden verrathen, regt die ganze G. urplötzlich gewaltsam auf GWB491,295,4 Üb:Giotto,LaCena [G/Meyer] uö(selten) iSv Publikum zu Frommanns, wo Methfessel Musik vor großer G. gab GWBTgb 22.5.18 die Übungen der freiwilligen Hauscapelle .. Donnerstags Abends Probe vor einigen Freunden .. Sonntags früh Aufführung vor großer G. GWB36,57,8 TuJ 1810 [betr Wallenstein-Aufführung] Da man in Weimar vor einer gebildeten und gleichsam geschlossenen G. spielt .. so wird ein solcher Versuch desto .. belehrender sein GWB40,8,8 WeimTheatSaal GWBB44,53,9 Nees 2.4.28 uö d Kreis von Freunden, Gleichgesinnten, Verwandten, Aktivisten α durch freundschaftlich-geselligen Umgang, gemeinsame Interessen, Ansichten, Vorlieben verbunden, auch für das Gefolge, den Anhang, die Anhänger, Entourage von jdm; häufig mit charakterisierenden Attr wie ‘geistreich, (un)gebildet, aufgeweckt munter, (ver)traut, lebendig, fröhlich, unterhaltend, belehrend’ ua; gelegentlich neben ‘Familie’; auch kategorial Wir sahen uns selten; seine [JMRLenz’] G. war nicht die meine GWB28,76,4 DuW 11 Die drey Schlosser und zwey Voße machen eine der wunderbarsten jungen G-en, die je zu meiner Kenntniß gekommen sind GWBB15,282,2 Jacobi 23.11.01 [betr den ‘Kopenhagener Kreis’ um Stolbg, FBrun ua] Es ist mir sehr lieb, daß .. Sie .. einen Begriff von dem christlich-moralisch-ästhetischen Jammer bekommen haben, der sich an den Ufern der Ostsee in der ohnmächtigsten Aufgeblasenheit versammelt. Es ist weder ein Bund noch eine G. sondern der höchste Grad von Schwäche, Armuth, Verworrenheit und Eigendünkel, der sie verbindet GWBB11,248,10 Meyer 30.10.96 Solltest du 14 Tage in Jena zubringen, so würdest du umkommen: denn wie kummervoll sich hier die Familien und G-en behelfen müßen, um eine Art von Unterhaltung zu haben, davon kannst du dir keinen Begriff machen GWBB20,328,14 Christiane 9.5.09 Frau von Necker lebte in sehr bedeutender Gesellschaft. Sie hatte Fontenelle gekannt, war genau mit Buffon verbunden, und eben so mit D’Alembert GWBN51,365,4 Fl Nachtr GWBB1,19,26 Cornelia 6.12.65 GWBB20,187,17 Christiane 25.10.08 GWBB33,20,11 CarlAug [7.5.20] K uö mit einer Person, Familie, Autorität als Mittelpunkt ein neuer Kreis [in Karlsbad] .. Fürstin Bagration, schön, reizend, anziehend, versammelte um sich eine bedeutende G. GWB36,17,11 TuJ 1807 Bald sehen wir um einen vorzüglichen Mann sich Freunde, Schüler, Anhänger, Begleiter, Mitlebende, Mitwohnende, Mitstreitende versammeln. Bald fällt eine solche G., ein solches Reich wieder in vielerlei Einzelnheiten auseinander GWBN3,146,20 FlH III GWBN12,235 NatH Vorbetr GWB28,271,17 DuW 14 uö für Hausgenossen, auch für das Modell der Erzählergesellschaft in den ‘Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten’; einmal idWdg ‘G. annehmen’ [der Abbé zu Wilh:] Der Baron läßt Sie ersuchen hier zu bleiben, einige Tage die G. zu vermehren und zu seiner Unterhaltung .. beizutragen GWB23,16,25 Lj VII 2 Zu .. der Zeit kaufte Baron Olthoff auf der Insel Rügen das Gut Bolwitz, wo er .. viel G. annahm, und nebst seinem jungen Spalding, die drei Gebrüder Dunker, seine Neffen, durch einen .. Hofmeister .. unter seinen Augen erziehen ließ GWB46,118,4 Hackert GWB24,70,18 Wj I 5 GWB23,294,27 Lj VIII 10 uö ‘G. der Gläubigen’ für eine Gemeinschaft von Christen GWB37,189,24 Zwo biblFragen ‘nächste G.’ für (vertraute, verwandte) Per sonen der engeren Umgebung Ich [Wilh] kenne die nächste G. GWB24,114,26 Wj I 6 β die Mitwirkenden an einer (privaten) Initiative, karitativen Aktion, Projektfinanzierung, Subskription, Festorganisation, Denkmalsstiftung uä, auch für die Mitwirkenden an Maskenzügen, Festspielen, Redouten(-aufzügen) od Karnevalsumzügen Da der Zug [Festzug zur Heimkehr des Herzogs Carl August aus den Befreiungskriegen] nur durch einen kleinen Theil der Stadt gehen wird und ihn doch jedermann gerne sehen würde, so wäre schön .. daß G-en sich zusammen thäten A(JbGG20,123) Promen 25.6.14 In Frankfurt am Main trat seit einem Jahre eine G. zusammen angesehener, reicher Personen, die mir ein Denkmal errichten wollen GWBB33,188,5 Schultz 1.9.20 [Vorfeier des Geburtstags der Herzogin Luise] zur gestrigen Redoute .. mußte der türkische Hof .. sein Compliment .. darbringen .. Eine andere G. hatte einen Zug von gemischten Masken aufgeführt GWBB11,16,7 Schiller 30.1.96 [betr Vorschläge gegen den Verfall der Redouten] Kommen obige Einrichtungen zu Stande, so hat eine G. sich verbunden an dem Tage auf die Redoute zu gehen, durch geistreiche Aufzüge, kleine Gedichte und andre anständige Unterhaltungen den Tag zu feyern GWBB30,123,10 TheaterKomm 10.1.09 GWB32,250,20 ItR GWB16,240,26 Maskenz 1818 Progr GWBB38,8,16 CReinhard 2.1.24 GWBB4,167,10 Carl Aug, AnnaAm, Hzgin Louise, Prz Constantin, Knebel, Wieland, CThDalbg 19.1.80 uö γ regelmäßiger geselliger Zirkel, auch wissenschaftliches od künstlerisches Kränzchen Leben Sie wohl beste Freundinn .. und wenn Sie einmal schreiben, so berichten Sie mir wie die Glieder der ehemahligen Sonntägigen Gesellschafft [wohl im Haus der Familie Breitkopf in Leipzig] jetzt unter einander stehen GWBB1,188,16 KSchönkopf 31.1.69 GWB26,70,28 DuW 2 uö für die 1791 von G initiierte ‘Freitags-Gesellschaft’ Die Freitagsgesellschaft hat wieder angefangen .. Ich habe den Gedanken gehabt, die vielerlei Zweige der Thätigkeit in unserm kleinen Kreise in ein Schema zu bringen, und will die G. bewegen, die einzelnen Notizen auszuarbeiten. Diese Kunst- und wissenschaftliche Republik sieht bunt genug aus und besteht, wie die deutsche Reichsverfassung, nicht durch Zusammenhang, sondern durch Nebeneinandersein GWBB10,342,19 WHumboldt [3.12.95] A2,197,23 Protokoll FreitagsGes 9.9.91 GWB35,68,14 TuJ 1796 uö für das 1801 von G gegründete ‘Mittwochs-Kränzchen’ im Stiftungsliede .. konnten sich die Glieder der G., als unter leichte Masken verhüllt, gar wohl erkennen GWB35,126,21 TuJ 1802 uö für die seit 1805 in G-s Haus tagende ‘Mittwochs-Gesellschaft’ Die .. aus dem Stegreif vorgetragene .. Übersetzung der Nibelungen hielt durchaus die Aufmerksamkeit einer edeln G. fest, die sich fortwährend Mittwochs in meiner Wohnung versammelte GWB36,45,8 TuJ 1809 uö für die 1807 von G gegründete Singgemeinschaft GWB36,57,23 TuJ 1810 für Tischgesellschaften, auch idVbdg ‘geschlossene G.’ Ich .. befand mich in dieser geschlossenen G. [Mittagstisch bei Schönkopfs] um so wohler, als mir die Tochter vom Hause .. sehr wohl gefiel GWB27,88,2 DuW 7 [betr G-s Straßburger Mittagstisch bei den Schwestern Lauth, dem JDSalzmann präsidierte] Ohne die äußeren Formen, welche auf Akademien so viel Unheil anrichten, stellten wir eine durch Umstände und guten Willen geschlossene G. vor, die wohl mancher andere zufällig berühren, aber sich nicht in dieselbe eindrängen konnte GWB27,255,16 DuW 9 GWB28,135,27 DuW 12 uö privater Lesezirkel Wir haben auf des Abbé Raynal histoire philosophique des Indes eine G. gegründet, die wöchentlich dreymal zusammenkommt und es durchlesen will. Wir nehmen die Karten dazu und ein ieder trägt zu Erklärung für die Damen das seinige bey GWBB5,320,2 Knebel 5.5.82 uö δ für den Mitarbeiter-, Herausgeberkreis, die Redaktion einer Zeitschrift, Zeitung uä [betr die neue JALZ] Das jenaische kritische Institut gewinnt viele active Theilnehmer. Eine solche G. wird nach und nach einer unsichtbaren Akademie ähnlich, die aus einer Menge geheimer Lehrstühle besteht, von wo herab sich so heterogene Naturen aussprechen, als immer auf einer sichtbaren Akademie geschehen mag GWBB16,365,24 Schelling 29.11.03 [betr die Zs ‘Le Globe’] Die Herren Globisten schreiben keine Zeile die nicht politisch wäre .. Sie sind eine gute aber eine gefährliche G. GWB422,486,3 Üb:LeGlobe [betr die Zs ‘Chaos’] Die G. der Redacteure und Theilnehmer hat sich neu gebildet und verlangt vierteljährige Beyträge GWBB49,150,22 Boisserée 24.11.31 GWBB2,13,23 Salzmann 3.2.72 uö e für: Milieu, Umgebung, soziales Umfeld, geistige Sphäre, bes auch ‘schlechte G.’ Wer früh in schlechter unbedeutender G. gelebt hat, wird sich, wenn er auch später eine bessere haben kann, immer nach jener zurücksehnen, deren Eindruck ihm .. geblieben ist GWB21,193,23 Lj II 9 [G-s Mutter zu G:] Es ist herausgekommen, daß du sehr schlechte G. besuchst und dich in die gefährlichsten und schlimmsten Händel verwickelt hast GWB26,332,3 DuW 5 es wäre für ihn [Schelling] und uns zu wünschen, daß er herbeygezogen würde; für ihn, damit er bald in eine thätige und strebende G. komme, da er in Leipzig jetzt ziemlich isolirt lebt GWBB13,188,20 Voigt [20.6.98] Sein [Wilhelms] Freund Shakespear .. hatte ihm einen Prinzen bekannt gemacht, der sich unter geringer, ja sogar schlechter G. eine Zeitlang aufhält, und, ungeachtet seiner edlen Natur, an der Roheit, Unschicklichkeit und Albernheit solcher ganz sinnlichen Bursche sich ergötzt GWB22,14,19 Lj IV 2~GWB52,172,17 ThS V 12 GWB39,126,3 Götz1 IV GWBB31,200,10 Gries 23.6.19 uö 2 für eine Bevölkerungsgruppe, -schicht: Angehörige der gebildeten, einflußreichen Stände, überwiegend ‘(die) gute, bessere, beste, höhere, noble, vornehme G.’, gelegentl neben ‘Welt’ od ‘Hof’; häufig zugl als Teilnehmer kultureller Veranstaltungen; gelegentl im partitiven Gen Der Einfluß der Societät auf die Schriftsteller nahm immer mehr überhand: denn die beste G., bestehend aus Personen von Geburt, Rang und Vermögen, wählte zu einer ihrer Hauptunterhaltungen die Literatur, und diese ward dadurch ganz gesellschaftlich und vornehm GWB28,59,4 DuW 11 in dem Casino der Villa [Mattei], findet sich die höhere G. zusammen; Cardinäle, Prälaten, Fürsten und Herren GWB32,300,10 ItR Sodann kehrte er [Batsch] nach Weimar zurück, wo ich ihn denn .. auf der Schrittschuhbahn, damals dem Versammlungsort guter G., mit Vergnügen kennen lernte GWBN6,108,24 BotanStudien [1831] Als vor vierzig Jahren Herr von Grimm sich in der damals ausgezeichneten geist- und talentvollen Pariser G. einen ehrenvollen Zutritt gewonnen und für ein Mitglied eines so außerordentlichen Vereins wirklich anerkannt wurde, beschloß er ein Tagesblatt .. zu versenden an fürstliche und reiche Personen in Deutschland, um sie .. von dem eigensten Leben der Pariser Cirkel zu unterhalten GWB411,145,3 Urteilsworte frzKrit II Gespr Eckerm 25.12.25 GWB22,165,21 Lj V 5 GWB24,272,17 Wj II 3 GWBB30,122,2 TheaterKomm 10.1.09 GWB16,386 Requiem frohstenManne redPers vor 34 uö mit Betonung ihrer konstitutiven moralischen, sprachlichen, modischen Standards, auch im Vergl Weil wir aber so erzogen sind, daß ein Mensch, der bei uns die Religion verändert, ein Abscheu ist, und in der G. kaum geduldet wird .. so ist es unmöglich, daß ich meinem Leben meine Religion ändere GWB46,147,1 Hackert Wir glaubten wirklich in guter G. zu sein, wo man für unschicklich hält, irgend eine Materie zu lange fortsetzen, oder wohl gar gründlich erörtern zu wollen GWB23,227,4 Lj VIII 6 Da ich aber bald empfinden mußte, daß die G. [in Straßb] gar manches an mir auszusetzen hatte, und ich, nachdem ich mich ihrem Sinne gemäß gekleidet, ihr nun auch nach dem Munde reden sollte .. so fing ich an lässig zu werden GWB27,62,20 DuW 6 Alles aber was man gute G. nennt, besteht in einer immer wachsenden Verneinung sein selbst, so daß die Societät zuletzt ganz Null wird GWB7,141,23 DivNot GWBN52,246,10 Fl Plp GWB27,63,23 DuW 6 GWB35,235,18 TuJ 1805 GWB23,161,6 Lj VIII 3 uö C Gemeinwesen, Gesellschaftsordnung, soziales Gefüge 1 Gesamtheit der Menschen in einer staatlichen, wirtschaftlichen, kulturellen Ordnung; häufig in grundsätzlichen analytischen od kritischen Überlegungen üb Konstitution, Prinzipien, Funktion der Gesellschaft, üb das Verhältnis des Einzelnen zum Allgemeinen uä; auch in Auseinandersetzung mit den Idealen der Frz Revolution In der G. sind alle gleich. Es kann keine G. anders als auf den Begriff der Gleichheit gegründet sein, keineswegs aber auf den Begriff der Freiheit. Die Gleichheit will ich in der G. finden; die Freiheit, nämlich die sittliche, daß ich mich subordiniren mag, bringe ich mit GWB422,234 1ff MuR(951) An diesem Unterschiede [zw Edelmann u Bürger] ist nicht etwa die Anmaßung der Edelleute und die Nachgiebigkeit der Bürger, sondern die Verfassung der G. selbst Schuld GWB22,151,17 Lj V 3 [Odoardo:] Wird der einzelne Besitz von der ganzen G. für heilig geachtet, so ist er es dem Besitzer noch mehr GWB251,217,5 Wj III 12 Abhandlung .. über den Dilettantismus .. Es soll darinn dargestellt werden sein Nutzen und Schaden fürs Subject sowohl als für die Kunst und für das Allgemeine der G. GWBB14,98,27 WHumboldt 26.5.99 K GWB48,247,18 Vorschlag,Künstlern Arb zu verschaffen GWB422,234,7 MuR GWB422,215,20 MuR(836) GWB422,233,11 MuR(949) uö als eine durch die Institution der Familie sittlich-normativ begründete Form des Zusammenlebens [Mittler:] Wer mir den Ehstand angreift .. wer .. diesen Grund aller sittlichen G. untergräbt, der hat es mit mir zu thun GWB20,107,4 Wv I 9 GWB36,284,6 BiogrEinzh in historischer Perspektive: für die in einer best Epoche Lebenden, an best Ereignissen Beteiligten In der jammervollen Iliade des dreißigjährigen Krieges spielt er [Hzg Bernhard vWeimar] eine würdige Rolle, läßt sich aber von jener G. nicht absondern GWB35,7,2 TuJ Bis 1780 iSv Öffentlichkeit, auch: Allgemeinheit, öffentliche Meinung An allen diesen Ereignissen [des Zeitgeschehens] nahm ich jedoch nur in so fern Theil, als sie die größere G. interessirten, ich selbst und mein engerer Kreis befaßten uns nicht mit Zeitungen und Neuigkeiten; uns war darum zu thun, den Menschen kennen zu lernen; die Menschen überhaupt ließen wir gern gewähren GWB29,69,2 DuW 17 GWB18,120,6u9 Unterhaltungen GWB18,121,9 Unterhaltungen 2 ‘die bürgerliche G.’ iSv societas civilis für die Gemeinschaft der Bürger, das geordnete (städtische) Zusammenleben; auch zusammenfassend für die Angehörigen des bürgerlichen Standes; häufig in (kritischer) Gegenüberstellung zur Natur, als Zwänge ausübende Ordnung, im Widerstreit mit dem Individuum Wir kennen die Empfindungen, die aus der bürgerlichen G. in die Einsamkeit führen, auf’s Land GWB37,285,12 FGA Geßner,Idyllen Mein Vater war jener Zeit einer der ersten, der seine Betrachtung, seine Sorge über die Familie, über die Stadt hinaus zu erstrecken durch einen allgemeinen wohlwollenden Geist getrieben ward .. Er sah die bürgerliche G., welcher Staatsform sie auch untergeordnet wäre, als einen Naturzustand an, der sein Gutes und sein Böses habe GWB251, 54,14 Wj II 11 Fand sich keine Gesellschaft von benachbarten Orten und Gütern .. so war das Gespräch wie das Lesen meist solchen Gegenständen gewidmet, welche den Wohlstand, die Vortheile und das Behagen der bürgerlichen G. vermehren GWB20,43,12 Wv I 4 O, der unnöthigen Strenge der Moral! rief er [Wilh] aus, da die Natur uns auf ihre liebliche Weise zu allem bildet, was wir sein sollen. O, der seltsamen Anforderungen der bürgerlichen G., die uns erst verwirrt und mißleitet, und dann mehr als die Natur selbst von uns fordert! GWB23,137,27 Lj VIII 1 [Crugant:] Wißt ihr die Bedürfnisse eines jungen Herzens, wie meins ist? Ein junger toller Kopf? Wo habt ihr einen Schauplatz des Lebens für mich? Eure bürgerliche G. ist mir unerträglich! Will ich arbeiten, muß ich Knecht sein; will ich mich lustig machen, muß ich Knecht sein GWB38,188,6 Claud1 DjG33,396,26 RAnw [3.9.73] AA13,15 Werth1 I = Werth2 GWB24,160,25 Wj I 9 uö 3 ‘die Europäische G.’ Diese drei [Montan, Lydie, Philine] zusammen, welche sich in der europäischen G. doch nicht ganz behaglich fühlen mochten, mäßigten kaum den Ausdruck ihrer Freude wenn von den dort [in Amerika] erwarteten Zuständen die Rede war GWB251,268,18 Wj III 14 4 ‘die menschliche G.’ für die Gesamtheit der Menschen, das (gesittete, zivilisierte) Zusammenleben aller Menschen ein bedeutendes Ereigniß [Felix’ Unfall] gab unserm Freunde [Wilh] Gelegenheit, sein erworbenes Talent [als Wundarzt] geschickt und glücklich anzuwenden und sich der menschlichen G. als wahrhaft nützlich zu erweisen GWB251,32,18 Wj II 9 Das dritte was mich beschäftigte waren die Sitten der Völker. An ihnen zu lernen, wie aus dem Zusammentreffen von Nothwendigkeit und Willkür, von Antrieb und Wollen, von Bewegung und Widerstand ein drittes hervorgeht, was weder Kunst noch Natur, sondern beides zugleich ist, nothwendig und zufällig, absichtlich und blind. Ich verstehe die menschliche G. GWBN6,132,12 MetamPfl Nachtr GWB35,187,8 TuJ 1804 uö iSv Zivilisation Zu Hochdorf .. wird heute Abend eine Komödie gegeben .. Es ist eine große Fabrik in dem Orte .. Der Unternehmer, der so zu sagen von aller menschlichen G. entfernt lebt, weiß seine Arbeiter im Winter nicht besser zu beschäftigen, als daß er sie veranlaßt hat, Komödie zu spielen GWB21,137,5 Lj II 3~GWB51,190,24 ThS III 1 D Veranstaltung, Zusammenkunft, geselliges, gesellschaftliches Ereignis; für öffentliche od private, auch exklusive Versammlungen, (repräsentative) Festlichkeiten; neben ‘Konzert, Ball, Theater, Tanz, Fest, Gasterei, Spaziergang’ ua; auch mit charakterisierenden Attr wie ‘groß, mittel, klein, bedeutend, freundlich, froh, sittig, glänzend, lustig, lebhaft, angenehm, musikalisch’ ua; häufig in Vbdgn wie ‘in (die) G. gehen, sein’, ‘G. haben’, ‘aus einer G. kommen’, ‘aus der G. bleiben’; auch Pl Ich mache hier große Figur! — Aber noch zur Zeit bin ich kein Stutzer .. In G-en, Concert, Comoedie, bei Gastereyen, Abendessen, Spazierfahrten so viel es um diese Zeit angehet [Korr GWBB50,203] GWBB1,14,24 JJRiese 21.10.65 Wenn Sie sich .. einen Goethe vorstellen können, der im galonirten Rock .. von ein Paar schönen Augen am Spieltische gehalten wird, der in abwechselnder Zerstreuung aus der Gesellschafft, ins Conzert, und von da auf den Ball getrieben wird .. so haben sie den gegenwärtigen Fassnachts Goethe GWBB2,233,8 Gfin Stolbg 13.2.75 [Adelin zu Werther:] Du hast Verdruß gehabt? .. der Graf hat dich aus der G. gewiesen AA83, 7 Werth1 II~Werth2 wenn der Vater in G-en, bei’m Spiel und durch zierliche Kleidung mehr als billig war ausgab, so wußte die Mutter .. dem gewöhnlichen Aufwande .. Gränzen zu setzen GWB18,192,20 Unterhaltungen Ich müßte das ganze damals lebende Göttingen nennen, wenn ich alles, was mir an freundlichen G-en, Mittags- und Abendtafeln, Spaziergängen und Landfahrten zu Theil ward, einzeln aufführen wollte GWB35,107,15 TuJ 1801 GWB411,370,11 Üb:Zelter,Liedersammlg GWB45,65,19 RamNeffe GWB47,132,15 Samml 2 GWBB19,246,4 Knebel 13.12.06 GWBB43,284,6 Zelter 20.2.28 GWBTgb 13.1.22 uö für regelmäßige Zusammenkunft, jour fixe Narciß vermied seit jener Zeit unser Haus, und nun gab mein Vater die wöchentliche G. auf, in der sich dieser befand GWB22,295,15 Lj VI GWBB50,35,23 JHSchopenhauer 21.2.10 uö in allgemeinen Äußerungen üb angemessene Umgangsformen, gutes Betragen, die Regeln gebildeter, kultivierter Geselligkeit u Kommunikation; überwiegend mBez auf Veranstaltungen gebildeter Kreise, höherer Schichten [die Baronesse:] Auf euren Zimmern, auf Spaziergängen und wo sich Übereindenkende treffen, eröffne man seinen Busen nach Lust .. Aber .. in G. laßt uns nicht vergessen, wie viel wir sonst schon .. um gesellig zu sein, von unsern Eigenheiten aufopfern mußten, und daß jeder, so lange die Welt stehen wird, um gesellig zu sein, wenigstens äußerlich sich wird beherrschen müssen .. Wie sehr hütete man sich sonst in der G. irgend etwas zu berühren, was einem oder dem andern unangenehm sein konnte! GWB18,114,11u26 Unterhaltungen [Charlotte:] die gute Pädagogik ist also gerade das Umgekehrte von der guten Lebensart. In der G. soll man auf nichts verweilen GWB20,280,12 Wv II 7 GWB24,113,21 Wj I 6 uö E Vereinigung von Personen zu einem gemeinsamen Zweck; auch Pl 1 institutionalisierter, durch Statuten konstituierter Zusammenschluß, Verein, Organisation; auch als Sammelbezeichnung für unterschiedliche Formen organisierter Verbindungen u im Hinblick auf ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung Die Lust einzelne G-en zu bilden, die Sie in Breslau bemerken, geht durch ganz Deutschland und deutet darauf hin, daß mehr Bedürfnisse vorhanden sind, als man von oben herein befriedigen, mehr Thätigkeiten, als man von oben herein dirigiren und nutzen kann .. alles Staaten im Staate, abgesonderte Kreise die sich berühren, durchschneiden, schätzbar durch allgemeinen guten Willen, gefährlich durch besondere Zwecke, unentbehrlich, weil jeder sich selbst zu helfen und zu schützen sucht GWBB31,96,23 FStein 11.3.19 K Auch für die Entwicklung Böhmens sind G-en und Anstalten höchst wirksam geworden, in welchen der Gemeingeist der Privaten mit dem Schutz und Beitritt der Behörden zu Kraft und Ansehen sich verbunden. Die böhmische Gesellschaft der Wissenschaften, die patriotisch-ökonomische Gesellschaft, die Gesellschaft des vaterländischen Museums, das polytechnische Institut, Actiengesellschaften und andre Vereine zu gemeinnützigen Zwecken zeigen sich nach den verschiedensten Richtungen thätig GWB421,38,3u7f Üb:Monatschr Böhmen [Varnhagen/G] GWBN13,449,13f NaturforscherBerlin GWBB38,317,13 Nees 20.3.24 Beilage zum 22.3.24 K GWB53,176,11 Üb verschZweige hiesigerTätigk [1795] uö für Geselligkeitsverein, Klub [betr wohl den bürgerlichen Club in Weimar] Da ich voraussehe daß ich .. künftig so wenig als bisher an den Zusammenkünften des Clubs werde Antheil nehmen können; so verzeihen mir gewiß die verehrten Mitglieder dieser G. wenn ich hiermit um meine Entlassung aus derselben nachsuche GWBB15,81,12 An? [Ende Jun 00] K uö(selten) für den Jakobinerklub [Schnaps:] Er [der Jakobiner] nahm mich in seine G. auf GWB17,268,11 Bürggeneral 6 für die Berliner Singakademie [betr improvisiertes Konzert am zweiten Weihnachtstag im Radziwillschen Palais] Daß du und deine treffliche G. auch an die Reihe gekommen, hatte ich gleich gehört GWBB31,44,23 Zelter 4.1.19 2 wissenschaftliche Sozietät, Akademie, (Kunst-)Verein; häufig mit Attr wie ‘gelehrt, tätig, hochansehnlich, trefflich, würdig, verehrt’ uä od in namenhaften Vbdgn wie ‘antiquarische, archäologische, mineralogische, ökonomische, naturforschende G.’ ua Seit langen Zeiten ist die Gewohnheit als löblich anerkannt, daß Schriftsteller auf dem Titel ihrer Werke sich der sämmtlichen Gesellschaften rühmen, von denen sie Mitglieder zu sein die Ehre haben .. so wird auch mir wohl erlaubt sein, hier ein- für allemal der würdigen G-en zu gedenken, die mich ihrer Aufmerksamkeit würdigen und in ihren theuren Kreis aufnehmen wollen2) GWB53,211,9 Gelehrter Gesellschaften dem Hg gewidm Diplome [betr die ‘Sozietät für die gesamte Mineralogie zu Jena’] Da unser Durchlauchtigster Herzog .. die neueren Statuten der G. zu confirmiren und sie dadurch zu einer öffentlichen, unter Ihro Schutz stehenden Societät zu erheben geruhten, so ist .. die Nutzbarkeit dieses Institutes .. gesichert worden GWBN10,203,23 MineralogGes [mBez auf den Plan zur 1819 gegründeten Gesellschaft für Deutschlands ältere Geschichtskunde] Es kann und wird immer etwas Gutes daraus entstehen, sobald sich irgendwo ein thätiger Mittelpunct festsetzt, andere zur Nachfolge reizt und mehrere solche Lebenspuncte sich in Rapport setzen. Und so würde sich nach und nach eine G. organisiren, welche jetzt aus vielen, aber zerstreuten Mitgliedern bestehend, nur eine unsichtbare Kirche macht GWBB27,183,8 CarlAug 2.10.16 Gelehrte G-en, sobald sie vom Gouvernement bestätigt, einen Körper ausmachen, befinden sich in Absicht der reinen Wahrheit in einer mißlichen Lage. Sie haben einen Rang und können ihn mittheilen; sie haben Rechte und können sie übertragen; sie stehen gegen ihre Glieder, sie stehen gegen gleiche Corporationen, gegen die übrigen Staatszweige, gegen die Nation, gegen die Welt in einer gewissen Beziehung GWBN4,129,15 FlH VI A (53,519,8) Votum 11.10.20 Plp GWB32,217,3 ItR GWBB26,306,7u9 Sturm 24.3.16 K [für: committee] GWB46,339,10 HackertNachtr GWBTgb 3.12.29 uö in Vbdg mit ‘eröffnen’ zugl (metonym) für die Räumlichkeiten und den Betrieb des Weimarer ‘Lesemuseums’ GWBTgb 15.11.30 für die ‘Académie Royale des Sciences’ [mBez auf Gauthiers Newton-Polemik] Diese gelehrte G. war nun schon so groß und mächtig, daß sie der Wissenschaft schaden konnte GWBN4,161,12 FlH VI GWBN4,113,8u18 FlH VI uö für die ‘Royal Society’ Kaum hatte König Karl der II. vernommen, daß eine Versammlung solcher ihm von jeher zugethaner Männer sich zu einer G. constituirt; so ließ er ihnen Bestätigung .. anbieten, und bekräftigte 1662 .. die sämmtlichen Statuten GWBN4,9,14 FlH VI GWBN4,17,4 FlH VI uö 3 Geheimbund, Loge, Orden, häufig ‘geheime G.’ Ich [G] endes unterschriebner verpflichte mich .. von denen mir durch den H. Hof- und Legationsrath Bode anvertrauten Sachen, meine Aufnahme in eine geheime Gesellschafft betr. gegen niemanden .. auf keine irgend mögliche Weise, weder durch Worte, Zeichen noch Blicke .. niemals nicht das geringste zu offenbaaren B(GJb 111,319) Loge Gotha 11.2.83 Der ganze Leim aller Orden, der Leim aller geheimen G-en ist der große Reiz, das Verbotene zu thun, Partei zu nehmen, Gesetz gegen Gesetz und womöglich Gewalt gegen Gewalt zu stellen. Jede geheime G. wird in unsern Tagen gefährlicher, weil der Allgemeingeist des Augenblicks mit tausend Zungen ausspricht, daß man kein Gesetz zu halten brauche, in das man nicht ganz freiwillig consentirt habe. Kein Staat soll keine geheime Verbindung dulden, alle öffentlichen begünstigen GWBA(53,286,8u11) Votum [Jan 92] K Übrigens fällt es mir manchmal ein daß man auf die Kunst eigentlich eine geheime G. fundiren sollte, wobey das Lustige wäre, daß sehr viele Künstler in die höhern Grade gar nicht kommen könnten, auch müßte man sie selbst dem Fähigsten nicht geben, sondern wenn er endlich dahin gelangte ihm nur erklären daß er sie erreicht habe GWBB15,198,23 Schiller 14.3.01 GWBB23,109,2 Ridel 5.10.12 uö für die ‘Turmgesellschaft’ in den ‘Lehrjahren’ Wilhelm war eben im Begriff Nataliens Gedanken .. zu erforschen, als auch über die geheimnißvolle G. von ihr Aufschlüsse zu begehren GWB23,168,27 Lj VIII 3 uö(ebd) 4 für den Bund der Auswanderer u die Vereinigung der Europäischen Siedler in den ‘Wanderjahren’, auch für ihre versammelten Mitglieder u abgespaltene Teilgruppen [Lenardo zu Wilh:] Ich kann Ihnen wohl .. einiges von der G. erzählen, deren Band zu sein ich mich rühmen darf. Niemand tritt in unsern Kreis, als wer gewisse Talente aufzuweisen hat, die zum Nutzen oder Vergnügen einer jeden Gesellschaft dienen würden GWB251,129,10 Wj III 6 Die Gesellschaft .. ist nun berechtigt dort Besitz zu nehmen, mitten in der vollkommensten bürgerlichen Einrichtung, von da sie als einflußreiches Staatsglied ihren Vortheil ersehen .. kann GWB251,264,10 Wj III 14 GWB251,60,21 Wj II 11 GWB251,188,18 Wj III 9 GWB251,215,11 Wj III 11 uö(ebd) 5 religiöse Gemeinschaft, Gruppierung Seit meiner Annäherung an die Brüdergemeine hatte meine Neigung zu dieser G. [Herrnhuter], die sich unter der Siegesfahne Christi versammelte, immer zugenommen GWB28,303,9 DuW 15 Um ihn [Neri] versammeln sich junge Männer .. Die kleine G. besaß noch kein eigenes Local GWB32,187,24 ItR GWB31,117,11 ItR [für: society] GWBN12,55,3 Üb:Howard uö(selten) ‘G. Jesu’ od ‘geistliche G.’: Societas Jesu diese große geistliche G. GWB30,8,11 ItR GWBN4,196,11 FlH VI uö (selten) 6 berufsständische Organisation, Korporation, Brüderschaft Die Steinmetzen .... Erkundigen wir uns nun nach den innern Verhältnissen dieser G., so treffen wir auf das Wort Hütte GWB341,198,8 KuARheinMain GWBB32,232,20 Rennenkampff 10.4.20 uö(selten) 7 Ensemble, Truppe von Schauspielern, Gauklern; gelegentl in namenhaften Vbdgn; häufig mBez auf die Weimarische Hof-Schauspieler-Gesellschaft; auch für die (versammelten, anwesenden) Mitglieder einer Truppe Auf dem neuerbauten Theater [in Leipzig] erhielt natürlicherweise das Schauspiel neue Aufmunterung und Belebung. Die Kochische G. hatte Verdienst genug, um das Publicum zu beschäftigen und zu unterhalten GWB36,226,10 BiogrEinzh Wollten Sie mir die Gesetze und Regeln welche bey Ihrer G. [Hamburger Bühne] in Übung sind mittheilen, so würden Sie mich sehr verbinden GWBB9,256,15 FLSchröder 6.4.91 [üb das Leipziger Theater] Übrigens ist nichts begreiflicher, als daß Liebhabertheater sich neben einer solchen G. recht viel einbilden dürfen GWBTgb 3.5.00 Vom Jahre 1784 bis 1791 gab die Bellomo’sche G. ihre fortdauernden Vorstellungen GWB40,73,1 WeimHoftheat GWB251,83,19 Wj III 3 GWB21,240,14 Lj III 1 GWB22,82,4 Lj IV 15~GWB52,241,4 ThS VI 10 GWBB11,181,2 Henriette Beck 4.9.96 K GWB21,141,4 Lj II 4~GWB51,197,6 ThS III 2 uö 8 Struktur eines Wirtschaftsunternehmens, für die Gemeinschaft der Vertragspartner u in der Benennung der Geschäftsform Die verehrliche Elberfelder G. GWBB43,254,1 EABeust 13.1.28 K A1,158,14 Votum [16.8.81] GWBN9,148,14 ZinnwaldeAltenbg uö → GWBAbendgesellschaft GWBAgrikulturgesellschaft GWB*AktienGesellschaft GWBBadegesellschaft GWBBergwerksgesellschaft GWBBibelgesellschaft GWBDamengesellschaft GWBDonnerstagsgesellschaft GWBFrauenzimmergesellschaft GWBFreitagsgesellschaft GWB*Freitagsabend-Gesellschaft GWBGartenkulturgesellschaft GWBHausgesellschaft GWBJournalgesellschaft GWBKlubgesellschaft GWBKünstlergesellschaft GWBKurgesellschaft GWBLebensgesellschaft GWBLeibrentengesellschaft GWBLesegesellschaft GWBLiebhabergesellschaft GWBMädchengesellschaft GWBMännergesellschaft GWBMaskengesellschaft GWBMenuett- GWBMittags- GWBMittwochs- GWBMontags- GWBMuseums- GWBNacht- GWBNaturforscher- GWBPicknick- GWBPrivat- GWBPunsch- GWBPuppen- GWBQuellen- GWBReise- Sang- und Klang- GWBSchauspieler- GWBSchiff- GWBSchützen- GWBSeiltänzer- GWBSing- GWBSpiel- GWBSprach- GWBTee- GWBTheater- GWBTisch- GWBVolks- GWBWander- GWBYork- GWBZwerg- Syn zu A GWBBegleitung GWBUmgang GWBVerkehr zu B1a und b GWBGruppe GWBSchar zu B1c GWBBesucher zu B1d GWBClique GWBGemeinschaft GWBGenossenschaft GWBKränzchen GWBKreis GWBSippschaft GWBZirkel zu C GWBGemeinheit GWBGemeinwesen GWBSozietät zu C4 GWBMenschheit zu D GWBAssemblee zu E GWBAssoziation GWBGemeinschaft GWBSozietät GWBVerbindung GWBVereinigung Zusammenschluß zu E1 GWBBund GWBGenossenschaft GWBKlub GWBVerein zu E3 GWBBund GWBKorporation GWBLoge GWBOrden zu E4 GWBGilde zu E6 GWBBrüderschaft GWBGilde GWBInnung GWBKorporation GWBZunft zu E7 GWBEnsemble GWBTruppe 1) Vgl dazu GeschichtlGrundbegriffe 2,815. 2) Die hier angesprochene Aufstellung der wissenschaftlichen Gesellschaften, deren Präsident od Ehrenmitglied G zwischen 1788 und 1829 wurde, ist abgedruckt in MA182,140—142; vgl auch den Komm 894—904. Bibliographische Hinweise zur Mitgliedschaft G-s in naturwissenschaftl Vereinigungen in: GSchmid, G und die Naturwissenschaften, 1940, 127—142. Das Belegmaterial gibt Aufschluß üb weitere, in der Liste nicht aufgeführte Mitgliedschaften G-s in wissenschaftlichen Gesellschaften, wie im ‘Archäologischen Institut in Rom’ (vgl GWBB47,49,23 August [29.]4.30 K), in der ‘Societas Regia Philomatica Varsaviensis’ (vgl GWBB47,36,3 Göttling 24.4.30) u in der 1826 gegründeten Berliner ‘Sozietät für wissenschaftliche Kritik’ (vgl GWBB42,92,5 Hegel u Varnhagen 15.3.27). Dorothea KühmeD.K.