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Gilde

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Gilde

Bd. 4, Sp. 226
Gildedie annähernd 40 Belege erst seit den 90er Jahren; der wesentl durch G eingeführte pejor Gebrauch des Wortes für ein beschränkt-handwerksmäßig verfahrendes, hermetisches Fachgelehrtentum vor allem iZshg mit der Farbenlehre (c)  a (aus dem Mittelalter stammende) städtische, handwerkl Berufsvereinigung, Genossenschaft; mit Betonung ihres (ursprünglich großen) techn-künstlerischen Potentials, von Handwerksgeheimnis u Brauchtum, auch von starker Autonomie, Selbstbezogenheit  die Baumeister des 13. Jahrhunderts [wirkten] auf ein ungeheures technisches Element .. Wo sind denn die Verbrüderungen der Steinmetze und Maurer .. geheime Überlieferungen der Meister und Gesellen? wo der tüchtige Sinn, der ihren G-n, Hütten genannt, das Leben gab? GWBB25,411 Catel [Apr 15] K  Der Byzantiner hatte Schulen oder vielmehr G-n der Mahlerei, der Mosaik, des Schnitzwerks GWB492,47,17 Externsteine  Die kirchlichen Feste .. wurden [im niederrhein Gebiet] zu eigentlichen Volksfesten, da so viele G-n und Brüderschaften ihre besondern Heiligen feyerten GWB342,29,12 KuARheinMain Plp  Die Hauptursache von denen in früherer Zeit vernachlässigt en öffentlichen Anstalten [in Frankf] ist wohl eben im Sinne der Unabhängigkeit der einzelnen G-n, Handwerke .. zu suchen GWB341,249,6 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckermann]  [für: arte] GWB43,39,25 Cell I 3 GWB28,190,18 DuW 13   b in erweiterter Verwendung für eine (handwerkl-)praxisorientierte Berufsgruppe; einmal zugl iSv Schule: ‘die byzantinische G.’  Die sogenannte Schönfärberei, welche sich nur zu einer vergänglichen Anmuth verpflichtete, ward eine besondre G. [innerhalb der Färberei] GWBN1,241,12 FlD 604  [Glasmachergewerbe] ist es auch die strengste G., die nie ihren Handwerkszwang aufheben wird noch kann: denn hier zeigt sich’s, was einer versteht und vermag .. wer Lehrling oder Meister sey GWBT8,295,19 v 15.8.22  wie in Byzanz alle Kunst mumienhaft geworden. Die Vortheile aber, welche die byzantinische G. noch immerfort als Überlieferung bewahrt, werden anerkannt GWB491,15,2 Anz:KuARheinMain GWB40,352,8 Üb:Wunderhorn bezügl des Verhältnisses von Fachleuten u Laien auch die Bed c umfassend  [iZshg mit Vorschlägen von JSKecht zur Verbesserung des Weinbaus] Es wäre das erste Mal nicht daß ein Laie eine ganze G. zu Schanden macht, aber auch nicht das erste Mal daß die G. des Laien gute Aperçus und Vorschläge unterdrückt GWBB44,269,23 Soret 13.8.28   c abschätzig, vereinzelt iron in Anwendung auf den Bereich der Wissenschaft: zur Kennzeichnung einer auf best Denkweisen, Methoden, Dogmen fixierten Gelehrtengemeinschaft, -schule; bes für die Vertreter der Newtonschen Physik, speziell seiner Farbentheorie; mit Hervorhebung des Handwerksmäßigen, des Erstarrten u Ignoranten  ich kannte damals .. die Beschränktheit der wissenschaftlichen G-n noch nicht, diesen Handwerkssinn, der wohl etwas erhalten [] und fortpflanzen, aber nichts fördern kann GWBN4,304,12 FlH VI Konfess dVerf  ich ließ mich [bei der Niederschrift der Farbenlehre] nicht irren daß die ganze physische G. [von Riemers Hand <Mitwelt K] in hergebrachten hohlen Chiffern zu sprechen gewohnt ist, deren Abracadabra ihnen die Geister der lebendigen Natur .. vom trocknen dogmatischen Leichnam abhält GWBB26,290,18 Schultz 11.3.16  übt schon seit zwanzig Jahren die physiko-mathematische G. gegen meine Farbenlehre ihr Verbotsrecht aus; sie verschreien solche in Collegien und wo nicht sonst GWBN11,101,4 MuR(zu 679f) GWBB49,228,17 Zelter 4.2.32 GWBN4,305,9 FlH VI Konfess dVerf für die herkömml verfahrenden, etablierten Angehörigen best anderer Fachrichtungen; ‘die Philologen von der G.’ iSv die Philologen von Profession  Der junge Schopenhauer .. Man muß abwarten, ob ihn die Herren vom Metier in ihrer G. passiren lassen GWBB24,44,19 Knebel 24.11.13  er [Winckelmann] hatte etwas aus den Alten gewonnen, was die Philologen von der G. gewöhnlich zuletzt oder gar nicht lernen, weil es sich nicht aus, sondern an ihnen lernen läßt — ihren Geist GWB46,99,16 Winckelm GWBB19,122,22 Eichstädt 19.4.06 GWB45,191,21 RamNeffeAnm   d in krit-iron Allgemeinaussage; mit Aufzählung typischer Untugenden (bes Forderung nach unbedingter Gefolgschaft)  In keiner G. kann man sein, | Man wisse denn zu schultern fein; | Das, was sie lieben, was sie hassen, | Das muß man eben geschehen lassen .. GWB3,353 ZXen VI 1627   e in Wj: für den (vorwiegend handwerkl tätigen, weltbürgerl u tolerant eingestellten) Bund der Binnen- u Auswanderer  [Lenardo:] die bescheidene G. thätiger Wanderer GWB251,188,7 Wj III 9   GWBDichter- GWBHandwerks- GWBSchneider- GWBSchützen- GWBSibyllen- GWBUniversal- GWBVerzierer-Syn zu a-c GWBZunft zu a und b GWBBrüderschaft GWBInnung zu a GWBGaffel GWBGesellschaft GWBVerbrüderung zu b und c GWBSchule zu c GWBGemeinde GWBKorporation zu e GWBBund GWBGemeinschaft GWBGesellschaft GWBOrdenMichael SchilarM.S.
4903 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gildestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    gilde stf. s. gülte.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gildeF., N., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +13 Parallelbelege

    gilde , F., N., M. nhd. Gilde, Gildeschmaus, offizielle Gildekost, Gelage, Fest, Gesellschaft, allgemeine Belustigung, B…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gilde

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Gilde , plur. die -n, ein Wort, welches in Niederdeutschland und den mitternächtigen Ländern am bekanntesten ist. 1)…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gilde

    Goethe-Wörterbuch

    Gilde die annähernd 40 Belege erst seit den 90er Jahren; der wesentl durch G eingeführte pejor Gebrauch des Wortes für e…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gilde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gilde , altsächs., Verein, Zunft, Innung.

  6. modern
    Dialekt
    Gilde

    Nachträge (Rheinisch) · +1 Parallelbeleg

    Gilde RhWB f.: das Wort ist urkdl. nur Klevld bezeugt, wo es auch heute noch resthaft bekannt ist. — Auch m. (persönl.) …

  7. Sprichwörter
    Gilde

    Wander (Sprichwörter)

    Gilde 1. Keine Gilde darf die andere brechen. – Graf, 504, 146. Bezieht sich auf die gegenseitige Unabhängigkeit verschi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gilde

324 Bildungen · 185 Erstglied · 138 Zweitglied · 1 Ableitungen

gilde‑ als Erstglied (30 von 185)

gildeacker

KöblerMnd

gilde·acker

gildeacker , M. nhd. Gildeacker, der Gilde gehöriges Ackerland dessen Ertrag an die Gemeinschaft geht Hw.: s. gildelant E.: s. gilde, acker …

gildeart

DWB

gilde·art

gildeart , f. : dasz man eben müsse nach zunft- und gildenart handwerken Schottel ethica (1669) 414 . —

gildeausschusz

DWB

gilde·ausschusz

gildeausschusz , m. , beisitzer, die dem vorstand der gilde zur seite stehen: Weider d. recht d. dt. kaufm.-gilden 10 .

gildebank

KöblerMnd

gilde·bank

gildebank , F. nhd. „Gildebank“ E.: s. gilde, bank R.: in den gildebenken sitten: nhd. „in den Gildebänken sitzen“, beim Gildebier sitzen L.…

gildebaum

DWB

gilde·baum

gildebaum , m. 1) leuchter, der als wesentliches zeichen des mit der gilde verbundenen ritus bei feierlichen gemeinschaftshandlungen verwend…

gildebêr

MNWB

gild·eber

gildebêr , n. , 1. Gildeschmaus, -fest, g. drinken. 2. ° gilde(n)bêr das den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier; das dem neugewä…

gildebier

DWB

gilde·bier

gildebier , n. 1) bei gilden (C) getrunkenes, auf gemeinsame kosten beschafftes bier: ouch sullen sy keyn gildebier vorbas mer trinken und s…

gildebôk

MNWB

gilde·bok

gildebôk , n. , Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch usw.

gildebôm

MNWB

gilde·bom

gildebôm , m. , der Gilde gehöriger Leuchter , Lichtbaum der bei Begräbnissen, Seelenfeiern u. a. benutzt war.

gildebote

DWB

gilde·bote

gildebote , m. , bediensteter einer gilde: die leistungen ( der gildegenossen ) kamen teils in die gildecasse, teils an den gildeboten, teil…

gildebrief

DWB

gilde·brief

gildebrief , m. 1) dokument, in dem die privilegien einer gilde schriftlich niedergelegt sind: die straffe, so in ihren zunfft- und gildebri…

gildebruder

DWB

gilde·bruder

gildebruder , m. 1) ' mitglied einer gilde'; urkundlich seit dem 14. jh.: des ( eisen ) mach he ( der schmied ) sineme geldebrodere wol late…

gildebrēf

KöblerMnd

gilde·brēf

gildebrēf , M. nhd. „Gildebrief“, Gildeprivileg, obrigkeitliche Bestätigung der Gildesatzungen, Gültbrief der Gilden Hw.: s. gildenbrēf E.: …

gildebrōder

KöblerMnd

gildebrōder , M. nhd. Gildebruder, Gildemitglied Vw.: s. mēde- Hw.: s. gildebōle E.: s. gilde, brōder W.: s. nhd. Gildebruder, M., Gildebrud…

gildebrōderische

KöblerMnd

gildebrōder·ische

gildebrōderische , F. nhd. Gildeschwester, weibliche Gildenzugehörige E.: s. gildebrōderisch, gildebrōder L.: MndHwb 1/2, 114 (gildebrôder/g…

gildebuch

DWB

gilde·buch

gildebuch , n. , enthält satzungen und protokolle einer gilde: alse dat gildebok uhtwiset ( Bergen 1397) hans. urk.-buch 5, 154; vorstehende…

gildebêr

LW

gilde-bêr, Gilde-gelage, -schmaus.

gildebēr

KöblerMnd

gilde·bēr

gildebēr , N. nhd. „Gildebier“, Gildeschmaus, Gildefest, das von den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier (Bedeutung örtlich besch…

gildebōde

KöblerMnd

gildebōde , M. nhd. „Gildebote“, Bote der Gilde, Amtsbote E.: s. gilde, bōde (1) W.: s. nhd. Gildebote, M., Gildebote, Bediensteter der Gild…

gildebōk

KöblerMnd

gilde·bōk

gildebōk , N. nhd. Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch E.: s. gilde, bōk (2) W.: s. nhd. Gildebuch, N., Gildebuch, DW 7, 7497 L.: MndHwb …

gildebōle

KöblerMnd

gildebōle , M. nhd. Gildebruder Hw.: s. gildebrōder E.: s. gilde, bōle (2) L.: MndHwb 1/2, 113 (gildebôle), MndHwb 1/2, 185 (gülde), Lü 124a…

gildebōm

KöblerMnd

gildebōm , M. nhd. der Gilde gehöriger Leuchter, Lichtbaum der bei Begräbnissen oder Seelenfeiern benutzt wurde E.: s. gilde, bōm W.: s. nhd…

gildebůle

KöblerMnd

gildebůle , M. Vw.: s. gildebōle

gilde als Zweitglied (30 von 138)

andergilde

KöblerAe

ander·gilde

andergilde , Adj. nhd. billig, geringwertig (?) Vw.: s. un- E.: germ. *anþara-, *anþaraz, Adj., andere; idg. *anteros, Adj., andere, Pokorny…

beckæregilde

KöblerMnd

beckære·gilde

beckæregilde , F. nhd. „Bäckergilde“, Bäckerzunft E.: s. beckære*, gilde L.: MndHwb 1, 191 (beckergilde) Son.: örtlich beschränkt

brandgilde

DWB

brand·gilde

brandgilde , f. besser als das ungeschickte brandversicherungsgesellschaft.

brûwergilde

MNWB

brûwergilde , -gülde , f. , ( „ b. ofte inninge ” ) s. v. w.

brūwergilde

KöblerMnd

brūwergilde , F. Vw.: s. brūwæregilde*

brūwæregilde

KöblerMnd

brūwæregilde , F. nhd. „Brauergilde“, Gilde in der die brauberechtigten Bürger zusammengeschlossen sind Hw.: s. brūwæreambacht E.: s. brūwær…

dichtergilde

DWB

dichter·gilde

dichtergilde , f. genossenschaft der dichter, mit den zünften der handwerker verglichen. der als pilgrim dem Halberstädter parnasse entgegen…

elendengilde

KöblerMnd

elenden·gilde

elendengilde , F., N. nhd. Gilde für die Elenden zur Unterstützung der Fremden E.: s. elende (3), gilde L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü…

Fastelabendsgilde

MeckWB

fastelabend·s·gilde

Wossidia Fastelabendsgilde f. Fastnachtsgilde, Vereinigung zur Feier einer lustigen Fastnacht sowie die Feier selbst; sie werden schon 1516 …

gewerbsgilde

DWB

gewerb·s·gilde

gewerbsgilde , f. , wissenschaftlicher terminus mit weiter bedeutung von gewerbe: aus und neben den schutzgilden entwickelte sich eine ander…

handwerksgilde

DWB

handwerk·s·gilde

handwerksgilde , f. : staaten und handwerksgilden haben ihre ungleichen perioden. Möser patr. phant. 1 (1798) s. 65.

jōhannesgilde

KöblerMnd

jōhannes·gilde

jōhannesgilde , F. nhd. dem heiligen Johannes geweihte Brüderschaft Q.: UB Clarenbg. 254 E.: s. Jōhannes, gilde L.: MndHwb 2, 487 (Jôhannesg…

kindergilde

KöblerMnd

kinder·gilde

kindergilde , F. nhd. Große Gilde zu Reval E.: s. kint, gilde L.: MndHwb 2, 559f. (kinderbedde/kindergilde) Son.: örtlich beschränkt

kindertāfelgilde

KöblerMnd

kinder·tāfelgilde

kindertāfelgilde , F. nhd. „Kindertafelgilde“, Bruderschaft innerhalb der so genannten Kindergilde die eine regelmäßige Speisung der Hausarm…

knāpengilde

MNWB

knape·n·gilde

knāpengilde , f. , Zusammenschluß der Zunftgesellen, Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung .

knāpengilde

KöblerMnd

knāpengilde , F. nhd. Zusammenschluss der Zunftgenossen, Zugehörigkeit zur Zunft E.: s. knāpe, gilde L.: MndHwb 2, 593 (knāpengilde), MndHwb…

Ableitungen von gilde (1 von 1)

ungilde

KöblerAe

ungilde , Adj. nhd. bußlos E.: s. un-, *gilde (2) L.: Hh 131