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Gilde

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
33 in 18 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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188
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90

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gilde f.

Gilde f.

Gilde f. ‘Zusammenschluß von Handwerkern, Kaufleuten’, mnd. gilde ‘Festschmaus, Festlichkeit (der Bruderschaften und Ämter), genossenschaftlicher Zusammenschluß für gemeinsame Leistungen, Bruderschaft (von Handwerkern, Kaufleuten, Glaubensgenossen), Zusammengehörigkeit, Schar’, mnl. ghilde, nl. gilde, anord. gildi ‘Bezahlung, Schmaus’. Der Ausdruck verbreitet sich, von den Gebieten an der Nord- und Ostsee ausgehend, seit dem 17. Jh. im gesamten dt. Sprachgebiet und stellt sich im Sinne von ‘Berufsverband’ neben gleichbed. md. Innung und obd. Zunft (s. d.). Gilde ist eine Bildung zu den unter gelten und Geld (s. d.) angeführten Wortgruppen (vgl. aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’), knüpft an deren alte Bedeutungen ‘opfern, erstatten, entrichten’ bzw. ‘Opfer, Abgabe, Bezahlung’ an und bezeichnet ursprünglich wohl eine heidnische Kultgemeinschaft, zu deren Opfermahlzeiten jedes Mitglied einen Beitrag zu leisten verpflichtet ist. In frk. Kapitularien des 8./9. Jhs. werden Nachfolger derartiger Genossenschaften (in latinisierter Form gildonium oder gelda genannt) offensichtlich auf Grund ihres heidnischen Ursprungs verboten. Die Bezeichnung geht jedoch auf andere Interessengemeinschaften und deren festliche Zusammenkünfte über. Ausführlich dazu de Vries Altgerm. Religionsgesch. 1 (²1956) 483 ff.
1348 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gildestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    gilde stf. s. gülte.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gildeF., N., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +13 Parallelbelege

    gilde , F., N., M. nhd. Gilde, Gildeschmaus, offizielle Gildekost, Gelage, Fest, Gesellschaft, allgemeine Belustigung, B…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gilde

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Gilde , plur. die -n, ein Wort, welches in Niederdeutschland und den mitternächtigen Ländern am bekanntesten ist. 1)…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gilde

    Goethe-Wörterbuch

    Gilde die annähernd 40 Belege erst seit den 90er Jahren; der wesentl durch G eingeführte pejor Gebrauch des Wortes für e…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gilde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gilde , altsächs., Verein, Zunft, Innung.

  6. modern
    Dialekt
    Gilde

    Nachträge (Rheinisch) · +1 Parallelbeleg

    Gilde f.: das Wort ist urkdl. nur Klevld bezeugt, wo es auch heute noch resthaft bekannt ist. — Auch m. (persönl.) in de…

  7. Sprichwörter
    Gilde

    Wander (Sprichwörter)

    Gilde 1. Keine Gilde darf die andere brechen. – Graf, 504, 146. Bezieht sich auf die gegenseitige Unabhängigkeit verschi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gilde

296 Bildungen · 185 Erstglied · 110 Zweitglied · 1 Ableitungen

gilde‑ als Erstglied (30 von 185)

gildeacker

MNWB

gilde·acker

gildeacker , m. , der Gilde gehöriges Ackerland , dessen Ertrag an die Gemeinschaft geht.

gildeart

DWB

gilde·art

gildeart , f. : dasz man eben müsse nach zunft- und gildenart handwerken Schottel ethica (1669) 414 . —

gildeausschusz

DWB

gilde·ausschusz

gildeausschusz , m. , beisitzer, die dem vorstand der gilde zur seite stehen: Weider d. recht d. dt. kaufm.-gilden 10 .

gildebank

MNWB

gilde·bank

gildebank , f. , in den gildebenken sitten beim Gildebier sitzen.

gildebaum

DWB

gilde·baum

gildebaum , m. 1) leuchter, der als wesentliches zeichen des mit der gilde verbundenen ritus bei feierlichen gemeinschaftshandlungen verwend…

gildebêr

MNWB

gild·eber

gildebêr , n. , 1. Gildeschmaus, -fest, g. drinken. 2. ° gilde(n)bêr das den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier; das dem neugewä…

gildebier

DWB

gilde·bier

gildebier , n. 1) bei gilden (C) getrunkenes, auf gemeinsame kosten beschafftes bier: ouch sullen sy keyn gildebier vorbas mer trinken und s…

gildebôk

MNWB

gilde·bok

gildebôk , n. , Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch usw.

gildebôm

MNWB

gilde·bom

gildebôm , m. , der Gilde gehöriger Leuchter , Lichtbaum der bei Begräbnissen, Seelenfeiern u. a. benutzt war.

gildebote

DWB

gilde·bote

gildebote , m. , bediensteter einer gilde: die leistungen ( der gildegenossen ) kamen teils in die gildecasse, teils an den gildeboten, teil…

gildebrief

DWB

gilde·brief

gildebrief , m. 1) dokument, in dem die privilegien einer gilde schriftlich niedergelegt sind: die straffe, so in ihren zunfft- und gildebri…

gildebruder

DWB

gilde·bruder

gildebruder , m. 1) ' mitglied einer gilde'; urkundlich seit dem 14. jh.: des ( eisen ) mach he ( der schmied ) sineme geldebrodere wol late…

gildebrēf

KöblerMnd

gilde·brēf

gildebrēf , M. nhd. „Gildebrief“, Gildeprivileg, obrigkeitliche Bestätigung der Gildesatzungen, Gültbrief der Gilden Hw.: s. gildenbrēf E.: …

gildebrōder

KöblerMnd

gildebrōder , M. nhd. Gildebruder, Gildemitglied Vw.: s. mēde- Hw.: s. gildebōle E.: s. gilde, brōder W.: s. nhd. Gildebruder, M., Gildebrud…

gildebrōderische

KöblerMnd

gildebrōder·ische

gildebrōderische , F. nhd. Gildeschwester, weibliche Gildenzugehörige E.: s. gildebrōderisch, gildebrōder L.: MndHwb 1/2, 114 (gildebrôder/g…

gildebuch

DWB

gilde·buch

gildebuch , n. , enthält satzungen und protokolle einer gilde: alse dat gildebok uhtwiset ( Bergen 1397) hans. urk.-buch 5, 154; vorstehende…

gildebêr

LW

gilde-bêr, Gilde-gelage, -schmaus.

gildebēr

KöblerMnd

gilde·bēr

gildebēr , N. nhd. „Gildebier“, Gildeschmaus, Gildefest, das von den Gildebrüdern beim Gildeschmaus gestiftete Bier (Bedeutung örtlich besch…

gildebōde

KöblerMnd

gildebōde , M. nhd. „Gildebote“, Bote der Gilde, Amtsbote E.: s. gilde, bōde (1) W.: s. nhd. Gildebote, M., Gildebote, Bediensteter der Gild…

gildebōk

KöblerMnd

gilde·bōk

gildebōk , N. nhd. Gildebuch, Statutenbuch, Rechnungsbuch E.: s. gilde, bōk (2) W.: s. nhd. Gildebuch, N., Gildebuch, DW 7, 7497 L.: MndHwb …

gildebōle

KöblerMnd

gildebōle , M. nhd. Gildebruder Hw.: s. gildebrōder E.: s. gilde, bōle (2) L.: MndHwb 1/2, 113 (gildebôle), MndHwb 1/2, 185 (gülde), Lü 124a…

gildebōm

KöblerMnd

gildebōm , M. nhd. der Gilde gehöriger Leuchter, Lichtbaum der bei Begräbnissen oder Seelenfeiern benutzt wurde E.: s. gilde, bōm W.: s. nhd…

gildebůle

KöblerMnd

gildebůle , M. Vw.: s. gildebōle

gilde als Zweitglied (30 von 110)

andergilde

KöblerAe

ander·gilde

andergilde , Adj. nhd. billig, geringwertig (?) Vw.: s. un- E.: germ. *anþara-, *anþaraz, Adj., andere; idg. *anteros, Adj., andere, Pokorny…

beckergilde

MNWB

becker·gilde

° beckergilde , f. , Bäckerzunft, b. hebben Amtsgerechtigkeit besitzen, b. (ge)winnen die Amtszugehörigkeit erwerben.

beckæregilde

KöblerMnd

beckære·gilde

beckæregilde , F. nhd. „Bäckergilde“, Bäckerzunft E.: s. beckære*, gilde L.: MndHwb 1, 191 (beckergilde) Son.: örtlich beschränkt

brandgilde

DWB

brand·gilde

brandgilde , f. besser als das ungeschickte brandversicherungsgesellschaft.

brûwergilde

MNWB

brûwergilde , -gülde , f. , ( „ b. ofte inninge ” ) s. v. w.

brūwergilde

KöblerMnd

brūwergilde , F. Vw.: s. brūwæregilde*

brūwæregilde

KöblerMnd

brūwæregilde , F. nhd. „Brauergilde“, Gilde in der die brauberechtigten Bürger zusammengeschlossen sind Hw.: s. brūwæreambacht E.: s. brūwær…

elendengilde

KöblerMnd

elenden·gilde

elendengilde , F., N. nhd. Gilde für die Elenden zur Unterstützung der Fremden E.: s. elende (3), gilde L.: MndHwb 1, 527 (elendenambet), Lü…

jōhannesgilde

KöblerMnd

jōhannes·gilde

jōhannesgilde , F. nhd. dem heiligen Johannes geweihte Brüderschaft Q.: UB Clarenbg. 254 E.: s. Jōhannes, gilde L.: MndHwb 2, 487 (Jôhannesg…

kindergilde

KöblerMnd

kinder·gilde

kindergilde , F. nhd. Große Gilde zu Reval E.: s. kint, gilde L.: MndHwb 2, 559f. (kinderbedde/kindergilde) Son.: örtlich beschränkt

kindertaffelgilde

MNWB

kinder·taffelgilde

° kindertaffelgilde, f. : Bruderschaft innerhalb der sog. „Kindergilde” (später „Großen Gilde”; Kaufleutevereinigung) die eine regelmäßige S…

kindertāfelgilde

KöblerMnd

kinder·tāfelgilde

kindertāfelgilde , F. nhd. „Kindertafelgilde“, Bruderschaft innerhalb der so genannten Kindergilde die eine regelmäßige Speisung der Hausarm…

knāpengilde

MNWB

knape·n·gilde

knāpengilde , f. , Zusammenschluß der Zunftgesellen, Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung .

knāpengilde

KöblerMnd

knāpengilde , F. nhd. Zusammenschluss der Zunftgenossen, Zugehörigkeit zur Zunft E.: s. knāpe, gilde L.: MndHwb 2, 593 (knāpengilde), MndHwb…

kôpgilde

MNWB

kop·gilde

kôpgilde , f. , Mitgliedschaft der Kaufmannsgilde , Recht Handel zu treiben (in Göttingen, Hameln ausdrücklich unterschieden von hense ).

kordewānæregilde

KöblerMnd

kordewānære·gilde

kordewānæregilde , F. nhd. Gilde der Korduanbereiter E.: s. kordewānære, gilde L.: MndHwb 2, 637 (kordewânêr[e]/kordewânergilde)

koufgilde

KöblerMhd

kouf·gilde

koufgilde , Sb. nhd. Kaufgilde Hw.: vgl. mnd. kōpgilde Q.: DRW (1358) E.: s. kouf, gilde W.: nhd. DW- L.: DRW

krāmæregilde

KöblerMnd

krāmære·gilde

krāmæregilde , F. nhd. „Kramergilde“, Gilde der Einzelhändler, Zunft der Einzelhändler E.: s. krāmære, gilde W.: s. nhd. Krämergilde, F., Kr…

körsenewrechtengilde

KöblerMnd

körsenewrechte·n·gilde

körsenewrechtengilde , F. nhd. Kürschnergilde, Kürschnerzunft, Zugehörigkeit zur Kürschnergilde E.: s. körsenewrechte, gilde L.: MndHwb 2, 6…

Ableitungen von gilde (1 von 1)

ungilde

KöblerAe

ungilde , Adj. nhd. bußlos E.: s. un-, *gilde (2) L.: Hh 131