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Geselligkeit

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Geselligkeit

Bd. 4, Sp. 71
Geselligkeitca 80 Belege  1 Zusammensein mit anderen, menschlicher Kontakt, gegenseitige Verbundenheit, Partnerschaft (zweier Menschen); mehrf iGz ‘Einsamkeit’   a iSv geistiger Austausch, fördernde Teilnahme, Zusammenarbeit; gewöhnl in den Bereichen (Natur-)Wiss u Kunst; auch in Vbdgn wie ‘mentale, ununterbrochene G., G. durch Briefe’  Die Freunde der Wissenschaften stehen auch oft sehr einzeln und allein, obgleich der ausgebreitete Bücherdruck und die schnelle Circulation aller Kenntnisse ihnen den Mangel von G. unmerklich macht GWB422,14,17 Freitagsges 9.9.91  Dieß [das erbetene Modell zur Entwicklung der Pflanze] soll mir mit Ihnen .. eine neue mentale G. werden, wie es jetzt schon durch die übersendete brasilianische Reise geworden ist. Bey Durchlesung derselben bin ich Ihnen immer zur Seite GWBB45,214,5 Martius 28.3.29 GWB35,109,12 TuJ 1801 GWBB48,231,10 GAChKestner 9.6.31 GWBN3,277,2 FlH V als (nützliche) Funktion freimaurerischer Vereinigungen  Ich will .. nicht läugnen, daß dieses maurerische Ordenswesen in großen Städten, auf große rohe Massen ganz günstig gewirkt haben und wirken mag. Auch an kleinen Orten, wie z. B. in Rudolstadt, dient eine solche Anstalt zu einer Form der G. GWBA(53,309,9) Votum 31.12.07 ‘geistige G.’ im Hinblick auf Kunstwerke: System geistiger Bezüge, Zusammenschau  [Idee zu einem Katalog Frankf Gemälde] Jede methodische Zusammenstellung zerstreuter Elemente bewirkt eine Art von geistiger G., welche denn doch das Höchste ist, wornach wir streben GWB341,111,6 KuARheinMain   b iS emotionaler Verbundenheit; einmal übertr auf Naturvorgänge (γ)  α freundschaftlicher Zusammenhalt, Anhänglichkeit, Zutraulichkeit; in Vbdgn wie ‘treue, freundliche, innere G.’  Obgleich ungern, doch aus treuer G., begleitete Tischbein mich heute auf den Vesuv GWB31,28,7 ItR  Eine innere G. mit Neigung, wie sie sich unter unseren Freunden erzeugt hatte, wird durch eine größere Gesellschaft immer nur unangenehm unterbrochen GWB20,103,10 Wv I 9 GWB20,147,24 Wv I 13  β iSv zärtliche Zweisamkeit  Singet nicht in Trauertönen | Von der Einsamkeit der Nacht; | Nein, sie ist, o holde Schönen, | Zur G. gemacht. | Wie das Weib dem Mann gegeben | .. GWB2,119 Singet nicht in Trauertönen 4  γ anthropomorphisierend mBez auf eine physikal-chem Verbindung  daß die .. circulirenden Gasarten die Eigenthümlichkeiten des Gebirgs auflösen .. verwandeln, zu Verwandtem G. verstatten GWBN10,86,10 Edelsteine   c für eine räumliche Konfiguration, Gruppierung von Personen, pl  [Versammlung zum Fest] Schon zeigen sich einzelne Figuren und G-en, als Schattenbilder am klaren Himmel, um die Capelle und auf dem Bergrücken GWB341,14,19 Rochusf   2 höflicher, freundlicher Umgang u Verkehr der Menschen, (kultiviertes) gesellschaftliches Leben   a als eine (jeweilige) Gesamtheit gesellschaftlicher u kultureller Aktivitäten, Ereignisse, Verhältnisse u Verpflichtungen; öfter iZshg mit Kuraufenthalten; in Vbdgn wie ‘die G. beleben, vermehren, fördern; lebhaftere, größere G.; der G. entbehren, entsagen’  [Augusts Verlobung mit Ottilie] ich darf .. darauf rechnen, daß diese Verbindung .. mich auch den würdigen Freunden wieder näher anknüpfen werde .. Schon seh ich im Geiste mein Haus der G. wiedergegeben GWBB27,307,10 Voigt 2.1.17 K  Jetzt finden Sie hier [in Weim] auch nicht sechs Menschen, die zusammen in einen geselligen Kreis paßten .. Darum entsage ich der G. und halte mich an die tête à tête. Ich bin alt genug, um Ruhe zu wünschen Gespr(He32,638) Kanzl Müller 6.6.30  Dem frischen jugendlichen Sinne ist der Zustand einer kleinen Stadt [Buchsweiler] sehr gemäß; die Familienverhältnisse sind näher und fühlbarer, das Hauswesen .. lädt uns ein zu freundlicher Theilnahme, die G. ist nothwendig GWB27,326,8 DuW 10  Ihren liebwerthen Brief aus Ems empfing ich in Carlsbad, wo aber Brunnencur, G. und hunderterley Zerstreuungen das Antworten ganz unmöglich machten GWBB29,295,11 Boisserée 26.9.18 GWB26,181,18 DuW 4 GWB36,182,8 TuJ 1820 GWBB39,263,23 Soret 25.7.25   b als (sozialethischer) Wert- u Normbegriff, in Reflexion menschlicher Dispositionen, Bedürfnisse, Einstellungen, Verhaltensweisen, bes auch G-s eigener  [aus Vicenza] Ich kan dir nicht sagen was ich schon die kurze Zeit an Menschlichkeit gewonnen habe. Wie ich aber auch fühle was wir in den kleinen Souverainen Staaten für elende einsame Menschen seyn müssen .. Den Werth der G. hab ich nie so sehr gefühlt GWBT1,231,4 v 25.9.86  [Ritter zum Grafen:] In jedes gute Herz ist das edle Gefühl von der Natur gelegt, daß es für sich allein nicht glücklich sein kann, daß es sein Glück in dem Wohl der andern suchen muß .. Unser Herz, das von Kindheit an nur in der G. sein Glück findet .. GWB17,179,7 GrCoph III 5  Lassen Sie uns dieses [Jahr] zubringen, wie wir das vorige geendigt haben, mit wechselseitiger Theilnahme an dem was wir lieben und treiben. Wenn sich die gleichgesinnten nicht anfassen was soll aus der Gesellschaft und der G. werden. Ich freue mich in der Hoffnung daß Einwirckung und Vertrauen sich zwischen uns immer vermehren werden GWBB10,226,8 Schiller 3.1.95 GWBB47,169,8 August 9.8.30 K GWB27,248,7 DuW 9 GWBB20,223,21 Knebel 25.11.08 Gespr(He31,48) Kanzl Müller 6.3.18 iSv Neigung zu gemeinsamem Wirken, Kooperativität; in Berührung mit 1a  G. lag in meiner Natur, deßwegen ich bei vielfachem Unternehmen mir Mitarbeiter gewann und mich ihnen zum Mitarbeiter bildete GWB422,153,13 MuR(327)1)   3 das (einzelne) gesellige Beisammensein, gesellschaftliche Ereignis; wiederholt pl  [Egm:] was wir an einem Abend in leichtem Übermuth der G. und des Weins getrieben und gesprochen GWB8,219,11 Egm II  [Verlobungsfeier] Wolfgang preis’t gleichermaßen eine glückliche Liebe; Reinhold die gegenwärtige festliche G. GWB411,160,14 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820]  Wie sie [Cornelia] nun die allgemeine Duldung des Guten, Menschlichen, mit allen seinen Wunderlichkeiten .. mit mir gemein hatte, so brauchte nichts Eigenthümliches .. sich vor ihr zu verbergen, oder sich vor ihr zu geniren; weßwegen unsere G-en .. immer mannichfaltig, frei, artig, wenn auch gleich manchmal an’s Kühne heran, sich bewegen mochten GWB29,100,10 DuW 18 GWB411,218,13 ÜbUrworte iSv Unterhaltung im geselligen Kreis  Ich vergnügte mich .. bekannten Melodien neue aus der Gegenwart geschöpfte Lieder zu heiterer G. [Unterhaltung Var] unterzulegen GWB36,25,19 TuJ 1807   4 iS einer historisch geprägten Lebensweise u kulturellen Praxis in einem best sozialen Verband, einem Gemeinwesen; einmal in nationalem Rahmen betrachtet ‘G. der Franzosen’  [Pompeji] ein Volk, welches, durchaus im Freien, in städtischer G. zu leben gewohnt GWB491,171,25 Üb:Zahn,Pompeji  Neben allem diesem wissenschaftlichen Bestreben hatte die Jenaische G. [<Societät] nichts von ihrem heitern Charakter verloren GWB35,139,7 TuJ 1802  Le Globe, wichtige Stelle von der G. der Franzosen und welchen Charakter sie nach der Revolution und nach dem Kaiserthum angenommen GWBTgb 1.9.262) GWB412,372,4 Üb:Livre des Cent-et-un GWBUn- GWBWinter-Syn zu 1 GWBbis 3 GWBGesellschaft zu 1 und 2 GWBGemeinschaft zu 2 GWBGesellschaftlichkeit GWBUmgang GWBVerkehr zu 3 GWBBeisammensein GWBZusammenkunft GWBZusammensein 1) Vgl Komm JJohn MA17,1268 für eine Synopse von Stellen, die G-s “kollektives Bildungsverständnis” zeigen. 2) In ‘Le Globe’, Nr. 76,3.3.25, p. 376, ist von “nos moeurs” (auch “usages”, “habitudes”) u deren Wandel in den letzten 50 Jahren die Rede; vgl auch HHamm: “Le Globe” u G. In: Weim Beitr 5,1977, bes 173f Georg ObjartelG.O.
7384 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gesêlligkeit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gesêlligkeit , plur. car. 1) Die Neigung oder Fertigkeit gern mit andern umzugehen, sich gern freundschaftlich zu ih…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geselligkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Geselligkeit ca 80 Belege 1 Zusammensein mit anderen, menschlicher Kontakt, gegenseitige Verbundenheit, Partnerschaft (z…

  3. Spezial
    Geselligkeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|sel|lig|keit f. (-) 1 compagnia (-ies) f. 2 (Unterhaltung) devertimënt (-nc) m. 3 (geselliger Abend) intratignimënt (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geselligkeit

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von geselligkeit 3 Analysen

ge- + sellig + -keit

geselligkeit leitet sich vom Lemma sellig ab mit Präfix ge-, mit Suffix -keit.

Alternativen: gesellig+-keit ge-+sell+-ig+-keit

geselligkeit‑ als Erstglied (2 von 2)

geselligkeitstrieb

DWB

geselligkeit·s·trieb

geselligkeitstrieb , m. neigung zu geselligem umgang: der erkünstelte geselligkeitstrieb verwischet auch oft alle fähigkeit zum selbstumgang…

Ableitungen von geselligkeit (1 von 1)

ungeselligkeit

DWB

ungeselligkeit , f. , mangel an geselligkeit und deren gth., insociabilitas, insociabilität, insociabilité, unsociableness u. s. w.; mnl. on…