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schmackostern

nhd. bis Lex. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmackostern verb.

Bd. 15, Sp. 900
schmackostern, verb.: habent etiam Borussi verbum schmackostern, quod significat obviam quarto post tres dies paschales oriente die venientes virgis caedere, sicuti juventus nostra facit quarta post ferias natalitias die, et kindelen, in memoriam innocentium puerorum ab Herode occisorum appellant Stieler 1402 (er stellt das wort richtig zu schmacken, schlagen). hess. schmakustern, auf ostern einem mit der rute begegnen (mit ersten grünenden birken), dann überhaupt die rute geben Pfister 258; sonst ist gebrauch und wort besonders den Ostdeutschen eigen. in Schlesien heiszt schmagôster, schmig-, schmeckoster, f. 'eine neunfach geflochtene, mit bandschleifen gezierte weidenpeitsche, mit der am zweiten ostertage langschläfer (besonders die mägde von den knechten) aus dem bette getrieben werden mit dem rufe: steh auf! ostern ist da!' Weinhold 85a, ebenso siebenb.-sächs. schmeckôster, schmeckuster Schröer 288a; in den russischen Ostseeprovinzen lautet der ruf schmeck ostern! schmeckostern! Pfister a. a. o. in der provinz Preuszen überraschen sich knechte und mägde, sowie die familienangehörigen in der frühe des zweiten (in manchen gegenden des ersten) ostertages mit schmackosterruten. arme kinder und frauen gehen in die häuser schmackostern und erhalten dort kleine geschenke Frischbier 2, 292a. Weinhold a. a. o. vermutet, dasz das wort aus dem slavischen entlehnt sei und weist hin auf poln. smigać, smagać, peitschen, smiga, smaga, peitsche. indessen ist schmacken, schlagen, altes deutsches sprachgut, auch die sitte eine deutsche (slavisch das begieszen mit wasser, das sich in deutsch-slavischen gegenden mit dem deutschen gebrauche verbindet und dann auch wol schmackostern heiszt Grimm myth.4 491, nachtr. 168). an die polnischen formen sind schlesisch schmagoster, schmigoster angelehnt. vom zweiten theile glaubt Weinhold, dasz er in volksetymologischer ausdeutung aus -astern, -ustern (vgl.klabastern, klabustern) entstellt sei. gegen diese annahme spricht der ruf schmeck ostern, schmack ostern, der das schlagen begleitet. aus dem rufe scheint dann das wort zusammengezogen zu sein. über die ursprüngliche bedeutung des schlagens vgl. Mannhardt myth. forschungen 113 ff. 155. 178.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schmackosternverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schmackostern , verb. : habent etiam Borussi verbum schmackostern, quod significat obviam quarto post tres dies paschale…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmackostern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmackostern , s. Ostergebräuche .

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schmack+ostern

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Cotta, M. (2026). „schmackostern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmackostern/dwb?formid=S12938
MLA
Cotta, Marcel. „schmackostern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmackostern/dwb?formid=S12938. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schmackostern". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmackostern/dwb?formid=S12938.
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