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zwiebel

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwiebel m. und f.

Bd. 32, Sp. 1129
zwiebel, m. und f. , cepa. herkunft und form. lehnwort aus dem romanischen, spez. dem italien., vgl. Frings Germ. Romana (1932) 92; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 198. lat. cēpula (in den glossen cepulla, cepolla, cipulla, cibulla, cibula, s. thes. l. lat. 3, 846), caepul(l)a; ital. cipolla, provenc. cebolla, span. cebolla, port. cebola. cepulla ist demin. zu lat. cepe (indekl. und n.), cepa, f. (in den glossen auch cipa, civa, cyba bei Goetz corp. gloss. lat. 1, 200), das noch nicht befriedigend erklärt ist, wohl entlehnung aus unbekannter quelle, östliches handelswort? verglichen wird κάπια. τά σκόροδα. Κερυνῆται Hesych; ein griech. *κήπη ist nicht bezeugt, s. Ernout-Meillet dict. étym.2 176; Walde-Hofmann lat. etym. wb. 1, 201. seit den ahd. glossen in vielfältig wechselnden formen belegt (s. unten). ci- wird durch -w- erweitert, vielleicht in anlehnung an zusammensetzungen mit zwi- durch frühe volksetymolog. umdeutung des fremdworts als ein compositum aus zwi- und bolle, m. und f., 'runder körper', die dann zugleich den gebrauch auch als masc. (s. u.) gegenüber dem roman. femin. nach sich gezogen haben könnte, s. bei Marzell a. a. o.; Lessiak z. gesch. d. dt. kons. (1933) 206 anm. 1, sowie oben s. v. ziebel teil 15, 891f. -b- im anlaut der zweiten silbe ist wahrscheinlich aus einer romanischen dialektform eingeführt; mit mehrfacher entlehnung und kreuzung musz gerechnet werden; die verbreitung der -p-, -b- und -f-formen läszt im wesentlichen drei wortgeographisch abzugrenzende hauptgebiete heraustreten (s. u.), im ostmd. kolonialgebiet durchkreuzen und überlagern sich die verschiedenen formen besonders bunt, vgl. Moser in: Paul-Braunes beitr. 37 (1912) 137; Lessiak a. a. o. 206 ff.; Marzell 1, 199; über die verteilung gegenüber lauch und ünne in den Rheinlanden vgl. Aubin-Frings-Müller kulturström. u. kulturprov. (1926) 32. für das nd. und nl. sind die -p(p)-formen ohne die -w-erweiterung bezeichnend, vgl. mnd. sipele Schiller-Lübben 4, 215; cypolle, sipolle, sypolle Gothaer mnd. arzneibuch 229 Norrbom, nd. zip(p)el und ziepel (z. b. Mensing schlesw.-holst. wb. 4, 760; ostfries. Stürenburg 338a; auch nordthür.: M. Schultze id. d. nordthür. ma. 47); westf. ssîpel, zîpel Woeste-Nörrenberg 237, 330; mnl. cipel, sipel (chibolle); zipolla auch für St. Gallen verzeichnet, vgl. Wartmann St. Gallischer volksbot. (1874) 9; ndl. siepel; vom nd. in die nordischen sprachen (die daneben laukr, løg 'lauch' haben) entlehnt, vgl. altdän. cipul (13. jh.; neudän. svibel vom nhd. entlehnt, s. Falk-Torp 2, 1215), mschwed. sipul (15. jh.), daher finnisch sipuli; näheres s. unter ziebel (teil 15, sp. 891) und bei Lessiak a. a. o. 206. zwipel und zwippel begegnen insbesondere in angrenzenden md. gebieten, z. t. in konkurrenz mit zwibel- und zwifel-formen: czwippeln Marienb. ämterbuch 23 Zies.; czwypollen (1422 Danzig) s. u. 1; zwippel Luther 7, 559 W.; zwippelsaft Mathesius Sarepta (1571) 144; schles. tswipl Jungandreas schles. zeitwortbild. 104; nordböhm. zwippel Frz. Tschernich dtsche volksn. d. pflanz. (1897) 10; an der Rhön zwüppel Schmeller-Fr. 2, 1174; zwippoln ahd. gloss. 3, 536, 43 (Wien. hs. d. 13. jh.); 537, 51 (Wien. hs. d. 13. jh.) u. ö.; zwipolle 3, 551, 26 (München. u. Innsbr. hss. d. 14. jh.) weist Lessiak a. a. o. 208 ins nordoberfrk., ostmd., ostfrk. sprachgebiet; vgl. noch czwippolle, zwippull (14. jh. md.) Diefenbach gloss. 113b. die alemann. maa. haben zi- im anlaut und -b-, vgl. ziebel; vereinzelt steht hier: ascalonia ein gattung zwybels Frisius dict. (1556) 124a. zwiefel zeigt das bair.-österr.: bair. zwiuolle ahd. gloss. 3, 579, 9 (Wien. hs. d. 12. jh.); 4, 214, 17 (Vorauer hs. d. 12. jh.); zwifullen bei Diemer dtsche ged. aus d. 11./12. jh. aus d. Vorauer hs. 43; Pinicianus prompt. (Augsb. 1521) bei Diefenbach gloss. 113b; zwifel Aventin bayr. chron. 1, 732 Lexer; zwiflacker (17. jh.) österr. weist. 5, 124; zwifelfisch (17. jh.) Schmeller-Fr. bair. 2, 1174; zwiffel J. J. Schwabe tintenfäszl (Kufstein 1745) a 6a; zwifl, zwiffel Stranitzky lust. reyszbeschr. 23 Werner; zwiefel Nestroy ges. w. (1890) 2, 82; zwifel Schmeller-Fr. bair. 2, 1174; Hügel Wien 201b; Schöpf tirol. 834; Lexer kärnt. 268; zwiefel Stieler ged. 1, 33 Reclam; tswīvols Tschinkel Gottschee 112; zwiefel auch im ostschwäb., s. Seutter hippiatria (Augsb. 1588) 17; Fischer 6, 1446; im thür. Hertel 267; s. Heinse Ardinghello (1794) 2, 173; Regel Ruhla 292; im obersächs., vgl. Müller-Fraureuth 2, 720; ferner Wenisch wortschatz der nordwestb. ma. 98a; zwifl Schiepek Egerl. ma. 289; im ostfränk., vgl. mit zwifelen städtechron. 2, 316 (Nürnberg 15. jh.); zwyffel voc. theut. (Nürnberg 1482) qq 6b; Hans Sachs 21, 169 K.-G.; C. Huberinus hauszucht (Nürnberg 1553) 132b; unterfränk. Ruckert 200; mainfränk. zwiefeln (1772) Göthe IV 2, 38; Cl. Brentano ges. schr. (1852) 2, 459. vereinzelt im ostpr., s. Frischbier 2, 495. bemerkenswert die form zwifal, seit den ahd. gloss.: czwisal (d. i. czwifal) 3, 108, 48 (München. hs. d. 15. jh.); zwival Konr. v. Megenberg buch d. nat. 256; 388; 418 Pf.; zwifal (1429), czwyfal (15. jh.) bei Schmeller-Fr. bair. 2, 1174; zwifal (15. jh. md. u. obd.) Diefenbach gloss. 113b; czwifal(l) (1432) nov. gloss. 85a; s. auch zwifalgarten (1414) sp. 1136, czwiffalsupp (1429) unten sp. 1140. zwiebel, zwiewel herrscht im nördlichen Schwaben, im westl. und nördl. Ostfranken und Rheinfranken bis in die Pfalz (z. t. neben zibel), im moselfränkischen und in teilen des ripuarischen, sowie im siebenbürgischen (vgl. Lessiak 207): in ahd. gloss. (nach Lessiak a. a. o. aus dem ost-und südrheinfrk.) zvibolla 3, 228, 43 (München. hs. d. 12. jh.); 3, 108, 47 (München. hs. d. 13. jh.); zwibollo 3, 228, 44 (Regensburg. hs. d. 12. jh.); zwibolle 3, 551, 27 (Regensburg. hs. d. 14. jh.); zwibolle Hugo v. Trimberg renner 9834 Ehr.; zwibel (1434) archiv Schwarzenberg in Mittelfranken bei Lexer mhd. 3, 1212; zwibel und zwebel in md. vocc. des 15. jh. bei Diefenbach gloss. 113b; nomencl. rer. domestic. (Nürnberg 1530) ebda. seit dem 16. jh. wird zwibel, zwiebel die schriftsprachliche form, bei Luther: zwibeln 33, 41 W.; 4. Mos. 11, 5 (neben zwibbel 37, 434 W. und zwippel s. o. sowie vereinzelt zuppel 7, 559, 12 W.). die formen mit -w- erstrecken sich in einem breiten streifen über das nordschwäb., fast das ganze westmd. und das obersächs., vgl. Fischart Gargantua 48 ndr.; Niebergall dram. w. (1894) 253; Fischer schwäb. 6, 1446; Autenrieth pfälz. 157; J. Nieszen rhein. volksbotan. (1936) 176; Schön Saarbrücken 236; Christa Trier 226; Crecelius oberhess. 940; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 720. siebenbürgisch: zwaibel M. Schuster pflanzenn. in: korr.-bl. d. ver. f. siebenbürg. landeskde 26 (1903) 28; zwibbel, zwiwwel Kisch vgl. wb. d. Nösner u. moselfrk. ma. 255b. rundung des -i- zu -ü- begegnet häufiger im alemann.: zübellen (Schwarzwald 13. jh.) dtsche pred. d. 13. jh. 2 (1846) 123 Grieshaber; der zwúbel Österreicher Columella 2, 259 lit. ver.; zübel Keisersberg brösamlin (1517) 2, 53c; zübeln Fries spiegel d. arznei (1518) 40a; zübeln Ziegler büchl. v. d. leib (1525) a 2a; zübel Zimmer. chron. 2, 604 B.; zwüblen Münster cosmogr. (1550) 213; H. Salat 34 Bächtold; züblen Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 18b; vgl. Stucki Jaun 116; sonst z. b. zubullo ahd. gloss. 3, 487, 7 (Wiener hs. d. 11. jh.); die guten zwüfel Lindener katzipori 67 lit. ver.; zwüppel an der Rhön Schmeller-Fr. 2, 1174. vereinzelt bleiben zwobel (1468) Joh. Wolff beichtbüchlein 8 Batt.; zwobeln hortus sanitatis german. (Mainz 1485) 103; zwobel (voc. rer. 15. jh. md.) Diefenbach gloss. 113b und zwufel (beleg v. j. 1528) württ. vierteljahrsh. n. f. 12, 144. das geschlecht schwankt seit alters zwischen masc. und fem., sogar beim gleichen verfasser, vgl. z. b. Konrad v. Megenberg: von dem zwival buch d. nat. 388 Pf., aber ebda der zwival smack 418, Lohenstein: versetzung des zwiebel lebenslauff a 6a und eine verfaulte zwibel Arminius (1689) 2, 430b. auch in nd. wie hd. mundarten stehen beide geschlechter nebeneinander, vgl. Mensing schlesw.-holst. 5, 760, Martin-Lienhart elsäss. 2, 890a, sowie die zwifel fem. Loritza id. Viennense (1847) 150b gegen der zwiefl masc. Hügel Wien (1873) 201b und Jakob Wien 323a, vgl. ferner das schwanken in Nürnberg (s. u. die belege) und das gegeneinander von siebenbürg. masc. gegenüber moselfränk. fem. Kisch vgl. wb. (1905) 255b. die grammatiker u. lexikogr. der hochsprache schwanken noch bis zu beginn des 19. jh. in der ansetzung des geschlechts. zwiebel als fem. buchen: Schottel haubtspr. (Braunschweig 1663) 1450; Stieler stammb. (Nürnberg 1691) 2661; Ludwig teutschengl. (Leipzig 1716) 2666; Steinbach (Breslau 1734) 2, 1131; Adelung 5 (Leipzig 1786) 470f.; Campe 5 (Braunschweig 1811) 969; als masc. Kramer teutsch-ital. 2 (Nürnberg 1702) 1494c und der von Adelung abhängige H. Braun wb. (München 1793) 320b. die belege lassen bis zum 19. jh. von einem überwiegen des fem. in Norddeutschland, des masc. in Süddeutschland sprechen. aus dieser unsicherheit des grammatischen geschlechts erklärt sich wohl vereinzeltes neutr.: dises zwobel hortus sanitatis (1487). das femin. ist seit beginn der überlieferung im obd. und md. belegt: zwibolla (hs. München 12. jh.) ahd. gl. 3, 108, 47 St.-S., vgl. cibolla, cibola (Einsiedeln 12. jh., Trier, Prag, Darmstadt 13. jh.) ebda; zvibolla (München 12. jh.) ebda 3, 228, 47, vgl. zibolla (Wien 13. jh.) ebda; Konrad v. Megenberg s. o.; der lauch, die zwifel erste dtsche bibel 4, 43 Kurr.; der auszwachsenden zwibel eine Dürer tageb. 71 L.; von der zwybel Eppendorf Plinius (Straszburg 1543) 92; die zwiefel Mathesius Sarepta (1571) 35a; mit einer zwybeln Kirchhof wendunmuth 1, 146 Ö.; eine vielhäutige zwifel Harsdörffer poet. trichter 3 (1653) 267; eine zwiebel Schupp schr. (1663) 57; Lohenstein a. a. o.; eine zwibel Brockes ird. vergn. (1721) 4, 169; 4, 372; J. Möser s. w. 1, 445 Abeken; aus ihrer zwiebel Gellert s. schr. (1839) 7, 18; eine ägyptische zwiefel Heinse s. w. 7, 198 Schüdd.; manche zwiebel Göthe I 40, 269 W.; IV 14, 31; wie eine zwiebel Wieland s. w. (1853) 10, 200; von einer getrockneten zwiebel Voss Odyssee 354 B. mit dem beginn des 19. jh. hat sich das fem. hochsprachlich überall durchgesetzt. in den mundarten (in seinen verschiedenen formen) als fem. verzeichnet, fürs nd. bei Frischbier preusz. wb. 2, 495a; Bernd Posen (1820) 366; Mensing schlesw.-holst. 5, 760; Schambach Göttingen 308; Woeste westf. 237; 330, fürs md. bei Rother schles. sprichw. 282a; Albrecht Leipzig 243; Jecht Mansfeld 128; Hertel Thür. 267; Ruckert unterfränk. 200; Hofmann niederhess. 273; Crecelius oberhess. 940; Bauer-Collitz waldeck. 106; Christa Trier 226; Autenrieth pfälz. 157; Schön Saarbrücken 236; Follmann lothr. 559, sogar im obd., s. Martin-Lienhart elsäss. 2, 890a (mit zahlreichen masc. ausnahmen); Lenz Handschuhsheim 80b; Meisinger Rappenau 216b; Stalder schweiz. 2, 470; Hunziker Aargau 308. nur im schwäb. und im bair.-österr. scheint das fem. der mundart fremd (abgesehen von der angabe bei Loritza Wien 150b, s. o.). das masc., gleichfalls seit beginn der überlieferung bezeugt, ist am geläufigsten im obd., doch auch im md. nicht selten: zubullo (Wien. hs. 11. jh.) ahd. gloss. 3, 487, 7; zwibollo (Regensburg. hs. 12. jh.) ebda 3, 228, 44; den suren zwifullen (Vorauer hs.) Diemer dtsche ged. aus d. 11./12. jh. 43; nim den zwibollen (md. 12./13. jh.) arzneibuch 43 Haupt; Konrad v. Megenberg s. o.; grintiger zwifal (anrede, 15. jh. kärnt.) Erlauer sp. 48 Kummer; einen weiszen zwibeln zerschneiden Mynsinger (Ulm) v. d. falken 41 lit. ver.; der zwúbel, ob er ... Österreicher Columella 2, 259 lit. ver.; den zwifel Aventin bair. chron. 1, 732 Lexer; mit einem zwibel schöne, weise klugr. (Frankf. 1548) 139b; ein gattung zwybels Frisius dict. (Zürich 1556) 124a; ein geschelten zwifel Seutter roszarznei (Augsburg 1599) 103; den zwibel (Frankf. 1618) Sandrub hist.-poet. kurzweil 46 ndr.; vom zwiebel Hohberg georg. cur. 1 (Nürnberg 1682) 488; Lohenstein s. o.; der zwiffel preszte mir ... Stranitzky lust. reysz-beschreib. 23 Werner; so tieff in der schuld, alsz der zwiffel in häuten J. J. Schwabe tintenfäszl (Kufstein 1745) a 6a; ohne frischen zwiebel Schubart leben u. gesinn. (1791) 1, 150; auf den herben zwiebel Schiller 12, 35 G.; ein zwiebel, von dem ... ebda 11, 104. seit dem 19. jh. begegnet das masc. nur noch in stark mundartgebundener obd. literatur: einen dicken zwiebel ('Stuttgarter hutzelmännlein') Mörike ges. schr. (1905) 2, 89; ein Memminger zwiefel L. Aurbacher volksbüchl. (1835) 208; tua 'n zwiefel raus K. Stieler ged. 1, 33 Reclam; der zwiebel K. Meisl theatral. quodlibet (1820) 2, 125; der zwiefel Nestroy ges. w. (1890) 2, 82. die mundartenwbb. belegen das masc. als lebendig nur fürs obd. gebiet: bair.-österr. Schmeller-Fr. 2, 1174 (vgl. Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 240); Hügel Wien 201b; Jakob Wien 233a; Schöpf tirol. 834; Lexer kärnt. 268; Schröer Gottschee 239; Kisch Nösner wörter 164; alemann. Fischer schwäb. 6, 1446 ('masc. ist noch heute fest selbst in der halbma.') und für zahlreiche orte Martin-Lienhart elsäss. 2, 890a. über vereinzeltes zwiebel als masc. im Lauenburgischen s. o. Mensing; für das Egerland Schiepeck 289. bedeutung und gebrauch. 11) eigentlich. 1@aa) im engeren sinne die pflanze allium cepa: zufrühest in der form zubullo cepe (11. jh.) ahd. gl. 3, 487, 7 belegt; als zwibolla, zwibolle cepa (12. jh.) ebda 3, 108, 47; cepe zuiuolle ebda 3, 579, 9; cepe cwiuolle ebda 4, 214, 17; in der stadt Ascalon ... davon man noch 'aschlach' den zwifel nent Aventin bair. chron. 1, 732 Lexer. die pflanze im gemüsegarten: pharren oder czwival oder knoblauch (1243) stadtrechte von Brünn 373 Röszler; noch von zwifel noch von lauch (14. jh.) Altprager stadtrecht 33 Röszler; auch magst auffziehen gleicher weis teglich auff deinen tisch zu speis mangolt, kolkraut, zwiffel, knoblach H. Sachs 21, 169 K.-G.; am S. Johannistage sollen sich die bauern in zwiebelbeeten herum weltzen, so werden die zwiebeln grosz wachsen J. G. Schmidt rockenphil. (1706) 1, 213; der kohl und die gelben möhren standen sehr schön und die petersilie und zwiebeln nicht minder gut J. G. Forster s. schr. (1843) 1, 389; hier (in dem garten) war von kohl und zwiebeln, von wurzeln und andern guten vegetabilien die fülle Göthe I 33, 107 W.; ich habe mich nach zwiefeln erkundigt ders. IV 2, 38. die zwiebelknolle im wirtschaftsleben: ir knobelouch und czwypollen, in welche stat sy komen und nemlich czu Danczik ... vorkowffen (v. j. 1422) akten d. ständetage Ost- u. Westpreuszens 1, 388 Toeppen; ain pfund zwibel (galt) zehen Binger heller Seb. Franck chron. Germ. (nov. 1538) 253b; das obst verzehend man unter dem baum, die zwiebeln im haus (v. j. 1720) bad. weist. 1, 1, 317 Brinkmann; und den fuhrleuten und schiffknechten käs, zwiebeln und dürres obst verkaufen wirst Petrasch s. lustsp. (1765) 2, 75; in der truhen, wo der zwiefel liegt Nestroy ges. w. (1890) 2, 82. als würzende beigabe zu speisen, besonders auch im zerschnittenen zustande: da azze wir mit willen den suoren zvifullen und gesotenez rintfleisce Diemer dtsche ged. aus d. 11./12. jh. 43; daz in kein hunger nie tet wê und süezer spîse heten den vollen, do geluste si louches und zwibollen Hugo v. Trimberg renner 9834 Ehrism.; aber das flaisch geröst mit öl und mit zwival ist gar guot in der vasten Konr. v. Megenberg buch d. natur 256 Pf.; item 12 schilling vor zwippoln und knopeloch Marienburger treszlerb. 39 Joachim; murreten, das sie nicht bei den fleischtöpffen, bei den zwibeln undt knoblauch in Egipto geblieben weren Luther 33, 41 W.; dieser herr achte sich gewürtzter speisen weng, liesz ihm seine essen gemeinlich mit saffran, senff, zwibel, kümmel ... vnd andern dergleichen einheimischen kräutern zubereiten Zinkgref apophthegm. (1628) 182; disemnach sie für eine der grösten thorheiten hielten ..., knobloch und zwibeln mit weyrauch zu räuchern Lohenstein Arminius (1689) 1, 89; esze ger(n) zwibel Liselotte v. d. Pfalz br. 1707 -15, 361 Holland; ein mit zwiebeln und knoblauch gefüllter burgunder M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 174; kartoffelsalat mit viel zwiebeln und knoblauch Göthe IV 23, 328 W.; er gehörte der guten alten zeit an, wo die rede nach zwiebeln und knoblauch duftete Mommsen m. gesch. 3 (1856) 590; alles reichgewürzt ..., auf dem salat kleine zwiebeln Fontane ges. w. I 1, 415. zwiebeln als einfachstes nahrungsmittel: die schieffknechte, die gewöhnlichenn nichtts anders als zwiebelnn und knoblauch essenn (1491) bei Röhricht pilgerreisen 188; nachdem sie ... etwas brot mit zwiebeln zu sich genommen Happel akad. rom. (1690) 324; in Frankreich sind eine zwiebel und drei kastanien eine herrliche mahlzeit J. Möser s. w. 1, 445 Abeken; als volkstümliches heilmittel: wiltu di warczen vertriben ... nim den zwibollen vn welle sie mit ole ... vn mische daz mit salze und lege ûf die warzen arzneibuch 43 Haupt; ein frauw heilet ein mann mit einer zwybeln Kirchhof wendunmuth 1, 146 Ö.; lasz auch die baderisch zeichen fahren, die sie können, auff aschlauch, zwibeln, diese ding all sind nicht artzney Paracelsus op. (1616) 1, 153 H.; zwiebeln ... auf aposteme gelegt, zeitigen sie solche M. R. Buck med. volksglaube (1865) 41. im orient als gegenstand der religiösen verehrung: gnuoge betten alle stund an die katzen und an die hunt ... zwibollen unde knobelouch Laubacher Barlaam 11342 Perd.; das feuer, sonn, mond, lufft ... zwiboln und knobloch ... für gott anbeten D. Schaller theol. heroldt (1604) 501; das land, das crocodile nähret, die katzen heilig hält und zwiebeln göttlich ehret D. W. Triller poet. betracht. (1750) 3, 406; wollt lieber eine zwiebel anbeten, bis mir die thrän in die augen träten, als öffnen meines herzens schrein einem schnitzbildlein, querhölzelein Göthe I 16, 82 W. 1@bb) im weiteren sinne die wurzelknolle aller zwiebelgewächse unter der erde (bulbus), vgl. auch zwiebelknolle und blumenzwiebel, tulpenzwiebel: der wirth hat mir der auszwachsenden zwibel eine geschenckt Dürer tagebuch 71 Leitschuh; Florentinus sagt, man könne auch rote gilgen machen, so man eyn wenig zinober in die zwibel thut M. Herr feldb. (1551) 140a; eine zwiebel von einer schönen tulipan Schupp schr. (1663) 57; alle weiszen lilien ... herfürsprieszen aus einem zwiefel, welcher eine gestalt hat eines herzens Abr. a s. Clara w. 1, 59 Str.; als ich nemlich betrachtet, was massen die königs-cronen, tulipanen, narcissen, hyacinten und andere blumenzwiblen ihrer schönen zierde gäntzlich beraubt waren Grimmelshausen 2, 517 K.; die zwiebeln der tulipanen gäben ... niedliche speisen ab Lohenstein Arminius (1689) 2, 304b; und ein reicher tulpenfreund, herr von einem groszen garten, giebt die schönste zwiebel drinn nicht für tausend gülden hin Chr. Fr. Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 4, 357; diese blume zieht ihren nahrungssaft in geheimen röhren des stengels aus ihrer zwiebel an sich Gellert s. schr. (1839) 7, 18; der zierliche topf nimmt manchen strauch, manche zwiebel auf, um in winterhafter häuslichkeit den sommer zu heucheln Göthe I 40, 269 W.; die stengelblätter, die aus gewissen zwiebeln hervordringen, (sind) an ihren spitzen schon vollkommen grün ders. II 5, 2, 158; woher sie die zwiebel zu dieser tulpe erhalten A. v. Arnim s. w. (1853) 15, 212; wenn wir die ... zwiebeln und knollen ... unberücksichtigt lassen, so ist die gestalt der wurzeln ... sehr schlicht Roszmäszler der wald (1863) 119. in der wissenschaftlichen botanik: zwiebel ist ... ein unterirdischer sprosz, dessen achse scheibenförmig abgeflacht ist und dessen fleischig angeschwollene blätter ('zwiebelschuppen') mit reservestoffen angefüllt sind Strassburger lehrb. d. bot. (151921) 156. 22) übertragen; von runden, zwiebelförmigen gegenständen, besonders von der groszen, bauchigen taschenuhr: ... zog er eine silberne uhr heraus, die, ihrem umfang nach, wenigstens vier gehäuse haben muszte ... er löste auch wirklich drei kasten von horn, kupfer und silber von seiner zwiebel, wie er die uhr nannte, ab F. W. Hackländer wachtstubenabenteuer (1845) 1, 43; und ich trage meine redliche zwiebel an dieser ... schnur Fr. Th. Vischer auch einer (1879) 1, 22; der westentasche, in welcher er die uhr trug ... eine weitbauchige zwiebel Anzengruber ges. w. (1890) 3, 141; (die bauern) schätzten die stunden ... so genau ein, dasz sie niemals voll absichtlich auf ihre zwiebel schauen J. M. Bauer die notthafften (1931) 51; so auch mundartlich, vgl. z. b. Schranka Wiener dial.-lex. 196; Autenrieth pfälz. 157; Ruckert unterfrk. 200; Christa Trierer ma. 226; Albrecht Leipz. 243b; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 720; Flemes Calenberg 20, 381. sonstige übertragungen: die aortenanschwellung oder zwiebel des herzcanales Sömmerring menschl. körper (1839) 7, 249; die sächsische zwiebel, eine gute speisekartoffel v. Schwerz prakt. ackerbau (1882) 517; mit thürmen von einer riesenhaften goldenen zwiebel gekrönt beleg v. j. 1859, vgl. zwiebelturm. 33) bildlicher, sprichwörtlicher, redensartlicher gebrauch. die zahlreichen häute der zwiebel sind ausgangspunkt für eine reihe von bildern: sintemal ich bey euch so tieff in der schuld stecke alsz der zwiffel in häuten J. J. Schwabe tintenfäszl (1745) a 6a; ist denn die wahrheit ein zwiebel, von dem man die häute nur abschält? Schiller 11, 104 G.; das ist ein land wie eine zwiebel, nichts als schaalen G. Büchner nachgel. schr. (1850) 176. sprichwörtlich: gedoppelter als eine zwiebel P. Winckler 2000 gutte gedancken (1685) f 1a; eine zwiebel hat sieben häute, ein weib neun Binder sprichwörterschatz 222. ironisch: so ist ein gotloser falsch, listig, betrüglich und ist einfeltig wie ein Memminger zwiffel C. Huberinus spiegel d. hauszucht (1553) 132b; einfältig wie ein Lorer zwibel, hat neun heut K. Scheit Grobianus 26 ndr.; du bist einfältig wie ein zwiebel Lehman floril. polit. (1662) 1, 185. andere redensarten gehen von dem scharfen, beiszenden, tränenerregenden geruch der zwiebeln aus: zwibollen, louch habent bœsen rouch Hugo v. Trimberg renner 9842 Ehrism.; zwibeln schelen ohn augenthränen ist nicht jederman gegeben Petri d. Teutschen weiszheit (1605) 2, Ooo 2b; (ich) hab meinen unglückseeligen stand zu beweinen ang'fangen, der zwiffel preszte mir tausend thränen aus denen augen Stranitzky lust. reyszbeschr. 23 Werner; man lieszt nun keine leichengedichte mehr, die ohne frischen zwiebel an der nase keinem menschen wasser in die augen bringen Schubart leben u. gesinn. 1, 150; auf das unrecht, da folgt das übel wie die thrän auf den herben zwiebel Schiller 12, 35 G. daher zwiebeln riechen, essen, schälen 'weinen': lolio victitant er hat zwibeln gessen. er sihet eben als hab jm ein katz die augen gesogen Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 111a; wann andre leut thun frölich sein, sicht er, als ob er stets wöll grein, er sicht, als ob er zwibeln schell Eyering prov. (1601) 2, 201; o, mir sind auch gar oft die augen übergangen, und täglich ist mirs noch, als röch ich zwiebeln Göthe I 9, 107 W.; nun hat der junge auch wieder (beim abschied) an der zwiebel gerochen W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 192. die wertlosigkeit der zwiebel kommt in folgenden wendungen zum ausdruck: do hett er dannoch als vil gefangen (Griechen), das man xxx Kriechen umb ein zwivel gab H. Schiltberger reisebuch 111 lit. ver.; zu solcher toller honsprach ... antworte er gar nichts, gleych als ob si yn ein pfifferling ader zwibbel genant hetten Mich. Risch paraphr. Erasmi (1524) y 3b. in redensartlicher verwendung. zwiebeln für knoblauch 'es ist eins wie das andere': es gehet jnen, wie man spricht: zwibbeln tragen sie hin, knoblauch bringen sie wider; jnn jrem ungewissen wahn lauffen sie hin, jnn dem selben komen sie widder Luther 37, 434 W.; ebda 47, 392; haben knoblach getragen ausz, bringen zwiefel wider zu hausz H. Sachs 9, 217 K.; vgl. 10, 33; das heiszt von knobloch gefragt werden unnd von zwibeln antworten Jac. Andreae 33 predigten (1576) 1, 211; nach dem alten sprichwort, zwiebel hingetragen und knoblauch wiedergebracht Scheräus sprachenschule (1619) 176; das ist zwiebeln für knoblauch, sagt man wohl in Köln von einer nicht sonderlich einträglichen spekulation Simrock dtsche märchen (1864) 321; nix für zwiebel, was knoblauch sind nichts für übel, was nicht böse gemeint war Fischer schwäb. 6, 1447. liegen wie eine zwiebel: ich schlah der rotzigen pauren vier umb ir kopf und umb ihr stifel, das sie vor mir ligen als die zwifel fastnachtsp. 195 Keller. von dem hinhocken beim stecken der zwiebel: eine zwiebel setzen hinfallen, nach poln. cebul sadzić Frischbier pr. wb. 2, 495a.
24899 Zeichen · 911 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zwiebel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Zwiebel , plur. die -n. Diminut. das Zwiebelchen. 1. Eine Art Lauches mit einem nackten unten bauchigen Schafte und …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zwiebel

    Goethe-Wörterbuch

    Zwiebel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zwiebel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Zwiebel , lat. bulbus , Wurzel verschiedener Pflanzen, eine unterirdische Stengelknospe, die von blattartigen Theilen co…

  4. modern
    Dialekt
    Zwiebel

    Mecklenburgisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Zwiebel Zwiewel f. das hd., z. T. verniederdeutschte Zwiebel, allium, statt des nd. Zipoll; allgem. neben diesem. 1. eig…

  5. Sprichwörter
    Zwiebel

    Wander (Sprichwörter)

    Zwiebel 1. A Zwifl hod sibn Haid und d' olddn Waiba nain. ( Steiermark. ) – Firmenich, II, 764, 4. 2. Besser Zwiebel ess…

  6. Spezial
    Zwiebel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zwie|bel (Allium cepa) f. (-,-n) ‹bot› ciola (-les) f.

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwiebel

201 Bildungen · 189 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zwiebel 2 Komponenten

zwie+bel

zwiebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zwiebel‑ als Erstglied (30 von 189)

Zwiebelbau

SHW

Zwiebel-bau Band 6, Spalte 991-992

Zwiebellos

SHW

Zwiebel-los Band 6, Spalte 993-994

zwiebel als Zweitglied (12 von 12)

Ackerzwiebel

Adelung

acker·zwiebel

Die Ackerzwiebel , plur. die -n, ein Zwiebelgewächs, welches auf feuchten Äckern und in den Wäldern wächset, theils weiße, theils gelbe lili…

mäusezwiebel

DWB

mause·zwiebel

mäusezwiebel , f. meerzwiebel, scilla: wir nennen diese zwybel meuszzwybel, darumb das die meusz, wenn sie von aasz darausz bereit essen, st…

meerzwiebel

DWB

meer·zwiebel

meerzwiebel , f. 1 1) scilla maritima, am strand südlicher meere wachsendes zwiebelgewächs: squilla merczwybel, meer- ł. meuszzwiblen Dief. …

mutterzwiebel

DWB

mutter·zwiebel

mutterzwiebel , f. stammzwiebel, caulinus bulbus: die kleineren zwiebeln, welche an den seiten der haupt- oder mutterzwiebel entstehen, nenn…

satzzwiebel

DWB

satz·zwiebel

satzzwiebel , f. zwiebel, die getrocknet und dann versetzt wird. Nemnich 1, 180 .

Schleißzwiebel

Adelung

schleiss·zwiebel

Die Schleißzwiebel , plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Winterzwiebeln, weil sie sich oben zu schleißen oder zu spalten pflegen…

schnittzwiebel

DWB

schnitt·zwiebel

schnittzwiebel , f. 1) bei den gärtnern eine versetzte zwiebel, deren blätter des besseren anwachsens wegen mit einem messer verschnitten we…

spaltzwiebel

DWB

spalt·zwiebel

spaltzwiebel , f. in einigen gegenden ein anderer name der winterzwiebel Nemnich 550 , weil sie sich an ihrem oberen theile zu spalten pfleg…

winterzwiebel

DWB

winter·zwiebel

winterzwiebel , f. , name einiger zwiebelarten; für den johannislauch ( allium fistulosum ), vgl. Pritzel-Jessen 18 , Nemnich wb. d. naturge…