trupp,
m.;truppen,
pl.;truppe,
f. herkunft und form. trupp,
m., und truppe,
f. (
s. unten C)
haben sich in form, geschlecht und bedeutung zwar gekreuzt, sind jedoch selbständig entlehnt. 11)
das masc. erscheint mit dem 13.
jh. in mnl. trop (
s. Verwijs-Verdam 8, 730),
auf deutschem boden erst seit beginn des 17.
jhs. sicher bezeugt; der beleg aus K. Stolle (
s. sp. 1414)
ist fragwürdig. vereinzelt bleibt ein neutrum ein tropp (
akk.) Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 128. —
das wort ist zufrühest in mlat. troppus '
herde'
bezeugt, vgl. si enim in troppo (
eine hs. d. 9.
jhs. hat die glosse lege stuote,
eine des 11.
jhs. id est stuote) de iumentis illam ductricem aliquis involaverit
leges Alamann. 133
Lehmann (2.
hälfte d. 7.
jhs.);
afrz. trop (12.
jh.)
und trope (un grand trope d'œilles
fabliaux 4, 4
Barbazan-Méon),
vgl. Gamillscheg
etym. wb. 869
s. v. trop
u. 870
s. v. troupe
und Romania germ. 1, 195,
wohl aus einem fränk. *þrop '
haufen'
entlehnt (
ahd. drupo, thrupo
cuneus, erläutert durch turbas minoris manaki minira
bzw. meiniki minnira
ahd. gll. 1, 74, 6
St.-S. gehört nicht hierher),
vgl. aisl. þorp '
menschenhaufen, schar, gehöft',
norw. torp '
haufen z. b. von kühen, reihe unansehnlicher häuser, kleines gehöft',
färöisch torpur,
m., '
gehöft, flecken',
ags. ðorp,
m., u. s. w.; weiteres s. Walde-Pokorny 1, 750
u. 757 (
wo aber die trennung von dorf
nicht überzeugt), Torp 797, Hellquist 993.
seit dem 16.
jh. bezeugtes frz. trope, troupe,
fem., '
herde, haufen, schar' (
belege bei Littré
dict. 4, 2367)
ist rückbildung aus frz. troupeau '
herde, menge' (12.
jh. prov. tropel) <
mlat. tropellus (
s. du Cange-Favre 8, 194),
einer ableitung aus mlat. troppus,
vgl. Gamillscheg 870, Meyer-Lübke
rom. etym. wb. (1935)
nr. 8938.
da mnl. trop
und nd. tropp
des anlauts wegen nicht unmittelbar auf fränk. *þorp
zurückgeführt werden können, ist rückentlehnung aus afrz. trop(e) (
oder mlat. troppus,
so Franck - van Wijk 709),
die sich später mit einer im 17.
jh. erfolgten neuen übernahme von frz. troupe
gemischt hat, das wahrscheinlichste, vgl. auch nl. (
mnl.) troep,
m. (
s. Verwijs-Verdam
a. a. o.). —
die deutschen mundarten kennen fast durchweg nur das masc., teils mit kurzem -o-,
teils mit kurzem -u-,
vgl.trop Jensen
nordfries. 644, tropp Woeste-Nörr. 275, Flemes
Kalenberg 370, trop Schambach
Gött. 235, Damköhler
Nordharz 196, tropp
e (
flektiert -e
n) Fischer
schwäb. 2, 404; trupp Hertel
Thür. 248, drupp Crecelius
oberhess. 306, trupp Hönig
Köln 183, trup Rovenhagen
Aachen 148, drb (
in Schopfheim u. s. w.)
bad. wb. 578, trapp (< tropp)
lux. ma. 441, truppe
n Martin-Lienhart
elsäss. 2, 763, troppen Friedli
Bärndütsch 3, 198, trupp Schmeller-Fr.
bair. 1, 673, Schöpf
tirol. 762.
für das schlesw.-holst. wird trupp, tropp
als fem. angeführt, s. Mensing 5, 170,
ebenso drub
für Handschuhsheim bad. [] wb. 578;
lothr. dropp Follmann 106
irrig als f. angegeben, aber in der wendung e ganzer dropp
ersichtlich masc. die älteren schriftlichen zeugnisse zeigen noch im 17.
jh. vorwiegend -o-,
das im beginnenden 18.
jh. aus der literatursprache verschwindet, vgl. trupp, antic. tropp Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1157, tropp Melissus
Salinde (1718) 88,
aber jägersprachlich länger bewahrt ist, vgl. in troppen oder rudeln Döbel
jägerpract. (1754) 1, 28, tropp, troupp, trupp Kehrein
waidmannsspr. 295.
aus der neuentlehnung von frz. troupe,
f. (
s. u. 2),
dringt ou
auch in das masc. ein, vgl. troup W. Dilich
kriegsb. (1607) 287,
und wird dann durch u
ersetzt, das im 18.
jh. schriftsprachlich durchdringt, vgl. einen truppen Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustwald (1657) 2, 171, ein trupp Gladow
à la modesprach (1727) 68
a.
im 17.
jh. gelegentlich mit -pf
belegt, vgl. einen tropff P. Petreius
hist. v. Moskau (1620) 117, einem tropff
M. Hammer
hist. rosengarten (1654) 8
und vortropf (
v. j. 1603)
teil 12, 2, 1795
s. v. vortruppe.
im plural hat trupp
bis gegen ende des 18.
jhs. meist die schwache endung -en,
also mit der von truppe,
f., gleichlautend; doch begegnen noch im 19.
jh. fälle, in denen truppen
nur als plural von trupp,
m., '
haufe'
verstanden werden kann, vgl. unten Görres
ges. br. 1, 334, A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 356.
starke pluralformen auf -e
sind selten, vgl. tröppe Prätorius
winterquartier (1676) 11; einige truppe Joh. Wetzel
sat. erz. (1777) 1, 27, der trupp,
plur. die truppe Adelung 4 (1780) 1093,
vgl. mundartlich noch tröppe Schambach
Göttingen 235, Buchrucker
Elberf. 165, Leithäuser
Barmen 160, truppe (
plur.) Hönig
Köln 183, drep, trep (< tröppe) Follmann
lothr. 106.
seit ende des 18.
jhs. wird der plur. mit -s
gebildet, vgl. z. b. trupps G. Venturini
taktik (1798) 1, 2, 150
und lexikalisch beide plurale truppe, trupps
bei Campe 4 (1810) 903. —
vereinzelt bleibt endungsloser plural, vgl. manche tropp ochsen (
v. j. 1623)
sieh unten A 1; zwei trupp ... offiziere Schiller
br. 7, 56
Jonas. im singular finden sich, besonders im 17.
jh., unter der einwirkung des schwachen plurals schwache singularformen, vgl. nom. ein troppe
neben ein tropp
reisen Fernandi Pinto (1671) 369;
dat. von einem trouppen Grimmelshausen
Simpl. 16
Scholte; akk. einen truppen Neumark
fortgepfl. mus.-poet. lustwald (1657) 2, 171, Celander
verliebt. stud. (
Cölln 1714) 1, 99; -en
ist auch in den nom. gedrungen, vgl. troppen Casp. Ensz
fama Austr. (1627) 190
b, Abr. a
s. Clara
neue pred. 203
Bertsche; vgl. mundartliche formen wie tropp
e (
pl. troppe
n) Fischer
schwäb. 2, 404; ein troppen Friedli
Bärndütsch 3, 198; truppe
n Martin-Lienhart
elsäss. 2, 763. 22) truppe,
f., aus frz. troupe,
j., entlehnt, ist seit dem anfang des 17.
jhs. bezeugt, vgl. die erste troupe W. Dilich
kriegsbuch (1607) 251;
zur herkunft s. näheres oben sp. 1410.
wie truppe (troupe)
auf trupp (tropp)
hat auch das ältere lehnwort tropp
auf truppe
formal eingewirkt in den mischformen troppe,
vgl. eine troppe Corvinus
fons lat. (1623) 850, einer troppe A. Freitag
archit. milit. (1631) 127, trouppe,
vgl. trouppen v. Chemnitz
schwed. krieg 3, 1 (1655) 3
b;
bei der schon im beginn des 17.
jhs. auftretenden und gegen anfang des 18.
jhs. zur herrschaft gelangenden form truppe,
die ihren kurzen vokal dem masc. tropp, trupp
verdankt, kann auszerdem ital. truppa
einflusz gehabt haben, vgl. keine truppe (
am rande keine truppa) J. Th. de Bry
v. d. ampt e. generalfeldtobersten (1617) 48.
mit schwacher flexion: dasz er (
der obrist) ebenfalls zu unserer trouppen ... geschworen hätte
Springensfelds kurzw. reise (1676) 48; unter eine grosze truppen bettler Scheuchzer
physica (1711) 1, 240.
im 17.
und 18.
jh. sind trupp,
m., und truppe,
f., auch in ihrer militärtechnischen anwendung noch nicht unterschieden; später grenzt die sprache beide wörter hier fühlbar gegeneinander ab, indem trupp
für einen kleineren militärischen verband, truppe
mehr für kollektivbegriffe wie '
heer, waffengattung'
geltung hat so wie im ganzen zeitraum der plural truppen (
s. unter B).
[] bedeutung und gebrauch. AA. trupp,
m. nach mlat. troppus (
sieh oben),
afrz. trop(e),
frz. troupeau
zu urteilen, ist '
herde, rudel'
die grundbedeutung des wortes; im mnl. auch auf eine '
schar von menschen'
angewendet, ohne dasz das militärische dabei hervorträte. diesen bedeutungsstand zeigt ebenso das deutsche vor allem noch in den mundarten, in denen trupp
durchweg für eine schar tiere oder menschen gebraucht wird. seit dem 17.
jh. kreuzt das neu entlehnte fem. truppe (
sieh unten sp. 1417)
insofern auch in die bedeutung von trupp
herein, als dieses in der schriftsprache vielfach eine '
abteilung soldaten'
bezeichnet, in jüngerer sprache im gegensatz zu truppe
einen kleinen militärischen sonderverband, vgl. auch '
kleinere haufen soldaten nennt man truppe, trupps' Campe 4 (1810) 903
und vortrupp
teil 12, 2,
sp. 1794
sowie die modernen zusammensetzungen stosztrupp, spähtrupp, panzertrupp
u. s. w. die im 17.
und 18.
jh. bezeugten belege des militärischen bezirks sind hier eingereiht, wenn das lemma im singular als masc. erkennbar ist oder im plural die bedeutung '
einzelne haufen'
deutlich heraustritt. A@11) '
haufen von tieren, herde, rudel',
vgl. mnl. een trop swine Jakob van Maerlant
rijmbibel 22927
David: manche tropp ochsen hab ich gesehen die riegel (
tore) durchmarschiren (1623)
bei Steiff-Mehring
geschichtl. lieder Württembergs (1912) 517; ich nun wider schaw vor augen tausent weiszer lämmerlein: Halton wider lasset saugen tausent bunte kälberlein ... sieben troppen lasz ich leiten, also grosz ist meine schaar Fr. v. Spee
trutznachtigall (1649) 327; ein trupp viehes
una truppa cioè greggia ... di bestiame Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1157; klimmt ein weiszer trupp von schafen langsam dort vom berg herab J.
N. Götz
verm. ged. (1785) 2, 10; zwei knaben jagten einen trupp schafe Jer. Gotthelf
schuldenbauer (1854) 34; während ... ein trupp elephanten in der ferne seinen durst im blauen flusse löschte fürst Pückler
briefw. 6, 18; ein trupp gänse W. Raabe
kinder v. Finkenrode (1859) 35; (
ein) trupp junger stiere S. v. Schwerin-Dönhoff
erinn. (1909) 68; kein haus und kein baum, nur hier und da ... ein trupp schwerer rinder oder edler junger pferde Gust. Frenssen
Hilligenlei (1920) 61;
in dieser verwendung besonders häufig in den mundarten, vgl. z. b. n trupp gös Mensing
schlesw.-holst. 5, 170; Woeste
westf. 275; en trop jense Damköhler
Nordharz 196; ən trop gaizə B. Martin
Waldeck 278; n dropp kôi, die gains uff an dropp dreiwe Crecelius
oberhess. 306; (
ein) troppen gusteni (
kälber) Friedli
Bärndütsch 3, 201
u. s. w. — '
schwarm'
vögel, vgl. mnl. een trop sprewen (
stare) Penning-Vostaert
Walewein 2128
Jonckbl.: im strich und anfangs, wenn sie (
die krammetsvögel) unter den weindrosseln und halbvögeln ankommen, ziehet man auch nach kleinen troppen und häuflein, auch eintzeln, und nimpt mit, was da kompt Aitinger
v. vogelstellen (1653) 283; wenn die kraniche Thraciam verlassen ..., versammeln sie sich häuffig ... beym flusz Hebro und ordnen sich da in gewisse tröppe J. Prätorius
winterquartier (1676) 11; dieselbe (
flamingos) fliegen hauffenweise beyeinander ..., (
und) sobald er (
der wachthabende vogel) menschen erwittert, er augenblicks mit einem geschrey das zeichen gibt, worauf ihm alsofort der gesammte trupp folget Er. Francisci
d. letzte rechenschafft (1681) 1015; ein trupp rebhüner
una compagnia, schiera di starne Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1157; und der spielende trupp (
tauben) schwirret zu ihm herab Hölty
ged. 114
Halm; wie ein gescheiter rabe, von ohngefähr mit einem trupp staaren vergesellschaftet, über einen weinberg fliegt maler Müller
w. (1811) 1, 141; (
es ist) ebenso schwer an einen flug gänse heranzukommen wie an einen trupp
[] trappen
tägl. rundschau 1902,
nr. 515, 4.
beil., s. 1. — '
rudel'
wild: ein groszer trop wildpreth von 20, 30 oder mehr thieren J. Täntzer
Dianen jagdgeheimn. (1682) 1, 84; im truppe oder rudel H. W. Döbel
jägerpract. (1754) 1, 4: in troppen oder rudeln
ebda 28; aus dunkler fichtengruppe wallt am beschilften moor in dichtgedrängtem truppe das leichte wild hervor Fr. v. Matthisson
schr. (1825) 1, 135; ein trupp gemsen sprang über die platten den grat entlang H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 409; dann kam ein trupp hirschkälber und hirschkühe, zwei oder drei hochgeweihte hirsche voraus Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 6, 284; gemschi ... mit den rudeln oder troppen Friedli
Bärndütsch 3, 121. A@22) '
zug, schar, haufen, gruppe'
von menschen auszerhalb der militärischen verwendung, vgl. mnl. in enen trop van ouden wiven
van den vos Reinaerde 819
Jonckbl. '
zug, aufzug': russische und tartarische reuter ... umbritten unsern troup (
die gesandten und ihr gefolge) Olearius
persian. reisebeschr. 64
in: verm. reisebeschr. (1696); soll ... geschehen seyn, ... dasz auch die frau Holla fürüber gezogen, da der treue Eckart vorne an im troppe gewesen und die begegneten leut gewarnet hat J. Prätorius
saturnalia (1663) 403; hier kommt eine bachanalie und ein aufzug ... sie fährt daher, die göttin (
Aphrodite) und um sie herum die grazien ..., Amor beschlieszt den feyerlichen trupp
briefe, die neueste literatur betreffend 4 (1762) 215; just mitten unter den trupp (
demonstrationszug), der sich durch viele strasen durch erstreckte Lichtenberg
br. 1, 5
L.-Sch.; als man am andern morgen ... in einem starken trupp aufbrach Fontane
ges. w. I 6, 111; und wenn sie auch im trupp mit den jägern und edlen hinausreitet R. Binding
Angelucia (1937) 9.
formelhaft den trupp führen
anführer sein: (
wir) fragen nicht darnach, ob einer unter den purschen (
studenten) den troup geführet hat oder ob er in dem letzten gliede nach geschliechen ist Chr. Weise
polit. acad. (1684) 16;
bildlich: unter alldiesen wunderschweiszen aber führt der blutige unsers heilandes billich den troppen (
steht obenan) Chr. Frz. Paullini
erbaul. luststunden (1695) 712; unter denen (
den marktschreierischen gelehrten) mag Gorgias Leontinus den troupp führen J. B. Mencken
v. d. charlatanerie (1716) 63. '
haufen, schar': alsdann kan man mit trouppen von 25 und 30 mannen deren (
der feisten böcke) genug bekommen (
d. h. fangen) Ad. Decker
diurnal (1629) 9; auf einen büchsenschusz darvon (
ist) ein trop von seinen freunden und ein pferd für ihn bestellt gewesen Harsdörffer
d. gr. schauplatz (1653) 1, 308; so theilete ich meine leute in drey kleine trouppen ein und schickete sie aus umb lebensmittel ... zu suchen Talander
hist. reiseb. (1699) 866; beschreibung des truppes loser weiber Bodmer
v. d. wunderbaren (1740) 417; ein trupp Franziskaner (
war) ausgeschickt worden Th. Abbt
verm. w. (1768) 6, 1, 11; da überfiel den hof ein trupp verlaufnen gesindels plündernd Göthe 50, 236
W.; einzelne truppen von studenten (
haben) bei uns übernachtet Görres
ges. br. (1858) 1, 334; fast bis im herzen des landes sehen wir ... kleine truppen von fünfen oder sechsen ... der Wesergegend zustapfen A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 356; wir begegneten einem trupp von arbeitern Holtei
erz. schr. 38, 35; zwischen diesen trupps von drei, vier, fünf menschen, die näher oder ferner die strasze umschweiften, kam nun unser verdüstertes paar einhergegangen Immermann 4, 76
Boxb.; plötzlich führte er, die lupe in der hand, den trupp (
herren) in ein anstoszendes zimmer G. Keller
ges. w. (1889) 3, 52; die ganze chaussee war voller menschen, kleine trupps, familien mit kind und kegel, die zum fest zogen H. v. Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 51; ein trupp spielender kinder G. Keller
ges. w. (1908) 8, 6;
so häufig in mundarten: n trupp kinner Mensing
schlesw.- [] holst. 5, 170; ən trop blagen (
kinder) Leihener
Cronenberg 124.
von einer zusammengehörigen, aber nicht räumlich zusammenbefindlichen gruppe von menschen (
vgl. etwa reihen 4
u. 5
teil 8, 647
ff.): der grosze trupp mechanischer philosophen Herder 15, 320
S.; an einem groszen trupp schüler kanns ihm (
Sulzer) so nicht fehlen Göthe 37, 211
W.; (
die weisheit reiszt) der deutschen langsamkeit die schuppen vom gesichte ..., so sehr es auch forthin den alten trupp verdrieszt (
d. i. den kreis der alten leute) J. Chr. Günther
ged. (1735) 384.
in eine mengenbezeichnung übergehend: ... der mensch ist nicht gemachet, die freuden, die ihm in truppen begegnen, anzuhalten, sich allen zu geben und keine zu meiden Bodmer
Noah (1752) 62;
so besonders in der verbindung ein ganzer trupp
ein beträchtlicher haufen, eine erhebliche menge: darauf folgten gleicher weise gantze trouppen und hauffen solcher mannsbilder Chr. Lehmann
hist. schauplatz (1699) 362; sie vermuthen, es müste ein recht bezauberndes schauspiel seyn, ganze truppen von mädchen und jünglingen zu sehen Wieland I 3, 384
akad.; (
ihr habt) aus einem ganzen trupp von hunderten (
von mädchen) gerade die beste herausgenommen H. P. Sturz
schr. (1779) 2, 66; seine leute (
gingen) ... in ganzen trupps auf und davon Fontane
ges. schr. I 2, 94; es ist leichter einen ganzen trupp kinder aufzuziehen als ein einziges E. Frommel
vergangenes (1929) 157; en ganzen tropp lütt (
leute) Leithäuser
Barmen 160;
en gants
e n trop
eine grosze anzahl Bauer-Collitz
wald. 105
b;
vgl.et sal kein dicke trop sin
es soll keine grosze menge sein (
von den mädchen in der spinnstube gesagt) Schambach
Göttingen 235. —
anwendung auf leblose dinge, wie im mnl., ist im dt. nicht geläufig, sondern beruht auf bildlichem gebrauch: ein trupp ärmlicher hütten, der ein dorf hiesz Immermann
w. 2, 142
Boxb.; (
ein) trupp eichen A. Reinbold in:
dtsch. novellenschatz 4, 48
Heyse-Kurz; (
ich) habe ... einen ganzen trup von geschäften vor mir Gleim in:
briefwechsel zw. Gleim u. Uz 229
Schüddekopf; ganz rasch wurde dann von dem gefragten ein trupp worte und sätze vorgeführt Hans Grimm
volk ohne raum (1928) 1, 427. —
selten wie sonst truppe
von einer '
gesellschaft'
von schauspielern (
s. unten sp. 1418): der chursächsische hof hat bisher in Dresden einen trupp schauspieler gehalten, der unstreitig einer von den vorzügligsten in ganz Deutschland ist Lessing 18, 214
M. (
v. j. 1776); ein trupp komödianten ist hier Knebel in:
ungedr. br. v. u. an Herder 3, 157
Düntzer. A@33) '
haufen, schar, abteilung'
soldaten, vgl. schon mnl. als theer versament wart te stryde, ... was ter menich trop te samen Jakob van Maerlant
hist. van Troyen 2, 21835
Verd.; fraglich dagegen: sagite man, das der Burgundir ... solde den ganzen tag bisz in die nacht gestormet (
haben) ... unnd hatten eyn geferte uff raden an die stad Nusz (
Neusz) bracht, do worn troppen (
wohl fehlerhaft für treppen) inne, das sie meynten ubir die muren zu louffen unnd das zuschosszen (
zerschossen) sie usz der stad (
z. j. 1474) K. Stolle
chron. 87
Hesse, vgl. treppen
ebda 204. A@3@aa)
als '
abteilung, schar, haufe'
von verschiedener grösze; im 17.
und frühen 18.
jh. oft für eine gröszere heeresabteilung, später wie noch heute zumeist für kleinere gruppen: ordnen sie (
die Tataren) ihr volck in tropffen und setzen drey oder vier tausent in einen tropff P. Petreius
hist. v. Moskau (1620) 117; ein trupp von mehr als zweihunderten (
zieht) nach der stadt zu Göthe 8, 126
W.; so teilen wir das heer in trupps zu hundert
Z. Werner
dramen 145
Kl.; gröszere trupps ... wie jene zwanzig Russen G. Freytag
ges. w. (1886) 21; er soll den feind auch nicht im vortheil attaquiren und allzu furieux die ersten trouppen führen J. P. de Memel
lust. gesellsch. (1656) 302; kleine armeen (
der Griechen) besiegten die zahlreichsten trouppen (
der Perser) H. v. Fleming
t. soldat (1726) 86; (
die)
[] kompanie, zum teil in blosze trupps aufgelöst Fontane
ges. w. I 1, 83; (
die deutsche infanterie) klettert in starken trupps vom Cap de Bon Espérance herab W. Beumelburg
sperrfeuer (1929) 177.
mit näherer bestimmung, namentlich der waffengattung: ein troppen keyserisch, mehrerteils ungarisch volck Casp. Ensz
fama austr. (1627) 190
b; er ein tropp reuter zu seines herrn dienst zu führen übernimbt Harsdörffer
frauenzimmergesprächsp. (1641) 2, 128; von einem tropff reutern
M. Hammer
hist. rosengarten (1654) 8; von einem trouppen courassirer Grimmelshausen
Simpl. 16
Scholte; vor einen jeglichen cuneum oder troup fuszvolck H. v. Fleming
t. soldat (1726) 284; erscheinung eines trupps berittner landsknechte H. v. Kleist
w. 3, 203
E. Schmidt; von einem trupp grenadiere und jäger, etwa hundert mann stark Nettelbeck
lebensbeschr. 3 (1823) 108; voran mit der fahne schritt ein trupp soldaten Eichendorff
s. w. (1864) 3, 244; der erste trupp freiwilliger reiter W. Raabe
hungerpastor (1864) 2, 56; Jörg erwartete den trupp französischer reiter W. Beumelburg
Mont Royal (1936) 81. A@3@bb)
im 17.
und frühen 18.
jh. auch gleichgesetzt mit einer gröszeren militärischen einheit (
bataillon, kompagnie, eskadron),
ohne dasz trupp
selbst für einen zahlenmäszig genau festgelegten verband terminologische geltung besäsze, vgl. trupp (bataillon) musketierer Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1157; bataillon, der halbe, dritte oder vierdte theil eines regiments zu fusz, ein trupp soldaten von etlich hundert mann Gladow
à la modesprach (1727) 68
a; jenes (
das fuszvolk) wird getheilet in compagnien (fähnlein), dieses (
die kavallerie) in escadrons, beedes heiszen truppen Comenius
janua (1760) 556: von den Merzischen reutern 5 oder 6 troppen oder compagnien Bürster
schwed. krieg 89
Weech; bey ihrem tropp und squadrone v. Troilo
oriental. reisebeschr. (1676) 336; darnach ist das wort (
brigade) einem troup oder hauffen soldaten beigelegt, so unter einem chef stehen, der daher brigadier genennt wird, weil er einen gewissen troup oder hauffen führet H. v. Fleming
t. soldat (1726) 115.
dann für einen kleinen verband mit besonderen aufgaben: dieserhalb musz bei der passage solcher terrains zwischen den teten der kolonnen eine kette von infanterietrupps gezogen werden. diese trupps sind 30 mann und 10 offizier stark und alle 100 schritt marschirt ein trupp G. Venturini
taktik (1798) 1, 2, 150;
heute als teil der gruppe,
der kleinsten kampfeinheit: die entwicklung des trupps oder der ganzen gruppe erfolgt stets auf den anschluszmann
ausbildungsvorschrift f. d. infanterie 2 a (1935) 151,
vgl. die composita schützentrupp, maschinengewehrtrupp.
als terminologische bezeichnung neu eingeführt für eine einheit der SA
und SS
der NSDAP,
etwa 50-80
mann umfassend, vgl. auch truppführer.
ungewöhnlich als kollektivbezeichnung '
heeresteil': es ist ... eine penible sache für einen soldaten, in einem trupp zu seyn, der besiegt ... zurückkommt Laukhard
leben u. schicksale 3, 242; wie wenn ein siegender trupp herschreitet, müde vom siegskampf Baggesen
poet. w. (1836) 1, 134. A@3@cc)
im 17.
und 18.
jh. wird auch die feste ordnung oder aufstellung eines militärischen verbandes als trupp
bezeichnet (
vgl. auch truppieren
sp. 1424),
so in den wendungen 'trupp halten
garder les rangs, heiszet in ordnung marschiren' Fäsch
kriegslex. (1735) 931
und sich zum trupp retirieren
und ähnl.: dasz man (
als einzelner) sich (
auf patrouille) nicht zu weit hienausz begebe ... und wie man sich widerumb zum troup reteriren solle Wilh. Dilich
kriegsb. (1607) 287; beim trupp halten
in der schlachtordnung bleiben, dann allgemein '
stand halten': denn dieser kaum gegen seine beyde feinde etliche creutzhiebe gethan hatte als sie schon darvon lieffen und beym trop hielten gleichwie der haas bey der trommel Melissus
Salinde (1718) 88;
vergleichbar: frischdrein! festgeschlossen! den trupp voll und dicht gestellt E.
M. Arndt
w. 6, 175
R.-M. A@3@dd)
daher trupp
als bezeichnung eines trommelsignals, durch das ursprünglich zum antreten befohlen wurde, das [] später auf besondere gelegenneiten wie fahnenabholen, milit. begräbnis beschränkt war, vgl. dazu Rüstow
milit. hdb. (1858) 2, 336;
meist in der formel trupp schlagen,
vgl.truppschlag
sp. 1424: bey ankunft der fahnen wird das gewehr praesentirt, troup geschlagen und mit der fahne in das bataillon eingerückt H. v. Fleming
t. soldat (1726) 221; wir aber donnern in die luft dein leztes lebewohl dreimal ... trupp. eilt, kameraden, von der gruft! weil uns die trommel wieder ruft Schubart
s. ged. (1787) 2, 318. BB. truppen
als plurale tantum in militärtechnischem gebrauch. eine sonderentwicklung nimmt als militärischer terminus der plural die truppen,
der zunächst sowohl trupp,
m., (
s.A 3)
wie truppe,
f., (
s.C 1)
angehören kann, seit dem 19.
jh. aber nur noch zu truppe,
f., gehört, vgl. trupp, der ... truppen, die Steinbach
wb. (1734) 2, 877,
aber der trupp,
plur. die truppe
und die truppe,
plur. die truppen Adelung 4 (1780) 1093.
auszer einer mehrzahl einzelner abteilungen bedeutet er als sammelbegriff '
heeresteil, soldaten, heer',
ohne dasz dabei an eine bestimmte formation gedacht würde, vgl. die truppen
le truppe, militie, soldatesche Kramer
t. -ital. 2 (1702) 1157; 'trouppes, trouppen
heiset eigentlich ein haufen oder eine menge soldaten, darunter aber auch vielmals eine gantze armee verstanden wird' Gladow
à la modesprach (1727) 761
a; truppen oder volck werben
to raise forces Chr. Ludwig
t.-engl. (1716) 2035.
der ausgangspunkt dieser anwendungsweise liegt wohl bei solchen fällen, wo truppen
mit einem nationalitätsadj. verbunden die gesamte streitmacht eines landes, herrschers u. dgl. oder gröszere teile ihres heeres bezeichnet, vgl. '
kleine haufen soldaten bekommen, wenn sie bestimmt bezeichnet werden sollen, den nahmen der truppen
nicht' Adelung 4 (1780) 1093: dieweil die newe schwedische, längst erwartete trouppen nunmehr ... angelanget (
sind) v. Chemnitz
schwed. krieg 3, 1 (1655) 13
b; ein groszer kerl, ... der lange zeit unter den teutschen truppen gedienet hatte E. G. Happel
akad. roman (1690) 27; dasz ihr vaterland so viel durch die fremden truppen gelitten
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 4, 135; die französischen truppen seien decouragiert Fontane
ges. w. I 2, 168; die russischen truppen auf dem rechten Weichselufer erhielten ... befehl über die Weichsel zu gehen Ludendorff
kriegserinn. (1919) 83. herfur Sobrino drauff mit seinen trouppen ruckte, ein jeder drunter auch herausz die wehre zuckte D. v.
d. Werder
ras. Roland 16.
ges., 37.
str.; befahrend, wan es recht gelten solte, möchten die trouppen nicht fechten wollen v. Chemnitz
schwed. krieg 4 (1644) 1, 51
b; die troppen müsten seyn gar keck, die nicht 'so bald verfielen, wann mit dem canon übereck er (
gott) anfängt dreinzuspielen
bei Fischer-Tümpel 4, 262; die officiers sollen ..., wo ein preuszisches lager aufgeschlagen oder ein considerables corps trouppen zusammengezogen wird, allezeit die escarpen um haben
reglem. vor d. kgl. preusz. cavallerieregim. (1743) 141; zu completierung ewr. königlichen majestät hiesigen troupen habe (
ich) bereits alle anstalten gemacht Lessing 18, 468
M.; aus diesem grunde müssen sie (
die magazine) erstens von den agirenden truppen getrennt werden G. Venturini
taktik (1798) 2, 1, 58; macht, die disposition über truppen und geld K. L. v. Haller
restaur. d. staatswiss. (1816) 1, 66; könig Friedrich (
zu Maria Theresia): ... meine truppen seynd allert und sehr wohl geübet (
v. j. 1745)
bei v. Ditfurth
histor. volksl. d. preusz. heeres 8; was denkt die majestät von ihren truppen? sind wir nicht menschen? Schiller 12, 119
G.; wir sehen täglich truppen (
militärische abteilungen) allerlei art, einzeln oder in gröszerer anzahl (
v. j. 1809) W. Grimm
briefw. (1881) 128; unsere truppen (
wären)
[] zum schutze des kurhessischen volkes aufgeboten Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. (1890) 8, 35; führer und truppen am feinde hatten mit der obersten heeresleitung das gefühl ... Ludendorff
kriegserinn. 471. —
formelhaftes: truppen werben
u. ähnl., vgl. truppen werben
levare truppe Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1157
b: und diese truppen allzumal geworben sind mit gröszrer wahl A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 171; in Rom ... nahm man überdies truppen in sold Ranke
s. w. (1867) 40/41, 423.
feste verbindungen: regulierte, regelmäszige, reguläre truppen,
vgl. 'regulirte trouppen
nennet man die geworbenen völcker zum unterscheid der gewaffneten bürgerschaft und der landmilitz' Gladow
à la modesprach (1727) 761
a: fände dieser satz bey einigen grosen dieser welt beyfall, man brauchte nicht ... regulirte truppen Lichtenberg
nachlasz 49; von der mannszucht der regelmäszigen truppen Göthe 22, 33
W.; ebenso sind die soldaten in einem regimente regelmäsziger truppen überein gekleidet Hegel
w. (1832) 10, 1, 162; reguläre truppen Novalis
s. unten. stehende truppen '
stehendes heer': aufrichtung eines regiments, das seine selbständigkeit auf ergiebige finanzen und stehende truppen stützte L. Häuszer
dt. gesch. (1854) 1, 4. leichte truppen '
leichtbewaffnete, bewegliche heeresteile': wenn er sie mit den leichten truppen überfiele Heilmann
gesch. d. pelop. krieges (1760) 435; L. S. v. Brenckenhoff abhandlung über die einrichtung der leichten truppen und deren gebrauch im kriege (1785)
titel; nur leichte truppen werden von diesen mauern abgehalten, wogegen ein bataillon reguläre truppen mit ein paar zwölfpfündern bald eine bresche schösse Novalis
schr. 2, 59
Minor. häufig übertragen gebraucht: ... der lächelnden Amoretten und Grazien leichte truppen J.
N. Götz
verm. ged. (1785) 1, 170; freilich sind die rezensenten nur leichte truppen
F. M. Klinger
w. (1809) 11, 322.
in moderner heeresfachsprache z. b. bewegliche truppen, motorisierte truppen.
in den zahlreichen zusammensetzungen der militärischen fachsprache des 19. und 20. jhs. hat truppen-
gewöhnlich die kollektive bedeutung '
heeres-, soldaten-'.
in einzelnen fällen (
s. truppendienst, truppenoffizier)
drückt es aber eine praktische, mit den mannschaften in unmittelbarem zusammenhange stehende tätigkeit des offiziers aus, der nicht dem generalstab oder der heeresverwaltung angehört; in truppenschule
bezieht sich truppen
auf die soldaten des mannschaftsstandes. bei einer gröszeren formation endlich kann truppen-
das zusammenwirken mehrerer waffengattungen bedeuten (
vgl. truppenbrigade, truppendivision). CC. truppe,
f. C@11)
im militärischen bereich. C@1@aa)
für eine '
abteilung, schar',
einen '
haufen'
soldaten; im 17./18.
jh. auch mit einer bestimmten formation gleichgesetzt, vgl. trupp A 3 b: darnach folget die erste troupe der piquen und vor und hinder derselben ... ein gliedt hellebardirer W. Dilich
kriegsbuch (1607) 251; dasz keine truppe weder bey tag oder bey nacht sich ausz dem quartier begebe J. Th. de Bry
v. d. ampt e. generalfeldtobersten (1617) 48;
turma ein geschwader reuter, eine troppe Corvinus
fons lat. (1623) 850; mit einer troppe reuterei A. Freitag
archit. milit. (1631) 127; der obriste under diszer brännerische troppe Bürster
schwed. kr. 21
Weech; ruckte eine truppe und bataillon nach der andern herbey S. v. Birken
verm. Donaustrand (1684) 218;
praefectus catervae vel cohortis der eine trupp commandirt Pomey
indic. univ. (1720) 486; eine streifende truppe Mazzigier ... umrang dich
samml. v. schauspielen (1764) 6,
Xerxes 59; die vom leichenbegängnis rückkehrende truppe Varnhagen v. Ense
tageb. 3, 293. C@1@bb)
seit der zweiten hälfte des 19.
jhs. kollektivisch in der bedeutung '
heer, soldaten'
schlechthin: eine stehende
[] truppe Ranke
s. w. (1867) 1, 70; in solchen lagen entscheidet die tüchtigkeit der truppe Mommsen
röm. gesch. (1894) 5, 42; mit der ganzen unsicheren massenhaftigkeit einer noch wenig geschulten truppe K. W. Nitzsch
dt. studien (1879) 119; die Dresdner vorgänge (
im jahre 1848) hatten gezeigt, dasz in der sächsischen truppe disciplin und treue unerschüttert waren Bismarck
ged. u. erinn. 1, 60; vorläufig gefalle es ihm noch so gut bei der truppe, dasz er nicht daran denke, den palasch mit der mistgabel zu vertauschen W. v. Polenz
Büttnerbauer 1, 5; da zentrum und sozialdemokratie ... erkennen muszten, dasz die sympathien des soldaten sich der nationalen bewegung ... zuzuwenden begannen, sah man sich veranlaszt, der truppe das wahlrecht zu entziehen A. Hitler
mein kampf (1930) 236;
spezifisch der kämpfende teil des heeres: oberste heeresleitung, höhere führer und truppe hatten ihre schuldigkeit getan Ludendorff
kriegserinn. (1919) 479; der wert des führers und des mannes bestimmt den gefechtswert der truppe
truppenführung (1936) 1, 3; die truppe ist ... vom besten geiste beseelt und wird durchhalten Mackensen
br. u. aufz. (1938) 126.
besonders im hinblick auf die moralische und technische fähigkeit der soldaten gebraucht: stellen sie (
anrede) eine formation auf ohne eine genügende zahl wirklich diensterfahrener offiziere, so haben sie (
anrede) einen haufen braver leute, aber keine truppe! Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 99;
ähnlich, aber auf einen einzelnen truppenteil bezogen: (
E.,) der ... bei den Görlitzern gedient und den schneid und pli dieser erlesenen truppe weggekriegt hatte Fontane
ges. w. I 6, 49.
im sinne von '
waffengattung': die flottensoldaten, von jeher die am mindesten achtbare truppe Mommsen
röm. gesch. (1854) 2, 249; geschickte schleuderer ... bildeten in der tahitischen armee eine eigene truppe Ratzel
völkerkde (1885) 2, 160;
dieser gebrauch nimmt stark zu im zweiten gliede von zusammensetzungen wie fliegertruppe, nachrichtentruppe, panzertruppe
u. s. w. C@22) '
schauspieler-, artistengesellschaft',
nicht vor der mitte des 18.
jhs. nachzuweisen, vgl. 'die truppe, ...
ein erst in den neuesten zeiten unmittelbar aus dem französischen la trouppe
entlehntes wort, eine gesellschaft schauspieler zu bezeichnen, seitdem das wort bande
für schauspieler von bessern sitten und fähigkeiten zu niedrig geworden' Adelung 4 (1780) 1093;
seit der mitte des 19.
jhs. selten geworden auszer im zweiten teil von zusammensetzungen wie wandertruppe, artistentruppe, musikantentruppe;
daneben vereinzelt auch trupp,
m., s. oben sp. 1414: unser hiesiges theater geht auf advent nach Hannover ..., überhaupt ... wird unsere truppe auf ostern auseinander gehn (
v. j. 1768) Lessing 17, 260
M.; eine truppe spanischer musikanten S. v. Laroche
frl. v. Sternheim (1771) 1, 330; sie zogen den platz ein paarmal herum und hörten da und dort der musik und den scherzen lustiger truppen zu Heinse
s. w. 4, 1
Schüddekopf; unter dem zahllosen heer deutscher truppen ... ist die Mannheimer bühne eine der wenigen, die durch wahl entstanden Schiller 3, 531
G.; ein schauspielhaus, in welchem öfters reisende truppen spielen Nicolai
reise d. Deutschland (1783) 1, 190; (
der) anblick eines theaters, wozu eine wandernde truppe das publikum lud Mörike
s. w. 5, 76
Fischer; dieser tenor ging bald mit dieser truppe, bald mit einer anderen L. Steub
drei sommer in Tirol (1895) 1, 254;
die truppe
wird vielfach nach dem direktor genannt: vorher stand er bey der Spiegelbergischen truppe als akteur J.
F. Löwen
schr. (1766) 4, 22; sie war seiltänzerin bei der truppe des berühmten Furioso in Paris gewesen Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 218.
übertragen auf ein puppentheater: ich hatte damals so eine herzliche mütterliche freude über dein gutes gedächtnis ..., dasz ich mir sogleich vornahm, dir die hölzerne truppe nun selbst zu übergeben Göthe 21, 10
W. C@33)
andere anwendungen bleiben seltener und beruhen in neuerer zeit auf bedeutungsmischung mit trupp,
m.: eine andere grosze truppe lumpenvolcks Moscherosch
gesichte (1650) 1, 178;
vgl.truppe
iron. '
gesindel, sippschaft' Hönig
Köln 183
und Pansner
schimpfwb. (1839) 71; wann
[] er sich unter eine grosze truppen bettler begibt Scheuchzer
physica (1711) 1, 240; der anmuthige aufenthalt, welchen die glückseligkeit ... einer kleinen truppe menschen ... angewiesen hat
discourse d. mahlern (1721) 2, 6; eine kleine truppe (
waldmeisen) Naumann
naturgesch. d. vögel (1822) 4, 8; Johannes gesellte sich zu einer truppe lustiger schüler, welche die guten weine aufsuchten G. Keller
ges. w. (1889) 6, 96; sieh dort hinab auf jene kleine truppe (
wandernder studenten) H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 392.
im schweizerischen fem. truppe '
herde, schwarm'
wird eher einflusz von it. truppa
vorliegen, vgl. trüppae
herde Brun
Obersaxen (Graubünden) 48; truppa,
f., herde Bühler
Davos 4, 123; eine truppe tauben Jer. Gotthelf
w. 1, 19
Vetter, aber einen trupp schafe
schuldenbauer (1854) 34.