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schlump

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlump m.

Bd. 15, Sp. 825
schlump, m. 11) zufall, ungefähr, unvermuteter glücksfall: casus, qui praeter meritum et praeter opionem accidit, was ohn vorgedanken, ohn kunst, unversehens geschiehet. Schottel 1402. Stieler 1828; 'ein nur in einigen sprecharten übliches wort, das unvermutete, plötzliche, ungefähre einer begebenheit zu bezeichnen' Adelung. besonders auf nd. sprachgebiete verbreitet: mnd. nnd. slump Schiller-Lübben 4, 251b. Richey 265. Strodtmann 215. brem. wb. 4, 847. Schütze 4, 124. Dähnert 432b. Schambach 196a. Woeste 242a. Danneil 196b. ten Doornkaat Koolman 3, 214b. Frommanns zeitschr. 6, 499 (Lippe), doch auch in md. mundarten begegnend Vilmar 357. Liesenberg 196: darumb wollen sie (die bösen ärzte) mit eynem pflaster und salben alle kranckheyt heylen, gehet es nur für sich, so ist es freylich nit kunst, sonder lautter schlump und glücke. Agricola sprichw. (1534) nr. 647; es war ein bloszer schlump. Adelung; nd. dat was man een slump. Richey 265; idt schall een slump wesen. brem. wb. 4, 847; 't was 'n slump, dat hê't truf, râkde, rôd, dat hê gên hals un bên brôk. ten Doornkaat Koolman 3, 215a; hê hed dâr 'n regten slump had, dat he dat hûs so billig köft hed. ebenda; dieser speichert, was der schlump ihm wirft, ballengut vom krane. Voss 5, 3. in festen wendungen: mnd. anno (15)37 do viskede to slumpe ein scipper mit sinem egen anker ein grot anker. quelle bei Schiller-Lübben 4, 251b; und kompt er wider auf, das gerett aus eim schlump und keiner kunst. Cordus de urinis übers. von Dryander (1543) C 7b; auf den schlump, repente, subito, de improviso, inopinanter Stieler 1828; up'n slump kopen, aufs geratewol. brem. wb. 4, 847; im slump köpen, in partien, ohne den wert nach den einzelnen stücken zu überschlagen Dähnert 432b; he hed dat mit'n slump truffen, kregen. ten Doornkaat Koolman 3, 215a. gnomische wendungen: nd. et wer ein slump, dat man ein hasen mit trummen venge. quelle bei Schiller-Lübben 4, 251b, in hd. fassung: es wär ein schlump, dasz man einen hasen mit der trommel fienge. Simrock 429, 9095; man moot niks up'n slump wagen, aufs geratewol. brem. wb. 4, 847; t is'n slump, wan'n soldat in de hemmel (himmel) kumt. ten Doornkaat Koolman 3, 215a (beim soldatenbegräbnis fragt nach einem volkswitz die pfeife: soll dieser soldat auch selig sein? und die trommel antwortet: dat is en slump! dat is en slump! Strodtmann 215). mit personification des worts: schlump ist sein oheim. Simrock 429, 9094; älter schlump mein öhem. [] Agricola sprichw. (1534) nr. 647: wenn eynem ettwas ongefehr glücket, und die andern vergünnen yhm des glücks nit, so sagen sie, es ist nicht seiner kunst schuldt, dasz es geratten ist, schlump mein öhem, das ist, das glück hatt yhn troffen. ebenda; ähnlich: schlump zum öhem haben: diser artz (der aufs geratewol rezepte schrieb) hatt schlump zum öhem gehabt, wie yhr noch vil haben, ausz kunst ists ye nicht geschehen. ebenda; schlump ist auch ein gut kerl. Petri 2 (1605) Ss 4b; nd. de slump ett ôk sîn brôd. ten Doornkaat Koolman 3, 215a. 22) schlump etiam est calopodium, calceamentum ruptum. et lacerum, vel crepidula, it. quodlibet vile vestimentum, pannicula Stieler 1829. nd. slumpe, slump, schlaffes, schlotteriges, unordentliches etwas ten Doornkaat Koolman 3, 215a; auf menschen bezogen zur bezeichnung äuszerlicher oder innerlicher nachlässigkeit, verkommenheit: hê is'n arbarmliken slump fan'n kërel. ebenda. in gleichem sinne auch nass. schlump und schlumpel Kehrein 1, 354. vgl. schlumpe. 33) schlump, haufen. korrespondenzbl. d. vereins f. nd. sprachforsch. 13, 85b (Hinterpommern); haufen, menge, z. b. reicher fischfang Frischbier 2, 290a (Elbing). 44) sumpfige erde. korrespondenzbl. d. vereins f. nd. sprachforsch. 13, 85b (Hinterpommern). 55) Adelung vermutet, dasz schlump im sinne von 1 eine schallnachahmende bildung sei und vergleicht plump, plotz, plutz. Schm.2 2, 524 zieht isl. slumbaz, slembaz, inopino jactu ferri heran und möchte an zusammenhang mit ahd. limpfan, mhd. limpfen (häufiger in composition mit ge-, davon unser glimpf, glimpflich) denken. das verhältnis dieser bedeutung zu den übrigen bleibt bei ihren annahmen zweifelhaft. es liegt nahe, das wort als eine ablautsformel zu schlamp zu betrachten, dessen bedeutungsverzweigung eine gewisse ähnlichkeit mit der von schlump zeigt. auch jenes wird im sinne von lumpen, fetzen gebraucht (s.schlamp 2 oben sp. 436) und weiter auf unreinliche, unordentliche, nachlässige menschen angewandt (s. ebenda), bedeutungen, die sich den oben unter 2 zusammengestellten von schlump vergleichen. das deminutiv schlämpla, schlämple hat die an schlump 1 erinnernde bedeutung 'vortheil' (s.schlamp 1 oben sp. 436), das fem. schlampe, schlëmpe dient zur bezeichnung eines dünnen breis (s.schlampe 2 oben sp. 438), steht also in solcher anwendung ebenso wie das wahrscheinlich aus schlamp durch assimilierung entstandene schlamm (s. dieses oben sp. 428) der unter 4 erwähnten gebrauchsart von schlump nicht fern. wie schlamp zu schlampen (s. oben sp. 435, z. 4), so gehört schlump zu schlumpen (s. dieses unten). als mit dieser wortklasse etymologisch verwandt können weiter lump, lumpen, m., lumpen, verb. und lampen, verb. gelten (s. oben th. 6, 1294, 5), denen sich, falls sie als einer wurzel mit lappe, m., lappen, verb., laff, adj. und labber, adj. gelten dürfen, wie oben th. 6, 196 vermutet wurde, schlappen, verb., schlapp, schlaff, adj. und schlabber, m. mit ihren ableitungen an die seite stellen. aus dem begriff des hangenden oder gleitenden, der nach dem dort ausgeführten diesen wörtern ursprünglich eigen ist, erklären sich unschwer die unter 2 und 4 angeführten gebrauchsarten von schlump. 3 läszt sich als eine erweiterung von 4 auffassen. fraglicher ist die beziehung der bedeutung 1 zum grundbegriff. auch schwed.n. slump zeigen sie neben der anwendung im sinne von rest, neige ('gleitendes, brei', vgl. 4) und haufen, menge (vgl. 3), während engl. slump nur moor, sumpf (vgl. 4), mehlspeise mit äpfeln ('brei') und holl. slomp, m. nur haufen, menge (daneben slomp, f. schlampe, s. schlumpe) bedeutet. man hat zur erklärung vielleicht auszugehen vom begriffe des nachlässigen, wie er zu tage tritt in der beziehung von slump auf menschen (s. 2), in der unter 2 erwähnten anwendung des verbums schlumpen und in mnd. slump, adj. nachlässig, der alles dem zufall überläszt Schiller-Lübben 4, 251b (mhd. nur in sinnlicherer bedeutung, als 'schlotterig' bezeugt: so sint mir mîne hosen slump (: krump). quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 991). aus dem adverbialen gebrauche des adjectivums im sinne von 'nachlässig, sorglos, unbedacht' mag die substantivische anwendung des worts als ungefähr, zufall, und besonders glücklicher zufall erwachsen sein. einen ähnlichen bedeutungswandel vom begriffe des unbedachtsamen zu dem des glücklichen zeigt dusel in der sprache der studenten, z. b.: er hat im examen riesigen dusel gehabt. adverbial erscheint slump in der reimformel holl. rompslomp, obenhin, leichtfertig, nd. rumpslump, zufälliger weise, durch die bank Strodtmann 191, besonders von [] einem kaufe nach ungefährer abschätzung, nicht nach genauem masz oder gewicht, nach genauer kenntnis des wertes, bei dem man also ebensogut vortheil als schaden haben kann Richey 218. brem. wb. 3, 555 (daneben als subst. holl. rompslomp, unordentliche wirtschaft, nd. rumpslump, ein ungefährer zufall: up'n rump-slump, aufs geratewol brem. wb. 3, 556), ebenso in der genitivischen bildung schlumps (s. dieses unten), die allerdings auch auf ein subst. zurückgeführt werden kann, aber weit zahlreichere analogieen für adjectivische ableitung als für substantivische zur seite hat. vgl. gramm. 3, 92. trotz der abweichung im labiallaut sind wol schweiz. schlumpf, maulvoll, demin. schlümpfli Stalder 2, 332 (vgl.schlamp 1 oben sp. 435) und cimbr. slumfa, slunfa, f. vertiefung, grube, loch, fehler, mangel. cimbr. wb. 233a, in dem der grundbegriff des gleitens, fallens klar hervortritt, als nahe verwandt anzusehen. als stütze für die bei ten Doornkaat Koolman 3, 215b und Pfister 256 angeführte vermutung eines zusammenhangs der wortklasse mit schlimm, adj., älter slimp, könnte die dem älteren nhd. angehörige nebenform dazu slump gelten, s. dieses oben sp. 714.
8333 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlump

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schlump , des -es, plur. inus. ein nur in einigen Sprecharten übliches Wort, das Unvermuthete, Plötzliche, Ungefähre…

  2. modern
    Dialekt
    Schlump

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schlump [ʿSlùmp Katzent. ] f. 1. die Hechel zum Wollkämmen. 2. Brettchen mit Drahthaken, eins fest auf dem Tis…

  3. Sprichwörter
    Schlump

    Wander (Sprichwörter)

    Schlump 1. Es wär' ein Schlump, wenn man einen Hasen mit der Trommel finge. – Körte, 5353; Simrock, 9095. 2. Schlump ett…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlump

81 Bildungen · 73 Erstglied · 6 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schlump 2 Komponenten

sch+lump

schlump setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlump‑ als Erstglied (30 von 73)

Schlumpel

SHW

Schlump-el Band 5, Spalte 469-470

schlumpern

SHW

schlump-ern Band 5, Spalte 471-472

Schlumpbank

PfWB

schlump·bank

Schlump-bank f. : = PfWB Schlumpe 1, Schlumpbank [ LA-Wollmh ]. RhWB Rhein. VII 1396 .

Schlumpel

RhWB

Schlumpel -umbəl, Pl. -ələ m. Meis-Medders; Goar-Trechtinghsn f.: schlapper Kerl Meddersh ; Schlumpe 2 Trechtinghsn .

schlumpelig

DWB

sch·lumpelig

schlumpelig , 1 1) adj. schlaff, welk, runzelig: die schön glatt und roth geriebene haut sei wieder gelb und schlumpelig geworden. Gotthelf …

schlumpen

DWB

sch·lumpen

schlumpen , verb. 1 1) schlapp herabhangen und sich hin und her bewegen Adelung : die kleider schlumpen lassen. ebenda; es schlumpet alles a…

schlumpenschleef

DWB

schlumpen·schleef

schlumpenschleef , m. , nd. slumpensleef, der unbedachtsam ist, blind zuplatzt, und alles ausfallen läszt, wie es will Richey 265 . Schütze …

schlumper

DWB

sch·lumper

schlumper , m. zu schlumpen. 1 1) langes, schleppendes kleid Adelung, Andrienne Campe ergänzungsband, langes kleid, doch ohne schleppe Jacob…

schlumperei

DWB

schlumpe·rei

schlumperei , f. das schlumpen Stieler 1829 ( vgl. DWB schlumpen 6): die Deutschen hingegen zeichnen sich durch nachlässigkeit des stils, wi…

schlumperer

DWB

schlump·erer

schlumperer , m. zu schlumpern, discinctus, metonym. der sich losz gürtet, id est, ein schlauderer, schlumperer, der seine sachen nichts ach…

schlumpergrete

DWB

schlumper·grete

schlumpergrete , f. nachlässig gekleidetes, unsauberes frauenzimmer Wander 4, 249 . vgl. DWB schlumpern 2, schlumperkäthe, -liese und schlap…

schlumpericht

DWB

schlumpe·richt

schlumpericht , adj. zu schlumpern; schlumpicht, schlumperisch, et schlumpericht, ignavus, dissolutus, pannis obsitus, illotus, impexus, int…

schlumperig

DWB

schlumpe·rig

schlumperig , adj. zu schlumpern. 1 1) lang und schlapp herabhängend, von kleidern: schlumperiger rock Bernd 265 , welk, schlaff, ohne spann…

schlumperjan

DWB

schlumper·jan

schlumperjan , m. , nd. slumperjaon, schlechter handwerksmann und überhaupt arbeiter, dem es gleich ist, wie die arbeit gerät Danneil 196 a …

schlump als Zweitglied (6 von 6)

Rumpschlump

RhWB

rump·schlump

Rump-schlump RhWBN wie ndl. rompslomp im Rip, Berg, Ess , SNfrk, Geld , Mörs , Rees rompšlomp , auch romšlomp ; in Gummb-Bergneustdt , Sül…

Ableitungen von schlump (2 von 2)

schlumpe

DWB

schlumpe , 1 1) als masc., wol im sinne von lumpen, fetzen: die reichsgesatz und ordnung haben kein maul und könnens nicht sagen, wie sie ge…

verschlumpen

RhWB

ver-schlumpen: ein Kleidungsstück v., draufschlappen Aach-Alsd , Kemp-Kaldenk , Ess-Überruhr .