krankt,
kränkt,
f. krankheit, nur mundartlich. 11)
belege. 1@aa)
als fluch oder ähnliches kraftwort: was die krankt ist das? das habe ich mein tage nicht gesehen. Schoch
studentenl. F 1
a,
in Pickelherings munde (17.
jahrh.),
ganz wie kränke,
s. d. 3; ei was die krankt mit der maulhengolischkeit (
melancholie)! Filidor
Ernelinde 29.
auch kranket: botz kranket ja, man wird euch eben, wie ihr wolt, diesen mann gleich geben. Spangenberg
Mammons sold C ij
b.
auch nd.: o dusend krankt! nu weht ik nicht, wat ik skal seggen eft gedenken. J. Rist,
weim. jahrb. 6, 380;
ebenso sümmern krankt! Lappenbergs
Lauremb. s. 117, potz krankt! 138, wat en krankt (
was den kukuk o. ä.) 138, all de krankt,
potztausend! Richey 138, dat wäre de krankt! Dähnert 253
b,
er gibt auch dat di de krankt up den kopp fore (
führe)!
[] 1@bb)
mit umlaut: dasz euch die kränkt! Voss
Shaksp. 2, 230,
schlesisch krenkte,
z. b. da möchte man gleich die krenkte kriegen!
ausruf der verzweiflung, der ungeduld Weinhold 47
b, Schweinichen 2, 33.
auch nd., z. b. osnabr. dat du de kränket krygest! Strodtmann 115,
und fränk., nrh., nl., s. unter c. 1@cc)
man nannte die fallende sucht so, krankt Steinbach 1, 927 (
wie auch kränke,
s. d. 3,
vgl. die grosze krankheit,
die einem angewünscht wird, sp. 2039).
so gibt das brem. wb. 2, 865 krankt,
westf. kränkte
f., nrh. in Aachen krängde, fallende krängde Müller
u. Weitz 126,
luxemb. kränkt Gangler 251.
auch fränk. kränkt, kränket
fallende sucht, aber auch pest Schm. 2, 390.
älter nrh. krenkde
schwäche, krankheit überhaupt Fromm. 2, 442
a,
egrimonia Dief. 197
a (
Cölner gemma): dese nuewe krenkde, die man noempt (
nennt) sijnt Jobs suychte. Harff
pilgerf. 98, 17,
eine pest im morgenlande; der (
wenn einer) die krenkten der vallender suycht helfen (
curieren) moecht, der erwurve wayl creftich guet in desen landen. 97, 35.
auch nl. krenkte
krankheit überhaupt Kil.,
jetzt krankte,
aber gesprochen auch krenkte (
so fläm. Schuermans 288
a). 22)
aber merkwürdig auch als masc. 2@aa)
so nd., z. b. in einer fluchformel bei Dähnert: dat mag allen krankt (
kriegen?) 253
b,
hamb. bym krankt! Richey 138; so bin ek wol een man, de vor den störten krankt een hupen wisheit kan. Lappenbergs
Lauremb. s. 101, '
für den stürzenden kr.',
offenbar wieder die fallende sucht. 2@bb)
daher selbst krankheit
als masc.: wo zum krankheit muesz er sich versteckt haben?
Romeo u. Julie bei Cohn
Shakesp. in Germany 351; wo zum krankheit werde ich noch lang warten müssen? 378; wie zum krankheit, tochter, bistu so närrisch?
Julius u. Hippolyta das. 125 (=
engl. comed. u. traged. I, Ll iiij
a).
das begreift sich nur als von einem Niederdeutschen ausgegangen, der sein tom krankt
ins hd. übersetzte. Ebenso wird krankheit
im 17.
jh. in ähnlichen wendungen hd. auslegung von krankt
sein: hole mich die krankheit! Köhler
kunst ü. a. k. 114, 3,
vgl. 244; hol dich nun die krankheit, der kerl meinet mich!
ped. schulfuchs 274; pfui krankheit, kerl, wie stinkestu. 276.
nur daher begreift sich nämlich kränkheit: pfui kränkheit, der teufel hole .. alle kothige weg!
kunst ü. a. k. 129, 24,
aus krenkt
hd. zerdehnt. 2@cc)
das masc. wird sich daraus erklären, dasz man das wort auch für den teufel brauchte: 'dat mag de krankt weten,
i. e. der teufel'. Strodtmann 115,
er gibt geradezu krankt
als teufel (
und unterschieden kränket,
krankheit).
ebenso versteht Richey 138 bym krankt, vörm krankt
vom teufel, als mittel, dem bösen namen aus dem wege zu gehen, und Dähnert 253
b '
es gehöret auch unter die vielen namen des teufels'.
man kann auch in fast allen angeführten fluchformen den teufel
setzen, z. b. alle teufel
für all de krankt!
unter 1,
a, pfui teufel
für pfui krankheit
unter 2,
b. 33)
dasz krankt
aus krankheit
zusammengezogen sei, nehmen alle angeführten quellen an. aber dabei bliebe krenkte, krenkde
unerklärt; es musz vielmehr ein altes nd. md. nrh. krenkede
f. gegeben haben neben krenke (kränke),
wie noch z. b. md. lengde
neben länge,
nl. lengte,
md. dickde
neben dicke,
nl. dikte,
gebildet wie freude.
aber dann müszte auch krankte
auf ein altes krankede
zurückgehn, und dafür spricht allerdings, dasz auch für krenke, kränke
sich umlautlos kranke
f., krankheit findet, nd. bei Schambach 111
b.