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zeisig

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zeisig m.

Bd. 31, Sp. 519
zeisig, m. , zeisig, fringilla spinus, chrysomitris spinus. form: anfang des 13. jahrh.s als mhd. zîs, zîse, f. (m.), dem lautmalenden tschech. ĉíẑ zeisig entlehnt (s. 1zeise, sp. 516). danach von neuem dem tschech. dim. ĉíẑek als zîsek (belegt als cisek 1425 Diefenbach gl. 110a; vgl.cysek, stisek [sc-] segex n. gl. 82b) entnommen und mit der deutschen diminutivform als zîseke, m., bis heute im mnd.-nd. bereich fortlebend; vgl. mnd. sisek, c-, ziseke Lübben-W. 350a (hieraus schwed. siska und ält.-dän. sisik) und die angaben der wbb. für Schlesien (auch zeiske ceyx Diefenbach n. gl. 82b ist schlesisch), Ostpreuszen, Brandenburg, Altmark (auch zeiske Coler hausb. 186), Sachsen (Herberger hertzpost. 1, 796), Thüringen, Vorpommern, Bremen. aus zîseke, zîske entsteht alsdann über zîseken (belegt 1511 Lübeck tzyszeken nd. jb. 16, 113; westf. siesken nd. kbl. 16, 86; fries. sisgen Heuszlin Geszners vogelb. 262a, n. sisken, engl. siskin) die nord- und mitteldeutsche form zîs-, zeischen, n., vgl. zeisichen Diefenbach gl. 6b, Luther 32, 463 W., zyschen Heuszlin Geszners vogelb. 262a, luteola czyżik zeiszchen Murmelius D 6a, carduelis Reyher p 2 va, acanthis, spinus ligurinus Steinbach 2, 1080, sowie die nachweise der md. mda.-wbb. im äuszersten osten galt, wie sisex Lübben-W. 350a, sisex Diefenbach gl. 110a, sysex n. gl. 82b zeigen, das altpreusz. czisix (Nesselmann thes. 214). die nhd. schriftsprachliche form zeisig, m., bildete sich auf md. gebiet aus mhd. zîsik: cziszige (thür.), ziszig Diefenbach gl. 110a; schles. zeisich Schwenckfeld ther. 297; obersächs. zässig Müller-Fr. 2, 697b. ostmd. auch -ing: ebda; tzysing 1517 Diefenbach gl. 110a, zeising 128a, B. Faber 168b, südbrdb. zisink nd. jb. 48, 23b. in Oberdeutschland ergab das mhd. zîse noch in mhd. zeit das dim. zîsel, m., f., das die mda. des Elsasz und Bayern-Österreichs fortführt; s. auszerdem Lexer 3, 1135, Jelinek 994, zeyssel, -y- Diefenbach gl. 110a, -s- 128a; 329a; n. gl. 82b; zysel Keisersberg bilg. 10c, -ei- Weckherlin 2, 372 F., A. a s. Clara Jud. 4, 147 und noch Laube ges. schr. 9, 82; österr. meist zeiserl, n. (neben zeisel, m.), auch zeiserlein Görres ges. br. 3, 22. gleichfalls in mhd. zeit bildete sich das erweiterte zîselîn, n., im alem. aus, dort allmählich wegen des landesüblichen n-ausfalls vor s die reactionsform zinselîn erzeugend: Lexer 3, 1135; zysz-, zeysz-, zeise-, zeinsz-, zinse-, zinszlin, -leyn Diefenbach gl. 110a; 329b; 524c; 556c; coyex, serex n. gl. 82b, cicindela 88b, strix 351a; segex zyszlin gemma gemm. z 3b 2; zinslin Richental chron. 123 lit. ver.; zinssle Heuszlin Geszners vogelb. 25a; zeyszli Frey gartenges. 101 B.; zeisle Harsdörfer tricht. 2, 143; sowie die mda.-wbb. (auch els. und österr.). obd.-md.: zeiselchen Autenrieth 155, lux. wb. 499b; zäsichl, ziszkle Müller-Fr. 2, 697b. zum ganzen vgl. Suolahti vogelnam. 118 f. die verhältnismäszig häufige schreibung mit -sz- (auch zeiszig) erklärt sich aus dem dim. zeischen und zeislein. auffälliges fem. geschlecht: zeisig S. Geszner schr. 2, 154; zeislein fastnachtssp. 2, 538 K. [] sache: in älterer zeit und gegenwärtig im volke nicht scharf von verwandten vögeln geschieden, vgl. z. b. z. für carduelis, d. i. distelfink Reyher p 2va; anderseits hiesz der zeisig früher erlenfink ( v. Hohberg georg. 2, 802). in zss.: meerzeisel, -erl für den leinfink, fringilla linaria, bes. bair.-österr. (s. Suolahti 122, auch th. 6, 1863); plättleinz. Schmeller-Fr. 2 1156; steinzeiserl Unger-Kh. 573b; birken-, kohlz. Fischer 6, 1102; kanarizeislein kanarienvogel Kramer teutsch-it. 2, 1437c. der staar auff hohen eichen, der zeising auff der tann, die grasemck in strAeuchen, die bachsteltz auff der erd G. Treuer d. 1, 596; zeiszle, zinszle ... wird ntzlich zur speisz gebraucht in dem kalten catarr Wirsung arzneib. reg; braucht wenig futter: nicht allein ein zeyszlein, sondern auch weyb und kind ... ernehren (können) Mathesius ausgew. w. 2, 182 L.; das zeislin mag nicht vier weck verdAewen Scheit Grob. 91 neudr.; sei begnügsam wie das zeischen Rückert s. poet. w. 11, 552; (die huren) steilen (stahlen), wie man secht, als ziseke M. Rüdell münst. chron. 137; es ist ein kuo oder ein zeiszle (wenn man etwas nicht erkennen kann) sprw. klugred. 137b; wie der vogel ist, so legt er eyr. es zeugt kein rap ein zeiszlin aus S. Franck sprw. (1541) 2, 8b; ein rabe heckt kein zeislein aus Kirchhofer schweiz. sprw. 294; von der eule: Binder 46; ein kuhe scheist mehr dann ein zeiszlein Lehmann flor. pol. (1662) 3, 84; weiteres bei Fischer; munter wie ein z. Göthe 45, 154 W.; thet fürwitz als die zeiszlein singen H. Sachs 7, 196 K.; der lockt wie ein zeisle Fischer; vgl. die bezeichnende verbalbildung ziseken einnehmend, schmeichelhaft reden, auch langgezogene wörter mit zugespitztem mündchen vorbringen brem. wb. 5, 316; sehr beliebt ist die vb. lockrer z. für jemand, der ein verschwenderisches und sittlich loses leben führt: Lessing 2, 122 M.; John Meier hallische studentenspr. 50; vgl.: ich hatte ihn herbestellt: aber der z. ist gewisz in irgend ein weinhaus gerathen Kretschmann s. w. 4, 2, 155; ein feiner z. Göthe 27, 267 W.; liederlicher z. v. Heppe lehrpr. 221; ein verliebter z. G. Keller ges. w. 5, 164; von frauen: sie is a feins zeisserl ein durchtriebenes frauenzimmer Hügel Wien. dial. 193b; zieske schmeichler, zieske-wäske u. -zaaske frauensperson von vielen tändelhaften und schmeichlerischen worten brem. wb. 5, 316; zeisle verzärteltes, empfindliches, zierliches mädchen, schätzchen Fischer; zisli zärtling, liebling, günstling Seiler Basl. mda. 326; übertr.: goldstück Chr. Weise baur. Macchiavellus 41 F. das schwäb. wortspiel mit zinsen s. unter zins.
5804 Zeichen · 220 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zeisig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Zeisig , des -es, plur. die -e, Diminut. das Zeischen, Oberd. Zeislein, der Nahme eines kleinen grünlichen Vogels mi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zeisig

    Goethe-Wörterbuch

    Zeisig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zeisig

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zeisig ( Erlenzeisig, Angelches , Chrysomitris spinus Boie , s. Tafel »Stubenvögel I« , Fig. 8), Sperlingsvögel aus der …

  4. modern
    Dialekt
    Zeisigm., n.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Zeisig , Zeiser(l) m., n. : 1. Vogelname. a. eine Finkenart (Fringillidae), 'Erlenzeisig (Fringilla spinus)', Zeisich (d…

  5. Sprichwörter
    Zeisig

    Wander (Sprichwörter)

    Zeisig 1. Der Zeisig hat's nicht gethan, rief der Fürst, als ihm jemand in die Stifel hofiert. – Eiselein, 656. 2. Der Z…

  6. Spezial
    Zeisig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zei|sig (Carduelis spinus) m. (-[e]s,-e) ‹ornit› zaissl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zeisig

27 Bildungen · 16 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von zeisig

zeis + -ig

zeisig leitet sich vom Lemma zeis ab mit Suffix -ig.

zeisig‑ als Erstglied (16 von 16)

zeisigbunt

DWB

zeisig·bunt

-bunt , adj. , bunt wie ein zeisig: ein röschen unterm hals, die weste zeischenbunt v . Schönaich bei Gottsched anm. gel. 2, 692 . —

zeisigfarb

DWB

zeisig·farb

-farb , adj. : viride palleus gruonlicht, zeisgensfarb Corvinus 982 . —

zeisigfink

DWB

zeisig·fink

-fink , m. , fringilla spinus J. A. Naumann ntg. d. vög. 5, 155 . —

zeisigfutter

DWB

zeisig·futter

-futter , n. , schmale kost, in der rda.: eselsarbeit und z. portraits ( Leipz. 1779) 238; Holtei erz. schr. 23, 139 ; e. u. zeiszleinsf. Sc…

zeisiggäl

MeckWB

zeisig·gael

Wossidia zeisiggäl blaßgelb: wenn dat Flaß zeisiggäl wir Sta Stargard@Triepkendorf Triepk . Vgl. MeckWB Ziesk .

zeisiggelb

DWB

zeisig·gelb

-gelb , adj. : rock: Brachvogel Fried. Bach 1, 14 ; z. gestrichene treppe: G. Falke stadt m. d. gold. türm. 8 ; Brehm thierleb. 1, 248 P.-L.…

zeisiggrün

DWB

zeisig·gruen

-grün , adj. , gelblichgrün: Mothes baulex. 4, 500 ; der httenrauch vom seigerofen ist gelbe oder schier zeissiggrün Mathesius Sar. (1571) …

zeisigkost

DWB

zeisig·kost

-kost , f. , gleich -futter: sie musz sich zu zeischenk. bequemen Chr. Gerber hist. d. widergebohr. 4, 187 . —

zeisigkraut

DWB

zeisig·kraut

-kraut , n. , volksthümlicher name verschiedener pflanzen ( s. zeisekraut, sp. 516), 1) sideritis scordiodes zeischen- Pritzel-J. 376 b ; um…

zeisigmagen

DWB

zeisig·magen

-magen , m. , winziger und winziges leistender magen, in der vb. meisznischer z.: der ( geselle ) ... trAegt ihm ( dem meister ) eine schüss…

zeisignest

DWB

zeisig·nest

-nest , n. , nest des zeisigs; diesem allgemein früher die kraft unsichtbar zu machen zugesprochen; vgl. br. Grimm sag. 1, 72 ; nach A. Wutt…

zeisigstein

DWB

zeisig·stein

-stein , m. , nach dem volksaberglauben der zauberstein, der das zeisignest unsichtbar macht ( s. -nest): den zeisigen nachahmen, die, wie m…

zeisig als Zweitglied (10 von 10)

Birkenzeisig

LDWB2

birken·zeisig

Bir|ken|zei|sig (Acanthis flammea, Carduelis flammea) m. (-[e]s,-e) ‹ornit› zaissl di bedois m. , zaissl cocejin m.

meerzeisig

DWB

meer·zeisig

meerzeisig , m. fringilla linaria, flachsfink, zitscherling; meerzeiszlein, ein kleiner vogel, sonst zitscherlein, ziserinchen. Frisch 1, 65…

steinzeisig

DWB

stein·zeisig

-zeisig , m. steinwiedehopf, pipra rupicola Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1303 . b b) stein- ' steiniges gelände ':

Waldzeisig

Adelung

wald·zeisig

Der Waldzeisig , des -es, plur. die -e, noch häufiger im Diminutivo, das Waldzeischen, plur. ut nom. sing. der Nahme eines kleinen Waldvogel…

wasserzeisig

DWB

wasser·zeisig

wasserzeisig , m. der teichrohrsänger, sylvia ( acrocephalus ) arundinacea Naumann vögel Deutschlands 3, 614 . Brehm 2 5, 214. —

weidenzeisig

DWB

weiden·zeisig

weidenzeisig , m. demin. weidenzeislein, n. name mehrerer kleiner laubsänger Suolahti vogeln. 75. 1 ) der fitislaubvogel, sylvia trochilus a…

zitronen(en)zeisig

DWB

-zeisig , m. , carduelis citrinella ( Pallas ) dass. wie zitronenfink: in der grösze kömmt der zitronenzeisig unserm bluthänflinge nahe Naum…

Ableitungen von zeisig (1 von 1)

Zeisige

Herder

Zeisige , bilden eine Familie der Gattung Fink (s. d.), mit schlankem Körper, sehr spitzigem, vorn zusammengedrücktem Schnabel und grünem Ge…