Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zeisig m.
Zeisig m.
Zeisig m. Der Name des kleinen, zu den Finkenvögeln gehörenden Singvogels lautet zunächst mhd. zīse (Anfang 13. Jh.), frühnhd. zeise, entlehnt aus westslaw. *čižь (vgl. atschech. čīž, tschech. číž, apoln. czyż, cyż, poln. czyż, obsorb. čiž, nsorb. cyž ‘Zeisig’). Danach begegnet mhd. zīsec, zīsic (14. Jh.), frühnhd. zeisig, mnd. sīsek, cisek, sīsex, sīseke, aus dem Deminutivum westslaw. *čižьkъ, *čižikъ (vgl. tschech. čížek, čižík, poln. czyżyk, obsorb. čižik, mundartlich čisk, nsorb. cyžyk ‘Zeisig’). Das slaw. Suffix ist im Mnd. vielleicht ebenfalls als Deminutivsuffix empfunden worden (vgl. mnd. sīsek usw.); andererseits zeigen mnd. sīseken, ziseken, tzyseken erneute Deminuierung. die Entlehnung ins Dt. erfolgte vielleicht (im Hinblick auf den Ersatz der Sibilanten) schon vor der Mitte des 11. Jhs. (obwohl die Zeugnisse erst später liegen). Westslaw. *čižь ist wie russ. čiž, čížik, ukrain. čyž, čýžyk (чиж, чижик), serbokr. čȋž, čížak lautmalend; vgl. die Deutung des Zeisigrufs ukrain. čyj vy? čyj vy? (чий ви?) ‘wer seid ihr?’.