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satt

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

satt adj.

Bd. 14, Sp. 1811
satt, adj. satur. eine participialbildung zu der europäischen wurzel sâ, die 'sättigen' bedeutet. Fick4 1, 557. die ablautstufe mit langem vocal liegt vor in griech. ἄμεναι, ἆσαι u. s. w., altir. sásaim 'sättige', sáith 'sättigung', lit. sotùs 'satt', sótas und sótis 'sättigung', goth. sôþ, gasôþjan, altslav. sytŭ läszt sich wegen des vocals nicht damit vereinigen. dem germ. worte entspricht genau, abgesehen von der endung, lat. sat, satis, satur, altir. sathach. es geht durch alle älteren german. dialekte ohne irgendwelche abweichungen in form und bedeutung: goth. saþs (plur. sadai); altn. saþr, später saddr; ags. sæd, engl. sad; alts. sad, mnd. sat (sade), holl. zat; ahd. mhd. sat (vgl. Kluge 291a. Weigand 2, 527). auch die dialekte bieten keine abweichenden formen, abgesehen von inlautendem d im nd., weshalb es nur wenige idiotiken aufführen, s. Hunziker 216. Spiess 203. Schütze 4, 14. ten Doornkaat Koolman 3, 86a. vereinzelt sayt neben sat, sadt in einem md. glossar v. 1414 bei Dief.-Wülcker 830. [] Die bedeutung ist sowol in den urverwandten sprachen wie in den ältern dialekten durchaus constant. erst die neuere sprache hat hier eine fülle übertragener bedeutungen geschaffen. eigenthümlich ist die bedeutungsentwicklung im englischen. während im ags. durchaus die gewöhnliche bedeutung 'satt, gesättigt, übersättigt, müde' herrscht, finden sich davon im mittelengl. nur noch spuren; statt dessen bedeutet es zumeist: fest, dicht, compact, schwer. hieran, und nicht an die bedeutung 'überdrüssig, müde' ist die jetzt vorwiegende bedeutung 'ernst, traurig' zu knüpfen, ausgehend von wendungen wie with a sad heart (mit schwerem herzen), und vielleicht von der verwendung von sad für 'dunkel' von farben beeinfluszt, vgl. Skeat etym. dict. 522b. für 'satt' verwendet das engl. jetzt das aus dem latein. stammende sated. das heutigen. und schwed. hat das wort ganz aufgegeben und durch mæt ersetzt. ein comparativ von satt findet sich verhältnismäszig selten und meist in freierer verwendung, da die eigentliche bedeutung kaum eine steigerung zuläszt; ein superlativ ist nirgends belegt. 11) zunächst von jemand, der seinen hunger oder durst gestillt hat, gewöhnlich auf ersteren bezogen: satt, gesettiget satur Dasypodius; so soltu dem leviten, dem frembdlingen, dem waisen und den widwen geben, das sie essen in deinem thor und sat werden. 5 Mos. 26, 12; und sie ass, und ward sat, und lies uber. Ruth 2, 14; und (sie) assen und worden sat und fett. Nehem. 9, 25; das sie werden essen und nicht sat werden. Hos. 4, 10; sie assen aber und wurden sat, und huben die ubrigen brocken auff. Marc. 8, 8; ich habe kartoffeln gegessen oder ein wildes huhn; satt ist satt. Schiller kab. u. liebe 5, 6. als gegensatz zu hungrig: die satten und die hungerleider. ich kan nidrig sein, und kan hoch sein .. beide sat sein und hungern. Phil. 4, 12. bildlich: dann würde mein hungriger stolz satte demuth. J. Paul uns. loge 2, 57. in der volkssprache zuweilen in verstärkenden zusammensetzungen: hautsatt, sterbenssatt, todsatt Frommann mundarten 5, 193; dicksatt, rammelsatt, dickrammelsatt, dickbreitsatt Spiess 203. 1@aa) seltener wird satt in diesem sinne in flectierter form gebraucht: ein satter glaubt dem hungrigen nicht. Frisch 2, 150b. meist prädicativ in den verbindungen satt sein, werden; die ältern dialekte wenden natürlich auch hier die flectierte form an: goth. gamatidedun þan jah sadai vaurþun. Marc. 8, 8; bithiu ir âzut fon thên brôtun inti satê wurdut. Tatian 82, 4; ghi sult noch heden werden sat. Reinaert 634; und wenn du gessen hast und sat bist. 5 Mos. 8, 10; da er aber fett und satt ward, ward er geil. 32, 15; ich (der wolf) bin wirklich das zahmste, sanftmüthigste thier, wenn ich satt bin .. aber wenn bist du denn satt? du und der geitz werden es nie. Lessing 1, 160. satt machen, sättigen: der junge macht mich (das krokodil) noch nicht satt. Lichtwer fab. (1748) 3, 3 (s. 97). so auch: und hab gemacht mein bäuchlin satt. Alberus Esop (1590) 41b. das, was man gegessen hat, kann dabei im genetiv angegeben werden: wildine (Reinaert den Bruun) honichs maken sat. Reinaert 610; dat icken soude maken hoenre sat. 1607; zwisschen abend solt jr fleisch zu essen haben, und am morgen brots sat werden. 2 Mos. 16, 12; die erde wird nicht wassers sat. spr. Sal. 30, 16. ferner satt von: warumb zelet jr gelt dar, da kein brot ist, und ewer erbeit, da jr nicht sat von werden könnet? Jes. 55, 2; und alle vogel wurden sat von jrem fleisch. offenb. Joh. 19, 21. 1@bb) besondere beachtung verdient die sehr gebräuchliche verbindung sich satt essen, wobei satt als prädicativer accusativ zu sich gesetzt ist, um den erfolg des essens zu bezeichnen. die ältern dialekte gebrauchen hier einfaches satt essen, mit übergang des satt in die bedeutung 4. so goth.: jah gairnida sad itan haurne, þoei matidedun sveina. Luc. 15, 16, ebenso 16, 21. so noch nhd.: sie asz an seinem tisch und trank aus seinem becher satt. Erlach volksb. 4, 38; arm bin ich zwar, doch ess' ich satt. Bürger 37a. dagegen in der verbindung satt zu essen haben läszt man satt besser von haben abhängen (s. 4, a). sich satt eszen, saturari cibo, famem sedare Stieler 1682, explere se cibo Frisch 2, 150b. sprichwörtlich: er iszt sich nicht satt, avarissimus est. ebenda; des tags sich dreimal satt essen ist zu viel und schadet, wo es nicht mässig geschihet. Docemius Comenius sprachenthür [] (Hamb. 1648) § 569; zorn — dieser heiszhungrige wolf friszt sich zu schnell satt. Schiller räuber 2, 1 schausp.; ich hab mich satt gefressen, und immer ein gutes hemd auf dem leib gehabt. kab. u. liebe 1, 1. dafür auch: ich wil gehn bey den weidenpfadt, und wil mein bäuchlein essen sadt. Alberus fab. (1590) 41a. ebenso sich satt trinken: saufft euch satt, weil mans gestatt. Garg. 95a; ik môt hebben mînen dêl unde drinken nû mit juw wînes sat. Claws bur v. 17; sie trinkt voll gier von unserm herzensblute, und schwelgt sich satt. Hölty 172. ferner einen satt speisen, bildlich: doch ist die ganze weisheit nicht genug, auch nur den kleinsten zweifel satt zu speisen. Lenau 2, 98 Koch (Faust v. 144). ahnlich: in H. wohnete ein überallemaszen geitziger dorffpriester, welchem man die hände nimmer sat füllen konte. Leyermatzs lust. correspondentz-geist (1668) s. 235; so könte er mit den schätzen und dem reichthumb in Constantinopel die Polen satt contentiren. Schuppius schriften 373. 1@cc) wie man satt auch mit bezug auf das trinken sagt (vgl. oben sich satt trinken), so kommt satt allmählich zu der bedeutung: einer, der zu viel getrunken hat, betrunken (vgl. voll). so besonders holl. zat, ein satter .. ebrius, nauseosus. Stieler 1682; der nam mich mit sich in stadtkellr, liesz zapffen wein und muscatellr, macht meinen Jan so satt, so trund, das er die trepff kaum finden kunt. Hollonius somn. vit. human. v. 1232 s. 60 neudr. 22) von da kommt satt zu der allgemeinern bedeutung: einer, der sein verlangen nach etwas gestillt, der von einer sache genug hat, befriedigt, zufriedengestellt. 2@aa) satt sein, werden, ganz allgemein: auff erden werden wir nit satt, und haben hj kayn bleybent statt. Schwartzenberg 151d; auffs bittre streut er (der koch) zucker her, das magre würtzt er wol, dem herren werden ohren satt (von den ausländischen namen der leckerbissen), und jhm der beutel voll. Logau 1, 177, 47; hat nicht der das halbe brot, der ein schönes weiblein hat? freylich; wer im magen nicht, nur an augen wil seyn sat. 1, 183, 71; der frühling ist zwar schön, doch wann der herbst nicht wär, wär zwar das auge sat, der magen aber leer. 2, 76, 87. mit genauerer angabe: satt sein, werden eines dinges oder etwas zu thun, davon genug haben, besonders mit einer negation; ohne eine solche meist in die bedeutung 3 übergehend: seine augen werden reichthums nicht sat. pred. Sal. 4, 8; wer gelt liebt, wird gelts nimer sat. 5, 9; aber im hertzen dencket er (der feind), wie er dich in die gruben felle, und kriegt er raum, so kan er deines bluts nicht sat werden. Sir. 12, 16; und so wurd' er's gar nicht satt, sich zu bekehren. J. Paul leben Fibels 9; doch keiner rief den richtern lauteren beifall zu als der barmherzige Samariter, der .. nicht satt werden konnte, die gerechtigkeitsliebe der herren von Kirchberg zu erheben. Musäus 1, 24 Hempel. auch mit präpositionen satt von und selten mit etwas: ein teyl (der verstorbenen) wirt mit dem feür gequelet, ein teyl ist mit himmlischer freüd satt und erleücht. Franck weltb. 114b; wie wird denn satt von küssen, Diana sich zu helfen wissen? Wieland 10, 160; o wehe mir! wie bin ich satt vom hören schon! o wehe mir! Platen 298b. vgl. ferner zusammensetzungen wie freudensatt u. ähnl. 2@bb) sehr häufig in wendungen, die dem sich satt essen (1, b) analog gebildet sind. besonders häufig ist sich satt sehen. das object wird dabei in der ältern sprache im genetiv, jetzt mit an beigefügt: denn das ists, des sich die engel in ewigkeit nicht sat können .. sehen und wundern. Luther 8, 154a; das auge sihet sich nimer sat, und das ohr höret sich nimer sat. pred. Sal. 1, 8; wer kan sich seiner herrligkeit sat sehen? Sir. 43, 1; Egmont. sieh dich nur satt. Göthe 8, 235; ich .. merke erst, wie lieb ich dich habe, da ich mich nicht satt an dir sehen kann, dasz du so wohl und so gut aussiehst. 20, 136; so konnte ich während des langen protestantischen gottesdienstes mich wohl satt an ihr sehen. 24, 267; wie göttlich schön dir das derangirte haar läszt, mein liebchen! kann mich nicht satt an dir sehn. Wagner kindermörd. 9, 32 neudruck; [] wenn ich auf höhen ihn führe, satt sich hier zu sehen? Göckingk 1, 313; und (Amanda) kann nicht satt sich an dem knaben sehen. Wieland 23, 115 (Oberon 8, 77); ach, und es ist noch etwas rund, da sieht kein aug' sich satt. Göthe 1, 19; man sieht sich leicht an wald und feldern satt. 12, 60; für dieszmal sieh dich immer satt. 124; hoch auf springt die bacchantin im tanz, dort ruhet sie schlummernd, und der lauschende faun hat sich nicht satt noch gesehn. Schiller 11, 193. ferner sich satt hören, reden, weinen u. a. m.: ich weisz nicht, was ich darum gäbe, wenn ich mich noch itzt alle wochen einmal in gesellschaft so vieler rechtschaffner leute satt essen, satt lachen, und satt zanken könnte. Lessing 12, 144; der bursche kann sich nicht satt von den pferden reden. Klinger 1, 153; der kleine dachte, der staar denke und sei so gut ein mensch wie Robisch und liebe ihn für alles; daher konnt' er sich nicht satt an ihm hören und lieben. er konnte sich eben an nichts satt umarmen. J. Paul uns. loge 1, 61; wir schäkerten uns satt. Hagedorn 3, 75; wie Heraklit nur da zu stehn, und sich von herzen satt zu grämen? Göckingk 1, 18; hat er sich satt an eurer pracht gesehen, und sich um seinen zweiten freund, den elephanten, satt geweint, und satt gekauft an indianschen krähen. 2, 176; itzt wünscht sie (Diana) schon — sich satt an ihm (Endymion) zu küssen. Wieland 10, 156; frau Dido konnte gar nicht satt sich an dem jungen küssen. Blumauer Än. 17 Grisebach; indessen könnt ihr ganz allein an aller hoffnung künft'ger freuden in ihrem dunstkreis satt euch weiden. Göthe 12, 136; und da schlagt und lärmt euch satt. 57, 238; im zimmer wie im hohen saal hört keiner je sich satt: denn man erfährt zum erstenmal warum man ohren hat. 47, 177 (madame Catalani); nicht ruh'n soll dieser degen, bis er sich in österreich'schem blute satt gebadet. Schiller Wallenst. tod 4, 7. 2@cc) aber auch hier finden sich daneben ähnliche wendungen ohne sich, wo also satt, genau genommen, mit 'genug' zu übersetzen wäre (vgl. 4). so besonders ich habe satt gelebt: wir haben satt gelebt. Gryphius 1, 160; laszt götter! laszt die grauen haare nun zum orkus fahren — satt hab ich gelebt. Schiller 1, 320 (Semele 1). andere redensarten: satt slapen, recht ausschlafen. brem. wb. 4, 592; als ich nun desz dings bald satt gesehen. Simplic. schriften 3, 346, 19 Kurz; ihr lichter, die ich nicht auf erden satt kan schauen. Gryphius 2, 317; lebe bis du satt geküszt, und des trinkens müde bist. Lessing 1, 65; doch, so bald sie satt der lust gepflogen. Bürger 57a (dagegen: wann sie sich an ihnen satt gepflegt. 57b); habe satt gedudelt. Schiller 1, 350. 33) leicht und sehr gewöhnlich ist von hier aus der übergang in die bedeutung 'überdrüssig, unlustig, müde', indem man etwas, von dem man genug bekommen hat und gesättigt ist, nun nicht mehr mag und es einem widersteht. vgl. das sprichwort: wenn die mäuse satt sind, ist das mehl bitter u. ähnl.: wenn die maus satt ist, so bittert ihr das mehl, satietas fastidium parit. Stieler 1682. oft in der verbindung satt und müde (vgl. th. 6, sp. 2619). 3@aa) satt eines dinges oder etwas zu thun. sehr gebräuchlich ist lebens satt: (Abraham) starb, in einem rügigen alter, da er alt und lebens sat war. 1 Mos. 25, 8; und Joiada ward alt, und des lebens sat, und starb. 2 chron. 24, 15; und Hiob starb alt und lebens sat. Hiob 42, 17. häufig zusammengeschrieben (s.lebenssatt). mit andern genitiven: Pauline, lasz uns fliehen, des lärms, der grösze satt, und in ein hüttlein ziehen, fern, fern von hof und stadt. Haug 2, 112; des dorfes und des mädchens satt. Hölty 15 Halm. sogar in der bedeutung 'einer sache überhoben, von ihr befreit': welcher sorgen ihr eures sohns halben, gott sei dank, nun alle geübrigt seid, dieweil er solcher not und gefahr, unglück [] und creuz hoch satt gesessen ist, das ihn kein not rühren noch treffen kan. Neander vom sel. absterb. B 7b. mit infinitiv: wer weisz, ob nicht der himmel, satt mich zu verfolgen, mein beginnen segnet. Schiller Turandot 1, 3. 3@bb) satt sein oder werden. 3@b@aα) eines dinges: ich bin sat der brandopffer von widern, und des fetten von den gemesten, und hab keine lust zum blut der farren, der lemmer und böcke. Jes. 1, 11; denn ich bin des lebens satt, und vom trauren kranck und matt. Venusg. s. 20, 13 neudruck; und dich nackenden wird bei den schiffen, fern von den ältern, reges gewürm verzehren, wenn deiner die hunde nun satt sind. Bürger 241a (Il. 22, 507); du bist nun meiner satt und willst mich arme sitzen lassen. Blumauer Än. 59 Grisebach; ist könig Philipp seiner guten laune schon satt, dasz er die nattern seines sohns zu gaste ruft? Schiller don Carlos 1, 1. 3@b@bβ) während diese fügung jetzt nur noch in gewählter rede und in geprägten verbindungen wie des lebens satt üblich ist, pflegt man in gewöhnlicher rede satt sein mit dem acc. zu verbinden, indem man den genauen sinn der einzelnen worte nicht mehr empfindet und die verbindung wie ein transitives verb. behandelt, zugleich wol in anlehnung an satt haben (s. c), vgl. die analoge entwicklung von los sein, werden theil 6, sp. 1159 (f). nicht deutlich ist hier der ausdruck ich bin es satt, da dieser auch den alten genitiv des neutrums enthalten kann: fürwahr, ich weisz nicht, was mich traurig macht: ich bin es satt, ihr sagt, das seyd ihr auch. Shakespeare kaufmann 1, 1; mein freund, such dir 'nen anderen begleiter! .. such einen andern, sag' ich, ich bin's satt. Grillparzer 4, 47; er (Paris) schaut, und schaut fast eine vierstelstunde und wird's nicht satt. Wieland 10, 180. dagegen findet sich auch unzweifelhafter gebrauch des acc.: wenn er alsdann das schöne gesicht satt wäre. Lessing 1, 468 (schatz 1, 1); du muszt eine schöne (frau) nehmen, die reich ist und gut; so eine wird man nimmer satt. Göthe 11, 9; nicht wahr, du lehrst mich ein halb dutzend (lieder)? ich bin meine alten satt. ebenda; die zeit ist hin, wo der name Wallrod meinen ohren gefiel, ich bin ihn nun so satt und ekel, dasz ich ausspeye, sobald ich ihn nur nennen höre. Fr. Müller 3, 72; es ist mir neulich aufgefallen was ich in einer zeitschrift oder zeitung las, dasz das Hamburger publikum sich über die wiederholung der Ifflandischen stücke beklage und sie satt sei. Schiller an Göthe 497. 3@b@gγ) zuweilen treten auch präpositionen ein, so an: der sprecher macht sich lustig über eine junge frau, die ihren mann ... zärtlich wehmüthig soll gebeten haben, mit ihr zu heurathen, weil er sich stellte, als wär' er satt an ihr, und fühle keine lust mehr für sie. Stalder erndteb. 2, 92. 3@b@dδ) mit dem infinitiv: denn satt bin ich, zu forschen! satt, mühsam in des denkens labyrinth herum zu kriechen, und kein licht zu finden, nichts, das mir wahrheit sey! Klopstock 9, 27; satt bin ich, was unter der sonne geschieht, zu sehn. 43; doch bin ich zu leben satt! 47. 3@cc) mit dieser redensart steht satt haben vollkommen gleich und wird weder in der verwendung noch in der construction irgendwie davon unterschieden. eigentlich steht auch hier satt als object in der bedeutung 'genug' (s. 4); doch empfindet die sprache diesen unterschied nicht mehr. mit partitivem genitiv: eines dinges satt haben, genug davon haben, aber auch: dessen satt, überdrüssig sein: ich habe der sachen alle satt, fastidiosus sum harum rerum, fastidio mores istos. Stieler 1682; wolan, halt inn! sie habn sein sat ... sie werdn kein frauen schenden mer. schausp. aus dem 16. jahrh. 1, 95, 436 Tittmann (Rebhun Susanna 5, 5); sie (die seele) sucht bey dir vor solche hoffart rath, und hat des trutzens satt. Opitz psalmen 242; er hatte des albernen spieles nun ziemlich satt. Wieland 5, 162 (Am. 18, 7); auch habe ich aller beschreibungen und reflexionen für heute herzlich satt. Göthe 16, 259. dafür auch an: amtm. sie kommen doch wieder morgen? gouvern. man hat an einmal satt. 13, 39. [] in der wendung ein ding satt haben ist satt prädicative bestimmung zum object; also eigentlich: etwas als hinreichend, in genügender menge haben: wenn du es bey den wölfen satt hast, so zieh um, und wohne bey Cerberus! Klopstock 10, 304; verschont mich mit dem spasz! ich habe das gerede recht satt. Göthe 11, 118. ebenso: etwas satt kriegen. K. Lessing schausp. 301; allein im grunde hatt' er's doch nicht satt und war bis dato noch bei gutem appetite. Blumauer Än. 58 Grisebach. 3@dd) zuweilen ohne genauere beziehung als allgemeiner stimmungsausdruck: übersättigt, müde, blasiert: jener mensch im rothen kleide, mit der reichen, satten miene. Klinger 1, 118; und an diesem morgen erneuerte sich in seinem herzen die schmerzhafte ähnlichkeit von vier dingen, — von dem leben, von einem tage, einem jahre, einer reise, die einander gleichen im frischen jubelanfang — im schwülen mittelstück — im müden satten ende. J. Paul Hesp. 1, 166. 44) wenn satt sehr häufig in dem sinne von 'genug' steht, so liegt darin zunächst ein wechsel der beziehung, indem das wort von dem, der von einer sache genug hat, auf diese selbst übertragen wird. besonders klar ist dieser übergang in einigen redensarten, denen ganz analoge mit satt im gewöhnlichen sinne zur seite stehen, s. 1, b. 2, c. 3, c. 4@aa) am engsten schlieszen sich an die grundbedeutung an wendungen wie satt zu essen haben, auch allein satt haben, satt finden u. ä.: nicht satt zu essen geben, cibum deducere. Frisch 2, 150b; ich bin reich, und habe gar sat, und darff nichts. offenb. Joh. 3, 17; ihr ratio status bringt mit sich, dasz sie wollen schincken, metwürst und dergleichen satt zu fressen, und Hamburger bier satt zu sauffen haben. Schuppius schriften 7; wie aber hunde sind, die nie satt genug haben, wenn sie speisen riechen. Göthe 37, 248; nichts reizt den appetit so sehr, als die besorgnisz, er finde nicht satt. J. Paul Hesp. 1, 112. auch vom betrunkenen sagt man: er hatt satt. Stieler 1682. Lichtenberg (1844) 3, 75 (unter den 'redensarten, womit die Deutschen die trunkenheit einer person andeuten'). über satt essen und analoge bildungen, die mit sich satt essen gleich stehen, vgl. 1, b und 2, c. 4@bb) in diesem sinne nimmt satt wie genug eine mittelstellung zwischen substantiv und adjectiv ein, vgl. theil 4, 1, sp. 3492. es ist satt, genug: da en der herzoge sach, da sprach er: 'iz ist sat'. deutche chron. 2, 315, 38; ach, jungfrau, es ist satt. Fleming 176. gehört es zu einem substantiv, so sind zwei arten der verbindung möglich: entweder wird dieses im genitiv von satt abhängig gemacht, oder satt tritt als prädicative bestimmung dazu; in beiden fällen steht satt nach und verändert seine form nicht. selten vorangestellt: genug und satt menschen. Claudius 5, 72. 4@b@aα) hat jemand lust mit mir darob zu kämpfen, der melde sich: ich will ihm kampfs nicht versagen, sondern streits satt geben. Liscow 169; trinkt vast, sie kaufen euch des sat. fastn. sp. 450, 25; wir wolln ihr pein gnug anthun und unglücks gar satt darzu. 942, 1; wann unter dessen doch der arme nackend lieget für deines hauses thür, und grossen hunger hat, du aber giebest ihm nur nicht des brodtes satt. Opitz 1, 349; ein messer und ein beil das ist ihm werckzeugs satt. Fleming 73. 4@b@bβ) dagegen ebenda weiter unten: (er) lässt üm und neben sich sein weenigs viehlein graasen, das ihm ist reichthumb satt. wenn man im zeit sat lesset. M. Neander bedenken 14b; damit ihr wieder neue gattungen bekommen möget, so säet den saamen satt und überflüssig. Hohberg 3, 1, 606a. noch mundartlich er hat geld satt. Albrecht 196a. 4@cc) andrerseits kommt satt im älteren nhd. sehr häufig in flectierter form vor, was bei genug im nhd. nicht mehr statthaft ist. wir ziehen in diesem sinne jetzt 'genügend, hinreichend' vor: so dasz, wann hartz, alaun und schwefel sind verthan, ihr samen widerumb sich doch erholen kan, und satte nahrung hat. Opitz 1, 44; sieh so geh' ich weit von dir, du hast satten blatz vor mir. Fleming 179. sehr häufig ist satter grund, satter fug: mit gutem satten wahren grunde, und allen nottürfftigen umbstenden. quelle bei Haltaus 1590; viel weniger hat allein ausz büchern kriegen [] (krieg führen) .. selten ein satten grundt. Kirchhof mil. discipl. vorr.; habe (er) uber das auch sie zu straffen satte und erhebliche ursachen. 183; er erkühne sich doch einst, meinem gehorsam zu üben, .. damit ich mit sattem grunde nennen möge, — sein — diner — N. N. Butschky hd. kanz. 133; mit zierlichkeit und sattem grund kan ewer honig-reicher mund mehr dan des Griechen mund verwalten. Weckherlin 440; satten fug habt jhr zu zagen. Fleming 322; nun vermeint sie (die braut) sich zu laben erst recht satten fug zu haben. 366. ähnlich: eben umb dise zeit ... publicieret auch d. Martinus Luther ein büchlein, darinnen er diser armen verfürischen leut (der widertäufer) jamer und blindheit beweinet, ire lehr mit satten argumenten widerleget. Kirchhof wendunm. 1, 578 Österley (1, 2, 117); sind keine kläger gleich, noch satte zeugen dar, hierdurch wird nicht entweiht der Themis richt-altar. man musz in solchem fall auch, was unglaublich, glauben. Hallmann Antiochus 37. mit übergang in die bedeutung 'reichlich, ausführlich'. satter bericht u. ähnl.: inn hoffnung sye sollen derwegen satten und gueten bericht eingenommen haben. Frankf. urk. von 1560 bei Dief.-Wülcker 830; das er ain diener mit sattem beschaidt abfertigen sollte. Zimm. chron. 1, 415, 10 Barack; weil er dieser gantzen sachen so guten satten bericht hette. Ayrer proc. 3, 2; die sceptici, welche alles in zweifel zogen und über kein sach satten bescheid geben wolten. Fischart Bodin (1591) vorrede; demnach .. i. churfürstliche gnaden uns sämbtlichen f. und st. in Ober- und Nieder-Schlesien .. mit satter, weitläuftiger ausführung die gänzliche intention freundlich und gnädigist insinuiret. verhandlungen der schles. fürsten vom j. 1621 s. 120; dafür zu sorgen, dasz kaiserlicher majestät und allen ständen des reichs ein satter und ausführlicher bericht gegeben werde. Kugler herzog Christ. von Wirtemberg 2, 116. satter rath, der auf reiflicher überlegung beruht: ausz gutem satten reyffen raht. Kirchhof milit. discipl. 93; etwas zu reiffen und satten rath ziehen. landtag von 1612 bei Schm. 2, 334; ein steiff und satt gesatz, das ohn exception zu allen fällen dien. ebenda; dasz die kirchner, so auff den dörffern handwerge können, dieselben nicht ausserhalb auff den herrnhöfen oder sonsten, sondern alleine daheime in ihren häusern, zur nothdurft und nicht zu sattem kauffe (ea copia, quae multitudini emtorum sufficiat), den ümbliegenden städten und meistern desselbigen handw. zu nachtheil treibe. quelle bei Haltaus 1591. auch die verbindung etwas oder nichts sattes findet sich: und ob schon schaum, jest etc. erschiene, so ist es nichts sattes, die kranckheit zu urtheilen. Paracelsus opera (1616) 1, 714 C. 4@dd) satt als adverb. 4@d@aα) neben verben: under den beweisungen, darauf ein urtheil fürnemlich satt zugründen, mögen drei für die notigsten unzweifelhaftigsten angeben und gehalten werden. Fischart Bodin (1591) 208; Wackermann Uhlfinger war weiber- und becherlehn; seiner verschwenderischen hausfrau konnte er nicht satt rauben und plündern. Musäus 4, 47 Hempel; wilts aber wissen als in sum nim für dich den Polidorum, durch den würstu erfaren satt wer yede kunst erfunden hatt. Wickram irr reit. bilger 15a; ich glaube leicht, dasz du mit von den unsern bist, dann deine tapfferkeit satt zeuge hieran ist. D. v. d. Werder Ariost 20, 65, 8. satt schreiben, ausführlich, eingehend: von welchem ich satter schreibe im buch von den kranckheiten die da entspringen im blut. Paracelsus opera (1616) 1, 714 A. 4@d@bβ) neben adjectiven, denen es gewöhnlich nachgestellt wird: der anfang ist uns gut sat, es sol wol besser werden. Luther 5, 281a; es hat mir euer lieber sohn, M. Johannes, angezeiget, kläglich gar satt, lieber freund, wie ihr euch vom sacrament so viel jahr enthaltet. briefe 5, 279; wenn ich meim breutgam schön sat wer, so hett ich fort kein sorg nicht mehr. Rebhun hochzeit zu Cana (1546); herr, es ist lange satt, dasz ich dich nicht gesehen. Fleming 29; indessen, dasz der Mars bey zweymahl sieben jahren annoch nicht grausam satt berennt und angefahren mein werthes vaterland. 70; dein schwacher leib steht allen todten (toden) offen, thuts einer nicht, so stehn hier zehen noch, die starck sind satt, zusencken ihn ins loch. 285; [] vater Mars, lasz ab von Meissen ... lasz sich auch nun frembde schmeissen, die uns lange satt sehn zu. 414. selten vorangestellt: bisz man mich auch mit dir sieht untern hohen sternen, da du bist kommen hin, und sitzest schon satt fäst. 264. 55) hieran schlieszen sich in der ältern sprache zahlreiche gebrauchsweisen, in denen satt sich mehr oder weniger von dieser grundbedeutung entfernt, so 5@aa) völlig, vollständig: satt, eytelvöllig, solidus Maaler 343a. satter dienst als übersetzung von plenum servitium: Gandersem leten se dar an dat rike to neinem satten denste mehr. Eberhard reimchron. 454 in: deutsche chron. 2, 403a (vgl. die anmerk.). satt bezahlen: er wolt gezalt sein par und satt. Fischart dicht. 1, 42 Kurz (nachtr. 1526). satter friede est compositio plenaria controversiae, cui utrinque acquiescitur Haltaus 1591: das wir unns auch der wortten halb verglychen, unnd zu ainem satten friden im herren kommen möchten. brief d. Martin Bucerus an Phil. v. Hessen vom jahre 1530 ebenda; es kann kein satter wharer fride der religion halben gemacht werden. Straszburger urk. von 1530 bei Dief.-Wülcker 830. 5@bb) tüchtig, stark, derb, heftig. satte schläge u. ä.: ich hingegen schargirte mit halben und gantzen zigeln auf sie hinunter, konnte aber durch die latten weder gewisse, noch satte oder starcke würff thun. Simpl. schr. 3, 236, 27 Kurz; sie wehleten jhn fein solche reben ausz, die vil geleich hetten, damit sie im schlagen desto satter angiengen und gute streich auszdawren möchten. a. weiszh. lustg. 117; da gab ich jr ain satten puff. Fischart ged. 2, 38 Kurz (flöhh. 1358). ein satter zug: die fraw striche die hand uber jhre brust, bisz für den bauch hinab, und sprach: ja, aber auff der strassen nicht (zieht ein grauer schimmel nicht so gut wie ein junger rother fuchs), denn da sind gräben, und ohngefehr löcher, da man eins satten, steiffen zugks wol von nöthen ist. Frey gartenges. 76a. ein satter rausch: dann weil ich ein satten rausch zu gewarten hatte. Simpl. schriften 3, 92, 7 Kurz. 5@cc) voll, dick, dicht. eine satte rose, locke u. ähnl.: es liegt viel daran, dasz das blat der blume (bei den tulpen) satt und dick sey, damit es in der blühte desto länger daure. Hohberg 3, 1, 590a; patriarchalisch flosz die satte locke (Adams) am mannhaften halse herunter. Fr. Müller 1, 14; mädcher ... deren schwellende reize nach luft schnappen, wie halb entknospete rosen, die lüstern den grünen flohr aus einander sprengen, satter sich dem jungen Phöbus entgegen zu werfen. sit. aus Fausts leben 27 (113, 36 neudr.); Braun! was habt ihr für nachricht vom hafer? Braun. er steht voll und satt. Klinger 1, 102. so wol auch zu verstehen: eine satte mauer u. ähnl.: darin was ouch ein vil guot slosz mit muren also satte. Liliencron volksl. 2, s. 62, 24; ein wagenburg ward geslagen vor Erikort so satt. 2, s. 40, 14. 5@dd) dicht, fest, hart, solide; vgl. das engl. (besonders mittelenglische) sad: satt solidus voc. von 1618 bei Schm. 2, 334; sie gruben einen brunnen auff fünff klaffter tief .. bewerten den mit eim satten pfulment (fundament). buch d. liebe 229a; zur winterzeit haben sie ein zimlich satt hart fleisch. Forer fischb. 115b; ein gut, gesundt fleisch, macht einen satten stulgang. 26b; dasz sie dem gestad und satten grund (festland) nahen. 60a; gott der bschaffen hat den himmel, und die ärden satt. gesch. d. proph. Daniel (Bern 1545) 72b. insbesondere von holz: die bäume, welche hart und satt holtz haben, als der bux und andere bäume. Sebiz feldbuch 323; will man anderst den zweig satt und fest inn dem stammen behalten. 328; das zwölffte geschlecht (der anemone - röslein), hat ein wurtzel in der grösz einer oliven, rundlecht und satt. Tabernaemont. 78 B; grübling baum hat ein wurtzel wie die grübling gestaltet ... jnnwendig aber ist sie weisz und satt. 868 J; weil man die lange spiesz zum kriege darausz (aus eschenholz) pflegte zu machen: dann es ein satt festes holtz ist. a. weish. lustg. 416; der buchsbaum hat ein festes, sattes und hartes holtz. 658; der buxbaum hat ein festes, sattes, und hartes holtz, so sich mit der härte des horns und eisens etlicher massen vergleichet. Hohberg 3, 1, 562b. [] 5@ee) stramm, straff, angespannt, fest anliegend, eng. Seiler 249a. ein sattes band, satt binden: disz ist ein gar sattes band. F. Würtz pract. d. wundarzn. 82; damit die binden sich desto besser näher und satt anlege. ebenda; doch soll man den nabel zuvor hineyn thun, darnach das pflaster darüber legen und satt binden. Tabernaemont. 221 H. ähnlich: sich damit an die felsen zu kleben und satt zu halten. Forer fischb. 111a. ferner 'hart dabei, nahe': der Ri lauft ganz satt dört näben-im dure. quelle bei Seiler 249a. 5@ff) ähnlich von der rede 'knapp, abgerundet, präcise': satt ding reden, seüberlich mit kurtzen worten und on überflussz, dicere presse. Maaler 343a; und siehet man hierausz, ... wie vor nun vergangenen anderhalbhundert jahren, die worte so deutlich und klar, so rund und satt, die rede so kurtz und kernhafft gesetzt ... geweszt. Moscherosch Teutschland Jac. Wympfflingers (Straszb. 1648) vorr. 2b. 5@gg) sehr häufig von der farbe: gesättigt, dick aufgetragen, daher intensiv, tief, dunkel: ein vast satte und volle oder dicke farb, saturatior color Maaler 343a. voc. von 1618 bei Schm. 2, 334; satt, bey den farben für dunckel, obscure. Frisch 2, 150b; satte farbe, color plenus, satur, floridus Stieler 1682. ebenso niederl. satte oft hooghe verwe, color satur, exaturatus, plenus, vehemens. Kilian. auch engl. sad wird von einer dunkeln farbe gesagt. vgl. ferner sattblau, sattgelb, sattgrün, sattroth; die blumen seynd schön gefüllt ... an der farb einem satten scharlach gleich. Tabernaemont. 78 A; so man die (schellwurz) von einander bricht, ist sie innwendig geel, und gibt einen dicken, zähen, rothgeelen safft von sich, einer schönen satten saffranfarben gleich. 101 C; agate coste, ist satt viol-blau. Hohberg 3, 1, 598a; agate goblin, ist .. gezieret mit .. einer satten gemsenfarbe. ebenda; noiron, ist dunckel - roth und satt taubenfärbicht .. eine satte tauben-farbe. 602a; provôtale d'Abbeville, ist .. von einer satten und unreinen leib-farbe. 603a; savoyarde, ist satt isabellfärbicht. 603b; den in der satten tiefblauen farbe schön ausgeführten hintergrund bildet die silhouette Frankfurts. Frankf. journal 1877, 281 (10. oct.), 2. blatt. ungenau auch von dem so gefärbten gegenstande: ob es wol eines theils hell und durchsichtig ist, wie ein roter schwebel, oder ein durchscheinend rot güldig ertz, ohn das disz satter ist. Mathesius Sar. 123a. 5@hh) vom gange, 'langsam, sachte, gemächlich'. so noch in schweizerischen mundarten Stalder 2, 301. Seiler 249a: sat, seter, setist; e sate gang. Hunziker 216; jambos, d. i. ein solcher fusztritt, der zuerst kurtz, geschwind und verzuckt und gleich darauff widerumb satt und langsam gesetzt wird. a. weish. lustg. 177; langsame, satte schritte. Moscherosch Philander 1, 83; sie (die schwangere frau) soll sich auch befleissen satt zu gehen. Mauriceau (1680) 57. übergehend in die bedeutung 'leicht': ungschmirte räder gehn nicht satt. Fischart dicht. 3, 233, 85, 2 Kurz. 5@ii) satt stehen mit vollem fusze, daher fest, steif aufstehen: wenn der hengst stehet, soll der fusz auch satt aufstehen und das erdreich an allen orten rüren. Heyden v. Dhaun Plin. (Frankf. 1584) 185; sol seinen schnabel in den grund hinein stecken, also satt stehen ohn bewegnuss. Forer fischb. 61a. 5@kk) zuweilen auch ethisch gewendet, eine satte (tiefe) traurigkeit u. ähnl. (vgl. oben und engl. sad): mer (vielmehr) es sol sein ein steifer, satter ernst, in eim gleichen tenor und thon, gott dem herren für und für in allen dingen undertenig und gehorsam sein. Keisersberg seelenp. 16b; ein weis vernünfftig mensch, derselb hat an im ein satte tapfere traurikait. 126a. jetzt höchstens in dem sinne 'übersättigt, müde', vgl. 3, d.
34002 Zeichen · 691 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Satt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Satt , -er, -este, adj. et adv. dem Magen nach voll, so daß die Eßlust durch genossene Speise und Trank befriediget ist;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    satt

    Goethe-Wörterbuch

    satt auch subst 1 nicht hungrig, keiner Nahrung (mehr) bedürfend a kein Hungergefühl (mehr) habend; häufig ‘sich (an/in …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Satt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Satt ( gesättigt ), in der Malerei von einem Gegenstand, der so weit gefärbt ist, daß er keine Farbe mehr annimmt, daher…

  4. modern
    Dialekt
    satt

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB satt [sàt allg.; Komp. sètər; Superl. sètt u. sàtt] I. Adj. 1. gesättigt, überdrüssig ( mit sein und …

  5. Sprichwörter
    Satt

    Wander (Sprichwörter)

    Satt 1. Alle Tag gleich satt, macht zuletzt eine wüste Hofstatt. ( Hessen. ) – Joc., II, 132. 2. Bist du satt, so spei d…

  6. Spezial
    satt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    satt adj. 1 (gesättigt) pasciü (-s, -da) 2 plëgn (-s, plëna) 3 (überdrüssig) stüf (-s, -a), stanch (-nc, -cia) . ▬ satt …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit satt

374 Bildungen · 279 Erstglied · 89 Zweitglied · 6 Ableitungen

satt‑ als Erstglied (30 von 279)

sattāfel

MNWB

satt·afel

*° sattāfel, f. : Darstellung der Schröpfstellen ?, (im Inventar eines Barbierers:) 1 s. mit 12 îsern (Nd. Zs. Vkde. 4, 37). tāfelbêr, ~blat…

sattauf

RhWB

satt·auf

satt-auf -op  Aach Adv.: reichlich; genug.

sattblau

DWB

satt·blau

sattblau , adj. gesättigt blau, tief- oder dunkelblau ( vgl. DWB satt 5, g ). satplaw im gegensatz zu liehtplaw in einer rechn. von 1392. Sc…

Satte (der)

Wander

satt·eder

Satte (der) 1. Der Satte gläubt nit dem Hüngerigen. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Böhm. : Sytý lačnému nerozumí. ( Čelakovský, 185. ) It. : Il…

sattel

DWB

sat·tel

sattel , m. ephippium, plur. sättel. ahd. satul, plur. unbezeugt, mhd. satel, plur. setele, mnd. sâdel, nnd. sâdel, saod'l, saël, holl. zade…

Sattel'ungeld

DRW

Sattel'ungeld, n. Kompositum? Handelsabgabe, die vom Sattler zu zahlen ist hain ich entfangen ... von dem sadel ungelt, ussginge a. (14)53, …

Sattelkuh

SHW

Sattel-kuh Band 5, Spalte 75-76

satt als Zweitglied (30 von 89)

Nimmersatt

RDWB1

Nimmersatt m umg. прорва разг. , обжора разг.

allssatt

Idiotikon

all·s·satt

allssatt Band 7, Spalte 1429 allssatt 7,1429

Allzu satt

Wander

allzu·satt

Allzu satt Allzu satt macht Ekel. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Allzu satt macht matt. – Goldschmidt, 133.

balgsatt

RhWB

balg·satt

balg-satt Mörs-Wallach Adj.: vollständig gesättigt, bauchsatt.

bauchsatt

RhWB

bauch·satt

bauch-satt Allg.; bukə- Düss Adj.: voll u. ganz gesättigt, auch b.sattvoll Bo-Endenich .

böksatt

RhWB

boek·satt

bök-satt  uWupp, Sol , Kemp Adj. präd.: satt bis zum Rülpsen.

bombensatt

RhWB

bomben·satt

bomben-satt bombə- u. bo·m.ə-  Allg. Adj.: völlig gesättigt.

bumsatt

PfWB

bum·satt

bum-satt Adj. : ' ganz satt ', bumsatt [SOPf ( Heeger Nachlaß)].

buppensatt

RhWB

buppen·satt

buppen-satt -ubə- Wittl , Bitb-Geichl Adj. präd.: durchaus gesättigt; überdrüssig. Des sein ich b.

bupsatt

LothWB

bup-satt [bupZát D. Si. Rü. ] adj. u. adv. ganz satt, übersatt: en hot sech b. gês (gegessen). — lux. pupsât LLU Ga. 359 ; vgl. hd. bis in d…

dickbummesatt

RhWB

dick-bummesatt  Saarbr Adj.: völlig s.

dicksatt

DWB

dick·satt

dicksatt , völlig satt. auch dicke ( adv. ) satt, dick und satt. das kind hat sich dicksatt getrunken. die tauben fraszen sich in dem getrei…

ebensatt

DWB

eben·satt

ebensatt , aeque satur, fecundus, pinguis, von fruchtbarem land. weisth. 2, 249 scheint die ebensatte name eines ackers; oder wird eine best…

Essenssatt

Campe

essens·satt

○ Essenssatt , adj. u. adv. von Essen satt, gesättiget. »— wenn man bedenkt, wie gewöhnlich ein Prinz, essens= und trinkens satt, erzogen wi…

freudensatt

DWB

freude·n·satt

freudensatt , gaudiis satiatus: mein meister rufe wann er will, dies herz ist freudensatt, und ich kann fröhlich scheiden, da meine augen di…

glücksatt

DWB

glueck·satt

glücksatt , adj. , ' des glückes überdrüssig ': glücksatte unzufriedenheit allg. dt. bibl., anh. zu 53-86, 2553. ' vom glück gesättigt, erfü…

Grōssatt

Idiotikon

Grōssatt Band 1, Spalte 586 Grōssatt -ätti 1,586

Hadersatt

Campe

hader·satt

◬ Hadersatt , adj . u. adv . des Haders oder Haderns satt, müde, überdrüßig. Iandern, seinen ersten Sohn, erschlug Der nimmer hadersatte Mar…

halbsatt

DWB

halb·satt

halbsatt , adj. : sich nur halbsatt essen; ich war daher nur halbsatt geworden. Immermann Münchh. 2, 67 .

hautsatt

DWB

haut·satt

hautsatt , adv. sehr satt: könig! wenn ihr einmahl hautsatt zu lachen lust habt, so laszt mich referieren. Fr. Müller 2, 23 . nach der reden…

honigsatt

DWB

honig·satt

honigsatt , adj. satt in bezug auf honig: honigsatt mach ich euch heute. Göthe 40, 24 .

Ableitungen von satt (6 von 6)

ersatten

DWB

ersatten , satiari, satt werden.

ersattung

FWB

1. s. ersättigen 1.; 2. s. ersättigen 2.; 3. s. ersättigen 3.

gesatte

KöblerMnd

gesatte , N. nhd. Festsetzung, Bestimmung Hw.: s. gesāte (2); vgl. mhd. gesatz E.: s. ge, satte (2), sāten? W.: s. nhd. (ält.) Gesatz, Gesät…

gesatten

KöblerMhd

gesatten , sw. V. Vw.: s. gesaten

satte

DWB

satte , f. sattheit, sättigung, fülle, mhd. sate Lexer handwb. 2, 612 , mnd. sade Schiller-Lübben 4, 5 b : dat ik mine ere schole vorlesen, …

unsatt

DWB

unsatt , adj. , gth. v. satt 5 h, k ( Staub-Tobler 7, 1427, 4 b): als ob er eins langsamen und unsatten sinnes und gemts were Xylander Plut…