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satt

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 17 Wb.
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6 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Satt

Bd. 3, Sp. 1283
Satt, -er, -este, adj. et adv. dem Magen nach voll, so daß die Eßlust durch genossene Speise und Trank befriediget ist; denn die bloße Abwesenheit des Hungers macht noch nicht satt. 1. Eigentlich. Satte Gäste. Ein satter (voller) Bauch, in der niedrigen Sprechart. Ein Satter weiß nicht, wie dem Hungerigen zu Muthe ist. Am häufigsten als ein Nebenwort. Satt seyn. Satt werden. Sich satt essen, sich satt trinken, sich nur halb satt essen. Jemanden satt machen. Nicht satt zu essen haben, nicht so viel haben, daß man sich satt essen könne. In der anständigen Sprechart gebraucht man für dieses, seiner eigentlichen Bedeutung der Fülle wegen, oft weniger edle Wort lieber gesättigt, gesättigt seyn, für satt seyn, und sich sättigen, für sich satt essen. Ist ein Hauptwort dabey, so stehet solches in der edlern Sprechart nach dem Muster der Oberdeutschen gern in der zweyten, übrigens aber auch in der vierten Endung. In beyden Fällen kann satt vor oder hinter dem Hauptworte stehen. Brot satt zu essen haben, Klagel. 5, 6; oder Brotes satt, satt Brotes zu essen haben. Sie werden des Brotes nicht satt haben, Hiob 27, 14. S. die folgenden Bedeutungen, wo diese Verbindungsart häufiger vorkommt.[] 2. Figürlich. 1) Durch hinlänglichen Genuß der Begierde nach befriediget, gestillet. Ein Satter, der seine Begierden, sein Verlangen befriediget hat, und daher keine Begierde weiter empfindet. Am häufigsten auch hier als ein Nebenwort. Das Auge siehet sich nimmer satt, das Ohr höret sich nimmer satt, Pred. 1, 8. Sich an etwas nicht satt sehen können. Sich satt lachen, schlafen, spielen u. s. f. seinen Trieb zum Lachen, sein Verlangen zu schlafen, zum Spielen völlig befriedigen. Etwas satt werden, nach dem hinlänglichen Genusse, nach vieler Übung einer Sache, sein Verlangen darnach befriediget haben. Er kann es nicht satt werden. Doch wurdet ihrs nicht satt, Gell. Auch hier mit der zweyten Endung des Hauptwortes, welches aber vorher gehen muß. Des Reichthumes nicht satt werden, Pred. 4, 8. 2) Durch häufigen Genuß oder Gebrauch Überdruß empfindend; nur als ein Nebenwort, welches hier gern ein Hauptwort in der zweyten Endung vor sich hat. Seines Lebens satt seyn, überdrüssig. Hingegen alt und Lebens satt seyn, bedeutet auch nur, daß man sein Verlangen zu leben gestillet habe, kein lebhaftes Verlangen nach einem längern Leben weiter empfinde. Ich bin des armen Lebens, So wie der Wünsche satt, Günth. überdrüssig. Man wird seiner bald satt. Sie sind meiner schon satt, Gell. Bey einigen auch mit der vierten Endung. Da würde ich meine Frau bald satt werden, Gell. Und wenn er alsdann das schöne Gesicht satt wäre, Less. 3) Für genug; Lat. satis. Satte Nahrung haben, Opitz, genug. Im Hochdeutschen nur als ein Nebenwort. Ich habe nicht satt Zeug dazu. Satt zu thun haben. 4) Zuweilen wird es auch von Farben gebraucht, und bedeutet alsdann dunkel, gleichsam eine völlig gesättigte Farbe. Ein sattes Gelb, sattgelb, dunkelgelb. Sattgrün u. s. f. So wie es Haller von dem Glanze gebraucht: Die unzählbaren Heere, Die ungleich satt von Glanz des mitgetheilten Lichts In langer Ordnung stehn von Gott zum öden Nichts. Anm. Schon bey dem Notker und Ottfried sat, bey dem Ulphilas sad, im Niederd. gleichfalls satt, im Engl. sated, im Pohln. syt, im Böhm. syty, im Lat. sat, satur. Da dieses Wort doch eigentlich die Empfindung des mit hinlänglicher Speise angefüllten Magens bedeutet, so scheinet es zunächst zu schütten zu gehören, so fern es ehedem überhaupt füllen, anfüllen bedeutet hat.
3497 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Satt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Satt , -er, -este, adj. et adv. dem Magen nach voll, so daß die Eßlust durch genossene Speise und Trank befriediget ist;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    satt

    Goethe-Wörterbuch

    satt auch subst 1 nicht hungrig, keiner Nahrung (mehr) bedürfend a kein Hungergefühl (mehr) habend; häufig ‘sich (an/in …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Satt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Satt ( gesättigt ), in der Malerei von einem Gegenstand, der so weit gefärbt ist, daß er keine Farbe mehr annimmt, daher…

  4. modern
    Dialekt
    satt

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB satt [sàt allg.; Komp. sètər; Superl. sètt u. sàtt] I. Adj. 1. gesättigt, überdrüssig ( mit sein und …

  5. Sprichwörter
    Satt

    Wander (Sprichwörter)

    Satt 1. Alle Tag gleich satt, macht zuletzt eine wüste Hofstatt. ( Hessen. ) – Joc., II, 132. 2. Bist du satt, so spei d…

  6. Spezial
    satt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    satt adj. 1 (gesättigt) pasciü (-s, -da) 2 plëgn (-s, plëna) 3 (überdrüssig) stüf (-s, -a), stanch (-nc, -cia) . ▬ satt …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit satt

374 Bildungen · 279 Erstglied · 89 Zweitglied · 6 Ableitungen

satt‑ als Erstglied (30 von 279)

sattāfel

MNWB

satt·afel

*° sattāfel, f. : Darstellung der Schröpfstellen ?, (im Inventar eines Barbierers:) 1 s. mit 12 îsern (Nd. Zs. Vkde. 4, 37). tāfelbêr, ~blat…

sattauf

RhWB

satt·auf

satt-auf -op  Aach Adv.: reichlich; genug.

sattblau

DWB

satt·blau

sattblau , adj. gesättigt blau, tief- oder dunkelblau ( vgl. DWB satt 5, g ). satplaw im gegensatz zu liehtplaw in einer rechn. von 1392. Sc…

Satte (der)

Wander

satt·eder

Satte (der) 1. Der Satte gläubt nit dem Hüngerigen. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Böhm. : Sytý lačnému nerozumí. ( Čelakovský, 185. ) It. : Il…

sattel

DWB

sat·tel

sattel , m. ephippium, plur. sättel. ahd. satul, plur. unbezeugt, mhd. satel, plur. setele, mnd. sâdel, nnd. sâdel, saod'l, saël, holl. zade…

Sattel'ungeld

DRW

Sattel'ungeld, n. Kompositum? Handelsabgabe, die vom Sattler zu zahlen ist hain ich entfangen ... von dem sadel ungelt, ussginge a. (14)53, …

Sattelkuh

SHW

Sattel-kuh Band 5, Spalte 75-76

satt als Zweitglied (30 von 89)

Nimmersatt

RDWB1

Nimmersatt m umg. прорва разг. , обжора разг.

allssatt

Idiotikon

all·s·satt

allssatt Band 7, Spalte 1429 allssatt 7,1429

Allzu satt

Wander

allzu·satt

Allzu satt Allzu satt macht Ekel. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Allzu satt macht matt. – Goldschmidt, 133.

balgsatt

RhWB

balg·satt

balg-satt Mörs-Wallach Adj.: vollständig gesättigt, bauchsatt.

bauchsatt

RhWB

bauch·satt

bauch-satt Allg.; bukə- Düss Adj.: voll u. ganz gesättigt, auch b.sattvoll Bo-Endenich .

böksatt

RhWB

boek·satt

bök-satt  uWupp, Sol , Kemp Adj. präd.: satt bis zum Rülpsen.

bombensatt

RhWB

bomben·satt

bomben-satt bombə- u. bo·m.ə-  Allg. Adj.: völlig gesättigt.

bumsatt

PfWB

bum·satt

bum-satt Adj. : ' ganz satt ', bumsatt [SOPf ( Heeger Nachlaß)].

buppensatt

RhWB

buppen·satt

buppen-satt -ubə- Wittl , Bitb-Geichl Adj. präd.: durchaus gesättigt; überdrüssig. Des sein ich b.

bupsatt

LothWB

bup-satt [bupZát D. Si. Rü. ] adj. u. adv. ganz satt, übersatt: en hot sech b. gês (gegessen). — lux. pupsât LLU Ga. 359 ; vgl. hd. bis in d…

dickbummesatt

RhWB

dick-bummesatt  Saarbr Adj.: völlig s.

dicksatt

DWB

dick·satt

dicksatt , völlig satt. auch dicke ( adv. ) satt, dick und satt. das kind hat sich dicksatt getrunken. die tauben fraszen sich in dem getrei…

ebensatt

DWB

eben·satt

ebensatt , aeque satur, fecundus, pinguis, von fruchtbarem land. weisth. 2, 249 scheint die ebensatte name eines ackers; oder wird eine best…

Essenssatt

Campe

essens·satt

○ Essenssatt , adj. u. adv. von Essen satt, gesättiget. »— wenn man bedenkt, wie gewöhnlich ein Prinz, essens= und trinkens satt, erzogen wi…

freudensatt

DWB

freude·n·satt

freudensatt , gaudiis satiatus: mein meister rufe wann er will, dies herz ist freudensatt, und ich kann fröhlich scheiden, da meine augen di…

glücksatt

DWB

glueck·satt

glücksatt , adj. , ' des glückes überdrüssig ': glücksatte unzufriedenheit allg. dt. bibl., anh. zu 53-86, 2553. ' vom glück gesättigt, erfü…

Grōssatt

Idiotikon

Grōssatt Band 1, Spalte 586 Grōssatt -ätti 1,586

Hadersatt

Campe

hader·satt

◬ Hadersatt , adj . u. adv . des Haders oder Haderns satt, müde, überdrüßig. Iandern, seinen ersten Sohn, erschlug Der nimmer hadersatte Mar…

halbsatt

DWB

halb·satt

halbsatt , adj. : sich nur halbsatt essen; ich war daher nur halbsatt geworden. Immermann Münchh. 2, 67 .

hautsatt

DWB

haut·satt

hautsatt , adv. sehr satt: könig! wenn ihr einmahl hautsatt zu lachen lust habt, so laszt mich referieren. Fr. Müller 2, 23 . nach der reden…

honigsatt

DWB

honig·satt

honigsatt , adj. satt in bezug auf honig: honigsatt mach ich euch heute. Göthe 40, 24 .

Ableitungen von satt (6 von 6)

ersatten

DWB

ersatten , satiari, satt werden.

ersattung

FWB

1. s. ersättigen 1.; 2. s. ersättigen 2.; 3. s. ersättigen 3.

gesatte

KöblerMnd

gesatte , N. nhd. Festsetzung, Bestimmung Hw.: s. gesāte (2); vgl. mhd. gesatz E.: s. ge, satte (2), sāten? W.: s. nhd. (ält.) Gesatz, Gesät…

gesatten

KöblerMhd

gesatten , sw. V. Vw.: s. gesaten

satte

DWB

satte , f. sattheit, sättigung, fülle, mhd. sate Lexer handwb. 2, 612 , mnd. sade Schiller-Lübben 4, 5 b : dat ik mine ere schole vorlesen, …

unsatt

DWB

unsatt , adj. , gth. v. satt 5 h, k ( Staub-Tobler 7, 1427, 4 b): als ob er eins langsamen und unsatten sinnes und gemts were Xylander Plut…