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mops

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mops m.

Bd. 12, Sp. 2524
mops, m. 11) träger und stumpfer mensch, tropf, klotz: mops, ein ungeschliffener dummer mensch. brem. wb. 3, 184 (daneben die bedeutung 2); mops, ein unfreundlicher, grober und dummer mensch Dähnert 312b (auch mopshund); ein melancholisch hase abr (vgl. dazu th. 42, sp. 529, nr. 2, b) viel anders sich erzeigt: wil jn jemand zu gaste habn, das er ganz frölich sei, so sitzt er wie ein rechter mops kein wort er hat im maul, ist frölich wie ein alter schöps, es thut jhm alles faul. hasen jacht B 1; der (storch) aber bringe dir so viel vergnügen mit, als mopse wilder zucht mein knittel (meine satire) hier getroffen. Günther 466. 22) eine hundeart, canis fricator: der mops, nomen canis, mopsus. Steinbach 2, 74; jener pfarrer, der seinen liebgewesnen mops mit üblichen ceremonien auf dem kirchhof begraben. Hazards lebensgesch. (1706) s. 47; so wie etwa wachtelhunde, windspiele, pudel, möpse, bullenbeiszer, schäferfixe alle hunde heiszen. Bürger 299a; so küst er meinen kleinen mops, den schon das alter abgefressen, zum zeichen der submission an meiner statt mit viel caressen. Günther 431; (es) jähnt Stertin, in polster eingehüllt, der fast leibeigne knecht des lehnstuhls, den er füllt, der möpse, die er wärmt. Hagedorn 1, 43; der beste freund in unsrer welt, mops, war mit Hector auferzogen, und blieb ihm immer unverstellt, mit wahrer hundetreu gewogen. 2, 26; des kranken mopses gutes leben begehrt der neidische Bellin .... seht, wie sich herr und frau bemühn, da ist mops hinten, möpschen vorne. Lichtwer fabeln 2, 7; wenn im freien ich sasz, hob immer den fusz bei mir manch pissender mops auf. Platen 252; als redensart: sich langweilen wie ein mops, auch wie ein mops im tischkasten. 33) das zufrühest aus dem ende des 16. jh. hier nachgewiesene wort, eine masculinbildung wie tapps, runks, schnaps u. a., mitteldeutschen und niederdeutschen gepräges, geht zunächst auf einen menschen, an dessen gesichtsausdruck anknüpfend, und hängt mit dem verbum niederl. moppen, das gesicht verziehen, westfäl. möpen, gesichter schneiden (Woeste 177b), engl. mop, gesichter ziehen, ein schiefes maul machen, zusammen, was in streng oberdeutscher lautstufe müpfen ist: müpfen, die nase rümpfen, spotten, mupf, person die sich ziert und stolz thut. Stalder 2, 221; müpfe, höhnisch lächeln, spötteln, auch blosz spöttelnd den mund verziehen, die nase rümpfen, der müpfi, wer dies oft thut Seiler 213b; der nächste verwandte dieses wortes ist in gleicher form weiter verbreitet: niederd. muffen, das maul hängen lassen und diese stimmung durch finstre mienen und abstoszende worte äuszern Danneil 140b; bair. muffen, murren, brummen, verdrieszlich das maul hängen Schm. 1, 1573 Fromm.; dazu in Appenzell moff der mops, vergl. unter möff sp. 2448 und unten muff und muffen. bei dem subst. mops, wie bei dem zunächst dazu gehörigen engl. mope, mittelengl. moppe, dummer mensch, träumer, tropf, klotz, waltet die vorstellung der zu kurzen und abgestumpften vorderpartie des gesichts, die dem menschen ein stumpfes aussehen gibt, daher: naribus resimis, der eine über sich gebogene nase hat, mopsnäsicht, ein mops. Kirsch cornuc.; der name ward dann übertragen auf eine kleine stämmige hunderasse mit unnatürlich verkürzter, abgestutzter schnauze, die wol von den Niederlanden her kam (englisch heiszt sie dutch mastiff), und in der letzten zeit des 17. jahrh. wie im 18. modische verbreitung durch ganz Deutschland fand. für ihn brauchte der Oberdeutsche dann, da ihm mops nicht genehm war, die form mopper und moppel: der moppel, das moppelein, der mops Schm. 1, 1633 Fromm., die letztere form ist übrigens auch niederdeutsch als dim. von mops: mops, dimin. möppel Danneil 139a, erweitert möppelken, kleiner mops Fromm. 3, 261, 44; moppel oder moppelken, ein kleiner mops. brem. wb. 3, 184. die grosze verbreitung und beliebtheit des thieres lieferte der volkssprache aber wiederum mehrfache bildliche anwendungen, die an form und eigenheiten jenes anlehnen: niederd. mops scheltwort, womit besonders diejenigen belegt werden, welche eine kurze abstoszende antwort geben, daher ênen affmopsen, schnöde und kurze antworten geben. he hat möps inn kopp, er hat launen, die sich durch abstoszende antworten kund geben. Danneil 139; plur. möps, schläge: denn gifft et möps up de mütz; aber auch reichthum: he hat möps, er ist reich. ebenda; in Leipzig mops, der letzte in einer klasse, bei seinen mitschülern, ferner ein kleiner kerl, stöpsel; möpse haben, reich sein Albrecht 172a; rheinisch moppes und moppel, kleines dickes kind. Kehrein 282.
4584 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mops

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Mops , des -es, plur. die -e, Diminut. das Möpschen, eine Art Hunde von kleiner und mittelmäßiger Größe, mit einer b…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mops

    Goethe-Wörterbuch

    Mops kleine, gedrungene, kurzhaarige, seit dem 16.Jh als Schoßhund beliebte Hunderasse mit rundem Kopf u kurzer Schnauze…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mops

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mops , s. Hund , S. 647.

  4. modern
    Dialekt
    Mops

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Mops selten; Demin. Möppesle, Möpserle [Mèpəslə n. Su. , Mæpsərlə n. Roppenzw. ] m. 1. kleines Hündchen Roppenzw. 2. kle…

  5. Sprichwörter
    Mops

    Wander (Sprichwörter)

    Mops 1. Aus einem Mops wird kein Jagd(Wind-)hund. Frz. : D'une buse on ne saurait faire an épervier. 2. Wenn der Mops mi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mops

36 Bildungen · 33 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

mops‑ als Erstglied (30 von 33)

mopseln

SHW

mops-eln Band 4, Spalte 755-756

mopselig

PfWB

mopselig Adj. : = moppelig , mopselich (mobsəliχ) [KL-Lind ( Höh 156)].

mopsen

DWB

mopsen , verb. nach mops 2 ( vergl. 3) in verschiedener bedeutung landschaftlich entwickelt: einen mopsen, ärgern, das mopst mich; in Leipzi…

mopsen1

MeckWB

mopsen 1 refl. sich langweilen Mi Nachl. ; intrans. : de Seiß mopst faßt nicht richtig an (1887) Pa Dobb ; zum Vor.

mopsen2

MeckWB

mopsen 2 stehlen (1934) Ro; rotwelsch, s. Wolf 3681; dazu wohl einen mopsen jem. bezwingen (1887) Ha Red ; beim Kartenspiel stechen Sta Kric…

mopsen I

RhWB

mopsen I, möpsen I s. o. bei Mopps, Mopp;

Mopser

PfWB

Mopser Pl. : Neckname für die Einwohner von KU-Hundh, Mopseʳ [Umg. v. KU-Hundh]; vgl. Mops 3.

mopseⁿ

Idiotikon

mopseⁿ Band 4, Spalte 352 mopseⁿ 4,352

mopsgesicht

DWB

mops·gesicht

mopsgesicht , n. gesicht wie das eines mopses: er hat ein mopsgesicht. auch träger eines solchen: das mopsgesicht!

mopsig

DWB

mopsig , adj. mürrisch: mopsig, mupsig Schm. 1, 1633 Fromm.; in Schlesien sich mopsig machen, sich übermüthig benehmen. Weinhold 62 b .

mopskarpfen

DWB

mops·karpfen

mopskarpfen , m. eine spielart des karpfens mit sehr abgestutztem ober- und vorragendem unterkiefer. Schulz fauna Marchica 531 .

Mopskop

WWB

mops·kop

Mops-kop m. [verstr.] 1. aufgedunsenes Gesicht bzw. breites, rundes Gesicht (Frbg.) ( Wie Hb ). — 2. dickköpfiger Mensch (Frbg.) ( Det Au).

Mopskorb

PfWB

mops·korb

Mops-korb m. : ' Bett ', scherzh. Mer gehn jetzt in de Mubbeskoʳb [ KU-Bechb ].

Mopsler

PfWB

mops·ler

Mopsler m. : ' der wertvollste Klicker ', Mopsleʳ [ IB-Bliesmg/Bolch ]; vgl. Moppel 4, Mops 5.

mopsleⁿ

Idiotikon

mopsleⁿ Band 4, Spalte 352 mopsleⁿ 4,352

mopsnäsicht

DWB

mopsnäsicht , adj. der eine solche nase hat. Kirsch cornuc. vergl. unter mops 3. jetzt mopsnäsig.

mopsnase

DWB

mops·nase

mopsnase , f. stumpfe nase; nase wie die eines mopses: er hat eine mopsnase. auch träger einer solchen: die mopsnase! ( scheltend ). vergl. …

Mopsos

Meyers

Mopsos , zwei mythische Seher der Griechen: 1) Sohn des Ampyx und der Chloris, ein Lapithe aus Thessalien, nahm an der kalydonischen Jagd, a…

Mopsplō¹g

WWB

Mops-plō¹g Pflug zum Ackern ( Lhs Sm).

mops als Zweitglied (2 von 2)

ALMOPS

Hederich

alm·ops

ALMOPS , ópis , Neptuns und der Helle, einer Tochter des Athamas, Sohn. Steph. Byz. in Ἀλμωπία .

Stīzeⁿmops

Idiotikon

Stīzeⁿmops Band 4, Spalte 352 Stīzeⁿmops 4,352

Ableitungen von mops (1 von 1)

bemopsen

MeckWB

bemopsen betrügen Mi 7 b ; bestehlen Sta NStrel .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „mops". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mops/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „mops". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mops/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mops". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mops/dwb.
BibTeX
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