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sumpfig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sumpfig adj.

Bd. 20, Sp. 1096
sumpfig, sumpficht, adj. , von sumpf abgeleitet, ein hd.-nrhein. wort: mnl. sompich (sumpich) Verwijs-Verdam 7, 1535; sompig woordenbook 14, 2515; sompich Dijkstra friesch wb. 3, 166b. für das vorkommen im engl. undn. vgl. sumpf sp. 1080, dazu Murray 9, 151a; Helms n.-dt. 415a. — obd. (alem.) mit dem absterbenden suffix -achtig: sumpfachtig Frisius (1556) 386b; sumpfächtig ebda; sümpfechtig Tabernämontanus kräuterbuch (1687) 566. sumpfecht Heyden Plinius (1565) 392; Dentzler (1716) 281b. -icht erscheint ostmd.: sumpficht Luther 8, 6 W., sodann als hauptform des 17. jh. in den sprachgesellschaften: Zesen rosenmand (1651) 102; Stieler (1691) 251. es hält sich bis in das 19. jh.: Schiller 1, 166 G.; Göthe 19, 230 W.; Fr. L. Jahn w. (1884) 1, 125. daneben -igt, das sich im 18. jh. stärker entfaltet: sumpfigt Hulsius (1618) 244b; disc. d. mahlern (1721) 2, 182; Gottsched dt. sprachkunst (1748) 69; Schiller 5, 73 G.; Hölderlin 1, 62 L.; W. Alexis hosen (1846) 1, 270. — den modernen sprachgebrauch beherrscht das ig-suffix, das alt nur dünn bezeugt ist, anscheinend vom obd. her sich durchsetzend, vgl. unten beim umlaut; ältere zeugnisse: G. Alt buch d. chr. (1493) 90a; Bas. Faber thes. (1587) 582b. — umlaut kennt nur die ältere sprache. bei -ig-suffix zeigen ihn vorwiegend die Alemannen des 16. jh.: sümpfig Stainhöwel de clar. mulieribus 169 lit. ver.; Seb. Franck chron. Germ. (1538) 298b; Stumpf Schweizerchron. (1606) 390a. entrundet simpfig (von 1616) bei Fischer schwäb. 5, 1957. — bei -icht entsprechend mittel- und norddt.: sümpficht Alberus (1540) Z z 2a; Butschky Pathmos (1677) 316; Lohenstein Arminius (1689) 2, 834b. sümpfigt Dannhawer catechismusmilch (1657) 3, 382; Prätorius winterflucht (1678) vorhab a 6b. — wortgeographisch (und mundartl.) ergibt sich ein ähnliches bild wie bei sumpf seit dem 16. jh., s. sp. 1081. 11) 'moorig' (zu sumpf 1), vgl. paludosus wesserig, sumpffig Bas. Faber thes. (1587) 582b; brochland, moraas, sumpfig land palus Henisch (1616) 515; auch: fistulosa terra ein schwimmächt ärdtrich oder sumpffächtig und lugg Frisius (1556) 567a. im gegensatz zu trockenem, festem boden: ob es sumpfficht oder treuken, sandicht, steinicht oder leymicht sey J. J. Wallhausen kriegsmanual (1616) 72; (festungen) ob sie sumpficht oder trucken liegen Stieler zeitungslust (1697) 311. 1@aa) allgemein von der erdoberfläche: die minder statt (Luzern) ligt uff einem sumpfechten oder mosigen boden (von 1600) schweiz. id. 7, 993; man gräbet auch wol ... torff aus den mooren oder sumpfichtem erdreich Micrälius altes Pommerland (1640) 398; es ist nichts seltenes, dasz eine blühende ... pflanze verdorret, wenn sie in eine sumpfigte erden versetzet wird discourse d. mahlern (1721) 2, 182; einen groszen theil des landes, das kaltgrundig und sumpfig war Bismarck br. a. s. braut u. gattin 25; dies meer mit sumpfigen, sandigen gestaden H. Laube ges. schr. (1875) 5, 7. von gleicher beschaffenheit eines weges: eynn bossen sumpffichten bodlossen weg Luther 8, 6 W.; ein langer, sumpfigter ... weg Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 3, 13. — fest dabei ist die verbindung sumpfiger ort: demissa et palustria loca eyn gedumpfte, nidere, sumpffachtige od. moszächtige ort Frisius (1556) 386b; (bohlen) dem geschütz in tieffen, sumpffigen orten under zu brücken Kirchhof mil. discipl. (1602) 108; sumpfichte örter und nasse wiesen allg. haushalt.-lex. (1749) 1, b 2a; wasser, welches aus sumpfigen orten fliesst Sprengel chem. f. landwirte (1831) 1, 240. daneben mit gegend: die gantz gegnet und landtschaft der statt Heraclea ist sümpffig Carbach Livius (1551) 319b; in einer verteufelt sumpfigen, morastigen gegend Bode Tristram Schandi (1774) 5, 151. 1@bb) von besonderen landschaftsgattungen, überfeucht, mit schlammigem, unfestem boden (sumpf 1 c); wiese: sumpfig seind die ebnen wiesen C. Knittel poet. sinnenfrüchte (1677) absond. buch 40; auf nassen und sümpfichten wiesen Hohberg georg. cur. 3 (1715) 1, 44b; wiesen, die gegen den see zu etwas sumpfichter werden Göthe 19, 230 W. — wald u. ä.: im gleichen bruch, ein sumpfigtes gebüsche Gottsched dt. sprachkunst (1748) 69; mein freihof liegt einsam ... in einem sumpfigten walde Brentano ges. schr. 4, 228. — moos, morast, moor: der tyrann Dionysius sey ... in einen tieffen, sumpfigen moss gefallen Heyden Plinius (1565) 212; sümpfig gemöss Stumpf Schweizerchron. (1606) 21a; der grund war gelegt auff ein sumpfichen morast Dannhawer catechismusmilch (1657) 4, 325. gern poetisch, z. b.: schreyende schaaren von kibitzen steigen mit silbernen von dem sumpfichten moor flügeln Zachariä poet. schr. (1763) 4, 105. 1@cc) als beifügung zu gröszeren erdräumen, 'von sümpfen erfüllt, sumpfreich': die feste beschaffenheit ihres sümpfichten landes ... hatte ... sie ... bey ihrer freyheit erhalten Lohenstein Arminius (1689) 1, 362b; noch immer waldicht und sumpficht, und nur zur höchsten nothdurft angebaut (war der deutsche boden) M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 126; ein haufen matrosen und fischer, bewohner eines sumpfigen landes, kämpfen mit dem meere Schiller 4, 102 G.; nordwestlich der Schelde ... saszen im sumpfigen und waldreichen lande die Nervier E. M. Arndt an s. l. Deutschen (1845) 2, 14. 22) von gewässern, ihre trübe und durchmengung mit erdigen bestandteilen bezeichnend, 'schlammig, unrein, mit unfestem grund' (s.sumpf 2): die lach der sünden ist klibrig, lettig und sümpfig Stainhöwel de claris mulieribus 169 lit. ver.; ist dieser see ... gar mösig und sümpffig Stumpf Schweizerchron. (1606) 390a; es müssen sich die soldaten keiner schadlichen, sumpfichten wasser gebrauchen H. v. Fleming t. soldat (1726) 326; meer, das hier lagunenartig und sumpfig ist Platen w. 3, 87 R.; auch: der sumpfige graben (wird) zum canal G. Freytag ges. w. (1886) 4, 463. 33) von der beschaffenheit der luft, von schädlichen ausdünstungen (von sumpfgegenden) erfüllt, von modrigem geruch: der selb ... kund ausz den nebeln und sumpfigem rawch künftige wind und gewitter verkünden G. Alt buch d. chroniken (1493) 90a; so trägt auch zu des menschen gesundheit die reine, nicht morastichte oder sumpfichte luft sehr viel bei A. v. Franckenberg gemma magica (1684) t 3; unser herrgot hätt eine gröszere freud an uns, wenn wir eine sumpfige, verpestete luft einathmeten? S. Brunner erz. u. schr. (1864) 2, 170. 44) herkunft aus dem sumpf bezeichnend: sumpfig kraut herba palustris Calvisius thesaurus (1666) 39. auch die oft damit verbundene feuchte, klebrige beschaffenheit kann gemeint sein: die eckelhafte ... sumpfichte, blutdürstige egel Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 402; und zu herrschern erhöht sumpfiger pilze gezücht grafen zu Stolberg ges. w. (1820) 2, 215; da fiel sie (die zunge in schlangengestalt) dann nieder in das nachtgebüsch, begrüszt von den sumpfichten schwestern Tiedge w. (1823) 7, 175. wohl in diesem sinne 'klebrig, eiterig', ein vereinzelter medizinischer gebrauch: spina ventosa (d. i. winddorn, tuberkulöse knochenentzündung) wird genennet eine schwürung der beinern, da dieselben von einer boszartigen feuchtigkeit ... zernaget werden, worauf denn endlich folget eine sumpfichte geschwulst des ob dem zerfressenen bein ligenden fleisches Blancard med. wb. (1710) 513, vgl. zur sache hwb. d. ges. med. 2 (1891) 730a.
7375 Zeichen · 209 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sumpfigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Sumpfig , — er, — ste , adj . u. adv . Sümpfe habend, enthaltend, und besonders, viele Sümpfe enthaltend. Ein sumpfiges …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sumpfig

    Goethe-Wörterbuch

    sumpfig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sumpfig

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    sumpfig [sùmfik Co. Henry; sǿmpfi K. ; sùmpfi Z. ] Adj. wie hochd.

  4. Spezial
    sumpfig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sump|fig adj. da parü.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sumpfig

4 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von sumpfig

sumpf + -ig

sumpfig leitet sich vom Lemma sumpf ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von sumpfig 2 Komponenten

sump+fig

sumpfig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sumpfig‑ als Erstglied (3 von 3)

sumpfigkeit

DWB

sumpfig·keit

sumpfigkeit , f. , zu sumpfig. beschaffenheit eines sumpfgebietes: just vom untersten theil Jüdlands durch die sumpfigkeit separieret Prätor…

sumpfig als Zweitglied (1 von 1)

g(e)sumpfig

Idiotikon

g(e)sumpfig Band 7, Spalte 993 g(e)sumpfig 7,993

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sumpfig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sumpfig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „sumpfig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sumpfig/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sumpfig". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sumpfig/dwb.
BibTeX
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