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schrank

mnd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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22 in 20 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrank m.

Bd. 15, Sp. 1631
schrank, m. inclusio, scrinium; zunächst verbalsubstantiv zu schränken, mhd. schrenken (wie schank zu schenken), übergetreten in übertragene und in technischer sprache mehrfach erweiterte bedeutung: ahd. scranc, scranch, mhd. schranc mit dem plur. schrenke, selten ohne umlaut schranke (vgl. unten unter 5 aus Lorengel), wovon die letztere form später nicht mehr aufgewiesen werden kann; mnd. schrank nur in der bedeutung 5 unten; in anderen dialecten fehlt das wort. 11) schrank, in alter sprache handlung des schränkens, zustand des geschränktseins, verschränkung, schränkende fügung: alter nimt slangen und natern irn schranc, boumen und buochen iren swanc. renner 23027; zwei unmâʒen liechte swert sach jener man nâch gotes prîs vor Francisco krûzewîs. vor sîner brust was der schrank. passional 533, 29 Köpke; umbgeben in der veinde schrank. O. v. Wolkenstein 107, 2, 25; bildlich: reht als natûre wart gegeben, daʒ sî daʒ wesen unt daʒ leben in manege schrenke vlihtet. Frauenlob minneleich 7, 3; im mittelalterlichen liebesleben besonders auch bezogen auf umfassung liebender: schlauff (schlaf), den sy (ein fräulein) da hett an heldes arm in süszer mynne schrenken. Hätzlerin 1, 3, 21; freuntlich schrencke die sy kan. O. v. Wolkenstein 33, 1, 25; mit so mangerlay hendlin schrenck. 76, 2, 31. 22) im ahd. bereits übertragen auf hinterlistiges verfahren (wie das schränken einer falle oder schlinge zum fang), hintergehung, betrug: diê diabolica fraude (mit des tiefeles scranche) irslagen wâren. Notker ps. 101, 21; er (der teufel) wolta in themo âna wankduan sô samalîchen skrank. Otfrid 2, 5, 13; auch mhd. noch: daʒ si an mîner stæte nindert vindet dwerhen schranc. Neidhart 92, 24; nu schamt iuch, minner orden, ... ir tretet in simônîen schranc. Frauenlob 255, 4; meint, sunder schranc ein widerspilnde exempel, ein hôch begin der hôchsten minne brende. minneleich 22, 3; später untergegangen. 33) in anderer weise unsinnlich, einschränkung, vorbehalt bezeichnend: loben sunder schranc. Teichner bei Lexer handwb. 2, 785, vielleicht noch im 17. jahrh. nicht vergessen, wenn die folgende stelle, die auch zu 5 gehören kann, sich hierher beziehen läszt: die ursach, warüm die groszen paläste mit so mancherley schränken und renken, allerhand subtilitäten und listigen geheimnüssen besäyt und besessen sein. Butschky Patm. 424; auch eingeschränkter umfang, eingeschränkte grenze: den sie (die welt) halt am meisten mit und vil zu gibt der êren, die betreugt sie dester ê in ires rechtes schrenken. erlösung 320, 342. 44) angeschlossen an die bedeutung des verbums schranken 2 und schränken 5 von schräger, wankender haltung; in weidmännischer sprache auf den eigentümlichen gang des hirsches gewendet: das hin- und wiedersetzen der füsse und schritte, zur rechten und linken seiten, wird von den jägern der schrank genennet, welches die stärke und breite des rückens anzeiget, und auf der erde quer über ab bildet, so man in praxi am besten begreifen kann. Fleming t. jäg. 2, 97b; schrank oder der volle mann, wird der schritt des hirsches benennt, weil er jederzeit geschrenkt gehet. Heppe wohlred. jäg. 269b; schrank, bei den jägern, an wichtigen jagdbaren hirschen, die gut am gefeiste. der schrank ist eine gute spann breit, der schritt dritthalb werkschuh weit. Frisch 2, 222c. 55) schrank, einschränkender gegenstand. im allgemeinen: des dritten morgens zogete zuo der von Arle schône an einem morgen vruo, unt leget sich nâch des keisers marschalks heiʒen ze einer rivier diu dâ vlôʒ, diu sie mit einem schranke nâhen umbeslôʒ. Lohengrin 4015; bezogen auf einen schräg gestellten balken, verwendet im wappenbild: (er) fuorte in einem schilte blanc von lâsûr einen blâwen schranc, der schein wol einer spannen breit. K. v. Würzburg troj. krieg 32413; bairisch stosz von verschränkt aufgeschichteten holzscheiten Schm. 22, 608; sonst einfriedigung von balken oder sparren, gegitter um einen raum: schranc, schranck cancellus, fala Dief.-Wülcker 845a (mit der nebenform schanck, schang ebenda, vgl. dazu nachher 6, und neben schranke, s. d.); item im sall unten zwischen den ersten 2 seullen am hineingen 3 penck .. und neben derselben unteren panck ein schrank und gerüst mit eim sneller, die leut dordurch ausz und ein zu lossen. Tucher baumeisterb. 298, 27; beim turnier: der keiser des dâ niht enlieʒ, daʒ gestüele er umb und umb verschrenken hieʒ. nû wart dâ ouch ein ander schranc gemachet, dar inne enzwischen solt man stên. Lohengr. 2003; die schrank pald wurden aufgetan, die edlen fürsten wurden all dar ein gelan. Lorengel in Haupts zeitschr. 15, s, 218, 179; vor einer fensteröffnung: und hetten in der gefengknus .. ein groszen block ufgericht, damit sie megten zu ainem schrang oder fenster uszhin sehen. Zimm. chron. 2, 619, 29; staketenwerk um gärten: man brauchet dis gewächs zum laubwerk, flichtet es in die eiserne gätter oder fenster und in die schränke der gärten. Tabernaem. 1275; auch vom so umschlossenen raume: der schranck, ein eyngeschlossen ort, conseptum, vallum, carcer Maaler 361b. 66) besonders seit der mhd. zeit auf ein gestell aus gitterwerk bezogen, wie es in vorratskammern, küchen und kellern gebraucht ward, und später in künstlerischer umbildung sich zu unserem gerät entwickelte; eine nebenform schank hat sich dazu, besonders in westmitteldeutschen gegenden gebildet, vgl. theil 8, 2160: armarium, schanck, ein schrang Dief. 49a; spintrum, schanck, schang, schranck 547b; schank neben schrank, plur. schanke, schränke Stieler 1732; der schrank, scrinium, armarium. in schrank legen und verwahren, in scriniis ponere, habere, servare, custodire, beschlieszen, claudere 1935; vgl.bücher-, geld-, gläser-, kleider-, küchen-, silber-, speise-, waffenschrank u. a.; wann nun von solchem holze breter geschnitten, und darvon schränke oder tische gemachet werden. Fleming t. jäg. 1, 39a; geht mir erst die schlüssel, ich will (lebensbalsam) drunten holen im schrank. Schiller 2, 177 (räub. 5, 1); schön in kleidern musz ich kommen, aus dem schrank sind sie genommen, weil es heute festtag ist. Göthe 1, 102; ort der sicherheit: (caution, die) bei den gerichten hinterlegt werden muszte und dort mein blieb, als hätte ich sie in meinem schranke. Grillparzer 11, 285; was man bewundern darf, was man nicht vergessen kann, — gehört einem das nicht so gut und besser, als wenn mans im schrank hätte und den schlüssel dazu verloren? Heyse kinder d. welt 1, 4; frei und bildlich: du nützetest sehr klug die sonderbare gnade, und nahmst in ihrem (der natur) magazin aus jedem vollen schrank, aus jeder reichen lade, was artig dir und reizend schien. J. N. Götz 3, 186; ich stehe vor einem zauberisch verschlosznen schrank, wo alle meine schlüssel mich betrügen. Schiller 52, 235 (don Carlos 2, 8); von einem beichtstuhl: aber als ich in das alte barfüszerchor hineintrat, mich den wunderlichen vergitterten schränken näherte, in welchen die geistlichen herren sich zu diesem acte (der beichte) einzufinden pflegten Göthe 25, 124.
7053 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schrankN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schrank , N. nhd. „Schrank“, Einfriedung von Mauerwerk, Schranke, Gitter, Altarschranke, Chorschranke, durch Gitter abge…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    3. Schrank

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    3. Der Schrank , des -es, plur. die Schränke, Dimin. das Schränkchen, ein Behältniß mit Thüren, dessen Höhe die Breite, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schrank

    Goethe-Wörterbuch

    Schrank selten -ck, ‘Schank’ A(MA11 2 ,583,26) 1 größeres ver-, abschließbares Möbelstück zur Aufbewahrung (u Präsentati…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schrank

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schrank , ursprünglich ein oblonger, kastenartiger Behälter, der in der Kirche zur Aufbewahrung der heiligen Geräte, der…

  5. modern
    Dialekt
    Schrank

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Schrank [ʿSràk, Pl. ʿSrak Co. Henry ] m. Schrank. Syn. Kaste n , Schank. — Bayer. 2, 608.

  6. Sprichwörter
    Schrank

    Wander (Sprichwörter)

    Schrank Ein leerer Schrank bringt Streit und Zank. – Schulfreund, 80, 18; Schmitz, 177, 7.

  7. Spezial
    Schrank

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schrank m. (-[e]s, Schränke) armé (armá) m. ▬ den Schrank aufschließen daurí l’armé ; etw. in den Schrank hängen taché v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrank

97 Bildungen · 73 Erstglied · 21 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schrank 2 Komponenten

sch+rank

schrank setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrank‑ als Erstglied (30 von 73)

schrankader

DWB

schrank·ader

schrankader , schränkader , f. ader bei pferden an der seite des bauches und innerhalb an den schenkeln hinab Frisch 2, 222 c ( aus Fleming …

Schrankanschlag

GWB

schrank·anschlag

Schrankanschlag ‘autorisierter S.’ für: genehmigter Kostenvoranschlag für ein Aufbewahrungsmöbelstück (von Sammlungsstücken im Jenaer Museum…

schrankartig

DWB

schrank·artig

schrankartig , adj. nach art eines schrankes: ich setzte mich in einen schrankartigen beichtstuhl. Keller werke 3, 138 .

schrankbaum

DWB

schrank·baum

schrankbaum , m. baum, stamm als schranke, einfassung zum schutz, namentlich palissadenwerk um eine örtlichkeit, mhd. schrancboum ( vgl. auc…

Schrankdüᵉre

WWB

Schrank-düᵉre f. [WMünsterl Mün Wdf Hal Bek Wie] 1. große hölzerne Tür, die Küche und Tenne trennt; Tür in der→ Schrank-wand . — 2. Schrankt…

schrankdȫr

KöblerMnd

schrankdȫr , F. Vw.: s. schrankdȫre*

schrankdȫre

KöblerMnd

schrankdȫre , F. nhd. Gittertüre E.: s. schrank, dȫre (1) W.: s. nhd. Schranktür, F., Schranktür, DW 15, 1642 (Schrankthür)? L.: MndHwb 3, 1…

Schranke(n)herr

Idiotikon

Schranke(n)herr Band 2, Spalte 1544 Schranke(n)herr 2,1544

Schranke(n)stock

Idiotikon

Schranke(n)stock Band 10, Spalte 1758 Schranke(n)stock 10,1758

Schranke(n)stuel

Idiotikon

Schranke(n)stuel Band 11, Spalte 320 Schranke(n)stuel 11,320

Schrankeisen

RhWB

schrank·eisen

Schrank-eisen -ī:zər Bo-Walberbg n.: E., die Seitenbretter des geladenen Wagens verbindend.

Schrankel

RhWB

schra·n·kel

Schrankel -a-, Pl. -ələ : 1. a. m. Pfahl, worüber man fällt Monsch-Hammer . — b. Pl. t. verächtl. Beine Waldbr . — 2. übertr. f. a. alte, ma…

schrankelen

MNWB

schrank·elen

schrankelen „ crisselen, cancellare”; „varicare schrankelen, hinkende gan ” ; „titubare”; „labare”.

schrankeln

DWB

schrank·eln

schrankeln , verb. wanken beim gehen, hinken; häufigkeitsbildung, die zunächst an mhd. schranken ( mhd. wb. 2, 2, 203), mnl. schrancken ( gr…

Schrankelsack

RhWB

schrankel·sack

Schrankel-sack Verbr. wie schr. 1 b, c m.: verächtl. einer, der unruhig hin- u. herrutscht, klettert.

Schrankelsknochen

RhWB

schrankel·s·knochen

Schrankels-knochen -aŋkəlknkə MülhRuhr ; -ǫŋkəltsknōəkə Heinsb-Erpen Pl. t.: verächtl. schiefe, ungelenke Beine.

schranken

DWB

sch·ranken

schranken , verb. 1 1) umlautlose nebenform zum folgenden schränken, mnl. schrancken, cancellatim locare, ex transverso ponere Kilian ; glie…

schrank als Zweitglied (21 von 21)

blīdenschrank

KöblerMnd

blīden·schrank

blīdenschrank , N. nhd. Zeughaus zur Aufbewahrung von Kriegsgerät E.: s. blīde (1), schrank L.: MndHwb 1, 294 (blîdenschrank), Lü 57b (blide…

Brunnenschrank

Adelung

brunnen·schrank

Der Brunnenschrank , des -es, plur. die -schränke, die obere hölzerne Einfassung eines Ziehbrunnens.

Chüeferschrank

Idiotikon

Chüeferschrank Band 9, Spalte 1634 Chüeferschrank 9,1634

drātschrank

KöblerMnd

drāt·schrank

drātschrank , N. nhd. Drahtverschluss E.: s. drāt, schrank L.: MndHwb 1, 468 (drâtschrank) Son.: örtlich beschränkt

glasschrank

DWB

glas·schrank

glasschrank , m. , schrank mit glasscheiben, zu glas B 1 a: lieber wollt er ... an einen Wiener heiligen leib im glasschrank streifen und ti…

Ratsschrank

DRW

rat·s·schrank

Ratsschrank, m. durch eine Absperrung (Schranke?) abgegrenzter Bereich eines Ratsgerichts, evtl. auch eine lange Bank mit einer hohen Lehne …

Schreibeschrank

Adelung

schreibe·schrank

Der Schreibeschrank , des -es, plur. die -schränke, ein Schrank mit einem Schreibetische, welcher heraus geschlagen werden kann, um davor zu…

speiseschrank

DWB

speise·schrank

speiseschrank , m. schrank, worin speisen ( speisevorräte oder -reste ) aufbewahrt werden. Adelung. öconom. lex. 2 2763. Jacobsson 4, 204 b …

ümmeschrank

MNWB

uemme·schrank

(ümmeschrank) , ° umbschrank , n. ( Pl. -schrenke ): Einfriedung, Einfassung, „ Averst de rechte tempel hedde ( noch ) twierlei umbschrenke …

umschrank

DWB

umschrank , m. , die einfassung, einfriedigung: ( welche personen ) ihr erbbegräbnis mit einem epitaphio und umschrank an der mauer gehabt a…

vensterschrank

KöblerMnd

venster·schrank

vensterschrank , N.? nhd. Fenster, Fensteröffnung ÜG.: lat. fenestrale E.: s. venster, schrank? L.: MndHwb 1, 727 (vinsterschranc), Lü 480b …

ümmeschrank

KöblerMnd

ümmeschrank , N. nhd. Einfriedung, Einfassung, Befriedung, Umhegung Hw.: vgl. mhd. umbeschranc Q.: Kantzow ed. Gaebel 149 E.: s. ümme (1), s…

Ableitungen von schrank (3 von 3)

beschranken

MNWB

beschranken , beschrangen , beschrankelen , swv. , mit Schranken, Gitterwerk versehen, verschließen, cancellare.

schranke

DWB

schranke , f. vorrichtung zum schränken, einschränkendes gitterwerk; mhd. schranke als masc. und fem., letzteres im nhd. die herrschende for…