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Schranke

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schranke

Bd. 3, Sp. 1642
Die Schranke, plur. die -n, oder der Schranken, des -s, plur. ut nom. sing. ein jetzt nur im Plural am häufigsten übliches Wort. 1) Eigentlich, die aus verschränkten oder über das Kreuz mit einander verbundenen Stäben bestehende Einschließung oder Befriedigung eines Ortes. Schranken um etwas machen oder setzen. Die Gerichtsschranken, das Gitter, welches die Parteyen von den Sitzen des Richters und seiner Beysitzer absondert. Die Schranken um einen Turnierplatz, Fechtplatz, Rennplatz u. s. f. welche ehedem am häufigsten unter dem Worte Schranken verstanden wurden. In den Schranken laufen, 1 Cor. 9, 24, um die Wette, innerhalb der dazu errichteten Schranken. In dem gemeinen Leben ist dieses Wort großen Theils ungangbar geworden, indem in den meisten Fällen dafür Geländer üblich ist. Im Oberdeutschen höret man es noch am häufigsten, wo es auch einen mit solchen Schranken verwahrten Ort, ein Gericht, eine Einnahme u. s. f. bedeutet. So wird z. B. in Wien die Wegemauth bey den Landschranken errichtet, d. i. in der dazu verordneten Einnahme. S. auch Schranne. 2) Figürlich, das letzte an einem Dinge, da wo ein Ding seiner körperlichen Ausdehnung nach aufhöret, und in noch weiterer Bedeutung, da wo dessen Realität, dessen Kraft und Wirkung aufhöret. Das Gefühl seiner engen Schranken, seiner geringen Fähigkeit, Kraft und Vermögens. Ingleichen dasjenige, wo eine Wirkung aufhören soll, die von den Gesetzen, von der Billigkeit, von der Klugheit, von dem Wohlstande vorgeschriebenen Schranken oder Gränzen. Sich in seinen Schranken halten, in seinen Schranken, in den Schranken bleiben. Über die Schranken schreiten. Die Schranken der Mäßigung, der Billigkeit u. s. f. überschreiten. Anm. Im Hochdeutschen kommt der Singular dieses Wortes nicht leicht vor; indessen scheinet er in einigen Provinzen gangbar zu seyn, da er denn bald die Schranke, bald der Schrank, bald aber auch der Schranken lautet. Der Bornschrank oder Brunnenschrank ist in einigen Gegenden das Geländer um einen Brunnen. Er machte einen Hof für die Priester und einen großen Schranken, und Thüren in die Schranken, 2 Chron. 4, 9. Ein Ritter, Der, wenn der Schranken offen steht, Nicht kämpft, auch nicht um Gnade fleht, Haged. Im Böhmischen lautet dieses Wort Ssranky, in einigen Oberdeutschen Gegenden Schranne, Pohln. Szranni. Notker nennet die Schranken in einer andern Form Giscrenke. S. das folgende, ingleichen Schranne. Gränze scheinet mit diesem Worte gleichfalls verwandt zu seyn, und sich unter andern auch durch den Mangel des Zischlautes zu unterscheiden.
2550 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schrankeswmf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    schranke swmf. 1. schranc. vgl. der schranken Schmeller 3,517. a. was absperrt, schranke, gitter, zaun. daʒ er an iwer s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schrankeF.?, M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    schranke , F.?, M. Vw.: s. schrange

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schranke

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Schranke , plur. die -n, oder der Schranken, des -s, plur. ut nom. sing. ein jetzt nur im Plural am häufigsten üblic…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schranke

    Goethe-Wörterbuch

    Schranke auch -ck- 1 Sperre, Barriere, Begrenzung zur Behinderung des Zugangs bzw zur Absperrung, Einfriedung eines Orte…

  5. modern
    Dialekt
    Schrankef. m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schranke f. , Schranken m. : ' Schlagbaum, Eisenbahnschranke ', Schrank (šraŋg) [Kaislt, mancherorts], der Schranke [ Kr…

  6. Spezial
    Schrankef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Schranke , f преграда , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schranke

30 Bildungen · 26 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schranke 2 Komponenten

sch+ranke

schranke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schranke‑ als Erstglied (26 von 26)

Schranke(n)herr

Idiotikon

Schranke(n)herr Band 2, Spalte 1544 Schranke(n)herr 2,1544

Schranke(n)stock

Idiotikon

Schranke(n)stock Band 10, Spalte 1758 Schranke(n)stock 10,1758

Schranke(n)stuel

Idiotikon

Schranke(n)stuel Band 11, Spalte 320 Schranke(n)stuel 11,320

Schrankeisen

RhWB

schrank·eisen

Schrank-eisen -ī:zər Bo-Walberbg n.: E., die Seitenbretter des geladenen Wagens verbindend.

schrankelen

MNWB

schrank·elen

schrankelen „ crisselen, cancellare”; „varicare schrankelen, hinkende gan ” ; „titubare”; „labare”.

schrankeln

DWB

schrank·eln

schrankeln , verb. wanken beim gehen, hinken; häufigkeitsbildung, die zunächst an mhd. schranken ( mhd. wb. 2, 2, 203), mnl. schrancken ( gr…

Schrankelsack

RhWB

schrankel·sack

Schrankel-sack Verbr. wie schr. 1 b, c m.: verächtl. einer, der unruhig hin- u. herrutscht, klettert.

Schrankelsknochen

RhWB

schrankel·s·knochen

Schrankels-knochen -aŋkəlknkə MülhRuhr ; -ǫŋkəltsknōəkə Heinsb-Erpen Pl. t.: verächtl. schiefe, ungelenke Beine.

schrankenbrecher

DWB

schranken·brecher

schrankenbrecher , m. der hindernde schranken durchbricht: o schrankenbrecher, unumschränkter allbeschränker, hochdenker nennen dich des höc…

Schrankengeld

DRW

schranken·geld

Schrankengeld, n. I eine Straßenmaut sollen alle die zehend- und berg-herren ... einiges schrancken-geld von denen leuten ... nicht begehren…

schrankenholz

DWB

schranken·holz

schrankenholz , n. geschränktes holz, namentlich brennholz ( vgl. schränken 1): das alte reff machte ein gruben, legte auff beiden seiten de…

schrankenlos

DWB

schranken·los

schrankenlos , adj. und adv. , keine schranken habend, ohne hinderung oder einschränkung: der gottesläugner behält die innere verbindlichkei…

schrankenraum

DWB

schranken·raum

schrankenraum , m. raum durch schranken umschlossen: es fehlt einem solchen kampfe gerade an allem: an ritterlichem schrankenraum, an kreisw…

Schrankenschirmer

DRW

schranken·schirmer

Schrankenschirmer, m. Turnierwächter vgl. Grießwart man beschrankte einen ort zwischen beyden laͤgern, erwehlte von jeder partey vier ritter…

Schrankenschreiber

DRW

schranken·schreiber

Schrankenschreiber, m. Aufseher an einer Schranke (IV), der Passierscheine kontrolliert und das Passierbuch führt welcher ... zehend- oder s…

schrankenwand

DWB

schranken·wand

schrankenwand , f. wand die eine schranke bildet: doch ward gestürzet nieder die schrankenwand von koth. Immermann 13, 196 .

schrankenwerk

DWB

schranken·werk

schrankenwerk , n. ein aus schranken bestehendes werk Kramer bei Campe. vgl. auch schrankwerk 1.

Schrankert

RhWB

schrank·ert

Schrankert -ərt, Pl. -tə Sieg-Fussh m.: verächtl. schief, unbeholfen gehender, torkelnder Mensch.

schranke als Zweitglied (4 von 4)

Torschranke

DRW

torsch·ranke

Torschranke, f. Schranke am Stadttor; als Stadtgrenze vgl. Schranke (IV) sollen die stat geschworen ... inwendig den thoren, rigeln und thor…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schranke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schranke/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schranke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schranke/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schranke". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schranke/adelung.
BibTeX
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