gehaus,
gehause gehäuse,
adj. und subst. zu haus. 11)
gehaus adj., wohnhaft, bair.: Jauten, die in unserm haus ze Munichen gehaus ist. Schm. 2, 248
aus einer urk. von 1329,
also mhd. gehûs,
eig. mitwohnend, in demselben hause (
vgl.ge- II, 3
sp. 1611);
es reicht aber dem mîne gehûsen
u. 2,
a die hand, sodasz adj. und subst. verflieszen. aber auch mit umlaut, wie beim subst. unter 2,
c, in ungehiuse,
hauslos, in einer lügenpredigt des 14.
jh.: des bin ich ungehiuse (: ungestriuʒe). Pfeiffers
übungsb. 154
; und in ingeheus, bair.: personen, die allein ingeheusz sein. Schm. 2, 248
aus dem landr. v. 1616,
d. h. die allein zur miete wohnen (
s. 3,
a). 22)
als subst. 2@aa)
ahd. gahûso
m. domesticus und gahûsa
f. domestica bei Schmeller
a. a. o., doch wol nur erschlossen, aber gewiss richtig, aus mîn gehûsa,
vernacula Graff 4, 1059 (
Boeth.);
vgl. ags. hûsa
domesticus Ettm. 487,
nordhumbr. gehûsa
Matth. 10, 25.
mhd. mîne gehûsen,
hausgenossen: ob dehein gastgebe wære, der heimlîch in sînem hûse von sînen gesten (
marktleuten) iht în koufte (
unter dem marktpreise) und er daʒ sînen gehûsen mit teilen wolte .. Haupt 6, 414.
älter nl. aber gehuizen,
gatten, s. Oudem. 2, 427;
vgl. dazu unter geheien 1,
a. b. 2@bb)
auch jetzt bair. der
gehause, g'haus,
taglöhner, der, als solcher dem besitzer eines bauerngutes vertragmäszig verpflichtet, ein diesem gehöriges nebenhaus (g'hausenhaus)
bewohnt, seine frau die g'hausin. Schm. 2, 248,
also gleich den hintersassen des adels, auch im allgemeinen ähnlich dem norddeutschen kossäte,
köter (
s. d.),
dem md. häusler, gärtner (
s. d. II, 2,
auch gartenbauer),
doch in andrer fassung, als hausgenosz, eig. mitglied der familie, und das erscheint alt nach jenem mîn gehûsa,
vernacula, d. h. eine sklavin bezeichnet als hausgenossin. 2@cc)
die hausgenossenschaft erscheint noch deutlicher bezeichnet in bair. ingehause gleich gehause,
noch jetzt der ing'haus
und wieder auch mit umlaut: die ingehäusen oder cämmerler. Schm.
2 1, 1178
aus Tirol 17.
jh., noch jetzt, z. b. in Kitzbühel inghaus,
wol auch in der bed. mietwohner (
doch vgl. tirol. kammerling
kleinhäusler Schöpf 300).
das in-
ist wie in mhd. ingesinde
u. ä., besonders deutlich in mnd. intucht
Ssp. I, 15, 1
var. Hom.,
d. h. hauszucht, im hause gezogenes vieh (
vergl. inzucht). 33)
dazu dann auch ein subst. n., das dem folg. die hand reicht. 3@aa)
tirol. das
gehäuse, ingehäuse,
die sämtlichen bewohner des hauses, bes. die zur miete wohnen, s. Schöpf 250,
auch bei Fromm. 6, 147,
mit älteren nachweisen: der
N., so ungepürliche ingheuss bey ime in seine behausung ingheusst hat.
v. j. 1518,
wo es aber nach dem adj. im plur. dabei zugleich in das adj. u. 1
umzuspringen scheint; das
inkaiss. landesordn. v. 1603,
schon nach der aussprache von heute. auch ohne umlaut: des wirts knecht (
pl.) oder sein ingehawse, daʒ man sint.
bair. landr. v. 1453 Schm. 2, 248 (Lex. 1, 1432).
aber auch mit -er
weiter ausgeprägt: die ingeheuser haben zum mehrern theil nichts als kinder und schulden.
landt. von 1605
das., von Schmeller in der
bed. 2,
c genommen. s. auch bei Frisch 1, 428
a ingehaus, ingehäusete miethsleute. 3@bb)
also das gehäuse
als zusammenfassung von die gehausen,
hausgenossen, wie ähnlich auch sonst, z. b. mhd. die geverten
auch zusammengefaszt daʒ geverte,
fahrtgenossenschaft, gesellschaft, s. sp. 2090
; ohne zweifel schon mhd. gehiuse,
wie die völligere bildung mit -ide
bezeugt ist (
s. sp. 1610): hât ein man ein hûs, dâ er selbe inne ist unde hât auch
gehûside bî im dâ inne, ir sî lützel oder vil ..
Augsb. stadtr. 51, 6
s. 120,
von vermietung, wie das hin lân,
vermieten nachher zeigt; es wäre ahd. gihûsidi
n. später geheusit, gehuset,
schwäb., alem.: niemand hie zu Ulm sol kein
gehewsit, weder frawen noch manns personen, one der bettelherren wissen und willen zu im in sein haus .. nemen.
Ulmer ratsbeschlusz von 1408
u. a. Schmid
schwäb. wb. 266
; auch zugleich in der folg. bedeutung: von iedem
gehuset, da man nit rosse inne hat, soll man dem meier (
zur ernde) geben einen schnitter.
weisth. 1, 844,
elsäss. 15.
jh., haushaltung, natürlich haupts. die lebenden insassen, aber die rosse eingerechnet. s. auch Lexer
nachtr. 183 gehiusit, gehiusig,
schweiz. 14.
jahrh. noch appenz. die ghüsig, ghüsi,
mietleute, ghüsig
m. mietmann, häusler Tobler 220
b. 3@cc)
so tritt es auch völlig in die folg. bedeutung über, indem die hausgenossen und das haus als eins gedacht werden: domicilium, inghus. Dief.
nov. gl. 140
b,
schwäb. 15.
jahrh.; domicilium, ingehü
s. Wack.
voc. opt. 15
b,
schweiz. 15.
jh.; abschaffung der neuen söldenhäusl oder ingehäus. Schmeller 3, 237,
d. h. wohnungen und hauswirtschaften von ingehausen,
nach 2,
c, die nicht vermehrt werden sollten. vorarlb. z'ghûs sî,
hausen Fromm. 2, 566.