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triefeln

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triefeln vb.

Bd. 22, Sp. 466
triefeln, vb. , fasern, schleiszen, trans. und intrans.; zu driefeln 1-3 (s. teil 2, 1407) ist zu ergänzen: spätmhd. ûftrifeln wohl aus *trifilon, vgl. dazu ohne erweiterung auftrifen (s. teil 1, 764). germ. wurzel tref, traf in an. trǫf, n. pl., 'fasern, fransen', trefja 'zerfasern', trefill 'faser', norw. trave, m., 'fetzen, lappen', treve, m., trevel, m., 'faser, kleiner fetzen', n. trevl 'faser', sowie mit dehnstufe und gr. wechsel mhd. trâben, pl., 'fimbriae'; auszergerm. gehört zu dieser wurzel slav. drapati 'kratzen, zerreiszen', slovenisch drapa 'fetzen', s. Berneker 220. idg. drep- erweiterung von der- 'schinden, spalten', wozu mit anderer erweiterung auch dres- in norw. schwed. trasa 'fetzen, lappen' und dred- in ahd. trâdo 'fimbria' (vgl. auch trasse, trase teil 11, 1, 1, 1273), spätmhd. (Nürnberg) trôdel 'holzfasern im hanfe, werg' gehören, vgl. Walde-Pokorny 1, 797 ff. formen im ältern nhd.: trifeln Folz meisterlieder 178 Mayer; Rosenblüt bei Liliencron volksl. 1, 507; Spreng Ilias (1610) 248a; Abele gerichtshändel (1654) 608. trflen S. Roth teutsch. dict. (1572) f 8b; triffeln Petri d. Teutsch. weish. (1605) 2, B b b 2b; trifflen Abele a. a. o. 641; drifeln Folz a. a. o. 200. mit bezeichnung des gelängten vokals: trieffelen Mathesius Sarepta (1578) 89a. — in den mundarten z. teil mit kurzem vokal: triffeln Unger-Khull steir. 173a; tröffeln Keller Thür. 46. überwiegend mit langem: trīflen Schöpf tirol. 756; Fischer 2, 381; triefeln Müller-Fraureuth obersächs. 1, 249; drīfn Gerbet Vogtl. 427. bedeutung und gebrauch. der nur dem deutschen eigene transitive gebrauch geht von dem begriff 'faserdrehen' aus und hat daraus eine doppelte bedeutung entwickelt: die faser aufdrehen und sie zusammendrehen (s. 2). die auch im nord. vorhandene reflexive und intrans. anwendung als 'sich zerfasern, auflösen' tritt demgegenüber zurück (s. 1). die reflexive erscheint hauptsächlich in der schriftspr. des älteren hd., während der transitive gebrauch sich fast ausschlieszlich in den modernen hd. maa. entfaltet. seit dem ende des 17. jh. verliert sich triefeln gänzlich aus der schriftsprache. 11) reflex. sich triefeln zerfasern, schleiszen: wenn der strick reissen wil, so triffelt er sich Petri d. Teutsch. weish. 2 B b b 2b; Mathesius Sarepta (1578) 89a; Höfer österr. (1815) 3, 239. — intransitiv: drīfln 'in fransen aufgehen (stoff), sich aufdrehen' Gerbet Vogtland 427; ausfransen von stickereien, nähwerk K. Reiser sagen d. Allgäus 2, 741. — bildlich in den frühesten belegen (15. jh.): die pfaffen pinden mit den guldein reifen, das hilfet nicht, wie eben sie ein kneifen, ir knoten sich auf trifeln (auflösen) Rosenblüt (1458) bei Liliencron volksl. 1, 507; wan wo der reich dem armen wil genossen und mit im hoch wil possen (mit hohem einsatz kegeln), der wirt von in gelossen, ob sich sein ende trifelt gar Folz meisterlieder 178 Mayer. übertragen: wan wo die schaff sich strewen und selber hirt sein wellen, do drifellt sich ir schar Folz meisterlieder 200 Mayer. 22) transitiv. 2@aa) aufdrehen, hauptsächlich seil, schnur, faden; genähtes zertrennen: explicirn ... auff trlchen oder trflen ... zerlegen Simon Roth teutsch. dict. (1572) f 8b; zerfetzen: alt hadern, zertriflete saill quelle v. 1591 bei Schmeller-Fr. 1, 652. — die mundarten zeigen besonders deutlich das iterative; bair.-öst.: trìflen gedrehtes auflockern Schöpf tirol. 756; Brenner-Hartmann Bayerns ma. 1, 79; Joh. Micko Muttersdorf (Böhmen) (1933) 34b. schwäb.: triflen Fischer 2, 381. ostfränk. triifln Neubauer Egerl. 51. ostmd.: tröffeln 'gespinst wieder aufwickeln' Keller thür. 46; triefeln Müller-Fraureuth 1, 249. 2@bb) fäden zusammendrehen: Fischer 2, 381. — daraus im rotwelsch 'spinnen': Fischer nachtrag 1775; drifflen Kluge rotwelsch 1, 345a; dazu: driffelspitz spindel ebda; triflet gespinst ebda 340; drifekitt zuchthaus (vgl. spinnhaus) ebda 488b. 2@cc) zwischenglied zu a und b ist 'hin- und herdrehen': e awá räuspert und thuet als wann á nix hérát, streicht und trifelt sein bart Franz Stelzhamer ausg. dicht. (1884) 2, 68 Rosegger; Unger-Khull steir. 173. 2@dd) übertragen. α) eine sache hin- und herwenden, ausspüren (s. driefeln 3, teil 2, 1407): öffters ... getrifleten materi Abele gerichtshändel (1654) 608; ursachen und gründe auftriefeln polit. hasenkopf (1683) 306; Schmeller-Fr. 1, 652. — 'einen hart mitnehmen' Höfer österr. 3, 239. β) aus der vorstellung des langsamen zertrennens (s. 2 a): 'langsam arbeiten' Fischer schwäb. 2, 381. — vgl. auch andriefeln teil 1, 316, antriefeln ebda 506, auftriefeln ebda 764.
4679 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Triefelnv., ntr

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    1. Triefeln , v. ntr . mit haben , ein wenig triefen, das Verkleinungswort von triefen . »Die Schafe schütteln den Regen…

  2. modern
    Dialekt
    triefeln

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    triefeln Band 4, Spalte 4,486

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Zerlegung von triefeln 2 Komponenten

trief+eln

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