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knauser

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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14

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knauser m.

Bd. 11, Sp. 1372
knauser, m. knicker, geizhals der im kleinen überall zu ersparen, abzuzwacken strebt. 11) belege: dasz er saht (seht) dos ich kee knauser oder gnicker bin. Gryphius Dornrose 93, 15, aus schles. bauernrede; wart nur, du knauser! Göthe 11, 124 (scherz, list u. rache); jetzt schmunzelt sie der knauser an. Langbein ged. (1788) 114; wir sollen von dem Friedländer lassen der den soldaten so nobel hält? mit dem Spanier ziehn zu feld, dem knauser den wir von herzen hassen? Schiller 326b (Wall. lager 11); der knauser hat mir damals keinen tropfen wein angeboten. Arnim schaub. 2, 266. 22) herkunft. 2@aa) so allgemein es jetzt ist, in den wbb. erscheint es erst im 18. jh., bei Wachter 855, Frisch 2, 10b (nur beiläufig unter genau, wovon ers ableitet, als vulgär), das brem. wb. 2, 820 (v. j. 1767) gibt als nd. 'knauserer, ein knauser, karger filz' (vgl. knickerer), dazu knausern, knauserig, Dähnert als nd. knauser. es wird aus md. nd. mundarten emporgekommen sein. 2@bb) wie jenes nd. knauserer erst von knausern, so musz knauser selbst von einem knausen sein, das von dem subst. vermöge seiner bestimmten bed. überdauert wurde (vgl.knusen). am Mittelrhein heiszt ein genauer handelsmann ein knauseler (Kehrein 233), in der Schweiz knauseln behaglich in kleinen bissen essen Stalder 2, 113. danach wird knausen knaupelnd essen, allgemeiner knaupeln, nagen bedeutet haben, eine im begriff verkleinernde erweiterung von knauen nagen, kauen (s. d.), wie zu kauen selbst schweiz. käusen, käusla, engl. chousle sp. 314 (5). dasz die begriffliche ableitung eine natürliche ist, zeigt schweiz. gnager knauser Tobler 228a, von gnagen nagen daselbst, nd. gnägeln knausern brem. wb. 2, 523 (s.knagen). auch ein merkw. mrh. knauz m. geizhals Kehrein 233 mag auf diesz knauen zurückgehn (doch vgl. knotzen 3). merkwürdig auch in Schweden knussla knausern, knusslig und knausig knauserig, s. Rietz 339 2@cc) unmöglich ist also der von Weigand nach andeutungen von Schmeller 2, 376, Haupt 8, 552 angenommene zusammenhang mit dem mhd. adj. knûʒ keck u. ä.; in der stelle Konrads von Haslau 243 ist auch kein andrer als der gewöhnliche sinn enthalten, es heiszt von einem heimzogen knaben, einem von adel der nie in die welt gekommen, unter andern untugenden: gegen den armen ist er knûʒ und gar ein hase des muotes ûʒ, gegen geringe leute, oder auch gegen seine leute, unterthanen (arme liute) ist er keck, hochfahrend, und feig drauszen in der welt; vgl. die ganz ähnliche stelle bei Vindler (Haupt 9, 82): daʒ etlich knaben (junge edle) seind so knusz, die geleich ich zuo der fledermus u. s. w.; dasselbe ist knausz adj. von Neidharts dorfknaben Neidh. xx, 22 H. in der hs. c (MSH. 3, 793a), also noch im 15. jh. bekannt. an sich freilich wäre das zusammensein beider bed. denkbar, denn so ist frech audax zugleich avarus, tenax, ahd. und noch im 15. jh. Dief. gl. 59b. 577b. daher Knusz als vorname weisth. 3, 433. 434, schon ahd. Chnuz Förstemann 1, 309; s. unter knoten.
3024 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knauser

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knauser , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Knauserinn, im verächtlichen Verstande, eine Person, welche aus Gei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knauser

    Goethe-Wörterbuch

    Knauser knauseriger Mensch, Geizhals [ Scapin, über den Arzt: ] Hätt’ dieser Schleicher nicht gewußt .. | Uns anzuschwär…

  3. modern
    Dialekt
    Knauserm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wossidia Knauser m. Knauser, Geizhals: ick will wisen, dat uns' Vadder kein Knauser is Ha Hagenow@Redefin Red ; auch Gna…

  4. Sprichwörter
    Knauser

    Wander (Sprichwörter)

    Knauser Ein Knauser ist immer arm. Dän. : Karrig er aldrig riig. ( Prov. dan., 333. ) Frz. : Jamais chiche ne fut riche.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knauser

17 Bildungen · 15 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von knauser

knaus + -er

knauser leitet sich vom Lemma knaus ab mit Suffix -er.

knauser‑ als Erstglied (15 von 15)

knauserei

DWB

knaus·e·rei

knauserei , f. knauseriges thun und wesen: der karge geiz, welcher, wenn er schimpflich ist, knickerei oder knauserei genannt wird. Kant 5, …

knauseren

WWB

knaus·eren

knauseren V. geizen, übermäßig sparsam sein ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Knauserey

Adelung

knaus·e·rey

Die Knauserey , plur. die -en, im verächtlichen Verstande, die Fertigkeit, aus Kargheit überall zur Ungebühr etwas abzubrechen, ohne Plural.…

Knauserīe

WWB

knaus·e·rie

Knauserīe f. Knauserei ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

knauserig

DWB

knaus·e·rig

knauserig , wie knickerig, brem. wb. 2, 820: ein reicher mann und immer so knauserig! Göthe 14, 277 ; ihr ( der franz. emigranten ) betragen…

knauserisch

DWB

knauser·isch

knauserisch , dasselbe: dasz er seine freunde oft sehr knauserisch tractirte. Lichtenberg 5, 69 . J. Paul Qu. Fixlein 1796 s. 132.

knauser als Zweitglied (2 von 2)

geizknauser

DWB

geiz·knauser

geizknauser , m. geizhals: o wie oft habe ich den geizknauser und den prasser gefragt, nach welchem recht sein reichthum ihm gehört? Hermes …