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kufe

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kufe f.

Bd. 11, Sp. 2530
kufe, f. schlittenkufe u. ä., schlittenbalken, die vorn aufwärts gekrümmten hölzer, balken, auf denen der schlitten ruht. 11) zeugnisse seit dem 16. jh., Sigm. v. Herberstein erzählt aus seiner reise als gesandter nach Ruszland i. j. 1517: emphiengen mich des khunigs (von Polen) haubtleute und räte .. sezten mich in des khunigs schlitten ... vil erlicher ('hochgestellter') personen stunden an den khueffen, den schlitten zuhalten, als ob der khunig selbst darinn fuer. font. rer. austr. I. 1, 113; als ... die schlitten eilend vorbei rutschten, da denn die dunklen kufen weit hinter sich die klarsten lichtstreifen nachschleppten. Göthe 60, 40. schles. kuffe trabs trahae inferior Steinb. 1, 943, nach der dortigen neigung, die länge zu kürzen: die kuffen sind an dem schlitten entzwei. ders. auch sturmfässer werden auf kufen gefahren. dazu bildlich thür. einem die kufen lenken, ihn derb zurechtweisen, eig. in die rechte bahn bringen? s. Regel Ruhla 226, der es anders auslegt. 22) jenes östr. khueffe, noch bair. kueffen f. Schm. 2, 286, tir. kueff, kuefn f. die schlittensohle, kufe Schöpf 351, sichert den vocal, den das md. û unsicher liesze: mhd. kuofe, ahd. chuofa war gewiss schon vorhanden. daneben mit auslautwandel bair. kuechen f., mnd. kôke, jenes schon ahd. bezeugt, s. kuche. wie kuechen schweiz. m. ist, so braucht Hebel 3, 293 kufe als schwaches m.: die stiefel sind mir .. angefroren am schlittenkufen. nd. scheint es nicht vorhanden oder erloschen, die schlittenkufen heiszen pomm. sliddern plur. Dähnert 430a, am Harze schlickern f. pl., man findet gebildete dort, die kufe gar nicht kennen; aber das sind spätere bildungen, zu sliddern, schlickern auf dem eise gleiten gehörig (s. unter kascheln). 33) kufe mit seiner einsamen stellung musz sehr alt sein. nun heisztn. slädekjelke schlittenkufe, schwed. kälke m. schlitten oder schleife die man im winter dem wagen unterstellt statt der räder, altn. kjalki m. Fritzner 350a, isl. sledakiálki jugum rhedae, nonnunquam osseum e maxillis vel costis balaenarum, s. Biörn 1, 452a, vgl. Egilsson 463b (auch finn. kelkka, ehstn. kelk kleiner schlitten). kjalki ist aber eigentlich nichts als kiefer, kinnbacken (vgl.kelch 4 sp. 504), noch Biörn behandelt diesz und jenes als éin wort; und wie da im norden schlittenkufen aus walfischkiefern hergestellt werden, urspr. gewiss so allgemein dasz sie eben kurz kiefern genannt wurden, so noch bei uns aus pferdeknochen (s. u.kegel 3, d sp. 385), sicher aus der urzeit her. könnte da wol kufe eine ähnliche urspr. beziehung zu kiefe, kiefer maxilla haben? auch die nebenform kuche würde in ags. ceac maxilla, engl. cheek, schwed. käk, nl. kaak ihre anlehnung haben. freilich hatten unsere vorfahren im binnenlande keine thierbackenknochen grosz genug zu kufen; dennoch wäre die erscheinung bei ihnen nicht viel schwerer begreiflich als kjelke bei den Dänen.
2915 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kufe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Kufe , plur. die -n, Diminut. das Küschen, Oberd. Küslein, die an einem Ende krumm gebogenen oder krumm gehauenen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kufe

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Kufe schmale, vorn aufgebogene Gleitschiene eines Schlittens; einmal in metasprachl Zshg [ Klopstock üb die Bezeichnun…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kufe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kufe , ein großer Bottich der Brauereien und in manchen Gegenden ein Biermaß: in Berlin zu 4 Tonnen = 4,58 hl, in Sachse…

  4. modern
    Dialekt
    Kufef.

    Pfälzisches Wb.

     Kufe f. : ' größerer Bottich, bes. zum Bierbrauen verwendet '. a. 1596: 6 großer Kueffen Zum Bier [WerschwSchR, Bl. 29…

  5. Sprichwörter
    Kufe

    Wander (Sprichwörter)

    Kufe 1. Sind die Kufen leer, muss man zum Fass gehen. Aehnlich russisch Altmann VI, 397 . 2. Was einmal in der Kufe war,…

  6. Spezial
    Kufe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ku|fe f. (-,-n) 1 (beim Schlitten) liester (-tri) m. 2 (von Schlittschuhen) lama (lames) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kufe

36 Bildungen · 9 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

kufe‑ als Erstglied (9 von 9)

Kufe II

RhWB

Kufe II, Kuffe das Wort ist lrhn. n. einschl. Kref , MGladb-Schelsen , Grevbr-Weckhf Wickr , Bergh-Stdt Glesch Hüchelhv , Dür-Stdt Mariaw Pi…

kufenbier

DWB

kufen·bier

kufenbier , n. ein starkes bier das in kufen ( s. d. II, 2) aufbehalten wird, auch lagerbier, märzbier. Adelung , Frisch 1, 553 b , ' in son…

kufenmacher

DWB

kufen·macher

kufenmacher , m. cupifex, kuffenmacher, kypenmacher Dief. 163 a , nd. cupenmaker doliator 189 b , küfer.

kufenwerk

DWB

kufen·werk

kufenwerk , kufwerk , n. böttcherwaare, gefäsze: das die zwicker das kuffenwerk fleiszig verzwicken. Schmeller 4, 301 ; kuefwerch, österr. w…

kufe als Zweitglied (27 von 27)

Beitzkufe

Adelung

Die Beitzkufe , plur. die -n, bey den Gärbern und Kürschnern, eine Kufe, worin die Häute und Felle gebeitzet werden.

gärkufe

DWB

gaer·kufe

gärkufe , f. gleich gärbottich. Popowitsch 305 , in Livland garküwen m. ( nd. ) Hupel 132 .

kühlkufe

DWB

kuehl·kufe

kühlkufe , f. s. DWB kühlkessel und vor., auch kühlzuber. nl. koelkuype gleich koelvat, cuba vinaria vel cerevisiaria, labrum vindemiatorum …

meischkufe

DWB

meisch·kufe

meischkufe , f. wie meischbottich. in der form möschkufe: in dem möschbottig oder in der möschkufe. öcon. lex. ebenda.

scherkufe

DWB

scher·kufe

scherkufe , f. , entspricht bei den tuchmachern dem scherkasten der kattunweber; sie enthält vier scherlatten. auch scherküfe, scharkübe ges…

schleifenkufe

DWB

schleifen·kufe

schleifenkufe , f. eine der beiden stangen, auf denen die schleife ( s. schleife 5) gleitet. Jacobsson 3, 618 b .

schlittenkufe

DWB

schlitten·kufe

schlittenkufe , f. bezeichnung der beiden vorn aufwärts gekrümmten balken, auf denen der schlitten gleitet. Jacobsson 3, 631 a , ligna rostr…

Seihkufe

DRW

seih·kufe

Seihkufe, f. zu Kufe (I) ein Gefäß zum Ausfiltern von Treber; ua. als Teil der Gerade que vero mulierum reliquias dare debet, que vulgo "wyv…

Spülkufe

Wander

spuel·kufe

Spülkufe Was einmal in der Spülkufe war, darf man nicht wieder zum Farbkessel tragen. (S. Kufe.)

stellkufe

DWB

stell·kufe

-kufe , f. , was -bottich. in dialekt. form -küwe: 'man hat ( in der brauerei ) mischküwen ..., gährküwen ..., stellküwen, aus welchen die w…

sturmkufe

DWB

sturm·kufe

sturmkufe , f. , dass. wie sturmfasz, s. Fäsch kriegslex. 242 b . —

tragkufe

DWB

trag·kufe

-kufe , transportgefäsz, vgl. th. 5, 2531: grosze Mainschiffe ... fuhren ... mit menschen, fässern ... und tragkufen bis zum rande belastet …

waschkufe

DWB

wasch·kufe

waschkufe , f. 1) waschwanne. in den wörterbüchern meist neben synonymen ausdrücken verzeichnet, offenbar nicht allgemein verstanden ( nicht…

wasserkufe

DWB

wasser·kufe

wasserkufe , f. groszes, meist nach oben etwas enger werdendes holzgefäsz für wasser, ndl. waterkuip. besonders bottich für das löschwasser …

weichkufe

DWB

weich·kufe

weichkufe , f. wie weichbottig ( s. o. ) bei den brauern das gefäsz, in dem sie das zum mälzen bestimmte getreide zum keimen bringen: allg. …

weinkufe

DWB

wein·kufe

-kufe , f. mhd. wînkuofe Lexer 3, 908 , zuerst für lat. dolium in voc. des 15. jahrh.: Diefenbach gloss. 189 b ; n. gloss. 140 a ; H. Fische…