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grundstein

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grundstein m.

Bd. 9, Sp. 903
grundstein, m. 11) nicht vor dem 14. jh. zu belegen; vgl. entsprechend gebildetes ags. grundstânas cementum Wright-Wülcker voc. 1, 191; gruntstain primarius (globulus) Diefenbach nov. gl. 303a (voc. a. d. j. 1429); der grundsteyn des baws primarius lapis Alberus L l 3a; gr. lapis fundamentalis Stieler 2139. 1@aa) im eigentlichen sinne: 'einer der steine, die den grund des gebäudes bilden, besonders der zuerst gelegte, meist ein eckstein' Mothes baulex. 2, 503a, vgl. der irst grontsteyn un eym gebucz (l. gebuw?) primarius (globulus) Diefenbach 459a; (ich) wil nicht nemen von dir noch gruntsteine noch ecsteyne, spricht der herr Claus Cranc proph. 157 Zies. (non tollent de te lapidem in angulum et lapidem in fundamenta Jerem. 51, 26); das man weder eckstein noch gr. aus dir nemen könne Jerem. 51, 26; vielfach mit älterem eckestein (Benecke-Müller-Zarncke 2, 2, 614) bedeutungsgleich verwendet, vgl. im bilde: sint er (Hieronymus) ein gruntstein der heiligen kirchen gewesen ist, dorein si gevestet und gepawet ist Joh. v. Neumarkt Hieronymus 246 Kl. (= sancte matris ecclesie lapidis angularis, in quo admodum firmata consistit); eyn kostlichen ecksteyn odder grundsteyn Luther 12, 305 W.; dieser felsz und stein, den die bauleut ... verworfen und gott zum eck-, schlosz- oder gr. gemacht Mathesius Sarepta (1571) 91a (s. auch formelhaft verbunden grund- und eckstein unten e); unser haus hat ein bösen gibel, uns ist gewichen der grundtstein, fürcht nur, es fall ein mal gar ein Hans Sachs 14, 319 K.-G.; die seulen, stützen, pfeiler und gr., darauf das reich stehet Seb. Franck Germ. chron. (1538) 104; ehe man bawet, sihet man erst nach einem guten gr. Petri d. Teutschen weiszheit s 3a; den thurm durchfährt ein zittern vom grundstein bis zum knauf Uhland gedichte 1, 231 Sch.-H.; und die starken mauern wanken und der grundstein tief sich senkt Gaudy s. w. 3, 10; specifisch der bei der feier der grundsteinlegung aufgestellte stein, in dessen höhlung documente vermauert werden: denkschriften, welche in die grundsteine groszer öffentlicher gebäude ... eingelegt werden Kinderling reinigkeit 371; deszwegen machen wir diesen gr. zugleich zum denkstein. hier in diese unterschiedlichen gehauenen vertiefungen soll verschiedenes eingesenkt werden zum zeugnisz für eine entfernte nachwelt Göthe 20, 99 W.; der in dem grundsteine zu verschlieszenden kapsel übergaben wir ... einen ... vers R. Wagner ges. schr. 9, 325; sein gedicht und seine auf dem gr. gehaltene rede waren vortreflich Schubart br. 1, 62 Strausz. 1@bb) formelhaft in religiöser sprache für Christus (gott) und die apostel: Christus unser einiges heubt und gr. Luther 24, 510 W.; denn so fest und steif der felsz, gr., Christus selber ist Joh. Mathesius Sarepta 52a; o mach dein volck heilig und rein, sei sein haupt und grundstein gesangbuch d. brüder in Behemen (1560) 100; ... o selig, wer baldt schaut drob Abraham sich freut, undt auf den grundstein baut A. Gryphius sonn- u. feiertagssonette 29 ndr.; ehr (Judas) war ein grundtstein der gantzen christenheitt wie Petrus Luther 33, 305 W.; da ... die zwölf apostel als grundsteine der mauern angesehen werden Jung-Stilling w. 3, 224. 1@cc) vielfältig bildmäszig oder halb entsinnlicht für das, was die stütze, grundlage eines dinges oder zustandes darstellt: er (der text Joh. 6, 47) ist der gr. unser rechtfertigung Luther 33, 161 W.; das fundament und der gr. dieses [] bundes ist der gesegnete saamen Dannhauer catechismusmilch 1, 91; nachdem mahl aber das vornemste fundament des kriegsstats ... auf dem ertzstift und der stadt Cölln ... beruhen that ..., suchte der h. reichscantzler gelegenheit, dem gegentheil solchen ansehnlichen gr. zu entziehen v. Chemnitz schwed. krieg 2, 190; sie hätte ... keinen andern gr. ihrer wohlfarth als die vergessenheit Lohenstein Arminius 2, 55a; so rüttelt ietzt mein kiel den grundstein aller sätze, den ich gewisz auch nicht vor unumstöszlich schätze Joh. Chr. Günther ged. (1735) 673; diesen gr. befestiget der verfasser mit schönen gleichnussen Gottsched beytr. z. crit. hist. 4, 277; das poetisch wahre, welches der gr. alles ergetzens ist Breitinger crit. dichtkunst 1, 67; tugend (ist) allein der echte gr. einer daurenden verfassung Herder 23, 45 S.; grundsteine der moral und religion Kant 3, 324 akad.; ein ganzes volk (ist) ohne den gr. des wohlstandes niemals zu der selbstbefreiung einer höheren cultur aufgestiegen W. H. Riehl dtsche arbeit 241. 1@dd) unter betonung des beginnens, anfangens, eintretens 'das erste factum, auf das andere folgen oder von dem eine entwicklung ausgeht', oft durch adj. wie erste verdeutlicht: seit dem ersten gr. des krieges und brudermords, so Cain an seinem bruder Abel begangen Kirchhof wendunmuth 2, 300 Ö.; das war der erste gr. des verderbens Becker weltgesch. 9, 483; eine vollständig neue verfassung, als deren erster gr. die schon früher durchgesetzte neuerung erscheint Mommsen m. gesch. 2, 104; absolut: ... allein die schlimmsten wercke der weiber geben noch ein werckzeug ihnen ab, ... ihrer männer grab zum grundstein ihres glücks ... zu machen Lohenstein Sophonisbe (1680) 61; es ist ... vielleicht der gr. zu seinem künftigen glücke Chph. v. Schmid ges. schr. 8, 114; wenigstens halt ich dafür, dasz die alten jungfern die grundsteine zu hospitälern gewesen sind Hippel ehe 85; mit euch bekommt unsere familie gr., stamm und wurzel bis auf gott hin und vater Adam Herder 7, 5 S.; hier läge denn der gr. meines tagebuchs Göthe III 1, 9 W.; als den anfang und gr. eines ehrenvollen lebens Raupach dram. w. ernst. gatt. 5, 176; der erste keim oder der gr. einer verworrenen geschichte G. Keller ges. w. 4, 89. 1@ee) als zwillingsformel grund- und eckstein: die steinmetzen ..., welche den grund- und eckstein vollkommen bearbeiten Göthe 25, 221 W.; fürsichtige regimentsrähte seyn die seulen, die grund- und ecksteine, worauf die paläste der könige am unbeweglichsten ruhen Butschky Pathmos 800; allhie lieget der grund- und eckstein Jac. Böhme schr. 2, 113; dies (experiment) ist nun der grund- und eckstein des newtonischen optischen werks Göthe II 2, 26 W.; die 'deutsche grammatik', der grund- und eckstein von Jacob Grimms deutschen studien Scherer kl. schr. 1, 10; zusammengerückt: usz dem folgt diszer grundteckstein, das kein gröszer ... werck ist Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 9 Kück; den bisherigen eck- und grundstein seiner bürgerlichen existenz Hebbel w. 12, 42 W. 1@ff) in festen verbalen verbindungen. 1@f@aα) am weitesten ausgebreitet den (einen) gr. legen, wozu wieder häufig verdeutlichendes erst beitritt; eigentlich: anno domini ist das kornhaus ... angefangen zu bauen und der erste gr. gelegt chron. d. stadt Eger 54 Gradl; der erste gr. zu der stadtmauren ward geleget Schütz hist. rer. pruss. (1592) 80a; wer ein haus will bauen, musz den ersten gr. auf seinen beutel legen P. Winckler 2000 gute gedancken (1685) b 1a; die bauleut legen den grundtsteyn dahyn, da er gewisz und fest stehet, das er den gantzen bau tragen kan Luther 12, 305 W.; er hat ... sogleich in Eisenach den gr. zu einer neuen bürgerschule gelegt Göthe IV 37, 264 W.; in substantivischer wendung: zu legung des grundsteines (hätte man) den hohen geburtstag sr. königl. majestät ... angesetzet Gottsched neueste [] 9, 727; Charlottens geburtstag durch legung des grundsteins zu feiern Göthe 20, 89 W.; vgl. die feyer des grundsteinlegens III 8, 261 und grundsteinlegung unten; bildlich im sinne 'die grundlage herstellen' (vgl. c): der himmel musz durch seinen segen, damit das haus besteht, den grundstein darzu legen Stoppe Parnass 274; meist aber steht die vorstellung 'den anfang machen, beginnen', auch 'vorbereiten' im vordergrunde (vgl.d): ein guter edelmann, welcher den ersten gr. seines adels legt Friedrich Wilhelm sprichw.-reg. (1577) n 2b; zusprechung ohne leutseligkeit legt den ersten gr. zur feindschaft Butschky Pathmos 682; auf das wirken dieser männer folgte dann ... die wirksamkeit des Bonifaz und Odilo, gewisz mit ganz anderem erfolge als in Thüringen, wo jener den ersten gr. zu legen hatte Gervinus gesch. d. dtsch. dicht.4 1, 75; dissem hochnützlichen wercke nun einen anfang zu machen und den gr. darzu gleichsamb zu legen, resolvirte der könig ... v. Chemnitz schwed. krieg 1, 435; so seyn hier zween steife gr. zu dieser ... reformation zu legen Guarinonius greuel d. verwüst. (1610) 843; entschlossen, noch diesen tag den gr. ihrer wohlfarth und meiner vergnügung ... zu legen H. A. v. Ziegler asiat. Banise (1689) 491; gelegenheit, den gr. zu der vierten monarchie zu legen v. Fleming soldat, vorber. 9; ... dasz du mit reichem segen des himmels, der dich liebt, den grundstein müssest legen der neuen sicherheit ... Opitz opera (1690) 1, 22; in der übergangszeit des 17. jahrhunderts wurden ... in Holland ... die grundsteine moderner ... denkweisen gelegt D. Fr. Strausz ges. w. 11, 3; es gilt den gr. zu einer neuen ordnung der dinge zu legen Immermann w. 5, 6 B. 1@f@bβ) weniger häufig einen gr. setzen, zum gr. setzen: (als) man zu morgens da wolt allein anfangen zu setzn die grundtstein Hans Sachs 15, 469 K.-G.; so kömmt sie (die liebe) in ein fremdes land und setzt den grundstein auf den sand Chr. Weise grün. jugend überfl. ged. 96 ndr.; meine absicht war, einen gr. zu künftigem gemeinschaftlichen bau manches wissenschaftlichen denckmals zu setzen Göthe IV 9, 71 W.; der herr (hat) ... zuo erstem grundstain aufgesetzt Petrum Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 629 R.; darumb will ich solchs mit einer ... lugen anfahen und die zuom grundtstein setzen Joh. Nas antipap. eins u. hundert 3, 81b; Salomo setzet zum gr. der weiszheit die erkantnisz solcher eitelkeiten Harsdörfer frauenzimmergesprächsp. 3, 245. 22) basisstein; unterster theil der säule, sockel: gr. 'wird von dem Goldmann das unterste und gröste glied in dem fuszgesimse genennet ..., die werckleute hingegen nennen es platte' Chr. Wolf math. lex. 626; gr. socle Beil 265; die säulen sind von ihrem grundsteine an mit ihrem ganzen gebälke 58 fusz hoch Nicolai reise d. Dtschld. 12, 93; gr. 'der untere mühlstein' Lueger 4, 799; gr. (in der mühle) gîte Beil 265. 33) als name von gestein, bergmännisch (wie comp.-typ. 5 o?, so Adelung vers. 2, 832): gr. ist ein grobes sandgestein, mit ... quartzen ... vermenget Schönberg berginform. (1693) 2, 46; sein (des 'ziengebürges') vor- und nachgebürge ist ein sandiger gr. im rechten mittel H. K. Kirchmaier instit. metall. (1687) 43; vgl. Krünitz 20, 287; anders: gr., eine kalkartige felsgebirgsart Mothes baulex. 2, 542; gr., in Ostgothland eine art von kalkstein, der die vorwaltende gebirgsart daselbst ausmachen soll Voigt mineralog. ... abhandl. (1789) 2, 277; als 'urgestein' aufgefaszt: gr. roche originaire Beil 265; weiter: gr., eine sorte bernstein Bechhold hwb. d. nat. u. med.2 609b; —
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grundstein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Grundstein , des -es, plur. die -e. 1) Derjenige Stein, welcher den Grund eines andern Dinges ausmacht, worauf dasse…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grundstein

    Goethe-Wörterbuch

    Grundstein in Labores juv auch Getrenntschr a konkret: zeremoniell bei der Fundamentlegung eines Gebäudes zuerst gesetzt…

  3. modern
    Dialekt
    Grundsteinm.

    Nachträge (Mecklenb.)

    Wossidia Grundstein m. Stein, der mit anderen den Boden des Backofens bildet Wo. Sa.

  4. Spezial
    Grundstein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grund|stein m. (-[e]s,-e) 1 pera de fondamënta f. , pröma pera f. 2 ‹fig› fondamënt (-nc) m. , basa (bases) f. , pröma p…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grundstein

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von grundstein 2 Analysen

grundsten + -e + -in

grundstein leitet sich vom Lemma grundsten ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: grundsten+-in

Zerlegung von grundstein 2 Komponenten

grund+stein

grundstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grundstein‑ als Erstglied (3 von 3)

Grundsteinart

GWB

grund·steinart

Grundsteinart wie Grundgestein (sd) GWB N9,119,27 NaturfeuerGlutspuren Syn s Grundgestein Christiane Schlaps C.S.

Grundsteinlegen

GWB

grundstein·legen

Grundsteinlegen Oberbaudirektor Coudray, die Feier des G-s besprechend GWB Tgb 10.11.22 Syn GWB Grundsteinlegung Christiane Schlaps C.S.

grundsteinlegung

DWB

grundstein·legung

-steinlegung , f. , als compositum ziemlich jung, vgl. DWB legung des grundsteins oben, erst im 19. jh. auftretend; der vielfach unter feier…