fuchs,
m. , 11)
vulpes, das bekannte raubthier, gen. fuchses,
pl. füchse,
daneben mehr süddeutsch und im 16.—18.
jh. in der schriftsprache auch der schwache gen., dat. und acc. fuchsen,
pl. fuchsen.
vgl. Schmeller 1, 508,
dazu dessen mundarten Baierns s. 263, 837.
diese letzte biegung ist bereits die vorwiegende bei H. Sachs,
der I (1590), 362
c selbst einmal den schwachen nom. sg. der fuchse
hat. im 17.
jh. findet sie sich z. b. bei Schuppius
und im 18.
jh. noch mitunter bei Frisch 1, 302
a.
dennoch bleibt sie unhochdeutsch und verwerflich. ahd. fuhs,
pl. bei Notker fuhse
d. i. früher fuhsî,
mhd. fuhs, vuhs,
im voc. opt. 38, 104
unrichtig fuchʒ (
woher man nhd. früher auch fuchsz
schrieb),
pl. fühse, vühse,
alts. vohs, vus (
s. Schmeller
glossar. saxon.-lat. 37
a),
mnd. nnd. mnl. nnl. vos,
ags. engl. altn. schw. fox
d. i. fohs,
dän. fos.
goth. würde, wenn die form vorkäme, faúhs
stehn. das wort ist durchweg männlich und bildete sich zu dem älteren weiblichen goth. faúhô,
ahd. fohâ,
mhd. [] vohe,
als dessen wurzel unter fochin
ein starkes goth. verbum fiuhan,
praet. sg. fáuh,
pl. faúhum,
p. p. faúhans
aufgestellt wurde, welches heftig luft ausstoszen, fauchen, schnaufen bedeutet haben wird. das thier hätte also die beiden namen, den weiblichen und den männlichen, vom fauchen (
s. d.),
was auch passte. sie sind vom pl. des praeteritums abgeleitet, der letzte name, ahd. fuhs,
mit -s
oder vielmehr der ableitungssilbe -as,
deren a
geschwunden ist. eine andere benennung männliches geschlechtes: altn. refr,
auch rebbi,
schw. räf,
dän. räv,
entlehnt aus finn. repo
fuchs (
GDS. 758. 1029. 1034),
lappländisch reban,
ist im schwedischen und dänischen das übliche wort geworden. doch nennt das schwedische landvolk den fuchs nicht gern räf,
sondern meidet vielmehr den eigentlichen namen des thieres und gebraucht lieber die schmeichelnamen blvot
blaufusz und skoggngare
waldgänger (
s. J. Grimm
Reinhart LV).
von diesen kommt auch flandrisch blavoet
vor (
ebenda CCVII).
in den urverwandten sprachen bietet sich keine benennung, die mit fuchs
verwandtschaft zeigte; aber weibliches geschlechtes, wie goth. faúhô,
ahd. fohâ,
sind auch skr. lômacâ (
eigentlich die haarige),
gr. ἀλώπηξ,
thrak. βασσάρα,
womit ägypt. basor (Bunsen 5, 146)
stimmt, lat. vulpes,
it. volpe,
prov. volpe, volp, vuolp,
altfranz. mit g
für v goupille (
aus lat. vulpecula),
mit eingeschobenem r gourpille,
span. raposa, zorra,
portug. raposa,
russ. lisa, lisiza, lis',
poln. liszka, lisica,
böhm. liška,
serb. lisiza,
litt. lape,
lett. lapsa,
woneben männlich gebildet altfranz. goupil, gourpil,
poln. lis.
von diesen benennungen stimmt lat. vulpes
buchstäblich mit goth. vulfs,
ahd. mhd. nhd. wolf,
alts. wulf,
ags. wolf,
altn. ûlfr,
wonach also das kleine waldthier der Römer, der fuchs, bei uns zum gröszeren, dem wolfe, geworden ist und damit das schwächere weibliche zum stärkeren männlichen, denn wie vulpes
weibliches, so ist wolf männliches geschlechtes. s. GDS. 408.
Reinhart XXIV. aber diese etymologische berührung beider thiere muste nahe liegen, wenn man erwägt, dasz dieselben allein die classischen thiere der fabel sind, dann dasz der glaube der vorzeit sie, die einem und demselben geschlechte, dem hundegeschlechte, angehören, miteinander sich vermischen und als bastard den luchs zeugen läszt (
s. Reinh. 1073.
MS. 2, 206
a =
MSH. 2, 332
b, 15),
noch mehr, dasz die ältere fabeldichtung von gevatterschaft des fuchses und des wolfes erzählt und auszerdem diesen zum oheim und jenen zum neffen macht. dazu kommt weiter noch die manigfache vertauschung beider in der fabel, wie in redensarten und benennungen. so wird z. b. das, was die fabel gewöhnlich von dem fuchs und dem hahn erzählt, auch von dem wolf und dem hahn gemeldet, für den fuchs in der redensart von einer langen wegstunde: der fuchs hat sie gemessen und seinen schwanz zugegeben,
bei den Letten der wolf gesetzt, die wolfswurz =
aconitum napellus auch fuchswurz
genannt u. s. w. (
vgl. Reinh. XIX und XXV f.).
bei all dieser gemeinschaft jedoch in ansehung des geschlechtes und der vertauschung der namen stehn fuchs und wolf, wie Jacob Grimm
Reinh. XXIX ff. so schön zeigt, nach eigenheiten ihrer gestalt und gemütsart einander höchst bestimmt entgegen. während nemlich der fuchs von der farbe seiner haare der rothe heiszt, wird der wolf als der graue bezeichnet, und während man von jenem die schlanke, schmiegsame, glatte gestalt hervorhebt, welche ihn geschickt macht, durch hecken, enge ritzen und löcher zu schliefen, wie denn schon mhd. gesagt wird kund ich nu sliefen sô der fuohs (
Willeh. 61, 8),
erscheint der wolf ungeschlacht, dick und plump. diese leiblichen eigenschaften beider thiere nun leiten auf deren sinn und gemütsart über. dem nach beute schleichenden, schliefenden und um auswege und mittel in gefahr nie verlegenen fuchse wird schlauheit und list beigelegt, damit auch lug und trug, untreue und bosheit, die letzteren wie mit seiner rothen farbe verbunden, der wolf dagegen gilt als neidisch, wütig, stolz, schamlos und trift in der untreue mit dem fuchse wieder zusammen. vgl. Reinh. XXXI ff. aus der schlauheit dieses thieres geht aber in der thierfabel die weitere erscheinung hervor, dasz es überall und allen thieren gegenüber als rathgeber bezeichnet wird. daher auch in der dichtung mhd. sein name Reinhart,
mnd. im Rein. Vos mehrmals (2059. 2481. 2518. 2849. 3037)
dem reim zu gefallen Reinart,
mnl. Reinaert,
latinisiert Reinardus,
altfranz. Renart.
der aber ist kein anderer als der ahd. mannsname Rekinhart, Reginhart,
zuerst ohne umlaut Raginohard, Ragnohard, Raginhart,
eigentlich Rakinhart,
auch schon mit schwinden des h Raginard, Reginard,
mit ausfall des g zwischen den vocalen Rainhart, Rainhard, Reinhard,
selbst mit wegfall des g und h Rainard (
s. Förstemann 1, 1018
f.),
zusammengesetzt aus goth. ragin,
n., =
rath, dessen ahd. form rekin, regin
sich nur in zusammensetzungen als erstes wort erhalten [] hat, und aus dem ahd. adj. hart
unserm nhd. hart,
wonach der name so viel als rathfester, rathkundiger, rathgeber bedeutet, was auf den fuchs der thierfabel als den wahren Talleyrand der thierwelt, wie sich Hoffmann von Fallersleben
Rein. Vos s. XXV ausdrückt, vortreflich passt. beigelegt musz ihm der name sein, als der sinn des wortes ragin
noch allgemein fühlbar war, also lange vor dem 12.
jh., und derselbe setzte sich im französischen so fest, dasz der eigenname Renard
das alte wort für den fuchs goupil
verdrängte und zum appellativ renard
wurde. vgl. Reinh. CCXL f. mnd. ist zwar vorhin Reinart
erwähnt, aber der geläufige name ist hier Reineke,
gekürzt Reinke,
welcher als dim. einer kürzung von Reinhart,
wol des ahd. mannsnamens Regino, Raino (Förstemann 1, 1010),
gebildet wurde. aus dem vielgelesenen mnd. gedichte drang dieser name auch in das hochdeutsche ein und der alte, eigentlich hochdeutsche name Reinhart
erlosch. so heiszt noch bei den jägern der männliche fuchs Reineke, Reinike,
und singt z. b. Hagedorn (1764) 2, 32: Reinike verwirrte sich in die ihm gelegten stricke.
mit jenem namen bei den jägern aber mögen auch die übrigen weidmännisch vom fuchse gebrauchten ausdrücke hier erwähnt werden. der fuchs ist listig, bilt (
bellt =
läszt den gewöhnlichen laut seiner stimme hören), drapt (
trabt =
bewegt sich rascher fort, als wenn er gienge, s. auch schnüren.
das langsame gehn heiszt schleichen), reyet (=
schreit), wird gehetzt, geludert (=
durch aas oder andere stark riechende lockspeise angelockt), mit fallen, garnen, gruben gefangen, erschlagen, sein balg gestreift. Feierabend
jag- und weidwerkbuch 100
a; der fuchs kriecht zu baue, trabt, ranzet oder rollet (=
begattet sich), wölfet oder wirft (=
gebiert junge), bellt und lauft vor den hunden. er hat einen balg, eine standarte oder ruthe (=
schwanz), läufte (=
beine) und klauen, gebisz und fänge (
s.fang 5). Döbel
jägerpr. 39.
übrigens wird der schwanz auch stange
und lunte
genannt, seine veilchenartig riechende drüse viole
und daher die schwanzspitze blume,
das männliche glied ruthe
oder fruchtglied,
das weibliche schnalle.
die hoden des fuchses heiszen das geschröt.
wenn die füchsin hitzig ist, so sagt man, sie rennt;
bringt sie junge zur welt, so wirft
oder wölft
sie. stirbt der fuchs, so verendet
er. das alles vorausgeschickt werden sich die verbindungen, in welchen fuchs
steht, sowie die zahlreichen redensarten und auch die sprichwörter von demselben leichter erklären lassen. man sagt der fuchs schleicht vom taubenschlag in anwendung auf ein verstohlnes weggehn nach unerlaubter that und auf unerlaubtem wege. Rugantino: läszt sie mich in das haus, beglückt sie meine liebe —
Basco: nun, so schleicht der fuchs vom taubenschlage, wie es tagt, und hat den weg gelernt und geht ihn wieder. Göthe 10, 220.
der fuchs mauset, weidmännisch für »
er fängt sich mäuse«.
sprichwörtlich: mhd. als sich dër fuhs mûsens schamt, sô hæter gërne ein hœher amt. swër dem fuhse mûsens wert dër hât in spîse gar behert. Freidank 138, 21
ff.; swëlch fuohs sich sînes mûsens schamt, dër muoʒ verdërben doch.
MSH. 2, 258
a, 18.
den füchsen zu theil werden =
ums leben kommen und unbegraben von den füchsen gefressen werden. sie werden den füchsen zu theil werden,
portio vulpium erunt, pro: cades in acie. Henisch 1272, 35
f.; sie werden ins schwert fallen und den fuchsen zu teil werden.
ps. 63, 11; dann er (
Witzel) und sein Kochleffel (
Cocleus, wie Alberus den namen schreibt) werden bald bald ihren abscheid uberkummen und den füchsen zu teil werden. Alberus
wider Witzel H 5
a.
füchse jagen. den fuchs beiszen, vulpem mordicare, wird gesagt, wenn einer, der gebissen wird, wieder beiszt. s. Henisch 1272, 17
u. 18.
eigentlich aber bedeutet der ausdruck tapfer angreifen, auf etwas erpicht sein. denn was sich nur der hoffart fleist, den fuchs in keiner arbeit beist. Ringwald
laut. warh. 289.
den fuchs nicht beiszen, grausen etwas zu thun, zu schlagen. Henisch 1272, 19.
also so viel als keinen angriff wagen, nicht darauf los gehn, nicht zu thun wagen, feig sein zum angriffe. kam ihnen ein forcht ein, die meerräuber möchten an sie kommen, so werens nicht gerüst zu streiten, sie wolten den fuchs nit beissen, kerten wider umb.
Fortunat. J 1; es will keiner den fuchs beissen. Henisch 1272, 25; mit bloszem ansehen
[] werdet ihr das ungethüm (
es ist eine die augen herumdrehende eule) nicht vertreiben, hier musz ernst gebraucht werden, aber ich sehe dasz ihr alle zu weibern geworden seid und keiner den fuchs beiszen will.
kinder- u. hausm. (1857)
nr. 174.
den fuchs hetzen; den fuchs fahen oder fangen: wann wer einn fuchs wil fahen bald, der hetz in niht in dicken wald, wann er darin ist sicher und frei.
fastnachtsp. 295, 1.
man fängt ihn, indem er aus dem baue gehetzt wird, in garnen. daher die sprichwörtlichen redensarten: wer den fuchs fangen will, der musz kein schaf hinder das garn stellen. Henisch 1275, 25; ligt der fuchs gleich im garn, so fahr doch nicht mit bloszer hand zu ihm ein, er beiszt gern. 1274, 60.
gefangen wird er aber häufiger in mit lockspeise versehenen eisen d. h. eisernen fallen mit zusammenschnellenden bügeln, so dasz ein fusz oder gar der kopf eingeklemmt ist, die er dann nicht wieder herauszuziehen vermag: Barthel: er (
der bauer) sucht den fuchs (
der die hühner stahl) zu fangen.
Susanne: doch ihn zu fangen, musz er ihn durch lockung in das eisen ziehn?
Barthel: ja, die wird ausgehangen. Weisze
kom. opern 2, 219.
aber diese stelle wird gleich auf das überlisten und fangen eines in Susanne verliebten bildlich angewandt. Susanne: so werd ich wol die lockung sein? — was thut man, geht der fuchs nun ein?
Barthel: man musz den gaudieb prellen.
beide: ja, ja, den alten verliebten gesellen, wir müssen ihn fangen, wir müssen ihn prellen.
ebenda. ebenso in Kotzebues
dramat. sp. 2, 304: der fuchs im eisen! =
er, der in seine mündel verliebte alte, ist überlistet und gefangen. den fuchs schleppen, ihn durch schleppen d. h. schleifen von luder, einer gebratenen katze, einem gebratenen fuchse, von gebratenen heringen, gescheide des wildes u. dgl. an einer schnur vor einem holze, wo nachts füchse traben, an kirrungsplätze und so in das aufgestellte eisen, die falle oder zum schusse locken, wobei man, um ihn dreister zu machen, hie und da einen brocken der kirrung fallen läszt. danach hat dann der ausdruck im bergbau die bedeutung träge arbeiten und ist weiter, vom trinken gebraucht, fuchs schleppen die art des trinkens, wo drei je einen trunk und der vierte das hinterfellige ausleert.
jus potandi oder zechrecht (1616) §. 33.
hierzu quae forma potandi vulgo nominatur: den fuchs schlepfen.
facet. facet. 118.
auf diese trinkweise bezieht sich auch das sprichwort bei Henisch 1274, 32: der letzt musz den fuchs schleppen.
fuchs mit fuchs fangen, füchse mit füchsen fangen, wenn man zur ranzzeit d. i. im februar eine rennende d. h. läufische füchsin mit einer kette an einen baum oder mehrere solcher füchsinnen an bäume bindet und so die füchse heranlockt, die dann in aufgestellten leinenen zeugen oder garnen gefangen werden. daher sprichwörtlich: füchs mit füchsen fangen, kost müehe und arbeit,
hoc est difficile vulpem comprendere vulpe. Henisch 1274, 48
f. mhd. swër fuhs mit fuhse vâhen sol, dër muoʒ ir stîge erkennen wol. Freidank 139, 3; swër vuchs mit vuchse vâhen sol, dër bedarf guoter listen wol. Boner 71, 73; swër füchs mit füchsen vâhen wil, dër sëlb bedarf witzen vil. Wackernagel
altd. leseb. 835, 2 = 4.
ausg. 985, 10.
oder nhd. etwas verändert bei Henisch 1275, 29: wer füchs mit füchsen fangen will, der musz des glücks haben vil.
bildlich so viel als einen listigen mit hilfe eines andern überlisten, list durch list teuschen. da ward fuchs mit fuchs gefangen. Wickram
rollwagen 54.
fuchs zu oder im loch wird auf einen angewandt, der, wie der fuchs in einem behälter, in welchen er sich geschlichen, mit list gefangen wurde, eingesperrt und so im gefängnis ist. dies z. b., wenn der postreuter (1591) E iiij
a von Peucer sagt: spielt er denn jetzt noch fuchs zu loch, oder ist er wider aus dem joch?
d. h. ist er noch im gefängnis oder entlassen, wobei übrigens nicht unbemerkt bleiben darf, dasz die kryptocalvinisten an der stelle durchgehends unter dem bilde von füchsen dargestellt werden. dagegen tritt anderwärts in dem mit list eingesperrten zugleich der betrogene hervor: ein spasz? nicht doch! der fuchs im loch wird ausgelacht. Kotzebue
dramat. sp. 2, 304,
[] vgl. die vorhin mit denselben zahlen angeführte stelle. in hinsicht der fuchshöle
heiszt es zunächst im sprichwort: es ist ein arme maus oder armer fuchs, der nicht mehr denn ein loch weisz. Henisch 1274, 46
f., vgl. auch Simrock 2879.
redensarten aber in bezug auf diese höle sind: den fuchs ausrauchen, weidmännisch in der bedeutung ihn durch rauch aus seinem loch oder bau treiben (
s.ausrauchen),
woher dann im bergbau einen fuchs ausräuchern
oder sengen,
ein zum erweichen des gesteines gemachtes feuer nicht recht an dasselbe schüren, so dasz die hitze nicht wirken kann. Frisch 1, 302
b.
der fuchs musz zum loche heraus =
er kann sich nicht länger verbergen, dann überhaupt die sache ist nicht mehr aufzuschieben, mit ihr nicht mehr zu warten, sie musz zu ende kommen: Ormann brummete auch alle tage gegen mich, dasz ich mein vornehmen so lange aufschobe, also war es zeit dasz der fuchs zum loche heraus muszte.
Pierot 101.
eben so wol in dem sinne: die sache ist nicht länger zu verbergen. dies in der folgenden stelle: allein ich sahe wol, dasz der fuchs einmal zum loche heraus muszte.
Pierot 3, 97. am ende musz doch auch hier der fuchs einmal zum loch heraus
d. h. die sache zu ende kommen. Reinhard
an Göthe 79.
auch nd. de vos de mœt tom lock herût =
die heimlichen schliche müssen ans licht gebracht werden. Dähnert 533; de vos sal tom lok herût =
die sache soll zur sprache kommen. Schütze 4, 317; nu kumt de vos tom lake herût =
nun kommt die sache ans licht, wird das heimlich gehaltene doch ausgeplaudert. brem. wb. 1, 442.
einen fuchs prellen, einen gefangenen lebendigen fuchs mit langen schmalen von je zwei personen gehaltenen netzen oder tüchern, über welche er laufen musz, durch rasches straffes anspannen so lange prellen d. h. in die höhe schnellen, bis er völlig erschöpft oder todt ist. bildlich: einen zu dessen nachtheil überlisten. als der teufel kam, fand er nichts als stoppeln und fuhr wütend in eine felsenschlucht hinab. »so musz man die füchse prellen«, sprach das bäuerlein, gieng hin und holte sich den schatz.
kinder- u. hausm. (1857)
nr. 189.
auch sagt man von einem fuchse, dasz er geprellt
worden sei, wenn er mit genauer noth der gefahr, gefangen oder getödtet zu werden, entronnen und dann um so vorsichtiger ist. den fuchs reizen, ihn durch nachahmung der stimme eines hasen, einer maus, einer gefangenen drossel herbeilocken. einen fuchs schieszen, ihn durch einen schusz tödten: und fuhr wie ein geschossner fux zur hellen, sine lux et crux. B. Ringwald
treuer Eckart H 2
b.
beim bergbau, wo auch einen fuchs machen
gesagt wird, gebraucht man den ausdruck, wenn das pulver, ohne zu sprengen, überhaupt ohne alle wirkung zum bohrloch herausfährt. in der sprache der trinker: sich vom trunk erbrechen. dann sagt er, der sauertopf Seneca, der alle berge eben tragen wollen, hat selbst zu weilen gesoffen, dasz er den fuchsen geschossen und über eilfe geworfen. Schuppius 544. langs lavor!
spricht der betrunkene, dem es aufstöszt zum erbrechen, ich m mu musz e ein fu fuchs schieszen.
Simpl. 3, 51 (
thl. 1,
bch. 1,
cap. 33),
mit welcher stelle im zusammenhange dann weiter vorkommt demnach befahl er mir den fuchs (
das erbrochene im lavor) hinwegzutragen
und (
ich) fragte, was ich mit dem fuchs machen sollte. er antwortet: narr, gehe und bring ihn dem kirschner (
kürschner), dasz er den balg bereite!
diese beiden stellen scheinen darauf zu deuten, dasz der verhüllende ausdruck von der fuchsjagd herrührt, zumal da den fuchs streifen, ihm den balg abziehen (Henisch 1271, 47),
ebenfalls in der sprache der trinker von dem vom trunke kommenden aufstoszen und erbrechen gebraucht wird: hei hei das sind kröpfstösz: das ist jägerrecht, die füchs nun dapfer gestreift. wer kauft diesen fuchsbalg: leg du ihn uber: er stelt den kalten seich. Fischart
Garg. 131
a = (1608) M 3
a; das (
dasz) er ein kalb legte (
vgl.kalb 5, 53) oder den fuchs streifte.
bienenk. 203
a.
in gleichem sinne kommt auch den fuchs rupfen vor: (
dasz) der jenig, so den füchs geropfet (
am rande: pfaffen kotzet), als bald dasselb ohn salz wider hinein schlucken sollen. iedoch möcht nit deszweniger grosse beschwerlichkeit darausz folgen, wan der fuchsbalck in (
ihn) noch unwilliger machen solt, dan im zuvor was. Fischart
bienenk. 203
b.
vom sterbenden fuchse heiszt es in einer vergleichung: und stirbet endlich wie ein fuchs erbermlich sine crux et lux. B. Ringwald
laut. warh. 261.
aber man sagt auch sprichwörtlich stirbt der fuchs, so gilt der balg. Henisch 1274, 64.
nach diesem sprichworte nun, eigentlich vollständiger stirbt der fuchs, so gilt der balg,
[] lebt er lang, so wird er alt
ist ein gesellschaftsspiel benannt, welches darin besteht, dasz ein glimmender span reihum von hand zu hand geht, wobei jedesmal der empfänger jene worte spricht. der, bei dem der span verglimmt, musz ein pfand geben. schön bei Göthe 1, 15
in dem stirbt der fuchs, so gilt der balg
überschriebenen liede: nach mittage saszen wir junges volk im kühlen, Amor kam, und stirbt der fuchs wollt er mit uns spielen. jeder meiner freunde sasz froh bei seinem herzchen; Amor blies die fackel aus, sprach: hier ist das kerzchen! und die fackel, wie sie glomm, liesz man eilig wandern, jeder drückte sie geschwind in die hand des andern
u. s. w. andere sprichwörtliche redensarten, die auf den balg gehn, sind mhd. swie der fuhs sî ein schalc, in verrætet kële unde balc. Freidank 139, 2.
nhd. ein jeder fuchs verwahre seinen balg (Zinkgref
apophth. 2, 20)
oder ein jeder fuchs hüte seines balgs (Schuppius 46) =
jeder sei auf der hut für sich, jeder sorge für sich; wenn der fuchs krank ist, so stäubet ihm der balg. Gryphius 1, 805; der fuchs ändert die haare, nicht das gemüte, sagt das deutsche sprichwort. 795.
s.balg.
wie aber hier die sprichwörtlichen redensarten auf den balg, so gehn andere auf den schwanz des fuchses. so sagt man von einem, bei dem trotz aller verstellung dennoch tücke oder falschheit hervorblickt, der schwanz zeugt vom fuchs (Simrock 9334)
und der fuchs kann seinen schwanz nicht bergen (
ebenda 2872). über den fuchsschwanz streichen
oder blosz den schwanz streichen
s.fuchsschwanz, schwanz.
von der bedeutenden länge des schwanzes im verhältnisse zu dem übrigen körper des fuchses rührt die schon erwähnte redensart her: die meile, den weg hat der fuchs gemessen und noch den schwanz zugegeben
oder auch blosz, indem die zugabe des schwanzes hinzugedacht wird, die meile, die wegstunde, den weg hat der fuchs gemessen,
um eine meile, eine wegstunde, einen weg zu bezeichnen, deren länge in unerfreulicher weise das masz übersteigt. der weg nach dem nächsten dorfe soll eine meile sein, aber die hat der fuchs gemessen. wir müssen eilen! nach
**? sind zwei gute meilen! gemessen eben hat sie der fuchs und seinen schwanz (trug ist ihm eigen!) noch zugegeben! Kl. Schmidt
poet. br. 37.
auch vom bloszen zeitmasze: so wisz er, dasz, ohn hinterlist, ein trio freunde willens ist, ihr wesen heut zur abendfrist (weil nicht der fuchs den tag mehr miszt) bei ihm auf alten fusz zu treiben. Gotter 3,
s. lxxii.
endlich findet sich die gewöhnliche redensart kommt man über den hund, so kommt man auch über den schwanz =
überwindet man die gröszere schwierigkeit, so kommt man auch über die kleinere hinaus, in demselben sinn vom fuchse gesagt: alles dinge, die den schwanz verlängern, über den man so gut als über den fuchs hinaus soll. Göthe
an Reinhard s. 77.
in dieser sprichwörtlichen redensart berühren sich also fuchs
und hund,
was, da beide thiere éinem geschlechte angehören, nicht wol auffallen kann. dieselbe berührung zeigt sich, wenn man für da liegt der hund begraben =
da steckt eigentlich worauf es ankommt, darin liegt die schwierigkeit, auch zuweilen hört da liegt der fuchs begraben.
wie und aus welchem grunde fuchs
und wolf
vertauscht werden, ist vorhin sp. 331
angegeben, aber beide werden auch nebeneinander genannt, wie sie denn in der thierfabel miteinander handelnd auftreten. so heiszt es sprichwörtlich: was verweiset der wolf dem fuchs, das (
daz) er gestolen hab. Henisch 1274, 67; wolf und fuchs haben ungleiche stimmen, aber gleichen sinn. Simrock 11808; der fuchs ändert den balg und bleibt ein schalk, der wolf ändert das haar und bleibt wie er war. Simrock 11810. ein alter hungriger wolf schleicht so dem fuchse nach, der unbekümmert durchs gras scherzt, den verdrüszlichen räuber bald nach dieser bald nach jener seite hinlockt und endlich doch seiner groben tatze entwischet. Thümmel
Wilhelmine 112 = (1764) 80.
gleicherweise auch in anwendung der beiden thiernamen [] auf grimmig gierige und listige menschen: füchse und wölfe sind wolfeil zu hofe
sprichwörtlich bei Henisch 1274, 51; wir wollten uns mit unsern brüdern, wie cherubim mit flammenden schwertern, vor die grenzen des reichs gegen die wölfe die Türken, gegen die füchse die Franzosen lagern. Göthe 8, 112.
eben so, wie fuchs
und hund, fuchs
und wolf,
finden sich noch fuchs
und hase,
die beide in wald und feld leben, miteinander vertauscht. dies wenn man vom aufsteigen und wolkigen haften des nebels an einem berg oder auf wiesen im sinne der thierfabel sagt der fuchs braut (Weinhold 23
b)
neben der hase braut (
s. 2, 322).
auszerdem stehn fuchs
und hase
in verbindung oder zueinander in beziehung: er ist ein fuchs und ein has
d. h. ein mensch verschlagen wie ein fuchs und schnell wie ein hase, also sehr geschickt zum entgehn. Henisch 1272, 9
ff. hiernach läszt sich auch die sprichwörtliche redensart ist es fuchs oder hase
bei Schottelius 1135
a erklären. du must fuchs oder hase sein, weisz und schwarz können
d. h. nach zeit und gelegenheit bald so bald so sein können. s. Henisch 1271, 57
ff. er ist weder fuchs noch hase
bei Simrock 2894.
anders, wenn es von einer stelle im freien heiszt: da sagen sich fuchs und hase gute nacht,
denn hiermit soll bezeichnet werden, wie entlegen und einsam sie sei. wie ich an einen hohen berg um die waldecke kam, wo fuchs und has sich gute nacht sagen.
kinder- und hausmärchen nr. 55.
auch nd. wô hasen un vösse gûe nacht segget =
da wo alles zu ende ist, am ende der welt. Schambach 278
a.
ferner heiszt es ebenda sprichwörtlich nd. hei spêlt er ümme rüm, asse de vos üm den hasen,
er spielt drum herum, wie der fuchs um den hasen, =
er sucht ihn zu beschleichen, und ist auszerdem daselbst angeführt, dasz sich der ungewaschene entschuldige mit wer wöschet hasen ün vösse un sint doch reine.
Wie manches erwähnte, sind der thierfabel auch die sprichwörter entsprungen: wenn der fuchs die birn nicht kriegen kan, so sind sie bitter
bei Henisch 1275, 5
und gleich wie der fuchs der birn nit mag, so ist der magd zum tanz nicht gach.
ebenda 14
ff. beide aber erklären sich aus dem weiteren sprichworte: er mag der birn nicht, wie der fuchs, der mit dem schwanz an den baum schlug.
ebenda 11
ff. dagegen rühren die anwünschungen beisz dich der fuchs dafür! dasz dich der fuchs bisse!
wol vom fuchsfange her, denn der im eisen gefangene fuchs wehrt sich und beiszt um sich. dazu heiszt es fuchsbisz ist giftig. Henisch 1272, 50.
gleicherweise scheint das in ähnlichem sinne wie die letzte anwünschung gebrauchte dasz dich der ratz biss'!
von dem fange des iltisses herzukommen. Von spielen ist auszer dem besprochenen stirbt der fuchs, so gilt der balg
noch anzuführen den fuchs ins loch jagen (
so kärntisch, s. Lexer 104)
oder schaut euch nicht um, der fuchs geht herum,
welche worte der um die den rücken nach auszen gekehrt und die hände auf diesen haltend dicht in einem kreise stehenden spielenden mit einem plumpsack herumgehende wiederholt spricht, bis er denselben einem heimlich in die hand gibt und dann ruft fuchs brich los!
dieser schlägt alsbald auf den rücken des nachbarn zur rechten, der nun läuft und von dem jetzt den plumpsack führenden mit schlägen um den kreis herum bis auf seinen eben verlassenen platz verfolgt wird. darauf geht der schlagende, jene worte des spieles sprechend, um den kreis und das spiel wiederholt sich, wie bei dem ersten mit dem plumpsack, so fort, bis es die gesellschaft müde ist. ein beliebtes knabenspiel endlich führt den namen fuchs aus der höl
oder nd. vos int lok
fuchs ins loch (Dähnert 533
b. Danneil 56
b).
es besteht darin, dasz ein knabe, von einem die höle vorstellenden flecke aus mit dem rufe fuchs aus der höl!
auf einem beine hüpfend, innerhalb eines bestimmten raumes einen der spielgenossen durch einen schlag mit der hand oder einem plumpsacke zu berühren sucht. tritt er bei dem hüpfen etwa mit dem andern beine auf, so eilt er alsbald, aber von den spielgenossen mit schlägen verfolgt, jenem flecke zu, an welchem er dann sicher ist. hat er jedoch bei dem hüpfen einen mit einem schlage getroffen, so ist dieser nun der fuchs und läuft, indem auf ihn geschlagen wird, an den sichern fleck, in die höle, von welcher aus das spiel, wie es bei jenem ersten fuchse war, sich wiederholt, so lange man will. Im besondern bezeichnet fuchs,
auch weidmännisch, das männliche thier seiner art, aber nur im gegensatze zur füchsin
oder auch fochin
als dem weiblichen. [] Man unterscheidet altfuchs (= alter fuchs), bergfuchs, birkenfuchs
oder birkfuchs, bisamfuchs, blaszfuchs (
canis pallidus), brandfuchs, braunfuchs, edelfuchs, eisfuchs, feldfuchs, gelbfuchs, graufuchs, griesfuchs, halbfuchs, kohlenfuchs
oder kohlfuchs, kreuzfuchs, pfingstfuchs (
nd. pingstvos), polarfuchs, rothfuchs, schmalfuchs, schwarzfuchs, silberfuchs, sommerfuchs, sonnenfuchs, steinfuchs, steppenfuchs, winterfuchs.
Aus der ersten bedeutung gehn dann die übrigen bedeutungen hervor: 22)
ein fuchspelz, pellis vulpina. eine mütze von fuchs; ein mantel mit einem kragen von fuchs. sein kleid mit füchsen füttern. Logau 3, 216. den fuchs streichen,
eigentlich den fuchspelz nach den haaren mit der hand schön glatt streichen, dann: schön thun, zu gefallen reden, schmeicheln. sondern redet von herzen grund und thut den fuchs nicht streichen. B. Ringwald
geistl. lieder A 6
a; wie sie den männern den fuchsen streichen, als liebten sie kein andern dergleichen. J. Ayrer
getreuer Ramus 384
a; die schon den fuchs bei hofe streichen, sind bei dem himmel nicht beliebt. Chr. Gryphius
poet. wäld. 1, 693. zwar wer jetzund den fuchs nicht nach den haaren streicht, und dennoch seine kuh nicht bei dem schwanze zeucht, der mache sich geschickt bei zeiten einzupacken. Günther 418. 33)
ein fuchsrothes pferd. fuchs, rothfuchs,
equus rufus. Henisch 1271, 19; ein grawer schimmel zeucht eben so wol, als ein rother fuchs. 1274, 42
f., und schon vorher in Freys
gartengesellschaft 60
b u. 61 ein grawer schimmel eben so wol zeuhet als ein roter fuchs. längs dem ufer des Duero reiten sie (
zween ritter) mit grünen schilden, füchse reiten sie, die degen sind von braunem scharfem stahl. Herder
Cid nr. 30; siehe, des königs reisige traben daher! nun sacht, freund, reite mich nicht um! hoch auf bäumt sich der fuchs (
ὁ πύῤῥος)! wie der rasende tobt. Theokrit
id. 15, 53.
hier unterscheidet man nach der verschiedenheit der rothen farbe und der mischung mit andern farben apfelfuchs, brandfuchs, dunkelfuchs, goldfuchs, hellfuchs, kohlfuchs, leberfuchs, lehmfuchs, lichtfuchs, stichelfuchs, schweiszfuchs.
Nach der übertragung des namens fuchs
auf das rothe pferd sagte man später auch überhaupt von einem fuchsrothen thiere, das zu einer art gehört, von welcher die einzelnen thiere verschiedene farben haben, es sei ein fuchs. diese katze, diese taube ist ein fuchs.
im besondern aber führt den namen noch 44)
ein schmetterling mit oben rothen flügeln, bei der einen art, dem kleinen fuchs, vanessa urticae, mit lebhaft rothgelben, bei der andern, dem groszen fuchs, vanessa polychlorus, mit mehr bräunlichen. 55)
ein rothhaariger mensch, ein mensch mit rothem kopfhaar, ein rothkopf, rufus: zu Meinz war ein fürsprech, ein ganz ritzrother fuchs. Frey
gartengesellschaft 59. unter seinen kindern sind zwei füchse.
aber auch ein mensch nur mit rothem barte wird ein fuchs
genannt, und die kinder zu Weiszenbach rufen dem durch das dorf gehenden mahler Reinhard mit seinem groszen braunrothen barte zu: rother fuchs, dein bart brennt an, schütt ein bisle wasser dran. Auerbach
d. frau professorin. der hat einen rothen backenbart, der ist ein fuchs.
diese benennung beim menschen nach rothem kopfhaar und rothem bart stimmt zu dem fuchs
in der thierfabel, der beide besonders nennt, indem er bei seinem rothen haupte schwört per rufum caput hoc! (
Reinardus 2, 526)
und in einer verwünschung seinen rothen bart hervorhebt (
Reinaert 3196,
vgl. 4394).
aber untreue, falschheit und bosheit, die dem fuchs in der thierfabel eigen sind, kleben dann gleichsam an den rothen haaren. so werden in der deutschen heldensage dem ungetreuen Sibich rothes haar und rother bart beigelegt und heiszt es mhd.: im was der bart unt daʒ hâr beidiu rôt, viurvar. von dën sëlben hœre ich sagen, daʒ si valschiu hërze tragen.
Wigalois 2841
ff. überhaupt erscheinen die rôten
treulos (
fragm. 28
b),
und ein rother mann mit güete (Freidank 85, 20)
ist eine seltenheit, sëlbwahsen rôtbertic ritter!
aber eine schelte, wie schon in der lex salica vulpecula.
s. Jacob Grimm
Reinh. XXIX f. auch noch jetzt glaubt man dem rothhaarigen nicht trauen zu dürfen und sagt von ihm er ist ein fuchs =
er ist ungetreu, falsch. im sprichworte aber hört man: rothes haar und erlenholz wächst auf keinem guten grund;
nd. den râwen upn dâke un den fos vor der dœr is
[] nich te trûen,
dem raben auf dem dache und dem fuchse vor der thür d. h. einem menschen mit schwarzem kopfhaar und rothem bart ist nicht zu trauen. Schambach 278
a. 66)
ein listiger, schlauer, verschlagener mensch gleich dem fuchse, von dem im Reinhart fuhs
gesagt ist ëʒ (
das thier, der fuchs) kêret allen sînen gerinc (
all sein bemühen) an triegen und an kündecheit (
list). 6
f.; Reinhartes liste wâren manecvalt, dës muos engëlten al daʒ lant. 1516
f.; Reinhartes liste wâren grôʒ. 1865; Reinhart, dër vil liste pflac. 1129; dër mit listen vil begie, 838; nieman iu gezelen mac Reinhartes kündecheit. 1822
f.; Reinhart sich kündekeite vleiʒ. 2037.
ausdrücklich aber heiszt es in dem sogenannten Neidhartspiel von der hauptperson, dem Neidhart: künd er die list, die der fux kan, er mag uns nimer entgan.
fastnachtsp. 447, 20.
desgleichen bei H. Sachs I (1590), 385
b: du steckest voll list wie ein fuchs,
und umgekehrt, wenn Circe die menschen in thiere verwandelt: der unkeusch ward zu einem schwein, der listig der must ein fuchs sein. 311
c.
auch gr. ἀλώπηξ und lat. vulpes
werden in demselben sinne, wie unser fuchs,
von menschen gesagt, und Luc. 13, 32,
wo Christus jenes gr. wort vom könige Herodes Antipas gebraucht, übersetzt Luther gehet hin und saget demselben fuchs.
nach dieser stelle dann: so ein listiger fuchs Herodes. Schiller 325
b.
überhaupt steht das wort in dieser bedeutung häufig: den alten man nennet die welt ein fuchsen.
meisterl., Berliner hs. bl. 23
nr. 245; der bapst ist etwas forchtsam, hält hinter dem berge und deckt den fuchs. Luther
tischreden 254
b,
d. h. versteckt die lauernde list. was ist der beste mann? als bräutigam ein fuchs: vertraut man sich ihm an, ein tieger, bär und luchs. Weisze
kom. op. 3, 264.
hierher gehört auch die oben sp. 336
angeführte stelle Göthes 8, 112.
mohr: alle beklagen den staat, der euch verlor. ein jesuit wollte gerochen haben, dasz ein fuchs im schlafrocke stecke.
Fiesco: ein fuchs riecht den andern. Schiller 1, 154
a; doch wollt ich, dasz du dem Octavio, dem fuchs, nicht so viel trautest. 340
b.
hierzu stimmt, wenn man an den schleichenden fuchs, das thier, denkt, vortreflich die äuszerung Terzkys über diesen Octavio: noch gestern abends beschworen wir dich, den Octavio, den schleicher, aus den thoren nicht zu lassen. 378
a.
gern aber verbindet sich bei fuchs
in dieser bedeutung mit der list der gedanke an hinterlist, trug, tücke, selbst bosheit, wie denn dieselben nach der angabe oben sp. 331
schon in der gemütsart des thieres liegen und insbesondere das triegen
in der vorhin ungeführten stelle Reinhart 6
f. hervorgehoben wird. mnl. ist reinaerdie
falschheit. mit verstärkendem adj. ein schlauer fuchs. ein arger fuchs
d. h. ein durchtriebener: da ich doch als ein arger fuchs schon wuste, wo sie hinaus wolte.
Jucundiss. 169. ein alter fuchs =
ein bejahrter, daher erfahrener und um so listenvollerer: der alt fuchs (
Tilly ist gemeint) wolt vertilgen die jungfrawburg (
Magdeburg). Weckherlin 617; ... eine einladung, die dem alten fuchs um so willkommner war, da er dadurch gelegenheit bekam, die schöne Narissa und ihren vorgeblichen bruder in der nähe zu beobachten. Wieland 8, 291; so wird euch doch dér (
der neue arzt) vielleicht mit seiner subtilität dran kriegen. denn witzig sieht mir der alte fuchs aus. Göthe 11, 45.
in Tyrol fuxmundi, fuchsmundi,
m. ein recht listiger mensch. Schöpf 157. 77)
ein student in den ersten halbjahren, tiro academicus. in der studentensprache, in welcher crasser fuchs =
student im ersten halbjahre, brandfuchs, goldfuchs, leibfuchs, schleppfuchs, waffenfuchs
unterschieden werden. im besondern aber wird unter fuchs
der crasse fuchs
verstanden. vgl. fuchscollegium, fuchscurs. er (
der postillon) bringt nen fuchsen mit.
fuchslied; so wird der fuchs ein bursch, so wird der lederne fuchs ein bursch.
ebenda; mein aufzug war bisher ein halb soldatisch wesen, und wie der freie pursch in Jena schwärmt und geht: so hatt ihn sich mein leib zum muster auserlesen, weil, was sonst zierlich heiszt, hier (
zu Leipzig) blosz den füchsen steht. Günther 581;
[] auf ihr brüder laszt uns schlingen, und den most und wein bezwingen, weil die gurgel offen steht, laszt uns unsern magen laben, bisz wir keinen saft mehr haben, ein fuchs der von hinnen geht. Ettner
unwürd. doctor 639; wars nicht hier (
spricht der baccalaureus), vor so viel jahren, wo ich, ängstlich und beklommen, war als guter fuchs gekommen? Göthe 41, 98; hat sich dort eines doctors wegen zum fuchs erklären lassen. Fr. Müller 2, 11. fuchs
in diesem sinne hat zuerst Rädlein 308
a ins wörterbuch aufgenommen und erklärt durch junger student, studentgen,
ital. studentuccio, franz. jeune etudiant. der ausdruck wurde früh im 17.
jh. üblich und war von den schülern lateinischer schulen (
vgl.schulfuchs)
auf die angehenden studenten übergegangen, wie man denn vulpecula scholastica
und vulpecula academica
unterschied. er scheint, da es ehedem bei den studenten sitte war, dasz jene schüler und die ankömmlinge und neulinge auf den universitäten von den älteren studenten eine übele behandlung erfuhren, von dem weidmännischen einen fuchs prellen
hergenommen zu sein. 88)
der teufel, indem auf diesen die rolle des fuchses übergeht (
vgl. Jacob Grimm
mythol. 634),
dasz er z. b. die menschen beschleicht, wie der listige diebische fuchs die hühner. dazu kommt die scheu des volkes, den namen teufel
auszusprechen, für welchen es daher lieber andre ausdrücke gebraucht, wie geier, kukuk
u. s. w. nach Friedrich Pfeiffer
bei Frommann 3, 252
wird noch in Schlesien auch fuchs
für teufel
gesagt, doch vorzugsweise in der verwünschung hol ihn, dich, euch
u. s. w. der fuchs! da schlingt er nun den truthahn ein, den du mir aufbewahrtest, und trinkt, — hol ihn der fuchs! — den wein, den du für mich erspartest. Göckingk 3, 24. Bürger 39
a. 99)
cypraea carneola, eine blasz fuchsrothe muschelart, welche eben ihrer farbe wegen auch nl. roode vos
heiszt. 1010)
eine ein halbes fettmännchen d. i.
thaler preusz. geltende westfälische und niederrheinische kupferscheidemünze früherer zeit. aber auch jedes goldstück, jede goldmünze wird fuchs
genannt. er hat füchse bei sich,
scutatis aureis instructus est. Stieler 575.
noch tirolisch fuchs
für goldmünze. Schöpf 157.
eben so nd. vos. wenn ich meine füchse (
nummos) in der kiste betrachte. Wieland
Horazens sat. (1786) 1,
s. 16. hier steht er (
der filz) vor dem kasten, wo, schicht auf schicht gelegt, die gelben füchse (=
ducaten) rasten, in Kremnitz ausgeprägt. Pfeffel 2, 192; der seines vaters goldene füchse mit unserm regiment hat durchgebracht zu Glückstadt in einer lustigen nacht. Schiller 321
a; und dann, was alles sagt, verdienste zu erhöhn, mit goldnen füchsen wol versehn. Kl. Schmidt
kom. dicht. 92.
man sagt, in anspielung an fuchs =
rothes pferd, füchse vorspannen
in dem sinne: eine sache dadurch zu fördern oder ihr nachdruck zu geben suchen, dasz man dem, der in ihr zu handeln oder zu sprechen hat, goldstücke in die hand drückt oder überhaupt ein geschenk in goldstücken macht. Die bedeutung ist von der rothen oder gelben farbe hergenommen. selbst von einem abgeriebenen geldstück hat Stieler
a. a. o. der groschen sieht so roth, wie ein fuchs,
grossus ruber ex cupro, wo freilich bei fuchs das thier gemeint ist. in der gaunersprache heiszt das gold das fuchs (Thiele 1, 251
a,
auch das gewölbe (Anton 37
a).
vgl.fuchsfetzer, fuchsfreier, fuchsig, fuchsstoszen. 1111)
rother wein, zunächst fuchsrother. (
der hausfreund) hat seitdem schon manches täublein mit ihm (
dem kriegsobristen) verzehrt und schon manches schöpplein mit ihm herausgemacht, fuchs oder has (=
rothen oder gelben wein). Hebel
werke (1853) 3, 133.
rother wein und wasser erscheint auch unter dem bilde des rothen und des weiszen pferdes: ich sah den fuchs ausschlagen, der ab den reiter warf, doch wenn zu ihm den schimmel man spannte, ruhig war. Rückert
Makamen 2, 164.
d. h. wasser zu dem rothen weine gosz. 1212)
eine farbe, die röthliches ansehen hat. so heiszt bei den blaufärbern die ins röthliche spielende blaue farbe rother fuchs. 1313)
eine krankheit des hopfens, die darin besteht, dasz die blumenzapfen fuchsroth werden und abfallen. 1414)
die an gefälltem oder verarbeitetem holz unter dem sitzen gebliebenen splinte sich erzeugenden rothen stellen als ansatz zur fäulnis. s. Bobrik 285
b. 1515)
das vorbeilaufen der kugel hinter dem letzten kegel im kegelspiel, ohne einen getroffen zu haben. der name wol, weil sie, wie der fuchs zu seinem loche, ohne aufenthalt in das am ende der [] kegelbahn befindliche loch, die grube, läuft. damit scheint in verbindung zu stehn, wenn der wurf der kugel neben das wurfbret in den sand der bahn sandhase
genannt wird. 1616)
im billard das laufen des gespielten balles in ein loch, das der spieler nicht beabsichtigt hatte. 1717)
im ofen ein kanal, durch welchen die flamme schlägt oder die heisze luft und der rauch gehn. so sagt man schlesisch, wenn bei töpfern und schmieden das feuer aus der esse brennt, der fuchs brennt. Weinhold 23
f. 1818)
im hüttenwesen ein sich im hochofen bildender klumpen, der vom feuer nicht mehr geschmolzen werden kann, also gleichsam wie ein fuchs im loche liegen bleibt. 1919)
ein haufen flöszholz, das sich in einem winkel des triftwassers gesammelt hat und nicht weiter fortschwimmt. im baierischen oberlande (Schmeller 1, 508).
die benennung wol daher, dasz jenes holz in dem winkel steckt, wie der fuchs in der höle. 2020)
ein schneller mit dem finger wider die kehle. Rädlein 308
a. füchse geben.
ebenda. noch hennebergisch ein solcher schneller an die nase, weshalb auch bestimmter nasenfuchs. Reinwald 2, 45.
vgl.fuchser.
diese bedeutung gieng wol vom fuchsprellen aus. 2121)
die bräune, eine hitzige halskrankheit, in der der kranke beim husten einen heiseren bellenden ton hören läszt, woher vielleicht der name. nur zu Hamburg (Richey 328)
und in Holstein (Schütze 4, 317),
wo natürlich vos
gesagt wird. 2222)
Beim bergbau ist den fuchs mitbringen =
aus der grube erz entwenden, also gleichsam den fuchs aus seinem loche heimlich fortbringen. doch vgl. fuchsen.
dann: einen fuchs bohren =
ein bohrloch krumm und eckig bohren, dasz der bohrer in demselben einklemmt. Endlich 23)
führt ein unzüchtiges spiel den namen fuchs.
facetiae facetiar. 428.
vgl.fuchsen 1)
a).
auch Fischart
Garg. (1608) V 2
b nennt unter den mancherlei spielen des Gargantua das spiel desz fuchses.
Als familienname kommt Fuchs
häufig vor, eben so nd. Vos, Voss
oder in unguter schreibung Vosz.
auch findet sich Fux.
Zusammensetzungen, in welchen fuchs
als letztes wort steht, sind auszer den unter 1), 3)
und 7)
angegebenen noch: hauptfuchs, hausfuchs, meerfuchs, schreibfuchs, schulfuchs, seefuchs, stiefelfuchs.