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lullen

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lullen verb.

Bd. 12, Sp. 1287
lullen, verb. 11) saugen, wie ein kind an der brust, lutschen: wir alten menschen sugent noch dütlin wie die jungen kind, und ligen daran zu lüllen, der lült an der fleschen, der lült an unkeuschheit. Keisersberg brösaml. 2, 23b; ze sugen, ze lullen, wie die jungen hund an der breckin. ders. narrensch. 145b; die kind lüllend an dem düttle, zeühend redlich, saugend, trahunt ubera infantes Maaler 93c; nun in solchem seugenden stand ist er gestanden bisz auf ein jar und zehen monat: nicht lenger hat er den brüstlichen saft, ziehender und lüllender weisz ersogen. Garg. 111a. diese in der schriftsprache nur noch im 16. jahrh. bezeugte bedeutung lebt mundartlich weit verbreitet: alem. lullen, lüllen, saugen, mit luller, lüller, lülli, saugbeutel und mensch, kind, das saugt Stalder 2, 184; lulle, lülle, mit lippen und zunge saugen, auch naschen Seiler 195a; bair. lullen, lambere, sugere linguam, digitum etc. prompt. von [] 1618 bei Schm. 1, 1469 Fromm., tirol. lullen, saugen (an den fingern, mit der zunge lullen, wie die kinder). Schöpf 402; kärntn. lullen, an den fingern saugen Lexer 182; nassauisch lullen, an den fingern saugen, den speichel lecken Kehrein 267; auch niederl. lullen, saugen, mit lul, saugröhre, saugflasche; niederd. lulken subinde sugere, subinde potitare Schottel 1359. 22) lullen, eine melodie leise vor sich hinsingen, ohne text leise singen; das ist zuerst aus nördlichen gegenden im 17. jahrh. bezeugt: lullen, sonum imitari Schottel 1359, ebenso Stieler 1185 (siebenbürgisch rührt an lûlen singen Fromm. 4, 194; tirolisch lullen, ludlen, lullitzen lallen Schöpf 402; schweiz. lullen heulen Stalder 2, 184; vergl. dazu niederl. lollen, lullen aus Kilian unter löll sp. 1144, und unten lullenpfeife), und wird aus der ammen- und kindersprache gern von neueren dichtern übernommen; es heiszt ein lied, einen gesang lullen: als die erscheinungen jezo verdämmerten, weinte das mägdlein, zuckend empor mit der hand; und die wärterin lullte vergebens heiseren wiegengesang. Voss 2, 21; und es hat der goldne Tajo ihm sein wiegenlied gelullet. H. Heine 18, 177; einen in schlaf, in träume lullen, vgl. einlullen theil 3, 229: wie oft lull ich mein empörtes blut zur ruhe. Göthe 16, 10; da die bewohner jener gegenden ... sämmtlich operose, in handarbeit versunkene, materialem gewinne hingegebene menschen sind, die man eigentlich über ihre körperlichen und geistigen unbilden nur in schlaf zu lullen braucht. 56, 172; leere hoffnung! nach der abendröthe meines lebens einst im ulmenhain süsz in schlaf durch dich gelullt zu sein! Bürger 76b; hier liegt ja deine laute noch, Diora: es kann musik allein den tiefen schmerz in lange nachtigallentöne ziehn, und lullend ihn in wiegenlieder flöten. Platen 213; und rufet empor den romantiker, der in melodischen traum sein dasein lullt! 280. 33) mundartlich bedeutet sonst noch lullen den harn lassen, so schlesisch, in der kindersprache auch lullu machen Weinhold 55a; in Leipzig lullêen, harnen, auch lullee (lullu) machen Albrecht 163b; und anderwärts, das alter dieser bedeutung bezeugt unten lüllpott. die umgelautete form lüllen, lillen heiszt in Schlesien den speichel flieszen lassen, geifern Weinhold a. a. o. 44) zu dem tonworte lullen treten als nächste verwandte die unter lallen (3 und 4 sp. 82), so wie unter löll sp. 1144 aufgeführten wortreihen; auch das tonwort ludeln sp. 1231 ist hierher zu ziehen. vgl. ferner nudeln und nullen.
3458 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lullenv., intrs, trs, ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Lullen , v. I) intrs . u. trs . 1) Ein Wort, welches die sanften einem Sange ähnlichen Töne nachahmet, womit Mütter, K…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lullen

    Goethe-Wörterbuch

    lullen ‘zur Ruhe l.’: beruhigen Wie oft lull ich mein empörendes Blut zur Ruhe AA7,7 Werth 1 I ‘in den Schlaf l.’ je ein…

  3. modern
    Dialekt
    lullen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    lulle n [lùlə Liebsd. bis Str. ] 1. saugende Bewegung mit Lippen und Zunge machen, saugen an der Mutterbrust, am Luller …

  4. Spezial
    lullen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    lul|len vb.intr. nainé (naina) . ▬ ein Kind in den Schlaf lullen nainé n möt cina che al se indormedësc.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lullen

14 Bildungen · 4 Erstglied · 8 Zweitglied · 2 Ableitungen

lullen‑ als Erstglied (4 von 4)

lullen I

SHW

lullen I Band 4, Spalte 425-426

lullen II

SHW

lullen II Band 4, Spalte 425-426

lullen II

RhWB

lullen II -u- verstreut in Kreuzn-Langenlonsh , Eup , Lennep , Mettm , Rees-Haldern schw.: schlafen, in der Kinderspr.

lullenpfeife

DWB

lullen·pfeife

lullenpfeife , f. ein musikinstrument: ( sie tanzten ) nach den lustigen schalmeien, seifelen, pfeifenbeukelen, hend und maul, lullenpfeifen…

lullen als Zweitglied (8 von 8)

belullen

DWB

belullen , Fischart führt Garg. 79 a unter den epitheten der schiffe auch an berollet, becompasset; beraseilet, besanet, befanet, getopfseil…

einlullen

DWB

ein·lullen

einlullen , canendo sopire, nnl. inlullen, schw. inlulla: allmälich eingelullt von süszen sängerinnen. Wieland 10, 317 ; dann ist die seele …

inlullen

MeckWB

Wossidia inlullen einlullen, in den Schlaf singen Pa; kaum volksläufig.

Nachlullen

Campe

nach·lullen

Х Nachlullen , v. intrs . u. trs . 1) Nach dem Beispiele, nach der Weise eines Andern lullen, sein Lullen nachahmen. 2) Lullend nachsingen. …

Umlúllen

Campe

△ Umlúllen , v. trs . ich umlulle, umlullet, zu umlullen , lullend, mit Gelull umgeben. Umlullt von Ammenliedern. Fr. Brun. D. Umlullen .

us lullen

ElsWB

us lulle n aussaugen: s Kind lullt alli Milch us Bghz. — Idiotikon Schweiz. 3, 1262.

verlullen

ElsWB

ver·lullen

verlulle n durch Kauen oder Saugen etwas beschädigen (Ecke eines Kleidungsstückes, Federhalter u. ä.). Von der Kuh, an der das Kalb soeben g…

vorlullen

DWB

vor·lullen

vorlullen , verb. : das freudenstündlein, wovon du mir so viel vorlullst, ist vorbei Schubart br. 2, 153 Strausz, zu lullen 2 ( th. 6, sp. 1…

Ableitungen von lullen (2 von 2)

belullen

DWB

belullen , Fischart führt Garg. 79 a unter den epitheten der schiffe auch an berollet, becompasset; beraseilet, besanet, befanet, getopfseil…

verlullen

ElsWB

verlulle n durch Kauen oder Saugen etwas beschädigen (Ecke eines Kleidungsstückes, Federhalter u. ä.). Von der Kuh, an der das Kalb soeben g…