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versprechen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

versprechen verb.

Bd. 25, Sp. 1448
versprechen, verb. zur form und bedeutungsentwicklung. 11) das compositum gehört wie das simplex dem westgermanischen sprachgebiet an. im altengl. ist es allerdings nur in der nebenform forspecan vertreten Bosworth-Toller 318a; in dem dazu gehörigen subst. aber findet sich forspreca neben forspeca ebd.; mengl. forspékin Stratmann-Bradley 242a; über das verhältnisz der formen vgl. th. 10, 1, sp. 2798. fries. forsprekke Dijkstra 1, 419b. ahd. farsprechan, furisprechan Graff sprachschatz 6, 378 f.; mhd. versprëchen mhd. wb. 2, 2, 530ff.; Lexer hdwb. 3, 245f.; vürsprëchen 3, 611. versprechen Diefenbach gloss. 445b, 464b, nov. gloss. 162b. vocab. incip. teut. i i 5a. Maaler 431d, 436a. Alberus novum dict. (1540) 15b. Dasypodius (1676) C 5b. Schottel 647b. Stieler 2100. Kramer teutsch-it. dict. 2, 884 a; hoch-niderteutsch. dict. 247b. Belemnon bauern-lex. (1728) 120. Steinbach (1734) 2, 642. Frisch 2, 307a. Adelung. Campe. Heyne. Weigand-Hirt. Paul. altniederd. farsprecan Gallée vorstudien 67; mnd. vorspreken Schiller-Lübben 5, 456 f.; mnld. verspreken Verdam hdwb. 637b; Kilian (1599) 604b; v. d. Schueren teuthonista 445b Verdam; verspreeken Kramer nider-hochteutsch. dict. 455b. versprechen lebt in hoch-, mittel- und niederdeutschen mundarten in der form versprechen (versprächen) bz. verspreken (verspräken) mit starker flexion. davon abweichend bucht Nagel für Niederösterr. die form vašbréicha 200, aber tirol. weisthümer 1, 23, 20 mit vocalrundung: er ... wisz für ine zu verspröchen; Gangler für Luxemburg versprièchen (vgl. wb. 1906 s. 467a) und schwache flexion (part. verspracht) 470, die Kehrein 1, 431 für eine ältere sprachquelle aus Rheinhessen feststellt. schweiz. Stalder 2, 386; Staub-Tobler 1, 907; Basel Seiler 113a; veršprächə (Habkern) zeitschr. f. d. mundarten 2, 311; elsäss. versprëchen Martin-Lienhart 2, 557b; lothring. veršprèxənFollmann 153b; schwäb. versprëchen Fischer 2, 1345 ff.; bair. Schmeller 2 2, 698; kärnt. verspréchún Lexer 237; rheinhess. Kehrein 1, 431; henneberg. Spiess 269; schles. Weinhold handschr. nachlasz S bl. 394a; preusz. versprechen Frischbier 1, 272; 2, 189; versprêke 2, 189f.; pomm. verspräken Dähnert 527a; lübisch verspreken Schumann 79; götting. Schambach 267a; köln. Hönig 194b; waldeck. fersprieken Bauer-Collitz 138; ostfries. verspräken Stürenburg 316a, ferspräken, fersprëken ten Doornkaat Koolman 1, 466b. 22) wie beim simplex (th. 10, 1, sp. 2798) hält sich auf obd. boden die alte form versprich(e) in der 1. sing. präs.: [] so uersprich ich dir hinfür alwege zethon alle daʒ dein hercz begert Arigo decamerone 160, 4 Keller; er erzehle nur her! ich versprich und versichere alles, was er von mir begehrt und gebetten Grimmelshausen 3, 30, 13 Keller; den al mein sinn und mein gedenckhen auff christenblut thut stetigs henckhen, verschwigenheit darbey versprich, als wahr ein judt gantz sicherlich Endinger judenspiel 31 neudr.; ich sprich, versprich, gelob, dein wort allzeit zu halten Weckherlin ged. 1, 330 Fischer (psalm 119, 57). über die schwache imperativbildung verspreche bei Platen vgl. th. 10, 2, sp. 2799. eine schwache endung -e im prät. hat Gottsched: da er sich mit einem frauenzimmer in Weissenfels versprache beyträge zur crit. historie (1732) 1, 541. 33) versprechen hat sich in seiner bedeutung nach den verschiedensten richtungen hin verzweigt; die übersicht ist nicht ganz leicht. die ältere überlieferung von versprechen bewahrt uns verschiedene formen der vorsilbe. so steht ahd. furisprechan neben farsprechan 'defendere' sogar in derselben quelle (Notker Boëthius-übersetzung) Graff 6, 378f. und mhd. vürsprëchen 'vertheidigen' neben versprechen in derselben bedeutung Lexer 3, 611 bz. 245. in den nominalformen erhält sich die betonte form des präfixes durchweg länger als im verb, wo sie sich als tonlos eher geschwächt hat, vgl. Lexer 3, 610 f.; Leopold germanist. abhandl. 27, s. 404; 661. für andere bedeutungen läszt sich eine betonte form nicht sicher nachweisen. doch mag wohl eine vereinzelte glosse dafür sprechen, dasz eine solche auch der ältesten verwendung des compositums als verstärktes sprechen (berathschlagen, besprechen) zugrunde liegt: furisprohhan, deliberatum Steinmeyer-Sievers glossen 2, 287, 55, und aus einem hierher gehörigen nomen kann ein rückschlusz auf das verb. gemacht werden: furisprehho, orator 1, 218, 8 R. (vgl. verspreche). die übrige ahd. überlieferung (Graff 6, 379) giebt keinen anhaltspunkt für die zuweisung zu einer der drei alten grundformen des präfixes (entsprechend goth. faur-, fra-, fair- Grimm gramm. 2, 850 ff.; Wilmanns gramm. 2 2, § 124ff.), da die alten typen sich verschmolzen und meist zu einer form vereinigt haben, nur landschaftlich und zeitlich gesondert. so schreibt Otfrid durchweg firsprechan, Notker fersprechen. formell lassen sich also nur wenige vertreter der faur-type für einen geringen theil des bedeutungsumfanges von versprechen nachweisen. eine fra-type könnte daneben für andere bedeutungen sehr wohl in dieser bildung enthalten sein, zumal wo es sich um wegwerfenden sinn handelt. 44) besonders fällt das nebeneinander von positivem und negativem sinne in diesem worte auf: ahd. defendere, loqui proprohibere, abnuere, renuntiare, repudiare Graff 6, 378; vgl. Grimm gramm. 2, 853, 854, 861; Wilmanns gramm. 2 2, § 125. diese verschiedenheit könnte vielleicht auf verschiedene grundformen des präfixes zurückgehen, vgl. goth. faur-qiþan: fra-qiþan, von denen J. Grimm gramm. 2, 851 behauptet, dasz sie wesentlich andersartig sind. thatsächlich aber geben beide ein und dasselbe wort des urtextes wieder (Gal. 2, 21 faur-qiþa ἀθετῶ: Luc. 7, 30 fra-qeþun ἠθέτησαν). faur-qiþan allein zeigt neben dem ausgesprochen negativen sinne der Galaterstelle den halb positiv, halb negativ schillernden bei Luc. 14, 19: habai mik faurqiþanana: ἔχε με παρητημένονentschuldige mich« Luther). charakteristischer noch und lehrreicher ist das beispiel von goth. faur-biudan 'verbieten': die grundbedeutung ist »nachdrücklich kund und zu wissen thun«, und erst aus dem sinne der verkündigung heraus ergiebt sich auf der einen seite gebot und aufgebot, auf der andern verbot und verweisung. hierbei kann der negative sinn schon in der faur-type sich bei energischem gebot unter entsprechenden umständen entwickeln, theils ergiebt er sich aus der häufigen verbindung mit negativen sätzen derart, dasz der sprechende den negativen inhalt des gebots unwillkürlich auf das vorangehende verb des gebietens überträgt, vgl. germanist. abh. 27, 11f. wenn auszerdem noch eine form wie fra-qiþan mit ausgesprochen ablehnender bedeutung der faur-type zur seite tritt und bei der in späteren perioden eingetretenen verschmelzung der vorstufen von ver- nicht mehr von ihr zu scheiden [] ist, so verstärkt sich die fähigkeit zu negieren, während der positive sinn daneben fortlebt. 55) diese doppelheit des sinnes gilt ursprünglich für alle verba, die eine (vorzugsweise mündliche) willensäuszerung enthalten, wie verloben, verraten, verreden, verrufen, versagen, verschreiben, verschreien, verschwören, versprechen. sp. 999, 1026, 1161 setzen für das heute negativ gebrauchte verreden, verrufen, verschreien mit recht positive und an sich farblose grundbedeutung an; auch verloben und verschwören (sp. 817, 1227) drücken von hause aus ein einfaches loben und schwören ohne individuelle färbung aus. in der schwäbischen mundart hat sich verloben als 'völlig loben' (Fischer 2, 1226), versagen als 'aussprechen' (1285), verraten als 'erraten' (1269), versprechen als 'antworten, erwidern' (1348) erhalten, worin wir die älteste und einfachste bedeutung zu sehen haben. hieraus hat sich dann ein bestimmender sinn entwickelt, während sich daneben ein negativer hält. das verhältnisz der verschiedenen bedeutungen zueinander und ihr vorkommen überhaupt ist verschieden in den verschiedenen sprachperioden und gegenden: verreden, versagen ist der heutigen umgangsprache nur in negativem sinne geläufig, während verreden in älterer zeit auch 'reden, verloben, vertheidigen' (sp. 999), versagen auch 'sagen, verloben' (sp. 1033 unten; Campe 5, 350) bedeuten konnte. verloben ist zu Luthers zeit ebenso als 'loben, geloben, anverloben' wie 'abschwören' bezeugt (sp. 816, 817), verschwören lebt noch heute in beiderlei verwendung (sp. 1227ff., 1231ff.). versprechen, das die heutige sprache nur in positivem sinne kennt, wird von Luther vorwiegend abweisend oder gehässig gebraucht; in den älteren sprachperioden sind beide richtungen nebeneinander vertreten. schon Adelung macht die feine beobachtung, dasz die bedeutung des zusagens bei den ältern und mittlern schriftstellern wenig vorkommtim ahd. fehlt sie thatsächlich ganzindem versprechen bei ihnen in manchen andern bedeutungen gangbar war; so wie diese veralteten, so hob sich jene bedeutung; dagegen fing verheiszen, welches man bis dahin anstatt desselben gebraucht hatte, an zu veralten (4, 1145). hinzuzufügen ist, dasz von anfang an die niederdeutschen mundarten den negativen und gehässigen sinn, die oberdeutschen den positiven bevorzugen. mit dem 18. jahrh. schwindet die negative verwendung von versprechen. überhaupt nimmt die jüngere schriftsprache eine arbeitstheilung unter den vieldeutigen und annähernd synonymen bildungen vor: sie weist den wörtern verreden, versagen, verschwören den abweisenden, verraten, verrufen, verschreien den gehässigen, verloben und versprechen den bestimmenden sinn zu, indem sie unter den einzelnen wieder feinere unterschiede festlegt. bedeutung und gebrauch. versprechen wird transitiv und reflexiv gebraucht. die beiden participia haben sich als adjectiva und der infinitiv als substantivum von dem verbum gesondert (s. d.). die grundbedeutung ist ein verstärktes sprechen ohne weitere färbung; vgl. die ahd. glossen unter abschnitt 3 des allg. theils. mnld. verspreken, handelen of, spreken over (van), iets bespreken Verdam hdwb. 637b. schwäb. einem versprechen, antworten, erwidern; oam versprecha, dem, der rufet, antwort geben Fischer 2, 1348. hierher wohl mhd. daʒ hûs, dâ sich got ûʒ versprichet, daʒ sol sîn in einôde und ein lûter geist und ob zît d. mystiker 2, 122, 14 Pfeiffer. im folgenden wird versprechen dreifach geschieden: nach nach positivem, nach negativem sinne und nach isolierten bedeutungen. daran schlieszen sich die nominalformen des verbs an. II. versprechen in positivem sinne. I@AA. eine versicherung oder bestimmte aussicht geben. zunächst handelt es sich dabei um wirkliches sprechen, um eine mündliche versicherung; also ist eine person subject. der von der handlung betroffene gegenstand ist meistens eine sache, selten eine person (3). versprechen berührt sich vielfach mit synonymen verben. während es sich auf jede art von verbindlichkeit bezieht, bezeichnet geloben (früher auch verloben) ein feierliches und stärkeres versprechen; verheiszen geht immer auf ein gut, das man jemand zu [] gewähren verspricht Eberhard-Lyon synonym. hdwb. 17 nr. 685. jedes gelübde, jede zusage, jede verheiszung ist ein versprechen, nicht umgekehrt Sanders wb. d. synonymen 716. in den älteren perioden ist diese bedeutung sehr spärlich vertreten: altniederd. farspricu, abligurio (i. e. obligo) Gallée vorstudien 67. vielleicht gehört hierher: sô medicus infirmo, ságet, mit uuíu er genésen sól .. únde ióh fúresprichet: dáʒ ist signum recuperandae sanitatis: ut medici sperare solent Notker 1, 238, 6 Piper. polliceri, stet geloben vnd versprechen Diefenbach gloss. 445b; promittere 464b; fidem prebere, fidem dare; versprechen und geloben, promittere, pollicitari, spondere vocab. incip. teut. i i 5a; deuoueo, iuro, adiuro, obiuro, do nomen, ich glob, thuo ein gelbdt, verheisz, versprech i. thuo ein eydt, schweer Alberus (1540) 15b; condicere, fidejubere, fidem interponere, v. verheyssen Dasypodius (1676) C 5; promittere, polliceri Stieler 2100; Frisch 2, 307a; promettere, far promessa, proferta, obligarsi con parole Kramer teutsch-it. dict. 2, 884a; versprechen, geloben, vovere, votum facere Dentzler (1716) 312b; obligiren, .. verbinden, verpflichten, verknüpffen, versprechen, zusagen, sich verschreiben Belemnon (1728) 120. Adelung. Campe. ins niederdeutsche ist diese bedeutung später aus dem hochdeutschen gebiet eingedrungen. im nld. erscheint sie seit dem 16. jh.: verspreken, condicere, promittere, fideiubere, stipulari Kilian (1599) 604b; verspreeken, versprechen, verheiszen, zusagen, geloben Kramer nider-hochteutsch. dict. 455b. I@A@11) einem mündlich die feste versicherung geben, dasz etwas, meist durch den versprechenden selbst oder seine einwirkung, geschehen werde; dasz ihm etwas zutheil werden solle; etwas zusagen, zusichern, geloben. der dativ der betheiligten person kann fehlen oder hinzutreten. mit worten zusagen; sagen, dasz man etwas zum nutzen des andern thun oder lassen wolle .. ehedem gebrauchte man dafür verheiszen, welches aber auszer der höhern schreibart veraltet ist, seitdem versprechen in dieser bedeutung üblicher geworden Adelung. mhd. fehlt diese verwendung fast völlig. I@A@1@aa) absolut: hastus aber verheiszen? knab versprich oder verheisz für dich selbs Boltz Terenz deutsch (1539) bl. 108b (Adelphi 5, 8, 940); unverschAemte groszsprecher, welche viel zu sagen, und den tag hinein versprechen, da der andere sich mit bloszen worten musz abweisen und vergngen laszen Treuer Dädalus (1675) 1, 138; du versprichest hauffenweis', aber pflegest nichts zu halten J. Grob dichter. versuchgabe (1678) 72; wer leicht verspricht, auch leicht bricht Wander sprichw. 4, 1594; wir wollen versprechen, wir wollen schwören, aber lassen sie uns das mädchen sehen! Göthe 22, 226 Weim.; denn wer einem mädgen hoffnung macht, der verspricht IV 1, 157. im nebensatz: wie jm gott versprochen hatt Züricher bibel v. 1531 (1. Mos. 21 A). hierher gehört die beteuerungsformel gott versprich, godersprech u. ähnl. vgl. zeitschr. f. d. mundarten 3, 289 (u. anm.), wo J. Franck nachzuweisen sucht, dasz der ausdruck mit gott ursprünglich nichts zu thun habe. schwäb. gott versprich (gott versprich's, als gott versprich), 'das heiszt, damit will ich sagen'. 's mag mir gehen wie's will, schwarze finger kriege ich keine als gott versprich wie die gerichtsherren (die falsch schwören können) Fischer wb. 2, 1349. I@A@1@bb) mit abhängigem satze; ohne conjunction: wiltu das an em nit rechen, so wel ich der wol versprechen, du gewinnest nimmer ein gut wipp an mer (Herodias zu Herodes über die beschimpfung durch Johannes) Alsfelder pass. 22, 737 Grein; sagten auch Virginio hülff, trost vnd sicherheyt zuo, vnd versprachen jm, das übel an jm begangen, solt nit vngerochen bleiben Carbach T. Liuij rOem. historien (1551) bl. 48r; noch hat jme der teuffel versprochen, er wOelle jme wochentlich 25 kronen geben Faust volksbuch 25, 30 neudr.; der ihm hoch und theuer versprochen, er wolle mit ihm in den tod gehen, und gut und blut seinetwegen ungespart lassen Schupp freund in der not 5, 15 neudr.; [] dieses blat soll bald in deine hände gelangen, verspricht mir herr prof. Kiesewetter Göthe IV 24, 21 Weim.; mein herz, versprech' ich ihnen, soll allein und ewig der richter meiner liebe seyn Schiller 5 2, 390, 4372 (Karlos 4, 21). mit conjunction: das wir keinen tyrannen mee dulden, versprechend wir by unsern hulden schweiz. schausp. d. 16. jh. 3, 36, 466 Bächtold; dieselben versprachen jhm, dass sie wolten christen werden buch der liebe (1587) bl. 334b; du must mir eidlich versprechen, dasz du solches keinem menschen offenbaren wilt schausp. engl. comöd. 178, 31 Creizenach; allein, — sie wiedersehn — das werd' ich nie! nie! nie! — ihr müsztet mir zur stelle denn versprechen: — dasz ich sie auf immer, immer — soll können sehn Lessing 3 3, 100 (Nathan 3, 9, 660); ich verspreche dir, dass es dich nie gereuen soll G. Keller werke 1, 418. I@A@1@cc) mit infinitivsatz; dieser folgt dem verb: ich verspreche es zu halten Kramer ital. dict. 2, 884a; mhd. daʒ der kunic versprochen het ze leisten sîne bet Ottokar reimchronik 85573; er nam von dem künge von Engellant hundert tûsent mark silbers und versprach im zuo hilfe zuo komen Züricher jahrb. 60, 19; wo nu Christus, daselbs ist auch sein heiliger geist den er versprochen hat zuo der kirch zesenden Berthold v. Chiemsee tewtsche theologey 49 Reithmeyer; ich euch pey meiner trewe verspriche in sölchen sachen nynaer ze sünden Arigo decamerone 38, 30 Keller; da es (das werk) dann verspricht sich also zu verhalten, dasz man spren solle wer seine tauffpatten gewesen Moscherosch insomnis cura 8 neudr.; Cipio Affricanus der grösser, den Römern versprach, mit irem gezüge vnd here in Hispaniam zeziechen Wyle translationen 216, 33 Keller; wo er zu mittag speiste, da muste er schon versprechen, das nachtmal bey einem andern einzunehmen Abraham a St. Clara merks Wien (1680) 82; sie versprechen als fromme unterthanen und brger sich zu halten Weise comOedienprobe (1696) 265; ich nach meinen vermOegen, versprach mein euserstes zu thun medizin. maulaffe (1719) 120; sie haben versprochen, mit nichts, als ja oder nein zu antworten Lessing 3 2, 204, 11 (Minna 2, 9); und sie versprechen uns, daneben noch manch erfrischendes gerichte in sAeurlich-ssser frucht, zu geben Brockes irdisches vergnügen (1721) 4, 37; die waffen versprachen sie sofort niederzulegen Ranke werke 4, 16. die verbindung mit vorausgehendem infinitivsatz ist jünger und wird in der heutigen schriftsprache bei kurzem ausdruck als geschickter empfunden. sie erscheint gewöhnlich in nebensätzen: einem einen gefangenen zu liefern versprechen, captum mittere alicui promittere Steinbach 2, 642; daʒ du tüest, als du ze tuon versprochen hast Steinhöwel Äsop 58 Österley; da man dem keyser alle gehorsame zuoleisten abermahlen versprochen Stumpf Schwytzerchronik (1606) 47a; Solon .. hat .. ihnen .. dergleichen gesAeʒʒe ... zu geben versprochen, so allen annehmlich .. seyn sollten Butschky Pathmos (1677) 107; da Melina den vorschusz sogleich wieder zu bezahlen versprochen hatte Göthe 22, 8, 16 Weim.; dann aber .. fragte sie nach gewissen chinesischen tassen, die er (der trödler) zu liefern versprochen habe G. Keller werke 3, 66. I@A@1@dd) das object ist allgemein gehalten; ein sinnentsprechendes verb (geben, erfüllen u. s. w.) ist gewöhnlich zu ergänzen, das sich häufig aus dem inhalt eines nahe stehenden satzes ergiebt: es soll keiner mehr versprechen, als er weiszt zu halten Dentzler 312b; er hat es wohl versprochen, aber nicht gehalten Steinbach 2, 642; was man verspricht in eile, bereuet man mit weile Wander sprichw. 4, 1594; schwäb. wer mehr verspricht als er halten kann, ist ein lump; wer zuviel verspricht, haltet nix; 's ist leichter [] versprochen als gehalten; ist 's net genug, wenn ich 's versprochen habe, muss ich 's auch noch halten Fischer wb. 2, 1347; waldeck. wat me feršprieket, motme auk halen Bauer-Collitz 31b; was ich euch versprochen hab, des stee ich euch mit nichte ab Tirol. passionspiele 37 Wackernell; was er (Jesus) verspricht, entfellt er nicht, es sey grosz oder kleine Ringwalt handbüchlin (1586) C 9b; was gott in seinem wort verspricht, das kompt gewisz und fehlet nicht Kirchhof wendunmuth 2, 18 Österley; denn was man so verspricht, das pflegt, nach art der alten, ein rechter biedermann ganz unverrckt zu halten Gottsched ged. (1751) 406 Schwabe; sprechen und versprechen. bedenkt euch einen tag, eh ihr uns was versprecht, auf dasz ihr kein versprechen brecht; und dasz kein unntz wort euch fall aus euerm munde, eh ihr was sprechet, eine stunde Wernike ged. 145; nichts schAendet einen mann mehr, als wan er .. so offt er was verspricht, sein maul darber zur tAeschen machet Moscherosch insomnis cura 75 neudr.; was ich der jungfrauen versprochen, und verspreche, bin ich stets willig zu leisten A. Gryphius Horribil. 27 neudr.; wenn doch der mensch sich nicht vermessen wollte irgend etwas für die zukunft zu versprechen! das geringste vermag er nicht zu halten, geschweige wenn sein vorsatz von bedeutung ist Göthe 23, 115 Weim.; der narr ist klug, verspricht was jedem frommt 15, 16 (Faust II 1); ihr gabt ihm doch vors erste, was an schätzen ich euch gelassen hatte? gabt ihm alles? verspracht ihm mehr? weit mehr? Lessing 3 3, 7, 96 (Nathan 1, 1); Daniel. mein herr und meister lebt, ihn haben meine augen gesehen! Moor. und will halten, was er versprochen hat Schiller werke 2, 145 (räuber 4, 3). in älterer sprache steht das sächliche object bisweilen auch im genetiv: jr wissent, wes jr mir versprochen habent Fierrabras (1533) E 1; desz im auch trostlich versprochen würd Knebel chronik von Kaisheim 14. verschiedenartige betheuerungen treten zu dem verb. auf die worte des versprechens wie auf die gesinnung wird hingewiesen: vnd mssen solches etliche mit einem eydtschwur ... versprechen vnd bestetigen Nigrinus von zäuberern, hexen (1592) 17; das versprich ich euch von herten vnd von mund buch der liebe (1587) 337c; du versprichst es auch mit hand und mund Bettina v. Arnim dies buch 1, 104; er bat nicht zu vergessen was er mit einer handlobung versprochen hAette Hippel lebensläufe in aufsteig. linie 1, 78; das versprechen wir dir in d'hand griech. dramen 2, 187 Dähnhardt (Aristophanes, nubes 703); ich darf nicht den frieden brechen, den ich ihm angelobt und in seine hAende versprochen Tieck schriften 4, 177; Englbau'r, und den vater mueszt mir in seiner kammer lassen; so lang er lebt! das mueszt mir extra auf die hand versprechen! Schönherr glaube und heimat 53; morgen musz ich mit dem Gstöttner Hans auf den vogelfang; han's ihm für g'wisz versprochen 19; elsäss. er het mir s in d händ versprochen, und er halt sin wort nit Martin-Lienhart 2, 557b; lothring. en hot mer an't hand versprach Follmann 153b; luxemb. èppes fèst ann hèllech veršpriechen fest und heilig wb. 467a. I@A@1@ee) bei substantivischem object ist ebenfalls ein sinngemäszes verbum (leisten, geben) zu ergänzen. in wenigen fällen bildet eid, gelübde selbst das object: zwo laischwestern, welche ihr closterglübt .. versprochen haben schwäb. quelle v. 1543 bei Fischer 2, 1347; ich .. blieb schuldig an dem glbd das ich gelobet, versprochen hab Paracelsus opera (1616) 2, 236 Huser; mich dunckt der eydt wöll veralten den mir jm flsz versprochen handt (Welsch flusz ist das erste stück der ausgabe) Gengenbach 301 Gödeke. verlöbnisse: hab ihm auch trew vnd glaub versprochen, das will ich ihm halten Schumann nachtbüchlein 337 Bolte; [] ist euch die süsz lieb worden bitter, die jr doch vor mit süssen worten versprochen habt an allen orten H. Sachs fastnachtspiele 1, 11 neudr.; ich trat in jene hallen wo sie mir treue versprochen H. Heine werke 1, 105 Elster; verblendung war's, mein herz ihr zu versprechen Schlegel Shakespeare 1, 235 (sommernachtstraum 3, 2); denk, wie du mir mit hohem schwur die ehe hast versprochen! Miller ged. (1783) 251; sie ... verspricht ihm auf den fall ihrer erhaltung die ehe Lohenstein Ibrahim (1680) inhaltsangabe; in Sachsen hat ein junge vnd reiche tochter einen (!) wackeren, jedoch wenig begüten jüngling die ehe versprochen Abraham a St. Clara Judas (1689) 2, 165; dass sie gezwungen waren, dem grafen ihre hand zu versprechen? Iffland theatr. werke 1, 23. gelöbnisse: so sich einer priester weyhen laszt sol er sich widren, die keüscheit zuo versprechen, dan niemans den engliche stercke, vnd himlische macht mOeg küscheit halten Murner a. d. adel 41 neudr.; wir solten .. ein fuszfall thun, gnad bitten, vnd besserung vnsers lebens versprechen vnd zusagen Musculus hosen teuffel 7 neudr.; sie versprachen sich beiderseits deszhalb ein tiefes geheimnisz Göthe 24, 61, 8 Weim.; gehorsam, fleisz und zarte liebe verspreche ich auf dieses jahr Schiller werke 1, 4. leistungen: seine dienste versprechen Kramer ital. dict. 2, 884a; seine hilffe zu was versprechen Steinbach 2, 642; ostfries. hê fersprak, fersprôk mi sîn hülpe Ten Doornkaat Koolman 1, 466b; die .. dagegen ihre parate dienste in allen honorablen occasionen versprochen und parolisiret Neumark palmbaum (1668) 138; einige glieder des stadtraths versprachen ihm gleich die erlaubnisz, einige zeit im orte zu spielen Göthe 21, 235, 23 Weim.; er hatte sich bei dem fürsten schriftlich beurlaubt und baldige rückkehr versprochen E. Th. A. Hoffmann werke 10, 190; wenn er geld erborgen wollte und auf cavalierparole die rückzahlung versprach Immermann werke 1, 40; man versprach ihm überall huld, schutz und gnade Klinger werke 3, 12; nicht merken soll ich, wie voll eifer dort der herzog brennt, der gunst zuvorzueilen, die meinem sohn versprochen war? Schiller 5 1, 192, 4002 (Karlos 3, 6). schriftstellerische ankündigungen: das carmen quält mich nur, das ich dir letzt versprach Stoppe parnasz (1735) 341; herr Wieland verspricht uns seine besten und überlegtesten gedanken von der unterweisung der jugend Lessing schriften 3 8, 24, 2; das titelblatt verspricht uns dithyramben: die vorrede verspricht sie nur halb Herder werke 1, 318. göttliche verheiszungen: das alt gesAetz .. das vns ... kein lohn da zeytlich guot verspricht Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 154; in dem eynnigen stuck oder werck hat vnns Christus alle selickeyt versprochen Cronberg 50, 3 neudr.; lAeszt einst dein starker schmerz, ermdet, etwas nach; so denke, dasz gott hier kein ewigs glck versprach Giseke poet. werke (1767) 49; die zeit eines neuen ewigen evangeliums, die uns selbst in den elementarbüchern des neuen bundes versprochen wird Lessing schriften 3 13, 433; das gantze land Canaan ist uns vom himmel zum erbe versprochen worden Weise comödienprobe (1696) 91; mir versprach der untrügliche Phöbus selber auf neuer erd' ein zweites Salamis Herder werke 25, 229, 7; beschleunige die hülfe, die ein gott versprach. erbarme meines bruders dich Göthe 10, 37, 846 Weim. (Iphigenie 2, 2); mit sächlichem subject: gekreuzigter, der mich ergriff, sieh meine seele neigt sich tief; umarmt dein kreuz und lAeszt es nicht, bis deine huld ihr trost verspricht Schubart ged. 1, 151. gaben, geld und gut: da er aber das geld, das er dem kOenige versprochen hatte, nicht kunde ausrichten [] 2. Macc. 4, 27; die magd fodert ihr acht groschen trinkgeld, so er ihr auff unterschiedliche posten versprochen polit. maulaffe (1679) 17; subsidien, die man uns versprochen, wie röhrenwasser bleiben aus Göthe 15, 12 Weim. (Faust II 1); einem einen schmausz versprechen; einem ein haus nach seinem tode mit hand und mund versprechen Steinbach 2, 642; grosse belohnung Frisch 2, 307a; der belonung so man jnen hette versprochen Xylander Polybius (1574) 51; ich habe ihm eine dosin von lateinischen pillen versprochen, die soll er einnehmen Weise comOedienprobe (1696) 307; es wäre dann, dasz Frankreich einem mächtigen haus, als Bayern, Brandenburg oder wohl Oesterreich selbst ... einen zipfel vom rock versprechen wollte Leibniz d. schriften 1, 212; der baron .. versprach bei seinem abschiede allen die beste aufnahme, bequeme wohnung, gutes essen, beifall und geschenke Göthe 21, 246, 14 Weim.; es trug Damoet vor wenig wochen zu Phillis, seiner schAeferin, ein thier, das er ihr lAengst versprochen Lichtwer äsopische fabeln (1748) 11; mit präpos. bestimmung: »könig Heinrich, der jedem bauer ein huhn in den topf versprach« .. ich habe weder ein huhn im topfe jemandem versprochen noch sonst etwas nat.-zeitung 34, 59 bei Sanders ergänz.-wb. 497a. sprichwörtlich von unerfüllbaren versprechungen: güldene berge, Rom und reich versprechen Kramer ital. dict. 2, 884a; einem goldene berge versprechen Steinbach 2, 642; Wander sprichw. 4, 1590, 1595. der ausdruck stammt aus Terenz Phormio 1, 2, 18; vgl. Borchardt-Wustmann 58. schwäb. der verspricht goldene berge und hält keine bleierne (und ist keinen heller wert) Fischer 2, 1347; Schmidlein verspricht Braunschweig güldene berge, von wegen des abfalls Nas das antipap. .. (1567) 4, 182b; der kayser mOechte ihnen ja güldene berge versprechen, aber kaum spreu gewehren Lohenstein Arminius (1689) 1, 24b; er verspricht kühe mit goldenen hörnern; er verspricht dir das blaue vom himmel ... das weisse und schwarze Wander sprichw. 4, 1595; èngem d štiere vum himmel veršpriechen luxemb. wb. 467a. gegenstände: verspricht dir jemand ein schwein, hol' gleich den sack und thu's hinein Wander 4, 1594; man verspricht ein lebendiges ross und bringet kaum ein wächsernes 1591. jüdische redensart: ich hab'm Holland und Brabant versprochen Lipperheide spruchwb. 936b; elsäss. er verspricht Holland und Brawant, hält aber nichts von dem, was er verspricht Martin-Lienhart 2, 557b. I@A@1@ff) veraltet ist die reflex. form in diesem sinne: sich versprechen, promettersi, impegnarsi, obligarsi; wer sich verspricht in eil, den reuet es mit weil; sich mit einem eid, gelübd etc. versprechen; sich mit hand und mund versprechen Kramer it. dict. 2, 884b. absolut: vnd er (Judas) versprach sich vnd suchte gelegenheit, Jesum zu verrathen Luc. 22, 6 (doch vgl. II C 1); denn got hat nit Israel angenummen umb yhrisz vordiensts willen, sondern umb seynisz eygen vorsprechensz willen. ausz lautter gnad hat er sich vorsprochenn, ausz lautter gnadenn hat er esz auch erfullet Luther 7, 597, 30 Weim. mit conjunctionalsatz: (Jesus hat) sich darbey versprochen, dasz alle die jenigen, so an Christum gleuben, durch dieses sacrament des tauffs zu gnaden sollen auffgenomen werden Gretter epist. Pauli a. d. Römer (1566) 722; hierauff versprich ich mich wider, dasz ich keinen menschen mehr .. gehorchen .. wil Faust volksbuch 186 neudr. mit verstärkendem zusatz: mhd. wir versprechen uns an eides stat, daʒ .. quelle v. 1374 bei Lexer hdwb. 3, 246; an eides stat ihr euch hiermit versprechen sollt, dass ihr gutt schlesisch teutsch hinwieder reden wollt Wencel Scherffer ged. (1652) 650. mit folgendem infinitivsatz: denn got hat das den Juden eynn tzeyt lang tzu gutte than, das er tzu Hierusalem unnd ubir Cherubim sich versprach tzu schweben, bisz das Christus keme Luther 8, 33, 17 Weim.; es soll sich niemand versprechen, dann nasen abbeissen vnd ellenbogen [] küssen Lehmann bei Wander sprichw. 4, 1590; (der in die enge getriebene Hasdrubal) wolte sich versprechen, wenn man jhn hindurch liesse, ausz Hispanien gar abzuziehen Fronsperger kriegsbuch (1573) 3, 235a. mit betheuerung: ihr habt es selbst gehört, (traut, bitt ich, eignem ohr!) wie der gesandte sich beym Tamaras verschwor; wie hoch er sich versprach, nach Moszkau nicht zu dencken, eh aller fleisz versucht, ob Abas sey zu lencken A. Gryphius trauersp. 153 Palm (Catharina von Georgien 1, 129); (er) verspricht sich, nicht zu weichen mit hertzen, mund und hand S. Dach ged. 707 Österley. mit vorausgehendem infinitivsatz: wo sein (Christi) person gantz vngebrochn gewis zu sein sich hab versprochn Ringwalt lauter warheit (1597) 187; ein solcher auch schaden zu verhüten ... sich versprechen soll Kirchhof milit. disciplina (1602) 59. mit genetiv der sache: lieb, willig solt du vinden mich zu dienen dir von mengclich, in triuen ich mich des versprich Hätzlerin liederbuch 1, 62 (nr. 75); der zwar gut ist von gesicht, und sich aller treu verspricht; das hertze meint es nicht Opitz ged. 47, 13 Tittmann. abnorm ist die verbindung mit accus. der person: herwider ich mich dich versprich ich thu alzeyt der massen Forster teutsche liedlein 15 neudr. in der neuesten literatur in alterthümelnder sprache: hier für deiner gnadenreichen bildnis verspreche und verlobe ich mich: heute .. will ich dieser unschuld ein rächer sein Handel-Mazzetti arme Margaret 153. ganz verschieden von dieser älteren ausdrucksweise ist die heute übliche mit reciprokem dativ: sich etwas hoch und heilig versprechen; er aber versprach sich in diesem momente innerlich, dass er ringen wolle, .. bis er geistesgross .. dastehe Stifter werke 1, 32; versprach ich doch, fr Paris bubenstck mir rache schon! Bürger werke 1, 155 Bohtz. I@A@22) etwas festsetzen, vereinbaren, verabreden. I@A@2@aa) selten transitiv: allezeyt sechs wochen vor und ee eins yeglichen verpflichten eehalten versprochen zil und zeyt kompt oder erscheint Nürnberg. polizeiordn. 28 Baader; deu hôhzît wart versprochen gelîche über vier wochen Heinrich v. Neustadt Apollonius 5839; halt dich in stilldas ist mein will behalt bey dirwas beyde wir versprochen han Forster teutsche liedlein 14 neudr.; es sint hie burgers sön die haben tun versprechen zusam ein gsellenstechen H. Sachs 2, 163, 115 Tittmann; darnach uber acht tag begab sich aber ein zwitracht zwischen zweien reisigen iedes tails, die auch anander den kampf versprachen (ein duell verabredeten) Wilwolt v. Schaumburg 124 Keller. I@A@2@bb) häufiger reflexiv, aber veraltet: sich versprechen, verbis sese obligare, condicere Haltaus gloss. 1896. mit abhängigem satz: nach diesen vorgesch. vorderungen vnd entwurten, versprachent sich bede partyen, das sie wol begnügen wolte, was dye manne .. zu dem rechten darüber sprechen quelle v. 1390 ebd.; als marggraff Albrecht von Brandenburgk und ettlich .. diener sich versprochen hetten, mit scharpfen spiessen in der stat .. zu rennen d. städtechronik. 3, 370, 14; demnach ich mich mit Kaspar Heilungen versprochen hatte, welcher vor freien würde, der solle dem andern das rosz mit sammt dem schmucke verfallen sein Schweinichen 254 f. Österley. auf oder zu etwas: wir haben och disen unsern bunde also geordent und uns dar uff also ze samen versprochen schwäb. bund v. 1377 bei Fischer 2, 1347; beyderseits sich versprechen zum ausspruch eines scheidrichters Kramer it. dict. 2, 884b; vnd vnss mit und gegen einander in guten glauben vnd bey vnsern eren, wirden vnd wahren trewen verpflicht vnd versprochen haben quelle bei Haltaus 1896; [] wie er verpracht und gewunnen het als er mit Barnaba seins weibes halben gewet und sich versprochen het Arigo decamerone 146, 22 Keller. von dem biblischen bunde: also versprach er sich darnach mit Noah und seinen kindern nach der sintflut bis auff Abraham Luther sermon von dem neuen testament 1, 331a. von den neueren mundartlichen wörterbüchern verzeichnet Dähnert 527a für das pommersche: sik verspräken, sich wohin bescheiden. I@A@2@cc) die neuere auffassung einer solchen reflex. wendung ist anders. sich ewige freundschaft und treue versprechen enthält für unser gefühl einen reciproken dativ, 'sich geloben'. für das 17. jahrh. bleibt die deutung zweifelhaft: einer reichte dem andern die hand ... und versprachen sich ewige freunde und brüder zu seyn Moscherosch gesichte Philanders (1650) 1, 424. I@A@33) nach irgend einer richtung hin für eine sache oder person oder sich selbst eine verpflichtung eingehen, wodurch man das object von dem eingehen anderweitiger oder ähnlicher verpflichtungen ausschlieszt; es zu einem dienste verpflichten. der dativ der betheiligten person fehlt selten. I@A@3@aa) object ist eine sache: eine ware versprechen; das wintermonat nenneten si das blotmonat, das si das viech, so si opferen wolten, darin iren göttern verlübden und versprachen Aventinus bair. chron. 1, 368, 31 Lexer; weil ja nach altgermanischer vorstellung in der tat teile des körpers veräussert und versprochen werden können (von den spielern) H. M. Schuster das spiel 12. I@A@3@bb) häufiger ist das object eine person. das verbum wird in dieser verbindung nur bei verlöbnissen und eheversprechungen angewandt. dieser gebrauch datiert aus dem 16. jahrh.: einem eine tochter versprechen, despondere filiam alicui Stieler 2100; Kramer ital. dict. 2, 884a; Steinbach 2, 642; Frisch 2, 307a; Adelung, Campe. von lebenden dialekten belegt Lexer 237 verspréchún für das kärntische. vgl. besonders versprochen sein (IV B 3). der unterschied zwischen verloben und versprechen ist, dasz das verloben einen förmlichen, feierlichen act bezeichnet, der mit dem bloszen versprechen nicht nothwendig verbunden ist Sanders wb. d. synongmen 708. selten ohne angabe der person, des bräutigams: nach dem nun Emilia also versprochen, ist Camillo sie zu beschauwen nicht viel mehr vergOennet worden buch der liebe (1587) bl. 108b; so sähe ichs sehr gerne, wenn ich euch, meine töchter, auf einen tag versprechen ... könnte Gellert werke 3, 31; wo einer verheirathet wird, werden zweie versprochen A. v. Arnim bei Sanders a. a. o. mit dativ der person: Mufti. was sol ein knecht, wie ich, dem grossherrn gOennen nicht? Ibrahim. wie dass uns Mufti denn die tochter nicht verspricht? Lohenstein Ibrahim (1680) 1, 23, 626; der mann, dem elternwille sie versprach, er legte selbst den grundstein seiner schmach Droste-Hülshoff werke 2, 103. mit zusatz, zum weibe: im Troergefilde versprach er sie einst und gelobte ihm zum weib J. H. Voss Odyssee 4, 6. mit präpos. angabe an oder mit: des andern tages liesz die stathalterin bey uns ausstrAeuen, als wrde sie in weniger zeit ihre beyde zwillingstOechter an vornehme rOemische herren ehelich versprechen Bucholtz Herculiscus (1665) 1275; ohne ihn zu kennen, würde ich ... ja dazu sagen, wenn ich meine tochter nicht bereits versprochen hätte, und zwar an den sohn eines guten freundes Lessing 3 2, 167, 20 (der schatz 16); das deutete der traum den ich hatte, als ich tags darauf Marien an Weislingen versprach Göthe 8, 130, 9 Weim.; die ganze stadt verspricht ihn mit Celinden die schlechten ruf .. hat A. v. Arnim werke 16, 202; da ward die prinzessin mit dem grafen versprochen Grimm kinder- und hausmärchen (1812) 1, 155; um sie (die tochter) ihren werbungen auf immer zu entziehen, liesz er sie mit einem prinzen von Toscana versprechen Ranke werke 39, 7; Sophie. sie haben mit dem rock mich feierlich versprochen, und Strahlen ist auf ihr geheisz hineingekrochen; mithin — Malten. es sei darum (freudige umarmung zwischen Heinrich und Sophien) Müllner dramat. werke 5, 357. [] anderen sinn hat die stelle: wie wenn ich dir die tochter mein allhero in die kost versprech? Jac. Ayrer dramen 2504 Keller. I@A@3@cc) der reflexive gebrauch bedeutet allgemein: sich nach einer richtung hin versagen. es kann eine weitere bestimmung fehlen: das er erstlich habe lauffgelt von dem hauptmann genommen, sich auch mit handt vnd munde versprochen, darüber seine ehr vnnd trew vergessen Reutter v. Speir kriegsordnung (1594) 71. auf ungewöhnliche art ist dies local ausgedrückt: vnd wOellen gott .. an ein ort binden, da er sich mit seinem wort nicht hin versprochen hat Mathesius Sarepta (1587) XLVIa. in der regel ist die person bezeichnet, der gegenüber man sich verpflichtet. in der älteren sprache handelt es sich dabei stets um ein dienstverhältnisz: sich versprechen, ehemals, sich durch sprechen gleichsam übergeben, einem andern ein vollkommenes recht auf seine person übertragen, so dasz die handlung völlige rechtskraft hat Campe. mit dativ: in triüen ich mich dir versprich Hätzlerin liederbuch 1, 7 (nr. 7); (sie) gerathen .. letztlichen gar in die schwartze kunst, verbinden vnnd versprechen sich dem teuffel, vnd werden seine ewige sclaven Albertinus hirnschleiffer (1664) 265. mit zu: drumb spricht sanct Paulus .., das got .. sich zum Abraham vorsprach, ehe er das gesetz Mosi gab Luther 2, 597, 33 Weim.; also mit kurtz versprach ich mich zu im und ward sein diener d. städtechronik. 5, 133, 6; dieser doctor redete so gut teutsch als ich .., derhalben versprach ich mich desto lieber zu ihm Grimmelshausen Simpl. 1, 357, 25 Kurz; zu einem herrn er sich versprach Goedeke-Tittmann liederbuch 336, 225. mit genauerer bestimmung des zwecks: ... versprach ich mich zu Hansen Meuting in die gesellschaft drew jar d. städtechronik. 5, 133, 25; bairisch: sich zu einem heiligen mit einer mesz, wallfart etc. versprechen Schmeller 2 2, 698. in der neueren sprache hommt ein ähnlicher ausdruck bisweilen bei vorübergehenden verpflichtungen vor: zu mittag hab ich mich bey meinem collegen Schnaus versprochen Göthe IV 5, 52, 22 Weim. mit infinitivischer bestimmung der verpflichtung: da versprach er sich mit gelbd jhm zu dienen buch der liebe (1587) bl. 331a; solt dich aber versprächen, din läben lang by mier zu sin Th. Platter 22 Boos. eine wendung aus der neueren sprache, der oben angeführten Göthestelle entsprechend, bringt Frisch 2, 307a: sich versprechen bey einem zu essen, condicere ad coenam, vulg. sich versagen. I@A@3@dd) am häufigsten ist reflexiver gebrauch von der gegenseitigen einwilligung zum ehebündnis. Adelung. sich mit einer person versprechen, auch nur, sich versprechen, sich gegenseitig die heirat versprechen, wo es auch zuweilen für sich verloben gebraucht wird Campe. sich ehelich versprechen Kramer ital. dict. 2, 884b; sich einem zur ehe versprechen Heyne; für den schwäbischen dialekt belegt bei Fischer 2, 1348, für den waldeck. bei Bauer-Collitz 31b. in der literatur häufiger vom mädchen als vom manne gebraucht. reciprok oder ohne bezeichnung der betheiligten person: zu einem pfarrer kam ein mann, und thet denselben sprechen an, herr mein hauszgnosz der hat sich nun ehlich, auffs new, versprechen thun Sandrub kurzweil 11, 4 neudr.; dort merck ich schon den raum, worauf wir uns versprochen Günther ged. (1735) 185; wie oft habe ich hier am abend gesessen vor siebzig jahren und habe auf meinen schatz gewartet, der bei der garde stand. hier haben wir uns auch versprochen Brentano schriften 4, 175. mit dem dativ der betheiligten person: ich bin und werd' auch ewig sein, wie ich mich einmahl dir versprochen Filidor geharnschte Venus 26, 5 neudr.; ich hab schon einen bräutigem, dem ich mich hab versprochen ganz A. v. Arnim werke 13, 74; und nun mein fürst, verspricht sie hier vor eurer hoheit nicht [] sich dem Demetrius zur eh, so fordr' ich das alte bürgervorrecht von Athen Schlegel Shakespeare 1, 179 (sommernachtstraum 1, 1); jenem, mein fräulein, versprachen sie sich; wollen sie diesem wort halten? Lessing 3 2, 205, 18 (Minna 2, 9); du versprachst dich mir im grabe, dort will ich deiner harren Klinger werke 2, 31. mit präpos. bezeichnung der person; zu: darumb so zeig ein jeder an, was er wisz fr ein jungfrau schon zu der wir vns mOechten versprechen Jac. Ayrer dramen 2, 1026 Keller. am üblichsten ist mit einem in der sprache des 17. bis 18. jh.: dasz sie mit Traxen sich vier wochen vor ihres mannes tod versprochen, das weis ich schon Cronegk schriften (1766) 2, 301; er träumte von der Adelheit, mit der er sich versprochen Hölty ged. 21 Halm; es hatte Jorge Schramm ... eine freundin, welche sich mit zweien versprochen hatte Schweinichen 175 Österley; wie er sich dann auch mit ihr verlobet, und feste versprochen polit. maulaffe (1679) 52; von seinen liebesstreichen die er gespielet, da er sich mit einem frauenzimmer in Weissenfels versprache Gottsched beyträge zur crit. historie (1732) 1, 541; ... bittet flehentlich um versorgung und brodt, da er sich mit einem nAethermAedchen versprochen hat Rabener werke 3, 26; der zuletzt gestand, dasz er ein mädchen auszerordentlich liebe und sich wirklich mit ihr versprochen habe Göthe 26, 276, 2 Weim.; mit infinitivsatz: mit diesem handschlag versprech ich mich auf ewig die seine zu seyn A. Gryphius Horribil. 38 neudr. von einer verlobung ist wohl auch an folgender stelle die rede: in dem kôre der wîsheit unde des brandes sprichet sich got in die sêle alzemâle unde versprichet sich alzemâle in die sêle d. mystiker 2, 122, 10 Pfeiffer. I@A@44) die sichere aussicht auf etwas eröffnen; die gewisse hoffnung erwecken, dasz etwas eintreten werde, aber ohne die einwirkung des versprechenden. die vorstellung des sprechens tritt zurück. der von der handlung betroffene gegenstand ist gewöhnlich eine sache. versprechen in diesem sinne berührt sich mit verheiszen; vgl. Sanders wb. d. synonymen 716. dieser gebrauch hat sich erst in der jüngeren sprache herausgebildet; er erscheint um 1700, verbreitet sich dann aber sehr schnell in der schriftsprache und hält sich in dieser lebendig. in den mundarten fehlt er. I@A@4@aa) einem eine aussicht in die zukunft eröffnen, deren verwirklichung man nicht unbedingt herbeiführen kann: nachuolgen soll die freude die ich euch versprochen han Arigo decamerone 2, 34 Keller; ach! liebste Sara, ich verspreche ihnen das ende ihrer pein Lessing 3 2, 275, 19 (Sara Sampson 1, 7); geniesset im voraus der siege, die ich euch verspreche, weil ich die menschen kenne Klinger werke 3, 27; wo ich ihr die freude machen kann, ihr eine gesicherte zukunft zu versprechen Immermann werke 2, 116; hofmedicus Rehbein ... verspricht mir die beste wirkung Göthe IV 27, 121 Weim.; die wunde sey nicht gefährlich, die ärzte versprächen genesung Niebuhr m. geschichte 1, 247. statt der person steht die sie auszeichnende eigenschaft als subject: jedennoch wenn man sieht, mit was fr zuversicht ihr frecher hochmuth dir Apollens gunst verspricht Neukirch ged. (1744) 158; dasz der feind allzu hartnAeckigt ihm den sieg vorenthielt, welchen ihm die priester und die hertzhafftigkeit seines heeres doch schon vorher versprochen hatten Lohenstein Arminius (1689) 1, 46b. ein sächlicher dativ steht beim verb.: ich verspreche meinem Laokoon wenig leser, und ich weis es, dasz er noch wenigere gültige richter haben kann Lessing schriften 3 17, 223; ich darf meiner schrift .. mit recht einen platz unter den moralischen büchern versprechen Schiller werke 2, 12; sie versprachen den briefen, die sie an ihre freunde schrieben, gleichfalls die unsterblichkeit Bode Montaigne (1793) 2, 205; ich verspräche gern diesem buche die liebe der Deutschen Hölderlin dichtung. 2, 66, 1 Litzmann; da [] man den conclusionen ohne prämissen sehr selten beyfall versprechen darf Göthe IV 26, 288 Weim. mit sächlichem subject: die ungewöhnliche freiheit, .. die kühne oft wilde schreibart, konnten meiner chronik keine lange dauer versprechen Schubart leben und gesinnungen 2, 10. I@A@4@bb) einem von einer person oder sache eine bestimmte aussicht oder erwartung erwecken: diese parlamenter von England leisten nicht, was man uns von ihnen .. verspricht Zimmermann v. d. nationalstolze (1758) 240; gib mir ein helleres licht über den wunderbaren mann, .. von dem du uns so viel versprichst Göthe 17, 134, 2 Weim. (Grosz-Cophta 1, 4). weiter verbreitet ist der reciproke gebrauch: sich viel dings von jemand versprechen Kramer it. dict. 2, 884b; sich viel von jemanden ver sprechen, viel von ihm hoffen Adelung. Campe. es berührt sich in der bedeutung mit sich versehen (sp. 1247ff.). dieses beginnt im 18. jh. abzusterben, jenes verbreitet sich zur selben zeit, so dasz sozusagen eines das andere ablöst. es taucht mit object im genetiv schon im 16. jh. auf: (Stauffacher) versprache sich keins andern, wann dasz er (Geszler) im mitlerzit sin husz, herberg, hab und gut nemmen werd Tschudi helvet. chronik 1, 253b. I@A@4@b@aα) sich von einer person etwas versprechen: dasz ich mir wenig von einem menschen verspreche, der bei der ersten leiche, die er sah, nichts fühlte Herder werke 5, 658; das duldet ihr, graf, von dem der könig sich alles versprach? Göthe 8, 188, 17 Weim. (Egmont I); was darf ich mir von euch versprechen? redet! mit welchem herzen kamet ihr hierher? Schiller 14, 27 (braut v. Messina 1, 315); seine wissens-begierde, seine gelehrigkeit gegen die rAethe der philosophen, das sanfte und ruhige in seinem ganzen betragen bertraf alles, was sich Dion von ihm versprochen hatte Wieland Agathon (1766) 2, 113; sie haben sich gewisz bey der abreise etwas von dem könig zu versprechen Lichtenberg briefe 1, 113. mit abhängigem satze: o glcke! dOerft ich mir von meinem sohn versprechen, dasz disz aufglimmend feur er sollte kOennen schwAechen Koenig ged. (1745) 377. das object ist durch ein substantiv näher bezeichnet: wie kannst du dir treue von einer buhlerinn versprechen Adelung; der beystand, den sich eine von der andern versprach d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 3; vielmehr verspreche ich mir eine belohnung von dem reichshofrathe Lessing schriften 3 13, 142, 30; wie pflag ich nicht vor dem auff deine treu zu pochen? was hab ich mir nicht stets vor gunst von dir versprochen? ged. v. Hoffmannswaldau u. anderen 2, 28 Neukirch; und willst du einem solchen ruh und glück, willst du von ihm wohl freude dir versprechen? Göthe 10, 224, 2934 Weim. (Tasso 5, 1); man kannte sie hinreichend, um sich hierauf keinerlei nachgiebigkeit von ihrer seite zu versprechen Ranke werke 4, 155. I@A@4@b@bβ) sich von einer sache etwas versprechen. das object ist allgemein bezeichnet: ich verspreche mir etwas von dieser unterredung Heyne; von einem entwurfe zwar versprech ich mir noch etwas Schiller 51, 135, 2845 (Karlos 2, 13); der, wenn er was verschenkt, sich nichts davon verspricht Stoppe Parnasz (1735) 293. mit abhängigem satz: ich kan mir selbst schon von dem inhalte dieser geschichte versprechen, dasz sie fr den leser ... anziehend genug seyn werde Bahrdt gesch. seines lebens (1790) 1, 2. das object ist substantivisch ausgedrückt: ich verspreche mir von dieser unternehmung viel nutzen Adelung. gut! aber welchen vortheil versprichst du dir von allem diesem? Göthe 17, 143, 23 Weim. (Grosz-Cophta 2, 2); wir haben gestern abends die mine springen lassen, und hat sie so ziemlich die wirkung gethan, die man sich von ihr versprechen können Lessing schriften 3 18, 445; weil er sich von der beredsamkeit derselben diejenige art von ergOezung versprach, die uns ein geschickter gaukler macht Wieland Agathon (1766) 2, 74; als die Seldwyler eine grosze aktienbrauerei anlegten, von der sie sich ein gewaltiges leben versprachen G. Keller werke 4, 219. [] I@A@4@b@gγ) eine andere angabe findet sich als die aussicht erweckende person oder sache. der grund der hoffnung wird angegeben: darob man sich ein groszes versprechen können Leibniz d. schriften 1, 329; viel versprach ich mir durch diesen besuch bei dem fräulein von Palden Hauff werke 2, 240, 34. der ort, an den sich die aussicht knüpft, ist erwähnt: man hat ursache .. sich einen baldigen und groszen fortgang in Kopenhagen zu versprechen Joh. E. Schlegel werke 3, 258; sie verliesz die strasze, indem sie sich ruhe und erquickung an dem frischen orte zu versprechen schien Göthe 24, 73, 15 Weim.; doch alles sey auf die guten stunden aufgespart, die ich mir neben ihnen verspreche IV 8, 366, 12. mit zeitbestimmung: nun, welchen lohn darfst du dir wohl versprechen nach deinen frechen ungezognen reden? Tieck schriften (1828) 1, 287. I@A@4@b@dδ) jede weitere angabe fehlt: versprich dir nicht zuviel glück Adelung; ich verspreche mir ihren beistand dazu Campe. ich betrachtete mit erstaunen die gewalt des göttlichen einflusses auf diese einfältigen menschen ... und so versprach ich mir auch die hülfe gottes Göthe 43, 358, 26 Weim.; diesem ... kränklichen manne, der sich nur noch wenige lebensjahre versprach Justi Winckelmann 1, 317. abweichend von dem sonstigen brauch ist das object eine person: der romanschreiber hat sich leser von verschiedenen stAenden, von verschiedenem geschlecht, von verschiedener denkungsart .. zu versprechen Miller Siegwart (1777) 1, 4. das object ist durch einen infinitivsatz gegeben: doch versprech' ich mir, sie heute noch einmal zu sehen Lessing 3 2, 291, 24 (Sara Sampson 2, 4). der infinitivsatz ist zu ergänzen: der erste konnte durch seine maschine das wasser nicht so hoch heben, wie er sich versprochen hatte Kaestner schriften (1755) 1, 41. I@A@4@b@eε) seltener liegt eine übertragung von persönlichem auf sächliches subject vor: aus diesem schlieszt sich leicht, was sich dein nahmenstag zum opfer dieses jahr von dir versprechen mag Günther ged. bei Steinbach 2, 642; was fr einen beyfall kann sich ein solches werk erst alsdann versprechen, wenn der verfasser die kunst .. besizt ... Wieland Agathon (1766) 1, 197; der geiz verspricht sich alles von seinen krAeften Möser werke 1, 132; dein stolz empfand genugthuung, — dein herz versprach sich hoffnung Schiller 52, 272, 2439 (Karlos 2, 15); alles ... steht gut, schön und ordentlich, es hat sich dauer zu versprechen Göthe IV 28, 121 Weim.; von dessen erreichung sich die praktische nautik zwar viel versprechen durfte A. v. Humboldt kosmos 2, 375. I@A@4@cc) etwas erwarten lassen, zu einer erwartung berechtigen. in der folge tritt die vorstellung des sprechens zurück, besonders bei sächlichem object. ganz vereinzelt schimmert in diesem falle die grundbedeutung von sprechen hindurch, 'laute von sich geben' (vgl. th. 10, 1, sp. 2798): mit wie leichtem herzensregen horchet ihr der glocke nicht, die mit zwölf bedächt'gen schlägen ruh und sicherheit verspricht! Göthe 2, 120, 28 Weim. auch persönliches subject läszt nur selten eine aussage erkennen: daher rhmt Horaz den Homer, dasz er richtiger ... anhebe, und nichts verspreche, was nicht zu zu seiner handlung gehOere (keine erwartungen erwecke) Dusch schriften (1758) 179. I@A@4@c@aα) trotz des persönlichen subjects ist die vorstellung des sprechens ausgeschaltet. die verbindung mit infinitivsatz erscheint uns zwangloser als mit substantivobject: der knabe verspricht etwas ordentliches zu werden Heyne; sie versprechen, ein ziemlich gebietrischer ehemann zu werden Lessing 3 2, 13, 24 (Misogyn 1, 4); Lydie, ein artiges mädchen, ... das gleich in ibrer ersten jugend reizend zu werden versprach Göthe 23, 47, 19 Weim.; im jahre 1514 wählte das capitel den markgrafen Albrecht auch deshalb, weil er dem stifte mit den kosten des palliums nicht beschwerlich zu werden versprach Ranke werke 1, 206. [] mit sächlichem object, besonders gern allgemein gehalten: wir rechnen uns zur schande ein versprechen nicht zu erfüllen, das wir mit dem munde gethan haben ... ein guter mensch verspricht durch seine gegenwart nur immer zu viel Göthe 23, 116, 5 Weim.; eine solche lage für ein kind, das wirklich etwas verspricht, ist traurig genug IV 19, 356, 16; von jeglichem August, von jedem Friederich der Sachsen eh beherrscht, verspricht er uns in sich König ged. (1745) 38; einen mann .., der schon damals versprach, was er hernach so rühmlich hielt Schubart leben u. gesinnungen 1, 180; er verspricht, von auszen wenigstens, alles gute Holtei erzähl. schriften 3, 184; warst a klug' menscherl und hast was saubers versprochen Anzengruber werke 8, 40. weniger zwanglos erscheint die verbindung mit substantivobject: erstere (mitschüler) versprechen äuszerlich zwar ein rechtschaffenes gemüth Schiller werke 1, 17; der kranke Feodor, der neben seinem wütherich von vater als blasser schatten zitterte, versprach kein langes leben Hebbel werke 6, 22 (Demetrius, vorspiel 10). kühn muthet uns die verbindung mit persönlichem object an: einen mann .., der gewiss einen eben so grossen und originellen mahler verspricht, als seine vorfahren tonkünstler gewesen sind Lessing schriften 3 18, 199; wir streiten nicht mit Romulus volk in seiner kindheit! wir streiten mit Romulus volk in seiner mannheit! das kind versprach, und hielt den blutigen, ruhmtrunkenen jüngling! der jüngling den welterobernden mann Klopstock werke (1806) 9, 209. I@A@4@c@bβ) dem persönlichen subject am nächsten steht ein sächliches, das eine anlage oder eigenheit der person bezeichnet: seine fähigkeiten versprechen einen groszen mann Adelung; Gustav Adolf .. offenbarte keine glänzenden anlagen und eigenschaften, doch solche, die einen treuen redlichen festen und arbeitsamen könig versprachen E. M. Arndt an s. l. Deutschen 1, 180. das object ist allgemein gehalten: dasz er weit mehr leistet, als sein äusserliches verspricht Rabener werke 6, 9; gut! das zittern deines antlitzes verspricht viel! Gerstenberg 259, 26 Hamel; ein junger mensch, dessen genie zur mahlerey viel versprach Abbt werke 2, 54 anm.; mir waren die .. augen .. zuwider gewesen, und auch jetzt noch schienen sie mir nichts gutes zu versprechen Storm werke 1, 75; ein andrer hat zwar viel geschicke, doch weil die miene nichts verspricht Gellert bei Adelung; Agathon halte in der nähe nicht, was sein ruhm ver spreche Wieland Agathon (1766) 2, 159. das object ist ein substantiv: ihr körper war gut gebaut, nur dass ihre glieder einen stärkeren wuchs versprachen, oder einen zurückgehaltenen ankündigten Göthe 21, 154, 4 Weim.; prinz, deine bildung, voll jugendlicher anmuth, verspricht ein sanftres gemüth Lessing 3 2, 356, 12 (Philotas 2); ein jeder zug (des gesichts) versprach mehr innre gaben noch Ramler fabellese (1783) 1, 118; wie gleicht dein edles herz dem himmlischen gesicht, das einen schönen geist beym ersten blick verspricht! Wieland werke I 1, 96 akad. ausg.; Födor war kinderlos, und keinen erben versprach der czarin unfruchtbarer schooss Schiller 152, 441 (Demetrius 1, 106). bei thieren: der elephant verbirgt mehr als tierischen verstand .. unter einem plumpen äuszeren wesen, das nicht den mindesten geist verspricht M. Mendelssohn bei Gökingk, Nicolais leben 186. auf die comödie übertragen: dabey das naturell und die beywohnende lust wider alle difficultæten das allerbeste mittel versprechen musz Weise comOedienprobe (1696) vorrede b 9. mit infinitivsatz: mit ... grossen schwarzen augen, die jetzt noch nichts sagten, aber einst viel zu sagen versprachen Pfeffel pros. versuche (1810) 1, 140; die angebohrne lebhaftigkeit des recens. verspricht dem dithyrambendichter scharf zuzusetzen Herder werke 1, 308; [] dein gtigseyn verspricht ja noch mir nicht die strafe beyzulegen Stoppe Parnasz (1735) 33. I@A@4@c@gγ) das geschick, das leben, die sitte, eine lage werden von persönlichem einflusz auf das menschliche leben gedacht: du erfuhrst noch nicht, dasz der schmerz sich oft zu wollust heuchelt, und die hoffnung stets zu viel verspricht Wieland werke (1794) 9, 306; wem haben wir versaget, was sitt und recht versprach? A. Gryphius Leo 2, 1, 68 (44 Palm). häufiger mit dativ der betheiligten person: die vorsicht verspricht euch ein zAertlich vergngen Günther bei Steinbach 2, 642; Melina bedauerte, dasz die schwächliche gesundheit Aureliens ihr kein langes leben verspreche Göthe 22, 248, 25 Weim.; er fühlte sich zu unglücklich in seiner militärischen lage, als dass er bedacht hätte, dasz jede andere ... ihm noch weniger glück verspricht Moltke schriften 4, 13. mit allgemeinem object: dies ist eine vornehme rede, welche spricht: 'was uns das leben verspricht, das wollen wir — dem leben halten!' Nietzsche werke (1904) 6, 292 (Zarathustra 3). I@A@4@c@dδ) eine äuszerung, ein anlasz, eine unternehmung, eine thatsache usw. berechtigen zu gewissen erwartungen: der anschein verspricht nicht viel Adelung; am Melo kannst du sehn, was dir dein rath verspricht Gottsched deutsche schaubühne 4, 27; der französische ausdruck verspricht mehr, als er leistet Bode Yorick (1768) 1, 132; gleich die ersten unterredungen ... versprachen nicht viel Häusser deutsche geschichte 4, 250. substantivobject: aber ich habe projecte, die noch schneller und sicherer guten erfolg versprechen Göthe 45, 132, 5 Weim.; und da dies grosze thema so viel aussichten in die psychologie und naturordnung des menschlichen geschlechts .. verspricht — wer wollte sich nicht daran versuchen? Herder werke 5, 21; daher steht an der spitze jeder wissenschaft ein begriff, durch welchen sie eine .. erkenntnisz in abstracto verspricht Schopenhauer werke 1, 105; der anfall verspricht mir aber für die zukunft nicht viel gutes und keine lange zweite ehe Herwegh briefe 36. mit infinitivsatz: der einfall, den sie hatten, ... war der sinnreichste von der welt, der uns am geschwindesten zu unserm zwecke zu führen versprach Lessing 3 2, 12, 12 (Misogyn 1, 4); ist sie fähig, den schein wegzuwerfen, so war sie es noch mehr, die that zu thun, die verborgen zu bleiben versprach Ludwig schriften 5, 403. I@A@4@c@eε) von gegenständen gebraucht: der barometer verspricht gutes wetter Paul; doch mancher siegeskranz von deiner tapfern faust verspricht ihm neuen glanz Koenig ged. (1745) 163; ein wandersmann sieht) einen tempel vor sich liegen, der dem geblendeten gesicht ein achtes wunderwerk verspricht Pfeffel poet. versuche (1812) 1, 14; ein grosses waitzenbrodt lag mitten auf dem tische, und ein weinkrug, an jedem ende desselben, versprach freude, alle absAetze der mahlzeit hindurch Bode Yorick (1768) 2, 151; die flasche verspricht alles mögliche gute Fontane werke I 5, 195. mit folgendem infinitiv: weil die linie verspricht, eine lukrative zu sein Moltke schriften 7, 34; ein grasgrüner ofen verspricht im winter gute dienste zu leisten L. Steub drei sommer in Tirol (1895) 2, 189. I@A@4@c@zζ) besonders beliebt bei naturerscheinungen: diese witterung verspricht eine reiche ernte Adelung; die obstbäume .. versprachen .. eine gute ernte Gutzkow ritter vom geist 1, 35; da nebel mir die welt verhüllten, die knospe wunder noch versprach, da ich die tausend blumen brach, die alle thäler reichlich füllten Göthe 14, 14, 189 Weim. (Faust, vorspiel); die auf zahlreiche nelkenstöcke verwendete sorgfalt versprach den mannichfaltigsten flor, ... und wie manche laube versprach nicht zunächst mit geisblatt, jasmin, [] reben- und rankenartigen gewächsen zu prangen und zu schatten 25, 46, 10; ein frischer .. schnee versprach eine rasche und prächtige fahrt Fontane werke I 2, 3; es glich dies gefühl dem streifen abendroth, der am trüben himmel einen doch vielleicht erträglichen morgen und tag verspricht Holtei erzähl. schriften 2, 87; weil der blanke himmel eine kühle nacht versprach Stifter werke 3, 289; des morgens hat der himmel wenig versprochen mit seinen nebeltrüben augen Rosegger waldschulmeister 111. mit infinitiv: die vier letzten monate .. des jahrs versprechen für Weimar sehr lebhaft ... zu seyn Göthe IV 22, 118, 17 Weim.; um .. die dem aufgang der sonne voreilende Venus, welche eben heute in ihrem vollendeten glanze zu erscheinen verspräche, zu schauen und zu begrüszen I 24, 184, 20. I@A@4@c@hη) bei naturanlagen: der boden .. giebt .. reichen ertrag und würde europäischen pflanzern den grössten gewinn versprechen Ritter erdkunde 1, 319; eine menge täler und einschnitte .. versprachen eine reiche zuflucht für fortwährende streifereien G. Keller werke 1, 202. mit infinitivsatz: (er) begab sich auf den weg, der ihn vor andern ans ziel zu führen versprach Göthe 25, 63, 8 Weim.; was die lage ... jeder gegend fr waaren am leichtesten und wohlfeilsten zu zeugen versprAechen A. v. Haller Usong (1771) 109. I@A@4@c@thθ) bei allgemeinem hinweise auf den inhalt eines satzes ist das subject neutral: so versprach es besseres als die menschen den blick erhoben, um im gestirnten himmel die unbekannten urheber zu suchen Peschel völkerkunde 264; einer seiner romane heiszt beispielsweise der 'bauch von Paris'. ah, sagte Phemi. sehr interessant. das verspricht etwas Fontane werke I 4, 65; doch wann du mich nur zu meinem zwecke bringst! — der anfang verspricht es Lessing 3 2, 325, 4 (Sara Sampson 4, 5). durch auslassung des objects entsteht eine absolute form: Narbonne. ich liebe dieses feuer an einem jungen kriegsmann. Selicour. o allerdings, das verspricht! Schiller 14, 245 (parasit 4, 3); ich denke, wir werden hier eine gute campagne machen. der anfang verspricht Klinger werke 1, 106. I@BB. versprechen in befürwortendem sinne gehört der mittelalterlichen rechtsprache, und zwar vorzugsweise der oberdeutschen, an und ist heute abgestorben. seine grundform weist das präfix in der dem goth. faur- entsprechenden form auf; ahd. furi-sprëchan, mhd. vürsprëchen, vgl. sp. 1449 abschnitt 3. versprechen saepe usurpatur pro vorsprechen, fürsprechen Haltaus 1895. ahd. far-sprëchan 'defendere, loqui pro' steht neben furi-sprëchan 'defendere, satisfacere pro' Graff sprachschatz 6, 378 ff.; defendere furispréchan Steinmeyer-Sievers gloss. 2, 332, 38. im altengl. ist für das verb. eine entsprechende bedeutung zu erschlieszen aus dem substantivum forspeca, -spreca, advocatus, patronus Bosworth-Toller 318ab, für das altnord. aus forsprakari, talsmand Fritzner ordbog 1, 462a. im mittel- und niederdeutschen ist dieser gebrauch selten. die sprache Luthers kennt in diesem sinne nur vertreten, und das Basler neue testament von 1523 erklärt das vertritt der Lutherbibel durch das oberdeutsche verspricht, verweset Frommanns zeitschrift 6, 44. die älteren wörterbücher kennen versprechen in dieser bedeutung selten: verspreken, fideiubere, stipulari, excusare Kilian (1599) 604b; einen versprechen, verantworten, excusare, defendere .. patrocinari alicui Dentzler 312b; sich oder einen andern versprechen, verba facere pro se vel alio, verbis et patrocinio se vel alium defendere in iudicio vel extra Haltaus 1895; versprechen einen, für einen sprechen, ihn als schützling, untergebenen gegen andere vertreten Schmeller 2 2, 698. — für einen oder etwas sprechen, bürgen, eintreten; einen oder etwas vertreten, vertheidigen, verantworten, entschuldigen. I@B@11) intransitiv. absolut: chain frau hat nicht gewalt ân irs mans willen weder ze versetzen, noch ze versprechen (bürgen), denn umb drei kreutzer tirol. weisthümer 41, 261, 29. I@B@1@aa) gewöhnlich für einen: welche die vor für einander versprochen hetten, die sullen .. verhaft sein d. städtechronik. 2, 498, 14; vier erber pürgen, vier edel, die versprachen [] fur in also: wär, daʒ sich I. A. nit stalte, so solten si behaft sin fur in zuo antwurten oder aber zwelfhundert gulden fur in 4, 103, 9; do wier morgens zum thor kamen, wolt man uns nit inlassen, wier hettend den ein brgen in der stat, den wir kandtend ... der kam, versprach für uns, do liesz man uns in Th. Platter 25 Boos. seltener steht um: niemand soll kainen unbekannten menschen lenger wann ain nacht beherbergen, er wisze umb in zu versprechen, und umb in antwort ze geben tirol. weisthümer 2, 368, 27. I@B@1@bb) für etwas: seytmal ir mir do für versprecht es nicht sünde sey (die wahrheit zu sagen) so will ich euch es sagen Arigo decamerone 23, 14 Keller. I@B@1@cc) auch dativ der person oder sache, für die gebürgt wird, ist nicht häufig: einem versprechen, sich durch sein sprechen fr ihn verwenden, fr ihn sprechen, ihn vertheidigen Campe. diu werch der erbermherzechait .. fürsprechent dem menschen d. predigten 1, 60 Grieshaber; .. sullen die burger gemainlich zu Auspurg den selben iren weiben und kinden .., fürbaʒ weder versprechen, hawsen noch hofen d. städtechronik. 4, 181, 27; für bezeichnet gegen: sag deiner frawen künigin, ich wöll jr für schaden versprechen Octavian volksbuch (1675) C 1. mit doppeltem dativ: doch versprecht ir mir in dem handel dem gaul für die verbotten wandel, dasz er nit sey reudig noch rützig, auch nit haarschlecht, stetig noch stützig H. Sachs werke 17, 425, 5 Keller-Götze. I@B@22) mit accus. der person, einen vertheidigen. dieser gebrauch lebt noch im schweiz. und schwäb.: verantworten Stalder 2, 386; entschuldigen zeitschr. f. d. mundarten 2, 311; einen wegen nichterscheinens entschuldigen, für einen andern eine erlaubnisz nachsuchen Fischer 2, 1346; Aenneli ... fing an den Felix zu versprechen: er hätte es sicherlich nicht so bös gemeint Gotthelf schriften 20, 353. I@B@2@aa) ohne weiteren zusatz schon ahd.: mít uuélero uertrôstedo ... íh fersprâche tîe únscúlde, defenderim innocentiam Notker schriften 1, 33, 15 Piper; deta éiner thes tho rédina, firspráh thie selbun thégana Otfrid 3, 12, 23; (gott könnte seine engel senden) thaʒ síe mich hiar firspráchin jóh mih sar giráchin, irrétitin mit suérton úʒar iro hánton 4, 17, 19; mhd. der künec Artûs mit einer wide woltʒ gerne hân gerochen, het ich dich niht versprochen Wolfram Parzival 524, 30; ich verspreche se (die frau) als ich sol. sô gezimt doch verre baʒ daʒ ich alsô tôt lige dan ich sô grôʒ unreht verswige Konrad Fleck Flore 4567. rechtsquellen: gereisige und fuszknechte, die nicht herren haben, die sie versprechen oder versolden bair. landtagshandl. bei Schmeller 2 2, 699; wan kain edelmann sie, er msse ainen herren haben, der in verspreche schwäb. quelle bei Fischer 2, 1345; was von freileiten under dem gotzhaus sind geborn, die sol ain jeder brobst und amptmann versprechen österr. weisthümer 6, 269, 4; die aigen leut, die sie wider edel und unedel aufnemen umb järlich zinse zu versprechen d. städtechronik. 5, 300, 2; er klagt seiner gemahl die liderlichkait von iren sönen ... aber sie versprach die jungen, so best sie mocht Zimmer. chronik 2, 430, 14. nhd. wie aber der papst desz inen ward (dasz der kaiser ihn wegen mordes zur rechenschaft ziehen wolle), schicket er .. sein bottschafft zum keyser, jn (sich) zuversprechen Stumpf Schwytzerchronik (1606) 1, 232b; noch darff ich der schmach keine rechen. so thut auch niemandt mich versprechen. muss auch sommer und winter wandern H. Sachs werke 9, 9, 14 Keller; versprachest sy, sy wisztens nit, darumb du thetst ein früntlich bit, das ins der vatter nach solt lon, die dir das lemmen hetten thon Murner narrenbeschwörung 31, 56 neudr.; welchs doch Cardanus widerficht sie wie ein hundsfürsprech verspricht Fischart Flöhhaz 66, 58 neudr.; [] solt ich min fründ erst nit versprAechen, so jr jm alle schand vftrAechen? Manuel weinspiel 621 neudr.; wer er unschuldig gewesen, ob er gleich gefangen worden, hett er sich noch selb entschuldigen künnen; sie het ihn nit dörffen versprechen Frey gartengesellschaft 113, 16 Bolte. I@B@2@bb) mit synonymen verben: da süllen wir si versprechen und fürstan Ulmer quelle v. 1337 bei Fischer 2, 1345; soellent .. sy allerweg verston, vertretten und versprechen ebd. (a. 1370); die von unsern und des reichs wegen halten, versprechen, schüczen und schewren d. städtechronik. 1, 119, 33; darnach hat der Radawer die von Augspurg verantwort und versprochen, so er pest mocht 5, 328, 16. I@B@2@cc) angegeben wird das mittel, womit man für einen eintritt: swer mir daʒ hilfet rechen, den wil ich versprechen mit lten und mit lande Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 6300; sint daʒ er sie mit ritterschaft het versprochen unt wær worden sigehaft, sô het in wol behabt die kiusche reine Lohengrin 2259 Rückert. I@B@2@dd) die angelegenheit, in der man ihn beschützt: lihet ein herre ein guot einem man ze lehen, .. der herre sol den man versprechen an dem guote schwäb. quelle bei Fischer 2, 1345; ob ewern gn. yendert anders von uns fürpracht und gesagt würde .. daʒ uns denn ewer fürstl. gn. darinne versprechen d. städtechronik. 5, 341, 32. vertretung in der taufe: eyn wuocherer ist gar ein wicht vnd hat nit adels namen. wan man daʒ vint daʒ er keyn kint mag in den dauff versprechen Muskatblut 76, 42 Groote. die wendung das taufkind versprechen wird von den paten im schwäb. dialekt noch gebraucht Fischer 2, 1346. I@B@2@ee) vor, bei, gegen zur bezeichnung des andern theils: daʒ er uns dâ bescirme und uerspreche uor dem obrosten rihtære speculum ecclesiœ 126 Kelle; (sie) paten .. vor dem bapst .. sie darumb zuo versprechen d. städtechronik. 22, 106, 1; deszgeleichen da er (Cicero) vor dem Cesare, den Quintum Ligarium, vnd den knig Deiotarum versprach Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 15a; daʒ sy vns als jre ellende todliche mitglide bey got verspreche vnnd befüder auch gnad erwerbe Berthold v. Chiemsee theologey 600 Reithmeyer; ob wir im hettn gethan zu viel, wolt das unser thorheit zu-rechen und uns all gar trewlich versprechen bey alten, frummen, erbern frawen H. Sachs werke 14, 58, 29 Keller-Götze; ich hab verloren meinen herren, der mich genädiklichen an sach und mich gen Martha versprach Tirol. passionspiele 144 Wackernell; wie der herr Mariam Magdalenam gegen der Martha versprach Keisersberg bei Schmeller 2 2, 699; aber in zeitlichen versprechent und beschirment sie ein hochweiser rat gegen der welt d. städtechronik. 3, 92, 12; da baden sie in auch, das er die stat versprach gen dem babst 22, 503, 18; den en schal neyn kopman vorspreken eder vordeghedingen weder den meynen kopman mnd. quelle v. 1389 bei Schiller-Lübben 5, 456b. mit für (als): swelhe burger hin auʒ fert auʒ der stat mit weibe und mit kinden ane urlaubt, so sol man in furbas für einen burger niht versprechen Nürnberg. polizeiordn. 14 Baader. I@B@2@ff) mit genetiv der sache, deretwegen man für einen eintritt; einen von einem fehl lossprechen: ahd. uuîo Boetius .. uuás incusans fortunam únde sia philosophia dés ferspráh Notker 1, 225, 21 Piper; Artus iach waʒ solt ich an im rechen. ich weiʒ an im die trewe, daʒ ich in aller wandel muʒ versprechen jüng. Titurel 1413, 4 Hahn; der wirt sprach: der wandel und brechen thu ich euch meinen gaul versprechen (var. frey ledig sprechen); iedoch ich euch hie nicht verhel, der gaul hat einen kleinen fehl H. Sachs werke 17, 425, 10 Keller-Götze. ein nebensatz giebt an, von welcher schuld man losgesprochen werden soll: [] wie wiltu dich versprechen lan, das du das übel hast gestifft Murner narrenbeschwörung 139, 87 neudr. I@B@33) mit accus. der sache: für etwas eintreten, etwas verantworten. I@B@3@aa) für ein besitzthum eintreten: reich, stadt, hof, gut, pfand, leib, ehre; als man den künic kiuset, so sol er .. sweren ... daʒ er daʒ reht sterke ... und daʒ riche verspreche an sinem rehte schwabenspiegel 101, 1; das du den ... abte sein leib, sein leuthe, sein ehre vnd sein guthe seines gotteshausz, schirmest, versprechest, verantwortest, vnd ihm beholffen seyst gegen allermanniglichen erlasz kaiser Ludwigs a. 1333 bei Haltaus 1896; ob wir ... in ir pfand und sAetzze nit vertegotind oder versprAechen nach dem rehten schwäb. quelle v. 1384 bei Fischer 2, 1345; muoʒ ich dir dienstlich undertênig wesen, lieb, so versprich din eigen, hilf, lieb, mit lieb vor leide mir genesen Hadamar die jagd 43 Schmeller. I@B@3@bb) für andere dinge eintreten: vil lassen sich mit gelt bestechen, dasz sie desz reichen sach versprechen (als sachwalter) H. Sachs werke 19, 31, 13 Götze; die manheit musz ich hie versprechen noch tüglicher zum regiment, weil wir kün und groszmütig send 4, 10, 39 Keller; und des guten, frommen Aventini buch auch tapfere patronos und autores hette, die es vertretten, versprechen und .. verteidingen könten Aventinus werke 1, 302, 15 Lexer. I@B@3@cc) für eine handlung eintreten: vnd welcher ein sOelichen esel verkauffen wOellen, der hat ... guoten glauben versprechen mssen, dass er kein mangel wüsse Gesner-Forer thierbuch (1563) 42v; swâ sô ich versprechen sol mîns herren laster unde mich, entriuwen, daʒ verspriche ich Gottfried Tristan 15480; nun ist aber vnser meinung gar nie gewesen, von dissen miszbrüchen zuo reden sie zuo versprechen, oder in einicherlei weg vnsz der selben zuo beladen, dan allein waʒ vnseren glauben berüren mOecht Murner a. d. adel 34 neudr.; nit lern dyn kindt das wider spil, es ist mit dyner sündt zuo vil, vnd kanst die dyn versprechen nit; wes lerstu dann dyn kindt damit? narrenbeschwörung 168, 19 neudr.; de koning wart thornich up dat kynt unde he wolde dat laten doden, doch so wart dat vorsproken, dat it were eyn kynt unde it hedde dat ghedan van kyntheit mnd. quelle bei Schiller-Lübben wb. 5, 456b. wie schon dieses versprechen etwas neigung zu negativem sinne zeigt (vgl. sp. 1449 abschnitt 4), so noch deutlicher ein mnd. vorspreken 'verzeihen': olt schande dicke wert vorsproken unde olt schade ôk ein dêl darmede Gerhard v. Minden fabeln 99, 30; deme wulwe ruweden sine sunde, unde up dat he gnade vunde ... unde uppe dat al vorsproken worde, wat he ovels jo begink ... so wolde he dat vlêsch vorloven 57, 4. I@B@44) festgewordene redewendungen der rechtsprache, die auf 2 und 3 zurückgehen: etwas zu versprechen auf sich neMen, patrocinium rei suscipere; das stehet mir zu versprechen, hoc fidei meae custodiaeque est commissum Dentzler 312b; Haltaus 1896; Fischer 2, 1346. I@B@4@aa) von personen, über die ein herr die patronatsrechte ausübt: die (pauren) von der Loe die waren des mals mein zu versprechen d. städtechronik. 2, 20, 3; wöllen .. ewer durchleuchtigkeit, der ewern und aller der, so euch zu versprechen und zu vertädingen steen, veind sein 5, 248 anm. 1; den alhiesigen armen leiten die leibaigenschaft keineswegs abzuthon gleichwol .. sich die jenige, so proprie dem rat alhie zu versprechen stehen, albereit alle für freye leut hinbringen quellen zur gesch. des bauernkrieges 310 Baumann. I@B@4@bb) von gütern: das closter Herren Alb, das dem reich zu versprechen staet, quod est immediate in patrocinio ac tutela imperii Haltaus 1896 (a. 1408); [] die jungkfraw stet mir zu versprechen H. Sachs werke 2, 7, 21 Keller. I@B@55) reflexiver gebrauch. ungewöhnlich ist sich versprechen für einen, fidejubere, appromittere Dentzler 312b, sich für einen verbürgen; vielmehr sonst durchaus üblich: sich rechtfertigen, entschuldigen. schon ahd.: fraget ínan es in wár; er hábet ju thaʒ áltar, thaʒ er in thésen thingon firspréchan mag sih sélbon Otfrid 3, 20, 94; mhd. der eine chod, hâti gechoufet ein dorf vile guot, er muose daʒ bescouwen, pat sich firsprechen genesis, fundgruben 81, 15. auch hier tritt die neigung zu negativem sinne hervor, besonders in der verbindung mit genetiv (vgl. 2f): dieweyl er sich desz alls verspricht (nimmer than, ist die beste busz!) ... darumb vergebt, das ist mein rhat, weyl noch nichts ubels ist geschehen H. Sachs werke 17, 77, 34 Kèller-Götze; vertritt dein sach selbs, versprich dich, actutum partes defendas tuas Maaler 436a; do sind unser leut fürgestanden und haben sich versprochen .. und ir unschuld erpotten laut d. städtechronik. 22, 205, 12; sie wainet und gehueb sich übel, versprach sich, so böst sie mocht, aber es wolt nit helfen Zimmer. chronik 4, 302, 17; und ruoftend im (herzog Friedrich) ze drymalen, ob er sich versprechen wölti oder ieman anders von sinen wegen Richental chronik des Constanzer concils 101; gefordert sich zuo versprechen, kont ers nit Seb. Franck chronicon Germaniae (1538) 73; so sich aber Esopus von trägi wegen syner zungen nit kan versprechen, so würt er geschlagen Steinhöwel Äsop 39 Österley; daʒ vns vwer vffrierigs fürnemmen wider den bapst nit würd bewegen, er hab sich dan vor versprochen vnd sey zuo verhOere kummen Murner a. d. adel 38 neudr.; so du, herr, wilt die sünde rechen, ach herr, wie kan ich mich versprechen? H. Sachs werke 18, 496, 1 Keller-Götze; littend jr dise schand vnd schmach vnd wOeltend jr üch nit versprAechen, wltends aber wir buwren rAechen Manuel weinspiel v. 2266 neudr. mit synonymen verben: S. Paulus hat auch da wider den kluogen reder Tertullum sich selbs gar vernünfftigklich entschuldiget vnd versprochen Seb. Franck weltbuch (1534) 225b; do der herr sich versprochen vnd verantwurtet hatt Keisersberg postill (1522) 2, 54. mit abhängigem satz: der edelman versprach sich: er hette das pferd nicht hinweg gefhret, es were so hartmAeulig, es hette jhn hinweg gefhret Zinkgref apophthegmata (1628) 1, 129; die fraw versprach sich, sie wolt alwegen unschuldig sein Pauli schimpf (Augsburg 1536) 41b; wan man sie etwas hayszt, so versprechen sie sich, vnd sprechen, man solt es ein andern hayssen 68b. mit präpos. angabe vor, gegen: und ist keir nit, der das betracht, wie er sich well vor gott versprächen Ruff Etter Heini 239 Kottinger; wie wollen wir uns da .... für Christo versprechen? Gretter erklärung d. ep. Pauli a. d. Römer (1566) 816; liessen sy ... ir unschuld aufschlachen im reich, versprachen sich gegen menicklich, das sy weder wort, noch werck umb solliche büntnus westen quellen z. gesch. des bauernkriegs 144 Baumann. um giebt den grund an: das er denselben hertzog Fridrichen umb diss sach laden solt für sin römisch gericht, sich allda umb aller sachen zuo versprechen Richental chronik des Constanzer concils 63. I@CC. versprechen 'in anspruch nehmen, mit beschlag belegen' steht A nahe. an stelle der in die zukunft weisenden verpflichtung tritt die forderung. auch die beziehung zu B ist enge: ein gut versprechen mag ursprünglich den sinn haben 'die mit dem lehen verknüpften pflichten übernehmen'. dieser gebrauch fehlt in der literatur und gehört ausschlieszlich der rechtsprache des späteren mittelalters an, ist also lange erloschen. I@C@11) ein gut in anspruch nehmen: kumet iener für ... und verstêt sin gut, also daʒ er sprichet: herre, ich bin hie, und verspriche min gut, als min reht ist: so so hat er rehte gewer dar an schwabenspiegel 178, 2; als [] der knecht kumet ze vierzehen iaren und diu maget ze zwelf iaren, so sint si ze ir tagen komen, so versprechent si ir gut wol 292, 2; si mag ir gut mit rechte wol versprechen unde behalden kulm. recht 5, 58; nene vnmundighe vrouwe mach vorspreken ere gudt sunder erer negesten vulbordt lübisches recht 292, anm. 11. I@C@22) eine anderweitige forderung geltend machen: swilich man heit recht eigen in dirri stad unde daʒ in gewalt unde gewerin jâr unde tac unvirsprochin vor den lûten di innewendic landis sên, inhabin uʒ (eʒ) di nicht virsprochin bin êmi jâre unde bin êmi tage, sô habin su uri vorderunge virlorn Mühlh. rechtsbuch 38, 5; daʒ gelt mag nîmant vorsprechen vor dem tage kulmisches recht 3, 120; sîn gut wart meistic undertân den burgen, die sich râchen und den zins versprâchen mit rechte und mit gewalde Marienlegenden 29, 30 Pfeiffer. I@C@33) mit beschlag belegen: arestare vel arrestare, anfertigin, vel bekommern, eyn ding, czu vorsprechin mit rechte ostmitteldeutsches glossar IV f 83, 254ra (kgl. bibl. Breslau); kauffet ein man diubik gut .. unde setzet daʒ an die iuden erremals, e manʒ in siner gewalt verspreche Augsburg. quelle bei Fischer 2, 1346. gewöhnlich mit dativ der person: welch man ouch beseʒʒen ist in Vrîberc, deme mac des sînen nîmant nicht verbîten noch versprechen Freiberg. recht 168; hod denn der richter seynen knecht dor czu gelegin, das dem erbarn manne das pferd mit gerichte vorsprochen ist (paulo ante: verkummert) quelle bei Haltaus 1895. I@C@44) einen festnehmen, verhaften: einen diep versprechen mit gerihte Mühlh. rechtsbuch 36, 30. I@C@55) in anderem sinne, einen in anspruch nehmen, fordern: dasz der Zwingli nach unser beyder verhörten disputation ... fest und ungeweigert blyben wölle, und nit thüge wie Martinus Luther, darinn die von Paris als richter .. versprochen hat. als aber die von Paris wider ihn declariert und erkennt, wollt er ihrem urtheil nit anhängig syn Anshelm Berner chronik 6, 242. IIII. versprechen in negativem sinne. über die berührung mit I s. sp. 1449, abschnitt 4. der negative sinn tritt am schärfsten hervor in der seltenen reflexiven wendung: ahd. unsih firperames, unsih firsprehhames, unsih firsprehhimes, parcamus (ab otioso sermone) Steinmeyer-Sievers gloss. 2, 277, 19; Graff sprachschatz 6, 379; mhd. sich versprëchen, sich des sprechens enthalten Lexer hdwb. 3, 247. II@AA. in abrede stellen, verleugnen, verweigern, zurückweisen, aufgeben. vgl. altengl. forspecan, frustra dicere, negare Bosworth-Toller 318a. ahd. prohibere, abnuere, renuntiare, repudiare Graff sprachschatz 6, 378; firsprach, abnuit Steinmeyer-Sievers gloss. 4, 27, 27; 128, 6; 166, 17; ni firsprach, non abnui 1, 441, 8; uirsprahsih, firsprach, widirsprah, renuntiavit 1, 545, 18. ndl. verspreken, refellere Kilian (1599) 604b. älter nhd. vorsprechen, mit worten von sich ablehnen Frisch 2, 307a; negare, denegare, contradicere, verbis vel ipso facto repellere; iudicialiter denegare, prohibere, interdicere Haltaus 1894 ff. Campe. Schmeller 2 2, 698. Staub-Tobler 1, 907. Fischer 2, 1346. bei allen als veraltet angeführt. II@A@11) in abrede stellen, verleugnen, widerrufen. II@A@1@aa) mit persönlichem object: mîn wol verfluchte zunge, die mînen got versprochen hât, sol nimmer vallen ûf den rât daʒ ich sie ouch verspreche Marienlegenden 218, 199 Peiffer; do in (Petrus) der stein der vorchte drucken wolde in ungemach, wand er Christum versprach passional 431, 26 Köpke; Parzivâl zuo sîm bruoder dô sprach 'wiltu die muomen mîn haben, al die gote dîn muostu durch si versprechen ..' Wolfram Parzival 816, 27. II@A@1@bb) mit sächlichem object: ahd. thie ungilóubige thie ábohont iʒ álle firspréchent io zi nóti thio wúntarlichun dati Otfrid 1, 15, 44; [] mhd. swie daʒ ir schepfær ræche, die nôt ich niht verspræche, daʒ Brôbarzære frouwen lîp mit ir hulden wær mîn wîp Wolfram Parzival 219, 30; sus was da mæniger, der an Crist gelovben heinliche iach, unde eʒ doch berlût versprach, ze liebe dem herren sin Barlaam 343, 38 Pfeiffer; vnd klagt da an Hug Kamben .. vnd sprach, der sumti si an etlichen gütern dera si ze erb kommen wär ... desz stalt sich derselb ... mit einem fürsprechen, vnd sprach, er welte das versprechen quelle v. 1374 bei Haltaus 1896; meinstu (Luther) es (unser nachgeben) aber in etlichen myszbrüchen, vnd beschwerden so der bapst vnd sein hoff sOellent wider recht thuon, das kinnent wir nit versprechen dan wir sein weder bericht haben noch beuelhe Murner a. d. adel 28 neudr.; het auch mein arbayt ein gebrechen, mit lügen kund ichs bald versprechen H. Sachs fabeln 1, 98, 43 Götze. II@A@1@cc) mit abhängigem satz: dat Diderik min vrund si, vorspreke ik nicht; ik mach an des nicht vorseggen, sint ik sin suster hebbe d. städtechronik. 7, 14, 7. die fähigkeit absprechen: mein heyllosz weib mir da verspricht, ich wisz kein weib zu halten nicht H. Sachs 17, 129, 18 Keller-Götze. II@A@22) etwas verweigern, abschlagen. das object ist stets sächlich: ahd. óbaʒ, theih hiar fóra quad, thaʒ er mo hárto firspráh: hárto sageta er imo tháʒ, thaʒ er mo bórgeti thiu baʒ, joh mit thráwon thuruh nót iʒ filu wásso firbot Otfrid 2, 6, 4 mhd. der (rôsen) wart mir ein krenzel ûf daʒ houbet mîn: daʒ hét ê diu líebe vil dícke verspróchen Neidhart v. Reuenthal XXVIII 15 Haupt; und wil sich ouch ein frie ze eigen geben, daʒ versprechent wol sine mage von vater und von muter und als si eʒ einest widerredent, so enmac er sich nimer mer ze eigen geben schwabenspiegel 242, 2; swer sîne rechten bûʒe verspricht vor gerichte, der en hât cheine bûʒe mê sachsenspiegel 2, 6, 1; des racten si alle ir hende unt lobeten, swaʒ sô er si reden pæte, daʒ si des niene verspræchen kaiserchronik 11771 Schröder. mit dativ der person: wie wære uns andern liuten sô geschehen, solt wir im alle sînes willen jehen? ich bin der imeʒ versprechen muoʒ Walther v. d. Vogelweide 111, 29 Lachmann. mit nebensatz: welt ir mir Hagen einen ze einem gîsel geben, sone wil ich niht versprechen ichen welle iuch lâʒen leben: wan ir sît mîne brüeder unde einer muoter kint Nibelungenlied 2041, 2 Lachmann. den doppelsinn von versprechen (I A: II A) benutzt Logau zu einem geistreichen wortspiel: Clausus hält, was er verspricht, gibt es nun und nimmer nicht sinnged. 565 Eitner. II@A@33) von sich weisen, verschmähen, verwerfen. II@A@3@aa) mit persönlichem object: mhd. sit mich, sprach er, min vater hat nach sines argen willen rat versprochen durch der werlde gut ... so wis min vater du durch got passional 517, 89 Köpke; davon verspriche ich alle man und wil ein vrîgeʒ leben hân Boner edelstein 58, 37; doch sô was gelücke und Sîfrides heil, daʒ si in versprechen wolde aldâ niht zehant Nibelungenlied 569, 3 Lachmann; do versprach sü den keiser durch got, wande sü küsche wolte bliben d. städtechronik. 8, 148, 19; mnd. to wiwe ne rochte ic din nicht, wane dat du mic versprakest unde schandest unde minen broder namest 2, 140, 17; (wenn einem handwerker wegen verdachtes unechter geburt die aufnahme in eine innung abgeschlagen ist) of he heft to sek twene bederve man, de mit eme sweret, dat he echt gheboren si .. so scolden se ene nicht verspreken Goslarer quelle bei Schiller-lübben 5, 457b. nhd. ganz [] vereinzelt: gott sandte einen bösen willen zwischen Abi Melech vnd den mennern zu Sichem. denn die menner zu Sichem versprachen Abi Melech (sagten ihm treue und gehorsam auf) richter 9, 22. mit wortspiel: auff seine erzrnte buhlschafft. die barbarey hab' ich, mich Barbara, versprochen: gar recht hat Barbara die barbarey gebrochen Opitz ged. (1690) 2, 434. II@A@3@bb) mit sächlichem object. gaben und güter: den boten rîche gâbe man dô für truoc: der het in ze gebene Gunther genuoc: die wolden niht versprechen die Liudgêres man Nibelungenlied 165, 3 Lachmann; ir enwellent iuwer meisterschaft und iuwer reht ouch brechen und dar zuo versprechen beidiu mîn silber und mîn golt Hartm. v. Aue armer Heinrich 211; sOeliches guotes wins, den ain ieglich ersam man nit versprechen mag schwäb. quelle v. 1381 bei Fischer 2, 1348. nhd. drumb ist es nicht die meynung, wenn man solche kleider verspricht, als mOechten sie nun kein hemde mehr waschen laszen Weise erznarren 33 neudr.; und ist das der pfennig vermaszgot wirt und ist, so sol yn der mensch weschen und lútern in dem .. bluot Jesu Christi, so mag yn der vatter nit versprechen der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 195b; den stein, den di pauwer versprachen, dirr ist gemacht in den haubt deʒ winkels codex Teplensis 1, 111, 20 Huttler (Luc. 20, 17); den stein, den die baurn versprachen, dirr ist gemacht in daʒ haubt des winckels erste deutsche bibel 1, 82, 3 Kurrelmeyer. das versprachen eines älteren textes ändern die Augsburger bibeln von 1475 ff. in den die bawleut verwurfen; in apostelgesch. 4, 11 setzen sie der stein, der do ist verworffen für älteres versprochen ein; das original weist an beiden stellen reprobare auf, vgl. Fischer wb. 2, 1348. leistungen und handlungen: sy vorsprachen aver ser all dy er dy Jesu Christo wer widertzem vnd vnmer ndd. quelle bei Haltaus 1894; mhd. sî (die weiber) widerredent durch ir muot daʒ sî doch ofte dunket guot. daʒ sî sô dicke brechent diu dinc diu sî versprechent, dâ schiltet sî vil manec mite Hartm. v. Aue Iwein 1870; dô diu minneclîche diu süeʒe tugende rîche mînen dienest sus versprach, daʒ was mir gar ungemach Heinzelin v. Constanz 1135 Pfeiffer; die hie den vride versprechent, ez möht in werden leit Nibelungenlied 2044, 3 Lachmann und welcher daʒ widert und frid verspricht, der sol und muosz ainen manod von der stat sin Ulmer urkunde bei Fischer 2, 1348; der herre sol niemant manschafft versprechen one des, der des herschilts darbet, nullius homagium respuere debet (alii codd. verwerffen, auszslahen) schwäb. lehenrecht bei Haltaus 1894; wan es ist geschriben in Ysaias: ich verleuʒ di weisheit der weisen, vnd versprech di fursechung der fursechenden cod. Teplensis 2, 23 Huttler. II@A@3@cc) mit beziehung auf einen ganzen satz: '.. âne recken minne wil ich immer sîn. sus schœne wil ich blîben unz an mînen tôt, daʒ ich sol von manne nimmer gwinnen keine nôt.' 'nu versprich eʒ niht ze sêre,' sprach aber ir muoter dô .. Nibelungenlied 16, 1 Lachmann; laszt den höchsten vater walten! der so lang' hat haus gehalten, der wird nun verderben nichts. christen lassen Christum handeln, folgen, wie er vor will wandeln; nur ein heide der versprichts Fleming d. ged. 1, 275, 30 Lappenberg; unde sol daʒ niemen widerreden noch versprechen, ern næme die alten phenninge Augsburger quelle bei Fischer 2, 1348; mnd. we dyt vorspreke vnde dat anders hebben wolde, den wolde de rat buten orem denste laten Braunschweig. urkunde bei Schiller-Lübben 5, 457b. II@A@44) aufgeben, verzichten, sich entäuszern seiner güter und annehmlichkeiten: [] daʒ si vreude und gemach durch sîne hulde versprach Hartm. v. Aue Gregorius 718; der kiusche Trevrizent dâ saʒ, der manegen mântac übel gaʒ ... er hete gar versprochen môraʒ, wîn, und ouch daʒ prôt Wolfram Parzival 452, 18; hiemite si alda versprach ir vrunt, ir kint, werltlichen mut und, do si erbe unde gut versprechen wolde uf den genieʒ, meister Conrat sie entlieʒ passional 623, 20 Köpke. mit abhängigem satz: ob ich kleineʒ dinc gar ræche, ungern ich daʒ verspræche, ichn holt ein kus durch suone dâ, op si der suone spræchen jâ Wolfram Parzival 450, 2. die bei andern ver compositis dieses sinnes übliche reflexive verbindung mit genetiv belegt Lexer 3, 247 nur einmal für Ulrich v. Türheim: sich der krônen versprechen. II@BB. das heute ganz erstorbene versprechen in gehässigem sinne 'tadeln, schmähen, verleumden, verfolgen' findet sich schon ahd.: fersprochina, damnata Steinmeyer-Sievers glossen 2, 547, 58. sonst ist es selten hochdeutsch: carpere, reprehendere, vituperare Stieler 2100; malo sensu infamare, diffamare aliquem, probro afficere Haltaus 1894; Schmeller 2 2, 698; Fischer 2, 1348. besonders verbreitet ist es auf niederdeutschem boden: mnd. Schiller-Lübben 5, 457a; nld. Verdam hdwb. 637b; obiurgare, arguere, reprehendere, contumeliam verbis facere, iniuriam dicere Kilian (1599) 604b; verspreken, verhoenen v. d. Schueren teuthonista 445b (253b); auch fries. forsprekke, verwenschen, uitschelden, beschimpen Dijkstra 1, 419b. versprechen oder vorsprechen 'beschuldigen' führt Frisch 2, 307a, das bremische wb. 4, 971 'lästern' als veraltet an; dgl. Adelung, Campe. Luther gebraucht versprechen weitaus am häufigsten in diesem sinne, während ihm versprechen I A nicht geläufig ist; vgl. Weimarer ausg. 9, 538 anm. II@B@11) absolut: tadeln .. das ist, versprechen, heist auch schelten, ausmachen, straffen Gueintz d. rechtschreibung (1666) 141; das wir nit darumb zornig und bösz werden, nit fluchen, nit klagen, nit schreyen, nit richten, nit verdammen, nit versprechen Luther 6, 14, 29 Weim.; ein greyn, ein zancken und ein fechten, ein handlen, schelten und versprechen, ein schlagen, rauffen, hawen, stechen H. Sachs 3, 349, 4 Keller. II@B@22) mit persönlichem object: ahd. mannolichen lêidot dâr alde ferspríchet dâr sîn conscientia Notker schriften 2, 24, 22 Piper; mhd. also das juden noch heiden nie die cristenen also verspotteten noch versprachen Tauler predigten 138, 5 Vetter; mnd. sprac Reinaert 'of mijn here Brunen noch al bloedich es die crune, was hi teblauwen of versproken ..' Reinaert 1821 Martin; ir thut der huren gar recht, wan sie vorsprochen hot sinen knecht Alsfelder pass. v. 7621 Grein. die chroniken pflegen ein erläuterndes oder verstärkendes wort hinzuzusetzen: de keyserynne begunde den keyser honliken to vorsprekende Korner lübische chronik 56d; (he) vorsprak den rat to Brunswick myt schentliken worden d. städtechronik. 16, 347, 31; so hatten si des jongen herzogen van Burgonien vader spitlich versprochen ind sin bilde gemailt, erslichen verkeirt, an einem galgen hangende 14, 816, 5. nhd. wann es gezimt dem sun der meide zeerleiden manig ding vnd zewerden versprochen von den alten vnd von den Oebersten pfaffen vnd von den schreibern vnd zederschlachen erste deutsche bibel 1, 152, 38 Kurrelmeyer; wan wer ist der philister, der unbeschnitten, der do verspricht die here gotes des lebendigen Augsburger bibel 1. Sam. 17 bei Fischer 2, 1348; ich ward mit streichen .. lassiglich gehandelt und fur Cayphas versprochen und in den todt fúr schuldig ergeben der ewigen wiszheit betbüchlin (Basel 1518) Vb; das lernet uns, das wir nicht vorczagen, .. [] wan uns die gancz wellt vorspricht und vorschmecht Luther 9, 538, 1 Weim. gern mit synonymen verben: pseudo apostoli, qui Paulum verkleineten und versprachen 342, 164, 5; mit bit, du wöllest gotte die seinen, durch seinen einigen sun Christum erworben, nit so turstig besudeln und versprechen 15, 343, 21. mit begründendem nebensatz: es solt dyr auch besser sein, du hettist ein eheweyb, .. wie wol du mich vorsprichst, das ich solchen elendenn gefallen priester die ehe geratten habe 6, 583, 16; doctor Reuchlens halbenn, .. wilchen du auffs aller schendtlichst angriffen und versprochen Hutten opera 2, 185, 29 Böcking; es sol .. keiner auff desz andern namen durchgehn, auch keiner den andern vnwarhefftiglich versprechen Fronsperger kriegsbuch (1578) I D 2v; wir haben vns verwahret gnug, so würd vns auch niemand versprechen, ob wir schon unsern vatter rechen Jac. Ayrer dramen 3, 1530 Keller; hinterm rcken mich mancher verspricht, wAer ich zugegen, er thAet es nicht Wille sittenlehre 119 (vgl. Wander 4, 1590); wer von fürsten reden wil, wil er gutes reden nicht, hüt er sich, dass auch sein maul erdegötter nicht verspricht Logau sinnged. 385 Eitner; weil alles so gebrechlich, wer kan sie dann versprechen, dasz Flora ihre blum liesz als gebrechlich brechen? 596. alterthümelnd: wie ihm die augen gehen! — gestern war's furchtbar, da er so schrie und papst und kaiser versprach Handel-Mazzetti Jesse und Maria 2, 16. vgl. besonders versprochen (IV B 4 c sp. 1481) in diesem sinne. II@B@33) mit sächlichem object: mnd. vorsprik eines andern ware nicht hannov. quelle bei Schiller-Lübben 5, 457; wu man die predigt und das evangelium oder die prediger nit verfolgt oder verspricht, so ists kein evangelium Luther 103, 348, 5 Weim.; den rechten gottisdienst wol predigen, das volck bey dem lauttern gottis wortt behalten unnd den falschen gottisdienst vorsprechen 101, 681, 1; hat ersz aber in der kranckheit gelobet, das man dieselben gelubd vorpiette, vorspreche a. d. christl. adel 42 neudr.; der du .. Rom, als eynen stinckenden pfudel aller laster vnd buberey, yn schriften geschulten, ablas vñ gnad brieffe versprochen Hutten opera 2, 187, 23 Böcking; es ist ein ding leichtlich zu versprechen, aber seer schwerlich besser zu machen Agricola musica 4 Eitner; in diesen und dergleichen worten findet ein unpartheyisch gemth wol nichts zu versprechen, wol aber viel warheit Arnold kirchen- und ketzerhistorie (1699) 70a. II@B@44) mit beziehung auf einen satz: vnd da sie sahen etliche seiner jünger mit gemeinen, das ist, mit vngewasschen henden das brot essen, versprachen sie es (hielten sich darüber auf) Marc. 7, 2; auch dieses ist noch nicht mein erst und letzt verbrechen, es ist mir thörichten wie billich zu versprechen, dasz ich ihn mit dem zug in Persen liesz bemühn Haugwitz Soliman (1684) 1, 579. II@CC. der reflexive gebrauch hat meist den sinn 'im sprechen einen fehler begehen'; von manchen lexikographen als nicht reflexiv behandelt: aberrare lingvâ Stieler 2100; hallucinari lingua Kilian (1599) 604b; ein wort versprechen Campe. üblich reflex.: sermone labor Steinbach 2, 642; Adelung; Campe. pomm. Dähnert 527a; ostfries. Ten Dornkaat Koolman 1, 466b. auch niederländ. zik verspreken. für die heutige sprache nimmt Sanders wb. d. synonymen 715 folgende scheidung vor: sich versprechen, etwas andres sagen, als man sagen wollte; sich verreden, durch übereilte und unbedachte rede sich verrathen; sich verschnappen, sich im reden vergaloppieren. Weigand synonym. wb. nr. 2142 will sich versprechen nur einen edleren anstrich vor den beiden anderen zuerkennen. die gaunersprache gibt ,falsch sprechen' durch verflicken wieder Kluge rotwelsch 1, 458. II@C@11) sich überheben, sich in der rede zu vermessenen behauptungen hinreiszen lassen: mhd. ir habt iuch gar versprochen. man soll iu wol gelouben daʒ iuch nie mannes ougen [] gesâhn ze vorderst dâ man streit: iu was ie strîten wol sô leit daʒ ir der fluht begundet Wolfram Parzival 417, 20; daʒ niemen sich versprechen sol. swer sich des kan behüeten niht, verrüemt er sich, dem geschiht als dem keiser geschach dô er ze hôhe sich versprach Rudolf v. Ems der gute Gerhart 6890; daʒ er sich überhaben hæte gein gote unde sich alsô versprochen hæte Berthold v. Regensburg predigten 1, 105, 13 Pfeiffer; mnd. wo he sik vorsprak .. he mende, he were god Josef sieben todsünden 777. nhd. sonderlich so dieser arm vermessener mensch sich verspricht, mit göttlichem gesetz wider mich zu handeln Luther vom bapsthum zu Rom wider den romanisten zu Leiptzig 1, 265a. vielleicht gehört auch die bibelstelle Luc. 22, 6 hierher: vnd er (Judas) versprach sich vnd suchte gelegenheit, Jesum zu verraten (vgl. I A 1 f und Weim. ausg. 9, 538, 1 anmerk.). dem sinne nach könnte man auch hierher ziehen: ein groszer teich war zugefroren, die fröschlein, in der tiefe verloren, durften nicht ferner quacken noch springen, versprachen sich aber, im halben traum, fänden sie nur da oben raum, wie nachtigallen wollten sie singen Göthe 3, 181, 4 Weim. doch liegt hier wohl versprechen mit reciprokem dativ vor (vgl. I A 1 f sp. 1455). II@C@22) voreilig sprechen: mit seinen worten mehr sagen, als man beabsichtigt; sich zu falschen behauptungen oder unüberlegten versprechungen hinreiszen lassen: wie leicht verspricht man sich nicht! Adelung. mhd. swer nu des wil folgen mir, der mîde valsche rede gein ir. niemen sich verspreche, ern wiʒʒe ê waʒ er reche, unz er gewinne küende wieʒ umb ir herze stüende Wolfram Parzival 516, 5; dô sî sich alsus versprach (sich verschnappte) und unrehtes selbe jach, des wart der künec Artûs vrô: ze geziuge zôch ers alle dô Hartm. v. Aue Iwein 7661; sô ist als müelich von den engeln predigen .. daʒ sich etewenne ein prediger verspræche, ob man den engeln vil hôchgezît begienge in dem jâre Berthold v. Regensburg 1, 94, 17 Pfeiffer. nhd. wer nichts zu sagen hat, verspricht sich auch nicht leichte Stoppe Parnasz (1735) 201; ey herr, potzelement, ich hette mich bald versprochen schauspiele engl. comöd. 104, 7 Creizenach. wortspiel mit I A 3 d (sp. 1458): das sprachversehen. was! du nimmst sie jetzt nicht, und warst der dame versprochen? antwort: lieber, vergieb! man verspricht sich ja wol H. v. Kleist werke 5, 34 Hempel. auf ähnlichem princip beruht die scherzfrage: ich habe mich versprochen — »mit wem?« Fischer schwäb. wb. 2, 1349; ehmann und geistliche dürfent sich net versprechen ebd.; auch sich vernennen in diesem sinne 1254. ostfries. ik versprôk mî hêl un dal, as ik dat sä' Ten Doornkaat Koolman 1, 466b. ndl. ik heb my daarin versproken; met stilzwygen verspreekt men zich niet, mit stillschweigen verredt man sich nicht Kramer niderhochteutsch. dict. 455b. II@C@33) sich durch seine worte vergehen und schädigen, sich zu schande oder schaden sprechen: alein sî mir ir haʒʒen leit, eʒ ist iedoch ir wîpheit, sît ich mich versprochen hân und an mir selben missetân; daʒ lîhte nimmer mêr geschiht Wolfram Parzival 114, 23; swelch meizoge ist sô bedroʒʒen daʒ er sîn selbes zorn richet und sich mit scheltworten versprichet, der hât sîn zuht dâ mite verlorn Konrad v. Haslau der jüngling 1190. mit präpos. bestimmung: ich wil mich doch gerne bewarn daʒ ich mich an im niht verspreche, wan dâ mit ich mich selben sweche Thomasin der wälsche gast 10519; [] wêre aber daʒ sich der mensche vertrête oder versprêche d. mystiker 2, 556, 22 Pfeiffer; de olde bysproke wart da whar: dat men sick so drade vorsprickt, alse vorwercket mnd. quelle bei Schiller-Lübben 5, 458a. in der rechtsprache 'unabsichtlich falsch sprechen und sich dadurch schädigen': sunder vorspreken mut wol klagen en man unde antwerden, of he sik scaden getrosten wel, .. of he sik vorsprict, des he sik nicht erhalen ne mach sachsenspiegel 1, 60, 1; ein iegelich man mac selbe wol klagen und antwurten vor gerihte, ob er sich des schaden wil getrösten, der im da von geschiht, ob er sich versprichet ane fürsprechen. wan so muʒ er ouch selbe den schaden haben. und hat er aber einen fürsprechen, und versprichet sich der, des mac er sich wol erholen mit einem andern schwabenspiegel 76, 2. II@C@44) beim sprechen einen fehler begehen entweder in der wahl und stellung der worte oder in einer unfreiwilligen lautverwechslung oder -versetzung. zu vergleichen ist der vorgang beim lautwandel: es kann vorkommen, dasz das gehirn, die nerven oder muskeln, die bei der erzeugung eines lautgebildes betheiligt sind, zufällig nicht ganz in der herkömmlichen weise arbeiten. dann entsteht in dem einzelnen fall ein anderer, von dem regelmäszigen abweichender laut, eine art kleines versprechen vgl. Sütterlin deutsche sprache 4; paraphrasia, in der sprache einzelne worte oder den gedankengang verfehlen Höfler krankheitsnamen 665a. überhaupt ist das capitel vom versprechen und verlesen psychologisch interessant. studien macht das volk besonders beim redner, der, mit seinem gedankengange beschäftigt, den worten nicht genügend aufmerksamkeit schenkt: verspricht sich doch der prediger auf der kanzel, sagt man sprichwörtlich gleichsam zur entschuldigung, wenn man sich verspricht Campe. stolpert doch ein pferd, und hat vier fsse; verspricht sich doch der pfarrer auf der kanzel teutsche sprichwörter (1790) 48; Wander sprichw. 4, 1590. auch scherzhaft verdreht: er verspricht sich wie die kanzel auf dem pfarr(er); manchmal verspricht sich auch die kanzel auf dem pfarr(er) Frischbier preusz. sprichwörter 1, 272. schles. gestrenger herr scholtze, oder haringerias wolt ich sayn, iche versprach mich, ich brenge keene fulmacht A. Gryphius lustspiele 322, 5 Palm (geliebte dornrose 4); ein fehler, der vorgekommen war, wenn ein schauspieler sich versprach oder irgend einen provinzialism hören liesz Göthe 22, 98, 25 Weim.; nein, Helikon will ich sagen, ich habe mich früher versprochen Immermann werke 2, 9; »mausoleum «, berichtigte der dechant ... »natürlich! man darf sich doch versprechen« Ebner-Eschenbach schriften 4, 199. auch nld. zik verspreken. IIIIII. isolierte bedeutungen. III@AA. versprechen 'besprechen, zaubern' ist seit ausgang der mittleren sprachperiode nachzuweisen: mnd. Schiller-Lübben 5, 457b; vgl. mengl. for-spékin, fascino Stratmann-Bradley 242a. es lebt noch mundartlich fort (s. unten). es bedeutet ursprünglich: 'über einem dinge die bann- und schwurformel sprechen, ein ding sprechend bannen' und entwickelt sich nach zwei entgegengesetzten richtungen hin: 'ein übel weghexen' und 'ein übel anhexen', 'wegwünschen' und 'anwünschen'. III@A@11) durch sprechen einer bannformel einen übernatürlichen einflusz auf ein ding auszuüben suchen, ein volksthümliches sympathiemittel. durch besprechen, beschreien, berufen zauberhaft beeinflussen Höfler krankheitsnamen 665a. versprechen (besprechen), das hersagen von segens- oder bannformeln unter beobachtung gewisser ceremonien, auch das aufschreiben der formeln auf einen zettel, z. b. fieberverschreiben, um krankeiten oder wunden zu heilen, blutungen zu stillen (blutversprechen), oder dadurch feuerbrünste zu löschen .. das verfahren wurzelt in dem glauben der naturvölker, dasz alle krankheiten durch bezauberung entstehen .. wir begegnen dem blutversprechen in der Odyssee (19, 457) und dem runenzauber Odins in der Edda Meyer konvers.-lex. 6 20, 109a. aus dem beginn des 14. jahrh. stammt der älteste beleg einer schles. handschrift (IV f 60, bl. 66rb kgl. bibl. Breslau): wilt du daʒ blut vorsprechen [] so sprich desen sēn (mit folgendem Longinussegen). verfahren eines wunderdoctors: sieh, wenn ein artzt nicht rathen in schwerer kranckheit kan; wenn artzney nicht zustaten dem siechen menschen kommt: so sinnt er hin vnd her auff was vor mittel jhm zuhelffen etwa wer'. jetzt er dem schmertzen setzt ein lindes band entgegen; bald wil er beissend ding auff seinen schaden legen, bald er mit eysen jhm ein glied vom leibe bricht, bald mit erhitztem stahl er jhm das blut verspricht Wencel Scherffer grobian (1640) Av; denn obgleich das bluten einmahl habe nachgelassen, so wAere es doch bey erster auffbindung (der wunde) noch heftiger gekommen, und wAere hernach weder mit diesem versprechen, noch mit natrlichen mitteln zu stillen gewesen I. G. Schmidt rockenphilosophie (1706) 2, 41; und gleich itzo, sprach er, lese ich die kunst darinnen, wie man kan geister versprechen polit. maulaffe (1679) 35; er selbst will auff seinem pferde das feuer versprechen und stürtzet den hals der schlimme causenmacher (1701) 752. in schlesischer mundart: ich kon wachs gissen, iche kon de leut massen, iche kon's feur versprechen A. Gryphius lustspiele 307, 14 Palm (geliebte dornrose 3). noch heute in Schlesien gebräuchlich: wie ein lebendes wesen erscheint das feuer .. aufgefaszt, wenn man es dreimal umläuft oder umreitet und dabei bespricht oder verspricht Drechsler sitte, brauch und volksglaube in Schlesien 141. III@A@22) da man bei feuer und krankheiten die wirkung beabsichtigt, das übel zu verbannen, so nimmt versprechen wie verspinden I 2 (sp. 1429), durch bekannte typen nach dem muster vertreiben unterstützt, die bedeutung an: durch sprechen gewisser worte verbannen, entfernen .. eine krankheit versprechen Campe; durch spruch vertreiben Heyne; henneberg. eine krankheit, ein übel durch sympathie heilen Spiess 269; schles.: da hat ihr eine alte frau .. eine flechte so versprochen, und es hat geholfen mittheil. d. schles. gesellsch. f. volkskunde 14, 88; der alte Gottwald verspricht die rose mit folgendem spruch 14, 91. subst. inf.: vom versprechen will die gicht nicht brechen Wander sprichw. 4, 1594. III@A@33) dinge, besonders die waffen des gegners, versprechen, um sie unbrauchbar zu machen: eine bchse versprechen, incantare sclopum Stieler 2100; Kramer ital. dict. 2, 884c weist auf versagen, verschreien in derselben bedeutung hin (vgl. sp. 1034, 1162); ein aberglaub, dasz man meinet, man kOenne mit worten machen, dasz der andere nicht losschiessen kan, welches doch offt den einfältigen gar natrlicher weise geschieht Frisch 2, 307ab; Adelung; gewöhnlicher dafür besprechen Campe. in Schlesien noch gebräuchlich: versprechen und waffensegen mittheil. d. schles. gesellsch. f. volkskunde 13, 108; gewehr zu versprechen .. kommt her .. ich und ihr haben getrunken unsers herrn Jesu wahres blut; dadurch seynd eure büchssen, pistohlen und deegen versprochen und verstopft schwäb. quellen bei Fischer 2, 1348 f.; sie halten auch dieses vor eine sonderliche superstition, dasz ihnen keine bchse versprochen wird Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 339; item tzum funfften die beschwerer, die das fihe und leut segen, die schlangen bezawbernn, stall und eyssen vorsprechen und viell sehen und szauszen unnd tzeychen konnen Luther 101, 591, 6 Weim.; ja wie aber, sprach Santscho, wann sie jhn (den degen) euch bezaubern oder versprechen, wie sie wol ehe vnnd zu anderer zeit gethan haben, was wrds dann helfen Bastel v. d. Sohle harnisch aus Fleckenland (1648) 215. man kann auch einen menschen versprechen, ihm ein übel anhexen: mnd. welkeme kynde men se (verbena) vmme byndet, men mach id nicht vorspreken Wolfenbüttler quelle bei Schiller-lübben 5, 457b. sich sein glück verrufen dadurch, dasz man darüber spricht: nun weiss ich, dass er keine andern ehret denn mich, darumb wil ich mir mein glck selbsten nicht versprechen engl. comedien u. tragedien (1624) F Ia. zum ganzen vgl. germanist. abh. 27, 69 ff. III@BB. in jüngerer zeit hat sich ein versprechen nach dem muster der fra-type vertreiben, verbringen gebildet: die zeit versprechen, mit sprechen zubringen, gewöhnlicher dafür verschwatzen, verplaudern Adelung; Campe. [] götting. de tid verspreken Schambach 267a. noch heute üblich stunden versprechen, verlesen, verspielen: und ich habe mit euch so manche stunde versprochen Zachariae bei Adelung. IVIV. von den nominalformen des verbs ist der substantivierte infinitiv als besonderes wort angesetzt (sp. 1481). IV@AA. das part. präs. hat im 18. jahrh. selbständige geltung angenommen, meist als adjectiv, seltener als substantiv gebraucht, erst von Campe besonders gebucht. IV@A@11) im anschlusz an versprechen I A 4 (sp. 1459). zunächst erscheint das part. noch in verbaler rection mit einem object: ein viel versprechender junger mensch, von dem sich dem anschein nach viel gutes hoffen läszt; ein viel versprechendes äuszeres Campe; dieses viel versprechende heer .. war nichts als ein blendwerk Schiller werke 8, 258, 14; von einem siegversprechenden enthusiasmus entflammt 6; dasz es (das lied) bald bittend und dringend, bald treibend und viel versprechend war Göthe 21, 235, 4 Weim.; nur sey diese ankndigung nicht unbestimmt, nicht zu viel versprechend, nicht prahlerisch Eschenburg entwurf einer theorie (1783) 126, § 14; Ferdinand, welcher .. sich zu wenig versprechenden anforderungen an seine stände genöthigt sah Ranke werke 3, 238; auf dem punkte, wo sich endlich ein organischer, früchte versprechender keim angesetzt .. hat Strausz Schubarts leben 1, 4. dann fällt das object fort: ich liebe die jugend, wenn sie so ist, so unschuldig, .. so versprechend Klinger werke 1, 412; und dies behagliche lächeln stand so versprechend und ausdauernd da Ludwig schriften 2, 366. häufiger attributiv gebraucht: dasz du über die aufblühende versprechende schönheit hinaussahest Göthe 20, 20, 18 Weim.; oder es stahl sich eine thrAene aus seinem auge, welche ein versprechender blick begleitete Bode Tristram Shandy (1774) 1, 70; einen jungen burschen, der rundlich und von versprechender statur war Tieck Don Quichotte 3, 11 (Meyers volksbücher 1, 260). als adj. ist es auch der steigerung fähig: ein zeichen, welches ich in der zeit für versprechender halte Brentano schriften 4, 364; eine .. versprechendere (armee) sah Deutschland nie Roon denkwürdigkeiten 2, 430. als subst.: die auszenseite der kirche hat nichts einladendes noch versprechendes Göthe 31, 101, 28 Weim. IV@A@22) substantivisch im anschlusz an versprechen I A 1 (sp. 1451) in derselben bedeutung wie versprecher und heute üblicher als dieses: ohne zustimmung des versprechenden bürgerl. gesetzbuch § 332. IV@BB. der gebrauch des part. prät. schlieszt sich in der mehrzahl der belege an versprechen I A (sp. 1450) an. nur dieses ist der heutigen sprache geläufig. IV@B@11) im anschlusz an versprechen I A 1: votiuus .. mit gelbd geschehen, oder versprochen Alberus (1540) 16a. IV@B@1@aa) prädicativ mit neutralem subject: leicht versprochen leicht gebrochen Wander sprichw. 4, 1590; trew vnnd glauben ist ein standhafftes wares halten, deszjhenigen was abgeredt, zugesagt versprochen, vnnd alles dessen, so man vberein kommen ist Fischart bienenkorb (1588) bl. 209a; schaff mir nur erst die goldne kugel wieder, es soll dir alles versprochen sein Grimm kinder- und hausmärchen (1812) 1, 2; das eine (Polen) war dir zwar damals noch nicht versprochen Koenig ged. (1745) 34. besonders in biblischem sinne: von anfanng der weld seinn die altvaetter, nach jnen die juden in warem glawb gewesen vnd verhoft haben vnsers erledigers zuoekunfft die jnen versprochen was Berthold v. Chiemsee theologey 14 Reithmeyer; vnd als die zeit erfllet kam, vor langer zeit versprochen Ringwalt evangelia (1581) D 1a; theilhafftig aller der gter .., die Adam .. versprochen sein Mathesius Sarepta (1571) iiijb. IV@B@1@bb) als adjectivisches attribut: halt mir deine versprochene pflicht Forster teutsche liedlein 40 neudr.; zu erretten ihr trawrig leben, sagt sie als, was sich het begeben zwischen ir und Petzen, an schew und brach an im versprochne trew H. Sachs 2, 240, 29 Keller; [] wann wir mit versprochner eh als mit einem ballen spielen Venus-gärtlein 180, 1 neudr.; so solt du von mir 100 cronen zur verehrung haben, neben allzeit meiner versprochenen freundschafft schausp. engl. comöd. 203, 7 Creizenach; nah ist der jammer, die versprochne rache ferne Klinger werke 3, 120. von leistungen: mein fürst, ich bitt' um mein versprochnes theil, wofür ihr treu und ehre mir verpfändet Schlegel Shakespeare 9, 147 (Richard III. 4, 2); wo ist denn nun das versprochene abendessen? Göthe 22, 203, 20 Weim.; sende alsgleich die versprochenen und erinnerten bände IV 36, 279; es blieb nicht etwa blosz bei dem versprochenen besuche Ludwig schriften 2, 66; seine bevorstehende heirath, sein versprochenes avancement, alles beruht auf dieser verzicht Gotter ged. (1802) 3, 7; der jüngste sohn, vor kurzem erst lieutnant geworden, hatte den abschied eingereicht, weil sein vater nicht mehr imstande war, ihm den versprochenen zuschusz auszuzahlen Polenz Grabenhäger 2, 302. besonders von schriftstellerischen und künstlerischen leistungen: (es) wAere zu wnschen, dasz das von diesem theuren mann uns versprochene Alte Dacien, nicht mit ihme wAere begraben worden Birken Donaustrand (1684) 87; wie nichtig es mit einkleidung des briefwechsels, der versprochnen psychologie Oszians ... stehen müsze Herder werke 5, 204; über welchen (punkt) ich in des herrn Winkelmanns versprochener geschichte der kunst die völligste befriedigung zu erhalten hoffen darf Lessing schriften 3 9, 120; ihr und mir wünsch' ich noch die versprochene baldige fortsetzung in Callots kühnster manier E. T. A. Hoffmann werke 1, 7; an dem versprochenen kirchenbilde arbeitete er nun mit erstaunlichem fleisz Auerbach dorfgeschichten 3, 64. bei biblischen und ähnlichen prophezeiungen: und beweysset, das es alles erfullet und geschrieben sey durch die apostell, was der versprochne heyliger geyst solt lerenn Luther 7, 644, 10 Weim.; darumb muostu (Luther) andre Oerter suchen da die versprochenen schlüssel gegeben seient des himmelreichs Murner a. d. adel 27 neudr.; dieser versprochene weibes-samen, welcher der hOellischen schlange den kopf zertreten sol Weise comOedienprobe (1696) 118; auf das wir endlich genissen des versprochenen erbtails Schede gen. Melissus psalmen 104 neudr.; die versprochene selige zeit ist nun gekommen! Frenssen Hilligenlei 512; Saladin, wenn du dich fühlest, dieser weisere versprochne mann zu sein .. Lessing 3 3, 95, 540 (Nathan 3, 7); nach ablauf der tausend tausend jahre jenes richters, wo der versprochne weisere mann auf dem stuhle sitzt Schiller werke 4, 52, 9. IV@B@1@cc) substantivisch gebraucht: er werde mit anderer gelegenheit kommen, auch alles bestellte und versprochene mitbringen Göthe 25, 243, 3 Weim.; wie wenig von dem uns anfangs versprochenen, sie in den ersten sechs heften ihrer fragmente geleistet haben Ayrenhoff werke (1814) 5, 157, 17. IV@B@22) in anlehnung an I A 2 (sp. 1456): festgesetzt, verabredet. IV@B@2@aa) prädicativ: Käthes erster reisebrief .. traf, wie versprochen, am andern morgen in Berlin ein Fontane werke I 5, 264. IV@B@2@bb) attributiv: als wenn einer vff versprochnen gesatzten tag gekomen, durch wassers .. not .. gehindert wurd Riederer rhetoric (1493) C Va; disen brauch, also versprochne kAempff zuthun Stumpf Schwytzerchronik (1606) 235b; sagt ihm, dass Fortinbras auf sein gestatten für den versprochnen zug durch sein gebiet geleit begehrt Schlegel Shakespeare 3, 291 (Hamlet 4, 4). mit präpos. bestimmung des zwecks: als sie dem Brennus .. das fr Rom zum lOesegelde versprochene gold zugewogen, hAetten sie sie arglistig berfallen Lohenstein Arminius (1689) 1, 24b. IV@B@2@cc) hieran schlieszt sich eine unschöne adverbiale neubildung des 18. jahrh. an, die mitte des 19. zurücktritt [] und besonders im briefwechsel ihr dasein fristet: versprochenermaszen, wie verabredet, nach übereinkunft. herr mag. Schmeltzer begab sich von dar, versprochener massen, in die Davids-Raumer allee Schnabel insel Felsenburg 214, 1 Ullrich; die drey briefe von meinem Hill lege ich versprochenermaszen bei Hamann schriften 7, 244; doch also an sie einen (brief) versprochener massen vor pfingsten Lichtenberg briefe 2, 78; was die 100 thaler betrifft, so wurden solche bis vor einem jahre .. versprochenermaszen gezahlt Göthe IV 13, 6, 10 Weim.; wenn ich denn am andern tag kam, dass er mich versprochenermassen auf die otternjagd begleiten solle, da machte er ausflüchte Bettina v. Arnim Göthes briefwechsel 2, 189; dasz ich versprochenermaszeu mit dem schreiben nicht wort gehalten habe Görres briefe 3, 1; er .. teilte ihn (den gulden) versprochenermassen brüderlich zur hälfte J. P. Hebel 2, 48, 23 Behaghel; hierbei versprochenermassen etwas aus meinem Kosciusko Grabbe werke 4, 532; eines octoberabends, da ich versprochenermassen zu ihm ging Storm werke 5, 257. IV@B@33) im anschlusz an versprechen I A 3 (sp. 1457): nach irgend einer richtung hin verpflichtet und dadurch am eingehen einer neuen verpflichtung verhindert. IV@B@3@aa) prädicativ; selten von sachen, versagt: die waare ist schon versprochen, ist schon jemanden zugesagt Adelung; die kutsche, der platz ist schon versprochen Kramer ital. dict. 2, 884c; die rebhuhnpastete darf ich nicht anschneiden, da sie für die abendherren bestimmt und versprochen ist G. Keller werke 5, 13. gewöhnlich von personen: schon versprochen seyn .. ich bin schon versprochen, io sono già promesso etc. ho dato parola; wann der herr noch unversprochen ist, so bitte ich, mit mir fr lieb zu nehmen Kramer 2, 884c; so sagt man, man sey schon versprochen, wenn man einem andern sein wort gegeben hat, ihn zu besuchen Adelung; ich bin für heute abend versprochen (zu einer gesellschaft) Heyne wb.; ich bin anders wo hin geladen und versprochen, werd aber wohl dableiben Göthe IV 30, 8, 1 Weim.; das kommt von deinen anstalten! hättst du beizeit dazu gethan, so hätten wir nun leut (zur arbeit)! aber dir fällts nicht eher ein, dasz du eins willst bestellen, als wenns schon versprochen ist Ludwig schriften 2, 244. mit präpos. bestimmung: freund, spricht er, jahr und tag geht noch vielleicht dahin, eh' mir's gelegen ist, mich in Paris zu zeigen; du weiszt dasz ich vorerst nach Rom versprochen bin. und dieser pflicht musz jede andre schweigen Wieland Oberon 7, 2. vom dienstverhältnisz: auch wirst du trewlich deinem herren dienen, dem du zuo dienst versprochen bist Schumann nachtbüchlein 261 Bolte; (er) setzt in auch auff ein schloss, .. gabs ihm für aygen, aber doch das er im mit diensten versprochen blybe 45. eine art verpflichtung liegt auch vor in der stelle: addictus morti, versprochen dem tode Melber v. Gerolzhofen vocab. predicantium (1486) a 4b. am häufigsten wird dieses versprochen von einem eheverlöbnisz gebraucht: wenn die kOechin das essen lAesset anbrennen, so ist sie verlobt oder versprochen l. G. Schmidt rockenphilosophie (1706) 1, 268; sie waren schon längre zeit mit einander versprochen, heute verloben sie sich förmlich und in vier wochen ist die hochzeit Sanders wb. d. synonymen 708; seine tochter ist schon versprochen ... sie ist noch unversprochen Kramer ital. dict. 2, 884c; ehelich versprochen kirchenordnung für Braunschweig (1569) 276. noch heute für hoch- und ndd. gebiet bezeugt; elsäss. drei johr wurd's jetz an der Wihnochten, dass es versprochen-ist Martin-Lienhart 2, 557b; schwäb. sie ist mit dem N. versprochen Fischer 2, 1348; ostfries. hê is mit mîn dogter fersprâken Ten Doornkaat Koolman 1, 466b; pomm. dat mäken is verspraken, hat einen bräutigam Dähnert 527a; wie, schry sie, bin ich denn auch eh ichs weisz versprochen? A. Gryphius Cardenio (1698) 1, 195; und doch war sie nach zwei und fünfzig wochen ... bereits das drittemal versprochen Gellert werke 1, 184; ein alter freund meines verstorbenen vaters trägt mir eine von seinen töchtern an. ich eile herbey, und ... [] musz die, welche auf den ersten anblick mein ganzes herz hatte, .. schon versprochen finden Lessing 3 2, 56, 26 (freigeist 1, 2); weisst du mir nichts ... ob er etwa schon versprochen ist? Schiller briefe 3, 70 Jonas. mit dativ der betheiligten person: sicher, er ist vermAehlet vnd versprochen einer frawen buch der liebe (1587) bl. 334d; ob du dein eh biss-her habst nit prochen von anfang, weilt mir warst versprochen H. Sachs werke 9, 90, 7 Keller; dieser jüngling war mir erst versprochen, als noch Venus' heitrer tempel stand. mutter, habt ihr doch das wort gebrochen, weil ein fremd, ein falsch gelübd' euch band. doch kein gott erhört, wenn die mutter schwört, zu versagen ihrer tochter hand Göthe 1, 225, 169 Weim. (braut von Korinth); die jungfer ist mir einmahl versprochen, und ich lasse sie nicht, wenn ich mein hab und gut drber verrechten solte Weise comOedienprobe (1696) 373; sie gehörte ihm, war sein eigen, sie war ihm versprochen H. Böhlau ratsmädelgeschichten 17. üblicher ist die präpos. mit: wie dieser oder jener wackere mann so und soviel jahre mit seiner frauen versprochen gewesen, ehe er zum amte gekommen d. vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 47; sind sie mit Sophien versprochen? Hermes Sophiens reise (1769) 4, 131; Flaminia, mit dem marquis versprochen Lessing schriften 3 6, 385; wär ich nicht mit ihnen versprochen, würd ich ihr (der grille) nachhängen Göthe IV 5, 48, 14 Weim.; ein zeugschmiedgesell .., mit welchem sie einst so gut wie versprochen war G. Keller werke 4, 231; dasz die husaren in Schlawe sich von unsrer verlobung um so mehr überrascht erklärten, weil dort für gewisz galt, ich sei mit einer gräfin Schulenburg versprochen Bismarck briefe a. s. braut und gattin 50. versprochen in reciprokem verhältnisz: sie gaben sich die hand, und waren nun versprochen Ramler fabellese (1783) 1, 38; der herzog ist mein, und ich bin sein; sind wir gar treu versprochen ballade von der Bernauerin bei A. v. Arnim werke 21, 39; nun sind wir aber doch verlobt und versprochen, du bist mein mann und ich deine frau G. Keller werke 4, 155; nach verlauf von einigen tagen, in welchen ich die bekanntschaft der tochter Henriette gemacht hatte, waren wir unter vier augen schon versprochen Moltke schriften 1, 9; die Stasia Frelikowski is mein' braut. heimlich waren wir als schon lang versprochen Viebig das schlafende heer 2, 309. schon mhd. mit näherer bestimmung im genetiv: mit einem lotterpfaffen was er der minne versprochen, daʒ er in sechs wochen dar nâch eines kalbes genas Wachtelmære 27 Maszmann. IV@B@3@bb) als adjectivisches attribut; vom dienstverhältnisz: ob si kains andern herren versprochen diener sein, der si irs gelübs und versprechens ermanen möcht tirol. weisthümer 4, 481, 28; so wär der marggraf des römischen künigs versprochner und gelobter diener Aventinus bair. chronik 2, 581, 14 Lexer. vom verlöbnisz: ein versprochenes brautpaar Adelung; eine versprochene tochter, filia desponsata Steinbach 2, 643; desselbenmals was die synagog nur ain versprochene prawt gottes. deszhalb jr nit gebürt hat, jm haws gottes volmaechtiklich zeregieren Berthold v. Chiemsee theologey 121 Reithmeyer; hat der kOenig, mein herr vater, vergessen, dass ich eines kOeniges tochter, und eines kOenigl. erbprintzens versprochene braut bin Ziegler asiat. Banise (1689) 97. mit synonymem verb.: es geschehe darumb, das jr keyser Othoni II. sein versprochen vnd vermAehelt tochter jm nicht geben wolt Seb. Franck chronicon Germaniae (1538) 91, 1; so angenehm einem andern eine rose ist, die einer den gantzen tag in den hAenden getragen, und offt daran gerochen, so angenehm sind auch verlobte und versprochene jungfrauen der wohlgeplagte priester (1695) 147. mit dativ der person: die mir versprochene braut Klinger neues theater 1, 7. IV@B@3@cc) substantivisch gebraucht, heute durch verlobter, verlobte ersetzt: er verlässt seine versprochene, mit den [] wechselseitigen versicherungen der aufrichtigsten zärtlichkeit Lessing schriften 3 10, 139, 5; dasz der bräutigam jener artigen Mailänderin, unter ich weisz nicht welchem vorwande, sein wort zurückgenommen und sich von seiner versprochenen losgesagt habe Göthe 32, 177, 17 Weim. IV@B@44) die übrigen verwendungen des part. stehen vereinzelt da und sind veraltet. IV@B@4@aa) an versprechen I C (sp. 1468) lehnt sich mhd. unversprochen an: 'nicht in anspruch genommen' mhd. wb. 2, 2, 532b; Lexer hdwb. 2, 1966. in adverbialer form: er hete dô ze sîner hant sîns vater erbe und al sîn lant unversprochenlîchen und alsô daʒ nieman in den zîten dô ansprâche hete an kein sîn guot Gottfried Tristan 5635. IV@B@4@bb) mhd. unversprochen im anschlusz an versprechen II A (sp. 1469) ebd.; hier ist wohl am besten anzuschlieszen (vgl. sp. 1449 abschnitt 4): her hete eʒ gerne errochen, wan daʒ eʒ was versprochen, daz eʒ niht solde wesen sô (es war vom geschick im gegentheiligen sinne gefügt) Heinrich v. Veldeke Eneit 328, 16 Ettmüller. IV@B@4@cc) an versprechen II B (sp. 1472) angelehnt: mhd. versprochen verdächtigt, in üblem rufe stehend Schmeller 22, 699; unversprochen ebd.; Lexer hdwb. 2, 1966; mnd. vorsproken, bescholten, in bösen ruf gebracht Schiller-Lübben wb. 5, 457b; homo infamatus, probrosus, praecipue post sententiam banni promulgatam (geächtet) Haltaus 1897; ein versprochener mann war ehedem so viel als ein berüchtigter, anrüchtigter mann Adelung, Campe; bescholten Fischer schwäb. wb. 2, 1348. ob der sun ein diup ist, oder wiʒʒenlichen mit boesen liuten wont, die unvertic und versprochen sint schwabenspiegel 16, 6; die unvertigen liute unde versprochenen liute, die schedelîchen sint der kristenheit Berthold v. Regensburg 1, 215, 20 Pfeiffer; di ist versprochen (var. verworffen), und ist necher dem fluch Hebr. 6, 8 bei Jelinek mhd. wb. 845; der herzog von Bayrn liesz den ritter genant Ötlinger entkopfen, wan mit jm was sein mueter versprochen bair. quelle bei Schmeller 2 2, 699; wer furbaʒ mer huset oder heiget einen vorsprochenen oder einen geechtin man, der schal bestandin sin glich dem schuldegin quelle v. 1311 bei Haltaus 1897. mit präpos. bestimmung: wie die man jenen uberziugen suln; daʒ suln si tuon selb sibende, bederber lute, die nit versprochen sin an ir rehte schwäb. quelle bei Fischer 2, 1348.
128433 Zeichen · 1783 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    versprëchenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ver-sprëchen stv. BMZ intr. vür einen v., für ihn ein versprechen leisten, bürgen Chr. 2. 281,24. 498,14; 4. 103,9 ; tr.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Versprêchen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Versprêchen , verb. irregul. act. S. Adelung Sprechen , welches nach Maßgebung der verschiedenen Bedeutungen beyder Thei…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    versprechen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    versprechen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Versprechen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Versprechen , eigentlich besprechen , Zauber- od. Beschwörungsformeln gegen einen Gegenstand aussprechen.

  5. modern
    Dialekt
    versprëchen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    versprëche n 1. wie hochd. Rda. V. un d Halte n si nd zwei Bf. , Var. is t zweierlei Z. Er het m i r s in d Händ verspro…

  6. Spezial
    versprechen, sich v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    versprechen , v , sich ~ оговариваться/оговориться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versprechen

18 Bildungen · 3 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von versprechen 3 Analysen

ver- + sprechen

versprechen leitet sich vom Lemma sprechen ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+spreen+-chen ver-+spren+-e+-chen

Zerlegung von versprechen 2 Komponenten

vers+prechen

versprechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versprechen‑ als Erstglied (3 von 3)

Versprechen (Subst.)

Wander

versprechen·subst

Versprechen (Subst.) Versprechen (Subst.). 1. Das Versprechen der Nacht ist mit Butter bestrichen, welche zergeht, wenn der Tag darauf schei…

Versprechen (Verb.)

Wander

versprechen·verb

Versprechen (Verb.) Versprechen (Verb.). 1. Auf blosses Versprechen ist wenig zu rech(n)en. 2. Die am meisten versprechen, haben (pflegen) a…

versprechen als Zweitglied (15 von 15)

Feenversprechen

Campe

fee·n·versprechen

Das Feenversprechen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. das Versprechen einer Fee, d. h. ein Versprechen, dessen Erfüllung unmöglich scheint und n…

G_s;genversprếchen

Adelung

Das G_s;genversprếchen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Versprechen, welches wegen des von einem andern uns gethanen Versprechens geleistet…

schuldversprechen

DWB

schuld·versprechen

schuldversprechen , n. : die lex Salica kennt ein betreibungs- oder mahnverfahren aus drei anlässen, nämlich das verfahren ex fide facta, d.…

treuversprechen

DWB

treu·versprechen

treuversprechen , n. : die weigerung der ausfahrt ( zum kriegszug ) war ( bei den Germanen ) ein bruch des treueversprechens W. Scherer kl. …

zahlungsversprechen

DWB

zahlung·s·versprechen

zahlungsversprechen , n. : ein zahlungsversprechen leisten, abgeben; ( die ) arbeitgeber ... haben ... 14 tage nach entnahme der ware ein sc…

zuversprechen

DWB

zuversprechen , v. : meiner zuoversprochnen gesellen lere nämen zuo härtzen Eberlin v. Günzburg 1, 77 ndr.