lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

grasig

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
10
Verweise raus
9

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grasig adj.

Bd. 8, Sp. 1977
grasig, adj. , mit gras bewachsen, grasähnlich. mit dem adjektivsuffix ahd. -ag, nhd. -ig gebildet zu gras, n. (s. d.). ahd. grasag, mhd. grasec; vgl. graminosa grasagiu (11. jh.) ahd. gl. 2, 714, 25f. St.-S. in alem. quellen oft umgelautet: grAeszig Keisersberg schiff d. penitentz (1512) 70a; grAesig Österreicher Columella 2, 3 lit. ver.; gresig Baumann quellen z. gesch. d. bauernkr. in Oberschwaben 142 lit. ver.; noch in jüngerer mundart gräsig neben grasig, vgl. Fischer schwäb. 3, 799. mit metathesis gersəg Schmidt-Petersen nordfries. 50a. 11) mit gras bewachsen. 1@aa) im eigentlichen gebrauch meist attributiv, nur selten prädikativ (s. unt. α). 1@a@aα) im hinblick auf den graswuchs auf wegen, plätzen, flächen: diu erda ist ... feselîg unde grasegiu Notker 1, 747, 1 P.; ein schœne grasege hovestat neben dem graben vor dem tor, an einem bergelîn enbor, dar sült ir den kampf legen Heinrich v. d. Türlin diu crône 15 336 Scholl; und ein klain grasigs grablin darvor (Augsburg 15. jh.) städtechron. 5, 5; Teurdank kam auf ein grasig gleit und wart, bis im der jager bracht sein schaft Maximilian Teuerdank 50 G.; dann der (der bauer) frOewt sich aller maist des gebuwen und rainen ertrichs, aber der (hirt) des nuwenn und grAesigen, der hoffett die frucht ussz dem ertrich, der von dem vich Österreicher Columella 2, 3 lit. ver.; unsre grasigen oder bebüschten oder besäeten hügel und berge (1768) Caroline Lucius in: Gellert briefw. mit dem. Lucius 557 Ebert; als sie Mykene verlieszen und heimwärts wollten, da kamen sie zum binsenvollen Asopos mit grasigem ufer Stolberg ges. w. (1820) 11, 133; steine, felsen, grasiger boden, alles dieses ist vortrefflich ... dargestellt Göthe I 48, 128 W.; (pflanzen,) die die grasigen uferhöhen mit ihren schönen blüthen schmückten Nehring tundren u. steppen (1890) 15; unter den hohen glitzernden bauschigen silberpappeln am grasigen wegrand Dauthendey gedankengut a. m. wanderjahren 2 (1913) 297. im bild: gott hatt ym (dem menschen) beuolhen, daszs ainig schAeflin zu waidnen, das ist sein sel die selb sol er waidnen, vf den grasigen wegen Keisersberg pred. teütsch (1508) 27b. prädikativ: ihr feld ist eben, smpffig, vnd gar grAesig, vnd fruchtbar an hew Seb. Münster cosmogr. (1598) 1108; deren (der insel) halber theil sehr morassig und grassig zur weide und ftterung nicht unbequem Abelin hist. antipodum (1631) 189; der garten ist noch recht grün für die herbstzeit, aber die steige sind grasig Bismarck br. an s. braut u. gattin 167 H. v. Bism. 1@a@bβ) im mhd. auch im sinne des unwegsamen, verwilderten: der grasege wec ungebert der truoc sî verre in einen wert, dâ der vischære bî dem sê saz, dâ von ich iu sagte ê Hartmann v. Aue Gregorius 3237; vgl. Erec 8884; einem stîge volget er nâch ûz gegen der linken hant, der was grasic unde ungebant Wirnt v. Gravenberc Wigalois 6258 Kapteyn. 1@a@gγ) im 18. jh. in antikisierender sprache als schmückendes attribut, etwa im sinne von fruchtbar, grün, saftig. dieser gebrauch klingt aber auch schon in der prädikativen anwendung unter α an; vgl. auch einen entsprechenden frühen gebrauch unter grasicht 1: zwischen diesen wäldern und den weisen gipfeln grasige weiden Stolberg ges. w. (1820) 3, 127; bei den übrigen (kälbern) sorgt man nur für grasige weide Bock Virgils lehrged. v. landbau (1790) 99; (zwei rosse) weidend auf grasiger wies' an Okeanos' strömenden wassern J. H. Voss poet. w. 4, 249 Hempel. 1@bb) übertragen in der wendung den grasigen weg gehen, ziehen; wohl von a β her. 1@b@aα) etwas ungesetzliches, verwerfliches tun: wir wellen Barrabam haben, der lat uns bi dem alten grasigen weg bliben Tholniceus anzaigung d. d.m. bull (1522) c 4b; o Plas (d. i. Blassenburg, eine raubritterburg), dw lest deiner pocksprung nit ... dv nömst deinem pesiczer den zaumb, und gingest wider deinen grasigen weg, wie dein art ist Hans Sachs 23, 48 lit. ver.; ich (gott) han dich (Basa) erhebt aus dem kot und ein fürsten gemacht über mein volk Israhel, du aber gehst gleich den grasigen weg, den Jeroboam ... gangen ist, und verfüerst mir mein volk und raizest mich zu zorn Aventin bayer. chron. 1, 241 L. 1@b@bβ) sterben: das ist des fleischs vnd natürlichen menschen bitterer todt, nicht mer fleisch vnnd ein mensch sein, ... ja on alle exempel allein, ein ongebanten, engen, grasigen weg, an hin gehen Seb. Franck paradoxa (o. j.) 111b; den grossigen weg durch ziehen (1622) Fischer schwäb. 3, 799 (noch in jüngerer mundart ebda); Jesus will bey diesem gras-mahl (der speisung der fünftausend) seinen gAesten stillschweigend predigen, sie werden alle ins gras beissen, den grasigen weg gehen, und sich in die erde lagern mssen: uns wirds nicht anderst gehen Otho evang. krancken-trost (1683) 363; ebda 481. 22) dem gras ähnlich: heu und gras würden so ziemlich gedeihen und was heuartig ist und grasig Görres ges. schr. (1854) 5, 138. besonders im hinblick auf den reifegrad, geschmack oder geruch von gewächsen und früchten; 'wie gras schmeckend' Sallmann neue beitr. z. dt. ma. in Estland 75; 'unreif, noch grün (vom obst)' schweiz. id. 2, 798; Woeste westf. 84b: wann das korn reif und wetter ist, mag man dasselbe nach gelegenheit schneiden, niderlegen und einen tag, doch darnach das grasig ist, truckenen lassen (16. jh.) haushaltung in vorwerken 62 Ermisch-W.; wann der hopfen zu zeitig oder zu grüne abgenommen, reucht man es balt. dann er reucht noch gar grasig ebda 138; dat smekd so grasîg Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 672a.
5533 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grasigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Grasig , adj . u. adv . mit Grase bewachsen. Ein grasiger Weg. Ein grasiger Wall. Rings vom grasigen Bord das gebreitete…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grasig

    Goethe-Wörterbuch

    grasig ‘g-er Boden’; als Teil eines Gemäldevordergrundes 48,128,5 Üb:Hackert,Landschaften [wohl G] Armin Giese A.G.

  3. modern
    Dialekt
    grasig

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    grasig Band 2, Spalte 798 grasig -ä- 2,798

Verweisungsnetz

17 Knoten, 12 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 7 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grasig

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von grasig

gras + -ig

grasig leitet sich vom Lemma gras ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von grasig 2 Komponenten

gra+sig

grasig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grasig als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von grasig (1 von 1)

ungrasig

DWB

ungrasig , adj. adv. Campe. nl. ongrazig. unüblich. —