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grasicht

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grasicht adj.

Bd. 8, Sp. 1976
grasicht, adj. , mit gras bewachsen, grasähnlich. mit dem im älteren nhd. wuchernden adjektivsuffix -icht gebildete, vom 16. bis 18. jh. häufig bezeugte nebenform zu gleichbedeutendem grasig (s. d.). neben dem gewöhnlichen suffix -icht begegnen formen mit -echt, -ächt, z. b. graszAecht R. Heuszlin Gesners vogelb. (1582) 56a; grasecht Sebiz feldbau (1579) 56; graszecht Borstel v. d. lieb Astreae u. Celadonis (1619) 2, 725; Dentzler clavis germ.-lat. (1716) 139b. umgelautet gresicht Petrus de Crescentiis v. ackerbaw (1531) 170a; gräsicht Aler dict. (1727) 1, 977b. als kontaminationsform aus grasicht und grasig begegnet im 18. und frühen 19. jh. auch grasigt (s. unt. 1). 11) mit gras bewachsen, überzogen; vgl. solum herbidum ein grasichter bOedem nomencl. lat.-germ. in us. schol. (1634) 40; gramineus grasicht Corvinus fons lat. (1646) 396; grasicht herbosus, graminosus Reyher thes. (1686) g 6a; Stieler stammb. (1691) 695; Steinbach dt. wb. (1734) 1, 635; herbeux Schwan nouv. dict. (1783) 1, 785a: sie werden auch gespeiset in vill gresichten und rOerichten und sendichten steten Petrus de Crescentiis vom ackerbaw (1531) 170a; als ... sie bei zweier stunden in einem grasichten thal geruhet hatten G. Klee berümter leut leben (1589) 1, 380; welche (heiden), weil der boden sehr grasicht, das vieh reichlich ernehren kOennen Müntzer v. Babenberg reiszbeschr. (1624) 93; dann schlacht ich einen stier von gutem fett und schmeer, an grasichten gestad dem grossen Jupiter Schirmer Virgil (1668) 119; Henoch habe sich vielleicht in einem grasigten orte niedergeleget, wobey er unterm gebet sey eingeschlaffen G. Schuster christ-erbaul. sendschreiben (1742) 395; sie sah eine grasichte fläche ab Haller Usong (1771) 149; ihr könnt euch indessen einige erdbeeren pflücken, oder haschemann spielen auf dem grasigten gestein E. T. A. Hoffmann s. w. 11, 76 Gr. in attributiver verbindung mit wiese oder weide mehr im sinne von grün, fruchtbar; vgl. grasig 1 a γ: bedenck und sehe doch nur einer den nutz und frommen, so uns allein aus den grasichten wiesen ... zu gewarten Kirchhof wendunmuth 3, 354 lit. ver.; bei dem Silberflusse findet man sehr guhte grasichte weiden vor viel pferde O. Dapper America (1673) 43a; und (die hirten) führen die heerden auf grasichte weyden Triller poet. betracht. (1750) 1, 496. ähnlich in der beziehung auf den monat juni, in dem das gras besonders üppig steht: der hitzige, viehspeisende, grüne, grasichte, graszvolle, ... vielbegraste ... lustige junius Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 930. übertragen in redensartlichem gebrauch, vgl. grasig 1 b β: den gräsichten weg eingehen calcare viam lethi Aler dict. (1727) 1, 977b. 22) grasähnlich, nicht ausgereift: der decem gehOerete in Israel auch den priestern vnd leuiten, damit sie dem altar dienen kundten, das nennet Syrach, heiligen, aussundern, auff einen ort legen, zusammen schlagen, vnd die garben nicht zuuor ausklopffen, vnd schuotten, oder das grasichte, oder kleinehrichte getreide zum zehenden geben Mathesius Syrach (1586) 2, 86b. vom geschmack: grasicht, holzicht schmecken, wie gras, holz Adelung lehrgebäude (1782) 2, 64; ein grasichter geschmack Campe 2 (1808) 443a. —
3217 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grasicht

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Grasicht , adj. et adv. dem Grase ähnlich. Ein grasichter Geschmack. Im gemeinen Leben grasig, grusig.

  2. modern
    Dialekt
    grasichtAdj.

    Pfälzisches Wb.

     grasicht Adj. : = grasig . a. 1530: von eim graßechten acker zu futter zu mehen [GgHospR].

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grasicht

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Zerlegung von grasicht 2 Komponenten

gras+icht

grasicht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grasicht‑ als Erstglied (1 von 1)

grasichtig

DWB

gras·ichtig

grasichtig , adj. , durch -ig- suffix erweitertes grasicht ( s. d. ). nur im älteren nhd. und meist lexikalisch; vgl. graminosus grasechtig,…

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Cotta, M. (2026). „grasicht". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grasicht/dwb
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Cotta, Marcel. „grasicht". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grasicht/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grasicht". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grasicht/dwb.
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