vorwort.
n. ,
ahd. furiuurti
proverbium (10.
jh.)
ahd. gl. 1, 231, 14
St.-S.; mhd. vür-, vorwort
mhd. wb. 3, 809; Lexer 3, 485;
frühnhd. für-, vorwort Diefenbach
gl. 468
c s. v. proverbium (
s. auch fürwort
teil 4, 1, 1, 947,
wo das verhältnis beider formen im älteren nhd. dargestellt ist)
; an. fororð Fritzner 1, 460;
mschwed. fororþ Söderwall 1, 297;
schwed. förord
ordbok över svenska sprket F 3047;
dän. forord
ordbog over det danske sprog 5, 743;
ae. forword Bosworth-Toller 326, foreword (-wyrd) Toller
supplement 241;
engl. foreword Murray 4, 447 (
neubildung des 19.
jhs.);
afries. forword Richthofen 755;
fries. foarwird Dijkstra 1, 383;
mnd. vorwort Schiller-Lübben 5, 510;
mndl. vorewort Verwijs-Verdam 9, 1, 1147;
ndl. voorwoord Dale 2, 1934.
in heutiger mundart: vüarwoart Leithäuser
Barmen 167; furwurt, vorwordt Bauer-Collitz
waldeck. 141; virwûrt
luxemb. 471; für-, vorwort
Fischer schwäb. 2, 1887; fürwort
schweiz. id. 1, 961. —
kompositum mit wort,
das im ahd. nur vereinzelt als wiedergabe von proverbium
auftritt, in mhd. und frühnhd. überlieferung jedoch als juristischer terminus in mannigfaltiger anwendung erscheint (
vgl. die parallelen in den anderen germ. dialekten)
; dieser gebrauch zeichnet sich vielleicht schon in der glossierung der ahd. form ab (
s. Habel
mlat. gl. 318
s. v. proverbium),
wenn auch ein späterer einzelbeleg, voc. theut. (
Nürnberg 1482) mm
b,
die bedeutung '
sprichwort'
zeigt. im frühen nhd. wirkt erneut das lat. (prae-verbium, pro-nomen, pro-logus, prae-fatio)
bestimmend auf den anwendungsbereich des wortes ein, wobei sich letztlich die form fürwort (
s. dort)
für '
pronomen', vorwort
für '
prologus'
durchsetzt; die anwendung als juristischer terminus hingegen ist seit dem frühnhd. bis auf mundartliche reste (
s. Fischer
u. schweiz. id.)
geschwunden. —
daneben findet sich im an. (forvǫrðr),
ae. (foreweard),
mndl. (vorewaerde),
mnd. (vorwarde)
und frühnhd. (vorwarte, für-, vorwarde)
eine präfixbildung zu warte,
f., teil 13, 2112 (prae-cautio),
die sich lautlich und bedeutungsmäszig weitgehend mit vorwort (1)
deckt (
vermutlich daran angeglichen)
; wortbildungsmäszig jedoch steht sie wohl im gleichen verhältnis dazu wie ahd. mhd. ant-wart(i) '
gegenwart'
zu ahd. mhd. ant-wurt(i) '
antwort' (
s. Verwijs-Verdam 9, 1, 1128; 1148
s. v. vorewaerde
und vorewort,
sowie vorwarde, vorwarte
teil 12, 2, 1887
f.). 11)
in der rechtssprache. 1@aa) '
vorherige absprache, verabredung, abmachung, vereinbarung (
zwischen rechtsparteien)',
auch '
vorverhandlung, vorheriges übereinkommen' (
vgl. vorrede teil 12, 2, 1405 [2]
und vorgeding
ebda 1081): dasz alle wahlen on alle abredung und vorwort beschehen sollen (1368)
städtechron. 34, 174 (
Augsburg); daz zwischen dem ... bischoffen ... vnd vns, vnser stat zu Swinfrt, ... ein vorwOert beredt vnd beteydingt (
verabredet) ist. daz selbe vorwort sol eine parthie der andern ein halp jar vor auf sagen (1388)
mon. boica 45, 525; ir werdet ... schwören, das ir (
gerichts-procuratoren) ... mit den partheyen khainerlay vorgeding oder vorwort machen ... (1557)
niederösterr. landgerichtsordn. 13
b;
ähnlich: ich (
fürsprecher, procurator) gelobe ..., mit den partheien keinerlei vorwort oder fundung (
verabredung) umb einen theil weniger oder viel an der sachen zu machen haben (1662)
zenten des hochstifts Würzburg 1, 1, 704
Knapp; vereinzelt '
rechtsanspruch auf grund vorheriger vereinbarung' (
vgl. mndl. vorewaerde
recht of aanspraak Verwijs- Verdam 9, 1, 1133 [5]): en halfbroder, ... den en hedde neyn recht thuo deme herwede noch thuo deme erve, he ne mochte en sunder recht eder vorwort dar ane bewisen (1.
hälfte d. 14.
jhs.) Kurt Klatt
das heergewäte 265 (
deutschrechtl. beitr. 2).
vielfach nimmt vorwort
die konkretere bedeutung '
schriftliches übereinkommen, vertrag, pakt, bündnis'
an: vber dise vorwort gib ich disen brif mit minem insigel besigelt (1305)
monumenta Wittelsbacensia 2, 134
Wittmann; daz wir und unse nakomen allewege gantze muge (
macht, möglichkeit) haben, die furworte eyn jair zufurentz uzzusagen (
wohl ufzusagen
kündigen), als wir daz von beider site ... han verbrievet und versiegelt under eynander
kurtrierische städte 1, 357
Rudolph; das sie dann einander getrew hülffe vnd beystand thätten mit allen iren vermogen vnd kayn tail kein vorwort mit dem konig haben oder machen, dasz vnder jnn die hilff versperr (1481)
d. kaiserl. buch des markgrafen Albrecht Achilles (1470-86) 11
Minutoli; auch '
eheliche abmachung, heiratsvertrag': wan zwey eheleut, als magdt undt knecht ... zusammen kommen undt auff der ehe keine vorwort noch beredung machen ..., ererbt das uberlebend alles dasjenig, so dem abverstorbenen ... gewesen (1588)
luxemb. weist. 466
Hardt. in sprichwörtlicher wendung: vorwort brechen nachwort (
mit parallelen im nord. und ndl., etwa '
vorrede verhütet nachrede',
zugrunde liegt das lat. '
praecedens pactum bellandi perimit actum' Falk-Torp 1, 261
s. v. forord) Petri
d. Teutschen weiszh. (1605) 2 Xx 7
a;
ähnlich: vorworte brechen alle rechte
bei Wander
sprichw. 4, 1709;
s. auch u. vorworten (1). 1@bb) '
im voraus (
einseitig)
abgegebene erklärung'. 1@b@aα) '
versicherung, zusicherung': lât one (
den menschen) leven! he schal di (
dem löwen) vorwort des geven ... dat du des mannes mester sîst Gerhard von Minden 69, 46
Seelmann; wer sweyne vorkoufft, der sal sy reyne geweren, is sey denne, ab sie der kouffer in sulchen vorworten kouft, das her sy nemen wil, als sie seyen (15.
jh., 2.
hälfte)
Danziger willkür 58
in: qu. u. darst. z. gesch. Westpreuszens 3;
auch '(
vorheriges)
versprechen, gelübde' (
zu wort I F): so solen diese dri man van jren vorworden ledich sin (1258)
altdt. orig. urk. 1, 74
Wilhelm; daz derselbe ertzbischoff vnd alle sin diener vnd die sinen irs gefengnisz ... ledig und loz sin sollen ane alle furwort, glubde, eyde vnd buntenisz (
bindende zusicherungen) (1388)
monumenta Wittelsbacensia 2, 538
Wittmann; item ock en schal nen knecht twen heren vorwordt geven (1390)
Lübeck. zunftrollen 384
Wehrmann; Tele Jacob Kunnen wedewe claget an ere dochter Greten unde Claues Wygghere der sulvesten Greten man umme vorworth, de sze Jacob Kunnen gesecht unde gelavet hebbe (1518)
Magdeburger schöffenspr. 227
in Wasserschleben
dt. rechtsqu. (1892).
ferner '
vorher gelobte sicherheit, bürgschaft, im voraus zugesagtes geleit' (
vgl. dazu F. Frensdorff
recht und rede in: hist. aufs. f. Waitz (1886) 485): civibus Mulhusensibus ... securitatem pacis, que in vulgari vorwort dicitur, ... elargimus (1306)
Mülhäuser urk.-b. 254
Herquet, ebda auch: treugas pacis que vulgariter dicuntur vorworth (1301) 225; den ... vredebrekeren scal me nene vorword gheven (1335)
Halberstädter urk.-b. 1, 340
Gustav Schmidt; heische der eyner eynen frieden vor dem andern, deme sal und mag unsers obgen. herrn von Spanheim vogt eynen frieden und vorwort geben (1424)
weist. 2, 502; käme ein verfesteter (
geächteter) mensch in unser stadt, ohne vorwort und geleit, das tritt ihme an seinen selbst hals (1577-83)
lüneburgisches stadtrecht 765
in: F. E. Pufendorf
observationes 4 (1770)
appendix. vereinzelt —
wohl durch einflusz von vollbort, vollwort (
s. teil 12, 2, 600; 725) —
findet sich vorwort
in der bedeutung '(
vorherige)
billigende erklärung, zustimmung, erlaubnis': den Lettowen ir gemûte bran in zornes glûte, daz alsô vermezzen die brûdere wâren gesezzen bie in, âne vorewort
livländ. reimchron. 5505
Leo Meyer; so heft desse vorbenomede Bertold koft an mynes heren guderen sunder jenigerleyge willen vnde vorword (1458)
Lübecker urk.-b. 9, 598; wann eine frau, so alters halber keine kinder zeugen mag, ... zu der ehe zu greifen bedacht, soll solches mit consens und vorworten ihrer nechsten erben geschehen (1599)
Lauenburger stadtrecht 320
in: F. E. Pufendorf
observationes 3 (1756)
appendix. 1@b@bβ) '
bedingung, vorbehalt' (
vgl. vorrede
teil 12, 2, 1405 [2]
und vorgeding
ebda 1081): so hat er ... vergicht (
erklärt), daz er ... gegeben habe ... deme convente ... sinen hof ... mit solichen vorworten vnd gedingen, daz (
er) ... die wile erlebet (!), eine cappelle in deme selben hove ... machen sol (1338)
urk.-b. d. klosters Otterberg 401
Frey-R; wir sullin ... yn helfin ... doch mit sulchin vorwortin (1388)
cod. dipl. maioris Poloniae 3 (1879) 610; dar ghaf ik em 150 mark tuo uppe alduosdane vorwort: weret dat he storve sunder erfnamen, suo schal ik desse vorschrevenen 150 mark wedder hebben (
um 1400)
d. handlungsbuch Vickos v. Geldersen 126
Nirrnheim; is en sy denne das her (
der wirt) das pfant (
des gastes) mit vorwortin und mit undirscheide ('
vorbehalt',
s. teil 11, 3, 1770 [12]) neme (
um 1400)
Magdeburger fragen 160
Behrend; die weltliche fürsten opferten ... unser frowen münster etliche iere eigne land und leut, doch mit solchen fürworten, das das haus und spittal ... bischoff Ulrich ernuwerte (16.
jh.)
Freiburger diöcesan-archiv 8, 29.
mitunter verschärft sich auch die bedeutung zu '
bestimmung, verfügung, anordnung': wente dit synt myne vorbestemmeden vorewort
imitatio Christi 80, 1
Hagen; die vor geschreben sune mit allen den vorworten und artikeln und bunden ... stede zu halden (1333)
städtechron. 17, 35 (
Mainz)
; ähnlich: in vorworden vnde besceydinghe (
festsetzung), alz hirna screuen steit (1361)
mecklenburg. urk.-b. 15 (1890) 86
ver. f. mecklenb. gesch. u. alterthumskde; so haben wür sie beiderseit abermahls für unsz vertagt mit den fürworten, dasz jeder theil wasz er sich vermeint zu seiner gerechtigkeit zu behelffen, syen lüth brieff, register, rödel oder anders für unsz zu legen (1698)
Freiburger diöcesan-archiv 18, 147;
vereinzelt auch '
rechtsbestimmung, richterliche entscheidung': een boeck ... daer men scrijven sal al recht, statute ende vorworde, de men ghevonden heeft (
ca 1400)
boek van rechten der stad Kampen 1
in: overijsselsche stadtr. (1875) I 1. 1@b@gγ) '
vorgebrachte entschuldigung, vorwand' (
zu wort I A 2 f): auch dess kain fürwort oder entschuldigung gehaben mögen (16.
jh.)
städtechron. 32, 282 (
Augsburg); es sollen forderst die geschwornen ... zu und vor dem gericht erscheinen, bey buss 2 pfund
d., es wäre dann, dass sie rechtmässige vorwort hätten (1654)
zeitschr. f. schweiz. recht 26, 134
Heusler; vorwort
praetextus Weismann
lex. (1698) 2, 430
b; Campe 5 (1811) 522
bucht es als veraltet, es findet sich aber noch bei Gotthelf: diese (
die herzenswärme des pfarrers spürenden kinder) haben eben kein vorwort nöthig, wenn sie in die kinderlehre gehen wollen
geld und geist (1852) 248. 1@cc) '
das erste wort, das recht, vor allen anderen zu reden' (
zu wort I D 1 c
γ,
s. auch Verwijs-Verdam 9, 1, 1148 [2]): dat eyn jewelik borghermester darsulves eyn halff jare in allen saken des rades dat vorword schal holden
qu. v. 1467
in: jahrbuch d. ver. f. nd. sprachforschung 46 (1920) 22
a; sie sind alle beystimmig gewesen, und haben deme im langen rock (dem edlen) das vor-wort (
anteloquium, prima dicendi vices) zu thun, auffgetragen Reyher
thes. 1 (1668) 404; das vorwort haben
hafwa första ordet i laget, tala först Lind
dt.-schwed. (1749) 1754; mir gebührt das vorwort
bei Campe 5 (1811) 522. 22)
als grammatischer terminus (
s. o.). 2@aa) '
prae-verbium (
dem verb vorgestellte partikel),
praepositio' (
s. auch die belege [
a. d. 17./18.
jh.]
bei Vortisch
grammatikal. termini im frühnhd., diss. Freiburg 1910, 60
f.; Jellinek
gesch. d. nhd. gramm. 2, 97
u. 361; Leser
gesch. d. gramm. terminol. i. 17.
jh., diss. Freiburg 1912, 30
u. 55,
und vlg. die parallele im ält. dän. Kalkar 1, 679): vorwort ist ein unvolkomenes umbstandswort ... also genannt, weil es mehrertheil vorgesetzt wird Helwig
allg. sprachkunst (1619) 11; die vorwörter (
präpositionen), welche mit der klagendung (
akk.) gefüget werden, sind folgende: durch, gen, ohn, umb, wider, sonder Schottel
teutsche sprachkunst (1641) 634
u. ö.; die vorwörter (
präverbia) werden jhrem gebrauche nach getheilet in absönderliche und in unabsönderliche; unabsönderliche vorwörter sind ... ant-, be-, ent- ...
ebda 486
u. ö.; die vorwörter oder praepositiones ...; vorwörter sind, die einen casum zu dem verbo setzen, und auch demselben vorgefüget eine sondere bedeutung geben Bödiker
grunds. d. dt. spr. (1709) 490
f.; die präposition oder das vorwort, welches ein compositum macht, z. e. ab, an, auf J. B. v. Antesperg
ausz. a. d. dt. schul- u. canzeleywb. (1738) 1, A 7
a; Logau trennet von den zusammengesetzten zeitwörtern die vorwörter auch da, wo wir sie nicht zu trennen pflegen, z. e.: 'ei, ich will's ihm ein noch treiben ...' Lessing
w. 16, 238
Petersen; um ist in dreyfacher gestalt üblich: 1. als ein vorwort, 2. als ein bindewort, und 3. als ein nebenwort. als ein vorwort fordert es jederzeit die 4. end. (
akkusativ) ... z. b. sich um die stadt lagern Braun
gramm. wb. (1793) 267
s. v. um;
noch Adelung 4 (1801) 1314
verzeichnet vorwort '
präposition'
als terminus der '
neuern sprachlehrer'
; die verdeutschung setzt sich jedoch in neuerem sprachgebrauch nicht durch (
ebensowenig wie vorsetzwort
und vorsetzungswort
teil 12, 2, 1567,
vgl. dagegen die ndl. übersetzungsbildung voor-zetsel)
und findet nur noch vereinzelt anwendung: (
das österr.) betont bei den vorwörtern mit, vor, von, zu, bei, nach, in, wenn sie mit dem persönlichen fürwort verbunden sind, dieses fürwort, während im übrigen Deutschland das vorwort den ton hat (mit mír: mít mir ...) Martin
d. dt. maa. (1939) 6; die hauptabweichungen vom
nhd. in der rektion der vorwörter (präpositionen) sind folgende Paul
mhd. gr. (1944) 183; die verhältnis- oder vorwörter 'regieren' verschiedene fälle Koelwel
kl. dt. sprachlehre (1947) 13;
s. auch Wunderlich-Reis
d. dt. satzbau 1 (1924) 1,
u. vgl. vorwörtchen,
vorwörtlein u. vorwörtlich. 2@bb) '
pro-nomen' (
die älteren verdeutschungsversuche sowie die verdrängung durch die form fürwort
sind teil 4, 1, 1, 949 [9]
dargestellt, s. auch Vortisch
a. a. o. 50
ff. und Pfaff
z. kampf um dt. ersatzwörter (1933) 30);
zuerst bei Schottel
teutsche sprachkunst (1641)
als kurzform neben öfter gebrauchtem vornennwort (
s. auch Vortisch
a. a. o. 51
u. Leser
a. a. o. 52): waserley ... es wird dieses vorwort nicht gar offt gebraucht 409; wo man kan das geschlechtwort ... vorsetzen, gehöret solches wort zu den vorwörteren gar nicht 397 (
s. auch u. vorwörtlein);
dann gegenüber fürwort (
s. dort)
zurücktretend und nur noch vereinzelt lexikalisch bezeugt: vorwort ...
pronomen Kirsch
cornucop. (1718) 2. 340,
ebenso: Aler
dict. (1727) 2130
und Hederich
teutsch-lat. lex. (1753) 2553. 33)
im allgemeinen sprachgebrauch. 3@aa) '
fürsprache, empfehlung' (
zu wort I D 1 a,
vgl. vorsprache teil 12, 2, 1620 [2], vorspruch
ebda 1633 [3], vorwortung (
u.)
und bevorworten
teil 2, 1761): fürwort, vid. fürbitte; vorwort Kirsch
cornucop. (1718) 2, 126; lassen sie (
anrede) mich ... keine fehlbitte gethan haben, und wenn mein vorwort jetzt nicht angeführt werden darf, so möge das Schützische gelten, von dem er auch einen brief an sie mitbringt (4. 10. 1789) Herder
an Heyne in: von und an Herder 2, 211
Düntzer; vielleicht thut die loge etwas, wenn man sich auf das vorwort beruft, welches Wieland für sie (
eine verarmte frau) eingelegt hätte, wenn er noch lebte Göthe IV 24, 197
W.; auf ihr (
anrede) vorwort hätte ich in diesem falle immer gerechnet (22. 2. 1797)
F. H. Jacobi
an K. L. Reinhold in: K. L. Reinholds leben 240
Reinhold; daher findet man in den mehrsten städtischen privilegien, dasz solche auf das vorwort gedachter reichsoberbeamte vom kaiser ertheilet worden Möser
patriot. phantasien 1 (1842) 391;
neuerer sprachgebrauch kennt das wort in dieser bedeutung nicht mehr, jedoch bezeugt noch Weigand
syn. wb. 3 (1852) 1068 '
landschaftliches vorkommen' (
s. auch Fischer
schwäb. 2, 1887
sowie schweiz. id. 1, 961). 3@bb) '
vorangestelltes wort (
zu wort I A 4,
vgl. auch vorwort 3 c
sowie nachwort
teil 7, 233 [2]),
prolog, vorrede, einleitende vorbemerkung'
; ältere sprache bezeichnet dies durch vorsprache (
s. teil 12, 2, 1620 [1]), vorrede (
s. teil 12, 2, 1406 [8
und 9])
und vorbericht (
s. teil 12, 2, 895 [1] —
das ndl. braucht auch gegenwärtig noch vorwiegend voorrede
und voorbericht),
soweit nicht das lat. praefatio, proemium, praeloquium
oder prologus
verwendet wird. erst im frühnhd. kommt vorwort
dafür auf, wobei wohl der einflusz des lat. prologus
wirksam ist (
vgl. mschwed. förord '
prologus',
sowie die parallelen im mndl., ndl., fries., schwed. u. engl.)
; dies wird zur eigentlichen bedeutung des wortes im nhd. (
s. o.): vorwort ...
auantparler, ou parole, parlar fatto inanzi Hulsius
dict. (1616) 391; vorwort ...
prologo, proemio Kramer
teutsch-ital. (1678) 1199
a,
ebenso Rädlein (1711) 1019; eine einleitung zur farbenlehre, dazu ein vorwort, war geschrieben Göthe I 36, 10
W.; richtiger und gemäsz dem vorwort im ersten buche, würde diese schrift trialog genannt, da drei theologen ... sich unterreden Münscher-Neudecker
lehrbuch d. christl. dogmengesch. (1838) 2, 2, 13; dasz sie (
Erich Schmidt) das bescheidene gänseblümchen meines namens sinngedichtlichen andenkens so groszmütig an das vorwort (
des '
Lessing') gehängt haben, darf ich nicht verschämt unerwähnt lassen (12. 12. 1883) G. Keller
br. u. tageb. 3, 445
Erm.; die zweiteilung vorwort-einleitung sieht vor, dasz man im ersteren persönlichere fragen, in letzterer zur sache gehöriges klärt. im vorwort haben andeutungen über die geschichte des buches, danksagungen an helfer, erwähnung besonderer umstände und lücken platz H. Becker
dt. sprachkunde 1 (1941) 215.
übertragen, in besonderer einzelanwendung: à propos de paresse, will ich mir noch eine bitte an dich erlauben, aber mit einem vorwort. wenn ich dich um etwas bitte, so ... liebe (
ich) dich nicht weniger und bin dir nicht eine sekunde gram, wenn du meine bitte nicht erfüllst (7. 2. 1847) Bismarck
br. a. s. braut u. gattin (1900) 15; was wir bisher zu erzählen versucht haben (
renaissance und reformation), war nur das vorwort und vorspiel, gleichsam die prähistorie der neuzeit Friedell
kulturgesch. d. neuzeit (1929) 401. 3@cc) '
vorausgehendes, einleitend gesprochenes wort',
nur vereinzelt nachweisbar: und unsz warlichen vor der mesz (
abendmahl) nach dem gebruch Cristi ... zimpt und gebüret, mit etlichen fürworten das leiden Cristi erstlich zu verkünden Th. Murner
kl. schr. 1, 52
Pfeiffer-Belli; dem kongresse, der auch nicht so schnell in die mitte der sachen gelangen konnte, sondern sich in vorworten mühsam heranarbeitete Varnhagen von Ense
denkwürdigk. (1837) 5, 31;
vgl. aus neuerem sprachgebrauch: das medium, so setzte dr. Krokowski sein vorwort (
bei einer spiritistischen sitzung, vor dem eigentlichen experiment) fort ..., bedürfe der einschläferung durch ihn, den arzt, nicht länger Th. Mann
zauberberg 2 (1925) 559.