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schnippen

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnippen verb.

Bd. 15, Sp. 1337
schnippen, verb. eine schnelle kurze bewegung ausführen. besonders vom knipsen oder schnellen mit den fingern oder einem raschen schnitt mit der schere. auszerhalb des westgermanischen ist das wort nicht bekannt; es steht wol im ablaut zu schnappen, vgl. daselbst. engl. snip (mit der schere abschneiden), vgl. Skeat 568b, holl. snippen, snipperen, resecare, secare, incidere Kilian, auch von dem schneidenden schmerze, den kälte, wind, wunden verursachen, vgl. Oudemans 6, 390 und Franck 919. ahd. mhd. sniphen, s. schnipfen. dagegen begegnet ein md. snippen in gänzlich anderer bedeutung, nämlich für schwatzen, plaudern, zanken, in verbindung mit snappen (vgl. das.): sie enkan niht dan snippen und snappen. were ich bi er, ich sluge sie uff die kappen. Alsfeld. passionssp. 4536; mit spæhen worten glanz einʒ snipt und snappet aber einʒ und ist noch wort noch wîse ganz. meisterl. 97, 54; nd. snippen, zischeln, belegt 1462, s. Weigand 2, 620; vgl. dazu mhd. snippensnap, bez. snipfensnapf mhd. wb. 2, 2, 448a. Lexer handwb. 2, 1037. Grimm gramm. 3, 304: du bist ein leije, snippen snap! diu liet wil ich hie schrîben. minnes. 2, 12b Hagen; er speht, er breht, er snip und snappe! Konr. v. Haslau jüngling 592 (zeitschrift f. deutsches alterthum 8, 568). in der nhd. schriftsprache als schnippen, ebenso in md. und nd. mundarten; das schnipfen der oberd. dialekte siehe besonders. mitteld. (hess.-fränk.) auch schneppen Schm. 2, 577. Kehrein 1, 361. Pfister 263, schnäppen Schmidt 199, s. daselbst. 11) mit den fingern knipsen, schnellen, vgl. schnippchen 1: schnippen, digitis micare. einen auf die nase schnippen, dasz es blutet, nasum alicujus talitrô vulnerare. einem vor dem gesichte hermschnippen, in conspectu alicujus digitis concrepare Stieler 1893, auch schon bei Kramer 2, 632b; crepare digitis Wachter 1453; vgl. Bernd 272: ich musz sie absolut haben! die rechte hand schreibt: absolut; und die linke schnippt mit den fingern dazu: es ist also mein ernst. Lessing 12, 153; der oberamtmann schnippte wie ein knabe, der unvermuthet erfährt, dasz keine schule heute sei, mit den fingern. Immermann 3, 207 Hempel; drauszen auf der treppe schnippte er mit den fingern. Ludwig 2, 367; aber Laura war nirgend zu finden, denn sie lauschte hinter der gardine und schnippte, als sie die blumen im knopfloch sah, mit den fingern über den gelungenen scherz. Freytag handschr. 2, 192; knabe lenker ... (immerfort umherschnippend) Göthe 41, 45 (Faust II, 1, s. schnippchen 1), mit accusativ der wirkung: kleinode schnippt er wie im traum. 46. selten in dem übertragenen sinne von ein schnippchen schlagen: den philistern allzumal wohlgemuth zu schnippen. Göthe 1, 140. 22) so auch transitiv, mit einer solchen bewegung etwas fortschnellen Adelung; brotkügelchen auf jemand schnippen. Bernd 272. Jecht 98a; überhaupt schnell schleudern Hertel sprachsch. 218: wenn er nur jetzt käme, da schnippte ich ihn mit meinem finger in die ecke. Arnim kronenw. 1, 370; hei, wie die buben johlen, und mit den fingern schnippen die funken-girandolen! A. v. Droste-Hülshoff 1, 109; freier: drauf nahm er (gott) einen butzen (klumpen) und macht ein männlein draus. er schnippt ihn in die höhe, blies ihn ein bissel an. wunderh. 2, 258 Boxberger. 33) auch mit der schere schnippen Campe; von einem kurzen raschen schnitt, auch von einem schnitte in die luft, wobei es dann auf das knipsende geräusch geht, vgl. schnippern: dasz sie (Philine) ... an langer silberner kette eine mäszig grosze englische scheere trug, mit der sie manchmal, gleichsam als wollte sie ihrem gespräch einigen nachdruck geben, in die luft schnitt und schnippte. Göthe 23, 204. 44) daher ferner mit der schere in ganz kleine stückchen schneiden oder kleine theilchen abschneiden, doch sind in diesem sinne die weiterbildungen schnippeln und schnippern üblicher, s. daselbst. Adelung; als technischer ausdruck: beschnippen, sagen die tuchmacher, wann sie die groben und offtmahl kotigen spitzen von der wolle, woraus die guten tücher werden sollen, abschneiden, lanae partes inutiles forfice demere ut puriores panni inde texantur Frisch 2, 215c; so noch bei Hertel sprachsch. 218. Liesenberg 199 (wo nur diese bedeutung angegeben ist). Bernd 273. 55) als ausdruck einer schnellen, elastischen bewegung, besonders vom elastischen zurückfahren angespannter oder festgehaltener und dann plötzlich losgelassener dinge, ähnlich wie schnappen: ein bret schnippt in die höhe. Adelung; und nicht lange, so schnippte der kleine ring mit groszer schnellkraft an die nase des herrn von Milzwurm. Tieck novellenkr. 4, 408. übertragen: ain fragzeichen, das setzt und braucht man wa fragrede seind, und ist auch nach der stymm art unnd gleichnus geformiert also.?. dz ain lini oder virgula über sich schnipt, wie sich die stymm in ainer frag am ende erhebt und über sich schwingt. Ickelsamer teutsche gramm. s. 48 neudr.mit der hand wohin fahren (?): biszweilen schnipte er in den schiebsack (die tasche), biszweilen sagte er dem hauszknecht etwas in das ohr. Weise erzn. s. 90 neudr. vgl. auch 7, b. 66) daran schlieszen sich einige kunstausdrücke der jägersprache. 6@aa) den schwanz auf- und nieder bewegen, wie es besonders feldhühner thun Jacobsson 4, 28a. Behlen 5, 540 f. Kehrein weidmannsspr. 262. Hartig lehrb. f. jäger5 (1832), 78. 6@bb) bezeichnung eines tones, den die (schwarz)amsel von sich gibt, wenn sie ein wildes thier erblickt Adelung. Jacobsson 4, 28a: wenn ihnen (den schwarzamseln) vom wildpret, füchsen oder hasen, was in die augen oder zu nahe kommt, besonders zur abends-zeit, so schreyen und schnippen sie ohne aufhören. Döbel 1, 55b; 'bei allen drosselarten die eigenthümlichen warnungstöne bei annäherung irgend einer gefahr' Kehrein weidmannsspr. 262. Behlen 5, 540. 77) weitere mundartliche besonderheiten. 7@aa) ungarisch, auszer seinem beruf in holz arbeiten Schröer 203b. wol zu 4. 7@bb) altenburg., zappelnd in die höhe springen Hertel sprachsch. 218. zu 5, vgl. schnippeln. 7@cc) hessisch, sich schnippen für schnüppen, sich schneuzen Vilmar 363. 7@dd) in Esthland, kurz angebunden sein Sallmann 48, vergl. schnippisch.
6198 Zeichen · 133 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnippen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schnippen , verb. reg. welches eine unmittelbare Nachahmung des Lautes ist, welchen die Interjection Schnipp ausdruckt, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnippen

    Goethe-Wörterbuch

    schnippen 1 onomatopoetisch: eine Schere auf- u zuschnappen lassen daß sie [ Philine ] ..eine mäßig große..Schere trug, …

  3. modern
    Dialekt
    schnippen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schnippen das Zeitw., wahrscheinlich die Grundlage für das rhein. Schnippe, schnippig u. auf Schnippe II »Zipfel, Schnab…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnippen

12 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schnippen 2 Komponenten

sch+nippen

schnippen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnippen‑ als Erstglied (8 von 8)

schnippen II

RhWB

schnippen II = entästen s. bei Schnippe II.

schnippen III

RhWB

schnippen III das Wort, im Abl. zu schnappen u. im konsonant. Auslautwechsel zu schnicken, ist zunächst in Ottw-Göttelborn , Saarl , Merz , …

Schnipp(en)kappe

PfWB

schnippen·kappe

Schnipp(en)-kappe f. : ' Schirmmütze ', Schniepkapp [ KL-Neukch ], Schniepe- [ Krämer Gal 190], Schniewe- [ Gal-Augustdorf Bolech Josbg ]; v…

Schnippenknieer

RhWB

Schnippen-knieer -e·i.jər m.: Neckn. für einen aus Wittl-Manderschd .

schnippen als Zweitglied (2 von 2)

abschnippen

DWB

abschnippen , abscindere, zerfetzen, abreiszen in kleinen enden und spitzen. der hochd. form wäre schnipfen gemäsz. haare, wolle abschnippen…

beschnippen

DWB

beschnippen , digitis crepando irridere, verhöhnen und ein schnippchen dazu schlagen.

Ableitungen von schnippen (2 von 2)

beschnippen

DWB

beschnippen , digitis crepando irridere, verhöhnen und ein schnippchen dazu schlagen.

verschnippen

RhWB

ver-schnippen: etwas v., Geld u. Gut durch Leckereien draufmachen; en Geseit machen as en Ap (Affe), de et Kostgeld verschneppt hät Wermelsk…