lachen,
verb. ridere. früher ein starkes verbum: goth. hlahjan,
praet. hlôh;
alts. hlahan, hlôg;
ags. hlehhan, hlyhhan, hlôh;
altnord. hlæja, hlô;
ahd. hlahhan, hluoh
und hluoc;
und auch noch in einigen späteren dialekten: mnl. lachen,
praet. loech,
eine form die selbst bei schriftstellern des 17.
jahrh. als loegh, loeg
nicht unhäufig ist, noch heute dauert im nl. das starke part. praet. gelachen;
altengl. laughe,
praet. lough, loh,
part. laughen;
schwed. le,
praet. log;
dän. lee,
praet. loe.
im ahd. findet sich neben der starken form später die schwache lachên
aus hlahhên,
praet. lachêta,
welche sich im mhd. als lachen,
praet. lachete
und lachte
einzig fortsetzt. auch im altfries. ist nur hlakia,
praet. hlakade
belegt. im nhd. ist jede erinnerung an ehemalige starke formen untergegangen. Das über alle germanische dialekte verbreitete wort entbehrt sicherer bezüge zu den urverwandten sprachen, da weder die zusammenstellung [] mit sanskr. kark
lachen, griech. κρέκειν,
noch die mit litt. klegu
lache, noch endlich die mit sanskr. khakkh
lachen, griech. καγχαλᾶν,
καχάζειν laut lachen (
in welchen man alten ausfall eines innern l
voraussetzt)
auf sicherheit anspruch machen darf. Gebrauch des wortes. 11) lachen,
intransitiv und absolut stehend: (
Lucrecia) ist ouch darnach niemer mer gehört worden singen noch gesehen lachen.
N. v. Wyle 77, 34
Keller; dise zuoluoger huobent des ersten an ze lachen. 278, 24; Abraham .. lachet, und sprach in seinem herzen, sol mir hundert jar alt ein kind geboren werden? 1
Mos. 17, 17; was thut jhr allhie machen? ir secht zum theil saur ausz, zum theil so thut jhr lachen. J. Ayrer
fastn. sp. 164
b (3146, 32
Keller); sie schmunzeln in sich hinein, herr ritter? lachen sie immer! Wieland 4, 132 (
n. Amadis 6, 18); und alles lacht und jauchzt und freut sich, ich aber bin nicht zu lachen kapabel. H. Heine 15, 103; seit die liebste war entfernt, hatt ich 's lachen ganz verlernt. schlechten witz risz mancher wicht, aber lachen konnt ich nicht. 106.
sprichwörtlich: wer sich selbst kitzelt, der lachet wenn er wil. Schottel 1115
b; thu gemach und lach, so gewinnst du die sach. 1119
b; wer lacht thut keine sünde. Simrock
sprichw. 325; wer zuletzt lacht, lacht am besten. 326; der lacht wohl, der zuletzt lacht. Göthe 46, 151; an lachen und flennen sind narren zu erkennen.
In formelhafter verbindung mit dem gegensatze weinen, trauern, zürnen: weh euch, die jr hie lachet, denn jr werdet weinen und heulen.
Luc. 6, 25; es ist trawren besser denn lachen, denn durch trawern wird das herz gebessert.
pred. Sal. 7, 4; wenn ein weiser mit eim narren zu handeln kompt, er zürne oder lache, so hat er nicht ruge.
spr. Sal. 29, 9; es ist so leicht gelacht wie geschrieen. es lacht mancher, der lieber weinen möchte. Simrock
sprichw. 325; man sieht manchen lachen, der weinen sollte. wer leicht lacht, weint auch leicht. 326; treffliche mädchenkünste: geweint und gelacht durch einander, recht wie die sonn im april. Voss 1, 161. lachen
bezeichnet auch nur eine frohe gemütsstimmung: dem streiche des todes mit unverwandtem auge entgegen sehen, unter den bissen der nattern lachend sterben, ... sind züge des altnordischen heldenmuths. Lessing 6, 378;
wem ein glück zugefallen, von dem sagt man der kann lachen; ein lachender erbe,
der ohne den todesfall zu beklagen sich nur der erbschaft freut: soll denn ihr schönes vermögen an lachende erben kommen? Lessing 2, 388;
schon im 12.
jahrhundert lachen =
fröhnlich sein: sûʒe (
jungfrau Maria) darumbe gerûche mir gunnen, dat ich dîner vroweden mûʒe smachen, inde bit dir mûʒe ewelîche lachen.
Marienlied bei Haupt 10, 36, 12; achen oder spilen,
ludere. voc. theut. 1482 s 1
a. 22)
mit begleitenden zusätzen, die art des lachens schildernd: laut, leise, heimlich, versteckt, herzlich lachen; lache sie doch einmal, Lottchen! sie lacht recht hübsch. Lessing 2, 531; ich halts für die gröszte glückseligkeit des menschen, rechtschaffen lachen zu können. Klinger
theat. 2, 239; aus vollem halse lachen; lachen was einer vom halsz vermag,
afferre cachinnos omnes. Maaler 258
d; Harlequin ... lacht, als ob er toll wäre. Lessing 4, 376; man kann lachen, dasz die thränen in die augen treten; das körperliche weinen ist also gleichsam der höchste grad des körperlichen lachens. 12, 53; lachst du doch, als wenn du dich ausschütten wolltest, wie ein kobolt.
reimdich 149; da lachte die base, dasz es sie schüttelte über und über. J. Gotthelf
Uli der pächter (1870)
s. 47; die edelfrau lachte über unser beginnen, dasz man ihr alle zähne sehen konnte.
Jucundiss. 192; der wirth lachte, dasz er die daumen in die seiten halten muste. 207; hierüber fing sie (
die alte) an zu lachen, dasz man ihr alle vier zähne sahe, die sie noch im maul hatte.
Simpl. 1, 374
Kurz; und sei du als der erst der lach, mit solchen ungestümmen gschrei, als lachst du dir den bauch entzwei.
grobian. (1568) C 6
a (
b. 1,
cap. 5); als der könig Reineken sah, wie dieser am kreise glatt geschoren sich zeigte, .. da lacht er über die maszen. Göthe 40, 213;
[] auch die schwarzen, die eunuchen, stimmten lachend ein, es lachten selbst die mumien, selbst die sphinxe, dasz sie schier zu bersten dachten. H. Heine 18, 21; die Venus hat lieblich und freündtlich gelachet,
dulce Venus risit. Maaler 258
d; heimlich lachen und kitteren,
furtim cachinnare. ebenda; mich dünkt ich hörte ihn da leise für sich lachen. Chamisso (1836) 4, 246; wo freude schüchtern lacht und leiden uns umgeben. Uz (1768) 2, 137; und in die offnen wälder wird ohne zwang gelacht. Hagedorn 3, 70; und das mütterchen lachte behaglich. Voss 1, 214; oft flecht ich blumen zum kranze, und spiegle mich als braut am quell im zitternden glanze, und sinn und lache laut. 4, 182; einfältig, dumm, kindisch lachen; verschmitzt, schlau lachen; krankhaft, sardonisch, höhnisch lachen; immer geplaudert, immer gelacht, wie die kinder! Voss 1, 175; in die faust lachen, ins fäustchen lachen,
vgl. die belege theil 3, 1381. 1382;
dafür auch durch die faust lachen: man .. lasz sie (
die juden) ettwas erbarlichs handlen mit der handt, damit sie nit unser müsig spotten, das wir als die inwoner jnen arbeiten, und sie als die fremling müssig neeren, dʒ (=
darum) solten si billich durch die faust lachen, und uns die feugen biegen und esels oren zeigen. Frank
weltb. 155
a; durch die finger lachen: der lai das selb ersehen hat, durch seine finger lacht. Uhland
volksl. 915;
und in die hände lachen,
wie schon mhd. (Lexer
wb. 1, 1808): wir durchgehn der meisten stände, sehn gemeiner thorheit zu, lachen heimlich in die hände, und befördern unsre ruh. Günther 187;
der gegensatz ist einem ins gesicht lachen,
sein lachen einem offen zeigen: hinter jener ulme seh ich einen satyr lauschen, der euch ins gesichte lachend unterm ziegenbarte knurrt. Göthe 47, 100. 33)
mit angabe des grundes, der von alters her und bis in die moderne sprache durch einen genitiv ausgedrückt wird: ahd. gerno lachêt si des sûftodes,
gemitus ridet. Notker
Boeth. 47;
mhd. des wirt noch gelachet inneclîche. Walther 40, 4;
nhd. wes lachest du aber?
N. v. Wyle 225, 19
Keller; ich wolt des affenspieles gerne lachen, wenns nicht so grosze ernste sachen betreffe. Luther 3, 66
b; ja, sprichstu, des lachet er .. wolan er sols auch lachen. 4, 479
a; dieser bitte ward zu Augsburg wol gelacht. 6, 82
a; ich musts fürwar lachen, der groszen kunst. 8, 4
b; mancher erzehlete dem anderen seine heimlichkeit, der es (
dessen) hernach im herzen lachete. Philander 1, 154; es möcht ein saw lachen solcher doctorischen verständt. Paracelsus
opp. 1, 303 B; nu waint si des sie selber oft hat gelacht.
fastn. sp. 699, 5; das ir möht unser waishait lachen. 782, 12; der fuchsz muszt selbs der schalkheit lachen. E. Alberus 31; merk unrechts guots der teüfel lacht. Schwarzenberg 134, 2; und must heimlich des possens lachen.
ganszkönig F 5
a; hab ich des schönen traums nicht gleich gelacht? Lessing 2, 230; (
ich) will täglich, zur gerechten busze für meine jugend-reimerein, mit aktenstaube mich bestreun ... du lachst des trotzigen entschlusses? Göthe 1, 459; ein grober Ulenspiegel ... meinet sich damit zu beschonen, und jederman des kindes zu lachen bewegen. Luther 4, 383
b; lachen möchten wir wol solcher narren. 8, 6
a; wer es hören wird, der wird mein lachen.
1 Mos. 21, 6; dieser antwort lacht Esopus, da ward Xanthus zornig, und sprach zu jm, wes lachst du lecker? .. ich lache ewr (
gen. sing.) zwar nit, sonder ewres meisters. E. Alberus 5
b; der secretarius muste meiner lachen.
Simpl. 1, 95
Kurz; ich seiner oft musz lachen wans nur die nüszlein pact. Spee
trutzn. 216; plauderten viel, und lachten des bräutigams viel, und der jungfrau. Voss 1, 177; und sie lachten des hold erröthenden mägdleins, alle, das mütterchen auch. 210.
[] neuer und in der gewöhnlichen rede jetzt durchaus wird der grund des lachens durch die praeposition über
vermittelt: den bapst zu spotten, bin ich unmeslich zu geringe. er hat wol uber sechshundert jare, die welt gespottet, und uber jrem verderben an leib und seel, gut und ehre, in die faust gelacht. Luther 8, 212
a; ich musz darüber lachen,
risum hoc mihi debet, praecordia mihi ad risum saliunt. Stieler 1051; trefflich worüber lachen,
prolixius aliquid ridere. ebenda; Kl. die ganze stadt lacht zwar über sie; aber das ist das schicksal der frommen ...
O. ich weisz nicht, worüber die stadt lachen sollte ...
Kl. sie lacht nicht darüber, dasz sie heirathen, sondern, dasz sie nicht schon vor dreiszig jahren geheirathet haben. Lessing 2, 399; (
der censor hat) den ganzen schlusz weggestrichen, worinne man über gewisse .. kindereien lachte. 1, 178; man lacht weniger über das, was don Quixotte thut .. als was er an sich vernünftig sagt. J. Paul
vorsch. d. ästh. 1, 148; lachten sie über das band der mütze, die blumen des schlafrocks, den er so stattlich trug. Göthe 40, 272;
durch ob: der Erasmus muszte lachen so gewaltig ob dem spasz, dasz ihm platzte in dem rachen ein geschwür und er genas. H. Heine 18, 121;
auch durch vor,
wenn der grund in einer gemütsstimmung liegt: vor freude lachen; er lacht vor lust, vor behagen; oft lacht er überlaut vor freuden. Wieland 18, 165;
ferner vor zorn lachen: muost er vor zorn lachen. Wickram
rollw. 43, 3
Kurz; vor trawren so mus ich lachen meiner kleglichen wort.
Ambraser liederb. no. 114, 4; ich must ausz zorn der thorheit lachen, das ich zuvor Salomon war, und jtzt ein betler und ein nar.
froschmeus. O 4
a (1, 2, 17);
wofür mhd. und auch später noch von
galt: da lachetin sie beide von vroweden und leide.
k. Rother 2483
Rückert; sie müssen wol von boszheit lachen.
grobian. (1568) B
b (
b. 1,
cap. 3).
dagegen hebt die praep. zu
an sich weniger den grund des lachens, als die begleitung einer sache durch lachen hervor, obschon die fügung mit jener viel innere verwandtschaft hat: er lacht nur dazu was immermehr thu der teufel mit blasen, die welt mit viel rasen. Logau 1, 171; ihr müst zu unsrer thorheit lachen. 3, 79, 20. 44)
in einigen der verbindungen no. 3
hat lachen
mehr den sinn höhnend verachten, verspotten entwickelt: wir quelen und plagen den satan schlechts mit dem wort, ob er sich wol stellet, als lache ers. Luther 3, 276
b; wer sicher sein wil, der mus die kluge vernunft zuthun und zusehen, das die klugheit der welt solchs lache und spotte, und sie lasse reden. 6, 66
a; wir aber wissen und verstehens nicht, und wollens doch lachen und spotten. 67
b; der im himel wonet lachet jr, und der herr spottet jr.
ps. 2, 4; man lacht bei sich selbst der thoren, welche betrogen zu werden verdienen, weil sie betrogen werden wollen. Wieland 6, 295; auch lachet jhrer schon mit spot der jhnen weit zu hoch gesessen. Weckherlin 4 (
ps. 2, 4); Iris tändelt, scherzt und singet, höhnt und lacht der leidenschaft. Hagedorn 3, 57; wir wurden alle lauter sieg, und lachten ihrer zahl. Gleim 4, 32; sie lachten der fürsten und der könige spotteten sie. Klopstock
Mess. 11, 618; ich lache ihres fluchs! Gökingk 3, 92; dann sind wir noch ruchlos genug, der armen betrognen zu lachen. Wieland 5, 64 (
n. Amadis 14, 5); (
die bauern) sind uns an anzahl doch überlegen, führen den knüttel, wie wir den degen. warum dürfen wir ihrer lachen? weil wir einen furchtbaren haufen ausmachen! Schiller
Wallenst. lager, 11.
auftr.; ungut steht dafür der dativ: er hat gewendet seine macht auf einen schwachen mann; gespottet dem, und dem gelacht, der sich nicht wehren kann! Gleim 4, 129; du lügengeist! ich lache unserm bunde, den nur der schein geschlossen mit dem schein. Lenau
Faust 195;
[] mit der praep. über: der litterator verachtet meistens den poeten, und der poet lacht gemeiniglich über den litteraten. Lessing 9, 8; er verlästert alle sachen, die nicht sein gehirn gebiert, und darf selbst darüber lachen, wie dein arm den scepter führt. Caniz 32.
ungewöhnlich mit einem lachen,
ihn verspotten (
ähnlich gedacht wie zu etwas lachen
oben 3
a. e.): ein geistlicher spielte fleiszig mit einem jungen kinde, worüber andere scheinheilige ihn ausspotteten und mit ihm lachten.
pers. baumg. 7, 14;
niederl. met iemand lachen,
ihn auslachen. 55)
zu solchen constructionen tritt in der ältern sprache noch ein persönlicher reflexiver dativ: ich wuochse an yre pfaffen des glaubens halb, in gegenwertigkeit des künigs, also dʒ ich sy zu zorn bewegt, des ym der fürst lachet und sagte das unser glaub guot wer, weil uns gott so vil guots thet. Frank
weltb. 216
a; Moyses, der aufrichtig, ehrlich und gut sach hett, lacht ihm selbsten der abendthewer. Ayrer
proc. 2, 5; dessen mocht er ihm gar wohl lachen. 1, 14; mainst, ich müg mir ains solchen (
streiches) lachen?
fastn. sp. 610, 5; und deiner abentheure lachet ich mir nicht sehr. J. Ayrer
fastn. sp. 164
c (3147, 35
Keller); was weins wir öszten (
verbrauchten) waistu wol. und wann ich noch daran gedenk, so lach ich mir der guten schwenk. Schwarzenberg 144
b;
bei letzterem aber auch reflexiver accusativ: dann wölcher arzt kan guoten grund der mach sich billig selbst gesund. darümb lach ich mich sölcher straf, die oft der traimer thuot im schlaf. 133
b. 66) lachen,
mit angabe der wirkung; es heiszt sich krank (
theil 5, 2025), gesund, zu tode, krumm, bucklich lachen: ihm aber were solches also lächerlichen vorkommen, das er sich darüber zu todt gelachet.
Phil. Lugd. 1, 124; ich möcht mich zu todt lachen.
ebenda; ich lache mich zu tode, fuhr sie fort. Göthe 18, 212; ihr sollt euch alle zu todt lachen. Klinger
theater 2, 239; wenn dir entdecket, wie artig ich und Sylvia von diesen sachen zu reden pflegen, ... du würdest dich zu einem hölzlin lachen. A. Gryphius 1698 1, 877; wir hetten uns schier zu plosz gelacht. H. Sachs 3, 2, 200
c (
vgl dazu theil 2, 148); allein die mutigen freier huben die händ, und lachten sich athemlos.
Odyss. 18, 100 (
im original aber γέλω ἔκθανον);
zugleich mit angabe des grundes (
oben no. 3): wann ich ohne straf und gefahr in der hölle lachen könte, ich müste mir dieser närrischen verse wegen einen buckel lachen. Philander 1 (1677), 470; krank lache ich mich darüber. Lessing 1, 416; drumb sag daher ein schalen schwank, es möcht sich einer dein lachen krank.
grobian. (1568) C 6
b (
b. 1,
cap. 5); hab mich schier krank der schuster glacht. J. Ayrer 426
d (2143, 29
Keller); o! säht ihr selbst, wie sie studiren, ihr .. lachtet über solchen thieren den allerletzten backzahn krumm. Günther 165; drob ich mich lachen thät halb todt. Gotter
bei Göthe 56, 67. 77)
es heiszt einen lachen, lachend
oder zu lachen machen: einen lachen machen,
risum movere alicui. Corvinus 1, 548
b; (
dasz ein arzt dem kranken) ein mut einschwetzen und eingaukeln kan, jn lachen machen, wann er schon gern weint.
Garg. 12; mit eim schalen bossen daher kommen, der, wie man sagt, einen todten möchte lachend machen. 13; einen ze lachen machen, dasz er aufhotzt,
commovere cachinnos. Maaler 258
d; philosophiren — es macht mich lachen. Lessing 2, 525;
Ch. sie machen mich zu lachen, herr vater.
W. zu lachen? und ich wollte, dasz du über deine thorheit weintest. 456; ihre (
der schmarotzer) verdienste waren, dasz sie .. leute dann und wann zu lachen machen konnten, die bei feinen scherzen gegehnt hätten. 3, 131; jetzt da ich sie nicht lachen mache, haben sie lange weile wie die hunde. Göthe 36, 26; 'was brachte dich zum lachen?' danach fragst du? das lächerliche, glaub ich; denn das macht zu lachen. Lessing 2, 506; das also war des pudels kern! ein fahrender scolast? der casus macht mich lachen. Göthe 12, 69.
[] gelacht kommen,
vergl. dazu kommen II, 4,
theil 5,
sp. 1636
f.: Christoph. (kömmt gelacht). ha! ha! ha! Lessing 1, 333; Cupido kam gelacht: sind, sprach er, das nicht possen. Fleming 167. 88)
statt der person steht das gesicht oder der gesichtstheil an dem das lachen vorzugsweise sich zeigt, als subject: hast du gelesen von einem maler, der mit einem einzigen pinselstriche ein lachendes gesicht in ein weinendes verwandeln konnte? Lessing 2, 531; o wie lieblich lacht dies engelgesicht, und die rosenwange voll unschuld, und dies glänzende blau der äugelein. Voss
Luise 3, 1, 241; (
der schuldner) spricht mit lachendem mund: du bist mir brderliche lieb und treüw schuldig. Wickram
rollw. 21, 19
Kurz; der priester ... sahe die braut gar schamperlich mit lachendem mund
an. 156, 25; ich will jhnen den wein schenken, aber nur lachendes munds.
Garg. 148
b; fiengen sie an auf gut parisisch zu betten, zu fluchen und zu schweren, dasz es donnern möcht, etliche ausz zorn, andere lachends munds. 149
a;
als rechtsformel mit lachendem munde
bezüglich solcher handlungen, die gern, frei und ungezwungen verrichtet werden, vgl. rechtsalt. 37. 143
und beispiele bei Haltaus 1151; so der munt lachet und daʒ herze krachet vor leide und vor sorgen.
Iwein 4415;
auch das auge lacht (
vgl. 1, 799): ir ougen habent einen sit daʒ si ir munde lachent mit.
frauendienst 520, 1; swen si güetlîchen an mit lachenden ougen sach, swaʒ dem leides ie geschach des was zehant vergeʒʒen.
Wigalois 27, 17; ihr (
meine augen) habet oft mit traurigen geweinet, und mit den fröhlichen so gern gelacht. Gökingk 3, 42;
selbst vom herzen heiszt es, es lacht (
vgl. theil 4
2, 1208): ferne vernahm es Zeus auf Olympos höhn, wo er sasz; und es lachte das herz ihm wonnevoll, da er sahe die götter zum kampf sich begegnen.
Ilias 21, 389;
in der ältern sprache vornehmlich lachender muth, mit lachendem muthe: Rôme diu mære enpfie ir rihtære mit lachendem muote.
Gregor. 3617; wenn sie lachenden muths manchmal einen von den besondern grundrissen ein wenig näher beleuchteten, so wurden sie von denen, welche auf diesen grundrisz geschworen hatten, für mordbrenner des pallastes selbst ausgeschrien. Lessing 10, 124. 99) einem lachen,
in abgeblasztem sinne, einem freundlich, gewogen sein, sein gefallen äuszern: siene sol niht allen liuten lachen alsô von herzen same sie lachet mir.
minnes. frühl. 131, 33; daʒ dir vrô Sælde lache.
Silvester 2565; ein andrer dem das glück nicht will nach wunsche lachen. Canitz 109; alsbald der herr mir lacht, so lacht mir jederman. Logau 2, 109, 51; durch ihn werd ich so stolz gemacht, als wenn mir eine metze lacht. Hagedorn 1, 109; seht, wie froh den phantasieen neuer lust sein auge lacht. Bürger 1
b; folgt, sagte sie, die rache so plötzlich dem vergehn? kaum dasz ich diesem lache, bestrafet mich Tiren! Boie 303
Weinhold; auch anmuthen, einen höchst freundlichen eindruck machen: vor allen dirnen so flink und glatt lacht mir die lachende Lore. 365;
von dingen: die baarschaft, die zu sehr an kargen fäusten klebt, nur ihrem hüter lacht. Hagedorn 1, 21;
und hier auch in den verbindungen in die augen, ins herz lachen: dem jüngferchen lacht in die augen das schlosz. ihm lacht in das herzchen der junker zu ross, im funkelnden jägergeschmeide. Bürger 60
b; mit dem tausendfarbigen morgen lachst du (
die liebe) ins herz ihm. Göthe 2, 67;
vgl. auch das folgende. 1010) lachen,
von solchem was uns zur freude stimmt, gehört überhaupt auch der rede des gemeinen lebens an: sein anplick geleicht ainem lachenden oder frœleichen anplick. Megenberg
[] 51, 7;
von dem äuszern eines muntern burschen: mein kerl! es lacht doch alles an ihm wenn man ihn nur ansiehet. Schoch
stud.-leb. D iii;
sprichwörtlich: par gelt ist lachender kauf. Mathes.
Sar. 126
b; das paare gelt war ihr ein lachender kauf. Abele
unordn. 2, 12; baar geld lacht. Simrock
sprichw. 173;
hat aber doch vorzugsweise seine stellung in der gehobenen sprache, und gilt namentlich in bezug auf die erde, die flur und ihre erzeugnisse: mhd. man sach da lachen wîʒe bluot ûf dem grüenen rîse.
minnes. 3, 334
b Hagen;
nhd. für Egmont lachte noch die welt. Schiller 848
b; in lachenden gefilden. Geszner 2 (1789) 71; siehe, wie schön die gegend uns entgegen lacht. 226; wenn es (
das mädchen) zurück trat, dann lachte sein auge der Phillis wieder feuriger zu. so lachen die fluren, wenn der mond aus wolken hervorgeht. 13; wie lacht uns das gras auf dem felde! wie erfreut uns die unschuldige heerde. Klopstock 11, 150; nach einiger zeit hatte die erde (
nach einer überschwemmung) wieder angefangen, eine lachende gestalt zu gewinnen. Wieland 14, 13; (
eine strasze) die wie der Rhein sich bald durch grünende felsen voll epheu drängte, bald fliehende lachende ufer hinter den zweigen aufthat. J. Paul
Tit. 2, 49; vor freuden lacht das feld. Brockes 1, 115; seine feurigen rosse suchten die sinkende sonne muthig einzuholen, und wieherten durch die gefilde, die itzt in herrlichster anmuth dem liebenden jünglinge lachten. Zachariä
tagesz. 78; indesz der pflanzen grün und Flora glänzender und alles lachend schien. Uz (1768) 2, 182; der schöne frühling lacht ihm (
dem bösewicht) nicht, ihm lacht kein ährenfeld; er ist auf lug und trug erpicht. Hölty 187
Halm; so freundlich lachte wald und thal in meinem leben nicht. Stolberg (1779) 88; spend, o göttinn, jede blume, die auf deinen beeten lacht. Bürger 2
a; lasz dich die natur entzücken, die dir sonst gelacht! Gotter 1, 14; wie glänzt die sonne! wie lacht die flur! Göthe 1, 80; lachend fliehen an mir die reichen ufer vorüber. Schiller 75
a (
spaziergang); wann wird empor der rosenast sich richten, und lachend schlingen sich um düstre fichten? Platen 75
a;
von der sonne, dem himmel: wann scheu die schöpfung sich verhüllt, und laut der donner ob uns brüllt, dann lacht am abend nach dem sturm die sonne, ach! so schön! Usteri
im götting. musenalm. 1796
s. 27; nur verstohlen durchdringt der zweige laubigtes gitter sparsames licht, und es blickt lachend das blaue herein. Schiller
spaziergang v. 26; wir gehen in ein glücklicheres land, da lacht ein milder, nie bewölkter himmel.
jungfr. 1, 7;
vom tage, der zeit: der lachende tag. J. Paul
Tit. 1, 55; so hob sich der junge tag .. auf die blauen höhen und lachte kindlich in die welt. 4, 145; der himmel färbet sich mit purpur und saphiren, die frühe morgenröthe lacht. Haller (1768)
s. 1; euch lacht und lebt kein lenz; euch glüht kein morgenroth. Lessing 2, 452; es lacht der mai! Göthe 1, 232; jetzt noch laszt uns fröhlich sein, da die stunde lacht. Seume;
von gebäuden und zimmern: er ging ins helle lachende haus, das voll fenster und grüner jalousieläden war. J. Paul
Tit. 2, 52; eure tempel lachten gleich palästen. Schiller
götter Griechenlands v. 89; festlich geputzt, durch die gläserne thüre des alkovs lachte daher die vertraute studierstub. Voss
Luise 2, 20;
vom weine: siehe der wein im becher lachet wann dein auge darüber wachet. Rückert 349;
von abstracten: süsze freude und unschuld lachen mir von allen hügeln, von allen fluren zu. Geszner 2 (1789), 72; die ungeschwächte jugend lacht aus seinem schwarzen aug und glüht auf seinen backen. Wieland 17, 25 (
Idris 1, 27); ehre lacht nicht halb so hold als der minne freudensold. Bürger 17
a;
und anderem: im lager dieser partei (
der Hugenotten) erblickte man nichts lachendes, nichts erfreuliches. Schiller 1058
b; ein
[] fröhliches volk, ein volk das für witz und lachenden scherz empfindlich ist, läszt sich viel leichter regieren, als ein schwerfälliges. Wieland 13, 137 (147); beide bezeigten ihr vergnügen über dieses kleine schauspiel, welches das lachendste gemälde von der welt machte. 1, 288; er vollendet das lachende gemählde (
von dem aufenthalte der seligen) mit zwei zügen, welche den allgemeinen wunsch aller sterblichen zu umschreiben scheinen. 14, 298; er konnte sich nicht enthalten manche frohe vergleichungen seiner jetzigen lachenden lage im Haszlauer rosenthal mit seiner sonstigen magern im Leipziger anzustellen. J. Paul
flegelj. 1, 152;
und selbst von einer in schönheit strahlenden person: o was in tausend liebespracht die holde, die ich meine, lacht! Bürger 37
b; doch, ach! für wen auf erden lacht die holde so in liebespracht? 38
a. 1111) lachen,
von thieren, in bezug auf ihre dem menschlichen lachen ähnliche laute: tauben ... gurren, rucksen, lachen und umflattern ihn. Bettine
br. 2, 100; eigenthümlich ist das geschrei der möven; ein gemisch von klagelaut und lachen. G. Hartwig
das leben des meeres (1857)
s. 146; so oft der muntre psittich lacht. Hagedorn 2, 47; die taube lacht und girret. 3, 109.
in der Wetterau und sonst ist lachen
auch das freudige wiehern des pferdes. 1212)
transitives lachen,
durch lachen an jemand anderem etwas bewirken, gehört fast ausschlieszlich der gehobenen sprache an (
im gegensatze zu reflexivem lachen
oben no. 6): die schauspielkunst ... die den thoren klüger lacht. Lessing ...; lache wieder leben, du unbefangner, in zwei herzen, auf welche der tod seine fliegenden wolkenschatten geworfen! J. Paul
Hesp. 2, 235;
Julio. Solina, deine liebe!
Sol. ha, ha, ha!
Julio. lache mir schwerter durchs herz! Klinger
theater 2, 145; ihr (
der dichtkunst) scharfer spott verrichtet, was nicht Lycurgs gebot, lacht alte thoren weise und schamvergeszne roth. Dusch
poet. werke 1, 24; trübe stirnen lacht sie (
die freundschaft) heiter. Gökingk 1, 140; ich lacht ihn aus der ruh, dieselbe nacht lacht ich ihn in die ruh.
Shakesp. Anton. 2, 5; I laugh'd him out of patience; and that night I laugh'd him into patience; ainem ain pfenning aus dem seckel lachen. S. Frank
parad. 45; der künstler, denkt er, sind so wenige, lasz sie lachen! sie können dich doch nicht um dein ansehen lachen, das sich auf den beifall ganz anderer leute gründet! Lessing 8, 39;
anknüpfend an den gebrauch von lachen
oben no. 10: es ist des herzens reine güte .. die gleich dem heitern sonnenbilde in alle herzen wonne lacht. Schiller 100
b; schönes Amalfi, dreimal werde gegrüszt! die natur lacht segen, es wandeln liebliche mädchen umher und gefällige knabengestalten. Platen 122. 1313) lachen
mit sächlichem object, durch lachen etwas äuszern oder zu verstehen geben, ist nicht unhäufig: ihr könnt auf die manir wol gute heuchler machen, die euszerlich gestehn was sie im herzen lachen. Opitz
Hugo Grot. 410; dasz er sich nicht hinaus zum rittersaal trotz lachend, wie die kinder pflegen, zu seinen bauern stahl. Thümmel (1791) 10, 166; beifall, den ihr klatschtet oder lachtet. Gotter 1, 278; du lachtest hohn für lieb und treue auf mich herab. Bürger 7
b (
vgl. auch unter hohn
theil 4
2, 1724);
es heiszt auch ein gelächter lachen,
mhd. ein lachen lachen: diu vil guote zweier hande lachen lachet. Lichtenstein
frauend. 521, 2; es lacht Amalia helles gelächter thränen im blick. Voss
Luise 3, 1, 453;
dafür eins lachen: aber jetzt eins gelacht! Klinger
theater 2, 239.
auch mit angabe der worte die durch lachen ausgedrückt oder von gelächter begleitet werden: herzog Carl .. fragt jn ob er singen, springen, lauten oder harpfen zwicken könde, er lacht dem fürsten ein nein. S. Frank
sprichw. 1, 155
b; ha, lachte der kaiser, vortrefflicher haber! ihr füttert die pferde mit wenn und mit aber. Bürger 67
a. 1414)
der infinitiv substantivisch, in derselben bedeutung wie das weniger gebräuchliche fem. lache,
und das unedlere gelächter:
[] gott hat mir ein lachen zugericht.
1 Mos. 21, 6; seine kleidung, lachen und gang zeigen jn
an. Sir. 19, 27; das lachen eines wahren idioten! Lessing 1, 281;
sprichwörtlich an vielem lachen erkennt man den narren.
es heiszt ein lautes, helles, silberhelles, frohes, leises, kicherndes, bitteres, kaltes, hämisches, tückisches, schadenfrohes lachen: der erste hunger ist gestillet, izt kömmt der ländliche scherz und das laute lachen. Geszner 2 (1789) 277; (
der faun) hörte das zwitschernde lachen der hirten. 3, 45; das könnte man, sagte er mit einem kalten lachen, drucken lassen, und allen hofmeistern empfehlen. Göthe 16, 158; (
sein vortrag war) öfters ... durch ein hohles bauchschütterndes lachen unterbrochen, womit er die beiszenden stellen anzukündigen und zu begleiten pflegte. 24, 199; wer mittn in grunen frewden in vollem lachen steht. Soltau 505 (
von 1632); in seinem sinn sehr mit sich selbst vergnügt, schlägt er ein herzlich lachen ob seinen einfall auf. Wieland 18, 134; unter lautem lachen der ganzen stadt. 137; in lachen ausbrechen, ins lachen fallen, vor lachen bersten, hinfallen, voll lachens sein, sich vor lachen ausschütten, wälzen; das lachen verbeiszen, verhalten; das lachen vergeht, ist theuer: sie will in lachen ausbrechen. Lessing 2, 480; aus dem lächeln darüber ins lachen zu fallen. 8, 82; Lisette (die sich des lachens nicht länger enthalten kann).
ebenda; denn wird unser mund vol lachens .. sein.
ps. 126, 2; was ist das? sprach ein teufel, der vor lachen bärsten wolte. Philander 1 (1677) 382; unsere reisende hätten vor lachen hinfallen mö
gen. unwürd. doct. 359; wollt halb krepieren vor lachen, wenn mich dann das luder so giftig anstierte. Schiller
räub. 1, 2; Philine .. wollte vor kichern und lachen ersticken. Göthe 19, 80; der diaconus, der ungeachtet der würde des orts mühe hatte, ein lachen über den höfling auf der kanzel zu verbeiszen. Immermann
Münchh. 3, 35; das lachen verhalten,
tenere risum Maaler 258
d; das lachen einem vergehen machen,
dolore risum pellere, risum mutare in planctum, transferre in gemitum Frisch 1, 562
b; die knecht die sol man küpfen (
köpfen), das lachen war in teur. Uhland
volksl. 351; da wird das lachen werden theur, wann alles wird vergehn im feur. B. Ringwald
lied: '
es ist gewislich an der zeit'; o frauenlieb, du heises feur, wie machstu das lachen so theur, wenn du nicht gelescht werden kanst! J. Ayrer 386
c (1939, 2
Keller); das lachen
im gegensatz zu weinen, trauern: nach dem lachen, kompt trawren, und nach der freude, kompt leid.
spr. Sal. 14, 13; ewer lachen verkere sich in weinen, und ewer freude in trawrigkeit.
Jac. 4, 9;
sprichwörtlich: kinder haben lachen und weinen in éinem sack; ihm ist das weinen näher als das lachen; dein schmeicheln, zürnen und trotzen und flehn, dein lachen, weinen und alles ist gut. Platen 78. das ist nicht zum lachen; das ist kein lachen,
wie sonst kein spasz,
nichts wobei man lacht: die schlachtordt mussen wir machen, von kannen und glesen vol bier und wein, treülich das ist kein lachen. Hildebrand
volksl. 249, 15 (
von 1549).