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stram

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stram m.

Bd. 19, Sp. 816
stram, sträm, m. , 'richtung, streifen, strahl, striemen'; nebenformen: strame, sträme, strom, straum, stramen, strämen; wie strahl gehört stram (mhd. strâm, nl. straam) zur wurzel sterə-, strē- 'ausbreiten' Walde-Pokorny 2, 637; die nebenform sträm stammt entweder aus dem plural oder geht wie strähne, streim, mnd. streme, nl. (mundartlich) streem auf die i-erweiterung derselben wurzel zurück; nd. strēm, nl. streem können endlich auch hd. striemen entsprechen und wie dieses auf die u-erweiterung streu- oder (mit sogen. ē2) ebenfalls auf die i-erweiterung zurückgeführt werden; s. u. striemen. das wort biegt stark und schwach. da eine zuordnung der einzelnen fälle von obliquem casus zu einer bestimmten singularform (stram, -e, -en) nicht möglich ist, folgt lediglich eine übersicht über die wichtigsten beispiele, aus denen auch die verbreitung der umlautformen ersichtlich ist. neben dem nom. sing. stram stehen: strem Diefenbach nov. gl. 331a; sträm Frischbier 2, 377; Danneil 214a; straum (16. jh.) Fischer schwäb. 5, 1876; Ambraser liederbuch 334; strôm Martin-Lienhart els. wb. 2, 631b; strame Diefenbach gl. 483a, 617b; strame, strome Autenrieth 138; sträme Stieler stammb. 2212; Follmann lothr. ma. 504; stramen Diefenbach gl. 255a; strämen els. wb. 2, 631a; Follmann lothr. ma. 504. genetiv strambs Guarinonius (s. u.). dativ stram Frauenlob (s. u.). akkus. stram Rothe (s. u.). nom. plur. sträme Nicolaus v. Basel (s. u.); Seb. Franck (s. u.); Schmidt Straszb. ma. 106; sträm Martin-Lienhart els. wb. 2, 631a; stremen Adelphus (s. u.); stromen (1605) Alemannia 10, 209; Fischer schwäb. 5, 1876; strämen Zinkgref (s. u.); Stieler (s. u.). dativ stremen (1477) Ch. Schmidt elsäss. ma. 342; strämen Murner (s. u.); Spee (s. u.). akkus. sträm Sebiz (s. u.); strem Nigrinus (s. u.); straum Diefenbach gl. 334b; strame exodus (s. u.); jüng. Tit. (s. u.); stramen Keisersberg (s. u.); Frisius (s. u.); strämen Spee (s. u.); stremen Luther (s. u.); stromen (1700) schwäb. wb. 5, 1876. als stammvokal steht neben a (ä) häufig o: strom Adelphus (s. u.); Diefenbach gl. 255c; 483a; nov. gl. 350b; ferner die beispiele oben, selten au: straum, s. die obigen beispiele. neben dem mask. zu beachten vereinzeltes henneberg. strâme fem. Spiesz 245; nass. sträme fem. Kehrein 1, 395 (oder < streime?). ein erzgeb. straama fem. belegt Müller-Fraureuth 2, 571. das wort stram überschneidet sich bedeutungsmäszig mit dem zum teil gleichlautenden strom und seiner älteren form stram, vgl.strom teil 10, 4, sp. 1 ff., besonders II A 5, sp. 16f. stram ist nach ausweis der heutigen maa. ein ursprünglich auf dem gesamten sprachgebiet bekanntes wort. in die literatursprache hat es trotzdem nur vorübergehend eindringen können. bezeugt ist es seit ahd. zeit (als stramel ahd. gloss. 1, 269, 5). frühmhd. steht es mit der bezeugung in der genesis (s. u.) und mhd. bei Gottfried von Straszburg (Tristan 17577 R.) ganz vereinzelt. in der spätmhd. gelehrten- und blümelnden dichtung taucht es mehrfach auf (s. u. 1 a). seine blüte erlebt es im 16. und 17. jh. Luther freilich verwendet es nicht in der bibelübersetzung und auch sonst nur vereinzelt (w. 10, 1, 1, 457 W.). schon im 17. jh. wird stram selten, um mit dem 18. jh. aus der literatursprache wieder gänzlich zu verschwinden. stram, dessen grundbedeutung 'streifen, striemen' ist, überschneidet sich mit dem zum teil auch formal gleichlautenden strom (älter stram), vgl.strom teil 10, 4, sp. 1ff., besonders II A 5, sp. 16f. 11) bahn, richtung. 1@aa) diese bereits abgeleitete bedeutung rückt infolge der oben erwähnten einseitigen überlieferung im mhd. in den vordergrund: so wirt schiere eruollot daz din edil gebot, so uaren wir zware die geheizzene strame in dei ste uram: daz ist ere gitan genesis 145, 21 Diemer; von der bahn der sonne: swenn sie (die erde) die hohsten strame an stigen vnd an valle nimt, so kvmt die svnne gar vz dem rame jüng. Titurel 5681, 3 H.; von der sonnenbahn mit den sternbildern des tierkreises (ekliptik): ein strâm von occidente gât ... der dâ zwelif houbet sterne hât, die fürsten sint genant Wartburgkrieg 152, 1 Simrock: ein strâm dort her von oriente gât, an dem wir michels mêr der houbet sterne vinden und ir ingesinde schar, die alle gelîche buochstaben zuo dem mânen tragen ebda 153, 7; vgl. ferner ebda 119, 13; 151, 6; dagegen nur als stilformel (s. u. 3): sô denne der sunnen strâm (: mitesam) in den zwillingen gêt und ir zît dar inne stêt, Artûs heil von schulden hêt Heinrich von dem Türlin krône 310. 1@bb) eine gelegentliche verwendung im sinne von 'richtung' in neuerer zeit berührt sich mit dem mhd. gebrauch, ohne damit in zusammenhang zu stehen oder sich damit zu decken: die geitzigen, welche auff dem schöff Narragoniae sitzen vnd gerades strambs der hellen vnd jrem abgott mammon dem geitzteuffel zufahren Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 344; in der heutigen ma.: sträm halten strich, richtung halten; vadder Vosz hôl sträm! zuruf an einen trunkenen Frischbier preuss. wb. 2, 377. 22) 'streifen', überwiegend von himmelserscheinungen, zufrühest von der milchstrasze: galaxia eyn wisser strom in dem hymmel (1440, md.) Diefenbach gloss. 255c; dy weissen streiffen vel der stramen (14. jh.) ebda; weisz straymen (1482) ebda; vom lichtschweif, lichtschwanz: limitem longiorem trahere ein lengeren straamen oder schwantz nachhin ziehen Frisius (1556) 1321a; eyn stern ... unde hatte eynen stram obene von om gehin Rothe düring. chron. 682 L.; auch sonst gern von himmelserscheinungen: es vielen von dem hymel engstlich straumen des feürs Hartlieb hist. v. d. gr. Alexander (1473) 10b; durch die (himmels-)röte zeygten sich fast liechte sträme gleich als spyes Seb. Franck bei Fischer 5, 1876; gieng ain weysser bogen oder straum durch die sunna (16. jh.) ebda; sahe man am himmel feurige stromen vonn allerley farben (um 1700) ebda. von streifenartigen linien an tieren, pflanzen, früchten: etliche (melonen) heysst man turquins, haben schwartzgrüne oder dunckelgrüne sträm Sebiz feldbau (1579) 204; die stengel sind rund mit strämen von farben grau Tabernämontanus kräuterb. (1664) 440; im schwäbischen ist strom, strome name eines gestreiften ochsen oder einer gestreiften kuh, s. Fischer 5, 1876 (mit beleg a. d. j. 1633), s. u.stramel, ferner strömapfel. von feld- und waldstreifen: sturmwind ... welcher ... einen gantzen langen stremen (wald) bisz an die böhmische gräntze niedergeschmiessen A. Möller. theatr. Freiberg. chron. (1653) 2, 314; vgl.strēme, -ō- feldstreifen Schön Saarbr. 203; auch sonst mannigfach von streifen und linien: (auf einer kirchenfahne) ein brustbild mit wolcken und stremen und plumen (1477) bei Schmidt els. ma. 342; besonders in den maa.: strümpf mit roti sträm; er zejt strämen ufm is mit den schlittschuhen; d' sunn zicht strämen pumpt wasser; lueg, wie der sirop strämen ziejt Martin-Lienhart els. wb. 2, 631b; strāme streifen Autenrieth pfälz. id. 138; sträme linie Kehrein Nassau 1, 395. 33) strahl, vornehmlich von der sonne, s. o. sonnenstram teil 10, 1, 1686 und die belege bei Ch. Schmidt wb. d. elsäss. ma. 342; in glossaren für radius: stram von der sonnen; strame; strom vel strim (15. u. 16. jh.) Diefenbach 483a; die vesten glesten an dem trône schône von der sterne strâm Frauenlob lieder 11, 2, 10 E.; die süssen lustigen stremen der sonne Joh. Adelphus buch des lebens (1505) 155a; glicher weisz als der strom von der sonnen ... nit mag gescheiden werden ders. mörin (1512) anh. 2b; als ob er sähe die stramen der sonne on zal Keisersberg schiff d. penitentz (1515) 114a; aber seyn angesicht war alsso klar, das Aaron und das volck von Israel nit mochten leyden die glentz unnd stremen seynis angesichts Luther 10, 1, 1, 457 W.; als wann gel wolcken ändern sich von der sonnen strämen Murner Virgil (1543) c 4b; die gläntz vnd stromen der sonnen (1605) Alemannia 10, 209; eins morgens, als die strämen der sonn vff wolten gehn Zinkgref bei Opitz t. poemata (1624) 172; durch jhn (gott) besaamest (sonne) alle welt mit deinen stral- vnd strämen Spee trutznachtigal (1649) 188. 44) 'striemen', vgl. liuidus geschlagen vnd hat schwartz plutig straum in der hant Diefenbach gl. 334b; vibex kreisz o. strame in der hant nach dem streich ebda 617b; stram in der hut ebda; wohl auch strima strymel, strom (15. jh.) ders., n. gl. 350b; vgl. ebda 331a s. v. scoba; bei Stieler neben striem: alicubi dialecto etiam strämen, sing. stram, vibex, nota, cicatrix (1691) 2212: Baals pfaffen ... welche sich auch mit pfriemen und messern so hart verwundet, bisz jhnen das blut hernacher gangen. solcher der gaistlichen maasen vnnd strömen ... möchte ich sonderlich an dem moren bald gewar nemmen Rauwolf raisz (1582) 149; so vil wunden und strem soll Christus an seinem leibe gehabt haben Nigrinus alte newe zeittungen (1587) Gg 5a; schawet, zehlet meine (Christi) wunden, meine strämen rosenroth Spee trutznachtigal (1649) 273. mundartlich: schwäb. stromen plur. 'aufgelaufene geisselhiebe' Fischer 5, 1876; ähnlich schweiz. stram Stalder 2, 405. strämen Martin-Lienhart els. wb. 2, 631a; strâme, f., Spiesz Henneberg 245; sträm Danneil altmärk. 214a. 55) in der baukunst die auskehlung an säulen: strame, streime, in specie exponitur stria, alias holkäle, extuberans in striatis columnis pars Stieler stammb. (1691) 2212.
9481 Zeichen · 265 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STRÂMstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    STRÂM , STRÂN stm. 1. strom, fluss. Gr. 1 3 , 168. 171. Schmeller 3,684. vgl. stroum, strûm. strâm herrscht in den reime…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stramAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    stram , Adj. nhd. stramm, steif, straff, gespannt, straff angespannt, steil, hochaufgerichtet E.: vielleicht von idg. *s…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stramm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    stram , sträm , m. , ' richtung, streifen, strahl, striemen ' ; nebenformen: strame, sträme, strom, straum, stramen, str…

  4. modern
    Dialekt
    Stram

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Stram [ʿStrôm Wh. Dehli. ; Pl. ʿStrǽm; Demin. ʿStrml Wh. ] m. Streifen. M i r han d i e Matt gemäjt bis uf e schmale n …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stram

156 Bildungen · 153 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

stram‑ als Erstglied (30 von 153)

stram(m)

Idiotikon

stram(m) Band 11, Spalte 2249 stram(m) 11,2249

stram(m)eⁿ

Idiotikon

stram(m)eⁿ Band 11, Spalte 2249 stram(m)eⁿ 11,2249

Stramäus'

MeckWB

Stramäus' Stramös' (2. Silbe betont) f. in verschiedenen Bedeutungen; Stramös' Mütze Schw God ; Pl. Flitter, Spitzen: sei mit all' ehr Stram…

stramanzen

PfWB

stram·anzen

stramanzen schw. : ' stolzieren ', pfälz. Händlerspr., stramanze [ Schäfer Lotegorisch 51].

stramanzer

DWB

stram·anzer

stramanzer , m. , strolch, umherschlenderer, eins mit strabanzer oben sp. 589 und strapanzer ( s. u. ): eine vorstadt, in welcher eine grosz…

stramatze

DWB

stram·atze

stramatze , f. , matratze, aus ital. stramazzo, m., strohsack, bettsack, unterbett: wie man die mönche von ihren stramatzen herabgezogen (16…

strambach

DWB

stram·bach

strambach , ausruf, verhüllend für die fluchformel: (gott) strafe mich!: gott strambach! ich sage sie, es fährt mir noch durch alle glieder …

strambada

LDWB1

strambada [stram·bạ·da] f. (-des) ungeheuerliche Tat oder Rede.

strambaria

LDWB1

stram·baria

strambaria [stram·ba·rī·a] f. (-ies) 1 Widerspenstigkeit f., Wahnsinn m., Wahn m., Verbohrtheit f., boshafte Tat, unsinnige oder unschicklic…

strambé

LDWB1

strambé [stram·bę́] vb.tr. (strambëia) anrichten, anstellen. ▬ strambé valch etw. anrichten, eine Dummheit/einen Spaß machen.

STRAMBELVS

Hederich

STRAMBELVS , i , sieh Trambelus .

Stramberg

Meyers

stram·berg

Stramberg , Stadt in Mähren, Bezirksh. Neutitschein, an den Lokalbahnen Stauding-S. und S.-Wernsdorf, hat Burgruine mit hohem Turm, eine Kur…

Stramberg, Christian v

DWBQVZ

--- das Rheinufer von Coblenz bis Bonn. historisch u. topographisch dargestellt. Koblenz 1853 —69. XIV. ---

strambo

LDWB1

strambo [strạm·bo] I adj. (-bi, -ba) 1 ‹pop› widerspenstig, störrisch, hartnäckig, wild ( → deslié, da fá ert ) 2 verschroben, sonderbar II …

Strambotto

Meyers

Strambotto , metrische Form der italienischen Liebeslyrik volkstümlichen Ursprungs, deren Name wohl von strambo (krumm, abweichend) herkommt…

strambulsterig

WWB

stram·bulsterig

stram-bulsterig Adj. [verstr.] 1. prall in der Haut, in der Kleidung sitzend. — 2. unordentlich. Sühst je so strambulstrig up’n Kopp ut, äs …

strambun

LDWB1

strambun [stram·bụŋ] m. (-s) 1 eigensinniger Mensch 2 Haudegen m., Heißsporn m.

strâmec

Lexer

strâmec , strâmic adj. BMZ strömend Pass. K. 335,71 ;

stramel

DWB

stra·mel

stramel , strämel , m. ( n. ), ableitung von stram; varianten stremel, stromel, schon ahd. ( um 800) belegt: ulcus reiz, pestes stramilon, u…

strâmelëht

Lexer

strâmelëht adj. ib. stragulatus Schm. Fr. 2,813 ;

stramelicht

DWB

stram·e·licht

stramelicht , stramelig , adj. , gestreift, ableitung von stram, wie strîmalaht: strîmo, mhd. strîfeleht: strîfe Wilmanns dt. gramm. 2, 469 …

strāmelig

WWB

strāmelig Adj. streifig ( Wbg Nh).

strameln

MeckWB

stram·eln

strameln mit Streifen versehen; gestramelte Appel Ro Marl . Zu * Strâm Streifen, vgl. mhd. strâm, ndl. straam.

stramen

DWB

stra·men

stramen , vb. , zu stram 2 ' streifen ', vgl. mnl. stremen striare, strias facere Kilian (1605) 537 a ; ' in streifen einsetzen ': ( beschre…

stram als Zweitglied (2 von 2)

Gylstram

BMZ

Gylstram wærstu von Gylstram erborn Parz. 9,12.

Ableitungen von stram (1 von 1)

Strame

PfWB

Strame , Sträme 'Streifen' s. Streimen ;