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Schram

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
19 in 14 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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31

Eintrag · Rheinisches Wb.

Schram

Bd. 7, Sp. 1767
Schram das Wort, auf schram zurückgehend, nicht auf schramme, das örtl. in besonderer Bed. danebensteht, ist vereinzelt an der Saar (Saarbr, Ottw in der Bergmspr., Merz-Saarhölzb, WSaarbg) dann geschlossen lrhn. von einschl. Mos an (in Kobl, May wie in Goar auch šdr:m; s. Stram), rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw, Altk, Hellert (Sieg), Siegld durch das ganze Geb., u. zwar -:m [um Bernk -ū:-; WSaarbg, WBitb (hier nicht allg. vertreten), Siegld -m, Pl. -Emə, –- [vielfach Sg. auch -Em (aus dem Pl.); Ferndorft bis abwärts Geisweid -im, –ǫim, –im, -im, Pl. -mə; NBerg, MülhRuhr -ō:-; SNfrk -·ə.-; Klevld --; Mörs-Rheinbg -ǫ-]; Pl. im entrundenden Geb. -E:-, –ē:- [in WSaarbg, Bitb, Prüm -ī:- (in Bitb-Rittersd -E:m »Strich«, -ī:- Schrammen); Malm-Möderschd -i-]; im nicht entrundenden Geb. -:-, –:-, –·ə.-, –-; Demin. -E:mχə(n) usf. mit Umlaut (s. o. beim Pl.) [Prüm-Bleialf -:m, Pl. -:-, Demin. -i·m.χə]; Nfrk -·m.kə m.: 1.a. dicker Strich, Linie mit Kreide, Griffel, farbigem Stein auf der Tafel, auf Holz (udgl.), Kreideschr., bes. derber, tiefer eingeritzter Strich in den Erdboden, in die Tafel infolge zu festen Ansetzens des Griffels, Ritze, Kratze in einen harten Gegenstand mit einem zugespitzten Gegenstand (Dielenfuge Elbf); e Schr. machen (mat Kreid) Mosfrk, Allg.; ene Schr. trecke; treck de Schröm net su deck Rip, Nfrk; der Schringer (Schreiner) mackt sek en Schr., wo dat Brett her afgesägt weren sall; nu schniə em Schr. no; met Knite (Kreide) en Schr. dran maken; wer hät die Schröm hi an de Wangd (Wand) gemackt? Gummb, Allg.; eine zerkratzte Tafel, Möbel sen ganz voll Schröm Rip, Allg. RA.: Schröm maken torkeln, von Bezechten (er macht Querstriche mit den Füssen) Barm, Elbf; he mät X-Schröm Jül; Schröm mache schnell u. unordentlich gehen Schleid-Hellenth. De Sonn mät Schröm strahlt durch die Wolken ebd. Schr. drüvver! nichts mehr davon geredet! Rip. Ich han ene Schr. dronger (drunter) gemat Schluss gemacht Rip. Ene Schr. derdurch (durch de Rechnong) mache auf die Bezahlung verzichten Rip, Allg. No blif mer avver om Schr.! betrage dich ordentlich, erfülle meine Befehle Neuw-Lorschd. Op der Schr. gonn auf den Strich gehen, ausserehelich den Geschlechtsverkehr ausüben MGladb. Er geht bis op de Schr. handelt genau, wie er soll u. muss Neuw-Dattenbg. De küt net op de Schröm auf keinen grünen Zweig, — nit op sing Schr. nicht auf seine Rechnung Rip, Eup, MGladb. Dat geht mi gen (gegen) den Schr. passt mir nicht OBerg, Allg. Dat geht (alles) en enem Schr. met (durch) in einem durch, im Trubel merkt keiner etwas davon Sieg, OBerg. Lans de Schr. komme am Tode vorbeikommen Düss-Stdt. Der geröt (gerät) widder nevvig de Schr. er beträgt sich nicht ordentlich Neuw-Lorschd. Hei kann nich meh üvver den Schr. gohn vom Bezechten Rip, Nfrk; niet ower de Schr. g. (schriən) das gesetzte Mass nicht überschreiten Klev. Dat geht (mir doch) üvver de Schr. (Schröm) das ist übertrieben, übersteigt die gezogenen Schranken Rip, Nfrk. He het enen üəver den Schr. gedronken ist bezecht Gummb; üvver et Schrömche g. Erk-Körrenz. Enen vam Schr. afbrengen von seinen Absichten Elbf. — Ein Kreidestrich auf der Schranktüre zeigte Borgschuld des Trinkers an, deshalb noch heute die Wend.: Mach noch e Schr.! schütte mir noch ein Glas ein; dofür well ech dir en Schr. mache das werde ich dir heimzahlen Allg.; op de Schr. holle borgen; et geht op der Schr. Dür, Jül.; em Schr. (en de Schröm) stohn im Schuldbuche stehen, bes. beim Wirte LRip; de es (hengt) da e gene Schr. ist da schuldig Eup; he setz bei mir en de Schröm Rip. — Beim Kartensp. die Striche, die die Verluste anzeigen; wieviel Schräm hon eich schonns? Trier; bes. beim Kartensp. »sivve Schröm«, bei dem jeder Spieler sieben Striche macht (auch in der Form VII) u. nach Gewinnen oder Verlieren auswischt oder zusetzt; wer alle Striche ausgewischt hat, hat gewonnen; de mich en ganze Herd Schröm; wösch der en Schr.; an de Schröm! hältst du die Partie? et geht öm de letzte Schr.; zwien Schröm wer die letzte Partie mitspielt u. verliert, muss zwei Striche auswischen Aden, Allg.; op Schröm tuppe dies Kartensp. Aach-Merkst. RA.: Dat Perd hat der och em Karte gewonne, et hat de siəve Schröm noch om Balg man kann ihm die Rippen zählen Monsch. Daher auch die Wend.: Enem de Schröm sage ihn gehörig ausschimpfen, ihn zurechtsetzen Malm, Monsch, Aach, Jül, Dür, Köln, Grevbr, MGladb, Kemp-Dülken, Sol. — In den Erdboden eingeritzte Linie als Malzeichen u. als Strich, auf dem in einer Reihe Klicker eingesetzt sind uMos (u. štr:m), May, Rip, Berg, MGladb; Schr. hale genau vom Malstrich aus schnellen; am Schr. blive dass.; op den Schr. werfe um zu sehen, wer ihm zunächst wirft Allg.; Schrömches! ruft der, der wegen eines Hindernisses vorbeischnellte, worauf er vom Malstrich an von neuem schnellen darf Altk-Birken, Siegld; Schrömche (haue) Klickersp., wobei die Klicker auf einen Strich eingesetzt sind Sieg (Schrömches u. Bänkches Müllekoven), Schleid, Dür; he (der Klicker) lit Schr. er blieb auf der Kante der Kaule beim Stucken (s. d.) liegen Düss-Stdt; ich bön an ming Schröm komme habe im Klickersp. nichts verloren Bo-Keldenich. — Schrämcher Pl. Tour beim Fangsteinsp. der Mädchen Malm-Grüffl. — Striemen, Riss auf Körperteilen; wat hosde e Schr. op dem Baken? Bitb-Dudeld; auch den Appel hat en Schr. Einkerbung Merz-Saarhölzb; he hat en Schrömche op der Nas; du häs ene örndleche Schr. en der Hand Rip, Allg.; diese Anwendung ist überall mögl., aber selten, dafür stehen Synom. wie Schramme, Schmarren u. ä. Hierhin die Wend.: He krig Schröm Prügel; dat setz Schr. af; nuə git et Schr. Rip, Eup, SNfrk, Düss. Et enem schnäck für de Schröm sage es ihm rücksichtslos ins Gesicht sagen Schleid, Eusk, Rheinb. — b. f. u. m.: feine Rille, die beim Schleifen von der rauhen Oberfläche des Schleifsteins eingeritzt wird, sie wird mittels der Plist- und Polierscheiben wieder abgeschliffen; Schröm drut (draus) plisten: en dem Metz sind Schröm wie Bessemstel (Besenstiele) drenn; das Schloss muss ne grade Schrom hann einen grossen Feilstrich; man unterscheidet Schliepschrom (Schleifschramme, von der Schneide zum Rücken verlaufend), Zwerchschramme (dass.) und ter Längde-Schrom (zur Länge-Schramme, in Längsrichtung der Klinge verlaufend) Remschd, Sol. — 2. übertr. a. sachl. α. Schrömche Lineal Altk-Biersd. — β. der zeweərsche Schr. das Eggen in der Diagonale Monsch-Höfen. — γ. schmaler Streifen Ackerland Saarbg-Wellen. — δ. weiche, russige Kohle im Kohlenbergwerk Saargeb.; der Aushau einer milden Schiefertonschicht, parallel der Flözlagerung, zur Gewinnung der Kohle Wurmgeb.; Tonschicht im Braunkohlenlager Altk; schmaler Einschnitt im Gestein, der mit einem Werkzeug hergestellt wird Saargeb. — ε. scherzh. das Gesäss Bo-Stdt. — ζ. der hät Schröm Geld Ess-Werden, Emmerich. — η. der hät Schr. deför Angst Köln-Müngersd, Mörs-Sonsbeck, Rees-Ringenbg, — Schröm Geld, Klev. — b. persönl. verächtl. hagerer, hoch aufgeschossener Mensch Köln-Stdt. — Abl.: dat Geschröms.
7065 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHRAMf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    SCHRAM f. schramme, narbe. Schmeller 3,510. dâ von wart geslagen manec schram Lohengr. 140. Engelmâr ein schramen er dur…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schramM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schram , M. nhd. Ritze, Kerbe, Wunde, Schmarre, Schmiss (studentisch), vernarbte Stelle, Narbe, Verletzung an Gegenständ…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schram

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schram , des -es, plur. die Schräme, ein nur in dem Bergbaue übliches Wort, wo es die Öffnung bedeutet, welche zur G…

  4. modern
    Dialekt
    Schramm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schram m. : ' untaugliche Gesteinschicht im Bergwerk ', Schram (šrām) [ KU-Godhs ]; vgl. schrämmen . Rhein. VII 1767 ff;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schram

79 Bildungen · 76 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schram 2 Komponenten

sch+ram

schram setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schram‑ als Erstglied (30 von 76)

schram(m)achtig

Idiotikon

schram(m)achtig Band 9, Spalte 1618 schram(m)achtig 9,1618

Schram(m)eⁿ

Idiotikon

Schram(m)eⁿ Band 9, Spalte 1618 Schram(m)eⁿ -ä- 9,1618

Schramberg

Meyers

schram·berg

Schramberg , Stadt im württemberg. Schwarzwaldkreis, Oberamt Oberndorf, an der Schiltach in einem Tal des Schwarzwaldes und an der Staatsbah…

Schrambohrer

PfWB

schram·bohrer

Schram-bohrer m. : ' Bohrer im Bergwerk '. Schrambohrer gedrickt un Stemple gehuckt / e paarhunnert Meter drunne im Fleez [ Kraus Pat 15].

Schramen

Adelung

schra·men

Schramen , verb. reg. act. im Bergbaue, Schräme machen, d. i. einen Ort neben dem Gange treiben, um dem Erze von der Seite beyzukommen, welc…

Schrames

RhWB

schra·mes

Schrames, Schrämes -əs, Pl. -əsə LRip vereinzelt (s. u.) m.: 1. -:- Lineal Aach-Dorff . — 2. -:- verächtl. Mensch, der allerlei zwecklose …

Schramfeⁿ

Idiotikon

Schramfeⁿ Band 9, Spalte 1620 Schramfeⁿ 9,1620

Schramhacke

RhWB

schram·hacke

Schram-hacke Altk f.: Spitzhacke, mit der die Tonschicht aus einem Braunkohlenlager gebrochen wird.

schramhaue

DWB

schram·haue

schramhaue , f. leichte keilhaue, die zur herstellung eines schrams gebraucht wird Veith 428 , vgl. schrämhammer .

Schramhauer

DRW

schram·hauer

Schramhauer, m. Bergmann, der einen Schram schlägt es werden aber die schraͤmen so weit genommen, daß sich ein schraͤm-haͤuer darinnen mit s…

Schrammbacke

MeckWB

schramm·backe

Schrammbacke f. a. Spr. Mensch mit Schrammen im Gesicht: 'daraver ... ein einOegich BOesewicht, schram und snOerbacke geworden' Gry. Lb. 1, …

schramme

DWB

sch·ramme

schramme , f. leichte wunde, streifwunde, ritz an der oberfläche. das wort ist auf das deutsche sprachgebiet beschränkt; dän. skramme ist wo…

Schrammelmusik

Pfeifer_etym

schrammel·musik

Schrammelmusik f., -quartett n., Schrammeln Plur. Wiener Volksmusik, Ensemble aus zwei Geigen, Gitarre, Klarinette (dafür auch Ziehharmonika…

Schrammeln

Pfeifer_etym

schramm·eln

Schrammelmusik f., -quartett n., Schrammeln Plur. Wiener Volksmusik, Ensemble aus zwei Geigen, Gitarre, Klarinette (dafür auch Ziehharmonika…

Schrammelquartett

Pfeifer_etym

schrammel·quartett

Schrammelmusik f., -quartett n., Schrammeln Plur. Wiener Volksmusik, Ensemble aus zwei Geigen, Gitarre, Klarinette (dafür auch Ziehharmonika…

schrammen

DWB

schram·men

schrammen , verb. 1 1) eine schramme machen, leicht verletzen, an der oberfläche ritzen, seltener von schwereren verwundungen. über etymolog…

schrammer

DWB

schram·mer

schrammer , m. , idem quod schmarrer, sauciator et sauciatus, vulneratus et cicatricatus Stieler 1866 ( vgl. auch schrammhans). dazu schramm…

Ableitungen von schram (3 von 3)

verschram

BMZ

verschram swv. verwunde so, dass narben entstehen. ir œde kragen wurden vast verschramet MS. H. 3,288. a.

verschramen

Lexer

ver-schramen swv. BMZ mit schramen versehen Msh. 3,288 a .

zerschramen

KöblerMhd

zerschramen , sw. V. nhd. zerschrammen, aufreißen Q.: CLV (Ende 14. Jh.) E.: s. zer, schramen W.: nhd. zerschrammen, sw. V., zerschrammen, D…