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gewilde

mhd. bis nhd. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 10 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
18
Verweise raus
29

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewilde substantivbildung

Bd. 6, Sp. 5799
gewild, gewilde, substantivbildung, die in zwei hauptrichtungen des gebrauches belegt ist. beide gebrauchsformen tauchen spät in der mittelhochdeutschen periode auf, unterscheiden sich aber in der nachhaltigkeit, mit der sie sich im wortschatz behaupten. von kurzer dauer ist der gebrauch bei gewilde gewesen, dem gegenstück zu demebenfalls früh untergehendenfem. wilde (wildniss, vgl. mhd. wb. 3, 667a. Lexer 3, 885). dieses gewilde, das mit wenigen ausnahmen als neutrum sich kennzeichnet, erscheint der form nach als collectivbildung, wozu die verwendungen jedoch nicht immer stimmen. collective bedeutung kommt andererseits der zweiten gruppe, dem neutrum gewilt, gewilde (das wild) unzweifelhaft zu, das dem sprachschatz noch heute, wenn auch mit einschränkung (in gehobener sprachevielfach durch litterarische über lieferung beeinflusztund andererseits wieder in mundartlichem [oberdeutschem] gebrauch) angehört; doch ist die collectivbedeutung im grundwort schon vorher ausgeprägt (wilt mhd. wb. 3, 667a. Lexer 3, 893), das den gleichen zug noch heute in unserm wortschatz zur geltung bringt (schwarzwild, rothwild u. a.). die beiden gebrauchsformen von gewilde, gewild führen mit den substantivbildungen, an die sie sich anlehnen (wilde, wildniss und wild, wildpret), auf den gleichen ausgangspunkt zurück, der in dem adjectiv wild mit dem weitesten umfang der bedeutung und mit den sichtbarsten bedingungen für die spätere gabelung des begriffs gekennzeichnet ist; vgl. schon vilþeis im gotischen (vilþeis alevabagms Ulfilas m. 11, 17; wilder ölbaum Luther) und vergleiche die concurrenz zwischen vilþi und haiþivisk in der glosse zu Marc. 1, 6; je nachdem die landschaft oder die geschöpfe, die sie hervorbringt, zum träger des attributs werden, erscheint wilde in der bedeutung von agrestis oder von indomitus vgl. für das angels. Bosworth - Toller 1224a; vgl. althochd. wildi, silvaticus, silvester, ferox, ferus. Graff 1, 803 ff. im altnord. hat nur die eine richtungdazu in fortgerückter entwicklungspuren hinterlassen: villr, irrend vgl. Fritzner 3, 947a. eine verstärkung des adjectivs durch das präfix ist mittel- und niederdeutsch belegt: jedoch up densulven avent wart dar ein gewilde dravent. Braunschweiger schichtspiel 3017; und wie es were umb die bilde des himmels, das was ime gewilde. Joh. Rothe Elisabeth s. Mencken 2, 204.
2395 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewildestn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    gewilde stn. 1. wildnis. kêrte über daʒ gevilde hin vaste gein dem gewilde H. Trist. 3224. H. zeitschr. 3,434. 2. wildhe…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gewildeAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gewilde , Adj. nhd. wild Hw.: vgl. mhd. gewilde E.: s. wilde (2) W.: s. nhd. Gewilde, Gewild, N., Gewilde, DW 6, 5800? R…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gewildesubstantivbildung

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gewild , gewilde , substantivbildung , die in zwei hauptrichtungen des gebrauches belegt ist. beide gebrauchsformen tauc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewilde

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gewilde

ge- + wilde

gewilde leitet sich vom Lemma wilde ab mit Präfix ge-.

gewilde‑ als Erstglied (1 von 1)

gewildern

DWB

gewild·ern

gewildern , verb. , verstärktes wildern: gewildern, auf gewild ausgehen. Stalder 2, 451 .

gewilde als Zweitglied (1 von 1)

waltgewilde

KöblerMhd

walt·gewilde

waltgewilde , st. N. nhd. bewaldete Wildnis, wilde Waldgegend Q.: WvÖst (1314) (FB waltgewilde) E.: s. walt (1), gewilde W.: nhd. DW- L.: Le…