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grantig

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grantig adj.

Bd. 8, Sp. 1884
grantig, adj. , grandig, auch umgelautet gräntig, grändig, ein vornehmlich bair.-österr. wort im sinne von 'zänkisch, mürrisch, übellaunig' u. ä. seit dem 16. jh. belegbar, doch sieh noch grantigkeit. für die herleitung bieten sich verschiedene möglichkeiten an. von der bedeutung her läge beziehung zu 1grannen (s. d. 2 a) sehr nahe; dies aber gehört ins westl. sprachgebiet, und einer erklärung bedürfte auch der dental; die eher zu erwartenden ableitungen grannig (s. 1grannig) und grannisch (s. d.) stehen hinter grantig weit zurück. einer beziehung auf 1grand 'grober sand', das in abgeleitetem adj. grandig (s. 1grandig 2) zu ähnlichen bedeutungen gelangt wie grantig, steht die regionale verbreitung der wörter im wege. Fick 43, 139 stellt grantig mit mnd. granten 'gierig sein' zur wurzel *grat 'spitzig, scharf sein', als bildungen mit eingeschobener nasalis oder als kreuzungsformen zwischen *grat und *granna 'scharf, dünn' (s. 3grannig). einen weiteren herleitungsversuch sieh s. v. krantwerre und grand, adj. in jüngerem sprachstand, zumal in der mundart, finden zwischen grantig, 1grannig, 3grannig, ferner 1grandig, 2grandig (s. überall dort) offensichtlich austausch und grenzverwischung statt. 11) auch die literarische bezeugung weist meist in das heimatgebiet des wortes. als 'zänkisch, streitsüchtig, mürrisch, unliebenswürdig' im sinne einer charakterlichen grundveranlagung: wie sie sey so zornig und grendtig, so wünderlich, seltzam und endtig Hans Sachs 5, 202 lit. ver.; die vngeduldige zanckische vnnd gräntige menschen seyndt menniglichen verdrieszlich Albertinus zeitkürtzer (1603) 75b; 's musz a grantige frau sein ... die ... muhme Nestroy ges. w. (1890) 2, 253; ein zollhaus mit einem grantigen zollwächter Leppa herzenssachen (1923) 98. in alliterierender reihung: ein grosser, ein grausamer, ... ein grandiger, ein grimiger, ein grober, greilicher Goliath ist der bose feindt Abr. a s. Clara w. 147 lit. ver. das wort begegnet vereinzelt auch auszerhalb seines ursprungsgebietes, ohne freilich allgemein literaturfähig zu werden: lasz den erst mal ein dutzend suppen gelöffelt haben, so wird er dir wieder so grantig, wie die schwerenöter alle W. Speck zwei seelen 2350. in besonderem sinne als eine dem alter zugehörige eigenschaft: der Eva nemb ich warlich nicht (zur frau), wann sie ist alt, zornig und grentig Hans Sachs 14, 210 lit. ver.; ein gräntiger alter Guarinonius grewel (1610) 240; 's war grad a alti gsellin da, a grantis mensch zum teufelholen Karl Stieler ged. 1, 49 Reclam. daneben oft auf einen vorübergehenden gemütszustand bezogen, soviel wie 'miszmutig, übellaunig, unfreundlich in worten und taten': (ein betrunkener) ist wüst und wild, fluchend und endich, rachgierig, häderisch und grentich Hans Sachs 3, 524 lit. ver. so namentlich in jüngerem gebrauch: wenn einem kleinen buben nix fehlt, und er ist grantig, so giebt man ihm a paar pracker, und 's is gut Nestroy ges. w. (1890) 3, 116; die schöne Charlotte ... fragte mich sehr gutmütig mit einem landesüblichen ausdruck: 'warum so grandig?' Hamerling s. w. 14, 117 Hesse; du bist aber heut wieder rechtschaffen grantig Rosegger schr. (1895) I 4, 268. 22) die maa. des bair.-österr. halten das wort in gleicher bedeutung fest, vgl. die wbb., dazu zs. f. dt. maa. 2, 347; 3, 328; 5, 393; 439; 465 Frommann; auch im siebenbürg., vgl. Kramer Bistritz 38; Haltrich id. 12b, und im östl. schwäb., s. Fischer 3, 790 s. v. grandig 2 c. bair. in der redensart ändig und grändig Schmeller-Fr. 1, 1003, s. auch Hans Sachs 5, 202 lit. ver. oben unter 1. wohl unter einflusz von hier aus schweiz. grandig, rhein. grantig, granten, beide neben grannig, grännig, s. ob. 1grannig. kärnt. grántik, grántisch zeigt über 'mürrisch, unwillig' hinaus bedeutungen, wie sie unter 1grandig (s. d.) im nd. begegnen.
3864 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grantigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    grantig , adj. , grandig, auch umgelautet gräntig, grändig, ein vornehmlich bair.-österr. wort im sinne von ' zänkisch, …

  2. modern
    Dialekt
    grantigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    grantig Adj. : 1. 'übelgelaunt, verdrießlich', grandich (grandiχ) [Kus RO-Lettw Germh Don-Tscherwk ], (grḁndiχ) [Pirmas]…

  3. Spezial
    grantig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gran|tig adj. (mürrisch) underle (-li, -la), mure (muri, mura), doius (-sc, -iosa).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grantig

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Ableitung von grantig

grant + -ig

grantig leitet sich vom Lemma grant ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von grantig 2 Komponenten

gran+tig

grantig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grantig‑ als Erstglied (1 von 1)

grantigkeit

DWB

grantig·keit

grantigkeit , f. , abstraktbildung zum vorigen. fraglich, ob bereits hierher, zumal das vorauszusetzende adj. erst wesentlich später bezeugt…