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glenz

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glenz n., m.

Bd. 7, Sp. 8332
glenz, n., m., der frühling, eine vornehmlich auf alemannisch-schwäbischem boden bezeugte nebenform zu lenz, ableitung vom vb. lenzen lang werden (der tage), 'nicht unmittelbar der lenz, sondern eben sächlich das anbrechen, eintreten des lenzes' Staub-Tobler 2, 43 (oder urspr. kollektivum, s. Kluge11 355). die verbreitung des wortes ging ursprünglich über das alemannische hinaus, s. Schmeller-Fr. 1, 975. dafür zeugen auch die erwähnungen in den mundartenwörterbüchern von Waldbrühl rhingscher klaaf 168 (als monat märz) und Unger-Khull steirischer wortschatz 295. glenz wird auch im alemannischen bereits in der zweiten hälfte des 16. jh. seltener, vereinzelt steht ein glenz noch im 17. jh. bei Weckherlin (s. u.) und Tabernämontanus (s. u.). [] glenz ist anfänglich neutrum, doch kennt das 15. jh. auch schon das masculinum, s. städtechron. 5, 66 anm. (Augsburg) und Brack (s. u.), später überwiegt, wohl unter einflusz von lenz, das masculinum. die frühesten belege zeigen starke flexion, vgl. auszer den belegen unten noch Fischer schwäb. 3, 289 und Staub-Tobler 3, 1340. im 15. jh. herrscht bereits grosze unsicherheit, wie die verschiedenen fassungen der ersten deutschen bibel zeigen, vgl.: des ersten zeittes des lentzen 1, 185 (deuteronom. 16, 1), var.: glentzes, glentzens, glentzen; in der zeit des lentzen 3, 163 (genesis 35, 16), var.: in der zeit des gläntz, glentzen; s. auch 3, 338 (exodus 34, 18). im 16. jh. ist der gebrauch von doppelformen bei demselben schriftsteller nichts ungewöhnliches, vgl.: im glentz Gersdorf wundarznei (1528) 20; im glentzen ebda 65; den glentz B. Waldis Esopus 1, 336; 2, 97 Kurz; den glentzen ders. psalter (153) 127a; im glenz Hans Sachs s. fabeln 4, 193 ndr.; hilff zum glenzen ders. w. 22, 457 lit. ver.; im glentz Seb. Franck chron. Germ. (Augsb. 1538) 176b; weltbuch (1534) 166; morie encomion 96 Götz.; im glentzen ders. chron. (1551) 261a; bisz auff den glentzen chron. Germ. (Augsb. 1538) 139b; zur zeit des glentzen weltbuch (1534) 13b; hinwieder: zuo bestimpten zeit des glentz chron. (1531) 17a. weitere belege bei Fischer a. a. o.; Hans Sachs gebraucht sogar einen nominativ der glentzen 2, 322, 7 neben der glencz 18, 403, 39 lit. ver. ausgesprochen starke formen wie des glenzes Zwingli freiheit d. speisen 4 ndr.; die honigsusz binenzeit desz glentzes Fischart groszmutter (1607) a 6a bleiben selten. die lexikalischen belege beginnen im 14. jh.: ver glentz vocab. optimus 57, 38 Wackernagel; ver quia viret der glentz Brack voc. (1489) a 7b; ver das glentz Pinicianus prompt. (Augsburg 1516) 0 3b; ver das glentz Dasypodius dict. (1536) 250; vernus das zum glentz gehört ebda; ver früling oder das glentz; primo vere anfangs desz glentzs, zu eyngendem früling oder glentz; species verna diei die hüpsche und schöne desz glentzes Frisius dict. (1556) 1359; der anfang des glenzes ... mitten des glentzes ... das abnemen des glentzes Junius nomencl. (1567) 289a; ver früling, glentz, lentz; ver primum ... der anfang des glentzen, lentzen; medium ver ... mitten des glentzes, lentzes Th. Golius onomast. (1579) 26 (bei Chyträus dat vörjar); vgl. weiter Henisch teutsche sprach (1616) 1648 und Diefenbach gloss. 611c. die literarischen belege beginnen mit einem bildlichen gebrauche bei Hugo v. Langenstein: von dem hilmenschen (sic!) glenze. sit diz kurze glenze zit hie der welte frode git daz niht wan ein anevanc ist dez unsteten sumers kranc, so sunt ir wissen ane wan daz man sol iemer mere han daz reht glenze daz da niht hat der wandelunge pfliht. daz glenze in glanzer wete wirt zehimel iemer stete fri vor allem ungewitter Martina 250, 43 Keller; herbst, sumer, winter und das glencz so here Hans Folz nr. 93, 51 M.; der glentz erfreuwet sich nach dem winter Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (Augsburg 1511) r 7a; in der zyt des glencz, so mangerlay geschlächt der vogel in fröden stand Steinhöwel Äsop 179 Ö.; das glenzt ders. reg men pest. (Ulm 1482) 7; summer, winter, herbst und glentz, das sint die ziten des jors Keisersberg bilgerschaft (1512) 174b; da das glentz herein stach, als es yetz thuot, da bracht ietlicher boum ein blum ders., Emeis (1516) 32a; die drit kilchweih ... die was in dem glentz, in dem mertzen ders., evang. mit ussleg. (1517) 67a; das der glentz und herbst geschickte zeitten seind zu öffnen (ver et autumnum aptissima esse ad venarum incisiones) Murner bei Hutten 5, 445 B.; nun so der glentz herfürher sticht, der schlang auch hat gejüngert sich Murner Vergils 13 bücher von Enea (1539) 42; [] dan das glentz das kam, das sie das feldt sollten bauwen D. Dreytwein Esslingische chron. 131 lit. ver.; wann nach dem scharpfen rauchen winter das neu glenz daher wehet Seb. Franck morie encomium 9 Götz.; er leuchtet ... wie die bluomen und rosen in dem glenz Züricher bibel 1, 289b (Sirach 50, 8); waz der winter milt, gut ..., daz glentz noch besser Justinger Berner chron. 287 Studer; indem der warm glentz den grimmen winter gantz vertriben hat Wickram w. 1, 112 Bolte; 2, 282; thuon wir aber als die sommervögel, die mit den störken in dem glentz kommen und gegen dem winter wider hinweg fliehen Carbach Livius (Meyntz 1533) 52b; den sommer, der uns im herbst genadt, gibt er (gott) im glentzen wider Paracelsus opera 1 (1616) 592C; vgl. ebda 520B; darzu hilfft auch die zeit desz jars, als der glentz, jugend, warme feuchte landtschafft Wirsung artzneibuch (1584) 73c; das kraut (der herbstzeitlose) kommt gegen dem gläntzen herfür Tabernämontanus kräuterbuch (1687) 1008. übertragen: dise geistliche plantierung sol geschehn in dem glentz der jugend Keisersberg arb. hum. (1521) 25a; den glentzen, sommer, herbst und winter ewrer jahren solt ihr ... nicht spahren zu gottes lob und ruhm Weckherlin ged. 1, 403 F.; vgl. die belege oben sp. 8043; 8179; 8180. in der festen verbindung der (faule) lenz sticht einen: ein treger schelm und fauler hentz, der sich stets stechen leszt den glentz Burkart Waldis Esopus 1, 336 Kurz; dazu vgl. auch die redewendung der lenz sticht oben bei Murner und Keisersberg. —
6101 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glenzstmn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    glenz , glenze stmn. BMZ aus ge-lenz frühling, ver Dfg. 611 b . daʒ glenze Mart. 249, 51. 61. Feldk. r. 54. daʒ glentz C…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glenzn., m.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    glenz , n., m. , der frühling, eine vornehmlich auf alemannisch-schwäbischem boden bezeugte nebenform zu lenz, ableitung…

  3. modern
    Dialekt
    Glenz

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    † Glenz m. Frühling. ‘in dem glentzen’ Gart. D. G. II c . ‘der Gläntz oder Frühling Ver’ Dasyp. ‘Ver Früling Glentz’ Gol…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glenz

26 Bildungen · 21 Erstglied · 0 Zweitglied · 5 Ableitungen

glenz‑ als Erstglied (21 von 21)

glenzblume

DWB

glenz·blume

glenzblume , glenzenblume, f., blume, die im frühjahr blüht: die erst blo braunell ist auch ein glentzenbluom, dann im aprillen findt man si…

glenzelîn

MWB

glenzelîn stN. Dimin. zu glenze stF. ‘Glanz, Schimmer, Leuchten’ trüegen si [die jungen Mädchen] mentel oder hüllen an, / wie sölten denne d…

glenzelīn

KöblerMhd

glenze·līn

glenzelīn , st. N. nhd. „Glänzlein“, Glanz, Schimmer, Leuchten (N.), kleiner Glanz Q.: Renner (1290-1300) E.: s. glenze (2) W.: nhd. DW- L.:…

glenzen

Lexer

glen·zen

glenzen swv. BMZ intr. glanz hervorbringen, leuchten Konr. ( Troj. 3038. 8902. 24180. Turn. 64,3 ). ein glenzender glanz, glenzender schîn N…

glenzezît

MWB

glenzezît stN. → gelenzezît MWB 2 825,6;

glenzezīt

KöblerMhd

glenzezīt , st. F., st. N. Vw.: s. gelenzezīt

glenzic

KöblerMhd

glen·zic

glenzic , Adj. nhd. „glänzig“, glänzend, strahlend, leuchtend ÜG.: lat. vernus Gl Q.: Minneb, JvFrst (FB glenzec), Ack, Gl, GTroj, JMeissn, …

glenzig

DWB

glen·zig

glenzig , adj. , s. o. glänzig glänzend, leuchtend. —

glenzisch

DWB

glenz·isch

glenzisch , adj. : doch ist die gelentzisch sautt ( verna satio ) besser, da mit er grösser wachsung nimpt H. Österreicher Columella 2, 250 …

glenzlich

DWB

glenz·lich

glenzlich , adj. : glentzlich ... tempore veris gemma gemmarum (1508) d 3 b . —

glenzzeit

DWB

glenz·zeit

glenzzeit , f. , frühlingszeit: sintemal er das jar in acht zeit abtheilet, welche er nach den gleichtägigen und gleichnächtigen glentz- und…

glenzære

KöblerMhd

glenzære , st. M. nhd. „Glänzer“, Spottname für Goldschmied Q.: Teichn (1350-1365) (FB glenzære) E.: s. glanz W.: s. nhd. (ält.) Glänzer, M.…

Ableitungen von glenz (5 von 5)

beglenzen

FindeB

* beglenzen swv. bescheinen JerAd.

erglenze

BMZ

erglenze swv. 1. erglänze, leuchte auf. von golde erglenzet und erklanc gar alleʒ ir gereite H. Trist. 4472. sît dîn gebênedîter nam erglenz…

erglenzen

Lexer

er-glenzen swv. BMZ prät. erglanzte intr. erglänzen, aufleuchten Trist. H. Frl. ; tr. glänzend machen, erleuchten Frl. Beitr. (= Msh. 1,150 …

glenze

Lexer

glenze stf. glanz, schimmer j.Tit. 1149. 2356. 4694. Krone 15742. Msh. 3,62 a . Vintl. 6908 ;

verglenzen

Lexer

ver-glenzen swv. BMZ glänzend machen Wolk.