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glucksen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glucksen n.

Bd. 8, Sp. 358
glucksen, n. , älter auch m. (nur in bedeutung 3 und 4), subst. zum verbum glucksen, und zwar ist das n. der substantivierte infinitiv, das masc. urspr. -en-stamm, bei dem das n aus den obliquen casus in den nom. verschleppt ist, vgl. hesche, -n (teil 4, 2, 1266), heschge, -n (ebda 1267), kluckse, -n (teil 5, 1260), schluchzen, m. (teil 9, 797 f.), schlucke und schlucken, m. (ebda 800, 803), seufze und seufzen (teil 10, 1, 700) u. s. w. 11) vom huhn und verwandten vögeln: das glutzgen der (pfau-)hennen Österreicher Columella 2, 138 lit. ver.; wie eine gluckhenne ... mit ängstlichem glucksen (Gotha [1826] 2, 68: gluchsen) vorerst ihre küchlein in den sicheren hühnerkorb lockt Musäus volksmärchen 1, 44 Hempel; (das steinhuhn) unter stetem gluchsen wandelnd Fr. Tschudi bei Fr. Körner d. prakt. schulmann (1852) 3, 328; das wunderbarste aber war, dasz die (künstliche) henne die stundenzahl und die hühnchen die viertelstundenzahl mit süszem gluchsen und piepen angaben Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 105; bald will man sie (die stimme des alpenschneehuhns) dem glucksen ... der haushennen ähnlich finden J. A. Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 6, 417. — das gluchsen der auerhenne M. L. Lehmann (1790) bei Staub-Tobler schweiz. id. 2, 657; das glucksen der kalkuttischen hühner Liliencron s. w. (1896) 1, 102. — auch vom gackern nach dem eierlegen, bildlich: das überlaute hühnergluchzen über jedes ei Musäus physiognom. reisen (1778) 1, 151. 22) von anderen tieren: die damthiere ... rufen sie (ihre kälber) mit einem lauten gluksen oder ruf zu sich Heppe jagdlust (1783) 1, 167. 33) der schlucken, schluckauf, hetscher (hierfür besonders das alte mascul.), vgl. singultus das glugsen Frischlin nomenclator triling. (1603) bei Diefenbach gl. 536c; gluxn, n., sanglot, hocquet, singultus Widerhold dict. (1669) 148b; gluxen, den gluxen haben sanglotter, hocqueter souvent, singultire ebda 148b; lygmos (von λύζω ich kluxe), das hixen, gluxen oder schlicken le hoquet, ist eine gichterische zusammenziehung der speiszröhr, desz magens und zwerchfells Blancard med. wb. (1710) 368; gluxen, m., das gluxen oder glucksen ... hoquet, sanglot Rädlein europ. sprachschatz (1711) 397a: sehr viel krancken ..., die vom schlucken oder gluxen, dessen kein auffhörens bei ihnen gewesen, grosse marter gehabt Cyr. Spangenberg mansfeld. chronica (1572) 475b; für den gluchssen ist gut, das man offtmals und lang den athem halte Sebiz feldbau (1579) 79; also zerschüttelt er auch zuweilen den magen im leib mit zu vielen ungewöhnlichen schlicken und gluchsen J. Fuglinus de prästigiis daemonum (1586) 30b; vertreibt den heschen oder gluchsen J. J. Nüscheler arzneyschatz (1608) bei Staub-Tobler schweiz. id. 2, 657; dasz einem die augen vor groszem langweil darüber möchten in einen siebenschläfferischen schlaff sincken, und dem leser die gluchtzen (plur. oder fem.?) oder der hesch damit ankommen B. Sartorius d. schneider widerlegung 19; zeichen seind etwan kleiner trucken husten, etwan glugzen, in den schlaff schreien J. Behm artzneibuch (1625) 245. 44) aufstoszen, rülpsen: ich glaub es hab geschlagen vier der han den tag ankrät ... wir wöllen heyme zu, wir gahn schier an den wänden, der gluchssen hat kein ruh ... das schafft allein der gute wein Fischart Gargantua 139 ndr.; (das zu reichliche essen) bricht über sich aus durch das kluxen oder durch görpsen St. Spleiss Comenii sprachenthür (1667) bei Staub-Tobler schweiz. id. 2, 657. 55) schluchzen; schluchzer (beim weinen): mit thätlicher gefärdschafft begleitet, nicht allein der zähren, thränen, gluxen, sondern auch der ziemenden gebährden und cerimonien Dannhawer catechismusmilch (1657) 7, 61; mit glucksen weinend Aler dict. (1727) 1, 962a; hierbey fienge er an zu weinen, dasz er fast kein wort ohne stammeln und glucksen hervorbringen konte H. Lindenborn Diogenes (1742) 2, 797; die königin Eilegia war so entsetzt, dasz sie unter glucksen und schluchsen in nervenzu- und umstände ... sank Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 144; als wären sie (die auf die wache gebrachten kinder) schon alle erschossen, so schwiegen sie still. nur verhaltenes glucksen stieg auf Ehm Welk d. heiden von Kummerow (1937) 253. dem begriff 'seufzen, stöhnen' nahestehend: bittet ihn (gott) um seine hilfe und gnade, wenns auch gleich ... ohne worte, mit unaussprechlichem seuftzen, mit bloszen gluchtzen und stöhnen geschehen solte de la Motte-Guion d. leben (1727) 1, 54. 66) vom (halblauten) lachen: er lachte, bis sich seine stimme in einem tiefen glucksen verlor J. Petri rothe erde (1895) 235; (man) hörte ein ersticktes glucksen (kinderlachen) von nebenan her Helene Voigt-Diederichs auf Marienhoff (1925) 115. 77) von ungewöhnlicher, tremulierender, erregter, fremdartiger sprechweise: mit gluxen mit abgebrochnen worten Henisch (1616) 1670; denn sie reden fort und fort mit glochsen wie die auerhüner Männling eroticus curiosus (1717) 382; eine ärmlich gekleidete frau trat herein. herr Specht ... frug: 'was wollen sie?' man hörte klägliche töne, welche mit dem gepiep eines kranken huhns ähnlichkeit hatten, der kaufmann griff schnell in die tasche, und das piepen verwandelte sich in ein behagliches glucksen G. Freytag s. w. (1887) 4, 60; ein ungewöhnlicher lärm ruft uns in das dorf zurück; es ist ein vielstimmiges grunzen und glucksen, vermischt mit schrillen schreien, deren misztöne einem ... vollkommenen rhythmus untergeordnet sind (bei den Bantunegern) K. Bücher arbeit u. rhythmus (61924) 273. unter hereinspielen der bedeutung 5 auch von einer art des singens: er (Vogler) war der erste, der dem ekelhaften schluchzen und gluchzen der italiänischen schule steuerte Schubart ästh. d. tonkunst (1806) 135. 88) vom geräusch von flüssigkeit, wasserläufen, körpern, die das wasser treffen u. dgl. 8@aa) vgl.glucksen, vb., 3 c α: nur dann und wann hörte man das klucken und glucksen eines bergabschieszenden wasserlaufes Fontane ges. w. I 6, 89; das rinnen und glucksen eines bachlaufs H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 3. 8@bb) vgl.glucksen, vb., 3 c β: man hörte ... aus der schiffshütte das glucksen der wellen an den leise geschaukelten kähnen P. Heyse II 3, 189; während das wohlige glucksen der wellen (am meeresgestade) sein ohr umspielte W. Hegeler Pietro d. korsar (1906) 163; dasz das würmchen unaufhörlich hintereinander kleine weinende jammerlaute von sich gab, etwa wie das glucksen des meeres, wenn es ganz still liegt und nur leise ... anbrandet R. Huch aus d. triumphgasse (1908) 160; es (das gespräch der drei 'pfeifer') klang wie das ruhelose glucksen und plätschern in einem wasserfang Alverdes d. pfeiferstube (1929) 16. 8@cc) vgl.glucksen, vb., 3 c γ: P. (nahm) den stein ... und schleuderte ihn ins wasser, in dem er mit einem glucksen versank M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 5, 254; wann am erwachenden flusse allein der trieb des wassers und das glucksen der fische ... zu hören sind H. Grimm volk ohne raum 1, 126. 99) vom klopfen des herzens: Aristoteles saget, wie die art und eygenschafft desz hertzens fast durch sein klucktzen der pulst erkannt wirt problemata Aristotelis (1585) 58a.
7214 Zeichen · 161 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glucksen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Glucksen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und das Intensivum des Zeitwortes glucken ist, aber …

  2. modern
    Dialekt
    glucksenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    gluckse n intr. v. fast allg. 1. glucksen (Ton der brütenden Henne ). — 2. den Schlucken haben. — els. 1, 263 gluxe; bai…

  3. Spezial
    glucksen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    glucksen булькать, хлюпать разг. квохтать, кудахтать

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glucksen

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Zerlegung von glucksen 2 Komponenten

gluck+sen

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