glucksen,
vb. ,
auch gluxen,
iterativbildung zu glucken (
grundformen *gluckezen,
*glucksen),
daher in der bedeutung diesem sehr nahe stehend (
s. o. sp. 280).
vgl. auch unten das subst. glucksen,
n., m. form. neben dem g-
anlaut steht bei den meisten varianten auch der mit k,
s.klucksen,
kluxen teil 5, 1260; kluckzen
ebda 1261; kluchsen, kluchzen
ebda 1257; klocksen, kloxen, klockzen
ebda 1221.
wie schlucksen
neben schluchzen, lecksen
neben lechzen, kräcksen
neben krächzen,
mhd. mukzen
neben muchzen,
ahd. krockezzan
neben mhd. krochzen,
nhd. kröchzen,
ahd. gickazzen,
mhd. gigzen, gecksen
neben gichsen,
mhd. gagzen
neben kachzen,
mhd. wakzen
neben gleichbedeut. wochzen
steht neben glucksen,
wenn auch seltener, glucksen, z. b. Fischart
Garg. 139
ndr.; Sebiz
feldbau (1579) 79; Hafenreffer (1625)
bei Fischer
schwäb. 6, 2050; Stieler (1691) 674; Lichtwer
äsop. fabeln (1748) 115; Herder 27, 293
S.; Musäus
volksmärchen (1826) 2, 68; Eichendorff
Lucanor (1840) 53;
ebenso gluchzen, z. b. J. Barth
weiberspiegel (1565) o 5
a; Sartorius
d. schneider widerlegung 19; Paullini
phil. feierabend (1700) 398; S. Geszner
schr. (1777) 1, 129; Adelung
umst. lehrgebäude (1782) 2, 771; J. A. Schlegel
verm. ged. (1787) 2, 114; Schubart
leben u. gesinn. (1791) 2, 313.
auch der stammvokal schwankt (
s. o. die entsprechungen mit k-
anlaut),
so glocksen Fischer
schwäb. 3, 715; gloxen H. Österreicher
Columella 2, 138
Löffler; glockzen Comenius
janua (1644) 48; glochsen Männling
exotiens cur. (1717) 382; glochzen
s. o. sp. 141.
die schreibung mit -cks-
überwiegt bei weitem, aber auch die mit x
geht daneben bis ins 19.
jh., z. b. Cyr. Spangenberg
mansfeld. chron. (1572) 475
b;
theatrum amoris (1628) 108; Harsdörffer
poet. trichter (1647) 2, 144; Blancard
med. wb. (1710) 368; Fr. Th. Vischer
auch einer (1879) 1, 222;
vereinzelt auch geluxen H. Österreicher
Columella 2, 121
Löffler. die formen mit -ckz-
erscheinen fast nur im 16.
und 17.
jh., z. b. Eppendorff
Plinius (1543) 145;
problemata Aristotelis (1585) 57
a; 58
a;
simplizian. Jan Perus (1672) 23; Marperger
küchendict. (1716) 294
b;
s. Wackernagel
voces var. anim. (1869) 52; 82.
daneben glugzen J. Behm
artzneibuch (1625) 245; Frommann
dt. maa. 2, 561.
formen wie glutzen (< gluckezen,
vgl. blitzen, schmatzen), glutzgen (
z. b. Österreicher
Columella 2, 138
Löffler)
s. o. sp. 223
unter glotzen;
eine verteilung der formen nach geographischen oder bedeutungsmäszigen gesichtspunkten ist nicht möglich, wenn auch in einzelnen gegenden unterschiede gemacht werden; doch gibt Adelung (
wb. 2, 724
u. 729) gluchzen
als gehobenes wort für glucken, glucksen
und die bedeutung '
schluchzen'
als auf '
einige obd. gegenden'
beschränkt an. die verbreitung des wortes ist heute ziemlich allgemein, wenn auch nicht so wie die des einfachen glucken
bzw. klucken;
so ist es auf niederdeutschem boden nur sehr spärlich belegt. klucksen: Mi
mecklenburg.-vorpomm. ma. 43; Berghaus
Sassen 2, 163
a; Frischbier
preusz. wb. 1, 382;
Gutzeit livländ. 2, 55
b; Hönig
Köln. 93; Wegeler
Coblenz 30; Schön
Saarbrücken 84; Kisch
vergleich. Nösner u. moselfrk. wb. 130; (
neben glucksen)
rhein. wb. 2, 1285; 4, 786
u. 789.
glucksen: Christa
Trier 99; (
neben kluxen) Follmann
lothr. 209
u. 296; (
auch glugse) Crecelius
oberhess. 426; Kehrein
Nassau 167; Müller- Fraureuth
obersächs. 1, 427
a; 2, 781
a; Hertel
Thür. 107; (
neben gluchzen, glochzen) Jungandreas
schles. zeitwortbildung 78; 86; klucksə (g > k) Meisinger
Rappenau 73; gluxe
n Martin-Lienhart
elsäss. 1, 263
b; gluxe
n, gluchse
n Staub-Tobler
schweiz. id. 2, 656; gluxe
Seiler Basel 139; glugse Hunziker
Aargau 108; glutzen, gluchzen, kluckezen Schmeller-Fr. 1, 980; 1325.
wie oft neben den verben auf guttural + -zen, -sen
statt dessen -tschen
steht (Winteler
beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 14, 455
ff.; Wilmanns 2, 110),
so auch hier glutschen Tschumpert
bündn. id. 608; (
tirol.) Schmeller-Fr. 1, 980; Staub-Tobler 2, 656 (
vgl.glutsch
bruthenne Schöpf
tirol. 197;
bündn. glutsche
dass. Tschumpert 608. 11)
als tierischer laut. 1@aa)
vom ruf der haushenne, die brüten will oder brütet oder junge führt: (
das huhn) gluckst, wann es brüen wil oder gebrüt hat Alberus (1540) H h 2
b; (
sprichwörtlich) nun beginnt die henne zu glucksen Schütz
hist. rer. prussic. (1592)
buch 3, 4
e; leg sie (
die eier) einer solchn gloxenden hennen unter
J. B. Porta natürl. magia (1617) 377; die henne glocktzet und glucket (
gallina gracillat et glocitat) Comenius
janua (1644) 48; (
hühner) die da glochtzten, müste man nach der ordnung umb und an in die stub und nester setzen Dan. v. Czepko
weltl. dicht. 228
Milch; glucke ... heiszet eine alte henne, welche, wenn sie gebrütet und ihre küchelchen führet, eine gluchzende stimme annimmt, und dieselben damit locket Zincke
allg. öconom. lex. (1744) 967; indesz dasz der majestätische hahn seine gluchzenden hennen im hof umher führt Sal. Geszner
schr. (1777) 1, 129; die gluchzende henne vor meinem fenster Schubart
leben u. gesinnungen (1791) 2, 313; gluchsen
glucken Schrader
dtsch-franz. wb. 1 (1771) 557.
auf das brüten selbst bezogen, vgl. beglucksen
anbrüten Pfister
nachtr. z. hess. id. 80.
auch von dem gewöhnlichen laut des nahrungsuchenden huhnes: glucksend trippelten die hühner im hof umher und scharrten im schnee Ganghofer
doppelte wahrheit (1893) 196.
von dem laut vor dem eierlegen: wann die hüner sehr gluckzen und eier legen Marperger
küchendict. (1716) 294
b;
vgl. die henne glutzt, wenn sie eier legen will Schmeller-Fr.
bair. 1, 980. 1@bb)
von dem ähnlichen laut anderer vögel, und zwar sowohl vom muttertier wie vom hahn: und die geschwaig folgt nach die gloxenden hennen (
pfau) als ir muotter H. Österreicher
Columella 2, 138
lit. ver.; auf letzterem (
dem misthaufen) krähen, gackern, glucksen und schnattern hähne, hennen, truthühner, enten Holtei
erzähl. schr. (1861) 37, 168; so kam die schneehenne eifrig wieder herbeigelaufen und gluckste leise, und in wenigen augenblicken schlüpften alle neun küchlein wieder unter ihre flügel Fr. Tschudi
d. thierleben d. Alpenwelt (1856) 532.
von tauben: in ihm (
einem groszen waschkorb) gurrt, gluckst und gurgelt es durcheinander. es ist ihr taubenschlag K. Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 1, 10.
vom auer- und birkhahn: kein laut jemals die stille störet, als wenn der aurhahn glucksend ruft Immermann
s. w. 13, 60
Boxberger; drauszen im moorgrund fliegen zwei stahlblaue birkhähne glucksend in die höhe Th. Storm
s. w. (1899) 4, 120.
von weiteren vögeln wie dem raben, der nachtigall, der eule (
s.glucken o. sp. 282): es bedeutet etwas seer böszes, wenn sye (
die raben) also glucktzen als ob sye gehenckt weren Eppendorff
Plinius (1543) 145; er (
Agenor) will um hülfe schreyn, und gluchzt als nachtigall J. A. Schlegel
verm. ged. (1787) 2, 114. verstummet ist Demosthenes, verhallet Platos rede. in seinen gärten gluchset jetzt die attisch-weise eule Herder 27, 293
S. vgl. noch: der burunduk ... wird ... sogar mit dem zaunkönig verglichen; denn wie dieser soll er durch die zweige huschen ... unter beständigem auszstoszen seiner seltsamen, angenehmen, etwas glucksenden stimme Brehm
thierleben (1865) 2, 79. 1@cc)
von anderen tieren: so hört man auch dann und wann ein gluchtzen, welches alles der aberglaube dem so genandten hauszuncken zueignet ... sie solten das gluchtzende thier ersäuffen ... da wars ... nichts mehr denn eine spitz- oder reitmausz Paullini
philos. feierabend (1700) 398; das sicherste zeichen von der anwesenheit des wurmes (
eines sehr groszen australischen regenwurmes, megascolides australis) ist ein deutlicher glucksender laut (
gourgling sound), den das in sein erdloch sich zurückziehende tier hören läszt
Leipz. tageblatt, 10.
märz 1889,
sp. 1500
d; einzelne arten (
der eidechse) ... geben töne zu hören ... die ... glucksend ... sein können Brehm
tierleben (1890) 7, 34.
vgl.glucksen,
n. 22)
vom menschen. 2@aa)
im vergleich von 1 a
her: er (
Christus) girret wie eine taube, glochzet wie eine henne
V. Herberger
hertzpostilla (1613) 1, 658; der mitleidige Jesus gluchset uns nach, wie eine henne ihre küchlein versammelt J. J. Ulrich (1733)
bei Staub-Tobler
schweiz. id. 2, 656.
gern im vergleich mit der um die untergeschobenen entchen besorgten henne: jetzt ... läufst du wie eine glucke am ufer, wo das entchen schwimmt, und glucksest dich ganz müde Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 343; und sorge um dich, wie die henne, deren junges entel auf dem wasser schwimmt, und ich glucke und locke unruhig G. Freytag
br. an s. gattin 556
Strakosch. wie gackern
im sinne von '
prahlerischen lärm machen': und ich hörte manchen, der einen schwertschlag empfangen, darüber glucksen wie ein huhn über sein ei G. Freytag
ges. w. (1886) 8, 34. 2@bb)
von menschlichen naturlauten; diese verwendung von Campe
und Adelung
als oberdeutsch bezeichnet. 2@b@aα)
schlucken, schlucksen, den schluckauf haben, hetschen: ... das man dem gluchsenden kalt wasser inns angesicht spritze und in erschrecke Sebiz
feldbau (1579) 79; die, so gluxen oder den hesch haben Thurneiszer
erdgewächse (1578) 13; gluchsen oder neschen S. Hafenreffer
beschr. d. sauerbrunnens zu Niedernau (1625) 25; gluxen
singultum mittere, hetschen (
vgl. teil 4, 2, 1266
u. 1269) Harsdörffer
poet. trichter (1647) 2, 144; gluchsen, gluxen ...
singliozzare M. Kramer
teutsch-ital. dict. 1 (1700) 543
a; glucksen
für hetschen (
hoqueter) Popowitsch
versuch (1780) 158; gluxen
hoqueter Schrader
dt.-frz. wb. 1 (1771) 559; glucksen
aufstoszen beim schlucken (
klucksuma) Sallmann
dt. mundart in Estland (1877) 13
a; Paul hat vom vielen heulen den schluckauf bekommen, er gluckst wie ein krankes hühnchen K. H. Waggerl
mütter (1935) 197;
so auch Hönig
Köln 93; Follmann
lothr. 209; Crecelius
oberhess. 427 ('
nicht mehr üblich'); Seiler
Basel 139; Staub-Tobler
schweiz. id. 2, 657; Fischer
schwäb. 3, 715
u. 6, 2050; Martin-Lienhart
elsäss. 1, 263. 2@b@bβ)
aufstoszen, rülpsen: vber alle menschen thettensz juchxen, vor völle huobents an sgluockxen, sy theten sich keins lasters bschemmen (
schämen)
bei Bächtold
schweiz. schausp. d. 16. jh. 2, 204; gluksə
rülpsen Baumgartner
Berner Seeland 41; Staub-Tobler
schweiz. 2, 657; Müller-Fraureuth
obersächs. 1, 427
a; Martin-Lienhart
elsäss. 1, 263. 2@b@gγ)
schluchzen (
beim weinen): die ... heben ihre hende gen himmel, heulen, weinen und gluchtzen J. Barth
weiberspiegel (1565) o 5
a; diese wenig mit seufftzen vnnd gluchsen vnderbrochene ... wort öffneten der gantzen gesellschaft die thränenquell der augen
theatrum amoris (1626) 329; die gluxende seufftzen (
seufzer) und heiszen zähern
ebda 108; ... war mir das hertz so weich, dasz mir gantz glukzend die thränen über die backen herab lieffen
simplizian. Jan Perus (1672) 23; die wort ... die er (
der weinende David) ... in seiner noth zu gott ... heraus gegluchzet Carpzow
auserlesene trost- u. leichensprüche (1698) 2, 674; (
erst) wenn das hertz gleichsam beginnt zu glucksen und zu seuffzen, so ist das gebet vollkommen und kräfftig G. Schuster
christerbauliche sendschreiben (1742) 313; er stöhnte mit der brust und gluchste so betrübt Lichtwer
äsopische fabeln (1748) 115; es fehlet ihm noch, dasz er weinet und gluchzet
polit. hanswurst (1759) 43; glucksen
für schluchzen (
sangloter) Popowitsch
versuch (1780) 158; was (
die mahnung der polizei, nach hause zu gehen) zur folge hatte, dasz er ... schnaufend und glucksend die absicht aussprach ... auf 'den jungen' zu warten W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 158; der ritter gluchst und schluckt Reithard
geschichten u. sagen aus d. Schweiz (1853) 285; eine röte fuhr ihm ins gesicht. seine kehle gluckste P. Dörfler
d. lampe d. törichten jungfrau (1930) 291; 'wenn ich nicht wiederkomme —', fing er an, aber dann gluckste es in der kehle Ehm Welk
d. heiden v. Kummerow (1937) 246.
die bedeutung '
schluchzen'
auch Jungandreas
schles. zeitwortbildung 86; Seiler
Basel 139
b; Stalder
schweiz. 1, 456; Ch. Schmidt
Straszburg. 60
b; Schmeller-Fr.
bair. 1, 970;
vgl.glucksen den laut gluck hervorbringen, stöhnen Laven
ged. in Trier. ma. 233;
im 18.
jh. auch die seele ausglucksen '
aushauchen': am end des lebens glucksen sie die seel aus
trepidas in limine vitae singultant animas Aler
dict. (1727) 1, 962
a. 2@b@dδ)
von schütterndem, (
halb)
lautem, unterdrücktem lachen, anscheinend erst in jüngster zeit üblich: als die schwestern immer wieder glucksten und kicherten und mit ihrem geflüster den hüttenfrieden störten Joh. Jegerlehner
Simud Oppier in: dtsche rundschau 151 (1912) 9; der regierungsrat lachte ein paarmal glucksend vor sich hin W. Weigand
d. gärten gottes (1930) 234; das lachen gluckste über die felsen hin H. Zillich
d. urlaub (1933) 38; Anne lachte leise. in die stille der nacht klang dieses glucksende, glückliche geräusch wie eine silberne glocke P. Stühlen
aus d. schwarzen wäldern (1936) 20; in allen ecken und enden der klasse fängt es verdächtig an zu glucksen und zu prusten H. Spoerl
man kann ruhig darüber sprechen (1937) 49; es wurde mäuschenstill, nur ganz gelegentlich gluckste das unterdrückte lachen aus krampfhaft geschlossenen mäulern Ehm Welk
d. heiden v. Kummerow (1937) 144;
vgl. kluxen '
vor freude jauchzen' Follmann
lothr. 296
und gluckstern '
verlegen lachen'
rhein. wb. 2, 1286. 2@cc)
von tremulierendem sprechen, sprechen in ungewöhnlicher tonlage oder form, besonders bei erregung, freude, schüchternheit, bitten, trunkenheit u. dgl., aber auch von fremdartiger (
besonders gurgelnder),
undeutlicher artikulation oder ausdrucksweise: dasz sie (
die eingeborenen) im reden gluckseten, als ob sie den hetscher hätten
M. Krämer
leben u. tapffere thaten (1681) 49; wer ist der winzige, der nach brosamen schnappt und mit dem gaumen gluckst? G. Freytag
ges. w. (1886) 17, 204; 'gott vergelt es tausendmal', gluckst die frau
ders., soll u. haben (1850) 1, 60; noch fünf minuten gluckste der (
betrunkene) professor triumphierend W. Raabe
keltische knochen (1869) 45; mit dünn glucksendem kastratenstimmchen Winckler
d. tolle Bomberg (1924) 41; plötzlich legte er seine gepflegte hand dem schwager auf die schulter, seine stimme gluckste vor vergnügen R.
M. Rilke
ges. w. (1927) 4, 199; und er gluckset wieder in sich, als hab er eine legende henn verschluckt E. G. Kolbenheyer
Pausewang (1910) 270; (
die neger) verhöhnten ihn in ihrer schnatternden und glucksenden sprache P. Alverdes
Reinhold (1931) 37.
auch von der gesangstimme: die geläuffige, gluchsende und allerlei gestalt annehmende stimme der berufenen K. J. Mattheson
kl. generalbaszschule (1735) 13.
mehr bildlich von 1 a
her: man schnatterte, piepte, gluckste beifall Spielhagen (1877) 9, 16; es gelingen ihr (
einer dichterin) reine töne, in die keine frauenrechtlerischen tendenzen hineinglucksen Hegner in:
magazin f. lit. (1903) 64; öppis gluxe
n etwas undeutlich sagen Staub-Tobler
schweiz. id. 2, 657;
vgl.rumglucksen '
nicht mit der sprache herausgehen' Müller-Fraureuth
obersächs. 1, 427
a. 2@dd)
über übelbefinden jammern, kränkeln, so schon bei Spreng gluksen,
s. Seiler
Basel 139;
im heutigen schweiz. Staub-Tobler 2, 657; Hunziker
Aargau 108. 33)
von verschiedenartigen geräuschen des wassers und sonstiger flüssigkeiten. 3@aa)
beim flieszen durch eine enge, besonders den engen hals eines gefäszes oder einer flasche, sowie beim schülpern, schwabbeln in einem hohlraum, z. b. einem fasz: als der krug beim trinken zu gluchsen anfieng Eichendorff
Lucanor (1840) 53; ich habe die bouteille glucksen hören im nebenzimmer Bettine in:
Göthes gespräche 10, 129
W. v. Biedermann. gern von dem verstärkten geräusch beim ausströmen der letzten flüssigkeit: der vater hatte ... sparsam mit dem getränk gewirtschaftet. und nun gluckste beim siebenten male das fasz und träufelte nur noch Ernst Zahn
schattenhalb (1904) 170; sie liesz den rest in Lennackers glas laufen, es gluckste leise Ina Seidel
Lennacker (1938) 60;
dann auch von dem geräusch in den gedärmen, kollern im leib, s. Gutzeit
Livland 2, 55
b;
rhein. wb. 4, 789. 3@bb)
vom geräusch beim trinken (
auch das trinken selbst)
sowie von den schluckenden tönen des säuglings: sie glucksten ihre feldflasche leer Roda Roda
krokodilstränen (1933) 80; alles ... von jener art, die ... der natur versippt ist und an ihren brüsten glucksend, schnalzend, lachend, wehend und weinend sich nährt G. Frenssen
Jörn Uhl (1902) 228; in den hinteren stühlen ging der kampf um die dorfdinge über die haube der hebammen und über das glucksende paket (
das von der hebamme getragene neugeborene) immer wilder hin und her H. Federer
berge u. menschen (1911) 60.
die bedeutung '(
mit geräusch)
trinken'
mundartlich bei Mi
mecklenb. 43; Schön
Saarbrücken 84;
rhein. wb. 4, 789; '
starke getränke lieben' Berghaus
Sassen 2, 163
a. 3@cc)
von offenem, bewegtem wasser, besonders wenn es auf widerstand trifft oder durch fremdkörper erschüttert wird, vom aufsteigen von blasen im wasser oder im moor, vom tönenden hervorquellen der feuchtigkeit aus lehmigem boden, vom gurgelnden geräusch einer in gärender bewegung befindlichen masse, daher auch gelegentlich vom gären selbst, u. dgl. 3@c@aα)
vom strömen von flüssen, bächen, rinnsalen u. dgl.: seit einer halben stunde hör ich nichts als das wasser, das unter dem steg hin gluckst Fontane
s. w. I 5, 196; der weg führte über einen zwischen schnee und eis verloren glucksenden bach A. T. A. Krause
sonnensucher (1907) 95; es gluckst und sintert in und von den rinnen Alex. Jung
d. geheimnis d. lebenskunst (1858) 2, 83; hütekinder, braun wie lazerten ... sonnten sich, staubig und träg, beim glucksenden quellchen Agnes Miegel
herbstgesang (1933) 89; die quelle gluckste und glockte P. Dörfler
um d. kommende geschlecht (1932) 292;
vgl. auch: es fiel eine stille über die leute, dasz das fortglucksen der wellen im bache zu hören war Franz Tumler
auf der flucht (1940) 33. 3@c@bβ)
von dem geräusch des sich brechenden wassers am schiff oder der welle am ufer: nur dasz am bauche des schiffes in vielfältigen tönen die glucksende welle sich übte Mörike
w. 1, 373
Maync; man hörte das wasser vorn am kiele glucksen Th. Storm
s. w. 3, 174
Köster; das wasser gluxte am holze Fr. Th. Vischer
auch einer (1879) 1, 222; und in den nächten glucksen leis die wellen am kiele W. v. Polenz (1909)
ges. w. 9, 79. dieses feindliche, freundliche, schmeichelnde ... element (
das wasser) — mag es nun ... von ... felsen herabdonnern ... oder süsz glucksend am meeresstrande ... den weiszen sand belecken Aug. Sperl
d. fahrt nach d. alten urkunde 9-1735; die wellen glucksten an den bauchigen kähnen, die am landungssteg lagen Voigt-Diederichs
Schleswig-Holsteiner blut (1926) 78.
auch vom schiff gesagt: aber es (
das boot) gluckste nur neckend auf dem leichtbewegten wasser R. Binding
d. geige (1919) 147.
ähnlich, wenn körper den wasserspiegel treffen: das wasser war lau und still und gluckste nur, wenn ein fisch in die luft schnappte nach mücken P. Rosegger
schr. II 6, 308; dann und wann gluckste das wasser am ufer, wenn einer der lauten sänger (
frösche) aus dem schilf in die tiefe sprang P. Heyse II 4, 191,
vgl.glucksen,
n., 8 c. 3@c@gγ)
vom geräusch der feuchtigkeit im moor und nassen boden: der erdboden gluckste unter der triefenden nässe Lauff
Pittge Pittgewitt (1903) 283; der boden wurde immer weicher und bestand aus durch und durch nassem schlamm, in dem es nach den tritten des pferdes gluckste und patschte Sven Hedin
abenteuer in Tibet 16168; die tannen triefen, die wege glucksen O. Gmelin
Konradin reitet (1933) 45; überm haus braust der wald. kommt die kirschenblüh bald. knarrt die stadeltür leis, gluckst das wasser im gleis J. Weinheber
o mensch, gib acht (1937) 35.
das quirlende sumpfwasser kluckst
rhein. wb. 4, 789; glucksen
vom ton aufsteigender wasserblasen Hertel
Thür. 107. 3@c@dδ)
von gärender masse, vgl. biblire glucksen Kirsch (1713)
bei Diefenbach
gl. 73
a: von most und neuem wein, der in beständiger gährung unausgesetzt hebt und gluchst Görres
ges. br. (1858) 1, 351;
der gärende wein kluckst
rhein. wb. 4, 789. 44)
von den tönen der flöte: sein liebenswürdiges mädchen singt, und in ihren gesang gluchzt seine zärtliche flöte J.
N. Götz
verm. ged. (1785) 3, 137. 55)
vom klopfen des herzens: warumb geschichts ..., dasz in den unvernünftigen thieren, als vögeln und jungen hänlin, so jnen das häupt ist abgeschnitten, das hertz noch klucktzet und lebet?
problemata Arestotilis (1585) 57
a; das herz gluchset ihm
cor ei titubat Stieler (1691) 674; das hertz gluckst ihm Aler
dict. (1727) 1, 962
a; mir kluckste s herze, dasz ichs nur so bubbern herte G. Schumann
Bliemchen in Bayreuth (1882) 22;
obersächs. da tat mir s herze doch e bischen glucksen Müller-Fraureuth 1, 427
a;
vgl. Jungandreas
schles. zeitwortbildung 78. 66)
vom pulsierenden schmerz in einer eiternden bzw. heilenden wunde, seltener beim kopfweh, s. Höfler
krankheitsnamenb. 276
b; klukksen
klopfen, von kopfweh, oder in geschwüren Berghaus
Sassen 2, 163
a;
coblenz. et gluckst mer em finger Wegeler 30; glucksen, gluckzen
von einem theil des körpers, wenn er klopft, z. b. finger, besonders von eiternden, in der heilung begriffenen wunden Kehrein
Nassau 167;
schwäb. mein finger gluckst Fischer 3, 715;
obersächs. glucksen
auch von milderem zahnschmerz Müller-Fraureuth 2, 781
a. 77)
schweiz. glux
e unpersönlich '
in der ferne nur dumpf donnern, wenn ein gewitter im anzuge ist' Staub-Tobler
schweiz. id. 2, 657.