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ungeschickt

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeschickt adj. adv.

Bd. 24, Sp. 840
ungeschickt, adj. adv. , i. a. gth. v. geschickt. mhd. mnd. ungeschicket; mnl. ongeschicket; nl. ongeschickt; n. uskikket. Staub-Tobler 8, 515; els. 2, 405a; Schmeller 2, 368; Schöpf 180. 606; obers. 2, 598b; u. läszt grüszen in mundarten Wander 4, 1434; de Bo 673a. verbreitung und häufigkeit der einzelnen bed. sehr ungleich. vgl. ungeschickerlich, ungeschicklich, ungeschicktlich; miszgeschickt Sanders erg. 447a. gelegentlich (wie in ma.; Staub-Tobler a. a. o.) mit ch statt ck (s. ungeschicht); wie t in ungeschicktlich eintritt, fällt es häufig im superl. aus (am aller ungeschickesten Luther 6, 125b Jen.; Hutten 2, 186, 36; Fr. Wilhelm sprw. reg. 9 β, n. 954; Aitinger jagdb. )( iib) oder ab (ain knecht, der nicht ungeschick wäre Steinhöwel Äs. 41; Petri 2, j ii viib; vgl. ungeschickhayt Tauler serm. 1508, 46a). 11) gth. v. geschickt 1 (wol geschicket), übel gemacht, bereitet (ungeschickteu haupt der schwachsinnigen Megenberg unter geschickt 1; eyn ungeschickts lager Luther 34, 2, 502, 22 W.; ein ungeschicktes viereck trapezium parallelarum basium Zedler 49, 1150). 1@aa) nicht oder mangelhaft in ordnung gebracht, zugerüstet, vorbereitet; unzulänglich: da hörets nu auff, das die erde nimmer so wüst und u. ist, und kömpt nu ans liecht und gewynnet ein rechte gestalt Luther 24, 35, 29 W.; gepeu öst. weist. 10, 3; haar und part H. Haug d. Hungern chr. 3b; wege Chemnitz 2, 106; felsenstufen Eichendorff 3, 449; vorrichtungen Göthe II 4, 84 W.; von einem zu kleinen, unpractischen buffet am bahnhof: das ist eine ungeschickte einrichtung Steub wand. 5, vgl. bed. 3; meine vielen, ungeschickten (indigestus, confusus Kilian) collectaneen Göthe IV 11, 155 W.; von verpfuschten oder aufgebrauchten federspulen, die sich nicht mehr schneiden lassen, die abgestutzten, angetauchten, die ungeschickten, vielgebrauchten hast du, die freundliche, gewollt 4, 22 W. bes. ungestaltet, häszlich: von der mohrenhaut gest. Rom. 8a K.; für ungeheuer deformis s. ungeheuer, adj. 3 e; eyn u. häszlich gemäl Fischart ehzb. 121, 5 H.; unflätig Spanutius 316; nl. slordig, ongehavend; veraltet. plump, unhandlich, unbequem, unpractisch (vgl. oben und 3): ich förcht das dasz búchli zuo grosz und zuo u. wurde betb. (1518) 1b; holz der keule Weichmann Nieders. 1, 57; u. grosz Göthe 20, 83 W.; ein ungeschicktes ding, buch Campe aus dem gemeinen leben und der leichten schreibart; els. 2, 405a, 3; net geschickt Fischer schwäb. 3, 465. 1@bb) von äuszerer beschaffenheit wird auf die innere geschlossen. 1@b@aα) dämonisch gräulich: die alten ungeschickten weiber, die wir unholden nennen Nigrinus v. zäub. 165; b. d. liebe 388b; vgl. monstrosus Lohenstein Arm. 2, 116b. veraltet. 1@b@bβ) von fehlerhafter innerer beschaffenheit; krank (bösartig, durch tumoren verändert Höfler 566b): von verdorbenem geschmack mnl. Verdam 411a, 4; von metallen Parac. unter unartig A 2; wolken 2, 86 a; erdboden Sebiz 20. mit ungeschickten, verkehrten und ungeformierten händen Ruoff heb. 107; er .. hartiglich mit den füssen in jhr angesicht tratt, also dasz jhr die nase gantz und gar u. ward b. d. liebe 288b; u. in dem harn und an dem pulsz Pauli schimpf u. e. 251; schwach und u. H. v. d. Planitz ber. 549; u. und kranck Barth weibersp. g vb; noch krank und u. Göthe Tasso 2753 in stark verallgemeinerter bed.; es macht den magen ungeschickt Sachs 17, 319, 11 G.; Wirsung 544a. veraltet und mundartlich (öppis ungegeschickts ein körperliches gebrechen Staub-Tobler 516, 2 b). 1@b@gγ) nicht bereit(willig), unaufgelegt, widerwillig, gth. v. geschickt 2 b, c, d: geistlich Tauler pred. 128, 27 V.; serm. 1508, 46a; Luther 6, 125b Jen. (vgl. Silesius wand. 6, 69 ndr.); dazu ungeschicketheit, ungeschickhayt Tauler pred. 304, 11. 72, 5 V. var.); allgemein Keisersberg post. 1, 33b; wie wol wir all dem todt verstrickt, doch sein wir allzeit ungeschickt, zu sterben han wir nimmer zeit B. Waldis Esopus 2, 154 K.; zu fernen groszen reysen Rätel schl. chr. 344; Göthe Tasso 2705; IV 7, 75 W. nach 5 e weisend. ein voller ist u. zu nichts zu brauchen Ringwaldt warh. 53; ir unwill und ungeschickter sinn Eberlin v. Günzburg 1, 50 ndr.; die andern gaistlichen in der stat musten sich leiden, dan der gemein man ser u. ware Fries chr. 243; Schmeller 2, 368; toornig mnl. wb. 5, 676, 2; nit u. spendabel, umgänglich sein; von einem, der mit sich reden läszt, einem arzt, der keine zu hohen rechnungen schreibt u. dgl. Staub-Tobler 516. schriftsprachlich in der hauptsache veraltet. 1@b@dδ) inordinatus mnd. wb. 5, 52a. vgl. mnl. wb. 5, 676, 3. 1@b@eε) unerwartet, ohne vorbedacht, insubide Stieler 1773; ongedacht de Bo 673a; mnl. wb. 5, 676, 3: auff das euch nit gleich wie ein pfeil gar ungeschickt mein tag ereyl Ringwaldt ev. b 3b. veraltet und in n. spr. (irgend eine explosion war vorauszusehen [er hat Einsiedel hart angelassen], halten wir es für ein glück, dasz sie so schnell und u. hervorgebrochen! Göthe IV 28, 332) der umdeutung ausgesetzt. 22) nicht zusammenpassend, unpaszlich, ungelegen; gth. v. geschickt 3, bisweilen in bed. 3 übergehend: des mans sam und der frauen sam sein u. und unmessig zu einander probl. Ar. 23a; ein ungeschickter sattel uff disz rosz Murner adel 41 ndr.; es ist mir zu diser stund u., mit euch heim zu gehen b. d. liebe 206c; nicht ungeschickte (unwillkommene, vgl. 3 c) nachricht Thomasius d. schr. 106; zeit Göthe 34, 50; adv. 28, 30 W. s. ungelegen 5; bei dem ehestande ist es nur die dauer, die etwas ungeschicktes an sich trägt 20, 112 W.; ist nit u., ich sag a re haud alienum est dicere Zwingli d. schr. 1, 241; das kommt mir u. Schiller 3, 147; br. 1, 153; Staub-Tobler 516; ein ungeschickter ort, wie u.! u. dgl. in oberd. umgangsspr. reich entwickelt. els. 2, 405a, 2. K. Stieler ged. 2, 50. nicht nordd. 33) ungeeignet, unpassend, unzweckmäszig, gth. v. geschickt 4. mit präp. best.: der lasztag soll ... sein .. nit u. am wetter Gersdorff wundarzn. 17, 1a (veraltet); ein versöhnter feind, ein erkauffter freund sind zu einer brücke ungeschickte stücke Logau 534, 28; die kammer zwar ist nur vom ersten stock, ein keller drunter, mehr als neun fusz das fenster nicht vom boden; jedoch die ganze, wohlerwogene gelegenheit sehr ungeschickt zum springen H. v. Kleist 1, 403. 3@aa) widersinnig, falsch, verkehrt, nicht dahin gehörend, ungereimt: ausgiessen ungeschickt (inepte effutiam) erst. d. bib. 3, 35, 59; der du eyttel lugen und das aller ungeschicktist affenspiell fur tregist Luther 7, 688 W.; auch im engeren rechtlichen sinne: ungeschickte artickel impertinentes articuli, klagschreiben, zeugen Zedler 49, 1458; sonst allgemeiner: urteil Bellin rechtschr. xiiija; wesen absurditas Reyher; begriff Bodmer wund. 105; beholzung Heppe lehrpr. 4; einfall Lessing 2, 305, 11: vorschläge Göthe 27, 135 W.; sie nennen hier zu lande einen hemmschuh nicht u. einen schleiftrog III 2, 142, 32 W.; da man in dieser aufgeklärten wissenschaft nur allzuschnell entdeckt, wer das geschickte oder wer das ungeschickte thut IV 27, 19 W.; etwas stärker als bed. 2: wenn die menschen aus noth, wie die Venetianer, sich in den sumpf setzen, oder aus zufall an dem ungeschicktesten ort sich ansiedeln, wie die Römer IV 42, 71 W.; ungeschickt! falsch! unsinn! 17, 269, 5 W.; ich denke nicht u. geraten zu haben 33, 11 W.; u. heirathen eine miszheirath thun Bauernfeld 1, 93; mit anklang an c und 5 Hesse diesseits 199; die ursache des fehlschlagens lag ... in der ungeschickten allianz eines politisch unfähigen feldherrn und eines fähigen ... demagogen Mommsen r. g. 2, 204; es waren die ungeschicktesten bestimmungen des Pariser friedens Bismarck gedanken 2, 126 volksausg. aber dasz die n. spr. unablässig am werke ist, dies nach 5 umzudeuten, lehrt Gottsched beob. 62 (sie suchen sich eigene, selbstgemachte und mehrentheils ungeschickte, d. i. nach ihrer unfähigkeit, richtig zu denken und zu reden, schmeckende wörter). 3@bb) sündhaft, unrecht, ungehörig, übel: vor fremden, ungeschickten, ungötlichen dingen Tauler serm. 1508, 21b; mnl. wb. 5, 676, 1; leben Berth. v. Chiemsee 2; werck Ringwaldt warn. e 6b; o wie kurtz, wie falsch, wie unordentlich und u. seynd alle wollüsten dieser welt J. Arnd Th. v. Kempis 82; die m ihrer missetaht oder ungeschikter handlungen willen sterben Butschky P. 778; dieser aber hat nichts ungeschickts gehandelt Luc. 23, 41 (Teller 1, 161); Pietsch 398; von strafwürdigem wie wort, schmachwort (Stumpf chr. 745b), rede u. ä. Staub-Tobler 517; dasz sie (die soldaten im quartier) ... nichts ungeschicktes vornehmen sollten act. p. 4, 126 P.; sich ungeschickt (ungebührlich, inclementer) aufflenen Hutten 2, 187, 44; sich u. halten Wickram 2, 244, 31; hatt sich kainer gegen ... Martino ungeschickter ... erzaigt städtechr. 25, 155, 27. sich einem andern drölich und fast u. halten Schmeller 2, 368; die ungeschückten lewt fenglich annemen ebd.; ungeschicktes wesen, weis, handlung ebd.; er ungeschickt (zweifelhaftes, übles) latin für guot tütsch brucht Riederer cva; ein ungeschickten heiligen Luther 534, 18 W. 3@cc) mit stärkerer beziehung aufs gefühl widerwärtig, eklig, leidig, verwünscht, unglücklich, unheilvoll, unangenehm, fatal, bedauerlich: das du gar greulich und u. wirst anlauffen Hutten 2, 190, 36; gott hat euch ausz dem ungeschickten und dunkeln Egypten geführet Happel ak. rom. 481; diesen ungeschickten schicksalsstreich (Wielands und seiner tochter sturz) Göthe IV 23, 413 W.; es war u. (beda uerliche ungeschicklichkeit) von mir, dasz IV 11, 234 W.; es war u. vom zufall, dasz er uns in G. nicht zusammenbrachte IV 15, 284 W.; was im wege stehend empfunden wird, heiszt u.: der ungeschickte baum Brentano 5, 330; Bauernfeld 1, 77; die ungeschickte badekur! da jagen einen die ärzte vor fünf uhr aus dem bett 3, 149; Staub-Tobler 516; öppis ungeschickts ein unfall ebd.; dei isch-es doch recht u. g'gangen v. einem brande, einer schweren geburt ebd.; sein ugschicktá schusz Stelzhamer 1, 96, 4. wieder nicht nordd.; nach 5 e umgebogen: ihr ungeschicktes bevormunden Schubart br. 1, 147, zumuthung Göthe 45, 262, an 5 g streifend. zwischen a und c stellen sich fälle wie sich u. niedersetzen (Göthe 18, 260 W.), zutreten, ein ungeschickter tritt (verkehrt, so dasz unbequemlichkeit, lächerliche lage oder üble folgen entstehen). 44) gth. v. geschickt 5, nicht imstande, unvermögend, unkönnend Frisius: u. ze sehent Tauler pred. 157, 32; 320, 28 V.; zu fleischlichen sachen Keisersberg evang. (1515) 166c (vgl. 5 a); zu zahlen Petri 2, j ii viib; woferne sie sich für u. und unfähig achten sollten, meinen zukünfftigen vorschlägen zu folgen vern. tadl. 1, 48; so ist die äuszere rinde zu weiterer hervorbringung u. Göthe II 6, 86 W. enger seiner vernunft u. geistig gestört, blödsinnig, schwach begabt Staub-Tobler 517; datzu antwort ich, das man stummen und die sonst auch verhyndert oder u. sind, nit predigen lest Luther 8, 497 W.; städtechr. 25, 131, 28; du weist fürwar nit was du redst, so du dich selbs wie ein ungeschickter nit versteest J. Lonicerus berichtb. g 3b; von betrunkenen Staub-Tobler a. a. o.; dann die sich mit bier uberfüllen, werden vil töller und ungeschickter dann die mit weyn belestiget sind Stumpf chr. 54b; Arnim 21, 179; Holtei erz. schr. 19, 164; dann steht man mit einem tauben ungeschickten kopf auf Bräker 2, 88. schriftsprachlich nicht mehr recht üblich und nach 5 gewendet (Göthe 7, 162, 3 W.). 55) von geistig-sittlicher wie körperlicher anlage, begabung, bildung, leistung, bethätigung des menschen. gth. geschickt 6; wie dieses 5@aa) unfähig, unbefähigt: zuo glauben Keisersberg post. 3, 11b; ein sorglich ampt ... desz ich mich ganz u. weisz ref. flugschr. 1, 234 C.; zur freundschaft Lessing 3, 193; zu einem arbeiter 10, 210; für beschäftigungen Justi Winck. 1, 446: miner ungeschikten personen ausdruck der bescheidenheit Oheim R. chr. 1, 6. man ist ein ungeschickter tröster (taugt nicht dazu) Bismarck br. a. s. braut 16, vgl. 3. 5@bb) untüchtig: umb daz sie .. den ungeschikten, iungen Neronem ... zuo dem kaisertuom erhOehet Stainhöwel ber. fr. 280 ndr.; Jost steigt am hof' empor und ist doch ungeschickt J. N. Götz ged. 3, 89. 5@cc) geistig unbegabt: W. war nicht u., allein es fehlte ihm an einer künstlichen übung Göthe 21, 160, 6 W., aber undeutlich. 5@dd) träge, iners Frischlin 172; hebes Reyher o rb. 5@ee) ohne die erforderliche körperliche oder geistig-sittliche geschicklichkeit, leichtigkeit und gewandtheit: des menschen leib ... ist der wenigst under allen thieren und der gröbst, ellendest und ungeschickteste Parac. 2, 327; der ungeschickt, vierte finger Staub-Tobler 517; einen nicht ungeschickten tanz Lohenstein Arm. 2, 176a; versuch Göthe 23, 214, 4 W.; eselscaressen 43, 1, 179, 9 W.; tänzer Bürger 1, 176b; von der ganzen äuszeren erscheinung Lyon syn. 303 (u., steif, ungelenk, schwerfällig, unbeholfen, linkisch, ungeschlacht); u. wie hosenpamper Weinhold dialectf. 109; das ganze service zerbrochen? da war sie wieder ... recht u. Pocci kom. 6, 174, vgl. 3 c, Staub-Tobler 516. vom mangel an mechanischer beweglichkeit, leichtigkeit bei der fortbewegung, an geregeltem lauf u. ä.: so geht der weg auch in ungeschickter bewegung bald herauf, bald herab Göthe 20, 71, 22 W.; wurf Storm 7, 184; fahrzeuge Forster 4, 41; Ritter erdk. 3, 94; kleidern, die sich überall u. (ohne flusz in der bewegung und anpassung) bauschten Stifter 3, 141, vgl. 1 plump. von wesentlich geistigen eigenschaften (der geistigen geschicklichkeit und gewandtheit ermangelnd, von ungeschicklichkeit zeugend; ungeübt, unkundig, unwissend, ungebildet, ungelehrt, unerfahren, ungewandt in kunst, fertigkeit, verrichtung aller art). veraltet mit gen.: aller ding ungeschicket Sleidanus red. 161 B.; hebraischer sprach nit ungeschickt Kessler sabb. 151; in Zwingli d. schr. 1, 39; Freytag 5, 52; bei Herder 17, 205; auf der violine Göthe 22, 137, 23 W.; an Scheffel 2, 63; veraltet mit Götz v. Berlichingen 8 B.; vgl. ongeschicktheyt van spreken mnl. wb. 5, 677. ohne solche best.: von geschickten und ungeschickten predigern Luther 26, 235; ungeschickte kinder, die ihren katechismus nicht können Sandrub kurzw. 18 ndr.; u. lebt lang, wird alt Staub-Tobler 517; wer etwas kan, den halt man werth, desz ungeschickten keiner begert Petri 2, f ff va; Gottsched beob. 121; Fischer 3, 465; ein mensch mit hundert handwerken ist ein ungeschickter Düringsfeld sprw. 1, 356a; doctoren Happel ak. rom. 228; sprachforscher Kinderling 63; na, ich bin doch auch ein büttner ... und nicht der ungeschicktst Ludwig 2, 124; der .. ungeschickten barbari Carbach Liv. 214a; unwissend roh Sachs 3, 100, 7 K.; vgl. g; u. und wild Göthe Venez. epigr. 55. ungeschickte schrifften Lehman 2, 838; handlung Königsb. dichterkr. 3 ndr.; übersetzung Bodmer wund. 6; betrug Göthe 17, 101, 15 W.; etwas ungeschicktes schülerhaftes, unreifes 21, 49 W.; kochkunst F. Th. v. Schubert 1, 156; machwerk Niebuhr r. g. 1, 140; holzstiche Eichendorff 2, 56; u. verstummen Göthe nat. tochter 291; sein ungeschicktes wesen ihr gegenüber Ludwig 1, 153, vgl.blöde 6 und unten g. ungeschickt abgebildet Olearius reiseb. 13; u. herauskommen Scheibe crit. m. 632; u. und pfuscherhaft Göthe 25, 104, 18 W.; u. vom zaune brechen Bismarck gedanken 2, 106 v.; ungeschickter und unbeholfener weise Kerner bilderb. 24; aus ungeschick Heine 6, 5. nicht durchtrieben: die galgen weren nicht vor die .. grosze, sondern vor die ungeschickte und unglückliche dieb gebawet Zinkgref-Weidner 3, 47; ähnlich, aber verblassend Bismarck gedanken 2, 157 v. 5@ff) thöricht, unklug, dumm: ein grober ungeschickter mensch plaudert unfürsichtig Franck sprüchw. (1541) 1, 113a; Göthe Iphig. 730 (vgl. 741, 742); bair. dös wār owə u. 5@gg) unschicklich: frage Arigo 49, 3 K.; du solt dich in dein hertz nein schamen, solch ungeschickte wort zu reden Sachs 8, 206, 23 K.; Göthe IV 13, 232; Freytag verl. hs. 1, 190; betragen Göthe 43, 1, 259, 10 W.; etwas ungeschicktes schaukeln mit dem stuhl 21, 49 W.; dasz die neuen zweiglein ... gewissermaszen u. die schönen blumenbüschel in die klemme brachten II 6, 341 W.; nichts ungeschicktes thun Krünitz 196, 295; ich musz nur die mutter fragen, was er so verstohlen blickt, denn wollt' ich's ihm selber sagen, liesz' es doch recht ungeschickt Böhme volksth. lieder 321; ungeschickt neugierig nahen Raumer Hoh. 1, 95. tadelnswerth vom standpunkt der sitte, sittlichkeit, angemessenheit u. dgl. (vgl. 3 b; ungeschicktes begehren stolida impudensque postulatio Stieler 1774): sich, sich, wie sich der Kain stelt, mit seiner rott so ungschickt helt Sachs 1, 66, 7 K.; unartig, unfolgsam, störrisch, beleidigend, ungebührlich Staub-Tobler 518; u. sein, sich betragen ... über, gegen, mit ebd.; immodestus Kilian; ein so gar unzuchtigs und ungeschicktes (ἀδιάτακτον) leben Ambach zus. d iiia; Rachel 72 ndr.; ungschickt (grobianisch) werden Scheit 484; im gespräch nit unhöflich und u., sondern ganz artlich ... sich erzeigte Fischart ehzb. 145, 34 H.; des ungeschickten (unlenksamen) hauffens G. Maier hist. lustg. 1, 378, vgl.e, mnd. wb. 5, 676, 3; nicht der ungeschickteste an unserem hofe Ziegler ban. 56, 24; die unhöflichen und ungeschickten sitten mancher jungen galane vern. tadl. 1, 234; roh und u. schreiben Göthe 43, 1, 7 24 W.; 22, 87 W.; popanze zeigt man ihnen (kindern) und bemerkt dabei, dasz der popanz kommen würde, wenn sie wieder u. wären Rehfues br. (1805) 2, 132, vgl. geschickt 6 g in der kinderzucht; Körner, der einmal wieder u. ist, weil ich Schiller nicht genug gelobt habe Caroline br. 1, 163 W.; bin ich auch etwa gegen sie u. und starrsinnig herausgefahren? Fouqué gefühle 1, 123; da ... ging just ein ungeschickter kerl vorbey, welcher meiner tochter auf den fusz trat Hafner 1, 53; sey er nicht so u., werf' er mich nicht übern haufen Meisl quodl. 4, 81. 66) in schelte und rüge: du ungeschickter alter tropff! Dähnhardt gr. dr. 2, 202; Eyering 2, 340; Moscherosch cura 41 ndr.; büffel Gesner-Herold-Forer 32a; esel Moscherosch ges. 172; Stoppe Parn. 520; maulaffen med. maul. 1, 177 u. s. w.; man sagt, er sey ein ungeschickter, niederträchtiger mensch s. v. schausp. (1764) 1, 15; Bauernfeld 1, 16; Apini gl. n. 87; 278; Pansner 73a; Ungeschickt von Kalkstein Wander 4, 1434; Hans Ungeschickt, so knie doch nieder! Grillparzer 10, 266; meister U. 6, 138; herr (von) U. läszt grüszen obers. 2, 598b; wer etwas zerbricht, den läszt der u. grüszen Arnold Nürnb. 194; hat dich der u. grüeszen lâszen? Schmeller 2, 368; der ungeschickt hot mi grüessa lasse Wander a. a. o.; die ungeschickten lassen grüszen ebd.; ung'scheckt lett m'n gûda tâg sän ebd.; u. lett grüszen ebd.; Lipperheide 898a; u. ist mein bruder, haut grobe spähne u. dgl.; Wander a. a. o., 5, 1782. vgl. ungeschick ende. 77) steigernd: en ungeschickti (sehr grosze) fröid Staub-Tobler 518. vgl. intemperans, enormis Kilian. schriftsprachlich werden entsprechende fälle (einer u. groszen goldmedaille schr. der Götheges. 5, 47) wie u. 1 a verstanden. 88) in der von nordd. rede abhängigen schriftspr. droht u. zu verarmen, indem es hauptsächlich auf bed. 5 e bezogen zu werden pflegt.dazu ungeschickte, f., gth. v. geschickt(e), geschick(e)de oder mangel daran. Staub-Tobler 8, 518. schwach entwickelt. als veraltet bei Frisch 2, 177b. wesentlich oberdeutsch. vgl. ungeschicht, ungeschick, -lichkeit, ungeschicktheit, -lichkeit. von u., von ungeschicht, von ungeschick entsprechend, zufällig, ausnahmsweise: das kumbt ettwan von ungeschickt narrenschiff n, Zarncke 5 a.; Braunschweig chir. (1539) 20a; Schumann nachtb. 56, 19 var.; durch ungeschickt 69, 8 ndr. ungeschicklichkeit 1 entsprechend: das die seel ... durch die ungeschickte des leibs gehindert würt Keisersberg evang. (1515) 158c; nimietas Parac. 1, 300 c, vgl. ungeschickt 7. wie ungeschickt 4: der elefant von ungeschickte sich aufzerichten also gefangen wirt Gesner-Herold-Forer 75. von geistig-sittlichen eigenschaften, ungeschicklichkeit 4 entsprechend: u. des glaubens und der gschrifft (unbewandertheit) Zwingli bei Staub-Tobler 518; welche von unverstand wegen oder von ander ungeschickt nicht nützers oder bessers thuon möchten, dann also in der kirchen schreyen und brummen Eberlin v. Günzburg 1, 38 ndr.; unzulänglichkeit Staub-Tobler a. a. o.; ungeschickt, ungeschickligkeit, unverstand Lehman 2, 837; ungeschicktes, befangenes wesen Staub-Tobler a. a. o. unschicklichkeit, unziemliches thun, wie ungeschicklichkeit 5 ebd. b. steirisch wird ungeschickte, f., zur bez. der 'weiszen kanigelrebe' (hundsrebe?) angeführt Unger-Khull 610a (vgl. ungeschickt 1). —
20757 Zeichen · 593 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ungeschickt(verneintes Part. Prät.=)Adj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ungeschickt , (verneintes Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ungeschicket

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungeschickt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ungeschickt , adj. et adv. der Gegensatz von geschickt, in dessen sämmtlichen Bedeutungen. Am häufigsten in der zweyten …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungeschickt

    Goethe-Wörterbuch

    ungeschickt [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    ungeschickt

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ung e schickt Adj. Adv. 1. ohne Geschicklichkeit. Eps u. a n grife n sich u. bei etwas anstellen Dü. 2. ungelegen. s is …

  5. Sprichwörter
    Ungeschickt

    Wander (Sprichwörter)

    Ungeschickt 1. Es ist keiner so ungeschickt, er kann noch Kapuziner werden. – Klosterspiegel, 13, 14. 2. Je vngeschickte…

  6. Spezial
    ungeschickt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|ge|schickt adj. incomper (-pri, -pra), imbrané (-ná, -nada), impazé (-zá, -zada), ciampané (-ná, -nada), inchenc (-nc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungeschickt

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungeschickt

un- + geschickt

ungeschickt leitet sich vom Lemma geschickt ab mit Präfix un-.

ungeschickt‑ als Erstglied (4 von 4)

Ungeschickter

Wander

ungeschick·ter

Ungeschickter 1. Der Ungeschickte gehört hintenan. – Simrock, 10656 a . 2. Der Ungeschickte hat bald Feierabend. – Simrock, 10656; Mayer, II…

ungeschicktheit

DWB

ungeschickt·heit

ungeschicktheit , f. , mangel an geschicktheit und deren gth. mhd. mnd. ungeschicketheit; mnl. ongeschicketheit; nl. ongeschiktheid; nhd. ni…

ungeschicktlich

DWB

ungeschickt·lich

ungeschicktlich , adv. , gth. v. geschicktlich, in einigen bed. v. ungeschickt. Staub-Tobler 8, 518 . ongeschicktelick Kilian 432 b . nl. on…