ungeschickt,
adj. adv. ,
i. a. gth. v. geschickt.
mhd. mnd. ungeschicket;
mnl. ongeschicket;
nl. ongeschickt;
dän. uskikket. Staub-Tobler 8, 515;
els. 2, 405
a; Schmeller 2, 368; Schöpf 180. 606;
obers. 2, 598
b; u. läszt grüszen
in mundarten Wander 4, 1434; de Bo 673
a.
verbreitung und häufigkeit der einzelnen bed. sehr ungleich. vgl. ungeschickerlich,
ungeschicklich, ungeschicktlich; miszgeschickt Sanders
erg. 447
a.
gelegentlich (
wie in ma.; Staub-Tobler
a. a. o.)
mit ch
statt ck (
s. ungeschicht);
wie t
in ungeschicktlich
eintritt, fällt es häufig im superl. aus (am aller ungeschickesten Luther 6, 125
b Jen.; Hutten 2, 186, 36; Fr. Wilhelm
sprw. reg. 9
β,
n. 954; Aitinger
jagdb. )( ii
b)
oder ab (ain knecht, der nicht
ungeschick wäre Steinhöwel
Äs. 41; Petri 2, j ii vii
b;
vgl. ungeschickhayt Tauler
serm. 1508, 46
a). 11)
gth. v. geschickt 1 (wol geschicket),
übel gemacht, bereitet (ungeschickteu haupt
der schwachsinnigen Megenberg
unter geschickt 1; eyn ungeschickts lager Luther 34, 2, 502, 22
W.; ein ungeschicktes viereck
trapezium parallelarum basium Zedler 49, 1150). 1@aa)
nicht oder mangelhaft in ordnung gebracht, zugerüstet, vorbereitet; unzulänglich: da hörets nu auff, das die erde nimmer so wüst und u. ist, und kömpt nu ans liecht und gewynnet ein rechte gestalt Luther 24, 35, 29
W.; gepeu
öst. weist. 10, 3; haar und part H. Haug
d. Hungern chr. 3
b; wege Chemnitz 2, 106; felsenstufen Eichendorff 3, 449; vorrichtungen Göthe II 4, 84
W.; von einem zu kleinen, unpractischen buffet am bahnhof: das ist eine ungeschickte einrichtung Steub
wand. 5,
vgl. bed. 3; meine vielen, ungeschickten (
indigestus, confusus Kilian) collectaneen Göthe IV 11, 155
W.; von verpfuschten oder aufgebrauchten federspulen, die sich nicht mehr schneiden lassen, die abgestutzten, angetauchten, die ungeschickten, vielgebrauchten hast du, die freundliche, gewollt 4, 22
W. bes. ungestaltet, häszlich: von der mohrenhaut gest. Rom. 8
a K.; für ungeheuer deformis s. ungeheuer,
adj. 3 e; eyn u. häszlich gemäl Fischart
ehzb. 121, 5
H.; unflätig Spanutius 316;
nl. slordig, ongehavend; veraltet. plump, unhandlich, unbequem, unpractisch (
vgl. oben und 3): ich förcht das dasz búchli zuo grosz und zuo u. wurde
betb. (1518) 1
b;
holz der keule Weichmann
Nieders. 1, 57; u. grosz Göthe 20, 83
W.; ein ungeschicktes ding, buch Campe
aus dem gemeinen leben und der leichten schreibart; els. 2, 405
a, 3; net geschickt Fischer
schwäb. 3, 465. 1@bb)
von äuszerer beschaffenheit wird auf die innere geschlossen. 1@b@aα)
dämonisch gräulich: die alten ungeschickten weiber, die wir unholden nennen Nigrinus
v. zäub. 165;
b. d. liebe 388
b;
vgl. monstrosus Lohenstein
Arm. 2, 116
b.
veraltet. 1@b@bβ)
von fehlerhafter innerer beschaffenheit; krank (
bösartig, durch tumoren verändert Höfler 566
b):
von verdorbenem geschmack mnl. Verdam 411
a, 4;
von metallen Parac.
unter unartig A 2;
wolken 2, 86 a;
erdboden Sebiz 20. mit ungeschickten, verkehrten und ungeformierten händen Ruoff
heb. 107; er .. hartiglich mit den füssen in jhr angesicht tratt, also dasz jhr die nase gantz und gar u. ward
b. d. liebe 288
b; u. in dem harn und an dem pulsz Pauli
schimpf u. e. 251; schwach und u. H. v.
d. Planitz
ber. 549; u. und kranck Barth
weibersp. g v
b;
noch krank und u. Göthe
Tasso 2753
in stark verallgemeinerter bed.; es macht den magen ungeschickt Sachs 17, 319, 11
G.; Wirsung 544
a.
veraltet und mundartlich (öppis ungegeschickts
ein körperliches gebrechen Staub-Tobler 516, 2 b). 1@b@gγ)
nicht bereit(
willig),
unaufgelegt, widerwillig, gth. v. geschickt 2 b, c, d:
geistlich Tauler
pred. 128, 27
V.; serm. 1508, 46
a; Luther 6, 125
b Jen. (
vgl. Silesius
wand. 6, 69
ndr.);
dazu ungeschicketheit, ungeschickhayt Tauler
pred. 304, 11. 72, 5
V. var.);
allgemein Keisersberg
post. 1, 33
b; wie wol wir all dem todt verstrickt, doch sein wir allzeit ungeschickt, zu sterben han wir nimmer zeit B. Waldis
Esopus 2, 154
K.; zu fernen groszen reysen Rätel
schl. chr. 344; Göthe
Tasso 2705; IV 7, 75
W. nach 5 e
weisend. ein voller ist u.
zu nichts zu brauchen Ringwaldt
warh. 53; ir unwill und ungeschickter sinn Eberlin v. Günzburg 1, 50
ndr.; die andern gaistlichen in der stat musten sich leiden, dan der gemein man ser u. ware Fries
chr. 243; Schmeller 2, 368;
toornig mnl. wb. 5, 676, 2; nit u.
spendabel, umgänglich sein; von einem, der mit sich reden läszt, einem arzt, der keine zu hohen rechnungen schreibt u. dgl. Staub-Tobler 516.
schriftsprachlich in der hauptsache veraltet. 1@b@dδ)
inordinatus mnd. wb. 5, 52
a.
vgl. mnl. wb. 5, 676, 3. 1@b@eε)
unerwartet, ohne vorbedacht, insubide Stieler 1773;
ongedacht de Bo 673
a;
mnl. wb. 5, 676, 3: auff das euch nit gleich wie ein pfeil gar ungeschickt mein tag ereyl Ringwaldt
ev. b 3
b.
veraltet und in n. spr. (irgend eine explosion war vorauszusehen [
er hat Einsiedel hart angelassen], halten wir es für ein glück, dasz sie so schnell und u. hervorgebrochen! Göthe IV 28, 332)
der umdeutung ausgesetzt. 22)
nicht zusammenpassend, unpaszlich, ungelegen; gth. v. geschickt 3,
bisweilen in bed. 3
übergehend: des mans sam und der frauen sam sein u. und unmessig zu einander
probl. Ar. 23
a; ein ungeschickter sattel uff disz rosz Murner
adel 41
ndr.; es ist mir zu diser stund u., mit euch heim zu gehen
b. d. liebe 206
c; nicht ungeschickte (
unwillkommene, vgl. 3 c) nachricht Thomasius
d. schr. 106; zeit Göthe 34, 50;
adv. 28, 30
W. s. ungelegen 5; bei dem ehestande ist es nur die dauer, die etwas ungeschicktes an sich trägt 20, 112
W.; ist nit u., ich sag
a re haud alienum est dicere Zwingli
d. schr. 1, 241; das kommt mir u. Schiller 3, 147;
br. 1, 153; Staub-Tobler 516; ein ungeschickter ort, wie u.!
u. dgl. in oberd. umgangsspr. reich entwickelt. els. 2, 405
a, 2. K. Stieler
ged. 2, 50.
nicht nordd. 33)
ungeeignet, unpassend, unzweckmäszig, gth. v. geschickt 4.
mit präp. best.: der lasztag soll ... sein .. nit u. am wetter Gersdorff
wundarzn. 17, 1
a (
veraltet); ein versöhnter feind, ein erkauffter freund sind zu einer brücke ungeschickte stücke Logau 534, 28; die kammer zwar ist nur vom ersten stock, ein keller drunter, mehr als neun fusz das fenster nicht vom boden; jedoch die ganze, wohlerwogene gelegenheit sehr ungeschickt zum springen H. v. Kleist 1, 403. 3@aa)
widersinnig, falsch, verkehrt, nicht dahin gehörend, ungereimt: ausgiessen ungeschickt (
inepte effutiam)
erst. d. bib. 3, 35, 59; der du eyttel lugen und das aller ungeschicktist affenspiell fur tregist Luther 7, 688
W.; auch im engeren rechtlichen sinne: ungeschickte artickel
impertinentes articuli, klagschreiben, zeugen Zedler 49, 1458;
sonst allgemeiner: urteil Bellin
rechtschr. xiiij
a; wesen
absurditas Reyher; begriff Bodmer
wund. 105; beholzung Heppe
lehrpr. 4; einfall Lessing 2, 305, 11: vorschläge Göthe 27, 135
W.; sie nennen hier zu lande einen hemmschuh nicht u. einen schleiftrog III 2, 142, 32
W.; da man in dieser aufgeklärten wissenschaft nur allzuschnell entdeckt, wer das geschickte oder wer das ungeschickte thut IV 27, 19
W.; etwas stärker als bed. 2: wenn die menschen aus noth, wie die Venetianer, sich in den sumpf setzen, oder aus zufall an dem ungeschicktesten ort sich ansiedeln, wie die Römer IV 42, 71
W.; ungeschickt!
falsch! unsinn! 17, 269, 5
W.; ich denke nicht u. geraten zu haben 33, 11
W.; u. heirathen
eine miszheirath thun Bauernfeld 1, 93;
mit anklang an c
und 5 Hesse
diesseits 199; die ursache des fehlschlagens lag ... in der ungeschickten allianz eines politisch unfähigen feldherrn und eines fähigen ... demagogen Mommsen
r. g. 2, 204; es waren die ungeschicktesten bestimmungen des Pariser friedens Bismarck
gedanken 2, 126
volksausg. aber dasz die n. spr. unablässig am werke ist, dies nach 5
umzudeuten, lehrt Gottsched
beob. 62 (sie suchen sich eigene, selbstgemachte und mehrentheils ungeschickte,
d. i. nach ihrer unfähigkeit, richtig zu denken und zu reden, schmeckende wörter). 3@bb)
sündhaft, unrecht, ungehörig, übel: vor fremden, ungeschickten, ungötlichen dingen Tauler
serm. 1508, 21
b;
mnl. wb. 5, 676, 1; leben Berth. v. Chiemsee 2; werck Ringwaldt
warn. e 6
b; o wie kurtz, wie falsch, wie unordentlich und u. seynd alle wollüsten dieser welt J. Arnd
Th. v. Kempis 82; die m ihrer missetaht oder ungeschikter handlungen willen sterben Butschky
P. 778; dieser aber hat nichts ungeschickts gehandelt
Luc. 23, 41 (Teller 1, 161); Pietsch 398;
von strafwürdigem wie wort, schmachwort (Stumpf
chr. 745
b), rede
u. ä. Staub-Tobler 517; dasz sie (
die soldaten im quartier) ... nichts ungeschicktes vornehmen sollten
act. p. 4, 126
P.; sich ungeschickt (
ungebührlich, inclementer) aufflenen Hutten 2, 187, 44; sich u. halten Wickram 2, 244, 31; hatt sich kainer gegen ... Martino ungeschickter ... erzaigt
städtechr. 25, 155, 27. sich einem andern drölich und fast u. halten Schmeller 2, 368; die ungeschückten lewt fenglich annemen
ebd.; ungeschicktes wesen, weis, handlung
ebd.; er ungeschickt (
zweifelhaftes, übles) latin für guot tütsch brucht Riederer cv
a; ein ungeschickten heiligen Luther 534, 18
W. 3@cc)
mit stärkerer beziehung aufs gefühl widerwärtig, eklig, leidig, verwünscht, unglücklich, unheilvoll, unangenehm, fatal, bedauerlich: das du gar greulich und u. wirst anlauffen Hutten 2, 190, 36; gott hat euch ausz dem ungeschickten und dunkeln Egypten geführet Happel
ak. rom. 481; diesen ungeschickten schicksalsstreich (
Wielands und seiner tochter sturz) Göthe IV 23, 413
W.; es war u. (
beda uerliche ungeschicklichkeit) von mir, dasz IV 11, 234
W.; es war u. vom zufall, dasz er uns in G. nicht zusammenbrachte IV 15, 284
W.; was im wege stehend empfunden wird, heiszt u.: der ungeschickte baum Brentano 5, 330; Bauernfeld 1, 77; die ungeschickte badekur! da jagen einen die ärzte vor fünf uhr aus dem bett 3, 149; Staub-Tobler 516; öppis ungeschickts
ein unfall ebd.; dei isch-es doch recht u. g'gangen
v. einem brande, einer schweren geburt ebd.; sein ugschicktá schusz Stelzhamer 1, 96, 4.
wieder nicht nordd.; nach 5 e
umgebogen: ihr ungeschicktes bevormunden Schubart
br. 1, 147, zumuthung Göthe 45, 262,
an 5 g
streifend. zwischen a
und c
stellen sich fälle wie sich u. niedersetzen (Göthe 18, 260
W.), zutreten, ein ungeschickter tritt (
verkehrt, so dasz unbequemlichkeit, lächerliche lage oder üble folgen entstehen). 44)
gth. v. geschickt 5,
nicht imstande, unvermögend, unkönnend Frisius: u. ze sehent Tauler
pred. 157, 32; 320, 28
V.; zu fleischlichen sachen Keisersberg
evang. (1515) 166
c (
vgl. 5 a); zu zahlen Petri 2, j ii vii
b; woferne sie sich für u. und unfähig achten sollten, meinen zukünfftigen vorschlägen zu folgen
vern. tadl. 1, 48; so ist die äuszere rinde zu weiterer hervorbringung u. Göthe II 6, 86
W. enger seiner vernunft u.
geistig gestört, blödsinnig, schwach begabt Staub-Tobler 517; datzu antwort ich, das man stummen und die sonst auch verhyndert oder u. sind, nit predigen lest Luther 8, 497
W.; städtechr. 25, 131, 28; du weist fürwar nit was du redst, so du dich selbs wie ein ungeschickter nit versteest J. Lonicerus
berichtb. g 3
b;
von betrunkenen Staub-Tobler
a. a. o.; dann die sich mit bier uberfüllen, werden vil töller und ungeschickter dann die mit weyn belestiget sind Stumpf
chr. 54
b; Arnim 21, 179; Holtei
erz. schr. 19, 164; dann steht man mit einem tauben ungeschickten kopf auf Bräker 2, 88.
schriftsprachlich nicht mehr recht üblich und nach 5
gewendet (Göthe 7, 162, 3
W.). 55)
von geistig-sittlicher wie körperlicher anlage, begabung, bildung, leistung, bethätigung des menschen. gth. geschickt 6;
wie dieses 5@aa)
unfähig, unbefähigt: zuo glauben Keisersberg
post. 3, 11
b; ein sorglich ampt ... desz ich mich ganz u. weisz
ref. flugschr. 1, 234
C.; zur freundschaft Lessing 3, 193; zu einem arbeiter 10, 210; für beschäftigungen Justi
Winck. 1, 446: miner ungeschikten personen
ausdruck der bescheidenheit Oheim
R. chr. 1, 6. man ist ein ungeschickter tröster (
taugt nicht dazu) Bismarck
br. a. s. braut 16,
vgl. 3. 5@bb)
untüchtig: umb daz sie .. den ungeschikten, iungen Neronem ... zuo dem kaisertuom erhOehet Stainhöwel
ber. fr. 280
ndr.; Jost steigt am hof' empor und ist doch ungeschickt J.
N. Götz
ged. 3, 89. 5@cc)
geistig unbegabt: W. war nicht u., allein es fehlte ihm an einer künstlichen übung Göthe 21, 160, 6
W., aber undeutlich. 5@dd)
träge, iners Frischlin 172;
hebes Reyher o r
b. 5@ee)
ohne die erforderliche körperliche oder geistig-sittliche geschicklichkeit, leichtigkeit und gewandtheit: des menschen leib ... ist der wenigst under allen thieren und der gröbst, ellendest und ungeschickteste Parac. 2, 327; der ungeschickt,
vierte finger Staub-Tobler 517; einen nicht ungeschickten tanz Lohenstein
Arm. 2, 176
a; versuch Göthe 23, 214, 4
W.; eselscaressen 43, 1, 179, 9
W.; tänzer Bürger 1, 176
b;
von der ganzen äuszeren erscheinung Lyon
syn. 303 (u., steif, ungelenk, schwerfällig, unbeholfen, linkisch, ungeschlacht); u. wie hosenpamper Weinhold
dialectf. 109; das ganze service zerbrochen? da war sie wieder ... recht u. Pocci
kom. 6, 174,
vgl. 3 c, Staub-Tobler 516.
vom mangel an mechanischer beweglichkeit, leichtigkeit bei der fortbewegung, an geregeltem lauf u. ä.: so geht der weg auch in ungeschickter bewegung bald herauf, bald herab Göthe 20, 71, 22
W.; wurf Storm 7, 184; fahrzeuge Forster 4, 41; Ritter
erdk. 3, 94; kleidern, die sich überall u. (
ohne flusz in der bewegung und anpassung) bauschten Stifter 3, 141,
vgl. 1
plump. von wesentlich geistigen eigenschaften (
der geistigen geschicklichkeit und gewandtheit ermangelnd, von ungeschicklichkeit zeugend; ungeübt, unkundig, unwissend, ungebildet, ungelehrt, unerfahren, ungewandt in kunst, fertigkeit, verrichtung aller art).
veraltet mit gen.: aller ding ungeschicket Sleidanus
red. 161
B.; hebraischer sprach nit ungeschickt Kessler
sabb. 151; in Zwingli
d. schr. 1, 39; Freytag 5, 52;
bei Herder 17, 205;
auf der violine Göthe 22, 137, 23
W.; an Scheffel 2, 63;
veraltet mit Götz v. Berlichingen 8
B.; vgl. ongeschicktheyt
van spreken
mnl. wb. 5, 677.
ohne solche best.: von geschickten und ungeschickten predigern Luther 26, 235; ungeschickte kinder,
die ihren katechismus nicht können Sandrub
kurzw. 18
ndr.; u. lebt lang, wird alt Staub-Tobler 517; wer etwas kan, den halt man werth, desz ungeschickten keiner begert Petri 2, f ff v
a; Gottsched
beob. 121; Fischer 3, 465; ein mensch mit hundert handwerken ist ein ungeschickter Düringsfeld
sprw. 1, 356
a; doctoren Happel
ak. rom. 228; sprachforscher Kinderling 63; na, ich bin doch auch ein büttner ... und nicht der ungeschicktst Ludwig 2, 124; der .. ungeschickten
barbari Carbach
Liv. 214
a;
unwissend roh Sachs 3, 100, 7
K.; vgl. g; u. und wild Göthe
Venez. epigr. 55. ungeschickte schrifften Lehman 2, 838; handlung
Königsb. dichterkr. 3
ndr.; übersetzung Bodmer
wund. 6; betrug Göthe 17, 101, 15
W.; etwas ungeschicktes
schülerhaftes, unreifes 21, 49
W.; kochkunst
F. Th. v. Schubert 1, 156; machwerk Niebuhr
r. g. 1, 140; holzstiche Eichendorff 2, 56; u. verstummen Göthe
nat. tochter 291; sein ungeschicktes wesen ihr gegenüber Ludwig 1, 153,
vgl.blöde 6
und unten g. ungeschickt abgebildet Olearius
reiseb. 13; u. herauskommen Scheibe
crit. m. 632; u. und pfuscherhaft Göthe 25, 104, 18
W.; u. vom zaune brechen Bismarck
gedanken 2, 106
v.; ungeschickter und unbeholfener weise Kerner
bilderb. 24;
aus ungeschick Heine 6, 5.
nicht durchtrieben: die galgen weren nicht vor die .. grosze, sondern vor die ungeschickte und unglückliche dieb gebawet Zinkgref-Weidner 3, 47;
ähnlich, aber verblassend Bismarck
gedanken 2, 157
v. 5@ff)
thöricht, unklug, dumm: ein grober ungeschickter mensch plaudert unfürsichtig Franck
sprüchw. (1541) 1, 113
a; Göthe
Iphig. 730 (
vgl. 741, 742);
bair. dös wār owə u. 5@gg)
unschicklich: frage Arigo 49, 3
K.; du solt dich in dein hertz nein schamen, solch ungeschickte wort zu reden Sachs 8, 206, 23
K.; Göthe IV 13, 232; Freytag
verl. hs. 1, 190; betragen Göthe 43, 1, 259, 10
W.; etwas ungeschicktes
schaukeln mit dem stuhl 21, 49
W.; dasz die neuen zweiglein ... gewissermaszen u. die schönen blumenbüschel in die klemme brachten II 6, 341
W.; nichts ungeschicktes thun Krünitz 196, 295; ich musz nur die mutter fragen, was er so verstohlen blickt, denn wollt' ich's ihm selber sagen, liesz' es doch recht ungeschickt Böhme
volksth. lieder 321; ungeschickt neugierig nahen Raumer
Hoh. 1, 95.
tadelnswerth vom standpunkt der sitte, sittlichkeit, angemessenheit u. dgl. (
vgl. 3 b; ungeschicktes begehren
stolida impudensque postulatio Stieler 1774): sich, sich, wie sich der Kain stelt, mit seiner rott so ungschickt helt Sachs 1, 66, 7
K.; unartig, unfolgsam, störrisch, beleidigend, ungebührlich Staub-Tobler 518; u. sein, sich betragen ... über, gegen, mit
ebd.; immodestus Kilian; ein so gar unzuchtigs und ungeschicktes (
ἀδιάτακτον) leben Ambach
zus. d iii
a; Rachel 72
ndr.; ungschickt (
grobianisch) werden Scheit 484; im gespräch nit unhöflich und u., sondern ganz artlich ... sich erzeigte Fischart
ehzb. 145, 34
H.; des ungeschickten (
unlenksamen) hauffens G. Maier
hist. lustg. 1, 378,
vgl.e,
mnd. wb. 5, 676, 3; nicht der ungeschickteste an unserem hofe Ziegler
ban. 56, 24; die unhöflichen und ungeschickten sitten mancher jungen galane
vern. tadl. 1, 234; roh und u. schreiben Göthe 43, 1, 7 24
W.; 22, 87
W.; popanze zeigt man ihnen (
kindern) und bemerkt dabei, dasz der popanz kommen würde, wenn sie wieder u. wären Rehfues
br. (1805) 2, 132,
vgl. geschickt 6 g
in der kinderzucht; Körner, der einmal wieder u. ist, weil ich Schiller nicht genug gelobt habe Caroline
br. 1, 163
W.; bin ich auch etwa gegen sie u. und starrsinnig herausgefahren? Fouqué
gefühle 1, 123; da ... ging just ein ungeschickter kerl vorbey, welcher meiner tochter auf den fusz trat Hafner 1, 53; sey er nicht so u., werf' er mich nicht übern haufen Meisl
quodl. 4, 81. 66)
in schelte und rüge: du ungeschickter alter tropff! Dähnhardt
gr. dr. 2, 202; Eyering 2, 340; Moscherosch
cura 41
ndr.; büffel Gesner-Herold-Forer 32
a; esel Moscherosch
ges. 172; Stoppe
Parn. 520; maulaffen
med. maul. 1, 177
u. s. w.; man sagt, er sey ein ungeschickter, niederträchtiger mensch
s. v. schausp. (1764) 1, 15; Bauernfeld 1, 16; Apini
gl. n. 87; 278; Pansner 73
a; Ungeschickt von Kalkstein Wander 4, 1434; Hans Ungeschickt, so knie doch nieder! Grillparzer 10, 266; meister U. 6, 138; herr (von) U. läszt grüszen
obers. 2, 598
b; wer etwas zerbricht, den läszt der u. grüszen Arnold
Nürnb. 194; hat dich der u. grüeszen lâszen? Schmeller 2, 368; der ungeschickt hot mi grüessa lasse Wander
a. a. o.; die ungeschickten lassen grüszen
ebd.; ung'scheckt lett m'n gûda tâg sän
ebd.; u. lett grüszen
ebd.; Lipperheide 898
a; u. ist mein bruder, haut grobe spähne
u. dgl.; Wander
a. a. o., 5, 1782.
vgl. ungeschick
ende. 77)
steigernd: en ungeschickti (
sehr grosze) fröid Staub-Tobler 518.
vgl. intemperans, enormis Kilian.
schriftsprachlich werden entsprechende fälle (einer u. groszen goldmedaille
schr. der Götheges. 5, 47)
wie u. 1 a
verstanden. 88)
in der von nordd. rede abhängigen schriftspr. droht u.
zu verarmen, indem es hauptsächlich auf bed. 5 e
bezogen zu werden pflegt. —
dazu ungeschickte, f., gth. v. geschickt(e), geschick(e)de
oder mangel daran. Staub-Tobler 8, 518.
schwach entwickelt. als veraltet bei Frisch 2, 177
b.
wesentlich oberdeutsch. vgl. ungeschicht,
ungeschick, -lichkeit, ungeschicktheit, -lichkeit. von u., von ungeschicht, von ungeschick
entsprechend, zufällig, ausnahmsweise: das kumbt ettwan von ungeschickt
narrenschiff n, Zarncke 5
a.; Braunschweig
chir. (1539) 20
a; Schumann
nachtb. 56, 19
var.; durch ungeschickt 69, 8
ndr. ungeschicklichkeit 1
entsprechend: das die seel ... durch die ungeschickte des leibs gehindert würt Keisersberg
evang. (1515) 158
c;
nimietas Parac. 1, 300 c,
vgl. ungeschickt 7.
wie ungeschickt 4:
der elefant von ungeschickte sich aufzerichten also gefangen wirt Gesner-Herold-Forer 75.
von geistig-sittlichen eigenschaften, ungeschicklichkeit 4
entsprechend: u. des glaubens und der gschrifft (
unbewandertheit) Zwingli
bei Staub-Tobler 518; welche von unverstand wegen oder von ander ungeschickt nicht nützers oder bessers thuon möchten, dann also in der kirchen schreyen und brummen Eberlin v. Günzburg 1, 38
ndr.; unzulänglichkeit Staub-Tobler
a. a. o.; ungeschickt, ungeschickligkeit, unverstand Lehman 2, 837;
ungeschicktes, befangenes wesen Staub-Tobler
a. a. o. unschicklichkeit, unziemliches thun, wie ungeschicklichkeit 5
ebd. b.
steirisch wird ungeschickte,
f., zur bez. der '
weiszen kanigelrebe' (
hundsrebe?)
angeführt Unger-Khull 610
a (
vgl. ungeschickt 1). —