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ungeschicklichkeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeschicklichkeit f.

Bd. 24, Sp. 838
ungeschicklichkeit, f. , mangel an geschicklichkeit und gth. der geschicklichkeit. neben mhd. ungeschicketheit, mnl. ongescicketheit, ongeschickenisse stellt sich im 15. jh. ungeschicklikait (Taulerdrucke für älteres ungeschicketheit), ungeschicktlicheit (Terenz 1499); auch später noch ungeschicklickeyt ( Luther), ungeschücklikeit (Carlstadt), ungeschicklicheit (Carolina), ungeschichligkeit (wie ungeschicht für ungeschickt) Frisius 288b, ungeschlickigkeit Duez 102 u. ä. vgl. ungeschick, ungeschicktheit, ungeschicktlichkeit. über das äuszere verhältnis zu ungeschicktheit s. ungeschicklich (schon in Frischlins nomcl. 172 steht iners ungeschickt neben inertia ungeschicklichkeit, ähnlich Wickram 2, 244, 31, wie heute). Staub-Tobler 8, 528. für inhabilität Kinderling 283. 11) ungeschicklich 2, geschicklichkeit 1 entsprechend, unrichtige beschaffenheit, unzulänglichkeit, hindernder umstand, übelstand, unzuträglichkeit: gleich wie das goldt und sylber (durch läuterung) von allen jhren ungeschickligkeiten hinweg genommen werden Parac. 1, 811 a; schlechtes wetter 2, 650 (onghescickenisse weders mnl. wb. 5, 676); impedimenta naturae Frisius 654b; des bodens u. Sebiz 20; man saget, so der adler zuo hohem alter komme, ... so könne er von der ungeschickligkeit wegen des wachsenden ... schnabels nicht mehr essen Heyden Plin. vorr. 3a; Staub-Tobler 528 a. abstracter für geistliche unaufgelegtheit, dürre Tauler serm. (1508) reg. 3a; pred. 304, 11 V.; voreingenommenheit Keisersberg post. 2, mb; für ungelegenheit, unzuträglichkeit: die monopolia haben dem reich ... viel ungeschicklichkeiten und ungemach zugefügt Frisch 2, 177b aus 'Carol. IV. imp. capitul. art. 7'; Bair. landtsordn. (1553) 22b; wenn sonst keyn ungeschicklicheyt (hindernder umstand, der es unschicklich [vgl. 5] erscheinen läszt) da ist, were es kein sund, wer am abent oder mitternacht mesz hielt Luther 10, 2, 242, 28 W.; ungeschickligkaiten nach der orthographia reformieren Ickelsamer 27; ungeschicklikheit und gebrechen diser tragedien Vogelgesang-Cochlaeus gespr. 13 ndr.; die armuth und u. der sprache (vgl. 3) Gottsched d. neueste 4, 620; Geiler scheidet zwischen der narrheit, die eine folge von u. und gebrechen der natur ist, und ... Gervinus g. d. d. 2, 355, doch wird der unaufmerksame heutige leser u. 4 verstehen; dasz diese bed. der n. spr. im wesentlichen verloren gegangen, lehrt: dasz hier (im Hamlet) ein ganzes königliches haus durch innere verbrechen und ungeschicklichkeiten (bethätigungen der unzulänglichkeit, H. ist der aufgabe nicht gewachsen) zu grunde geht Göthe 22, 164, 8 W. N1, wofür N2—C unschicklichkeiten. vgl. miszgeschicklichkeiten unzuträglichkeiten Heine 3, 375. in ä. spr. gern von krankhaften zuständen (vgl.üble geschicklichkeit und indispositio) Höfler 566b: cachexia ungeschicklichheyt des leibs Alberus; des magens Wirsung (1588) 65c; der nieren 479b; indisposition, unpäszlichkeit und ungeschlickigkeit invaletudo et mala dispositio Duez 102. allgemeiner für defectus Carolina 2; Frisius 288b (vitium). verblassend und mit 2, 5 gemischt: die u. des glücks zu ersetzen Göthe IV 4, 164, 4 W. (ut importunitati fortunae consulerem). 22) ungeschicklich 3 entsprechend, importunitas, intempestivitas Alberus: nach u. derselben zeit Rätel schl. chr. 384, aber undeutlich. veraltet. 33) wie ungeschicklich 4 verkehrtheit, ungereimtheit: die thorheit und u. derer weiber verlachen, welche sich bereden lassen, das eine den mon vom himmel zihen könne Fischart ehzb. 179, 5 H.; für soloecismus u. und miszbrauch zereden und zeschreyben Frisius; veraltet oder verdunkelt (auch habe ich mich ... über die u. verwundert, womit das grosze format der kupfer ... angepriesen wird Görres br. 3, 122). länger erhält sich die bed. 'untauglichkeit, nichteignung, ungeeignetheit': jhe mehr ... der menschen ungeschickligkeit für sich gehet Parac. 2, 418; die u. des werckzeuges Lohenstein Arm. 2, 545b; einer circulatio Heinichen generalb. 846; die u. des werkes für die bühne F. Schlegel mus. 1, 445. unüblich geworden. 44) ungeschicklich 6 entsprechend, doch reicher entwickelt. vgl. geschicklichkeit 3 und ungeschickt 5. mangel an natürlicher begabung und deren äuszerung (geschicklichkeit 3 a) Wolff v. gott 229. unbefähigung, unfähigkeit (gesch. 3 b): ihre u. sich auf andre art zu vergnügen Möser 3, 130; die u. unsrer musiker, sänger und tänzer in der kunst der gesetzgebung Gerstenberg rec. 243, 11 ndr.; u. zu J. J. Engel 3, 7; von sachen (der d. sprache grobheit und u. Morhof unt. 1, 3) eher nach 3 weisend. unklugheit, unweisheit (geschicklichkeit 3 c): wo gott ... das imperium nit erhielt, so möcht es durch die ungeschicklickeyt und sorg und untrew der menschen nit lang bestehen Franck chron. G. 21a; verblassend Brentano 5, 319. heute fast nur mangel an körperlicher und geistiger gewandtheit (geschicklichkeit 3 e, c), an kunst, fertigkeit, tüchtigkeit u. s. w. und deren gegentheil; unerfahrenheit, unwissenheit, trägheit, dummheit u. dgl. Zedler 49, 1458: aber usz unfürsichtigkait und auch ausz ungeschicklichkeit der leut ... ist Hanns Thoman und zwen knecht mit ime mit zweyen pferden hinweg komen Th. v. Absberg 137; plump ist mehr eine u. des körpers als der seele oder der sitten Gottsched beob. 121; Bode Mont. 4, 459; die kleinen ungeschicklichkeiten im spiel Steub drei sommer 1, 58; für einen vogel, der aus dem neste gefallen war die kleine u. Therese von Bacheracht H. Burkart 36; durch seine (des chirurgicus) ungeschicklichkeit Gersdorff wundarzney 2a; der schauspieler Göthe 47, 271, 26 W.; er entschuldigte sich wegen seiner u. im französischen vortrage derselben (einwürfe) Gottsched d. neueste 4, 300; u. der behandlung Brentano Godwi 2, 29; bald aber hatte ich die u. (war ich so ungeschickt), mein licht auszulöschen Pfeffel 5, 50. 55) unschicklichkeit, gth. v. geschicklichkeit 4; vgl. ungeschickt 5 g, unschicklich, -keit. in ä. spr. mit nachdrücklicher tadelnder bed. (vgl. ungeschickt 3 b): sie leren in der betlerey vil mer buoberey und ungeschücklikeit dan tugent und leer Carlstadt v. abthuung d. bylder d 4b; sehen da die ungeschickligkeit (importunitatem; temulentast) der häszlichen vettel Boltz Ter. 8a; um dein ungeschickligkeit oder übertrettung Arnd Th. v. Kempis 127. abgeschwächt von äuszerem wohlanstand, tact(gefühl), convenienz u. dgl.: ein prediger hatte Maria einen unschicklichen ausdruck in den mund gelegt, er besann sich aber doch widerumb seiner u. Kirchhof wend. 2, 152; wer wird eines miszverhältnisses zu einem manne wie Herder öffentlich erwähnen? wer wird sich dabey durch anschuldigung anderer entschuldigen wollen? doppelt und dreyfache u. Göthe IV 30, 81, 15 W.; u. einer werbung durch den betrunkenen bader Ludwig 2, 236. nach 4 umzudeuten: das ungepanzerte rosz (bei der tjost) zu treffen, war grosze u. Freytag 18, 21. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ungeschicklichkeitf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ungeschicklichkeit , f. , mangel an geschicklichkeit und gth. der geschicklichkeit. neben mhd. ungeschicketheit, mnl. on…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ungeschicklichkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Ungeschicklichkeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Ungeschicklichkeitf.

    Pfälzisches Wb.

    Un-geschicklichkeit f. : ' Tolpatschigkeit, Versehen ', Uⁿgeschicklischkeet [ Henn Mda.-Int. 108].

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungeschicklichkeit

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Ableitung von ungeschicklichkeit 3 Analysen

un- + geschicklichkeit

ungeschicklichkeit leitet sich vom Lemma geschicklichkeit ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+geschicklich+-keit ungeschicklich+-keit

Keine Komposita gefunden — ungeschicklichkeit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.