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ungeschicklich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeschicklich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 837
ungeschicklich, adj. adv. , gth. von geschicklich. mnd. ungeschiklich (inordinatus, 15. jh.). Staub-Tobler 8, 527. Hentrich 60. in ä. zeit (wie noch bei Kramer-Moerbeek) oft nur als adv. verzeichnet; in der n. schriftspr. durch ungeschickt und unschicklich zurückgedrängt, während ungeschicktheit wieder durch ungeschicklichkeit überflügelt wurde. vgl. ungeschickerlich, unschickerlich, unschickig, ungeschicktlich (miszgeschicklich individuelle bildung Droysens aus miszgeschick Sanders 2, 915c). zur bedeutungsentwicklung s. das ausgebildetere ungeschickt und ungeschicklichkeit. 11) inordinatus, incompositus (vgl. geschickt 1): wir ... Saracenen ... entdeckten, gantz u. undereinander daher marchirendt theatr. amoris 1, 86. dazu mnl. ongeschicketheit (wb. 5, 677, 2). 22) von unrichtiger, ungestalter, scheuszlicher beschaffenheit, art, von solchem wesen (vgl. geschicklich 1, ungeschickt 1 a, b); auff das der mund nit gerumpfen ... werde oder ain ungeschickliche form gewin, so er würt reden Braunschweig chir. 52a; desz teuffels arth ist beim ungeschicklichsten, beim unsauberisten Parac. 2, 262 b.; incongruus, ungünstig: unter des himmels ungeschicklichen lauff 2, 374. 33) ungelegen, unzeitig (ungeschickt 2): importune, incommode Frisius; intempestive Stieler; mal à propos zeit. -lust 364. 44) ungeeignet, untauglich, unpassend, unzutreffend, ungereimt, thöricht (ungeschickt 3 a): man mag auch bi den flüssen der wasser nit u. verston das heilige wasser L. Jud a. d. e. psalmen 20b; Agricola bergw. 312; wie u. sie sich rühmen Rätel schl. chr. 370; es ist mancherlai der haiden glauben u. Aventin 5, 37, 9; die meisten wörter endlich sind so u., dasz Gottsched d. neueste 3, 739; ich habe dich auserlesen vor vielen in dem weltwirrwesen, dasz du sollst haben klare sinnen, nichts ungeschicklichs magst beginnen Göthe 16, 124 W. (H. Sachsens poet. sendung 42), vgl. unten 7. 55) unrecht, sündhaft, verrucht, ungehörig, unangenehm, fatal (ungeschickt 3 b, c): appellare injuste ... ungeschicklich appelliern Schöpper g vija; aufschlagen Staub-Tobler 527; die sacrament u. gebrauchen Eberlin v. Günzburg 2, 120 ndr.; solich ongeschicklich und verderblich onainigkait Marstaller aufruhrbuch 2; dieselbigen geitzhälse mit jhren ungeschicklichen, eigennützigen händen Königsb. dichterkr. 255 ndr.; das war u. incommode hercle Boltz Ter. 38b. 66) ungeübt, dumm, unwissend, unerfahren, träge, ohne geschicklichkeit (ungeschickt 5, geschicklich 3): indocte u., unartlich Frisius: imperite, inscite Frisius, Reyher: alleine, dasz ihr nur so ungeschicklich seid, die ihr die menschen mahlt mit ihren narren-kragen, ihr pflegt die farben zwar nicht sparsam aufzutragen, doch dasz bald schatten fehlt, bald liecht, bald ähnlichkeit Zinzendorf Socrates 140, 32; statt ungeschicklicher bewegungen, ein ungeschicklicher tänzer ist der schriftsprache ungeschickte bew., ein ungeschickter t. geläufig. 77) unschicklich, gth. v. geschicklich 4, vgl. ungeschickt 5 g. Staub-Tobler a. a. o.: ich empfindt die ding u. sein, die wir thuond Boltz Ter. 95b; nichts so ungeschicklichs oder ungebürlichs (vgl. oben 5) vor erbaren frawen oder junckfrawen zuo reden were Frey garteng. 6, 26 ndr.; das dauchte ihr gar ungeschicklich Zinzendorf ged. 214; im gleichen spielte er sehr ungeschicklich den vornehmen herren Kortum Jobs. 1, 176; auch in der unter 4 gegebenen Göthestelle flieszt etwas von dieser bed. ein; das wort empfahl sich dort formal durch seltenheit und alterthümlichen beiklang, inhaltlich durch bedeutungsverwandtschaft mit ungemäsz 3 d (Boucke wort u. bed. 22). —
3620 Zeichen · 93 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungeschicklich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Ungeschicklich , -er, -ste, adj. et adv. welches als der Gegensatz von dem alten geschicklich nur in der dritten Bedeutu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungeschicklich

    Goethe-Wörterbuch

    ungeschicklich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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un- + geschicklich

ungeschicklich leitet sich vom Lemma geschicklich ab mit Präfix un-.

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ungeschicklich‑ als Erstglied (3 von 3)

ungeschicklichêⁱt

MNWB

ungeschicklich·eit

ungeschicklichêⁱt ( ungeschickligheit ), unschicklichê(i)t , -schickelichê(i)t, f. ( Pl. -hê[i]de ) : 1. Unschicklichkeit, Ungebühr, „Inepti…

ungeschicklichkeit

DWB

ungeschicklich·keit

ungeschicklichkeit , f. , mangel an geschicklichkeit und gth. der geschicklichkeit. neben mhd. ungeschicketheit, mnl. ongescicketheit, onges…