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glummen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glummen

Bd. 8, Sp. 470
glummen (glümmen), vb. 11) ablautende bildung zu glimmen 'schwach leuchten', 'glühen', vgl.glamme 'glut', schles. glemmen 'anzünden' (s. o. sp. 86); da aber die im folgenden angeführten formen mit û,  sicher zu einer basis glū- (neben glī- in glîmen 'glänzen') gehören, liesze sich auch glummen darauf beziehen. in nieder- und mitteldeutschen mundarten noch heute lebendig, s. Mensing schlesw.-holst. wb. 2, 399 (neben den formen glummern, glmen und glûmen); Teuchert neumärk. wortschatz 155; Mi mecklenb. ma. 27; Schambach Göttingen 65; Hertel Thüringer sprachschatz 107; Schultze nordthür. ma. 35; Pfister nachträge 80 (für Niederhessen); als glomme Crecelius oberhess. wb. 425 (für die Wetterau); glommen vereinzelt auch noch im niederl., s. woordenboek 5, 143; die ableitungen greifen über dieses verbreitungsgebiet erheblich hinaus, s. u. glummer, glummern, glummsen. vielleicht rechnet hierhin auch glumeke 'im dunkeln leuchtendes faules holz' (aus einem Oldenburger vokab.) bei Schiller-Lübben 6, 142, doch vgl. glümken schimmern vom faulen holz (glümkenholt) Strodtmann id. Osnabrugense 73; glümmeken schwach glimmen Schambach 65; glimmkenholt Frederking Hahlen 12. seit dem 16. jh. lexikalisch: deflagro, languesco, subardeo ich glimm, glumm, brenn ein wenig Er. Alberus dict. (1540) cc 1a; subardeo ich glumm Hh 1b; languescere, fumare, scintillare glimmen, glummen, tunckel leichten Henisch (1616) 1550; glimmen, glummen fumare, scintillare, caligare, ignescere u. s. w. Stieler (1691) 671; erst später setzen die literarischen belege ein: die teppichten glummeten Ph. Abelin historia antipodum (1631) 526; und wo er riecht des dankes duft, viel süszer ists ihm, als ob im feuer aloe glumme Rückert ges. poet. w. 11 (1882) 458; wo die kohle, hochgepackt, glummte schwarz wie gruft Friedrich Bischoff schles. psalter (1936) 67; eine wegspur, eine schmale, weist zum busch und glummt ebda 80; vgl. ferner verglummen bei Lohenstein Ibrahim Bassa (1709) 21, dazu den unten irrtümlich als verglumen angesetzten beleg: machen, das dein fet brandopfer z' aschen verglummet sei Schede-Melissus 71 ndr.; unsicher, ob hierhin oder zum folgenden: nach dir ist mir gratiosa coeli rosa krank, und glümmet (glummet?) mein hertz durch liebe verwundet Ph. Nicolai freudenspiegel (1599) 410. 22) von der voraufgehenden gruppe ist glümmen, d. h. gerundetes glimmen — häufig gedruckt glummen — zu trennen. seine verbreitung beschränkt sich nicht auf die oben genannten mundarten. durch Luther, der, obwohl ein Mitteldeutscher, kein glummen verwendet, hat glümmen lange schriftsprachlichen wert besessen. vereinzeltes glimmen bei ihm s. oben sp. 92: indes halten wir das glmmend hOeltzlin vom Niceno Concilio 50, 555 W.; ob hie das liecht David nicht helle leucht, so glümmet es doch in dem kinde Joas, der zukünftig wider helle leuchten und regiren sol 53, 474; geläufig ist ihm die verbindung mit docht: ein geweiheter und mit cresem gesalbter pfaffe ist gegen andere getaufte gemeine christen gleich wie der morgenstern gegen ein glummend docht 38, 227; glummend tocht (glosse zu Hiob 12, 5: und ist ein verachtet liechtlin) dtsche bibel 3, 483, 15 W.; vor allem bekannt durch Matthäus 12, 20 (wo freilich an der entsprechenden stelle Jesaia 42, 3 das glimmend tocht steht): das zustossen rhor wird er (der Messias) nicht zubrechen und das glümende (1522: glumende) tocht wird er nicht ausleschen dtsche bibel 6, 56 und 57 W.; mit dem wortlaut des bibelverses lebte auch die form Luthers weiter, so bei Sebastian Franck, in dessen werken sich nicht nur glümmen (glummen), sondern auch die zur vorauf genannten gruppe gehörende (md.) form glommen findet (während gloschen das ihm als Schwaben allein zukommende wort war, s. o. glosten): damit er die gloschende boszheit nit verstöcket und das glomend dacht der boszheit nit auszleschet sprichw. (1541) 2, 179a; eilt in ... gott, des bild er auch erloschen und in im glümend findt, bitt ..., das der gotswind den glümenden tacht wider anblase zu ewigen liecht ebda 2, 121b; er wölle das zerbrochen rhor nicht vollen zerknitschen und den glomen (d. i. glomend) dacht nicht auslöschen Germaniae chronicon (1538) 124a; das glummende docht güldene arch (1569) 191. die späteren zitierungen der bibelstelle behalten Luthers form bei: das glüment dach Hans Sachs 6, 244, 20; das glümmende tacht Casp. Gretter erkl. d. epistel Pauli an d. Römer (1566) 519; das glumende tocht ebda 685; das glümende dacht ebda 793; an Luther lehnt sich auch an: noch das glummende tächtlin gar auszleschet A. Scherdiger novae novi orbis historiae (1591) 319; der sonstige gebrauch: (er) begert für in zu tragen das glüment eysen, sein unschulding todt zu beweisen Hans Sachs 8, 107 lit. ver.; so hat Serapion (durch ohrenbläserei) das glümmende füncklein tapfer aufgeblasen Dannhawer catech.-milch (1657) 2, 369; wenn einer hülf und vorschub zu etwas thut, pflegt man zu sagen, er ... hat das glümmend liecht wider angeblasen Lehman floril. polit. (1662) 1, 409; man öfnete die thüre des kamins, aber o elend! das glümmende holtz, so im ofen lag, hat sich von selbsten angezunden hausball 23 Wiener ndr.
5194 Zeichen · 80 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glummen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    glummen (glümmen), vb. 1 1) ablautende bildung zu glimmen ' schwach leuchten ', ' glühen ', vgl. glamme ' glut ', schles…

  2. modern
    Dialekt
    glummen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    glummen 1. glimmen, funkeln, blitzen: Schmidt Gad. 3, 225; Mi 27 b ; moderndes Holz, Olm, glummt Wi Poel ; bei großer Hi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glummen

3 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

glummen als Zweitglied (2 von 2)

vörglummen

KöblerMnd

vörglummen , sw. V.? nhd. verglimmen, ausglühen, verkohlen? Hw.: s. vörglimmen E.: s. vör, glummen W.: s. nhd. verglimmen, st. V., verglimme…

Ableitungen von glummen (1 von 1)

verglummen

MeckWB

verglummen 1. verglimmen Mi Nachtr. ; As Abendgläm, dei just verglummt H. Schröd. Gord. 231. 2. refl. sich versehen, falsch sehen: hest di w…

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Cotta, M. (2026). „glummen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glummen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „glummen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glummen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glummen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glummen/dwb.
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