schwert,
n. gladius, ensis. II.
herkunft und form. I@11)
das alte gemeingermanische, nur im gotischen fehlende wort, altnord. sverð,
ags. sweord,
engl. sword,
altsächs. swerd,
ahd. mhd. swert,
ist etymologisch noch völlig dunkel. ältere versuche, es von einer wurzel svar
beschweren abzuleiten (
vgl. Fick3 3, 366),
haben so wenig wahrscheinlichkeit, wie der neuere in Pauls
und Braunes
beiträgen 15, 518
unternommene, das wort zu lat. sorbus
sperberbaum zu stellen, wobei die bedeutung '
schwert'
als specialisierung einer älteren bedeutung '
hölzerne waffe'
hingestellt, oder der name von irgend einer ursprünglich hölzernen waffe (
keule, lanze, beil)
in späterer zeit auf das schwert übertragen angenommen wird. I@22)
die pluralform ahd. mhd. swert
wird im mitteldeutschen auch abgelöst durch swerte: dô hôrte man swerte clingen.
livl. chron. 4049,
und dauert so, als schwert
und schwerte,
auch noch im nhd.: und sollen hauffen leute uber dich bringen, die dich steinigen, und mit jren schwerten zuhauwen.
Hes. 16, 40; herr, sihe, hie sind zwey schwert.
Luc. 22, 38; schwerte, die den feind verfolgten. Göthe 23, 90; schaarwächter mit entblöszten tausend schwerten (: härten). Rückert
ges. ged. 2, 92.
die form schwerter
kommt als swerter
vereinzelt im mhd. vor (
vgl. mhd. wb. 2, 2, 773
b),
breitet sich im 16.
jahrh. aus: (
sie) werden jre schwerter ausziehen wider Egypten.
Hes. 30, 11;
und ist seit dem 17.
jahrh. allgemein geworden. die schreibungen schwerd
und schwerdt (schwärdt Maaler 365
a)
gehen bis in das 19.
jahrh.: ihr, streiche führend mit papiernem schwerde (: steckenpferde). Rückert
ges. ged. 2, 5;
haben aber keine berechtigung, und sind auch allgemein wieder untergegangen. IIII.
bedeutung. II@11) schwert,
von jeher die alte germanische hiebwaffe mit gerader klinge an dem handlichen hefte bezeichnend, in sagen und epen als kostbarer, vielfach vererbter besitz gefeiert, auch persönlich gefaszt und mit namen versehen (
vgl. Wackernagel
kl. schrift. 3, 67
ff.),
gehört schon im 16.
jahrh. nicht mehr der gewöhnlichen, sondern der gehobenen, gewählten und dichterischen sprache an, wird auch aus dem alten technischen gebrauch bis auf die anwendungen unter 10
und 11
durch sonderbezeichnungen ausgeschieden (
vgl. dazu die bemerkungen zu degen 1,
th. 2, 896
und zu säbel 2,
th. 8, 1590).
form und beschaffenheit werden näher bestimmt: kurzes, langes, breites, einschneidiges, zweischneidiges schwert;
ensis, swert, stechswert Dief. 203
a;
mucro peidhander schwert 369
c;
pugio, kemphswert, swert das zu beiden siten schnidt 471
b;
spata eyn breyt swert 544
b; kleyns schwerdlin,
enchiridium, grosz schwerdt,
spatha, krumm schwerd,
harpa, harpago Dasypodius; breit schwert,
sive sattelschwert, ballasch,
spatha Stieler 1958; scharf wie ein zweischneitig schwert.
spr. Sal. 5, 4; jm wart ein gros schwert gegeben.
offenb. Joh. 6, 4; wenn er ein parat machet mit seinem payrischen dünen schwert.
d. städtechron. 10, 166, 9; dô hieʒ er im dar tragen ein swert ze Beiern geslagen, daʒ was zæhe und also herte daʒ an der selben verte ein beʒʒerʒ nie gefüeret wart wan Ruolandes swert Durndart. Stricker
Karl 2150; sie schmiedeten an einem groszen schwert, zweischneidig wars, der griff als kreuz gestaltet. Geibel 1, 221; blankes, bares, bloszes, scharfes, glänzendes, blinkendes, blitzendes, gezogenes, gezücktes schwert: (
gott) lagert für den garten Eden den cherubim mit einem bloszen hawenden schwert.
1 Mos. 3, 24; ein blos schwert wird durch jn ausgehen, und des schwerts blitzen, der jm bitter sein wird, wird mit schrecken uber jn faren.
Hiob 20, 25; sie fliehen fur dem schwert, ja fur dem bloszen schwert.
Jes. 21, 15; wie ein scharff schwert. 49, 2; das schwert ist gescherfft und gefegt, es ist gescherfft, das es schlachten sol, es ist gefegt, das es blincken sol.
Hes. 21, 9; reuter .. mit glentzenden schwerten, und mit blitzenden spieszen.
Nahum 3, 3; gezücktes schwert,
gladius agitatus, strictus Stieler 1959; die engel im himmel .. mit glastigen schwertern und demantschilden. G. Keller 6, 347; ouh heter umbe di sîten ein swert von gûter snîten.
Straszburger Alexander 1252; (
er) verlie sich an die scarphen swert.
Vorauer Alexander 624; lengiu swert, ze mâʒen breit, sleht, ze beiden eggen ganz. Neidhart xxv, 7; ob dem swerte lieʒ er hin die scheide sliefen, daʒ ist wâr, er nam daʒ swert alsô bar und leiteʒ über sîniu knie.
ges. abent. 2, 628, 350; einer fledermiuʒe wol ich den (
den an tugend blinden mann) gelîchen kan, diu des nahtes fliuget an ein glanzeʒ swert, dâ man eʒ blôʒ zen handen treit, und snîdet dran ze tôde sich. Konrad v. Würzburg
lied. 24, 26
Bartsch; er zog das blanke schwert heraus und stach es sich ins herze.
wunderhorn 1, 95
Boxberger; der herr zog aus sein goldiges schwert. 2, 139; blosze schwerter! Schiller 5
2, 220 (
Karlos 2, 6); der knabe Robert fest und werth hält in der hand ein blankes schwerdt. Arndt
ged. 213; er mag gefahr mit blankem schwerte suchen. Grillparzer 6, 47;
engel mit feurigem, flammendem schwerte (
vgl. dazu feuerschwert, flammenschwert
th. 3, 1603. 1719)
nach der vulgata genes. 3, 24 (
et collocavit ante paradisum voluptatis cherubim et flammeum gladium, atque versatilem); der engil mit eime vuorigen swerte. Schönbach
pred. 1, 268, 23; al drecht he (
der engel) ein vûrich swert.
van d. holte d. hill. cruzes 64; und boten der rache (
beim jüngsten gerichte) ergreifen die sünder, und treiben die schaaren mit flammenden schwertern zum richter hinauf. Körner 2, 245; blutiges, mörderisches schwert,
vgl. auch mordschwert
th. 6, 2552: des herrn schwert ist vol bluts.
Jes. 34, 6; erlösest deinen knecht David, vom mördischen schwert des bösen.
ps. 144, 10; blutig schwert,
machaera cruenta Stieler 1958; (
ein mann der) mit sich brachte ein schwerd, gefärbt mit seinem blut. Schiller 2, 168 (
räuber 4, 5); roth ward sein schwert, auf jedem schritt flosz dick Pandurenblut. Gleim 4, 20;
neben dem eisernen, stählernen schwerte
auch das goldene,
bei dem sich das adjectiv auf das heft bezieht: darnach gab Jeremias mit seinen henden dem Juda ein gülden schwert, und sprach zu jm, nim hin das heilige schwert, das dir gott schencket. 2
Macc. 15, 15. 16;
unnütz ist das stumpfe, rostige, verrostete, bleierne schwert; bleyern schwert,
hebes, verrostetes,
rubigine foedus Stieler 1958; von den wänden langten sie die rostgen schwerter. Schiller
Tell 2, 2;
das hölzerne schwert
eines harlekins, auch spielzeug eines knaben: der kreisel und das steckenpferd, auf dem er herrisch sitzt, das hölzerne husarenschwert belustigen ihn itzt. Hölty 121
Halm; klinge, heft, scheide, knauf, knopf, schärfe, spitze des schwerts; der herr sprach zum engel, das er sein schwert in seine scheiden keret.
1 chron. 22, 27; und erwürgeten auch Hemor und seinen son Sichem mit der scherffe des schwerts. 1
Mos. 34, 26; so soltu die bürger der selben stad schlahen, mit des schwerts scherffe.
5 Mos. 13, 15; ich maszte mich an, o vorsicht, die scharten deines schwerds auszuwetzen. Schiller 2, 202 (
räuber 5, 2); so thatet ihr nicht gut, mich zu erinnern, dasz auf meines schwertes spitze sein leben schwebt. 5
2, 415 (
Karlos 5, 4). II@22)
das schwert kingt, klirrt, glänzt, blitzt, funkelt: viel schwerter klirren und blitzen. H. Heine 15, 55;
es heiszt ein schwert schmieden, fegen (
vgl. theil 3, 1413), schleifen, wetzen, gürten, umbinden, umschnallen; wil man sich nicht bekeren, so hat er sein schwert gewetzt und seinen bogen gespannet.
ps. 7, 13; gürte ein jglicher sein schwert auff seine lenden.
2 Mos. 32, 27; gurte dein schwert an deine seiten du helt.
ps. 45, 4; ein schwärdt umb sich gürten, unnd an die seyten hencken,
accomodare ensem lateri, ferro semet induere. Maaler 365
b; ein stumpfes schwert schleiffen,
machaeram hebetem acuere. Steinbach 2, 545; garutun se iro gûðhamun, gurtun sih suert ana, helidôs, ubar hringâ.
Hildebrandslied 5; dâ von stricken si umb ir langiu swert. Neidhart 220, 15; ich bind mein schwert an dseiten, und mach mich bald davon. Uhland
volksl. 584; mein arm wird stark und grosz mein muth, gieb, vater, mir ein schwert! Stolberg 1, 42; und von der letzten eisenstang macht er ein schwert so breit und lang: 'nun hab ich geschmiedet ein gutes schwert, nun bin ich wie andre ritter werth'. Uhland
ged. 333; ein schwert führen, fassen, klingen lassen, ziehen, zücken, schwingen: ir aller iegelîh (
der wächter) habet sîn suert in hanton. Williram 51, 4; ich wil das schwert lassen klingen, das die hertzen verzagen.
Hes. 21, 15; ich wil frembde uber dich schicken, .. die sollen jr schwert zücken über deine schöne weisheit.
Hes. 28, 7; euch aber wil ich unter die heiden strewen, und das schwert ausziehen hinder euch her. 3
Mos. 26, 33; zeug dein schwert aus, und tödte mich.
richter 9, 54; das schwärdt durch einen stoszen,
gladium per pectus alicuius transfigere, das schwärdt zucken,
distringere gladium. Maaler 365
a; bist ja meister im morden, zeuch dein schwerd, und ich bin glücklich! Schiller 2, 200 (
räuber 5, 2); wenn .. du ein schwert zu führen weiszt. Freytag
ahnen 1, 277; sô er thaʒ suert thenita,der engil imo harêta. Otfrid 2, 9, 51; Pêtrus ward es anawert,joh bratt er sliumo thaʒ swert. 4, 17, 1; dô muosens beide zücken diu swert von den sîten.
Iwein 1019; da kam sie trewer liebe nach und zoch das schwerdt ausz seinem leib, stach das durch sich, das trewe weib. H. Sachs
fastn. sp. 1, 5, 163; nicht mehr ist es zeit zu sprechen, zeit ist es das schwert zu zücken. Herder
zur litt. 5, 157 (
Cid 34); er faszt sein schwert. Hölty 98
Halm; das fordert blut! das schwert gezogen, herzog! Schiller 5
2, 220 (
Karlos 2, 5); er schwinget so schneidig sein blitzendes schwert. Arndt
ged. 283; kommt irgend sonst ein mann in fährlichkeit. nu, schwert heraus und muth voran! Grillparzer 4, 49; das schwert einstecken, in die scheide stecken: eingesteckt schwärdt, das in der scheiden ist,
ensis clausus, das schwärdt widerumb einstecken,
recondere gladium in vaginam, referre ensem vaginae. Maaler 365
a; da sprach Jhesus zu Petro, stecke dein schwert in die scheide.
Joh. 18, 11; steckt eure schwerder ein. Schiller 2, 190 (
räuber 5, 1); Parzivâl des niht vergaʒ, ern holte sînes bruoder swert: daʒ stieʒ er dem degen wert wider in die scheiden.
Parz. 754, 23; steck ein das schwert, sprach unser licht. P. Gerhardt 32, 73; drum thu das schwert an seinen ort, wie Petrus that, da er gesündigt. Geibel 1, 220; mit dem schwerte schützen, schlagen, hauen, stechen, töten, vertilgen, zum schwerte greifen, aufs schwert fordern, ins schwert fallen,
u. ähnl.: er zoge in seinem harnisch, wie ein helt, und schützet sein heer mit seinem schwert. 1
Macc. 3, 3; die sie steinigen, und mit jren schwerten erstechen.
Hes. 23, 47; das ich euch mit dem schwert tödte. 2
Mos. 22, 24; (
er) hat sie erwürget mit dem schwert.
1 kön. 2, 32; (
ich) wil jre nachkomen mit dem schwert erwürgen.
Amos 9, 1; da nam Saul das schwert und fiel drein. da nun sein waffentreger sahe, das Saul tod war, fiel er auch in sein schwert, und starb mit jm.
1 Sam. 31, 4. 5; sie werden ins schwert fallen.
ps. 63, 11; und geschicht jnen recht, das sie darüber sich selbs zu schanden machen, und mit jren eigen schwert uber den kopff geschlagen werden. Luther 6, 266
c; ist keines andern weges mit jnen zu handeln, denn darauf, das der alcoran sey nicht gottes gesetz. welchs man auch durch den alcoran thun kan, und also den Goliath mit seinem eigen schwerd schlagen. 8, 16
a; er hat sich selbs mit dem schwärdt umbbracht,
transegit seipsum gladio, mit einem schwärdt auszmachen oder umbbringen,
conficere gladio aliquem, mit dem schwärdt durchstochen,
trajectus gladio. Maaler 365
b; mit dem schwerte darein schlagen. Adelung; durch das feindes schwert fallen,
hostium ferro interire. Steinbach 2, 544; nu scal mich suâsat chind suertû hauwan, bretôn sînû billjû.
Hildebrandslied 53; von Küngesperc der biderbe man vil ritterlîche her und dan mit dem swerte houwent reit. U. v. Lichtenstein 91, 3; heten sî dô gevohten ze rosse mitten swerten.
Iwein 7117; der ein mit gift, schwert, wasser oder strick darf über sich ein urteil selbs aussprechen. Weckherlin 387; ich werde beleidigt. wir erhitzen uns. der streit wird etwas laut. wir greifen zu den schwertern. Schiller 5
2, 246 (
Karlos 2, 10); fordre mich aufs schwert in eine wüste. 13, 90 (
Macbeth 3, 8); ein schwert wird zerschlagen, zerhauen, zerbricht: wenn sein (
des knaben) schwert zerbricht. Hölty 121. II@33)
auch in mancherlei festeren und formelhaften wendungen; gern zusammengestellt wird feuer und schwert
im collectiven singular: die (
stadt) sol mit schwert und fewr vertilget werden.
stücke in Esther 6, 16; mit schwert und feuer dröwen, schrecken. Dentzler 2, 259
b; mit schwert und feuer schrecken,
caede incendiisque terrere. Steinbach 2, 544; mit feuer und schwert verheeren. Adelung; warst du ein andrer, als du vor acht jahren mit feuer und schwert durch Deutschlands kreise zogst? Schiller 12, 234 (
Wallenst. tod 1, 7); zum wüsten kampf nicht, der die stufen noch blind umtobt mit schwert und brand, zur tempelwacht seid ihr berufen. Geibel 2, 96;
auch: hand am schwert, schwert in der hand haben,
kampfbereit sein: so stand Deutschland gegen ein halbes jahrhundert, die hand an dem schwert. Schiller 8, 24; ihr marsch war gegen die hauptstadt des reichs gerichtet, wo sie (
die Hugenotten) mit dem schwert in der hand einen billigen frieden zu ertrotzen hofften. 9, 351; einem das schwert an die gurgel setzen,
attemperare gladium jugulo. Dentzler 2, 259
b,
ihn mit äuszerster bedrohung nötigen; wie ihm das schwert wer an die gurgel zu kurtz gesetzt.
wendunm. 3, 7
Österley; einem das schwert in die hand geben,
die waffe zum eigenen untergang liefern: allererst warden der witfrawen die augen ufgeen und bedenken, was sie hierinen übersehen und schenk Eberharten das schwert in die handt geben.
Zimm. chron. 2, 249, 27;
sprichwörtlich: sica minax stricto cohibetur ab ense frequenter, ein schwert behaltet das andere in der scheide. Dentzler 1, 712
b; ein schwerdt behelt das ander in der scheyd. Franck
sprichw. (1541) 2, 151
a; alsdann aber brauchten die häupter von der andern gemeinschafft repressalien, so dasz ein schwerdt das andere in der scheide hielt. Mascou 2, 86; ein schwert wetzt das andere. hast du ein schwert, so haben wir einen hellebarten. mein schwert schneidet auch. man soll ein gut schwert nicht in alle scheiden probieren. Simrock 508; ein pleien schwerd in einer güldenen scheyden.
Garg. (1590) 29. II@44) schwert,
mit andern kriegswaffen formelhaft verbunden: samasô zi thiobe giengut ir mit suerton inti mit stangon mih zi fâhanne.
Tatian 185, 7; jr seid ausgangen als zu einem mörder, mit schwerten und mit stangen, mich zu fahen.
Matth. 26, 55; so wil ich diesen drachen umbbringen, on einig schwert oder stangen.
Bel 25; du kompst zu mir mit schwert, spies und schilt.
1 Sam. 17, 45; die Philister gedachten, die Ebreer möchten schwert und spies machen. 1
Sam. 13, 19; da stellet ich unten an die örter hinder der mauren in die graben, das volck nach jren geschlechten, mit ihren schwerten, spiesz und bogen.
Neh. 4, 13; wo sie zogen, on bogen, pfeil, schild, und schwert, da streitte got fur sie.
Judith 5, 14; schwert und helm zu ergreifen. Steinbach 2, 544; in dieser zeit des faustrechts unbesonnen schwert und schild wegzulegen. Schiller 8, 411; je länger man durch speere und schwerter gewandelt ist, desto weniger hegt man gedanken über das ende. Freytag
ahnen 1, 155; auch du trägst speer und schwert. 285; joh fallent sie ginôtonfora irô fîanton, untar irô hantonsperon joh mit suerton. Otfrid 3, 26, 44; nu heten die zwêne grôʒen man weder schilt noch sper noch swert alsô er.
Erec 5383; ichn vunde meʒʒer nôch swert.
Iwein 1898; nochtan entrect hi sweert noch knijf.
Reinaert 4207; daʒ wâren helde alsô ziere mit swerten und mit bogen. Ottokar 387; Jêsus sprach zuo dem volk, die in betrâten mit swertten, spiessen, âne zal: wen suocht ir sô gedrange? O. v. Wolkenstein 106, 5, 9; schilt, helm, pantzer und kragen, ein schwert ist auch dabey.
bergreihen s. 58; dem feind, kaum hatt' er ihn (
einen engel) gesehn, entbebte schwert und speer. Hölty 183
Halm; jedes jahr hat eine schlacht schwert und streitaxt stumpf gemacht! Stolberg 1, 44;
in einem fluche: mord! flucht er laut, bei schwert und spiesz, wo Karl dir noch gelüstet, so sollst du tief ins burgverliesz. Bürger 52
b; daselbst zubricht er die pfeile des bogens, schild, schwert und streit.
ps. 76, 4. II@55)
das schwert
in gehobener sprache belebt und persönlich gefaszt: in het sîn selbes swert erslagen.
Iwein 3224; michn sleht niht anders wan mîn selbes swert.
minnes. frühl. 206, 9; sîn helm der was ouh alsô gût, daʒ nehein swert dar durh wût.
Straszburger Alexander 1250; des stichet mich zu dieser stund ein swert durch mînes herzen grunt.
Alsfelder passionssp. 6089; (
propheten die) dennoch predigen, es werde kein schwert noch theurung in dis land komen, solche propheten sollen sterben durch schwert und hunger.
Jer. 14, 15; (
ich) wil das schwert hinder jnen her schicken. 49, 37; schwert sol komen, spricht der herr, uber die Chaldeer. 50, 35; auf den gassen gehet das schwert, in den heusern gehet pestilentz und hunger.
Hes. 7, 15; und sollen fliehen ... als jaget sie ein schwert. 3
Mos. 26, 36; und sol geschehen, das, wer dem schwert Hasael entrinnet, den sol Jehu tödten, und wer dem schwert Jehu entrinnet, den sol Elisa tödten.
1 kön. 19, 17; und wil das schwert hinder jnen her schicken.
Jer. 49, 37; ich wil meine pfeil mit blut trunken machen, und mein schwert sol fleisch fressen.
5 Mos. 32, 42; die verstörer faren daher, uber alle hügeln der wüsten, und das fressend schwert des herrn von einem ende des landes bis zum andern.
Jer. 12, 12; denn mein schwert ist trunken im himmel, und sihe, es wird hernider faren auf Edom.
Jer. 34, 5; der pest, schwerts, hungers raub. Weckherlin 167 (
ps. 44, 31); das vom blut fette schwerdt, die donnernde carthaun, hat aller schweisz, und fleisz, und vorrath aufgezehret. A. Gryphius 2, 312; und wer zur flucht den fusz nur rückt, desz nacken treff ein schwert! Ramler 1, 106; deine brüder frasz das schwert. Stolberg 1, 46; o ein todesstosz von Brutus schwerde! Schiller 2, 160 (
räuber 4, 5); die schwerder ruhn, der fried' erscheint. Gotter 1, 351; mein schwert soll deine dunkeln netze lösen! Grillparzer 4, 54; der weisze arm, er blutet, verletzt von meinem mitleidlosen schwert.
ebenda; aber wüthet wildverkehrter sünder frevelhafte lust: da durchschneiden neue schwerter dir die treue mutterbrust. Eichendorff 1, 570; im schwerte nur ist heil, und mit des schwertes thaten rächt Kretas schmach und Griechenlands. Geibel 1, 199; und wenn uns nichts mehr übrig blieb, so blieb uns doch ein schwert, das zorngemuth mit scharfem hieb dem trutz des fremdlings wehrt. 2, 4;
in der anrede: wo ich das schwert komen liesze uber das land, und spreche, schwert, fare durchs land.
Hes. 14, 17; schwert, mach dich auff, uber meinen hirten.
Sacharja 13, 7; du schwert an meiner linken, was soll dein heitres blinken? schaust mich so freundlich
an. Körner 1, 143. II@66) schwert,
sinnbildlich in verschiedener art. II@6@aa)
für kampf, krieg, streit: op der noch strîtes gein mir gert, der wirt wol gendet âne swert.
Parz. 674, 8; deines schwerts wirst du dich neeren, und deinem bruder dienen.
1 Mos. 27, 40; so las uns nu hin ziehen drey tagereise in die wüsten, und dem herrn unserm gott opffern, das uns nicht widerfare pestilentz oder schwert.
2 Mos. 5, 3; ich bin nicht komen friede zu senden, sondern das schwert.
Matth. 10, 34; wer wil uns scheiden von der liebe gottes? trübsal oder angst? oder verfolgung? oder hunger? oder blösze? oder ferligkeit? oder schwert?
Röm. 8, 35; da war verstörung, schaden, hunger, und schwert, wer solt dich trösten?
Jes. 51, 19; solch volck wil ich heimsuchen, mit schwert, hunger und pestilentz.
Jer. 27, 8; mit dem schwert gewinnen,
bello potiri Dentzler 2, 259
b; er läszt es aufs schwert ankommen,
belli fortunam tentat Steinbach 2, 544; schwerd, für krieg,
bellum, mit dem schwerd gewonnen haben,
jure gladii possidere Frisch 2, 249
a; das schwert hast du (
Napoleon) gebracht und nicht den frieden. Grillparzer
5 2, 90. II@6@bb)
der streitbare mann trägt als zeichen seiner würde und freiheit das schwert,
als gefangener wird es ihm entzogen: ein helm er fuorte ouch in der hant, unde ein swert daʒ Razalîc durch ellen brâhte in den wîc. dâ was er von gescheiden, der küene swarze heiden.
Parz. 43, 1;
mit zurückgegebener freiheit empfängt er es wieder: empfange dein schwert zurück. man hat zu rasch verfahren. Schiller 5
2, 414 (
Karlos 5, 4);
dem würdelosen wird es für immer genommen: do intsatte hei de scheffen van der stat und nam ir wapen unde ir swert, wa sich ein goit man mede wert.
d. städtechron. 12, 56, 1222;
daher in der betheuerung: nimmermeer enmoet ic sweert gorden aen mi noch draghen crone, heer Bruun, ic ensel u schone wreken.
Reinaert II, 1025; dar to swere ik bi miner krone, dat Reinken dit schal werden to lone, al dat Brûn to rechte begert: so mote ik nummer dragen swert, wo ik dit sus nicht en holde.
Reineke fuchs 894; alles soll Reineke büszen, was Braun zu rechte begehret. halt ich mein wort nicht, so trag ich kein schwert mehr, ich will es geloben! Göthe 40, 32;
so heiszt es: das schwerd in der hand deutet den helden. Schiller 3, 95 (
Fiesko 3, 5);
auch den, der besitz, stellung und ansehen wehrt: derhalb ist war des sprichworts sag: du alter trag behalt mit fleis deine lebtag das schwert in deiner hende.
Berl. meisterlied. fol. 23,
nr. 218; zu vorkommen sollichen schaden bhaltens (
die alten gegenüber ihren kindern) in irer hant das schwert, wie das denn doctor Freidank lert. H. Sachs
dicht. 2, 143, 173
Tittmann; und so ist es das sinnbild des kriegers, das, statt seiner, sich mit lorbeeren geschmückt zeigt: schmückt dieser ruhm (
der nächstenliebe) den leichenstein, so will ich mehr zufrieden sein, als dessen schwerdt von lorbeern grünt. Günther 13;
den streitenden und schützenden krieger selbst bezeichnend: als Judas kömt mit solcher falschheit .. und mit fackeln und schwerden umgeben ist, so gehet er ihm entgegen. Opitz 3, 252; als Mahomet die stadt Mecha, und andere feste städte erobert hatte, hat er vier kriegsobersten gemacht, und dieselben vier scharffe schwerdter gottes genennet. P.
F. Sperling
Nicodemus quaerens 2 (1719), 480; du bist der deinen schwert und schild. Weckherlin 364; das schwert Italiens? mag wohl sein. Grillparzer 2, 31 ('
den Piemontesen);
im alten rechtsleben gehört das schwert
dem manne zu beim schwur, bei schutz und schirm, bei der adoption und der verlobung. Grimm
rechtsalt. 165
ff. kleine schriften 6, 179;
wer bei einer frau schlief, die er nicht berühren wollte, legte ein bloszes schwert zwischen sie und sich; zahlreiche belege rechtsalt. 168
ff. Schultz
höf. leb. 1
2, 634.
als bezeichnung des mannes schlechtin: swer ein gût wil erben, der sol swertes halben dar zû geboren sîn: daʒ ist der vater mâc.
Schwabensp. 226;
vgl. ferner unten schwertlehen, -magen, -seite. II@77)
besonders ist das schwert
zeichen des ritterstandes: ros, schilt, sper, hûbe unde swert diu machent guoten ritter wert. Freidank 93, 6;
dem für seine besonderen geistlichen pflichten das schwert
gesegnet, geweiht wird: ein gebûr rîch unde wert, sô man dem gesegent swert, der wirt unwert ein ritter.
Seifr. Helbling 8, 340; wer helt nu stæte ritterschaft sît man niht swert durch schirmen segent witwen und weisen?
minnes. 3, 11
a Hagen; dar an gedenkent, ritter: eʒ ist iuwer dinc. ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc, dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert. Walther 125, 3; die niuwen gotis swertdegen Christ gap in swertes segen.
Martina 82
d, 101; o kaiser, schirm mit deinem swert, und wer zuo dem gesegnet ist, das recht und den gelauben mêrt. O. v. Wolkenstein 21, 3, 2;
die neugewordenen ritter nahmen, leiteten, man gab ihnen das schwert
als zeichen ihrer neuen würde, vgl. Schultz
höf. leb. 1
2, 182. J. Grimm
kl. schrift. 6, 369; wol hundert knappen man dar zuo vant, den man des tages swert umbe bant.
klage 2007; schwert tragen,
ritter sein (
vgl. die stelle aus Walther 125, 3
vorher): dô sprach die juncfrouwe wert: hêr Vergulaht trüege ichʒ swert und wær von gotes gebot ein man, daʒ ich schildes ambt solde hân, iwer strîten wær hie gar verzagt.
Parz. 414, 14; alle die im gericht sein und alle die ie getruogen schwert, die sein gegen uns nicht wert.
fastn. sp. 447, 5;
die schwerttragenden ritter im gefolge eines edeln: Apollonius wart gar wert, man truoc im nâch manic swert. H. v. Neustadt
Apollon. 9810; schwert,
gesamtheit der ritter, des adels: die zeit, wo Deutschland, in und mit sich selbst entzweit, verworren wogte, scepter, krummstab, schwert; feindselig eins dem andern zugekehrt; der bürger still sich hinter mauern hielt, des landmanns kräfte kriegerisch aufgewühlt. Göthe 4, 49. II@88) schwert,
zeichen der königlichen und obrigkeitlichen schirmherschaft und herrin über leben und tod, nach biblischem sprachgebrauch: thustu aber böses, so fürchte dich, denn sie (
die obrigkeit) tregt das schwert nicht umb sonst, sie ist gottes dienerin, eine racherin zur straffe uber den, der böses thut.
Röm. 13, 4;
als weltliche obrigkeit genommen: so we zo banne steit jair unde daich unde de stole betwingen neit enmaich, den sol darna dat swert betwingen zo gode und zo reichten dingen.
d. städtechron. 12, 38, 575;
aber das mittelalter bildet die lehre von den zwei schwertern,
der geistlichen und weltlichen obergewalt, aus (
indem es die stelle Luc. 22, 38: herr, sihe, hie sind zwey schwert
heranzieht): zwei swert lîʒ got in ertrîche zu beschirmene die cristenheit. deme bâbste ist gesaczt daʒ geistlîche, deme keisere daʒ werltlîche.
Sachsensp. 1, 1;
geändert im Schwabenspiegel: sît nu got des frides fürste heiʒet, sô lieʒ er zwei swert hie ûf ertrîche, dô er ze himel fûr, ze schirme der cristenheit. diu lêch got sante Pêter beidiu, daʒ eine mit geistlîchem gerihte und daʒ ander mit wereltlîchem gerihte. daʒ wereltlîche swert des gerihtes daʒ lîhet der pâbest dem keiser, daʒ geistlîche ist dem pâbest gesezet, daʒ er dâ mit rihte.
cap. 1, 4; beide schwerter
in vielfacher erwähnung: hie sult ir zwei swert merkin. ein swert ist wertlichin richtern gesazt, da mit sie beschirmen witwen und weisen und andere die sich niht beschirmen muogin, und daʒ sie twingin die homuotigen die niht undertan wollen sin geistlichme gerichte. daʒ ander swert ist geistlicher luote, dem alle die suln undertan sin die sich zu gote gehaldin und mit im bliben wollen. Schönbach
pred. 1, 277, 14; swer under stôle vluochet, schiltet, bennet, und under helme roubet unde brennet, der wil mit beiden swerten strîten. Reinmar von Zweter 127, 9
Roethe; ein meister der hât uns geslagen zwei swert diu zwêne künige wol mit êren möhten tragen .. stôle und swert sint sî genennet beide. 213, 2. 7; noch ains lâss ich nit unvermelt ain pOes gewonhait in der welt: die gaistlich sein und werltlich recht regiern mêr dann ritter und knecht, und wellen nutzen paide swert, wie haben die sô guoten wert! O. v. Wolkenstein 26, 147; gerechtikeyt die ist vast kalt, die schwert die sint verrostet beyd und wellen nym recht usz der scheyd, noch schnyden me, do es ist nott. Brant
narrensch. 46, 47;
das weltliche schwert: solche barmherzigkeit, die im weltlichen schwert regirt und handelt. Luther 3, 145
a; sie müssen al zu poden gan ... ich mein nicht mit dem weltlichen schwert.
bergreihen 26, 12
neudruck; er (
der papst) ficht mit dem weltlichen schwert, das gott doch nicht von ihm pegert. 27, 17. II@99)
auch auszerhalb dieser engeren formel als sinnbild der strafenden macht: gibt er (
gott) ihnen (
den königen), nebenst dem scepter, auch das schwerdt in die hand, als ein gewisses zeichen der rache. Butschky
Pathm. 686; ach wer biszweilen verhören könte, und verantwort nicht alles, und liesz
s. Peters und Rolands schwerd in der scheiden stecken, der blieb lang ungebissen, und vertrüg viel sachen. Schuppius 832; her keiser, du werest gekoren to einem heren, de cristenheit to vôrstân unde to regeren, mit dem swerde der rechtverdicheit.
dodes danz 213;
gefangene und überwundene freie trugen, indem sie vor den besiegern erschienen, ein bloszes schwert
um ihren hals, zum zeichen, dasz sie verdient hätten, enthauptet zu werden. Grimm
rechtsalt. 714; schwert und wiede,
obrigkeitliche macht zu köpfen und zu hängen: wær frumer landes herre niht, so tribe gewalt manec bœsewiht mit armen liuten, die er mit fride muoʒ sitzen lân durch swert, durch wide.
renner 1121; mit swerten und mit widen het ir von êrst ze tuon genuoc. Ottokar 21965;
heraldisch, schwert
als zeichen des erzmarschallamtes des römischen reiches, kurschwerter
im sächsischen wappen (
vgl. auch kurschwert
th. 5, 2820);
für die regierung von Kursachsen selbst gebraucht: weil denn e. c. h. ... der stad Halle die freiheit, und dem schwerd zu Sachsen sein recht nimpt. Luther 6, 361
a.
in neuerer sprache: die Themis sasz mit schwerdt und wage, wie ihrer majestät gebührt. Günther 219; wenn die gerechtigkeit für gold verblindet, und im solde der laster schwelgt, wenn die frevel des mächtigen ihrer ohnmacht spotten, und menschenfurcht den arm der obrigkeit bindet, übernimmt die schaubühne schwerd und wage, und reiszt die laster vor einen schrecklichen richterstuhl. Schiller 3, 514; wie stünd es um die sicherheit der staaten, wenn das gerechte schwerdt der Themis nicht die schuldge stirn des königlichen gastes erreichen könnte, wie des bettlers haupt? 12, 430 (
M. Stuart 1, 7). II@1010) schwert,
in noch freierer bildlicher verwendung, von der schneidenden, verwundenden, tötenden waffe aus: daʒ niemer sêle wirt gesunt, diu mit der sünden swert ist wunt, sin habe von grunde heiles funt. Walther 6, 15; mensche, nim den schilt des rechten gelouben in die hant und daʒ swert des geistes, daʒ ist gotes wart (
wort). Schönbach
pred. 1, 6, 23; daʒ swert des heiligen geistes, quod est verbum Christi, daʒ ist daʒ gotes wort. 88, 40; ein schwert fährt durch die seele,
nach Luc. 2, 35: thîn selbes ferah thuruhferit suert (
tuam ipsius animam pertransiet gladius).
Tatian 7, 8; daʒ ie sîn marter als ein swert durch die sêle dîn gedranc, daʒ machet unser trûren kranc an sêle und ouch an lîbe.
gold. schmiede 966; jre zeene sind spies und pfeile, und jre zungen scharffe schwerter.
ps. 57, 5; schwerter sind in jren lippen. 59, 8; welche jre zungen scherffen wie ein schwert. 64, 4; eine art (
menschen), die schwerter fur zeene hat.
spr. Sal. 30, 14; unnd ist in summa sant Peters lere dahyn gerichtet, dasz die weyber sollen senfft und stille sein, das ist, sie sollen das schwerdt nicht im maul füren. Agricola i 6
a; zucket das schwerdt seiner zungen, und jaget mit seinen verdrieszlichen reden gleich als mit einem pferde auff mich zu.
pers. rosenth. 7, 20; ihre herzen sind erzt! küsse auf den lippen! schwerter im busen! Schiller 2, 46 (
räuber 1, 2); izt zum erstenmal werden die schwerder einer ewigkeit durch eure seele schneiden. 184 (5, 1); die sanfteste seele (
Liane) wuszt' es nicht, wie sie ein schwerdt nach dem andern durch ihren Albano stiesz. J. Paul
Tit. 4, 30; doch ohne sprache blieb sie noch stets, stumm immer noch, mit dem schwert in der seele. Klopstock 5, 108 (
Mess. 12, 65); kaum entfalt' ich deinen brief mit beben, so durchbohrt das herz mir, wie ein schwert, jener name, traurig meinem leben. Bürger 96
a; ein schwert, ein schwert ist jede zeile, und ein stachel ist ein jedes wort.
ebenda; ernst setz ich, wann er (
Voltaire) spottet, sanftheit, wann er schilt, trotz, wann er mich verachtet, ihm entgegen, und seinem schwerd, und seiner pfeile regen — der wahrheit demantschild. Gotter 1, 373; deine zauber binden wieder, was der mode schwerd getheilt. Schiller 4, 1 (
lied an die freude); der freiheit röslein hell im schild, des geistes schwert in fester hand. Geibel 1, 192; die lüg' ist ihr schwert. 206. II@1111) schwert
in technischer sprache, das werkzeug des nachrichters, vgl. henkerschwert th. 4, 2, 995, richtschwert
th. 8, 903: ubir den rauber sol man richten mit dem swerte.
weisth. 1, 548 (
Eltville, v. 1383); welcher jemand wider recht und billichkeit muthwillig bevehdet, den richtet man mit dem schwert vom leben zum todt.
Carolina art. 129; wer das schwert nimpt, der sol durchs schwert umbkomen.
Matth. 26, 52; und sol ihm sein leib mit dem schwerdt entzwey schlagen, das der leib das gröszer und der kopff das kleiner theil sey. Fronsperger
kriegsb. 1, 11
b; mit dem schwerd gerichtet werden,
poenam gladii subire, zum schwerd verdammt werden. Frisch 2, 249
a; unsre neuern gesetzgeber mögen dem menschen hände und füsze binden, sie mögen ihm schwerdt und rad vormalen, er wird seine kraft allemal gegen seinen feind versuchen, so oft er beleidigt wird. Möser
phant. 1, 321; darumb muoʒ er seinen leib hie verliesen und sterben und mit dem swert verderben.
fastn. sp. 474, 20; zum schwert begnadigt werden,
zur hinrichtung durch enthauptung statt einer schärferen todesart: uff dem gute worde eyn dip gefangen unde vorteilet nôch scheppin orteil czu deme galge. nu ist czwyfel, ab deme keyne gnade geschen mochte von bete adir gunst wegen, das man ym das swert gebe.
Magdeburger fragen 1, 2, 26; man hetz holtz hin ausz gefurt und woltz (
wollte sie, die verbrecher) verprent haben, von groszer pet wegen erlaubt man in allen dreien daʒ swert.
d. städtechron. 10, 297, 7; mit dem schwerd begnadigt werden, da man sonst eines härtern todes hätte sterben müssen,
gratiam gladii obtinere. Frisch 2, 249
a;
sprichwörtlich: mancher hütet sich vor dem schwert und kommt an den galgen. Simrock
sprichw. 508; schwert tragen müssen,
zum zeichen eines begangenen todschlags: die beicht (sagents) sol sein mit still: so machents drausz ein affen spil, in dem dasz manger der etwan usz zorn ein todschlak hat gethan, oder geraubt, gemort, gebrant, oder ein jüdin sonst bekant, der muosz (ob schon zuor selben frist die sünd menglich verborgen ist) sich gschenden selbs vor aller welt mit offner buosz, er geb dan gelt. er muosz sich offenlich lon schlagen, ein schwert, brand oder hund umb tragen, dasz, ob man dsünd sunst nit gdar nennen, sie doch mög bei der buosz erkennen. Schade
satiren 2, 227, 1157. II@1212) schwert
des gewerbmäszigen fechters: meister des schwerts, des langen schwerts
heiszen seit dem 16.
jahrh. die angehörigen der Markusbruderschaft, vgl. dazu unter Luxbruder
th. 6, 1357; (
er) sträuszt sich wider die Marxbrüder, die frankfortische meister des langen schwerdts.
Garg. (1590) 365; die meister des langen schwerts werden .. in den herbstmessen .. zu Frankfurt gemacht. Dilich
chron. 2, 57; wer sein haut wolt wagn in die schantz und wer da was kund und hets glert, von freyfechtern odr meistrn des schwert, oder von anglobten meistern, die sollen da auffheben gern und solln fechtn nach ehren werth. Wassmannsdorff
sechs fechtschulen (1570) 13
a; ein meister in dem langen schwert. 20
b. einen im schwert schlagen,
im fechten damit besiegen: Bernhart von Freybergk war so wert, schlug den Goltschmid im langen schwert, dem Schwarzferbr hats glück zugetragn, hat den Jungblut im schwerdt geschlagn. 14
a. II@1313) schwert,
von schwertähnlichem. II@13@aa)
in der landwirtschaft heiszt so die kleine stange der pflugschleife. Jacobsson 7, 311
a. II@13@bb) schwert des sammetmachers,
dünnes schmales brett, das unter die kette geschoben wird. 4, 106
a. II@13@cc) schwert,
bei seilern, holzgerät beim schwingen des hanfes. Campe. II@13@dd)
bei buchbindern holz in gestalt eines schwertes, die duernen und triternen in einander zu stecken. Adelung. II@13@ee)
an schiffen, breites, dickes, an einer seite hängendes brett, welches herabgelassen wird, wenn das schiff sich zu viel auf die seite legen will: mein offt bestürmtes schiff, der grimmen winde spiel ... wie schadhafft ist spreu, mast, steur, ruder, schwerdt und kiel. A. Gryphius 2, 325. II@13@ff)
bei kahnbauern ein längliches bis zur wasserdiele hinuntergehendes verbindungsbrett. Campe. II@13@gg)
tischler nennen schwerter
die diagonalen holzstäbe, die auf thüren befestigt werden. II@13@hh) schwert
heiszt auch die schwertförmige verlängerung des rüssels bei den schwertfischen. II@13@ii) schwert
als spielkarte: schwerd, im charten-spiel,
folia gladio picta Frisch 2, 249
a.