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sohn

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Sohn

Bd. 3, Sp. 593
Sohn 1. An einzigen Sühn soll män scheuen (meiden), an einzige Tochter soll män freuen (süchen). (d.-deutsch. Warschau.) – Blass, 12. Der erstere bringt gewöhnlich die Fehler des Muttersöhnchens, die letztere das Vermögen der Aeltern mit. 2. Besser der Sohn hure, denn die tochter. – Henisch, 323, 36; Petri, III, 1. 3. Besser der Sohn verreisse einen Rock, denn dass er einen verfaule. – Petri, II, 34. 4. Besser Ein Sohn als zwei Töchter. Die Maoren auf Neuseeland denken ungefähr ebenso. Um den Gedanken auszudrücken, es sei vom geringen Nutzen, eine Tochter zu haben, sie werde vielleicht den Feinden Erben gebären, sagen sie im Sprichwort: Ein Weib hört vielleicht die Feinde singen, wie diese die Leiber ihrer erschlagenen Verwandten den Göttern opfern. (Vgl. Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde in den Jahren 1857-69, II, 317 fg.) Engl.: I am not angry my son loses, but that he will play on. 6. De gelêrde sone is ein ere, de ungelêrde ein schande den elderen. – Tunn., 234. Lat.: Exhilarat patrem sapiens puer, angit ineptus. 7. Deinen Sohn verheirathe, wenn du willst, aber deine Tochter, wenn du kannst. Böhm.: Ožeń syna, kdy chceš, a vdej dceru, kdy můžeš. (Čelakovsky, 382.) Engl.: Marry your son when you will, but your daughter when you can. (Bohn I, 42; Gaal, 1408.) It.: Casa il figlio quando vuoi e la figlia quando puoi. (Gaal, 1408.) Poln.: Oźeń syna, kiedy zechcesz, a wydaj ćorkę, kiedy mozesz. (Čelakovsky, 382.) 8. Der Sohn antwortet für den Vater nicht. – Graf, 300, 123. Er braucht weder des Vaters Gelübde zu leisten (vgl. Oelrichs, Rig. Ritterrecht, Kap. 82), noch weniger für dessen Verbrechen zu büssen. Mhd.: De sone ne antwerdet vor den vader nicht. (Sachsenspiegel, II, 17, 1.) 9. Der Sohn artet (geräth) nach dem Vater, die Tochter nach der Mutter. – Petri, II, 107; Henisch, 1506, 21. Bei Tunnicius (607): De sone slacht na dem vader, de dochter na der moder. (Est patri soboles et nata simillima matri.) Holl.: De zoon schoeit op des vaders leest. (Harrebomée, II, 509a.) 10. Der Sohn behält des Vaters Recht, die Tochter das der Mutter. – Graf, 59, 235. In dem falle, dass Mann und Frau unfrei waren, war es, wenn nicht besondere Verträge vorlagen, üblich, den Geburtsstand der Kinder nach dem Geschlecht zu bestimmen. Mhd.: Die sone behalt des vader recht unde die dochter der muder. (Homeyer, III, 72, 2.) 11. Der Sohn behält seines Vaters Schild. – Graf, 58, 208. D.h. in der lehnsrechtlichen Gliederung dieselbe Rangstufe. Im Reichsheer gliederten sich nämlich die Kämpfer nach Rang und Lehnsverbindung, was durch das Wort Heerschild (s.d.) ausgedrückt wird. Mhd.: Die sone behalt des vader schilt. (Homeyer, 21, 1; Lünig, I, 286, 20.) 12. Der Sohn beisst in den Apfel und dem Vater werden die Zähne stumpf. 13. Der Sohn, den der Vater erbeten, wünscht oft des Vaters Tod. n.: Tit beder faderen om at faae en søn, og sønnen om at miste en fader. (Prov. dan., 151.) 14. Der Sohn des Schulzen kann sich schon eine Gurke herausnehmen. Span.: Quien padre tiene alcalde, seguro va al juicio. (Cahier, 3481.) 15. Der Sohn geht gern in Vaters Schuhen. Er pflegt in seine Fussstapfen zu treten. Der Sohn eines Esels, sagen die Spanier, schreit zweimal des Tags i-a. (El hijo del asno dos veces rozna al dia. Bohn I, 217.) Port.: O filho do asno huma hora no dia orneja. (Bohn I, 288.) Schwed.: Sonen träder gjärna i fadrens skoor. (Grubb, 748.) 16. Der Sohn ins Haus, die Tochter hinaus. Böhm.: Syn do domu, dcerka z domu. (Čelakovsky, 402.) Poln.: Syn w dom, dziéwka z domu. (Čelakovsky, 402.) 17. Der Sohn ist adelicher als der Vater. – Graf, 34, 98. Bei Adelsproben werden blos die adelich geborenen Ahnen gezählt, der neu Gradirte wird dabei nicht mitgezählt, wol aber sein bereits adelich geborener Sohn. 18. Der Sohn ist glücklich, dessen Vater nicht in der Hölle ist. – Winckler, VI, 25. Port.: Guai do filho, que o pai vai ao paraiso. (Bohn I, 278.) 19. Der Sohn ist mein, doch sein Verstand ist sein. Ruth.: Syn moj, a um u njego s noi. 20. Der Sohn ist wie der Vater ward, die Tochter ist der Mutter Art. – Suringar, CXXXII, 17. 21. Des Sohnes Ehre ist des Vaters Ehre. Die Chinesen: Wer seinen Sohn lobt, rühmt sich; wer seinen Vater schmäht, beschimpft sich selbst. 22. Die ersten Söhne die besten. – Henisch, 931, 31; Petri, II, 127. 23. Die soen slecht na dem vader, die dochter na der moder. – Suringar, CLXXXII, 3. 25. Die Söhne nach dem Vater, die Töchter nach der Mutter. – Graf, 59, 236. Mhd.: Dij sun nach dem vater unnd dij töchter nach der mueter. (Maurer, II, 104.) 26. Die Söhne sind adelicher als der Vater, denn sie haben ein Glied (einen Sprossen) mehr. – Simrock, 92; Hillebrand, 33; Graf, 34, 99. Frz.: Le fils d'un gentilhomme est plus noble que son père. (Loysel, 35.) 27. Du sollst deinen Sohn bitten, wie man dem Esel thut. Lat.: Milites sono tuborum incitantur ad pugnam. (Sutor, 591.) 28. Ein einiger Sohn, ein liebes Kind. – Lehmann, II, 125, 22; Petri, II, 205; Simrock, 2011; Grubb, 196. 29. Ein frommer Sohn ist des Vaters Mawr vnd Schutz. – Petri, II, 186. Die Chinesen: Wenn ein Sohn geboren, so hängt man Bogen und Pfeile vor die Thür. (Hlawatsch, 89.) 30. Ein gehorsamer (kluger) Sohn ist des Vaters Freude. Böhm.: Syn otce moudřeí – ši-radost; bratr bratra moudřejší – závist. (Čelakovsky, 398.) Schwed.: Lydig son är faderens glädie. (Grubb, 471.) 31. Ein schlechter Sohn, der Aeltern Hohn. – Sprichwörtergarten, 154. Ein jüdisches Sprichwort sagt: Wenn ein schlechter Sohn ins Wasser fällt, lass ihn schwimmen, ohne ihm die Hand zu reichen. (Cahier, 2470.) Die Spanier dagegen empfehlen, den Sohn, wenn er auch ein schlechter Bursche wäre, nicht zu enterben. A buen hijo ni a malo no le cale heredar. (Cahier, 3462.) n.: Ond søn er faderen skam, ligesom god søn er hans ære. (Prov. dan., 520.) Schwed.: Arg son är fadrens blygd. (Grubb, 32.) 32. Ein Sohn und eine Tochter ist reicher Leute Wunsch. Holl.: Een zoon en eene dochter is rijke lui wensch. (Harrebomée, II, 509a.) 33. Es ist besser der Sohn weine, als der Vater. (S. Kind 29.) 34. Es ist ein böser Sohn, der seinen Vater vertreibt. Böhm.: Syn-li vyhání z domu, lehni si na pec; zet'-li zabruči, honem se chop kliky. 35. Es ist ein böser Sohn, der seiner Mutter (Kummer-)Thränen auspresst. Die Chinesen sagen: Die Thränen, welche ein Sohn seiner Mutter kostet, kann nur er trocknen. (Cibot, 173.) 36. Es ist ein weiser Sohn, der seinen Vater kennt. – Eiselein, 570. Span.: El hijo á sabes que conoce io su padre. (Bohn I, 217.) 37. Hob ich a Sühn a Narr, lass er schon sein a grosser. (d.-deutsch. Warschau.) Sollte mein Sohn ein Narr sein, so wünschte ich, er wäre ein grosser. 38. Ich bin der Sohn von des Königs Leibpferd, sagte der Maulesel, aber er vergass zu sagen, dass seine Mutter eine Eselin. Holl.: Ik ben een zoon van's konings lijfpaard, zei de muilezel; maar hij vergat te zeggen, dat zijne moeder eene ezelin was. (Harrebomée, II, 509b.) 39. Ich brauche meinen Sohn zur Erzeugung des Rindviehs, sagte der Metzger, als er Soldat werden sollte. 40. Je lieber Sohn, je schärfer Ruthe. (S. Kind 373.) Böhm.: Čím milejší syn, tím vĕtší metlu viň. (Čelakovsky, 409.) 41. Kein unechter Sohn geht zur Losung. – Graf, 210, 183. Unechte oder uneheliche Kinder waren nach dem alten deutschen Recht standeslos, konnten daher das väterliche Erbe nicht nehmen. (S. Ebenbürtig und Echter 2.) Altgoth.: Engen thisun far sii git til lusa. (Schildener, Gutalaph, 22, 7.) 42. Liebe Söhne tragen bunte Röcke. 43. Lieber Sohn, lerne fein, so issest du Hüner vnd trinckest Wein. – Petri, II, 438. 44. Man findet eher zehen vngerathene Söhne als eine vngerathene Tochter. – Petri, II, 445. 45. Man frage nicht, wess Sohn du bist, sondern, wer dein Brotherr ist. Span.: No con quien naces, sino con quien paces. (Don Quixote.) 46. Man soll den Sohn um des Vaters Schuld nicht schlagen. – Graf, 300, 126. Die Kinder sollen die Vergehen der Aeltern, nicht büssen. (S. Stehlen.) »Mann soll den Sun umb des vatters Schuld nicht slahen.« (Freyberg, IV, 212.) Lat.: Delictum patris filio non nocere debet. (Seybold, 117.) 47. Meine Söhne sind im Herbste meines Lebens geboren; glücklich der, dessen Söhne im Frühling seines Lebens geboren sind. (Arab.) 48. Min Soen is nix Dumm's, säd' de oll Frû, as he jung wier, härr he flessen Pisseldök. – Hoefer, 299; Schlingmann, 469. Pisseldök sind die Tücher, welche man kleinen Kindern der Reinlichkeit wegen unterbreitet; flessen = flächsene, nicht wie gewöhnlich aus Werchgarn gewebte. 49. Selten der Sohn dem Vatter gleicht, der meisttheil von der art entweicht, vnd zumal dern man wenig find, die besser als jhre Eltern sind. – Lehmann, 170, 35. 50. Sieben Sühn bringen a Stühl in Gan-Eden (Paradies), sieben Töchter a Stühl in Geh- Hennen (Hölle). (d.-deutsch. Warschau.) 51. Sohn bist du, Vater wirst du sein; was du gibst, das nimmst du ein. 52. Sohn, da hast du meinen Speer, reite darauf hin und her. Wol Parodie des Stolberg'schen Liedes; Hoffmann von Fallersleben, Volksthümliche Lieder, Nr. 815. 53. Söhn' und Töchter können wol aus Einer Schüssel essen, man soll sie aber nicht mit Einer Elle messen. Sie wollen in ihrer Erziehung verschieden behandelt sein. Die Holländer drücken diese Forderung durch das Sprichwort aus: Geef aan uw' zoon veel in den darm, maar geef hem weinig aan den arm; uw dochter aan den arrem veel, maar spaar't die liever uit de keel. (Harrebomée, II, 509a.) 54. Sohn und Tochter sind gleich nach Erbe zu nehmen. (S. Kind 149 und Schwert 67.) – Graf, 189, 45. In Goslar: Söne unde Döchtere sint like na erve to nemende. (Bluntschli, Deutsches Privatrecht, München 1853-54, II, 397.) 55. Söhne erziehen ist so leicht wie Eisen verdauen. 56. Söhne und Töchter gehörten nach der Mutter. – Graf, 58, 221. Spricht den nicht überall in Deutschland geltenden Rechtsgrundsatz aus, dass der Geburtsstand der Kinder, ob frei oder eigen, nach dem der Mutter bestimmt wird. (S. Kind 57, 65 u. 66, Mutter 55 und Recht 148.) Mhd.: Sune vnnd Tochter gehorn nach der muter. (Thüngen, 12, 7.) 57. Sohnes Weib hasst Mannes Mutter. – Körte, 5561. 58. Son, werstu grot; Mutter, werstu todt. – Petri, II, 537. 59. Später Sohn, frühe Waise. – Winckler, V, 89. Die Neugriechen: Ein später Sohn reift nicht mit seinem Vater. (Sanders, 78.) 60. Verheirathe deinen Sohn, wenn du willst, deine Tochter, wenn du kannst. – Sailer, 264. Frz.: Marie ton fils quand tu voudras, ta fille quand tu pourras. (Bohn I, 38.) It.: Casa il figlio quando vuoi, e la figlia quando puoi. (Bohn I, 77.) Span.: Casa el hijo quando quieres, y la hija quando pudieres. (Bohn I, 208.) 61. Was Sohn vnd Vater thun ernehren, thut vnser liebe Fraw verzehren. – Petri, III, 12. 62. Wehe dem Sohne, dessen Vater nach dem Paradiese geht! (Arab.) Nämlich infolge des Betragens seines Sohnes. 63. Wenn der Sohn um ein Ei bittet, so gibt jhm der Vater keinen Stein dafür. – Petri, I, 95. 64. Wenn der Sohn von (kindlicher) Liebe voll ist, so ist des Vaters Herz ruhig. (Morgenland.) 65. Wenn du deinen Sohn mit Füssen treten willst, so ziehe zuvor die Schuhe aus. – Sailer, 174; Simrock, 9556. Mittel gegen Zorn, Aufschub der Handlung. 66. Wenn sich der Sohn einen Dorn in den Fuss tritt, thut dem Vater die Seele wehe. 67. Wer nur Einen Sohn hat, denkt seiner oft. Holl.: Die maar éénen zoon heeft, gedenkt zich zijner dikwijls. (Harrebomée, II, 509a.) It.: Chi ha un sol figlio, spesso si le ricorda. 68. Wer nur Einen Sohn hat, der macht ihn zum Narren, und wer nur ein Schwein hat, der macht es fett. – Winckler, XIV, 81. Engl.: He who has but one hog, makes him fat; and he who hath but one son, makes him a fool. (Bohn II, 15.) Holl.: Die maar éénen zoon heeft, maakt hem zot; die maar één varken heeft, maakt het vet. (Harrebomée, II, 509a.) It.: Chi ha un sol figlio, lo fa matto. 69. Wer seinem Sohne den Strick gibt, muss nicht klagen, wenn ihm die Hände gebunden werden. (S. Kind 1039.) Aehnlich russisch Altmann VI, 437. 70. Wer seinem Sohne ein Handwerk lernen lässt und ihm einen guten Namen vermacht, der hat ihn gut versorgt. Der Gewerbfleiss der Väter, sagen die Türken, soll der Kinder Erbe sein. Und in der Herzegowina heisst es: Der Kinder bestes Erbe sind Tugenden und ein Gewerbe. Auch die Araber empfehlen obenan eine gute Erziehung: Wer seinen Sohn ausbildet, so lange derselbe klein ist, wird Freude an ihm haben, wenn er gross ist. Ein gut gezogener Sohn wird das Herz des Vaters mit Freude erfüllen. Die Spanier sagen: Beim Sohne sieh darauf, dass er ein Handwerk lerne; bei der Tochter, dass sie gut sei; beiden kannst du keine grössere Wohlthat erweisen. Span.: A tu hijo, buen nombre y oficio. (Bohn I, 203.) 71. Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, der lehrt ihn stehlen. – Chaos, 713. Wie wahr sind die Lehren der Rabbinen an das arbeitsscheue Schachervolk! Jehuda: »Ein jeder, der seinen Sohn kein Handwerk lernen lässt, ist gleich, als wenn er ihm die Räuberei lehrte.« Und Gamolial: »Die Gelehrsamkeit steht schön, wenn man noch eine Verrichtung dabei kann; alle Gelehrsamkeit, wobei kein Handwerk ist, wird zuletzt unnütz und zieht Sünde nach sich.« Der Stifter des Christenthums war Zimmermann, Sokrates Bildhauer, Franklin Buchdrucker. Der Kaiser von China pflügt, Peter der Grosse von Russland konnte mehr als Ein Handwerk. (Vgl. L. Jahn, Volksthum, S. 226.) n.: Hvo intet godt lærer sin søn, lærer ham at stjæle. (Prov. dan., 523.) Lat.: Filius ut patri similis, sic filia matri. – Saepe patres mores imitatur filius infans; qualis erat mater, filia talis erit. 72. Wer seinen Sohn lieb hat, der züchtigt ihn. – Hollenberg, I, 18. Lat.: Peccantem puerum quisquis non corrigit, odit. (Binder II, 2510.) 73. Wer seinen Sohn nicht straft, der zieht sich einen Feind. It.: Nodrisce contro se un nemico, chi al figlio perdona quando falla. (Pazzaglia, 282, 4.) 74. Wie der Sohn nach dem Vater, so gereth die Tochter nach der Mutter. – Petri, II, 788. 75. Da ist der verlorene Sohn. Entweder in Bezug auf eine abhanden gekommene und wiedergefundene Sache oder vorherrschend auf eine vermisste oder auf sittliche Abwege gerathene Person. 76. Das ist ein lieber Sohn, an dem ich einen Wolf gefangen habe. Der Form nach Travestie des Bibelworts: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 77. Ein lieber Sohn aus Massow (s.d.). Ironisch für: Ein schlimmer Gesell, Halunke, oft aber auch in nicht böse gemeintem Scherz für Strick, Schelm. Massow, ein Städtchen, zwei Meilen von Stargard, deren wohlerhaltene Mauer den alten Fritz zu der Bemerkung veranlasst haben soll: »Der Schelm ist auch den Mantel nicht werth.« 78. Es ist ein theurer Sohn. In Ulm für einen Umgeldschreiber. 79. Es ist etwen der sun als der vatter. – Hauer, Liij. 80. Sich seinen Sohn zu Kopf wachsen lassen. »Ich blute als Mensch, als Bürger und als Christ. Unser heiligster Vater hat sich seine Kinder übern Kopf wachsen lassen.« Ganganelli an einen Freund in Bezug auf die Jesuiten. (Vgl. Leben Clemens XIV., Berlin 1775, III, 27.) 81. Um des Sohnes willen liebte er die Schnur. [Zusätze und Ergänzungen] 82. Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. – Matth. 3, 17. 83. Deinem Sohne sage Lügen, deinem Schwiegersohne aber die Wahrheit. 84. Ein furchtsamer Sohn macht seiner Mutter keine Trauer. Lat.: Timidi mater non flet. (Čelakovsky, 119.) Poln.: Bojaźliwy matki nierozrzewni. (Čelakovsky, 119.) 85. Hast du einen verständigen Sohn, was soll dir Reichthum; und wieder, hast du einen unverständigen Sohn, was soll dir Reichthum? – Merx, 182. 86. Mein lieber son zu keiner frist hab krieg mit dem, der kleffig ist. Lat.: Verbosi lites, fili charissime, uites. (Loci comm., 43.) 87. Wo der Sohn vor dem Vater geht, und der Lai ohn' den Priester zum Altar steht, und sich der Knecht über den Herrn setzt, und der Bauer für den Edelmann Wildpret hetzt, und die Henne kräht für den Hahn, und die Frau will reden für den Mann; so soll man den Sohn strafen und matten, und den Narren scheren ein Narrenplatten, und den Knecht hinter die Thür stellen, und soll den Bauern eine Kuh fällen, und die Henne an ein Spiess jagen, und die Frau mit Knütteln schlagen. So hat man ihn'n allen den rechten Lohn geben. – Schaltjahr, III, 7. 88. Mein Sohn kann's thun, denn er hat einen reichen Vater. Diese Redensart rührt ursprünglich von dem Vater des 1876 zu Wien verstorbenen Barons Simon Georg Sina her, der damit einen Fiaker abfertigte auf dessen Bemerkung, der Sohn zahle von Hietzing herein 5 Gulden und der Vater nur 2 Gulden. (Bohemia, 1876, Nr. 107.)
16642 Zeichen · 474 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sohn

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Sohn , des -es, plur. die -söhne, Diminut. das Söhnchen, Oberd. Söhnlein, eine Person männlichen Geschlechtes, so fe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sohn

    Goethe-Wörterbuch

    Sohn [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sohn

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Sohn , Karl Ferdinand, einer der ersten Maler der Düsseldorfer Schule, Professor an der dortigen Akademie, geb. 1805 zu …

  4. modern
    Dialekt
    Sohn

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB So h n , Sun [Sûn Hi. Co. Winzenh. K. Z. ; Són Str. Ingw. W.; Pl. Sén Co. U.; Demin. Sénlə Co. Winzenh.…

  5. Sprichwörter
    Sohn

    Wander (Sprichwörter)

    Sohn 1. An einzigen Sühn soll män scheuen (meiden), an einzige Tochter soll män freuen (süchen). ( Jüd.-deutsch. Warscha…

  6. Spezial
    Sohn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sohn m. (-[e]s, Söhne) 1 fi (fis) m. , möt (mituns) m. 2 ‹fig› fi (fis) m. ▬ der Sohn Gottes le Fi de Dî; ein Sohn der B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sohn

234 Bildungen · 37 Erstglied · 195 Zweitglied · 2 Ableitungen

sohn‑ als Erstglied (30 von 37)

Sohnche

Wander

Sohnche Das Sohnche 1 kriegt die Frau. – Frischbier 2 , 3528. 1 ) Das Köpfchen, Käppchen am Brot.

Sohnemann

PfWB

sohn·e·mann

Sohne-mann m. : ' das männliche Kind, Sohn '. Moi jingschte Sohnemann, / der soi Schnud net halle kann [ Damm Dreifaltichkäät 49].

sohnesblut

DWB

sohn·es·blut

sohnesblut , n. : sohnesblut? — verruchte that! euer haupt bleicht auf dem rad. Müllner d. 29 . febr. 9.

sohnesfrau

DWB

sohn·es·frau

sohnesfrau , sohnsfrau , f. schwiegertochter; sunsfrauw, nurus. Maaler 396 c ; sohns-frau, moglie del figliuolo Kramer deutsch-ital. dict. (…

sohnesgrusz

DWB

sohnesgrusz , m. : der Böhmenkönigin, meiner muhme, bringt den wärmsten sohnesgrusz von mir. Ludwig 4, 230 .

sohnesherz

DWB

sohn·es·herz

sohnesherz , n. : dann will ich mit treuem sohnsherzen segen mir statt fluch erfleh'n. Werner 24 . febr. 3.

sohneskind

DWB

sohn·es·kind

sohneskind , n. : sohnskind, n., enckel, m. Hulsius dict. (1616) 299 b .

sohnesmörder

DWB

sohn·es·moerder

sohnesmörder , m. , zunächst vom vater der seinen sohn umbringt; an der folgenden stelle einer, der den sohn eines andern erschlägt: mit den…

sohnesopfer

DWB

sohn·es·opfer

sohnesopfer , n : ein trost ist bei des vaters tod dies heer, das er in Persien warb vor seinem tode, und das in seinem sinn gebraucht zu se…

sohnessohn

DWB

sohn·es·sohn

sohnessohn , m. in neuerem schriftgebrauch nur in gehobner sprache: sunssunn, nepos. Maaler 396 c ; sohns-sohn Kramer deutsch-ital. dict. (1…

sohnestochter

DWB

sohn·es·tochter

sohnestochter , f. : sohnstochter, enckelin Hulsius dict. (1616) 299 b ; vgl. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 831 c . Frisch 2, 284 b .

sohnesweib

DWB

sohn·e·sweib

sohnesweib , n. : sohnsweib, la femme de mon fils. Hulsius dict. (1616) 299 b ; söhniswib. Gotthelf Uli d. knecht 150 Vetter.

sohnheit

DWB

sohn·heit

sohnheit , f. , mhd. sunheit, bildung der geistlichen sprache: enphâhe, wîse vaterheit dînes Christes sunhait. Müllenhoff-Scherer denkm. 3 x…

sohnlich

DWB

sohn·lich

sohnlich , söhnlich , adj. , von sohn abgeleitet, mhd. sunlîch mhd. wb. 2, 2, 733 b . Lexer mhd. hwb. 2, 1314 ; sönlich bitten, filiali reve…

sohnlos

GWB

sohn·los

sohnlos [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

Sohnrey

Meyers

sohn·rey

Sohnrey , Heinrich , Volksschriftsteller, geb. 19. Juni 1859 in Jühnde bei Hannöversch-Münden, wirkte sechs Jahre lang als Dorfschullehrer i…

Sohnrey, Heinr.

DWBQVZ

Sohnrey, Heinr. *1859 Jühnde b. Hann. Münden †1948 Neuhaus b. Holzminden.

Sohnsfrau

SHW

Sohns-frau Band 5, Spalte 1063-1064

sohnschaft

DWB

sohn·schaft

sohnschaft , f. , fast nur in geistlicher sprache: wenn nu der mensch zu solchen vollkomner gleichheit gottes gelangt ist, dasz er ... in Ch…

Sohnsein

GWB

sohn·sein

Sohnsein [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

Sohnsfrau

Campe

sohn·s·frau

Die Sohnsfrau , Mz. — en , die Schwiegertochter, Schnur. Frisch. Das Sohnsweib . Moerbeek.

Sohnskind

DRW

sohn·s·kind

Sohnskind, n. (männl. od. weibl.) Enkelkind der männlichen Linie iU. zum Tochterkind; va. in erbrechtlichem Zsh. bdv.: 1Enkel (I 1) vgl. Soh…

Sohnsliebe

Campe

sohn·s·liebe

Die Sohnsliebe , o. Mz . die Liebe eines Sohnes zu den Ältern, wie auch, eine dieser ähnliche Liebe. »Da enthüllte Thuro der künftigen Mutte…

sohn als Zweitglied (30 von 195)

Hurensohn

RDWB1

Hurensohn m derb гад, гадёныш, подонок, мерзавец, отродье, мразь груб. , тварь груб. , скотина перен. , груб. , сволочь груб.

Adamssohn

Campe

adams·sohn

Der Adamssohn , des — es, Mz. die — söhne, s. Campe Adamskind.

Adelsohn

DRW

adel·sohn

Adelsohn mhd., mnd. adelsun ehelicher und freier Sohn die van ere getrouder moeder sijn adelsone geboren waert 13. Jh. MnlWB. I 55 Faksimile…

ADOPTIVSOHN

DWB2

adoptiv·sohn

DWB2 ADOPTIVSOHN m. : DWB2 DWB2 ⟨1795⟩ S. wurde als adoptivsohn des glücks .. ungemein verbindlich empfangen Jean Paul I 3,234 ak. ⟨1879⟩ de…

Ahnsohn

DRW

ahn·sohn

Ahnsohn (Ur)enkel, Großsohn bdv.: Ahne (IV) änisohn oJ. SchweizId. VII 1089 Faksimile

alpensohn

DWB

alpen·sohn

alpensohn , m. bewohner der alpen: euch stellt, ihr alpensöhne mit jedem neuen jahr des eises bruch vom föhne den kampf der freiheit dar. Uh…

Amtssohn

DRW

amts·sohn

Amtssohn I Sohn eines Zunftbruders welker amptsohne dat ampt eschet 1480 OldenbUB. I 193 1685 CCOldenb. VI 171 II von der Gemeinde verpflegt…

BASTARDSOHN

DWB2

bastard·sohn

DWB2 BASTARDSOHN m. DWB2 mnd. bastertsȫne. unehelicher sohn (aus der verbindung eines mannes höheren und einer frau niedrigeren standes) jün…

beichtsohn

DWB

beicht·sohn

beichtsohn , m. beichtkind. beichtsun. Keisersb. irrig schaf 60 ; du denkst vielleicht, was für ein glückliches mädchen du bist, dasz du ein…

beisohn

DWB

bei·sohn

beisohn , m. filius spurius: in dem ward er ( Friedrich 2) von Manfredo seinem beisun aus einem kebsweib geboren ersteckt. Frank chron. Germ…

brudersohn

DWB2

bruder·sohn

brudersohn m . neffe, jünger noch mdal.: E8./A9.jh. ahd. gl. 1,619,44 S./S. 1967 Welskopf‐H. licht 333.

†Bruedersohn

ElsWB

brueder·sohn

PfWB RhWB † Bruederso h n m. Neffe. ‘Mathis Finingers .. brueders sohn’ Petri 476.

bürgerssohn

DWB

buergers·sohn

bürgerssohn , m. sie sind ein alter kavalier, ich nur ein bürgerssohn. Gotter 3, 406 .

drachensohn

DWB

drachen·sohn

drachensohn , m. ein ungeratener sohn. so wie Cäsar vordem weint an des drachensohns bilde. Klopstock.

ehrensohn

DWB2

ehren·sohn

ehrensohn m. : 1657 Fama soll auf ihrem wagen / diesen ehrensohn ( general ) zum zelt / der gestirnten lüffte tragen Birken ostländ. lorbeer…

enkelsohn

DWB

enkel·sohn

enkelsohn , m. 1 1) pronepos, urenkel. 2 2) posterus, nachkomme: wird dieses freundesbündnis, das wir jetzt erneut, auch noch die späten enk…

ERBSOHN

DWB2

erb·sohn

DWB2 ERBSOHN m. DWB2 mhd. erbesun. mnd. erfsȫne ; mnl. erfsone. zuss. mit erben vb. erbberechtigter sohn: DWB2 1296 wær oec dat sake dat har…

erdensohn

DWB

erden·sohn

erdensohn , m. terrae filius, terra editus, homo, erdenkind, menschensohn, oft, in hinsicht auf die irdische hinfälligkeit, mit beigefügtem …

Erdesohn

Campe

erde·sohn

Erdesohn , des — es, Mz. die — söhne, ein Sohn der Erde, bei den Dichtern für Mensch. Erdensöhne singt ihm Dank! Ramler. Was unten tief dem …

ewigkeitssohn

DWB

ewigkeit·s·sohn

ewigkeitssohn , vom menschlichen geiste: schwing dich empor! welten sind staub! wohnungen des lichtes sind dein! engelgespiel, ewigkeitssohn…

felsensohn

DWB

felsen·sohn

felsensohn , m. rupicaper, steinbock: der zottige felsensohn. Stolberg 3, 314 .

Fremdlingssohn

Campe

fremdling·s·sohn

✱ △ Der Fremdlingssohn , des — es, Mz. die — söhne , eigentlich der Sohn eines Fremdlings. Man gebrauchte es aber ehemahls für Fremdling. Ih…

fürstensohn

DWB

fuersten·sohn

fürstensohn , m. ein sohn eines fürsten, also auch ein unehelicher sohn eines solchen. im besondern und vorzugsweise aber ein prinz: fürsten…

Ableitungen von sohn (2 von 2)

unsohn

DWB

unsohn , m. (un IV B). Rückert 9, 470 . —

ursohn

DWB

ursohn , m. , sohn mit ur- C 4 b und c. von Klopstock gebildet. veraltet. a) zunächst kurzform für urenkelsohn, ururenkel, dann aber meist, …