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webe

mhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

webe n. f.

Bd. 27, Sp. 2611
webe, n. f. gewebe, ein stück leinwand. die fortsetzung des mhd. weppe, ahd. weppi, n. II. herkunft und form. I@11) ahd. weppi geht auf *wabja- zurück und stimmt in der bildung überein mit den gleichbedeutenden asächs. webbi (nom. sg. vielleicht als web anzusetzen) in goduwebbi, mnd. webbe Schiller-Lübben 5, 619, ndl. webbe, web, fries. web, ags. (in zusammensetzungen) web, engl. web; anord. vefr Fritzner 3, 887, schwed. väf, n. væv, ist ebenfalls ja-stamm, aber masc. den gleichen grundvocal zeigt ahd. wabo, waba, das aber als 'gewebe' nicht mehr nachzuweisen ist. dagegen ist von ursprünglichem e auszugehen bei mhd. wepfe, wepf (noch im 16. jahrh. in schwäb. und bair. quellen) 'zettelgarn, einschlag, gewebe', die wahrscheinlich mit n-suffix gebildet sind, ferner wefel 'einschlag' und wift 'gewebe'; mit ja-suffix ist das vereinzelt im mhd. belegte (K. v. Würzburg troj. kr. 33483. H. v. Trimberg Renner 4796 var.) wippe gebildet (jetzt in Bayreuth wib, n. 'webstuhl' Bayerns mundarten 2, 168). ferner sind auch bildungen mit dunklem vocal vorhanden (wie gr. ὑφαίνω 'webe', anord. ofinn 'gewebt', nschwed. dial. öv, n. m. 'einschlag im gewebe' Lidén indogerm. forsch. 19, 338, diese mit auflösung des anl. w, das im deutschen wieder hergestellt ist, vgl. engl. woof, mengl. noch ōf, ōwef): ahd. wuppi bei Notker ps. 89, 10, wüppe mhd. Lexer 3, 925 und bei Stieler (als f.), gewüppe bei Dasypodius 240d (neben gewöppe), wupp, n. in der Züricher bibel und bei Maaler 508c, wubb bei Dentzler 357 und Kirsch 1, 1181b (wub 1, 1191b), wup bei Frisch 2, 426b; auch mit o: woppo glosse bei Graff 1, 648, lodix, woppe Steinmeyer-Sievers gl. 3, 279, 46, wopp voc. ex quo 1440 (Diefenbach gl. 575b u. tela) und voc. ex quo 1476 (rheinisch, nov. gl. 347a u. stamen), mnd. wobbe Lübben handwb. 590b, holst. wöbbe Schütze 4, 369 (wöppe städtechr. 8, 387, 26 wol aus weppe); auch afries. wob (in godwob), wfries. wob neben web Dijkstra 3, 470. Boekenoogen 1194. vgl. auch spinnwupp, -wüpp th. 10, i, 2539. I@22) im ahd. steht neben weppi, später weppe, auch webbi Steinmeyer-Sievers gl. 3, 261, 38, webbe 3, 376, 2, im mhd. erscheint webbe in md. quellen, so im Renner 4796. 22515 u. ö. hier kommt 16335 aber auch schon webe vor, ebenso in der Wenzelbibel Jelinek 928, bei Diefenbach gl. 550b stamen, 575b tela, 582b textrina steht webe, web, weeb neben weppe, wepp, wep, webbe u. s. w. die aus dem md. hervorgegangene form web kann als alter nom. sg. erklärt werden (wie nhd. beet neben bette, rieb bei Luther neben rippe), doch hat sich vielleicht auch eine andre bildung eingemischt, vgl. ahd. kaweb, kewebe Graff 1, 646, mnd. weve, n. Schiller-Lübben 5, 702, besonders sollte das subst. dem verbum angenähert werden. im 16. jahrh. steht noch wepp neben web (selten webe, z. b. Golius 212), ersteres häufig bei S. Franck (s. u.), Schaidenreiszer u. a. Oberdeutschen, bei Wickram neben web, und am anfang des 17. jahrh. bei Grassaeus d. kleine baur 124 und in den öst. weisth. 2, 28, 41 (neuere dialekte s. u.). die gewöhnliche form z. b. bei H. Sachs, Fischart, auch in Alberus dict. 9a verzeichnet, ist web. im 17. jahrh. haben Eyering prov. copia 2, 318 und Spee trutzn. 159 noch so, die gewöhnliche form wird jetzt webe, auch bei Ludwig, Kramer (1719), Steinbach verzeichnet (die andren wörterbücher vor Adelung haben das wort nicht). damit ist häufig übergang zum fem. (mischung mit einer abstracten bildung? vgl. webe, f.) verbunden, der schon im 16. jahrh. vereinzelt vorkommt (die webbe S. Franck lob der torheit 105, 3 Götzinger): meine täge seind behänder hingangen, dan die wäb (daʒ weebe Mentel) abgschnitten würdt vom wäber Ecks bibel, Hiob 7, 6; s. auch u. II 1 Schade satiren. im 17. jahrh. das f. bei Dannhawer catechismusmilch 2, 94; v. Hohberg (s. II 1); titivilitium, schleisze die von der webe abfellt ncl. lat. germ. (Hamb. 1634) 418. (aber bei Opitz 3, 307. Lohenstein Arminius 1, 1128b das n.). die litteratursprache des 18. jahrh. hat sich durchaus für das fem. entschieden, dagegen lebt das n. weiter in der handwerkssprache, namentlich als 'stück leinwand'. so schlesisch (wie bei Stoppe und noch G. Hauptmann) Berndt 159, aber auch bair. Schmeller 2, 830 (webb), Tschinkel 256 (weppe 'webstuhl') und nd. Schütze 4, 369 (wöbbe), Woeste 318 (webbe). auch Campe bevorzugt das n. vor dem f., das sonst die neueren wörterbücher seit Adelung haben. der pl. wird nhd. als weben gebildet, so bei Wickram 7, 184, 741. Harsdörffer gesprechspiele 4, 254. D. v. Czepko, Wagners archiv 1, 207. Novalis 1, 254 Minor. Arndt werke 6, 36. Rosegger I, 10, 178. IIII. bedeutung und gebrauch. während das wort in der litteratur des 16. jahrh. (als wepp oder web) häufig ist, tritt es dann hinter gewebe (s. th. 4, i, 5378 ff.) zurück und verbleibt, abgesehen von der bedeutung 'spinnwebe', hauptsächlich nur der handwerkssprache, aus der es aber durch einzelne (z. th. zugleich unter einflusz des engl. web) auch in die litteratursprache eingeführt wird. der übertragene gebrauch des wortes ist nur wenig entwickelt. II@11) webe vom gewebe der spinne erscheint meist nur in wendungen, wo eine auflösung des compositums die grundlage bildet: diu spinne ir webe nâch gewinne rihtet biʒ si verdirbet dâr inne. H. v. Trimberg Renner 16335 Ehrismann; eynr yeden wuchszen flügel baldt ... gantz dünn gleich wie das web der spinnen. Wickram 7, 185 (Met. 4, 759) Bolte; umbzeuch das gantz hausz uberal ... mit meiner (der spinne) jungen web und netzen. H. Sachs 5, 75, 31 Keller; gleich wie die spin ir web allzeit aus ir selbst wirckt und zubereit. Eyering prov. copia 2, 318; was der poeten volck und sonst gelehrten sinnen in ihre fauste kömpt, da wircken keine spinnen ein webe drüber her: ihr grünes lorbeerlaub kehrt alles sauber ab. Opitz 3, 307; weben, wie die spinnen führn, nester wie die wespen schnürn, räder nach der art der pfauen ... tragen schlechte bürgerfrauen. D. v. Czepko, Wagners archiv 1, 207; und in der schilde eisengewundnen heften stehn der braunen spinnen weben. Arndt werke 6, 36; was hastu zuoluogen wie dye spinn ir wep macht Keisersberg bilg. 8c; (das bett) welliches vil jar die spinnen mit iren weppen übertzogen haben Schaidenreiszer Odyssea 67a; die spinne macht das web ausz der überflüssigen feuchtigkeit ihres leibs Heyden Plinius 490 (2, 23); die spinne, so gern mit irem web den luft mit ainander wolt verbawen Fischart trostb. 61, 36 Hauffen; drum gott hatte lassen die spinnen ihr webe fürziehen (vor die höhle) Herberger trawrbinden (1614) 3, 301. auch hier setzt sich das fem. fest, obgleich beim compositum das neutr. üblich bleibt: ich gleich das weltliche recht einr webe der spin: grosze humeln reiszen durch, mucken bleiben drin. Schade satiren 1, 161, 254; dort die geschmitzte spinn in ihrer weben hangt. v. Hohberg die unvergnügte Proserpina (1661) 66a; mit so duftiger web' umspannt die balken Arachne. Voss Ovid 1, 217; nicht geknüpft an mächt'ge helfer, sondern spinnen gleich, aus seiner selbstgeschaffnen webe, zeigt er, wie kraft eignen verdienst's den weg ihm bahnt. (out of his self-drawing web.) Shakespeare, Heinrich VIII. 1, 1. zuweilen auch von den gespinsten andrer insekten: der seidenwurm ... die bombyces ... machen web wie die spynnen H. v. Eppendorff Plinius 193 (11, 25); sol man fleiszig ablesen die raupeneyer, die gleich als in netzen und weppen verborgen seind Lonicerus kreuterb. (1593) 24a; da denn diese weben (Marienfäden, altweibersommer) vom winde aufgehoben ... würden Zedler 7, 908; diese weben waren also hauptsächlich zu der zeit bemercklich, als die nebel herabfielen, und die lufft zugleich ... klar und warm wurde Breslauer sammlung von natur- u. medic.-geschichten (1717) 3, 210. II@22) webe von der gewerblichen thätigkeit. II@2@aa) zunächst ist es das gewebe, das auf dem webstuhl gefertigt wird. II@2@a@aα) wir sâʒen unde wâben ... schiere runn diu weppe von bluote. Servatius 2884; zu weben was ir arbeit gricht, sie schosz ir schifflin durch das wep. Wickram 7, 178 (Met. 4, 541) Bolte; die webe wächst nur wo der faden wird geschlagen. Rückert werke 8, 90; die veden eines webis Wenzelbibel, richter 16, 12 (Mentel: des wefels); das webe das er hat geworcht Jes. 25, 7 (Mentel: das web, Zainer: den wepffen); yetz sol sy (die hausfrau) zuo den weppen gon (ad telam accedere) Österreicher Columella 2, 275, 19 Löffler; daʒ sie (Penelope) ieres mannes vor so lang noch warten möchte, als sie das wepp, das sie under handen hette, ... voll uszberaitet Steinhöwel de claris mul. 138, 18 Drescher; wir fanden sye flyszicklich weben ein wep Terenz deutsch (1499) 75a; der weber so er webet, so sicht man nichts von dem wepp das er machet, dann das er vor im hat auff den stülen Keisersberg spinnerin (1510) e 4a; zum andern sollen die zeug der wepp, des gemeinen härben und werchen garns, auch loden, anderhalbe ellen prait sein österr. weisth. 2, 28, 41 (Kufstein 17. jahrh.); webe, etwas so auf dem weberstuhl gewebet wird, a web Ludwig 2399. II@2@a@bβ) ein webe anzetteln, anfangen, wirken, ziehen, abschneiden, gern bildlich gebraucht: sü wolte in darzuo bringen, daʒ er bi frowen mste sitzen und weben. do enbot er ir widerumb: er wolte ir noch ein solich wöppe zetteln, das sü niemer geweben möhte die wile sü lebete Königshofen städtechron. 8, 387, 26; ein wepp anzettlen S. Franck sprichw. 1, 1b; wee den aigensinnigen, spricht der herr, die auszerhalb mein rathschlagen und ein wepp anzetlen, aber nit ausz meinem gaist trunkenheit (1531) Ha; fahen ein news unnötigs wepp an, und haben das wepp oder den zettel der not noch nit abgweben, ja mer angericht weltbuch (1542) 145a; disz war das gifft (die worte der schlange an Adam und Eva), da wircket schon die hoffart ir erst gewirck und wepp Wickram 3, 159, 11 Bolte; Narses antwortet ja, er wolt ir ein wepp odder zettel underthuon, den sie nit solt auszwirken weil sie lebet S. Franck chron. Germ. (1538) 54a; wann das wepp des lebens itzt schon die Parce haben abgewircket lob der torheit 57 Götzinger; als er nun ernstlich gedacht ein anders leben an sich zunemen, hat er ... das übel angezöttelt wepp abgeschnitten Alber Ignatius Loiala (1591) 11; so wird mein würcken und ihr schlüszen ein webe zieh'n mit händ und füszen. v. Lohenstein Arminius 1, 1128b. II@2@a@gγ) es kann das wort auch auf die einzelnen theile des gewebes bezogen werden, so steht es in den frühnhd. glossaren nicht nur für 'tela' Diefenbach gl. 575b. nov. gl. 368a, sondern auch für 'licium' gl. 328b. nov. gl. 234a, die flügel, durch die der aufzug gezogen wird, das gereis, für 'stamen' gl. 550b. nov. gl. 347a, den aufzug oder die werfte, auch für 'substamen', einschlag gl. 561c. in Gottschee ist jetzt weppə der webstuhl selbst Tschinkel 256, ebenso wib in Bayreuth, Bayerns mundarten 2, 168. II@2@bb) daneben stellt sich auch abstracte auffassung ein, namentlich nachdem das wort sich als fem. festgesetzt hat: wie mag dein schönheits-garn denn sonder webe seyn? v. Lohenstein Arminius 1, 1128b; schnell durch spul' und haspel eilt, schön geknäult, drauf dein garn zur webe. Voss 4, 140; das leintuch ... war weisz, aber von grober webe Rosegger das buch von den kleinen 25. nach der webart unterschiedene sorte: worauff er (der zwirn) dann nach seiner qualität in gewisse strennen, weben und numeren sortirt ... wird Marperger beschreibung des hanffs u. flachs (1710) 46. II@2@cc) ferner kann webe seit dem mhd. ein fertiges stück leinwand oder wollengewebe bezeichnen: di reine frouwe ouch hatte ein weppe lanc zu fromen wîʒ: her ane si legte iren flîʒ, wi si daʒ gesnide unde da becleite mide waʒ armer lude sturben. heil. Elisabeth 3813; dasz er einen groben unebenen faden hat mit durchschleichen lassen, wie man zuweilen in einem ausgeschossenen stücke leinwand die ganze webe hindurch laufen sieht Bode Tristram Schandi 6, 139. nfries. (in Sylt) web Möller 294 (davon ein adj. weben), (in Föhr und Amrum) wäb, n. 'ein dicker, rauher, eigengemachter wollstoff' Schmidt-Petersen 156a. besonders ist webe (wie engl. web) ein stück leinwand von einer bestimmten, im handel üblichen länge; für Schlesien gibt Marperger a. a. o. 79 eine länge von 40—50 ellen an, Jacobsson 4, 616b 42—72 ellen, Loritza 141 für Österreich 50—55 ellen, Heiden handwb. d. textilkunde 615 für Hamburg 72 ellen: 2 wewe (stücke leinwand) Waldecker chronik 356 (1546); ich hab es ja vom weber selbst gehört ... diesz webe hier ist vierzig thaler werth. Stoppe Parnasz 146; früh um drei uhr wird die leinwand auf den bleichplatz gelegt: schock an schock, stück an stück, webe an webe J. Zöllner briefe über Schlesien 2, 1793, 138; ja er prüfte sogar die weben, die allwöchentlich seine arbeiter ihm ablieferten E. Willkomm die familie Ammer 553; meine gnädige ... wird ihr zur entschädigung eine webe schwäbischer leinwand ... zutheilen Schilling 21, 161; sie hielt eine webe leinwand an das licht, prüfte die fäden und masz an einem stab die länge Freytag ahnen 1, 424; der weber legt das webe auf die wage G. Hauptmann die weber 6 (1. akt); da sie am tage vorher ihre webe zum kaufmann gebracht hatten, so war ein wenig gebrannter roggen und brot im hause Emanuel Quint 20. II@2@dd) auch aus gewebtem stoff hergestellte gewänder; im ahd. steht es so in verbindungen für kostbare stoffe und daraus gefertigte kleider: rôtiʒ weppe 'coccinus', vêhiʒ weppe 'byssus' Graff 1, 646, namentlich das gemeingerm. gotaweppi 'sericum, purpura, byssus'. wenn in der neueren sprache webe für ein gewand steht, wird meist auf die entstehung bezug genommen: die grosze arbeit, die Christus uns zu gut übernommen und die fürtreffliche köstliche web, das edele königliche kleid, so er uns ersponnen Dannhawer catechismusmilch 2, 94; als diese zarte webe (das leine hemd) von den nackten und gläntzend weiszen gliedern fliegend fiel. Pyra u. Lange 159 (32, 39) neudr.; und wir fanden sie selbst ihr schönes geweb' auftrennend. so vollendete sie, zwar ungern, aber genöthigt. als sie den mantel nun zeigt', und die stattliche webe gewaschen uns mit dem glanze der sonn' anschimmerte, oder des mondes ... Voss Odyssee5 24, 147. rheinisch und ndl. findet es sich für 'band, gürtel': eynen kyddel mit golde beslan sij anhatte und gegurtet mit eime grunen syden weppe. pilgerfahrt des träumenden mönchs 105 Bömer; der sack (die pilgertasche) von grner syden was und an ein grn weppe gehangen waʒ. 3261; webbe, fland. fascia, taenia et cingulum, cinctus, cingulum textum Kilian 654b. jetzt vläm. ein von nonnen in Brügge getragener gürtel De Bo2 1185. im folgenden auf metallene beschläge des gürtels übertragen: hat min hausfrau ir rink und ortiser von irem weiszen durchzogen draitzgurdel verkauft und das wep versmelzn laiszen, wilches nit dan 2½ loit silbers geben hat buch Weinsberg 2, 184 Höhlbaum. II@33) übertragene bedeutungen. II@3@aa) auszer für gespinste der insekten (1) kommt webe zuweilen auch für 'wabe' vor: sie (die wespen) bereiten auch in solcher ihrer wohnung sonderliche weben (mella) Ryff thierbuch Alberti magni (1545) C c 5b; musz er (der bienenhalter) haben ein zeidelmesser, ... krumm gemacht wie ein winckelhacken, dasz man desto besser zwischen die weben könne kommen Becher hausvater (1714) 159; honigweben 163. Jacobsson 3, 284. II@3@bb) früher auch für das netz der adern (wofür später gewebe 2 b ε): und am ersten achtest ze kommen zuo dem mesenterius, der nit anders ist dann ein web der aderen meseraicarum, die unzälich verwurtzelt seind von der portaderen der leber zuo den därmen Gersdorff wundartzney (1517) 9b; (die ader) spreyt sich ausz durch das netzlin oder wep der saugenden äderlin Ryff anatomi (1541) J 4b. II@3@cc) wie gewebe (2 b δ) zuweilen für die atmosphäre: ach lobe gott du reiner lufft, du web gar zart gesponnen! Spee trutznacht. 159. II@3@dd) dem häufigen gebrauch von gewebe für abstractes (2 c) stehen nur seltene fälle gegenüber, wo webe anwendung findet, wobei meistens der boden der bildlichkeit nicht verlassen wird: wenn die natur das gewebe der zärtlichen empfindungen so gewebt hat, dasz einige fäden von liebe und verlangen mit durch das stück laufen, musz denn die ganze webe deswegen zerrissen werden, um sie heraus zu ziehen? Bode Yoricks empf. reise 2, 83; dasz (nach Darwins lehre) aus einem lebensfädchen sich der ganze weltknäuel aufzwirnt zur webe der schöpfung J. Paul museum 83; mithin wird die ausländerei, die unsern kronmantel mit einigen flitterpünktchen stickt, doch die inländische webe aus ältestem und neuestem (wort-)reichthum nicht erdrücken und bedecken vorsch. d. ästhet. 2, 200; nehmt die webe gottes ... seht nach — ob der faden gleich — ungleich — dünn — stark oder schwach, das ganze breit oder schmal ist Iffland theatr. werke 6, 254 (erinnerung 4, 6); die weisen, welche länger den faden ihres zweifels ziehn ... gieb acht, es weht der kleinste wind die webe weg, die sie gewoben! Kl. Schmidt poet. briefe (1782) 169; streute ewiger lenz dort nicht auf stiller flur buntes leben umher? spann nicht der frieden dort feste weben? Novalis 1, 254 Minor; doch wie die fäden (im leben) in einander greifen, bricht doch, gedämpft durchs bunte farbengitter hervor der grund der webe, dunkle trauer. Rückert werke 2, 288. II@44) sprichwörtliches: an enden kent man die wepp oder nath S. Franck sprichw. 1, 15b; armuth ist wol ein böse webe weisz zu bleichen Winckler 2000 gute gedancken C 5b; unser leben ist eine webe, da der einschlag mühe ist C 9b; das beste webe wird zu haus gesponnen Wander 4, 1838; der webt ein gutes webe, der ein gutes kind aufzieht 4, 1839.
17747 Zeichen · 370 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wëbestn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    wëbe stn. = gewëbe Renn. 4850. 53.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Wêbe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Die Wêbe , plur. die -n, ein veraltetes, und nur noch in der Deutschen Bibel befindliches Wort, von weben, schwingen.…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Webe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Webe , früher beim Leinwandhandel in Hamburg eine Länge von 72 Hamburger Ellen.

  4. modern
    Dialekt
    Webef.

    Pfälzisches Wb.

     Webe f. : ' Spinnwebe ', Webb [ Lambert Penns 174]; Zs.: Gewebe , Spinnenweb(en) , -webnest, -websich; s. K. 357.

  5. Sprichwörter
    Webe

    Wander (Sprichwörter)

    Webe 1. Das beste Webe wird zu Haus gesponnen. Holl. : Het beste web wordt t' huis gesponnen. ( Harrebomée II, 443 a . )…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit webe

323 Bildungen · 311 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

webe‑ als Erstglied (30 von 311)

webebank

DWB

webe·bank

webebank , f. die bank, auf der der weber sitzt Laube schriften (1875 f. ) 10, 164. —

webebaum

DWB

webe·baum

webebaum , m. dasselbe wie weberbaum ( s. d. ), garnbaum: tela, telaria, weppiboum, weppeboum Steinmeyer-Sievers gl. 3, 149, 23 ; liciatoriu…

webebreit

DWB

webe·breit

webebreit , adj. : daʒ daʒ leinein tuoch, daʒ weppebrait sol sein, daʒ daʒ habe zwo eln an der breite Nürnberger polizeiordnungen 166 Baader…

webebreite

DWB

webe·breite

webebreite , f. : diese webstühle werden ... in gröszeren breiten ausgeführt, und zwar ... von 1250 bis 3540 mm. gröszter webbreite Karmarsc…

webebrot

DWB

webe·brot

webebrot , n. geopfertes brot, s. webe , f. 1: und solts aus allen ewren wonungen opffern, nemlich, zwey webebrot von zwo zehenden semelmelh…

webebruch

DWB

webe·bruch

webebruch , m. bruch im gewebe, vgl. weberbruch : die camelotten und andere dergleichen gewandt sollen seyn dicht, ohne webbruch, und ohne k…

webebrust

DWB

webe·brust

webebrust , f. , vgl. webe , f. 1: ( du ) solt also heiligen die webebrust und die hebeschulder, die gewebet und gehebet sind von dem wider …

webedistel

DWB

webe·distel

webedistel , f. die eselsdistel, weisze bergdistel, weisze wegedistel, onopordon acanthium L., deren stengel mit einer weiszen wolle überzog…

webedraht

DWB

webe·draht

webedraht , m. aufzug des gewebes: ich webe uns allen zu heile. Maria ist der webedrat, der durch mine vingere gat. Brun von Schonebeck 2743…

webedrāt

KöblerMhd

webe·drāt

webedrāt , st. M. nhd. Webedraht, Webefaden, Webfaden Q.: Brun (1275-1276) E.: s. weben, drāt W.: nhd. Webedraht, M., Webedraht, Aufzug des …

webefach

DWB

webe·fach

webefach , n. öffnung zwischen den fäden der kette um den schusz hindurchzuführen Heiden handwb. der textilkunde 616 (webfach): hebt oder se…

webefaser

DWB

webe·faser

webefaser , f. zum weben geeignete pflanzenfaser: die rafia (sagus raphia), welche ... in ihren feinen fiederblättchen eine vortreffliche we…

webefehler

DWB

webe·fehler

webefehler , m. fehler beim weben v . Hoyer u. Kreuter 5 1, 838 a (webfehler); sie ha'm wol 'n kleenen webefehler sagt man in Berlin für ' s…

webefell

DWB

webe·fell

webefell , n. ein stück leder, das der weber über den leib bindet Tobler 440 a (webfell). —

webefertig

DWB

webe·fertig

webefertig , adj. von der wolle Doren Florentiner wolltuchindustrie 362 . —

webefink

DWB

webe·fink

webefink , m. dasselbe wie weberfink ( s. d. ) handwb. d. zoologie 6, 438. Brehm 5, 326 . —

webegarbe

DWB

webe·garbe

webegarbe , f. zum opfer dargebrachte garbe, s. webe , f. 1: vom andern tage des sabbaths, da ir die wevegarben brachtet 3. Mos. 23, 15 . —

webegarn

DWB

webe·garn

webegarn , n. 1) auf den webstuhl gespanntes garn; auch besonders die kette: wepgarn, stamen, filum in longitudine extensum. voc. inc. teut.…

webegerät

DWB

webe·geraet

webegerät , n. : die weblade und andere webgeräthe Tobler 211 b ; auf dem ... deckbalken ist allerhand altes ... webegeräth untergebracht G.…

webegerüst

DWB

webe·geruest

webegerüst , n. : die webstühle oder vielmehr webgerüste ... bestehen ... aus zwei brettern, auf welchen die längsfäden aufgewunden werden R…

webegesang

DWB

webe·gesang

webegesang , m. : was für handlung in Odins höllenfahrt, im webegesange der Valkyriur ( in der Njalssaga ), im beschwörungsliede der Hervor …

webegeschirr

DWB

webe·geschirr

webegeschirr , n. webegerät, namentlich die schäfte und was zu ihrer bewegung an schnüren und stäben erforderlich ist ( s. webergeschirr): i…

webegestell

DWB

webe·gestell

webegestell , n. der webstuhl: webgestelle Rondeau ; singend mit lieblicher stimme umschritt sie in ihrem gemache fleiszig das webegestell u…

webegewerk

DWB

webe·gewerk

webegewerk , n. : lanificium, das ist spinn- und webgewerck P. Kentz güldener handwercks boden (1629) 225 . —

webegewicht

DWB

webe·gewicht

webegewicht , n. gewicht aus thon zum straffen der aufgezogenen fäden. zeitschr. d. ver. f. volkskunde 5, 146. —

webegezäu

DWB

webegezäu , n. webstuhl, vgl. webergezäu: Diefenbach gl. 582 b texile, textorium, webe-, web-, weff-gezauwe, -gezaue; ( sie vermachen ) eyne…

webegezeug

DWB

webe·gezeug

webegezeug , n. webstuhl, vgl. webergezeug : Diefenbach gl. 582 b texile, textorium, nov. gl. 364 a textrinus, webe- webgezeug, -gezug, -gez…

webe als Zweitglied (11 von 11)

Schwebe

RDWB1

Schwebe f alles ist in der ~ idiom. - ещё ничего не решено, ещё нет никакой ясности, всё в подвешенном состоянии идиом.

gewebe

DWB

gewebe , n. , verbalsubstantiv zu weben ( s. d. ). im bedeutungsumfang unseres wortes sind heute zwei verschiedenartige richtungen vereinigt…

graswebe

DWB

gras·webe

graswebe , f. , eine benennung des altweibersommers, der sommerfäden; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781 ; 155 (1832) 498; Nemnich dt.…

schwebe

DWB

sch·webe

schwebe , f. zustand des schwebens, mhd. swebe Lexer hwb. 2, 1346 , vgl. Weigand 2, 662 f., meist in gewissen formelhaften verbindungen, wie…

spinnengewebe

DWB

spinnen·gewebe

spinnengewebe , spinngewebe , n. das netzartige gewebe der spinne, s. auch unten spinnewebe. ein spinnengeweb, vesca Corvinus 59 b . 1 1) in…

spinnewebe

DWB

spinne·webe

spinnewebe , spinnwebe , f. n. , dasselbe wie oben spinnengewebe, spinngewebe, und älter als diese bildungen; das geschlecht ist ursprünglic…

Spinnwebe

Pfeifer_etym

spinn·webe

spinnen Vb. ‘aus Fasern (mit Hilfe des Spinnrads oder einer Maschine) Fäden drehen’. Das gemeingerm., ein präsensbildendes n enthaltende Ver…

tuochwebe

KöblerMhd

tuoch·webe

tuochwebe , sw. M. nhd. „Tuchgewebe“ Q.: Ot (1301-1319) (FB tuochwebe) E.: s. tuoch, webe W.: nhd. DW- L.: FB 356b (tuochwebe)

windwebe

DWB

wind·webe

windwebe , f. , zu webe, f. 2, teil 13, 2615 f.: vis nivis a vento collecta Steinbach dt. wb. (1734) 2, 950 ; der sand sammlet sich auf dem …

zellengewebe

DWB

zellen·gewebe

-gewebe , n. , s. zellgewebe . — -gewölbe, n.: das z. ist eine ausgestaltung des kreuzgewölbes, dadurch bewirkt, dasz die schichten der kapp…

â|webe

MWB

â|webe swSubst. ‘Zettelende, Längsende eines gewebten Stoffes’ und swer och ungelich aweben machot, die sol man im abschniden, da mit wirt d…

Ableitungen von webe (1 von 1)

gewebe

DWB

gewebe , n. , verbalsubstantiv zu weben ( s. d. ). im bedeutungsumfang unseres wortes sind heute zwei verschiedenartige richtungen vereinigt…