webe,
n. f. gewebe, ein stück leinwand. die fortsetzung des mhd. weppe,
ahd. weppi,
n. II.
herkunft und form. I@11)
ahd. weppi
geht auf *wabja-
zurück und stimmt in der bildung überein mit den gleichbedeutenden asächs. webbi (
nom. sg. vielleicht als web
anzusetzen)
in goduwebbi,
mnd. webbe Schiller-Lübben 5, 619,
ndl. webbe, web,
fries. web,
ags. (
in zusammensetzungen) web,
engl. web;
anord. vefr Fritzner 3, 887,
schwed. väf,
dän. væv,
ist ebenfalls ja-
stamm, aber masc. den gleichen grundvocal zeigt ahd. wabo, waba,
das aber als '
gewebe'
nicht mehr nachzuweisen ist. dagegen ist von ursprünglichem e
auszugehen bei mhd. wepfe, wepf (
noch im 16.
jahrh. in schwäb. und bair. quellen) '
zettelgarn, einschlag, gewebe',
die wahrscheinlich mit n-
suffix gebildet sind, ferner wefel '
einschlag'
und wift '
gewebe'
; mit ja-
suffix ist das vereinzelt im mhd. belegte (K. v. Würzburg
troj. kr. 33483. H. v. Trimberg
Renner 4796
var.) wippe
gebildet (
jetzt in Bayreuth wib,
n. '
webstuhl'
Bayerns mundarten 2, 168).
ferner sind auch bildungen mit dunklem vocal vorhanden (
wie gr. ὑφαίνω '
webe',
anord. ofinn '
gewebt',
nschwed. dial. öv,
n. m. '
einschlag im gewebe' Lidén
indogerm. forsch. 19, 338,
diese mit auflösung des anl. w,
das im deutschen wieder hergestellt ist, vgl. engl. woof,
mengl. noch ōf, ōwef):
ahd. wuppi
bei Notker
ps. 89, 10, wüppe
mhd. Lexer 3, 925
und bei Stieler (
als f.), gewüppe
bei Dasypodius 240
d (
neben gewöppe), wupp,
n. in der Züricher bibel und bei Maaler 508
c, wubb
bei Dentzler 357
und Kirsch 1, 1181
b (wub 1, 1191
b), wup
bei Frisch 2, 426
b;
auch mit o: woppo
glosse bei Graff 1, 648,
lodix, woppe Steinmeyer-Sievers
gl. 3, 279, 46, wopp
voc. ex quo 1440 (Diefenbach
gl. 575
b u. tela)
und voc. ex quo 1476 (
rheinisch, nov. gl. 347
a u. stamen),
mnd. wobbe Lübben
handwb. 590
b,
holst. wöbbe Schütze 4, 369 (wöppe
städtechr. 8, 387, 26
wol aus weppe);
auch afries. wob (
in godwob),
wfries. wob
neben web Dijkstra 3, 470. Boekenoogen 1194.
vgl. auch spinnwupp, -wüpp
th. 10, i, 2539. I@22)
im ahd. steht neben weppi,
später weppe,
auch webbi Steinmeyer-Sievers
gl. 3, 261, 38, webbe 3, 376, 2,
im mhd. erscheint webbe
in md. quellen, so im Renner 4796. 22515
u. ö. hier kommt 16335
aber auch schon webe
vor, ebenso in der Wenzelbibel Jelinek 928,
bei Diefenbach
gl. 550
b stamen, 575
b tela, 582
b textrina steht webe, web, weeb
neben weppe, wepp, wep, webbe
u. s. w. die aus dem md. hervorgegangene form web
kann als alter nom. sg. erklärt werden (
wie nhd. beet
neben bette, rieb
bei Luther
neben rippe),
doch hat sich vielleicht auch eine andre bildung eingemischt, vgl. ahd. kaweb, kewebe Graff 1, 646,
mnd. weve,
n. Schiller-Lübben 5, 702,
besonders sollte das subst. dem verbum angenähert werden. im 16.
jahrh. steht noch wepp
neben web (
selten webe,
z. b. Golius 212),
ersteres häufig bei S. Franck (
s. u.), Schaidenreiszer
u. a. Oberdeutschen, bei Wickram
neben web,
und am anfang des 17.
jahrh. bei Grassaeus
d. kleine baur 124
und in den öst. weisth. 2, 28, 41 (
neuere dialekte s. u.).
die gewöhnliche form z. b. bei H. Sachs, Fischart,
auch in Alberus
dict. 9
a verzeichnet, ist web.
im 17.
jahrh. haben Eyering
prov. copia 2, 318
und Spee
trutzn. 159
noch so, die gewöhnliche form wird jetzt webe,
auch bei Ludwig, Kramer (1719), Steinbach
verzeichnet (
die andren wörterbücher vor Adelung
haben das wort nicht).
damit ist häufig übergang zum fem. (
mischung mit einer abstracten bildung? vgl. webe,
f.)
verbunden, der schon im 16.
jahrh. vereinzelt vorkommt (die webbe S. Franck
lob der torheit 105, 3
Götzinger): meine täge seind behänder hingangen, dan die wäb (daʒ weebe Mentel) abgschnitten würdt vom wäber Ecks
bibel, Hiob 7, 6;
s. auch u. II 1 Schade
satiren. im 17.
jahrh. das f. bei Dannhawer
catechismusmilch 2, 94; v. Hohberg (
s. II 1);
titivilitium, schleisze die von der webe abfellt
ncl. lat. germ. (
Hamb. 1634) 418. (
aber bei Opitz 3, 307. Lohenstein
Arminius 1, 1128
b das n.).
die litteratursprache des 18.
jahrh. hat sich durchaus für das fem. entschieden, dagegen lebt das n. weiter in der handwerkssprache, namentlich als '
stück leinwand'.
so schlesisch (
wie bei Stoppe
und noch G. Hauptmann) Berndt 159,
aber auch bair. Schmeller 2, 830 (webb), Tschinkel 256 (weppe '
webstuhl')
und nd. Schütze 4, 369 (wöbbe), Woeste 318 (webbe).
auch Campe
bevorzugt das n. vor dem f., das sonst die neueren wörterbücher seit Adelung
haben. der pl. wird nhd. als weben
gebildet, so bei Wickram 7, 184, 741. Harsdörffer
gesprechspiele 4, 254. D. v. Czepko,
Wagners archiv 1, 207. Novalis 1, 254
Minor. Arndt
werke 6, 36. Rosegger I, 10, 178. IIII.
bedeutung und gebrauch. während das wort in der litteratur des 16.
jahrh. (
als wepp
oder web)
häufig ist, tritt es dann hinter gewebe (
s. th. 4, i, 5378
ff.)
zurück und verbleibt, abgesehen von der bedeutung '
spinnwebe',
hauptsächlich nur der handwerkssprache, aus der es aber durch einzelne (
z. th. zugleich unter einflusz des engl. web)
auch in die litteratursprache eingeführt wird. der übertragene gebrauch des wortes ist nur wenig entwickelt. II@11) webe
vom gewebe der spinne erscheint meist nur in wendungen, wo eine auflösung des compositums die grundlage bildet: diu spinne ir webe nâch gewinne rihtet biʒ si verdirbet dâr inne. H. v. Trimberg
Renner 16335
Ehrismann; eynr yeden wuchszen flügel baldt ... gantz dünn gleich wie das web der spinnen. Wickram 7, 185 (
Met. 4, 759)
Bolte; umbzeuch das gantz hausz uberal ... mit meiner (
der spinne) jungen web und netzen. H. Sachs 5, 75, 31
Keller; gleich wie die spin ir web allzeit aus ir selbst wirckt und zubereit. Eyering
prov. copia 2, 318; was der poeten volck und sonst gelehrten sinnen in ihre fauste kömpt, da wircken keine spinnen ein webe drüber her: ihr grünes lorbeerlaub kehrt alles sauber ab. Opitz 3, 307; weben, wie die spinnen führn, nester wie die wespen schnürn, räder nach der art der pfauen ... tragen schlechte bürgerfrauen. D. v. Czepko,
Wagners archiv 1, 207; und in der schilde eisengewundnen heften stehn der braunen spinnen weben. Arndt
werke 6, 36; was hastu zuoluogen wie dye spinn ir wep macht Keisersberg
bilg. 8
c; (
das bett) welliches vil jar die spinnen mit iren weppen übertzogen haben Schaidenreiszer
Odyssea 67
a; die spinne macht das web ausz der überflüssigen feuchtigkeit ihres leibs Heyden
Plinius 490 (2, 23); die spinne, so gern mit irem web den luft mit ainander wolt verbawen Fischart
trostb. 61, 36
Hauffen; drum gott hatte lassen die spinnen ihr webe fürziehen (
vor die höhle) Herberger
trawrbinden (1614) 3, 301.
auch hier setzt sich das fem. fest, obgleich beim compositum das neutr. üblich bleibt: ich gleich das weltliche recht einr webe der spin: grosze humeln reiszen durch, mucken bleiben drin. Schade
satiren 1, 161, 254; dort die geschmitzte spinn in ihrer weben hangt. v. Hohberg
die unvergnügte Proserpina (1661) 66
a; mit so duftiger web' umspannt die balken Arachne. Voss
Ovid 1, 217; nicht geknüpft an mächt'ge helfer, sondern spinnen gleich, aus seiner selbstgeschaffnen webe, zeigt er, wie kraft eignen verdienst's den weg ihm bahnt. (
out of his self-drawing web.)
Shakespeare, Heinrich VIII. 1, 1.
zuweilen auch von den gespinsten andrer insekten: der seidenwurm ... die bombyces ... machen web wie die spynnen H. v. Eppendorff
Plinius 193 (11, 25); sol man fleiszig ablesen die raupeneyer, die gleich als in netzen und weppen verborgen seind Lonicerus
kreuterb. (1593) 24
a; da denn diese weben (
Marienfäden, altweibersommer) vom winde aufgehoben ... würden Zedler 7, 908; diese weben waren also hauptsächlich zu der zeit bemercklich, als die nebel herabfielen, und die lufft zugleich ... klar und warm wurde
Breslauer sammlung von natur- u. medic.-geschichten (1717) 3, 210. II@22) webe
von der gewerblichen thätigkeit. II@2@aa)
zunächst ist es das gewebe, das auf dem webstuhl gefertigt wird. II@2@a@aα) wir sâʒen unde wâben ... schiere runn diu weppe von bluote.
Servatius 2884; zu weben was ir arbeit gricht, sie schosz ir schifflin durch das wep. Wickram 7, 178 (
Met. 4, 541)
Bolte; die webe wächst nur wo der faden wird geschlagen. Rückert
werke 8, 90; die veden eines webis
Wenzelbibel, richter 16, 12 (Mentel: des wefels); das webe das er hat geworcht
Jes. 25, 7 (Mentel: das web, Zainer: den wepffen); yetz sol sy (
die hausfrau) zuo den weppen gon (
ad telam accedere) Österreicher
Columella 2, 275, 19
Löffler; daʒ sie (
Penelope) ieres mannes vor so lang noch warten möchte, als sie das wepp, das sie under handen hette, ... voll uszberaitet Steinhöwel
de claris mul. 138, 18
Drescher; wir fanden sye flyszicklich weben ein wep
Terenz deutsch (1499) 75
a; der weber so er webet, so sicht man nichts von dem wepp das er machet, dann das er vor im hat auff den stülen Keisersberg
spinnerin (1510) e 4
a; zum andern sollen die zeug der wepp, des gemeinen härben und werchen garns, auch loden, anderhalbe ellen prait sein
österr. weisth. 2, 28, 41 (
Kufstein 17.
jahrh.); webe, etwas so auf dem weberstuhl gewebet wird,
a web Ludwig 2399. II@2@a@bβ) ein webe anzetteln, anfangen, wirken, ziehen, abschneiden,
gern bildlich gebraucht: sü wolte in darzuo bringen, daʒ er bi frowen mste sitzen und weben. do enbot er ir widerumb: er wolte ir noch ein solich wöppe zetteln, das sü niemer geweben möhte die wile sü lebete Königshofen
städtechron. 8, 387, 26; ein wepp anzettlen S. Franck
sprichw. 1, 1
b; wee den aigensinnigen, spricht der herr, die auszerhalb mein rathschlagen und ein wepp anzetlen, aber nit ausz meinem gaist
trunkenheit (1531) H
a; fahen ein news unnötigs wepp an, und haben das wepp oder den zettel der not noch nit abgweben, ja mer angericht
weltbuch (1542) 145
a; disz war das gifft (
die worte der schlange an Adam und Eva), da wircket schon die hoffart ir erst gewirck und wepp Wickram 3, 159, 11
Bolte; Narses antwortet ja, er wolt ir ein wepp odder zettel underthuon, den sie nit solt auszwirken weil sie lebet S. Franck
chron. Germ. (1538) 54
a; wann das wepp des lebens itzt schon die Parce haben abgewircket
lob der torheit 57
Götzinger; als er nun ernstlich gedacht ein anders leben an sich zunemen, hat er ... das übel angezöttelt wepp abgeschnitten Alber
Ignatius Loiala (1591) 11; so wird mein würcken und ihr schlüszen ein webe zieh'n mit händ und füszen. v. Lohenstein
Arminius 1, 1128
b. II@2@a@gγ)
es kann das wort auch auf die einzelnen theile des gewebes bezogen werden, so steht es in den frühnhd. glossaren nicht nur für '
tela' Diefenbach
gl. 575
b.
nov. gl. 368
a,
sondern auch für '
licium'
gl. 328
b.
nov. gl. 234
a,
die flügel, durch die der aufzug gezogen wird, das gereis,
für '
stamen'
gl. 550
b.
nov. gl. 347
a,
den aufzug oder die werfte,
auch für '
substamen',
einschlag gl. 561
c.
in Gottschee ist jetzt weppə
der webstuhl selbst Tschinkel 256,
ebenso wib
in Bayreuth, Bayerns mundarten 2, 168. II@2@bb)
daneben stellt sich auch abstracte auffassung ein, namentlich nachdem das wort sich als fem. festgesetzt hat: wie mag dein schönheits-garn denn sonder webe seyn? v. Lohenstein
Arminius 1, 1128
b; schnell durch spul' und haspel eilt, schön geknäult, drauf dein garn zur webe. Voss 4, 140; das leintuch ... war weisz, aber von grober webe Rosegger
das buch von den kleinen 25.
nach der webart unterschiedene sorte: worauff er (
der zwirn) dann nach seiner qualität in gewisse strennen, weben und numeren sortirt ... wird Marperger
beschreibung des hanffs u. flachs (1710) 46. II@2@cc)
ferner kann webe
seit dem mhd. ein fertiges stück leinwand oder wollengewebe bezeichnen: di reine frouwe ouch hatte ein weppe lanc zu fromen wîʒ: her ane si legte iren flîʒ, wi si daʒ gesnide unde da becleite mide waʒ armer lude sturben.
heil. Elisabeth 3813; dasz er einen groben unebenen faden hat mit durchschleichen lassen, wie man zuweilen in einem ausgeschossenen stücke leinwand die ganze webe hindurch laufen sieht Bode
Tristram Schandi 6, 139.
nfries. (
in Sylt) web Möller 294 (
davon ein adj. weben), (
in Föhr und Amrum) wäb,
n. '
ein dicker, rauher, eigengemachter wollstoff' Schmidt-Petersen 156
a.
besonders ist webe (
wie engl. web)
ein stück leinwand von einer bestimmten, im handel üblichen länge; für Schlesien gibt Marperger
a. a. o. 79
eine länge von 40—50
ellen an, Jacobsson 4, 616
b 42—72
ellen, Loritza 141
für Österreich 50—55
ellen, Heiden
handwb. d. textilkunde 615
für Hamburg 72
ellen: 2 wewe (
stücke leinwand)
Waldecker chronik 356 (1546); ich hab es ja vom weber selbst gehört ... diesz webe hier ist vierzig thaler werth. Stoppe
Parnasz 146; früh um drei uhr wird die leinwand auf den bleichplatz gelegt: schock an schock, stück an stück, webe an webe J. Zöllner
briefe über Schlesien 2, 1793, 138; ja er prüfte sogar die weben, die allwöchentlich seine arbeiter ihm ablieferten E. Willkomm
die familie Ammer 553; meine gnädige ... wird ihr zur entschädigung eine webe schwäbischer leinwand ... zutheilen Schilling 21, 161; sie hielt eine webe leinwand an das licht, prüfte die fäden und masz an einem stab die länge Freytag
ahnen 1, 424; der weber legt das webe auf die wage G. Hauptmann
die weber 6 (1.
akt); da sie am tage vorher ihre webe zum kaufmann gebracht hatten, so war ein wenig gebrannter roggen und brot im hause
Emanuel Quint 20. II@2@dd)
auch aus gewebtem stoff hergestellte gewänder; im ahd. steht es so in verbindungen für kostbare stoffe und daraus gefertigte kleider: rôtiʒ weppe '
coccinus', vêhiʒ weppe '
byssus' Graff 1, 646,
namentlich das gemeingerm. gotaweppi '
sericum, purpura, byssus'.
wenn in der neueren sprache webe
für ein gewand steht, wird meist auf die entstehung bezug genommen: die grosze arbeit, die Christus uns zu gut übernommen und die fürtreffliche köstliche web, das edele königliche kleid, so er uns ersponnen Dannhawer
catechismusmilch 2, 94; als diese zarte webe (
das leine hemd) von den nackten und gläntzend weiszen gliedern fliegend fiel. Pyra
u. Lange 159 (32, 39)
neudr.; und wir fanden sie selbst ihr schönes geweb' auftrennend. so vollendete sie, zwar ungern, aber genöthigt. als sie den mantel nun zeigt', und die stattliche webe gewaschen uns mit dem glanze der sonn' anschimmerte, oder des mondes ... Voss
Odyssee5 24, 147.
rheinisch und ndl. findet es sich für '
band, gürtel': eynen kyddel mit golde beslan sij anhatte und gegurtet mit eime grunen syden weppe.
pilgerfahrt des träumenden mönchs 105
Bömer; der sack (
die pilgertasche) von grner syden was und an ein grn weppe gehangen waʒ. 3261; webbe,
fland. fascia, taenia et cingulum, cinctus, cingulum textum Kilian 654
b.
jetzt vläm. ein von nonnen in Brügge getragener gürtel De Bo
2 1185.
im folgenden auf metallene beschläge des gürtels übertragen: hat min hausfrau ir rink und ortiser von irem weiszen durchzogen draitzgurdel verkauft und das wep versmelzn laiszen, wilches nit dan 2½ loit silbers geben hat
buch Weinsberg 2, 184
Höhlbaum. II@33)
übertragene bedeutungen. II@3@aa)
auszer für gespinste der insekten (1)
kommt webe
zuweilen auch für '
wabe'
vor: sie (
die wespen) bereiten auch in solcher ihrer wohnung sonderliche weben (
mella) Ryff
thierbuch Alberti magni (1545) C c 5
b; musz er (
der bienenhalter) haben ein zeidelmesser, ... krumm gemacht wie ein winckelhacken, dasz man desto besser zwischen die weben könne kommen Becher
hausvater (1714) 159; honigweben 163. Jacobsson 3, 284. II@3@bb)
früher auch für das netz der adern (
wofür später gewebe 2
b ε): und am ersten achtest ze kommen zuo dem mesenterius, der nit anders ist dann ein web der aderen meseraicarum, die unzälich verwurtzelt seind von der portaderen der leber zuo den därmen Gersdorff
wundartzney (1517) 9
b; (
die ader) spreyt sich ausz durch das netzlin oder wep der saugenden äderlin Ryff
anatomi (1541) J 4
b. II@3@cc)
wie gewebe (2
b δ)
zuweilen für die atmosphäre: ach lobe gott du reiner lufft, du web gar zart gesponnen! Spee
trutznacht. 159. II@3@dd)
dem häufigen gebrauch von gewebe
für abstractes (2
c)
stehen nur seltene fälle gegenüber, wo webe
anwendung findet, wobei meistens der boden der bildlichkeit nicht verlassen wird: wenn die natur das gewebe der zärtlichen empfindungen so gewebt hat, dasz einige fäden von liebe und verlangen mit durch das stück laufen, musz denn die ganze webe deswegen zerrissen werden, um sie heraus zu ziehen? Bode
Yoricks empf. reise 2, 83; dasz (
nach Darwins lehre) aus einem lebensfädchen sich der ganze weltknäuel aufzwirnt zur webe der schöpfung J. Paul
museum 83; mithin wird die ausländerei, die unsern kronmantel mit einigen flitterpünktchen stickt, doch die inländische webe aus ältestem und neuestem (
wort-)reichthum nicht erdrücken und bedecken
vorsch. d. ästhet. 2, 200; nehmt die webe gottes ... seht nach — ob der faden gleich — ungleich — dünn — stark oder schwach, das ganze breit oder schmal ist Iffland
theatr. werke 6, 254 (
erinnerung 4, 6); die weisen, welche länger den faden ihres zweifels ziehn ... gieb acht, es weht der kleinste wind die webe weg, die sie gewoben! Kl. Schmidt
poet. briefe (1782) 169; streute ewiger lenz dort nicht auf stiller flur buntes leben umher? spann nicht der frieden dort feste weben? Novalis 1, 254
Minor; doch wie die fäden (
im leben) in einander greifen, bricht doch, gedämpft durchs bunte farbengitter hervor der grund der webe, dunkle trauer. Rückert
werke 2, 288. II@44)
sprichwörtliches: an enden kent man die wepp oder nath S. Franck
sprichw. 1, 15
b; armuth ist wol ein böse webe weisz zu bleichen Winckler 2000
gute gedancken C 5
b; unser leben ist eine webe, da der einschlag mühe ist C 9
b; das beste webe wird zu haus gesponnen Wander 4, 1838; der webt ein gutes webe, der ein gutes kind aufzieht 4, 1839.