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wunde

ae. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wunde f.

Bd. 30, Sp. 1771
wunde, f. , (gewaltsame) durchtrennung der körperoberfläche, verletzung, vulnus. nicht nur adjektivabstractum zu wund (s. d.), sondern auch (da dieses in den nordgerm. sprachen fehlt) tiefstufiges nomen actionis auf -tā wie schlacht zu schlagen, vgl. Henzen 2121, zur idg. wz. *en- 'schlagen, verwunden'. ahd. wunta, mhd. wunde, dazu entsprechend as. wunda, ags. wund, engl. wound, nl. wond, an. und adän. und (gegenüber aus dem dt. entlehnten neudän. vunde, s. Falk-Torp norw.-dän. 1399; danebenn. saar, schwed. sr). — in den nd. und md. maa. begegnet teilweise senkung des stammvokals u > o, s. Müller-Schlösser Düsseldorf 269a; Leithäuser Barmen 173a; Leihener Cronenberg 135b; Rovenhagen Aachen 164; Gangler Luxemburg 485; fürs fries. Jensen nordfries. 709; für die ältere zeit vgl. (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 334b s. v. liuor, ebda 203c s. v. epicausterium; Alsfelder passionssp. 5586, 6074, 6674 Grein; [] Stieler stammb. (1691) 1387. häufig ist assimilation nd > nn auf nd., teilweise auch md. gebiet: wunn(e) Doornkaat Koolman ostfries. 3, 580b; Mensing schlesw.-holst. 5, 739; Schmoeckel-Blesken Soest 342; Woeste-Nörrenberg westfäl. 329b; Schambach Göttingen 307b; Damköhler Nordharz 230b; Block Eilsdorf 102a; Mi mecklenb. 109b; Gangler Luxemburg 485; vgl. auch wnne (nd. 15. jh.) Diefenbach gl. 511a s. v. saniare. vereinzelt ist der wandel von nd in den gutturalen nasal η: wong Leithäuser Barmen 173a; Leihener Cronenberg 135b. mundartliche einschränkung erfährt das wort durch blessur (Schmeller-Frommann bayer. 2, 955) und (für die leichte hautwunde) bletz (plets Meisinger Rappenau 235a). bedeutung und gebrauch. bereits in ahd. zeit ist der inhalt des wortes vollkommen ausgebildet; er hat im laufe seiner geschichte kaum eine nennenswerte veränderung erfahren. die ahd. glossen setzen wunta für lat. vulnus, plaga, livor, ulcus: uestigium uulneris spor uuntun ahd. gl. 1, 88, 5 St.-S.; liuor uulneris fr&i dera uuntun (9./10. jh.) 2, 227, 68; mota plaga kahrorto uunta 1, 62, 22; plaga uunta (8. jh.) 3, 5, 25; roscidis liuoribus nazen vunton (11. jh.) 2, 452, 51 und nazen uuntun (11. jh.) 2, 395, 1, beide zu Prudentius perist. 10, 705: quem (sanguinem) plaga flerat roscidis livoribus. weitere belege s. u. an entsprechender stelle. 11) die frische, offene (meist im kampf geschlagene) verletzung: occidi illum in uulnus meum arsluac ih inan in uuntuun mina edo in tolg minaz (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 316, 19 (zu genesis 4, 23: occidi virum in vulnus meum et adulescentulum in livorem meum; erste dt. bibel: in miner wunten; Luther: mir zur wunden); ulcus suo sponte nascitur tolc. uulnus ferro fit et dicitur uunta (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 295, 9 (vgl. dazu: vulnificus uuntuntuontaz [11. jh., zu Vergil, Aen. 8, 446: vulnificus chalyps] ahd. gl. 2, 663, 23); cassa uulnere perlata est in parietem (1. Sam. 19, 10: lancea, casso vulnere perlata est in parietem) italer in uuntun prungan uuard in uuant (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 411, 26; zur gleichen bibelstelle: casso uulnere farmisseru uuntun (8./9. jh.) 1, 276, 33; sum man steig nidar fon Hierusalem in Hiericho inti anagifiel in thioba, thie giuuesso biroubotun inan, inti vvuntun anagitanen giengun samiquekemo furlâzanemo (Lc. 10, 13: et plagis inpositis abierunt semivivo relicto) Tatian 128, 7 Sievers (do sy im hetten aufgelegt die wunden erste dt. bibel; schlugen jn Luther); anzebetten daz erst tier, des wund des todes do waz geheilet erste dt. bibel (offenb. 13, 12: plaga mortis; tödlich wunde war Luther); auge umb auge, zan umb zan, ... wund umb wunde 2. Mos. 21, 25 (vulnus pro vulnere; wunden vmb wunden erste dt. bibel); ter heilego Tumbo uersegene tivsa uunda Straszb. blutsegen (ad stringendum sanguinem), in: kl. ahd. sprachdenkm. 375, 8 Steinmeyer; noh taz plûot, taz fone fîentlichên uuundôn châme, daz neblûotegôta dia erda (neque fusus cruor acerbis odiis tinxerat horrida arua) Notker 1, 97 P.; vil ir von wunden liten nôt kreuzf. Ludwigs d. Frommen 5652 Naumann; im was manig starck wunde in synen lip geslagen Lancelot 1, 330 Kluge; reiszet er (der falke) ... dem vogel ain wunden mit den clawen Mynsinger v. d. falken 4 lit. ver.; aber nach seinem abschied empfande der junckher erst der wunden, so jhm des Galpans diener mit der helleparten geschlagen ... dann er blutet so hefftig Amadis 1, 79 lit. ver.; rot röslein wolt ich brechen zum hübschen krentzelein: mich dörner thaten stechen hart in die finger mein. noch wolt' ich nit lan ab. ich gunt mich weiter stecken in stauden vnd in hecken: darin mirs wunden gab P. Melissus bei Zinkgref auserles. ged. 7 ndr.; [] da er den pfeil in der wunde sieht, zieht er ihn aus Herder 3, 20 S.; sie fliehn! ... ... und ihre rücken kerbt das schwert mit feiger wunden schmach J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 4, 37; ich bin ganz erschöpft, und meine wunden fordern hülfe Schiller 13, 9 G.; es wogt der kampf, es brüllt der tod, die wunden klaffen blutigroth! Körner w. 1, 113 Hempel. 1@aa) bes. in geläufigen verbalen verbindungen; einem eine wunde stechen, stossen, hauen, schlagen, werffen, schneiden Kramer t.-ital. 2 (1702) 1399b; jemanden eine wunde schlagen, hauen, stechen Adelung 5 (1786) 300; seit mhd. zeit überwiegend eine wunde schlagen: dô sluoc er in kurzen stunden im vil manege wunden Hartmann v. Aue Iwein 6776 Benecke; schlugen sie da einander viel schrammen vnd wunden Voigtländer oden u. lieder (1642) 37. seltener mit anderen verben: der wunderlîh Alexander der machete in den stunden freislîche wunden Lamprecht Straszb. Alexander 1298 Kinzel; so sal man deme manne, de de wunden gedan hevet, de hant afhowen Nowgoroder schra 78 Schlüter; daz swert ... ... eine grôze wunden stach Hartmann v. Aue Iwein 3948 Benecke; einer eim ein wunden hawet Keisersberg brösamlin (1517) 2, 42b; eine wunde versetzen Stephanie s. singsp. (1792) 261. entsprechend eine wunde empfangen (empfahen Frisius dict. [1556] 17b s. v. accipio), bekommen (Kramer t.-ital. 2 [1702] 1399b): hat er doch ... kain wunden nie entpfangen Schaidenreisser Odyssea (1537) 49b; in der bataille bei Hastinbek (!) empfieng er eine tödliche wunde Schiller 4, 212 G.; diese zween helden ... bekamen ... viel wunden A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 31. 1@bb) flieszende (blutige) wunde als terminus früher rechtssprache (gegensatz trockene wunde nicht blutende verletzung): ob die nachtpauren mit einander zu stösz wurden oder schluegen ompog wunden oder fliessent wunden (1555) österr. weist. 2, 57 (vgl. auch ebda 2, 116; 3, 288); flieszende wunden haben die gerichtsherrn mit einbracht weist. 6, 42 Grimm; s. auch Höfler krankheitsnamenb. (1899) 818a; wann ainer in ainem rumor fröffentlich schlueg pluetige wunden, sol derselb gestrafft werden (17. jh.) österr. weist. 1, 114. 1@cc) als ('ehrenvolles') kriegs- und kampfzeichen; auch die vernarbte wunde, 'das wundmal, die narbe' (vgl. Sanders wb. dt. synon. [1781] 735): sî nam an im war einer der wunden Hartmann v. Aue Iwein 3379 Benecke; sin antlicz was masig von starcken wunden Lancelot 1, 43 Kluge; das blut, das ihr umsonst für thron und cron gewagt, die wunden, die ihr schier auf allen gliedern tragt Gryphius trauersp. 19 lit. ver.; (zu den in das totenreich einziehenden) das sind Sparter, sprach er, sie tragen die blutenden wunden keiner im rücken, all in der beherzten brust Herder 26, 42 S.; er blieb in der schlacht bei Zorndorf, nachdem er vorher schon zwölf wunden im dienste seines groszen königs erhielt Schubart leben 1 (1791) 16; der eine sprach: wie weh wird mir, wie brennt meine alte wunde! H. Heine s. w. 1, 39 Elster; [] die junge mannschaft ... ward von müttern ... und geliebten ... begrüszt, die ihnen ... im falle rühmlicher wunden verpflegung boten Dahlmann gesch. d. frz. revolution (1845) 156. in allgemeiner verwendung 'die narbe': (ein mädchen) hatte über das linke, dünne, durch einen unfall entstellte auge ein haarbüschel gezogen, sehr in eile, denn wie ein fähnchen bezeichnete dieses haarbüschel die wunde, anstatt sie zu verdecken A. Seghers d. siebte kreuz (1950) 16. 1@dd) gelegentlich verknüpft poetische sprache pluralisches wunden mit begriffen aus dem bereiche kriegerischen geschehens (blut, schweisz, schwert, tod) zu einer metaphorischen gruppe für 'kampf, krieg' u. dgl.: ist denn der scepter nur um blut und wunden feil? Gryphius trauersp. 527 lit. ver.; wenn ihr durch wund und schweisz erworben erbtheil ihn alsz bruder lachet an (1673) Lohenstein Ibrahim sultan 537 lit. ver.; kurtz, wo nur was zu thun, legt unter schwerdt und wunden, er immer in dem streit die schwersten proben ab Besser schr. (1732) 1, 208; wunden und tod ist unser gelag, mit speer und schwert thun wir männern bescheid maler Müller w. (1811) 1, 359. 22) die wunde als (medizinisch zu behandelnder) körperschaden, d. i. eine verletzung im krankheitsstadium bzw. heilungsprozesz, daher auch allgemeiner das geschwür, die (eiter-, pest-)beule, brandwunde u. dgl.: ulcus uunta (9. jh.) ahd. gl. 1, 354, 7 und xxntb (= uunta) (11. jh.) 349, 40, beide stellen zu 3. Mos. 13, 18: caro autem cutis, in qua ulcus natum est (das geschwer erste dt. bibel; eine drüs Luther; vom fheürbrand wund wirt Zürcher bibel); nîeht negeskihet ardingun eteuuannân geskihet iz îo also tôd tûot fone suhte alde fone vuundûn Notker 1, 281 P.; man liset daz die wunden aller wirst tuont an dem dritten tag St. Georgener pred. 112, 10 Rieder; wenn er (der magnetstein) gepulvert ist, sô hilft er den gepranten wunden Konrad v. Megenberg buch d. natur 452 Pf.; menschenmist heilet wunden und schwarze blattern (1531) Luther tischr. 1, 78 W.; andere seind jAemmerlich verwund, gestochen, gehawen, geschossen, gequetschet, halber todt, halber lebendig, man musz jhnen in die wunden mit allerhand instrumenten hineinfahren, die kuglen ausznehmen, mit scharpffer matery reinigen, das faule auszschneiden Spee güld. tugendb. (1649) 473; die krankheitsstoffe brachen sich durch offene wunden nach auszen bahn Holtei vierzig jahre (1843) 1, 154; (er) versuchte mit irgend einer metallischen klinge die schwarze pflastermasse aus der handgroszen wunde durch schaben zu entfernen Bismarck ged. u. erinn. 1, 260 volksausg. in vorlutherischen bibelübersetzungen zur wiedergabe von kirchenlat. plaga: wan er gesund da manig also, daz si gachten an in, daz si in rurten, wan di da heten die wunden cod. Teplensis 48 (Mc. 3, 10: habebant plagas; Luther: alle die geplagt waren); wann der herre quelt Pharan (Pharao) mit michelen wunden erste dt. bibel (1. Mos. 12, 17: plagis maximis; Luther: mit groszen plagen). mit häufigen beiwörtlichen bestimmungen: tödliche, offene, frische wunde, s. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1399. vgl. auch: von pflastern ohne wunden (schönheitspflaster) Rachel satyr. ged. 67 ndr. metaphorisch (obszön): doch geschicht es alles durch die wunden die sie hat zwischen den peinen unden kl. mhd. erz. II 328, 9 Euling; als ein witwe war wol betagt, dennocht ward sie gar sehr geplagt von einem kützel weit dort vnden; wolt han ein fleischbeyl zu der wunden Burkard Waldis Esopus 1, 297 Kurz. ebenfalls in bildlichem vergleich: es ekelt mir für mir, der runzeln schlaffe wunden verstellen meine haut Fleming dt. ged. 1, 103 lit. ver. [] in medizinischer bestimmung 'eine gewaltsame gewebsdurchtrennung der freien oberfläche der haut, von schleimhäuten oder organen' (gr. Brockhaus 20 [1935] 468): ist der darm der länge nach verwundet, so öffnen die wunde die längenfasern und sie wird eiförmig Sömmerring menschl. körper (1839) 5, 72. 2@aa) wunden heilen (Hulsius [1618] 279a; Kramer t.-ital. 2 [1702] 1399b) und in entsprechenden verbalen verbindungen (vgl. eine wunde waschen, reinigen, butzen, auswischen; eine wunde verbinden, s. Kramer a. a. o.): nahenti bant sina vvuntun (Lc. 10, 34: adpropians alligavit vulnera eius) Tatian 128, 9 Sievers; und nêhinde zuo ime her bant zuo sîne wuonden und gôz dar în wîn und olei (1343) Matthias v. Beheims evangelienb. 143 Bechstein; den bevalch er in dô, dazs im sîne wunden salbetn unde bunden Hartmann v. Aue Iwein 5615 Benecke; die jungfrauwe ... salbet im syn wunden mit herlicher salben Lancelot 1, 335 Kluge; der artzt ... ain pflästerlin über sein wunden legt Keisersberg predigen teütsch (1508) 65d; der artzt Machaon vngespart, dem kOenig bald die wunden heilet, ein kOestlichs pflaster jhm mittheilet Spreng Ilias (1610) 39a; mit mitleidsvoller hand verbanden sie die wunden Cronegk schr. (1761) 185; wusch ihm die böse wunde mit hellem wasser Pocci lust. komödienbüchl. (1859) 76; begaben sich einige verwundete krieger zu einer ... heilkundigen frau, um sich von dieser die wunden verbinden zu lassen. sie reinigte die wunden Hoops waldbäume u. kulturpfl. (1905) 643. 2@bb) die wunde im krankhaften, entzündlichen prozesz (vgl. eiternde, stinckende, faule wunde Kramer t.-ital. 2 [1702] 1399c): ferhêiletiû uuunda fûleta unde uuard argera danne si fore uuâre Notker 2, 136 Piper; hette ein mensche ein wunden do im etwas bOeses und fules inne wchse Tauler pred. 140, 3 Vetter; die median ader ... so sye nit recht geschlagen würt, so macht sye vil eyter, überlryechende wunden Gersdorff feldtb. d. wundtartzney (1517) 15a; der safft ... wirt zuo allen faulen wunden ... gebraucht Ryff confectb. u. haussapoteck (1548) 8b; die wunde soll schon schrecklich aussehn und riecht (1839) A. v. Droste-Hülshoff br. 1, 352 Schulte-K. 33) ein besonderer bereich erschlieszt sich dem wort in seiner anwendung auf die (fünf) wunden Christi. bereits in frühchristlicher zeit wurde dem blute Christi eine von sünden befreiende und erlösende wirkung zugesprochen. die zentrale dogmatische bedeutung des kreuzestodes erfährt durch die unmittelbare bekanntschaft der abendländischen christenheit mit den wirkungs- und leidensstätten Christi während der kreuzzüge eine ergänzung in der frommen hinwendung der gläubigen zur passion. seit der mystik eines Bernhard von Clairvaux (gest. 1153) hat die verehrung von Christi wunden einen reichen literarischen niederschlag gefunden (vgl. dazu Eichhorn-Baumgarten in: religion in gesch. u. gegenwart 1 [1909] 1698 f., und Stammler in: dt. philologie im aufrisz 2 [1954] 1320 ff.). 3@aa) die wendung bezeichnet teils die fünf wunden Christi in gestalt der nägelmale und der offenen seite, teils in weiterem sinne (ohne zahlenangabe) auch die verletzungen Christi durch dornenkrone, geiszelhiebe u. dgl.; sie begegnet meist inmitten religiöser bilder, gleichnisse und auslegungen: stigma anamali uuntun (9. jh.) ahd. gl. 4, 229, 15 St.-S.; kaauctem im uunton in Christes fleisge perahtemu arstantan truhtinan stimmu sprichit lutmarreru (ostensa sibi vulnera in Christi carne fulgida) Murbacher hymnen 19, 10, 1 Sievers; sie haftun nan (Christus) mit wunton bi unsen suaren sunton Otfrid II 9, 85 Erdm.-Schr.; [] durh dînen uuillon doleta ih dîe uuunton clauorum et lanceae an demo crûce Williram 63, 6 Seem.; er kumet mit sinen wunden dar (am jüngsten gericht) (13. jh.) v. d. jungesten tage 62 Willoughby; was tet aber her David? entrúwen, er zoch sich us und nam sin schlingun und fúnf stain, daz ist dú behúgde der fúnf wunden únsers herren, da mit úberwindet der mentsche alle sin vigint. also sprichet sant Bernhart: so der getrúw ritter siht sins herren wunden blten, so wirt er so gehertz daz er siner wunden gar vergisset. ze glicher wis, sprichet er, so geschiht och den mentschen der únsers herren wunden an siht, der wirt so stark in der bekorung daz in nieman úberwinden mag St. Georgener pred. 94 Rieder (vgl. auch 286, 25); ir sullent úch gerne in die winkel und in die einnOete machen und do lideklichen mit gotte úch vereinen und uf den bljenden minneklichen bovm klimmen des wirdigen lebens und des lidens unsers herren Jhesu Christi und in sine klarificierten wunden Tauler pred. 271, 19 Vetter; eyn buchel, das ist gebessert mit etlichen gebethen von den heyligen funff wunden (ca. 1490) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalters 1, 279; darumb sehe wir, das lieb, gerechtikeit, buessz und ander tugent fliessen aus den wunden Christi (1518) Luther 9, 145 W.; (an die seele) hlle dich in Christi wunden, der empfunden was zu leiden dir gebhrt Simon Dach in: Königsb. dichterkreis 76 ndr.; o häupt voll blut und wunden Paul Gerhardt in: ev. kirchenl. 3, 413 Fischer-Tümpel; die hochheiligen, heilwehrten fünf wunden Jesu Christi des gekreutzigten, unsern herren und heylands Kramer t.-ital. 2 (1702) 1399b; was auch helden gethan, was kluge gelehrt, es verachtets wähnender christlicher stolz neben den wunden des herrn Göthe I 1, 452 W.; und bluten, bluten! bluten wirds (ein kruzifix), aus allen wunden wird es bluten Schubart sämmtl. ged. (1825) 2, 34. 3@bb) in unmittelbarer anlehnung an a die wunden der stigmatisation: do erschinen sus zuo den stunden an sînem lîbe die vünf wunden an sînen füezen und an handen, als er gekriuzet wær gestanden Lamprecht v. Regensburg St. Francisken leben 3431 Weinhold; Francisci wunden (1521) Judas Nazarei vom alten u. neuen gott 35 ndr.; die prediger han für gewisz, dasz jr Cathrina von Senis, hab die fnff wunden Christi recht Fischart s. dicht. 1, 136 Kurz. allgemeiner die verletzungen der märtyrer: der glaube ist geweissaget durch die propheten ... und ist bevestiget durch die wunden und pluot vergiessen der hailigen martrer Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) A 5a. 3@cc) in formelhaftem gebrauche; bes. als beschwörungsformel in blut- und wundsegen: unde man dich, herre, diner vûnf wunden, daz du mir helfende sîst Benediktbeurer glauben u. beichte, in: kl. ahd. sprachdenkm. 359, 95 Steinm.; ich besuere dich bi den heiligen funf wnten. heil sis tu wnde Bamberger blutsegen, in: kl. ahd. sprachdenkm. 377, 13 Steinm. vgl. dazu die reiche belegsammlung bei Ebermann blut- und wundsegen in ihrer entwickl. (1903). in vielfach abgewandelter gestalt als beteuerungsformel: Evchen! ich flehe dich! um alle wunden! H. v. Kleist 1, 353 E. Schmidt; sag ihm: ich fleht ihn an bei unsrer liebe, bei Jesu wunden Eichendorff s. w. (1864) 4, 334; und im fluche: wellicher ... schwördt, fluocht, oder sagt ... gots leichnam, marter, wunden ... der yeklicher soll von einem yeden fluoch ... ein pfenning geben d. fürstenth. Wirtemberg newe landsordn. (1536) A 4a; botz wunden theatrum diab. (1569) 520b; [] ey das dich tausent wunden schend (1580) B. Krüger spiel v. d. bäur. richtern 21 Bolte; da hat er gewisz gflucht alle wunden Fischart w. 2, 52 Hauffen; vnd flucht marter, creutz vnd wunnen Ayrer dramen 2442 Keller; etliche fluchten wunden und marter J. Grimm dt. sagen (1891) 2, 148; 3@dd) die religiöse vorstellung von der heilstat Christi, der durch sein leiden die sünden der mit gott zerfallenen menschheit stellvertretend sühnt, eröffnet dem wort in der christlichen literatur einen verbreiteten bildlichen anwendungsbereich, indem den körperlichen wunden Christi die seelischen wunden der menschen im sinne von sünden, bzw. schmerzen, gebrechen, leiden, die letztlich auf die menschliche sündhaftigkeit zurückzuführen sind, gegenübergestellt werden: thu unserero prustio eino spurrento pist thu uuntono luzzentero cuater az standanter lachi (tu uulnerum latentium bonus adsistens medicus) Murbacher hymnen 24, 14, 3 Sievers (vgl. auch 24, 16, 2); ni maht avur thaz gimachon, thara ingegin rachon, wio managfalto wunta hiar thulten thuruh sunta Otfrid V 23, 134 Erdm.-Schr.; (das blut aus dem abendmahlskelch) iz heilit liuto wunta joh managero sunta; iz ist managfaltaz thing, yrlosit thesan woroltring! ebda IV 10, 15; (vgl. noch I 18, 22; II 17, 3; III 1, 16); et delicta mea a te non sunt abscondita vnde mînero membrorum delicta (interlinear: lido undâte) nesint ferborgen fore dir. dir irbaront siê iro uulnera (interlinear: uuunda), uuanda dû iro sanator (interlinear: heîlare) bist Notker 2, 265 P.; daz dritt ist dar umbe got mentsch wart, daz er únser wunden hailti; won wir warent alle sere wund, daz nie mentsch so wol moht getuon daz es ie ze hýmelriche mOehti komen vor sim tode. und mit sinen wunden hailte er únser wunden St. Georgener pred. 162 Rieder; du bist darum in allem dinem leib verwunt worden, dz du die wunden unser sel heiltest Stephan Fridolin dt. pred. 38, 4 Schmidt; zu der tzeytt, wenn gott seynes volcks wunden verwunden und dieselbige seyner vorletzung heylen wirt (1522) Luther 10, 1, 2, 117 W.; ja ist auch öfftermals mit scheützlichen wunden der sünd beschedigt J. Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, 252a; eben der uns schlägt und plagt, wird die wunden unsrer sünden wieder heilen und verbinden Paul Gerhardt in: ev. kirchenl. 3, 383 Fischer-Tümpel; wie ein kranker mensch seine wunden ... zudekt, ... also bedekt der snder die wunden der seelen Butschky Pathmos (1677) 87. 44) gelegentlich (bildlichem gebrauche sich nähernd) für verletzung, beschädigung von pflanzen und leblosen gegenständen, sowie für menschliche eingriffe in die oberfläche des erdreichs: dar nach schnid ab die winreben, die du in beltzen oder impten wilt, und ebnen die plǎg und wunden Österreicher Columella 1, 136 Ö.; schneiden etlich nicht mehr dann ein wunden in den gesatzten zweig M. Herr feldbau (1551) 66a; der acker liget stille und duldet nicht wie vor, dass ihm viel wunden schlug dess bauers frecher arm und ein tyrannisch pflug Logau sinnged. 6 lit. ver.; seine rotte (der geister) hatte in dem berge bald eine weite wunde geöffnet, und rippen von gold hervorgegraben Bodmer slg. crit. poet. schr. (1741) 1, 43; statt gemeinen gummi und harzes, flieszt kampher, flieszt benzoe aus den wunden der bäume J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 334; er fügte auch noch dem braten eine ziemlich bedeutende wunde zu M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 281; schaukelpferde ... hatten sich auf der wunderbaren himmelswiese des weihnachtsmannes wieder glänzend herangefüttert, ihre wunden waren [] geheilt H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 83; einen hügel, in dessen flanken tiefe wunden gerissen sind durch die gelben brüche, aus denen man den lehm für die nahe ziegelei gräbt A. Supper holunderduft (1910) 130. 55) bildliche verwendungen. 5@aa) für inneren schmerz, verletzungen der seele und des gemüts durch äuszere, das seelische empfinden treffende anlässe; seit mhd. zeit geläufig: wir haben ubel gethan: wir haben im zestunden gefrischett seine wunden Heinrich v. Neustadt Apollonius 1733 Singer; Hulderich Theanders heilpflaster auff die melancholische wunden Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 1, N 7b; was fühlt disz hertze nicht vor allzeit frische wunden Gryphius trauersp. 158 lit. ver.; soll ich von deinem tode singen? ... ich öffne meines herzens wunden und fühle nochmals deinen tod Haller ged. (1882) 158 diesz (der schlechte gesundheitszustand Hardenbergs) bekümmert Schlegeln besonders sehr tief und ist eine neue wunde neben der unheilbaren (1801) Caroline br. 2, 22 Waitz; gemeiniglich blieb es also zwischen beiden göttinnen bei blicken, bei ironieen, bei anspielungen: kurz, bei dem ganzen kleinen nadelgefechte, womit sich die damen oft schmerzhaftere wunden zu ritzen pflegen, als die männer sich schlagen Engel schr. (1801) 1, 5; jedes deiner worte risz mir eine wunde hier Klinger neues theater (1790) 1, 4; mir ist so wohl bei ihnen allen, es ist, als könnten die wunden, wodurch mir böse menschen die seele zerrissen haben, wieder durch sie könnten geheilt werden (1807) Beethoven sämtl. br. 1, 203 Kalischer; ich bin ganz wunde, und mich heilen, heiszt mich tödten Hebbel w. 1, 118 Werner; selig, wem wunden schlug der erde lust H. Hart in: mod. dichtercharaktere 195 Arent-C.-H. im sprichwort: nút das man eine wunden heilen welle und zwo dobi slahe uz ungestmekeit Tauler pred. 74, 18 Vetter; kein schAedlicher wunde, als die von freunden gehawen wird Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Ll 4b; besser sind des freundes wunden, dann des feindes kusz S. Franck sprüchw. (1545) 1, 6a; derhalben spricht der weysen mund, das besser sey des freundes wund, denn der kusz des heulenden feindt, der es doch nit mit trewen meint (1558) Hans Sachs 9, 161 lit. ver. für den reichen sprichwörtlichen gebrauch des wortes vgl. Wander sprichw.-lex. 5, 443 ff., der 151 nrr. verzeichnet. in besonderen, häufig gebrauchten verwendungen bei schmerzhafter verletzung des gefühls. liebesschmerz: die wunden sluoc der minnen hant. ez ist der wunde alsô gewant, sî wellent daz sî langer swer dan von swerte ode von sper Hartmann v. Aue Iwein 1547 Benecke; da ist für trûren veile manger hande vogele sanc. ir süezen klanc ich ze mînem teile wil dingen, daz er mîne wunden heile Neidhart lieder 9, 35 H.-W.; an Sylvien, auf ihre augen. ich weis nicht, ob ich euch noch einmal werde sehn, ihr wundervollen augen! dennoch werden meine wunden, die ich stets von euch empfunden, und nicht mehr zu heilen taugen, ewig, ewig offen stehn! Neukirch ged. (1744) d 8a; wann, o wann verblutet sich die wunde? wann vergess ich, o du falsche, dich? Miller ged. (1783) 56; [] noch wund an dieser wunde (einer fehlgegangenen liebe) Emil Strausz d. schleier (1931) 53. schicksalsschläge: ... wohl dem! der seinen wunden, die ihm die schickung schlAegt, dergleichen pflaster kaufft J. C. Günther ged. (1735) 588; wunden, die das schicksal schlägt Göthe IV 30, 36 W. verletzungen der ehre, des ehrgefühls: Doria — fühlen sie die wunde meiner ehre Schiller 3, 53 G.; die wunde nur wäscht wunden der ehre weg Stägemann kriegsgesänge (1813) 12. 5@bb) für schäden jeder art, die für eine wesenheit oder institution bestehen oder ihnen zugefügt werden: denn wenn sie lange den papisten grosse wunden hawen vf der cantzel, wenn sie zu ihnen kommen, so thun sie ihnen alles guts vnd heilen inen ire wunden wider zu (1537) bei Luther tischr. 3, 478 W.; man solte durch eine gesandtschafft zu Rom des vaterlands wunden entdecken Lohenstein Arminius (1689) 1, 22a; (er) hat mit dem finger gerade auf die heimliche wunde des französischen theaters getroffen Lessing 10, 124 L.-M.; Hermann, Siegmars sohn, vertilgte Varus mit drey legionen ... die wunde blutete die zwey jahrhunderte fort Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 250; das ist ihr (der schulreform) letzter sinn, dasz sie die schule dem einflusse der geistlichen entrisz, ... will man diese wirkungen blos pragmatisch nach ihrer nächsten quelle verfolgen, so kann man sagen, dasz sich der geistliche eifer diese wunde ... selbst geschlagen habe Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 309; und doch ist das gerade (die kirchl. spaltung) die gefährlichste wunde unseres gemeinwesens Dahlmann in: briefw. zw. J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus (1885) 2, 343; sofern das mittel des eroberers der krieg und eben dieses eherne werkzeug es ist, das den völkern so blutige wunden schlägt D. Fr. Strausz schr. (1876) 6, 172; alsbald nach der hinrichtung des königs ward offenbar, wie schwere wunden diese that der sache der freiheit geschlagen Treitschke hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 21; die dissidenten wurden eine gefährliche wunde des staates Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 2, 91; französisch-Lothringen mit Metz als pflaster auf Frankreichs wunden: und wir hätten alle frieden gehabt A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 56. vereinzelt 'die schwierigkeiten bereitende stelle' (vgl. der wunde punkt, s. wund 4 d): aber gesetzt, das wäre so: Horaz habe das dunkel empfunden, was B. seine schüler hier so leicht sehen läszt — da sitzt eben die wunde Herder 5, 306 S. 5@cc) in geläufigen verbindungen; öl, balsam u. dgl. auf (in) die wunde(n) geben, d. h. (im anschlusz an a) seelische schmerzen heilen bzw. (im anschlusz an b) schäden mildern, beseitigen: nun wird mein hertz wider gesundt, oehl ist gegossen in die wundt Gilhusius gramm. (1597) 3, 4, 72; nicht blosz den feinden schrecklich seyn; nein, auch den überwundnen rathen, und auf die wunden balsam streun anmuth. gelehrsamk. (1751) 3, 266 Gottsched; es ist so ssz, auch da wo man nicht balsam des trostes in die wunde giessen kann, doch ein brderliches thrAenchen darauf zu weinen Knigge roman m. lebens (1781) 3, 41; in des landes wunde trAeuft er balsam Schubart s. ged. (1825) 2, 281; jedes einzelne land des preuszischen reichs kann hier (aus der geschichte) erfahren, welche grausame leiden, welche wütende unruhen so zerfleischten, ehe die Zollern wohlthätigen balsam in die wunden träufelten und durch sanfte pflege sie heilten Jahn w. (1884) 1, 10. wunden wieder aufreiszen u. ä. wendungen, d. h. überwundenen, vergessenen schmerz bzw. beseitigte schäden (vorsätzlich oder unbedacht) erneuern: darumb ist gepoten ... gegen jnen (den abtrünnigen christen) nit zedisputieren über der kirch beslus. damit vngehorsam lewt nit vrsach haben [] albeg mit heiliger kirch zezancken vnd gehaylt wunden widerumb aufzekrotzen, zuo nachtail gantzer cristenhait Berthold v. Chiemsee teutsche theol. 111 R.; ich weisz nicht, ob ich mich erkühnen darff durch eine ... condolentz die neulichst empfangene wunde (den tod des sohnes) wieder auffzureissen Chr. Weise polit. redner (1679) 209; o du legst glühende kohlen auf meine wunde Klinger w. 1 (1815) 66; dein wille, königinn, macht wunden wieder bluten die keine sprache schildern kann (renovare dolorem) Schiller 6, 346 G. (Aeneis); an einem solchen abend springt der verband von alten wunden auf, die wir in uns tragen Jean Paul w. 1, 267 Hempel; sie berühren die wunde scharf Iffland theatr. w. (1827) 1, 10; warum riszt ihr wunden auf, die so tief und schmerzlich sind Müllner dram. w. (1828) 2, 92; was jetzt kommt, die wiederholung früherer schmerzenstage reiszt alle alten wunden auf, die noch lange nicht vernarbt sind (1890) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 448.
29702 Zeichen · 637 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wundest. F. (ō)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    wunde , st. F. (ō) nhd. Wunde ne. wound (N.) ÜG.: lat. vulnus AB (92, 7) Vw.: s. brein-, brust-, būk-, hâved-, help-, mē…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WUNDE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    WUNDE s. WUNT.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wundeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wunde , F. nhd. Wunde, Verletzung Vw.: s. blā-, blōt-, būk-, dōdes-, dōt-, houwe-, hȫvet-, kamp-, mate-, sādel-, stēke-,…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wunde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Wunde , plur. die -n. 1. Eine Verletzung der äußern Theile des Körpers, besonders, so fern sie in einer Trennung dur…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wunde

    Goethe-Wörterbuch

    Wunde [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wunde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wunde , lat. vulnus , bezeichnet jede durch äußere mechanische Einwirkung entstandene Trennung des Zusammenhangs in den …

  7. modern
    Dialekt
    Wundef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wunde f. : ' Verletzung, Wundmal ', Wund [verbr., Lambert Penns 180], Wond [ WD-Niedkch ], Wunn [ KU-Brück ZW-Battw KB-K…

  8. Sprichwörter
    Wunde

    Wander (Sprichwörter)

    Wunde 1. Alle (alte) Wunnen heilt slecht. – Woeste, 81, 379. 2. Alte wund soll man nicht frischen (aufreissen), damit si…

  9. Spezial
    Wunde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wun|de f. (-,-n) (auch ‹fig› ) (Verletzung) ferida (-des) f. , plaia (-ies) f. ▬ die Wunde brennt la plaia brüjc; la pla…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wunde

1.386 Bildungen · 1.199 Erstglied · 186 Zweitglied · 1 Ableitungen

wunde‑ als Erstglied (30 von 1.199)

Wunde(n)chrūt

Idiotikon

Wunde(n)chrūt Band 3, Spalte 915 Wunde(n)chrūt 3,915

Wunde(n)schau(w)er

Idiotikon

Wunde(n)schau(w)er Band 8, Spalte 1631 Wunde(n)schau(w)er 8,1631

wundeberende

KöblerMhd

wundeberende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. wundentragend Q.: KvWLd (1250-1287) E.: s. wunde, berende* W.: nhd. DW- L.: MWB (wundebernde)

Wundeisen

Adelung

wunde·isen

Das Wundeisen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Werkzeug der Wundärzte, die Tiefe und den Umfang einer Wunde damit zu erforschen, wofür doch…

wundenarste

KöblerMnd

wunden·arste

wundenarste , M. nhd. „Wundenarzt“, Arzt, Chirurg ÜG.: lat. chirurgus?, chirologus? Hw.: s. wuntarste E.: s. wunde, arste W.: vgl. nhd. Wund…

wundenarstedīe

KöblerMnd

wunden·arstedīe

wundenarstedīe , M. nhd. Heilmittel, Arznei ÜG.: lat. chirurgia? Hw.: s. wuntarstedīe E.: s. wunde, arstedīe L.: Lü 598b (wundenarste/wunden…

Wundenbletter

ElsWB

Wunde n bletter n. Pl. Maiblume, Convallaria bifolia, wundheilendes Mittel Hlkr.

Wundenblut

Campe

wunden·blut

○ Das Wundenblut , — es , o. Mz . das aus einer Wunde fließende Blut. »Jetzt schloß das zweimahl getroffene Herz das Wundenblut in sich ein,…

Wundenbusse

Wander

wunden·busse

Wundenbusse Die grössere Wundenbusse thut die kleinere ab. – Graf, 328. Es galt lange Zeit für Recht, dass, wenn einer dem andern mehrere Wu…

wundendrank

KöblerMnd

wunden·drank

wundendrank , M. nhd. „Wundentrank“, innerliche Medizin bei Verwundungen Hw.: s. wuntdrank; vgl. mhd. wundentranc E.: s. wunde, drank W.: vg…

wund(en)eisen

DWB

wunden·eisen

wund(en)eisen , n. , ' damit man den eyter herausz zecht, gammonides ' Dasypodius dict. (1536) 461 d ; die sonde des wundarztes; specium ei…

wund(en)fieber

DWB

wunden·fieber

wund(en)fieber , n. , fieber, hervorgerufen durch einen entzündungsprozesz bei wundinfektion; febris vulneraria ( Frisch t.-lat. [1741] 2, 4…

wundenfrei

DWB

wunden·frei

wundenfrei , adj. , frei von wunden infolge unverwundbarkeit: der Thetis wundenfreier sohn Blum idyllen (1773) 24 ; sein herz, das er sonst …

Wundenfrey

Adelung

wunden·frey

Wundenfrey , adj. et adv. frey von Wunden. Nicht wundenfrey, doch unverkürzt an Jahren, Raml.

wundenhans

DWB

wunden·hans

wundenhans , m. , personalbezeichnung nach dem typ prahlhans; einer, der bei den wunden Christi ( vgl. wunde 3 c) schwört, flucht, bzw. mit …

Wundenheiler

Campe

wunden·heiler

Х Der Wundenheiler , — s, Mz . gl. einer, der, oder etwas, das Wunden heilet; in engerer Bedeutung, ein Wundarzt, wofür Wundheiler in Schatz…

wund(en)höhle

DWB

wunden·hoehle

wund(en)höhle , f. , der durch eine wunde gebildete hohlraum im gewebe: ... arzt der kranken seele ( Christus )! ich bin gesund und krank nu…

Wundenkrūd

WWB

wunden·krud

Wunden-krūd n. [verstr.] 1. „Wundkraut“. — 2.1. Johanniskraut (Hypericum perforatum) ( Kr. Meschede Mes Kr. Meschede@Bracht Br ). — 2.2. Wal…

wundenkrût

LW

wunden-krût, bogula, consolida, cosmea, policaria; vgl. wuntkrût.

wundenkrūt

KöblerMnd

wunden·krūt

wundenkrūt , N. nhd. „Wundenkraut“ ÜG.: lat. bogula?, consolida?, cosmea?, policaria? Hw.: s. wuntkrūt W.: vgl. nhd. Wundkraut, N., Wundkrau…

wunde als Zweitglied (30 von 186)

Fleischwunde

RDWB1

Fleischwunde f задета ткань, поверхностная рана, внутренние органы не задеты (не имеет отношения к "мясу" или "плоти")

aderwunde

DWB

ader·wunde

aderwunde , f. venae sectio: Chloens arm, entblöszt zur aderwunde. Gotter 1, 259 .

Augenwunde

DRW

augen·wunde

Augenwunde ags. eagwund be monnes eagwunde ... gif mon men eage ofáslea 871/99 Liebermann,AgsG. 20

augwunde

DWB

aug·wunde

augwunde , f. vulnus oculi: dieweil es sehr gefährlich ist mit den augwunden. Fel. Würtz s. 111 .

Bisswunde

LDWB2

biss·wunde

Biss|wun|de f. (-,-n) morta (-tes) f. , ferida da na morta f.

biszwunde

DWB

biszwunde , f. vulnus morsu illatum, wunde vom bisz.

blôtwunde

MNWB

blot·wunde

blôtwunde , f. , blutende Wunde, Hautritzung (: vlê[i]schwunde ).

blāwunde

KöblerMnd

blā·wunde

blāwunde , F. nhd. blutunterlaufene Stelle ÜG.: lat. vulnus intercutaneum Hw.: s. blā (2) E.: s. blā (1), wunde L.: MndHwb 1, 291 (blâwunde)…

blōtwunde

KöblerMnd

blōt·wunde

blōtwunde , F. nhd. blutende Wunde, Hautritzung E.: s. blōt (1), wunde L.: MndHwb 1, 302 (blôtwunde)

bogewunde

KöblerMhd

boge·wunde

bogewunde , sw. F. nhd. Wunde Q.: OberBairLdr, StRAugsb (1276), StRMünch, Urk E.: s. boge, wunde W.: nhd. DW- L.: Lexer 24b (bogwunde), MWB …

bogwunde

Lexer

bog·wunde

bog-wunde swf. BMZ s. v. a. bogende, fliessende wunde Münch. str. sleht aber ieman den andern mit kolben oder mit schîtern, daʒ ein bogwunde…

brandwunde

DWB

brand·wunde

brandwunde , f. was brandschade. figürlich, unverdiente brandwunden der ehre. J. P. komet 2, 137.

breinwunde

KöblerAfries

brein·wunde

breinwunde , st. F. (ō) nhd. Gehirnwunde ne. wound (N.) of the brain Q.: S, Jur E.: s. brein*, wunde L.: Hh 12a, Rh 667b

būkwunde

KöblerAfries

būk·wunde

būkwunde , st. F. (ō) nhd. Bauchwunde ne. belly-wound Q.: R, E, H E.: s. būk, wunde L.: Hh 13a, Rh 673a

donnerwunde

DWB

donner·wunde

donnerwunde , f. eher wollt ich dem erzengel verzeihen, der mir die donnerwunde in die stirn schlug Fr. Müller 2, 12 .

dornenwunde

DWB

dornen·wunde

dornenwunde , f. durch einen dorn verursacht. aber holder noch gestaltet dich, o rose, Cypris hand; ihrer zarten dornenwunde dankest du dein…

dornwunde

DWB2

dorn·wunde

dornwunde f. : 1773 Bürger 1,6 W. 1821 in: Tholuck verm. schr. ( 1839 ) 1,115. DWB2 b dasselbe wie für a gilt für eine reihe meist in poetis…

dürkelwunde

KöblerMhd

dürkel·wunde

dürkelwunde , sw. V. nhd. Wunde mit Eintritt und Austritt? Q.: StRBurgh (1307?) E.: s. dürkel, wunde W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 1456 (dürkelwun…

dōdeswunde

KöblerMnd

dōdeswunde , F. nhd. „Todeswunde“, tödliche Wunde E.: s. dōt (1), wunde W.: s. nhd. (ält.) Todeswunde, F., Todeswunde, tödliche Wunde, DW 21…

dōtwunde

KöblerMnd

dōtwunde , F. nhd. Todeswunde, tödliche Wunde Hw.: vgl. mhd. tōtwunde E.: s. dōt (1), wunde W.: s. nhd. (ält.) Todwunde, F., Todeswunde, DW …

Ableitungen von wunde (1 von 1)

verwunde

BMZ

verwunde swv. verwunde. er verwundot in ave durch den helm pf. K. 307,1. do enkunde er niht verwunden den Guntheres man Nib. 2243,3. ob die …