glottern,
vb. ,
in mundartl. nebenformen auch gluttern, klottern (
s. d.), kluttern.
ein zufrühest elsässisch, dann schweizer. und schwäb., vereinzelt literarisch darüber hinaus bezeugtes schallnachahmendes wort. 11) '
klappern, klatschen': es (
das noch ungenügend gegerbte fell) glottert noch, es ist noch flaisch Geiler v. Keisersberg
has im pfeffer (1510) C c 8
b;
übertragen, im sinne von '
prahlen': ich weisz aber wol, wer die seint, die es verkeren. es seint die, dy glotteren und sich berümen: ja ich predig nit ausz tütschen büchern als der und der
ders. narrensch. (1520) 12
b.
vom storch (
s. auch klottern 3): zurück legt (
der storch) seinen schnabel lang, glottert schnap! schnap! so hübsch und fein Burkhard Waldis
Esopus 2, 254
Kurz; (
Antigone) in einen storcken sich verwandlend, abgemalet, da ihren frevel sie stehts glotterend bezahlet Weckherlin 2, 350
lit. ver.; vom klappern der fensterläden, der gläser, der zähne u. ähnl. im schweizer., s. Staub-Tobler 3, 703.
hierhin vielleicht auch schwäb. glotteren '
garben vom wagen auf die oberen stockwerke der scheuer hinaufziehen' Fischer 3, 708;
vgl.glotter '
das seil (glotterseil)
und die rolle (glotterrädlein),
womit die garben hinaufgezogen werden'
ebda. von flüssigkeiten, die ein plätscherndes, glucksendes geräusch machen, so namentlich vom ausstoszen dünner exkremente, s. Martin-Lienhart
elsäss. 1, 498;
schweiz. id. 3, 703. 22)
daneben steht in gleich alter bezeugung, freilich auf elsässischen boden beschränkt, eine bedeutung, die wie 1glotzen
auf das aufreiszen oder vortreten der augen zielt, s. auch klottern 2: und glottert mit den ougen und sperret sye eben uff als ein dieb am galgen Geiler v. Keisersberg
postille (1522) 4, 39
a; ein dieb am galgen sicht über sich, und ligent im die ougen wyt vor dem kopff und glotteren im vientlichen
ebda; vgl. dazu glottrecht: denn es (
das auge) godt härusz, als die ougen der müsz oder der ratten, die under der fallen lyt und grosz und glottrecht seind
ebda 3, 41
a;
sieh noch mundartl. elsässisches glotterle '
glänzende augen' Martin-Lienhart 1, 263
a; glotterguckel
klozauge, groszes starres auge; einer, der solche augen hat v. Klein
prov.-wb. 1, 151.