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lohe

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
23 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lohe f.

Bd. 12, Sp. 1129
lohe, f. wallende glut. ahd. nicht bezeugt, es wird durch louc flamma, gen. louges vertreten, welches sich im mhd. fortsetzt und auch im nhd. als lauch sp. 300 vereinzelt noch lebt. mhd. findet sich zuerst daneben der lohe (vergl. oben sp. 1128), und eine mitteldeutsche form die lohe (Lexer handwb. 1, 1952): flamma dye loe Dief. 238a (eine form die sich zu der lohe verhält, wie die lauge flamma sp. 339 zu der lauch, so steht auch der flamm neben die flamme, vgl. theil 3 sp. 1711. 1712); jene femininform hat sich seit dem 16. jahrh. in der schriftsprache festgesetzt, oberdeutschen mundarten ist sie fremd geblieben. die gekürzte form loh, sofern sie nicht mit dem weiblichen artikel steht: das die loh oben aus dem ofen schlug. Dan. 3, 47, kann dem masc. loh zufallen: weder loh noch feuer. unwürd. doctor 7; (wie) mit loh und lichter glut die häuser sind gekrönet. A. Gryphius 1698 2, 303. lohe gehört, wie das ahd. louc, zu der unter licht sp. 855 aufgeführten wortfamilie. Das wort bezeichnet 11) die einheitliche, zusammen brennende und wogende feuermasse, verschieden von den sich theilenden flammen, und der ruhigen gluth: hoch zu flammen entbrannte die mächtige lohe noch einmal, strebend gegen den himmel, und Ilios mauern erschienen roth, durch die finstere nacht; der aufgeschichteten waldung ungeheures gerüst, zusammenstürzend, erregte mächtige gluth zuletzt. Göthe 40, 341; flüchtend sah ich, durch rauch und gluth und der züngelnden flamme lohe gräszlich zürnender götter nahn. 41, 188; da nam Manoah ein zigenböcklin und speisopfer, und opferts ... und da die lohe auffuhr, vom altar gen himel, fuhr der engel des herrn in der lohe des altars hin auf. richt. 13, 20; wie des fewrs flamme stroh verzeret, und die lohe stoppeln hin nimpt. Jes. 5, 24; da die lohe allenthalben in die pfannen schlug. 2 Macc. 7, 5; die aufsteigende lohe verkündigte bald dasz sie (die feuerkugeln) ihr ziel zu erreichen gewuszt. Göthe 30, 296; vom wind gegeiszelt wehn die flammen schon bis an des giebels höhn, zum himmel schlägt die fürchterliche lohe. Schiller zerstörung von Troja 127; wehend umleckt ihn die loh, und es braust aussiedend der kessel. Voss Luise 1, 332; es heiszt feurige lohe: da war mirs, als säh ich aufflammen den ganzen horizont in feuriger lohe. Schiller räuber 5, 1; aus den tannen ... schlug die feurige lohe. Scheffel Ekkeh. 116; und lichte lohe: sein odem ist wie liechte lohe. Hiob 41, 12; zumal in der genitiven verbindung lichter lohe brennen, vgl. dazu auch beispiele sp. 856: das nu die ganze welt nicht liechter lohe brennet. Luther 5, 336b; wird er also zublasen, das hut und treibherd, und alles, was in der groszen hütten gottes webert, liechter loh brennen wird. Mathes. Sar. 11b; des corper brandt gar liechter loh. B. Ringwald tr. Eck. H; die heilige lohe, in der beschwörung: du siehst, dasz ich nicht vergebens drohe. ich versenge dich mit heiliger lohe! Göthe 12, 69; goldene lohe, hier vom licht der kerzen: es flackern tausend kerzen den saal entlang in schöner goldner lohe. Platen 318. 22) übertragen auf die empfindungen des menschlichen innern, die sonst auch einem brande (theil 2, 395, no. 9), einem feuer (3, 1586 fg.), einer flamme (1713), einer hitze (theil 42, 1582), einer gluth verglichen werden: im ersten anstosz einer unbesonnenen hitze waren die gewaltsamsten masznehmungen immer die ersten, auf die er fiel. aber man brauchte ihm nur den schatten einer gefahr dabei zu zeigen, so legte sich die auffahrende lohe wieder. Wieland 2, 351 (299); aber Roquairol war in seiner rothen lohe (höchst aufgeregt). J. Paul Tit. 2, 134; wie ist ihm (Christo in der angst zu Gethsemane) doch zu sinnen! er betet brünstiger das abba in der loh, das abba, welches uns in letzter angst macht froh. Fleming 7; jehovah, straf mich nicht, wenn deines zorrens flammen verzehren alle gunst, gehn über mir zusammen, wenn deines grimmes loh in vollem sturme fährt. 18; wenn sie (die stürme der empfindung) auf die dicken flammen meiner liebe blasen zu, so schlägt über mich zusammen ihrer wirbel ganze loh. 509; wohl dem! der beszre glut in seinem herzen fühlet, und dem kein ungemach die heisze lohe dämpft, der mit entflammtem muht nach kunst und tugend zielet, und, in der freiheit selbst, verbothne lust bekämpft. Caniz 65; erhielt getreue, rege wachsamkeit die heilge lohe (eifer für die wissenschaft) rein und schön und hoch vom anbeginn bis heut. Bürger 78a; hier (im kloster) verlosch die lohe meiner triebe vor des finstern kirchenwahnes hauch. 96a. 33) der plur. die lohen (wie die gluthen) ist selten gebraucht: einst bricht in heilgen lohen doch deine freiheit auf. Körner 1, 95; liebe, diesen leib verzehren müssen deine lohen ganz. Rückert 234. 44) lohe heiszt es, wenn die blätter der gerste und des weizens von allzutrockner witterung eine rothgelbe farbe bekommen. Nemnich. eine ähnliche pflanzenkrankheit heiszt brand, vgl. th. 2, 295 no. 6.
4960 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    loheswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    lohe swm. lohe, flamme. sô slehet der lohe des viures ûf Renner 13963. vgl. 13967. ferner 13961, wo der lohen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Lohe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Lohe , plur. doch nur von mehrern Arten und Quantitäten, die -n, die abgeschälte und zu Pulver gestampfte Rinde d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lohe

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Lohe auch ‘Loh’ zerkleinerte (Eichen-)Rinde (zur Ledergerbung u/od Pflanzendüngung) Gerberei .. Mühlen zum Kleinmahlen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lohe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Lohe , helle Flamme, namentlich die Spitze derselben; Pflanzenkrankheit in Folge anhaltender Trockenheit, wobei die Blät…

  5. modern
    Dialekt
    Lohe

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Lo he [Ló M. Rapp. ] f. Eichenrinde zum Gerben. Ein eichenes Fass lo h t [lót M. ] man mit heissem Wasser aus; sonst sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lohe

31 Bildungen · 28 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

lohe‑ als Erstglied (28 von 28)

loheiche

DWB

loh·eiche

loheiche , f. quercus robur, wintereiche; verderbt locheiche.

Loheisen

PfWB

lohe·isen

Loh-eisen m. : ' Werkzeug zum Abschälen der Lohrinde ', Loheise [ KU-Bedb ]. Rhein. V 529 .

Lohenst

DWBQVZ

loh·enst

--- dass. andere und durch und durch verb. u. verm. aufl. Leipzig 1731. I in IV. — QV I —. ---

Lohenstein, Dan. Casper v

DWBQVZ

O--- großmüthiger feldherr Arminius oder Hermann ... nebst seiner durchlauchtigen Thußnelda in einer sinnreichen staats- liebes- und heldeng…

Loherangrîn

BMZ

Loherangrîn n. pr. Parzivals sohn. Parz. 743. 781. 800

loherde

DWB

loh·erde

loherde , f. mit lohe gedüngte erde. vgl. lohbeet .

Loherei

RhWB

lohe·rei

Loherei lā·u.rę·i. Bitb (s. o.); lōəre Geld f.: Gerberei.

lôhêren

MNWB

lohe·ren

° lôhêren , pl. , Ratsherren die die Aufsicht über die Lohgerberei hatten (Lüneb. ZR. 234).

Lohernagrōn

KöblerMhd

Lohernagrōn , M.=PN nhd. Loherangrin, Lohengrin Q.: JTit, Loheng, Parz (1200-1210) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Z…

Loher und Maller

Meyers

Loher und Maller , Roman, den Elisabeth, Gräfin von Nassau-Saarbrücken (s. Elisabeth von Lothringen ), 1437 aus dem Französischen übersetzte…

lohezen

Lexer

lohe·zen

lohezen swv. intens. zu lohen. daʒ rôt lohezônte golt Hpt. 3,444. der minnen liehtvaʒ brinnent unte lohezent Will. Hag. 5,175. gezieret mit …

lohezôt

AWB

lohe·zot

lohezôt mhd. st. m. lochzote: dat. sg. Gl 4,165,11 ( Sal. c, mus. Brit. Add. 18379, 13. Jh.; zu -ch- für h vgl. Weinhold, Mhd. Gr. § 233, mi…

lohezunge

MWB

lohe·zunge

lohezunge stF. ‘Blitzen, flammendes Leuchten’ erliehten bleckezunge lohozunge dine dem umberinge der erde [Doppelgl., interl. zu illuxerunt …

lohezzen

KöblerAhd

loh·ezzen

lohezzen , sw. V. (1a) nhd. leuchten, glänzen, funkeln, erglänzen, flackern, blitzen, schimmern ne. shine (V.), sparkle (V.), lighten ÜG.: l…

lohezzida

AWB

lohezzida st. f. — Graff II,152. lohizido: dat. sg. Gl 2,13,28 ( Zürich C 59, 9. Jh., Sg 263, 10. Jh. ). blitzendes, zuckendes Leuchten: loh…

lohezzôt

EWA

lohezzidaAWB f. ō-St., Gl. 2,13,28 (in 2 1423 lohenzen – lochiroht(i)S1424 Hss., 9. oder 10. Jh., alem., 1 Hs. 1. Hälfte des 9. Jh.s, Zeit d…

lohezzunga

KöblerAhd

lohezzunga , st. F. (ō) nhd. Blitzen, Lodern, Leuchten (N.), Blitz ne. lightening (N.), blazing (N.) ÜG.: lat. coruscatio Gl Q.: Gl (10./11.…

lohezzōt

KöblerAhd

lohezzōt , st. M. (a?, i?) nhd. Blitzen, Schimmern, Funkeln, Aufleuchten, blitzendes Leuchten ne. lightening (N.), glimmer (N.) ÜG.: lat. (v…

lohezōt

KöblerMhd

lohezōt , st. M. nhd. blitzendes Leuchten, zuckendes Leuchten ÜG.: lat. vibramen Gl Q.: Gl (13. Jh.) I.: Lüs. lat. vibramen? E.: s. lohezen …

lohe als Zweitglied (2 von 2)

Gärberlohe

Adelung

gaerber·lohe

Die Gärberlohe , plur. von mehrern Arten, die -n, die Lohe, deren sich die Gärber zur Zubereitung der Häute bedienen; im Nieders. Kiff. S. A…

gelohe

MWB

gel·ohe

gelohe swSubst. ‘(auflodernde) Flamme’ sô man ez [Ebenholz] in ain gar grôz feur legt, sô verprint ez und wirt verzert, aber ez gibt niht fl…

Ableitungen von lohe (1 von 1)

gelohe

MWB

gelohe swSubst. ‘(auflodernde) Flamme’ sô man ez [Ebenholz] in ain gar grôz feur legt, sô verprint ez und wirt verzert, aber ez gibt niht fl…

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Cotta, M. (2026). „lohe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lohe/dwb
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Cotta, Marcel. „lohe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lohe/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „lohe". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lohe/dwb.
BibTeX
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