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schwadem

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwadem subst.

Bd. 15, Sp. 2167
schwad, schwade, schwaden, schwadem, subst. 11) schwade, f. redeflusz, mundwerk (in schlimmem sinne) mit anlehnung an schwadern aus suade, suada gebildet; nd. he hett'n swad as'n orlogschip. Frommanns zeitschr. 5, 430, 538 mit der anm. auf s. 432, vgl. Albrecht 208b. Spiesz 229; oberd. schwada: N. had a tüchtigi schwada. Hügel 145b, vgl. Schöpf 655. umgebildet zu schwarte: die frau hat eine gar böse schwart am kopfe, ist eine arge schwätzerin. Andresen volksetym.4 109, 2 (aus Böhmen). mit anlehnung an schwert: die hot e maul, wie e schlachtschwart. ebenda. 22) schwaden, m. (daneben schwade, verkürzt schwad), dampf, dunst; mhd. swadem, m. mhd. wb. 2, 2, 784b. Lexer mhd. handwb. 2, 1332. Grimm gramm. 2, 150; vgl. ahd. suuedan, cremare Graff 6, 871; swedunga, fomentum, suuetho, nidore (küchengeruch) ebenda; ags. swaðul, qualm; verwandt ist auch altn. svíða, sengen Noreen urgerm. lautl. 213. zeitschr. f. d. alterthum 5, 215 ff.; vapor, swadem, schwade, schwadem Diefenb. 606c, swademe, swaden nov. gl. 376b; swad, vapor voc. von 1409 bei Schmeller 2, 624; swadem, vapor, maditas Gerard van der Schueren 387a Verdam. dampff, dunst, schwaden. Henisch 638, 51; schwadem, dampff, dunst. Hulsius dict. (1616) 291b; schwadem, m. vapor, exhalatio, dampf. Schottel 1411; schwad, schwadem, et schwaden, der, plur. car. (der neueren sprache ist der pl. geläufig), vapor, exhalatio Stieler 1950; schwaden, m. (in folge eines druckfehlers als n. bezeichnet) Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 694; schwaden, m. vapor, exhalatio Steinbach 2, 532; schwaden, schwadem, m. Frisch 2, 239b; Adelung und Campe verzeichnen die form schwadem nicht mehr, mnd. swadem, swaden, m. vapor Schiller-Lübben 4, 481b, neund. swâm Woeste 264b. im übrigen vgl. zur mundartlichen verbreitung des wortes schwadem, m. Klein 2, 147 (aus niederrh. geb.), schwade, m. Vilmar 376, schwaddem, schwadm, schwarrem, schwarm, schworm Kehrein 1, 371, schwede Hertel thür. sprachsch. 225. den hochd. mundarten scheint das wort fremd zu sein. 2@aa) am häufigsten wird schwaden gebraucht für dünste, die sich im innern der erde bilden, besonders von solchen, die in den bergwerken auftreten und gefahr bringen (wetter): schwaden, schwadem, 'gifftige ausdämpfung in den bergwerken, und dadurch gemachte tödliche lufft' Frisch 2, 239b. 'schwaden, giftige sehr schädliche und öfters tödtende unterirdische dämpfe, welche aus den gängen und flötzen herauskommen, und aus den wassern aufsteigen' Jacobsson 4, 74a; schwefelige, arsenikalische schwaden. Adelung; schwaden, bergschwaden, stinkende wetter. feuer-, feurige schwaden, schlagende wetter, nachschwaden, die nach einer explosion schlagender wetter stark mit kohlensäure gemengte luft. Veith bergwörterb. 437: wie fromme bergkleut einer dem andern in nöten zuspringt, rettet oder löset, da er vom schwaden ubereilet, oder eine wand jhn ergriffen, und gefangen hat. Mathesius Sar. 23b; ehe wir aber von diesem trost reden, müssen wir des schwadens und gifftigen dunstes, und bösen wetters auch gedencken. 139b; derhalben geschehen schwaden gleich dem nebell, die nicht anders riechen als der unflat eines schnecken oder eines kellers, der tieff under der erden lang verschlossen ist geblieben. Agricola bergwerkb. übers. von Bechius (1621) 85; derhalben fare keiner in ein sölche gruoben, oder so er darinn ist, so fahre er schnell widerumb auff, ehe jn der schwaden begreiffe. 180; dasz aber im gebirge unter der erden, biszweilen ein gifftiger dampff oder schwad entstehet. Rollenhagen ind. reisen 259; wie ein liecht, das der dicke schwad, im finstern berg umbgeben hat, das es kein freye lufft kan finden, endlich mit zittern mus verschwinden. Rollenhagen froschm. (1595) Mm 1b; (vom bergmanne) glücklich! wenn ihn nur nicht die bösen wetter ersticken, oder der giftige schwaden frühzeitig die schwindsucht ihm einhaucht. Zachariä tagesz. (1757) 84; vulkanischer rusz ..., abgesetzt aus den heiszen schwaden. Göthe 28, 68; mit reichhaltigen schwaden taubes gestein zu beschwängern. Musäus volksm. 1, 5 Hempel; da steigt ein dampf, dort ziehen schwaden. 12, 205; als gift'ger schwaden zieh' ich durch die spalten des erdenbaus. Rückert ges. ged. 1, 117; golden brichst du durch des schachtes dumpfe schwaden, ew'ges licht. 2, 463; der schwaden drängt giftiges gas am risse hinaus. Droste-Hülshoff 1, 191 Schücking. in bildlicher anwendung: der qualm und schwaden eines aufbrausenden nervengeistes. J. Paul Quintus Fixlein 218; dieser satirische hüttenrauch und schwaden. Hesp. 3, 10; zündeten gar den ganzen schwaden seiner vollen seele an. 4, 94; der alte berg-schwaden Deutschlands muszte durch anzünden in reinere luft verwandelt werden. friedenpred. vorrede. 2@bb) dunst, dampf, nebel über der erde, in der luft: die luft entstehet aus dem schwaden des wassers, aër oritur ex respiratione aquarum Stieler 1950; schon hatte sich der haarrauch herbeigemacht, der bald alles in seine nebel hüllte. die bauern waren über den alten bekannten durchaus nicht verdrieszlich, vielmehr steigerte der schwaden, qualm und geruch ihre lust. Immermann Münchh. (1841) 4, 20; von dem gewitterdunste: im tiefen west der schwaden grollte, es stand die luft, ein siedend meer. Droste-Hülshoff 1, 186 Schücking; dunst, der vor dem lichte vergeht: das ist, vernehmt, die selige betrachtung, vor der hinweg der öde schwaden rauchet, der uns geschieden von der dinge achtung. Immermann 13, 251 Boxberger. in ähnlicher anwendung: ein solcher schwaden und sturmwind ist schon am vorigen freitag über das neue schlosz gesauset. J. Paul uns. loge 2, 175. 2@cc) brodem, dunst, verdorbene luft, übermäszige hitze in verschlossenem raume, stubendunst Kehrein 1, 371: (als) der wind von osten blätternd durch die akten und kühlend durch den stubenschwaden strich. J. Paul Titan 1, 84; gerade ein solcher müffiger dunst und schwaden (in einer stube) sei der rechte geisterbrodem. Immermann Münchh. 2, 134 (1841). 2@dd) küchendunst, dampf wie er von speisen, siedenden flüssigkeiten u. ä. aufsteigt: suuetho, nidore Graff 6, 871; schwade, m. dampf, zumal fettig riechender Vilmar 376; vgl. Kehrein 1, 371: we de emorroides heft .. de sede wullene in wyne in eynen erden gropen unde late den swademe van neddene up gan. quelle bei Schiller-Lübben 4, 482a; der dunst warmen roggenbrotes: nimb ein warm rockenbrot, zerbrich das entzzwey, und empfahe den warmen dampff oder schwadem darvon in den halsz. Tabernaemontanus kräuterb. 593 C (1664). 2@ee) in swâme sîn (wie sonst im dampfe sein) heiszt betrunken sein Woeste 264b; schwede, m. betrunkenheit Hertel thür. sprachschatz 225. 33) das schwad, die schwade, der schwade, der schwad, reihe abgemähten grases oder getreides, der leere raum, soweit beim mähen die sense abgereicht hat (Weigand4 2, 656). das wort ist nord- und mitteldeutsch und erscheint erst spät im gebrauche der schriftsprache: schwad, et schwaden etiam est fœni striga, eine zeile oder reihe des abgehauenen heues. Stieler 1950; einen schwaden abmähen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694a; schwade, f. eine reihe mit der sense abgemähtes grasz, so allezeit zur linken hand des mäders zusammen geschoben liegen bleibt. Frisch 2, 239b; schwad, so viel gras, als ein mäher in seinem ordentlichen schritt mit der sense abhaut; ebenso bei gerste und hafer; bei gutem wetter werden gleich hinter den mähern her die schwaden zerschlagen, d. h. mit verkehrtem rechen gelockert und auseinander geworfen; bei regen bleiben die schwaden liegen. ökon. lex. (1744) 2655; Adelung bevorzugt die form der schwaden, bezeugt aber aus 'obersächsischen gegenden' der schwad, auch das schwad aus dem niederd. gebiete. seit dem vorigen jahrhundert begegnet das wort häufiger in gehobener sprache, besonders bei norddeutschen schriftstellern; in der älteren nhd. sprache findet sich das wort selten: auff ein warmen tag, als der gersten im schwaden lag. Rollenhagen froschm. (1595) Aa 4b; das du das schwat den andern gleich hawest. Waissel chron. (1599) 258b; (haberstroh wird) etwann zwey oder drey tage also im schwaden liegen gelassen. Hohberg landl. 3, 2, 35b; leg ab die sense hier in die schwade. Herder 25, 145 Suphan; ein jäger schlief im haberschwaden. Lichtwer (1828) 122; Voss gebraucht das wort mehrfach, in den anmerkungen zur 'heumad' (id. 17) giebt er eine erklärung: das schwad mehrheit die schwade, die reihe des gemäheten grases oder getreides; auch der raum, den der schwung der sense durchmiszt. die schwade ist die grütze aus dem samen des schwadengrases (ged. 2, 384), darnach würden wir Luise 1, 596 welligen statt wellige erwarten (Hamb. musenalmanach von 1784: durch die wellichten schwade des tauumschimmerten heues): durch die geschorene wies' und wellige schwade des heues. Luise 1, 596; (regen) welcher die schwade durchströmt'. ged. 2, 296 (id. 17, 19); wie unsre sense blinket, rauscht hohes gras, und sinket in schwade, lang und schön. 2, 303 (id. 17, 76); wir mähn in schwade das heu! juchhei! 4, 111; liebe sonn', uns schienst du trocken unser korn in schwad und hocken. 5, 168; gemetzelt liegt die ganze schaar der halme lang und schwer, in dicken schwadten, paar bey paar, im wellenzug umher. Overbeck ged. 105; von ihrer sichel sank das güldne schwad. Kosegarten der dorfkirchhof (nach Gray); ich begleitete gern die schwade der mäher im heumond, nähme selber sogar öfters die sense zur hand. Salis-Seewis elegie an die ruhe; wann schon der schnitter fleisz in vollen schwaden des sommers goldnen segen hingebreitet. Uhland ged. (1864) 435; die männer sanken auf dem weg dahin, nicht einzeln, nein, in schwaden hingemäht. Ernst von Schwaben 4, 1; wann die heisere cicade zu der heiszen arbeit mahnt, heimst der sommer seine schwade, weil er schon den winter ahnt. Rückert ged. (1841) 242; links und rechts standen noch die kornfelder in voller reife oder waren von den regenschauern in der verflossenen woche nur in langen schwaden niedergedrückt. Gutzkow 1, 35. der plur. die schwaden ist in der schriftsprache eingebürgert, weniger der sing. (der schwaden, die schwade), das schwad, von Voss nach nd. dat swad eingeführt, klingt uns fremd. gebrauch der niederd. und md. mundarten: swad, swatt, die reihe, worin das abgemähete gras oder getreide, an der linken seite des schnitters, zu liegen kommt; it. der kahle streif, den der schnitter hinter sich läszt; die breite, die ein schnitter im mähen mit der sense erreichen kann; dat gras ligt in't swatt, in reihen, wie es die sense hingeworfen hat; enem in't swatt hauen, einem zu nahe kommen, in seinem rechte beeinträchtigen; aver't swatt hauen, über die schnur hauen, aus übereilung im reden zu weit gehen. brem. wb. 4, 1107. swad, gesprochen swar Mi 90a; swad, swed, n., pl. swëe, soviel gras (oder getreide), wie mit einem hiebe der sense gemäht wird Schambach 220a; form und geschlecht schwanken im einzelnen: hê mei't 'n brêd'n swadd Danneil 217a (er bezeugt sward neben swadd, in seiner erklärung braucht er swatt als fem.); de gasten liggt all upp'n swad, der gersten ist schon gemähet Dähnert 476a; swne, f. schwaden Woeste 264b; schwatt, reihe abgemähten grases, auch der strich heuland zwischen den schwaden Stürenburg 241a; vgl. ten Doornkaat Koolman 3, 368b. auch in md. mundarten finden wir das wort: schwade, f., das durch die mähder in eine reihe hingelegte gras Spiesz 229; schwade, m. ('wenig üblich') Vilmar 376; schwade, f. gemähte strecke, in gleichem sinne schmâden, m. Hertel thür. sprachsch. 223; schwât, n., pl. schwâde Liesenberg 211; schwâd, n. Kleemann 20c; schwad, schwat m. und n. Frischbier 2, 326a; schwade Sallmann mundart in Estland 27. in älteren nd. quellen wird das wort auch als landmasz gebraucht Schiller-Lübben 4, 487; vgl. brem. wb. 4, 1108. Dähnert 476a. ob unser wort pass. 164, 95 vorliegt, wie der herausgeber Köpke annimmt, ist sehr zweifelhaft. für mnd. swat erweist Schiller-Lübben 4, 487b neben der jetzt im nd. üblichen bedeutung: sulcus, en swat, dat me myd den ploghen maket. die grundbedeutung scheint darnach zu sein: durch schnitt gezogene spur; in den mundarten wird ja zum theil noch heute mit dem worte der durch das mähen geschaffene pfadartige raum, strich bezeichnet; ags. swaðu, f., swæþ, n. bedeutet track, trace, footstep, vestige (Bosworth-Toller); engl. swath ist mit nd. swad gleichbedeutend. ebenso nld. zwad. etymologisch gehört wol in diesen zusammenhang nd. nld. swade, f. sense Schiller-Lübben 4, 481b: it is beschoren mit ener scheren beide ane segede unde ane swaden. G. v. Minden 28, 21 (vgl. nd. korrespondenzbl. 5, 61). s. brem. wb. 4, 1107; swâr, f. Woeste 264b; schwâ'e, f. (Lippe) Frommann zeitschr. 6, 482; schwaa, die altfriesische sense, breiter als die später eingebürgerte seisse. Stürenburg 239b. ten Doornkaat Koolman 3, 369b; nld. zwaa; swade, swate bei Kilian. der bedeutung nach stehen isl. sveðja, gleiten, ab-, ausgleiten, svað, n., svaði, m. stelle, an der man ausgleitet, etwas abseit; sveðja, f. messer ist nur unsicher bezeugt. der sinn des einreiszens, einschneidens eines striches, einer spur liegt vielleicht auch bei fries. swethe, swithe zu grunde. J. Grimm kl. schr. 2, 37; swethe, swithe Richthofen 1061a; swette Schiller-Lübben 4, 495a. brem. wb. 4, 1118; swette, sweth ten Doornkaat Koolman 3, 380a; nld. swede, vetus. fland. j. winckelhaeck, norma, regula, quadra, gnomon (Kilian) ist entlehnt, vgl. franz. équerre. 44) schwaden, pflanzenname, besonders name einer grasart und deren eszbarer samen (vgl. mhd. wb. 2, 2, 759b. Lexer mhd. handwb. 2, 1332): capparis, swaden Diefenbach gl. 98a; conchis, swadem, swade 140a; oriza minor, schwaden 401a; schwaden, oriza minor Maaler 364d; der schwaden (eine frucht), oryza minor Steinbach 2, 532; schwade, schwaden, m. eszbarer same des schwadengrases (gramen oryzae minoris); 'die einfältigen meinen, er falle im tau vom himmel, wie das manna in der wüste. er heiszt daher auch manna polonicum, weil man ihn anfänglich aus Pohlen gebracht, jetzt aber auch anderswo sammlet'. der same musz in der frühe gesammelt werden, so lange das gras noch bethaut ist Frisch 2, 239b; himmelsthau, schwaden (wächst in Polen, längst der Oder und sonst in wasserreichen orten, die körner mit milch angerichtet geben eine gute speise) ök. lex. (1744) 1171a; schwaden, manna, himmelsthau, milthau, schwadengrütze, same des grases. Jacobsson 4, 74b; Nemnich: panicum, hirsegras, schwaden; panicum crus corvi, bartschwaden; panicum crus galli, schlesischer grauer schwaden; panicum dactylon, zahmes mannagras, himmelschwaden, weiszer böhmischer schwaden; panicum viride, schwadengras, wilde schwaden; unter dem 'rechten schwaden' (s. die bemerkung zu panicum italicum) versteht er festuca fluitans und deren frucht, unter den deutschen namen führt er an mannagras, -grütze, himmelsthau, schwaden, schwadengrütze, wilder, gemeiner, Frankfurter schwaden, schwadengras (in Polen wird selbige scil. grütze dem reis vorgezogen, und so vorzüglich zubereitet, dasz sie weit und breit versendet wird); swade, eine lange und weiche grasart mit einem ziemlich groben und eszbaren samen; das gras nennt man swaden- oder swaen-graes: und die feine aus dem samen gemachte grütze swaden-gorte, manna polonicum, oryza minor brem. wb. 4, 1108; das einsammeln, swaden-slaan wird beschrieben nachtr. 356; schwaden, zunft der gräser, himmelsschwaden Oken 3, 382. 396. glyceria fluitans, swaden, schwaden, weiszer, böhmischer, Frankfurter, polnischer, preuszischer schwaden, swaen-, swaje-, swojegras; cynodon dactylon, himmelsschweden Pritzel-Jessen; vgl. noch Frischbier 2, 326b; lauch, sâmen und swaden; swaden fail haben. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 1332; ich esz (spricht der mäusekönig) was die menschen gern schmecken, die murben dreygebacken wecken, schleyrküchlein mit schwaden gemengt. Rollenhagen froschm. (1595) Ll 6b; ich halts gewisz bei mir dafur und gläube, dasz schwaden himmelbrot sei; so eckel ists, wenn man mit einem finger davon nascht, so ists verdorben. schwaden sammlet man frühe, wenn der thau fällt, in einem siebe, wächset nicht, sondern kömmt vom thau; alsbald aber die sonne aufgegangen ist, zerschmelzts und zergehet. die ärzte heiszens manna. Luther tischr. 3, 15; schwaden in milch gekocht ist gut. A. Gryphius 1, 791; die schwade ist die grüze aus dem samen des schwadengrases. Voss 2, 384. die etymologie des wortes ist dunkel, es scheint von osten her eingeführt zu sein. 55) der schwaden, das wundpflaster Boediker bei Campe; hierzu vgl. thür. schwede, m. pflaster Hertel thür. sprachsch. 225; nd. swäden, heilpflaster (Hiddensee) Dähnert 476a; swede Schiller-Lübben 4, 488a; ebenso mhd. swede Lexer mhd. handwb. 2, 1349; ursprünglich wol ein wärmendes pflaster (s. oben unter 2), vgl. ahd. suuedile, malagma Graff 6, 871; suuedunga, fomenta ebenda, ags. sweðung, swoðung. 66) schwaden, schwanz des hirsches Nemnich; hirschschwaden, bürzel, feder, galle, sturz, wedel. Jacobsson 3, 265b; auch das wedele, federle Adelung; liegt der sinn von wedel zu grunde, so könnte zur vergleichung auf ahd. suidel, flabrum (Graff 6, 871) verwiesen werden. 77) schwade, interj., als zuruf an zugthiere und adv., links; in mitteld. gegenden: schwade, schwude Weinhold 88b. 37a (hot, rechts); schwode Steinbach 2, 548; schwudde Albrecht 210b (gewöhnlicher wiste); schwûte (gewöhnlicher hî) Jecht 103a; schwodder, schwodde, schwod, schwudde, schodder Frischbier 2, 333a (vgl. niederd. korresp. bl. 3, 90), schwoide Anton 12, 26. zusammenstellung hierher gehöriger ausdrücke in Frommanns zeitschr. 5, 449 ff. Höfer 2, 68 (unter hott). gramm. 3, 310. eine deutung von schwade ist schwierig, der ausdruck ist besonders im osten heimisch, was auf slav. ursprung weist. 88) schwade, f. turma, dict. Bresl. 1620; turma, die schwade reuter. Frommanns zeitschr. 4, 185; das wort ist entlehnt: ital. squadra, span. esquadra, eigentlich von soldaten gebildetes viereck (vgl. schwader und geschwader), nd. plur. schwade: twe swade ruter. quelle bei Schiller-Lübben 4, 487b; schwade als n. oder m.: mit einem schwade ruter. quelle a. a. o. 99) schwade, m. (oberhess.) der schatten Vilmar 376; schwate Pfister ergänz. 1, 24; nicht sicher zu erklären.
18334 Zeichen · 362 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schwademsubst.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schwad , schwade , schwaden , schwadem , subst. 1 1) schwade, f. redeflusz, mundwerk ( in schlimmem sinne ) mit anlehnun…

  2. modern
    Dialekt
    Schwademm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schwadem m. : 1. 'feuchtwarme Luft, Schwaden von Wasserdampf, dichter Dunst, Kochdunst', Schwadem (šwādəm) [ IB-Erfw/Ehl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwadem

23 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schwadem 2 Komponenten

schwa+dem

schwadem setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwadem‑ als Erstglied (22 von 22)

Schwademback

RhWB

schwadem·back

Schwadem-back Klev m.: Gefäss mit Wasser, in den heissen Backofen gestellt, zur Erzeugung von Wasserdampf.

schwademdicht

RhWB

schwadem·dicht

schwadem-dicht -āmdiχt(ə) Gummb-Schwarzenbergisch Adj.: nicht durchlässig für den Schwadem, vom Backofen.

Schwademfenster

RhWB

schwadem·fenster

Schwadem-fenster -i- Grevbr n.: das Fensterchen im Oberlicht, das geöffnet wird, um den Schwadem u. die schlechte Luft aus dem Zimmer zu las…

Schwademhölzer

RhWB

Schwadem-hölzer (s. S.) -dəms- Eusk ; -ā:m- Duisb Pl.: altes, nass gemachtes Holz, vorn in den Backofen gelegt, zur Erzeugung von Dampf.

schwademig

PfWB

schwad·emig

schwademig Adj. : ' feuchtwarm, drückend schwül ', schwoʳʳmich (šwǫʳmiχ) [ZW-Nd'hs Wintb NW-Dürkh Mußb, Müller Dietschw 69], schwoʳʳmisch (š…

Schwademkessel

RhWB

schwadem·kessel

Schwadem-kessel -dəms- Eusk-Erp , Bo-Dottend , Köln , Dür ; -ā:m- Aach-Eilend , MGladb-Neersen m.: dass.

Schwademklüppel

RhWB

schwadem·klueppel

Schwadem-klüppel -ā:mkløpəl Jül m.: 1. –holz. — 2. übertr. verächtl. einer, der sich alles gefallen lässt.

Schwademloch

PfWB

schwadem·loch

Schwadem-loch n. : ' Öffnung in der Stallwand, durch die der Stalldunst abziehen kann ', Schwaremloch [ KU-Schmittw/O KL-Wörsb ], Schwaʳʳm- …

Schwadempott

RhWB

schwadem·pott

Schwadem-pott m.: 1. –back Klev . — 2. übertr. verächtl. schwalkende Lampe Dür-Gürzenich , Aach-Kohlschd .

Schwademräutchen

RhWB

Schwadem-räutchen -ā:dəmsrytχə Eusk ; -ārəmsrytšən Barm ; -ā:ms- Erk-Rath ; -ā:m- Grevbr , MGladb , Aach-Walh n.: Fensterchen im Oberlicht, …

Schwademscheit

RhWB

schwadem·scheit

Schwadem-scheit Simm n.: altes Holz, das vorher im Wasser lag, vorn in den Backofen vor die eingeschobenen Brötchen gelegt, in der Ofenhitze…

Schwademschüssel

RhWB

schwadem·schuessel

Schwadem-schüssel -øt- Gummb f.: runde Sch., aus Weiden geflochten, mit Fuss, worauf die Pfannen- u. Reibekuchen gelegt werden, damit der Sc…

schwademsen

RhWB

schwadem·sen

schwademsen ət –:dəmst Bernk-Cues ; -E:r(ə)mst Wittl-Bausend Monzel , Zell-Merl , Koch-Bremm Eller Lutzerath , Daun-Schalkenmehren Strohn T…

Schwademtrichter

RhWB

schwadem·trichter

Schwadem-trichter -ā:treitər Kemp-Grefr m.: Tr. über dem Viehkessel, nach oben zum Kamin führend, durch den der Schwadem entweicht.

Ableitungen von schwadem (1 von 1)

beschwademen

RhWB

be-schwademen: Part. de Fenstere send ganz beschwamt mit Dunst beschlagen Aach-Walh , Sieg-ODollend .