schwad,
schwade,
schwaden,
schwadem,
subst. 11) schwade,
f. redeflusz, mundwerk (
in schlimmem sinne)
mit anlehnung an schwadern
aus suade, suada
gebildet; nd. he hett'n swad as'n orlogschip. Frommanns
zeitschr. 5, 430, 538
mit der anm. auf s. 432,
vgl. Albrecht 208
b. Spiesz 229;
oberd. schwada:
N. had a tüchtigi schwada. Hügel 145
b,
vgl. Schöpf 655.
umgebildet zu schwarte:
die frau hat eine gar böse schwart am kopfe,
ist eine arge schwätzerin. Andresen
volksetym.4 109, 2 (
aus Böhmen).
mit anlehnung an schwert: die hot e maul, wie e schlachtschwart.
ebenda. 22) schwaden,
m. (
daneben schwade,
verkürzt schwad),
dampf, dunst; mhd. swadem,
m. mhd. wb. 2, 2, 784
b. Lexer
mhd. handwb. 2, 1332. Grimm
gramm. 2, 150;
vgl. ahd. suuedan,
cremare Graff 6, 871; swedunga,
fomentum, suuetho,
nidore (
küchengeruch)
ebenda; ags. swaðul,
qualm; verwandt ist auch altn. svíða,
sengen Noreen
urgerm. lautl. 213.
zeitschr. f. d. alterthum 5, 215
ff.; vapor, swadem, schwade, schwadem Diefenb. 606
c, swademe, swaden
nov. gl. 376
b; swad,
vapor voc. von 1409
bei Schmeller 2, 624; swadem,
vapor, maditas Gerard van der Schueren 387
a Verdam. dampff, dunst, schwaden. Henisch 638, 51; schwadem, dampff, dunst. Hulsius
dict. (1616) 291
b; schwadem,
m. vapor, exhalatio, dampf. Schottel 1411; schwad, schwadem,
et schwaden, der,
plur. car. (
der neueren sprache ist der pl. geläufig),
vapor, exhalatio Stieler 1950; schwaden,
m. (
in folge eines druckfehlers als n. bezeichnet) Kramer
deutschital. dict. (1702) 2, 694; schwaden,
m. vapor, exhalatio Steinbach 2, 532; schwaden, schwadem,
m. Frisch 2, 239
b; Adelung
und Campe
verzeichnen die form schwadem
nicht mehr, mnd. swadem, swaden,
m. vapor Schiller-Lübben 4, 481
b,
neund. swâm Woeste 264
b.
im übrigen vgl. zur mundartlichen verbreitung des wortes schwadem,
m. Klein 2, 147 (
aus niederrh. geb.), schwade,
m. Vilmar 376, schwaddem, schwadm, schwarrem, schwarm, schworm Kehrein 1, 371, schwede Hertel
thür. sprachsch. 225.
den hochd. mundarten scheint das wort fremd zu sein. 2@aa)
am häufigsten wird schwaden
gebraucht für dünste, die sich im innern der erde bilden, besonders von solchen, die in den bergwerken auftreten und gefahr bringen (wetter): schwaden, schwadem, '
gifftige ausdämpfung in den bergwerken, und dadurch gemachte tödliche lufft' Frisch 2, 239
b. '
schwaden, giftige sehr schädliche und öfters tödtende unterirdische dämpfe, welche aus den gängen und flötzen herauskommen, und aus den wassern aufsteigen' Jacobsson 4, 74
a; schwefelige, arsenikalische schwaden. Adelung; schwaden, bergschwaden,
stinkende wetter. feuer-, feurige schwaden,
schlagende wetter, nachschwaden,
die nach einer explosion schlagender wetter stark mit kohlensäure gemengte luft. Veith
bergwörterb. 437: wie fromme bergkleut einer dem andern in nöten zuspringt, rettet oder löset, da er vom schwaden ubereilet, oder eine wand jhn ergriffen, und gefangen hat. Mathesius
Sar. 23
b; ehe wir aber von diesem trost reden, müssen wir des schwadens und gifftigen dunstes, und bösen wetters auch gedencken. 139
b; derhalben geschehen schwaden gleich dem nebell, die nicht anders riechen als der unflat eines schnecken oder eines kellers, der tieff under der erden lang verschlossen ist geblieben. Agricola
bergwerkb. übers. von Bechius (1621) 85; derhalben fare keiner in ein sölche gruoben, oder so er darinn ist, so fahre er schnell widerumb auff, ehe jn der schwaden begreiffe. 180; dasz aber im gebirge unter der erden, biszweilen ein gifftiger dampff oder schwad entstehet. Rollenhagen
ind. reisen 259; wie ein liecht, das der dicke schwad, im finstern berg umbgeben hat, das es kein freye lufft kan finden, endlich mit zittern mus verschwinden. Rollenhagen
froschm. (1595) Mm 1
b; (
vom bergmanne) glücklich! wenn ihn nur nicht die bösen wetter ersticken, oder der giftige schwaden frühzeitig die schwindsucht ihm einhaucht. Zachariä
tagesz. (1757) 84; vulkanischer rusz ..., abgesetzt aus den heiszen schwaden. Göthe 28, 68; mit reichhaltigen schwaden taubes gestein zu beschwängern. Musäus
volksm. 1, 5
Hempel; da steigt ein dampf, dort ziehen schwaden. 12, 205; als gift'ger schwaden zieh' ich durch die spalten des erdenbaus. Rückert
ges. ged. 1, 117; golden brichst du durch des schachtes dumpfe schwaden, ew'ges licht. 2, 463; der schwaden drängt giftiges gas am risse hinaus. Droste-Hülshoff 1, 191
Schücking. in bildlicher anwendung: der qualm und schwaden eines aufbrausenden nervengeistes. J. Paul
Quintus Fixlein 218; dieser satirische hüttenrauch und schwaden.
Hesp. 3, 10; zündeten gar den ganzen schwaden seiner vollen seele
an. 4, 94; der alte berg-schwaden Deutschlands muszte durch anzünden in reinere luft verwandelt werden.
friedenpred. vorrede. 2@bb)
dunst, dampf, nebel über der erde, in der luft: die luft entstehet aus dem schwaden des wassers,
aër oritur ex respiratione aquarum Stieler 1950; schon hatte sich der haarrauch herbeigemacht, der bald alles in seine nebel hüllte. die bauern waren über den alten bekannten durchaus nicht verdrieszlich, vielmehr steigerte der schwaden, qualm und geruch ihre lust. Immermann
Münchh. (1841) 4, 20;
von dem gewitterdunste: im tiefen west der schwaden grollte, es stand die luft, ein siedend meer. Droste-Hülshoff 1, 186
Schücking; dunst, der vor dem lichte vergeht: das ist, vernehmt, die selige betrachtung, vor der hinweg der öde schwaden rauchet, der uns geschieden von der dinge achtung. Immermann 13, 251
Boxberger. in ähnlicher anwendung: ein solcher schwaden und sturmwind ist schon am vorigen freitag über das neue schlosz gesauset. J. Paul
uns. loge 2, 175. 2@cc)
brodem, dunst, verdorbene luft, übermäszige hitze in verschlossenem raume, stubendunst Kehrein 1, 371: (
als) der wind von osten blätternd durch die akten und kühlend durch den stubenschwaden strich. J. Paul
Titan 1, 84; gerade ein solcher müffiger dunst und schwaden (
in einer stube) sei der rechte geisterbrodem. Immermann
Münchh. 2, 134 (1841). 2@dd)
küchendunst, dampf wie er von speisen, siedenden flüssigkeiten u. ä. aufsteigt: suuetho,
nidore Graff 6, 871; schwade,
m. dampf, zumal fettig riechender Vilmar 376;
vgl. Kehrein 1, 371: we de emorroides heft .. de sede wullene in wyne in eynen erden gropen unde late den swademe van neddene up gan.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 482
a;
der dunst warmen roggenbrotes: nimb ein warm rockenbrot, zerbrich das entzzwey, und empfahe den warmen dampff oder schwadem darvon in den halsz. Tabernaemontanus
kräuterb. 593 C (1664). 2@ee) in swâme sîn (
wie sonst im dampfe sein)
heiszt betrunken sein Woeste 264
b; schwede,
m. betrunkenheit Hertel
thür. sprachschatz 225. 33) das schwad, die schwade, der schwade, der schwad,
reihe abgemähten grases oder getreides, der leere raum, soweit beim mähen die sense abgereicht hat (Weigand
4 2, 656).
das wort ist nord- und mitteldeutsch und erscheint erst spät im gebrauche der schriftsprache: schwad,
et schwaden
etiam est fœni striga, eine zeile oder reihe des abgehauenen heues. Stieler 1950; einen schwaden abmähen Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694
a; schwade,
f. eine reihe mit der sense abgemähtes grasz, so allezeit zur linken hand des mäders zusammen geschoben liegen bleibt. Frisch 2, 239
b; schwad,
so viel gras, als ein mäher in seinem ordentlichen schritt mit der sense abhaut; ebenso bei gerste und hafer; bei gutem wetter werden gleich hinter den mähern her die schwaden zerschlagen,
d. h. mit verkehrtem rechen gelockert und auseinander geworfen; bei regen bleiben die schwaden
liegen. ökon. lex. (1744) 2655; Adelung
bevorzugt die form der schwaden,
bezeugt aber aus '
obersächsischen gegenden' der schwad,
auch das schwad
aus dem niederd. gebiete. seit dem vorigen jahrhundert begegnet das wort häufiger in gehobener sprache, besonders bei norddeutschen schriftstellern; in der älteren nhd. sprache findet sich das wort selten: auff ein warmen tag, als der gersten im schwaden lag. Rollenhagen
froschm. (1595) Aa 4
b; das du das schwat den andern gleich hawest. Waissel
chron. (1599) 258
b; (
haberstroh wird) etwann zwey oder drey tage also im schwaden liegen gelassen. Hohberg
landl. 3, 2, 35
b; leg ab die sense hier in die schwade. Herder 25, 145
Suphan; ein jäger schlief im haberschwaden. Lichtwer (1828) 122; Voss
gebraucht das wort mehrfach, in den anmerkungen zur '
heumad' (
id. 17)
giebt er eine erklärung: das schwad mehrheit die schwade, die reihe des gemäheten grases oder getreides; auch der raum, den der schwung der sense durchmiszt. die schwade ist die grütze aus dem samen des schwadengrases (
ged. 2, 384),
darnach würden wir Luise 1, 596 welligen
statt wellige
erwarten (
Hamb. musenalmanach von 1784: durch die wellichten schwade des tauumschimmerten heues): durch die geschorene wies' und wellige schwade des heues.
Luise 1, 596; (
regen) welcher die schwade durchströmt'.
ged. 2, 296 (
id. 17, 19); wie unsre sense blinket, rauscht hohes gras, und sinket in schwade, lang und schö
n. 2, 303 (
id. 17, 76); wir mähn in schwade das heu! juchhei! 4, 111; liebe sonn', uns schienst du trocken unser korn in schwad und hocken. 5, 168; gemetzelt liegt die ganze schaar der halme lang und schwer, in dicken schwadten, paar bey paar, im wellenzug umher. Overbeck
ged. 105; von ihrer sichel sank das güldne schwad. Kosegarten
der dorfkirchhof (
nach Gray); ich begleitete gern die schwade der mäher im heumond, nähme selber sogar öfters die sense zur hand. Salis-Seewis
elegie an die ruhe; wann schon der schnitter fleisz in vollen schwaden des sommers goldnen segen hingebreitet. Uhland
ged. (1864) 435; die männer sanken auf dem weg dahin, nicht einzeln, nein, in schwaden hingemäht.
Ernst von Schwaben 4, 1; wann die heisere cicade zu der heiszen arbeit mahnt, heimst der sommer seine schwade, weil er schon den winter ahnt. Rückert
ged. (1841) 242; links und rechts standen
noch die kornfelder in voller reife oder waren von den regenschauern in der verflossenen woche nur in langen schwaden niedergedrückt. Gutzkow 1, 35.
der plur. die schwaden
ist in der schriftsprache eingebürgert, weniger der sing. (der schwaden, die schwade), das schwad,
von Voss
nach nd. dat swad
eingeführt, klingt uns fremd. gebrauch der niederd. und md. mundarten: swad, swatt,
die reihe, worin das abgemähete gras oder getreide, an der linken seite des schnitters, zu liegen kommt; it. der kahle streif, den der schnitter hinter sich läszt; die breite, die ein schnitter im mähen mit der sense erreichen kann; dat gras ligt in't swatt,
in reihen, wie es die sense hingeworfen hat; enem in't swatt hauen,
einem zu nahe kommen, in seinem rechte beeinträchtigen; aver't swatt hauen,
über die schnur hauen, aus übereilung im reden zu weit gehen. brem. wb. 4, 1107. swad,
gesprochen swar Mi 90
a; swad, swed,
n., pl. swëe,
soviel gras (
oder getreide),
wie mit einem hiebe der sense gemäht wird Schambach 220
a;
form und geschlecht schwanken im einzelnen: hê mei't 'n brêd'n swadd Danneil 217
a (
er bezeugt sward
neben swadd,
in seiner erklärung braucht er swatt
als fem.); de gasten liggt all upp'n swad,
der gersten ist schon gemähet Dähnert 476
a; swne,
f. schwaden Woeste 264
b; schwatt,
reihe abgemähten grases, auch der strich heuland zwischen den schwaden Stürenburg 241
a;
vgl. ten Doornkaat Koolman 3, 368
b.
auch in md. mundarten finden wir das wort: schwade,
f., das durch die mähder in eine reihe hingelegte gras Spiesz 229; schwade,
m. ('
wenig üblich') Vilmar 376; schwade,
f. gemähte strecke, in gleichem sinne schmâden,
m. Hertel
thür. sprachsch. 223; schwât,
n., pl. schwâde Liesenberg 211; schwâd,
n. Kleemann 20
c; schwad, schwat
m. und n. Frischbier 2, 326
a; schwade Sallmann
mundart in Estland 27.
in älteren nd. quellen wird das wort auch als landmasz gebraucht Schiller-Lübben 4, 487;
vgl. brem. wb. 4, 1108. Dähnert 476
a.
ob unser wort pass. 164, 95
vorliegt, wie der herausgeber Köpke
annimmt, ist sehr zweifelhaft. für mnd. swat
erweist Schiller-Lübben 4, 487
b neben der jetzt im nd. üblichen bedeutung: sulcus, en swat, dat me myd den ploghen maket.
die grundbedeutung scheint darnach zu sein: durch schnitt gezogene spur; in den mundarten wird ja zum theil noch heute mit dem worte der durch das mähen geschaffene pfadartige raum, strich bezeichnet; ags. swaðu,
f., swæþ,
n. bedeutet track, trace, footstep, vestige (Bosworth-Toller);
engl. swath
ist mit nd. swad
gleichbedeutend. ebenso nld. zwad.
etymologisch gehört wol in diesen zusammenhang nd. nld. swade,
f. sense Schiller-Lübben 4, 481
b: it is beschoren mit ener scheren beide ane segede unde ane swaden. G. v. Minden 28, 21 (
vgl. nd. korrespondenzbl. 5, 61).
s. brem. wb. 4, 1107; swâr,
f. Woeste 264
b; schwâ'e,
f. (
Lippe) Frommann
zeitschr. 6, 482; schwaa,
die altfriesische sense, breiter als die später eingebürgerte seisse. Stürenburg 239
b. ten Doornkaat Koolman 3, 369
b;
nld. zwaa; swade, swate
bei Kilian.
der bedeutung nach stehen isl. sveðja,
gleiten, ab-, ausgleiten, svað,
n., svaði,
m. stelle, an der man ausgleitet, etwas abseit; sveðja,
f. messer ist nur unsicher bezeugt. der sinn des einreiszens, einschneidens eines striches, einer spur liegt vielleicht auch bei fries. swethe, swithe
zu grunde. J. Grimm
kl. schr. 2, 37; swethe, swithe Richthofen 1061
a; swette Schiller-Lübben 4, 495
a.
brem. wb. 4, 1118; swette, sweth ten Doornkaat Koolman 3, 380
a;
nld. swede,
vetus. fland. j. winckelhaeck,
norma, regula, quadra, gnomon (Kilian)
ist entlehnt, vgl. franz. équerre. 44) schwaden,
pflanzenname, besonders name einer grasart und deren eszbarer samen (
vgl. mhd. wb. 2, 2, 759
b. Lexer
mhd. handwb. 2, 1332):
capparis, swaden Diefenbach
gl. 98
a;
conchis, swadem, swade 140
a;
oriza minor, schwaden 401
a; schwaden,
oriza minor Maaler 364
d; der schwaden (eine frucht),
oryza minor Steinbach 2, 532; schwade, schwaden,
m. eszbarer same des schwadengrases (
gramen oryzae minoris); 'die einfältigen meinen, er falle im tau vom himmel, wie das manna in der wüste. er heiszt daher auch manna polonicum, weil man ihn anfänglich aus Pohlen gebracht, jetzt aber auch anderswo sammlet'.
der same musz in der frühe gesammelt werden, so lange das gras noch bethaut ist Frisch 2, 239
b; himmelsthau, schwaden (
wächst in Polen, längst der Oder und sonst in wasserreichen orten, die körner mit milch angerichtet geben eine gute speise)
ök. lex. (1744) 1171
a; schwaden, manna, himmelsthau, milthau, schwadengrütze,
same des grases. Jacobsson 4, 74
b; Nemnich:
panicum, hirsegras, schwaden;
panicum crus corvi, bartschwaden;
panicum crus galli, schlesischer grauer schwaden;
panicum dactylon, zahmes mannagras, himmelschwaden, weiszer böhmischer schwaden;
panicum viride, schwadengras, wilde schwaden;
unter dem '
rechten schwaden' (
s. die bemerkung zu panicum italicum)
versteht er festuca fluitans und deren frucht, unter den deutschen namen führt er an mannagras, -grütze, himmelsthau, schwaden, schwadengrütze, wilder, gemeiner, Frankfurter schwaden, schwadengras (in Polen wird selbige scil. grütze dem reis vorgezogen, und so vorzüglich zubereitet, dasz sie weit und breit versendet wird); swade,
eine lange und weiche grasart mit einem ziemlich groben und eszbaren samen; das gras nennt man swaden-
oder swaen-graes:
und die feine aus dem samen gemachte grütze swaden-gorte,
manna polonicum, oryza minor brem. wb. 4, 1108;
das einsammeln, swaden-slaan
wird beschrieben nachtr. 356; schwaden,
zunft der gräser, himmelsschwaden Oken 3, 382. 396.
glyceria fluitans, swaden, schwaden, weiszer, böhmischer, Frankfurter, polnischer, preuszischer schwaden, swaen-, swaje-, swojegras;
cynodon dactylon, himmelsschweden Pritzel-Jessen;
vgl. noch Frischbier 2, 326
b; lauch, sâmen und swaden; swaden fail haben.
quelle bei Lexer
mhd. handwb. 2, 1332; ich esz (
spricht der mäusekönig) was die menschen gern schmecken, die murben dreygebacken wecken, schleyrküchlein mit schwaden gemengt. Rollenhagen
froschm. (1595) Ll 6
b; ich halts gewisz bei mir dafur und gläube, dasz schwaden himmelbrot sei; so eckel ists, wenn man mit einem finger davon nascht, so ists verdorben. schwaden sammlet man frühe, wenn der thau fällt, in einem siebe, wächset nicht, sondern kömmt vom thau; alsbald aber die sonne aufgegangen ist, zerschmelzts und zergehet. die ärzte heiszens manna. Luther
tischr. 3, 15; schwaden in milch gekocht ist gut. A. Gryphius 1, 791;
die schwade ist die grüze aus dem samen des schwadengrases. Voss 2, 384.
die etymologie des wortes ist dunkel, es scheint von osten her eingeführt zu sein. 55) der schwaden,
das wundpflaster Boediker
bei Campe;
hierzu vgl. thür. schwede,
m. pflaster Hertel
thür. sprachsch. 225;
nd. swäden,
heilpflaster (
Hiddensee) Dähnert 476
a; swede Schiller-Lübben 4, 488
a;
ebenso mhd. swede Lexer
mhd. handwb. 2, 1349;
ursprünglich wol ein wärmendes pflaster (
s. oben unter 2),
vgl. ahd. suuedile,
malagma Graff 6, 871; suuedunga,
fomenta ebenda, ags. sweðung, swoðung. 66) schwaden,
schwanz des hirsches Nemnich; hirschschwaden, bürzel, feder, galle, sturz, wedel. Jacobsson 3, 265
b;
auch das wedele, federle Adelung;
liegt der sinn von wedel zu grunde, so könnte zur vergleichung auf ahd. suidel,
flabrum (Graff 6, 871)
verwiesen werden. 77) schwade,
interj., als zuruf an zugthiere und adv., links; in mitteld. gegenden: schwade, schwude Weinhold 88
b. 37
a (hot,
rechts); schwode Steinbach 2, 548; schwudde Albrecht 210
b (
gewöhnlicher wiste); schwûte (
gewöhnlicher hî) Jecht 103
a; schwodder, schwodde, schwod, schwudde, schodder Frischbier 2, 333
a (
vgl. niederd. korresp. bl. 3, 90), schwoide Anton 12, 26.
zusammenstellung hierher gehöriger ausdrücke in Frommanns
zeitschr. 5, 449
ff. Höfer 2, 68 (
unter hott).
gramm. 3, 310.
eine deutung von schwade
ist schwierig, der ausdruck ist besonders im osten heimisch, was auf slav. ursprung weist. 88) schwade,
f. turma, dict. Bresl. 1620;
turma, die schwade reuter. Frommanns
zeitschr. 4, 185;
das wort ist entlehnt: ital. squadra,
span. esquadra,
eigentlich von soldaten gebildetes viereck (
vgl. schwader und geschwader),
nd. plur. schwade: twe swade ruter.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 487
b; schwade
als n. oder m.: mit einem schwade ruter.
quelle a. a. o. 99) schwade,
m. (
oberhess.)
der schatten Vilmar 376; schwate Pfister
ergänz. 1, 24;
nicht sicher zu erklären.